Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 42 (1937)
- Issue
- Heft 18 (5.3.1937)
- Date
- 1937-03-05
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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JODISCHE RUNDSCHAU P AVAS TI NA- Nr. 18, 5. MÄRZ 1937 Was die Woche brachte Von unserem palästinensischen Korrespondenten gl. T e I - A w i w, 2 t. Februar 1037 Kampf um das Mietengesetz Vor einigen Jahren, als die Prosperität in Palästina die Wo h n u n g s in i e t c n in den Städten zu schwindelnder Hübe emporsteigen ließ, so dali sie für die Masse der Bevölkerung fast unerschwinglich wurden, gelang es den progressiven Elementen in den Stadtverwaltungen ein M i e t e n g e s e t / durchzudringen, das eine gewisse Regulierung der Preise garantierte. Schon tymals haben die I latisbesitzer und die mit ihnen verbundenen Interessenten alles getan, um die Annahme eines solchen Gesetzes in den Munizipalitäten und seine Bestätigung durch die Regierung zu verhindern, aber die Schäden, die mit einer Politik des laissez faire auf diesem lebenswichtigen Gebiete verbunden waren, drängten sich so stark auf, dali die entsprechende Verordnung Gesetz wurde. Die palästinensischen Stallte haben dann einige Jahre hindurch von ihr profitiert. Es wurde damit verhindert, dali die Masse der Einwohner übermäßige Preise für Behausung zahlen mußten — wenn auch heute noch der Arbeiter und kleine Mann gezwungen ist, einen verhältnismäßig hohen Prozentsatz seines Einkommens für ein Zimmer oder eine Wohnung herzugeben. In den Jahren seit dem Bestand des Mietsgesetzes sind auch die Befürchtungen, die von seinen Gegnern immer wieder vorgebracht wurden, entkräftet worden. Es hat sieh gezeigt, daß sieh die Bautätigkeit durch die minimale Regulierung der Preise, die das Gesetz mit sich brachte, keineswegs verringerte, und nur Auswüchse der Mietcnspekulation beschnitten wurden. Es blieb immer noch eine entsprechende Verzinsung des investierten Kapitals gesichert. Vor dem jährlichen Umzugsternün im Frühjahr hat man dann verschiedeidlich versucht, eine A b s c Ii a ff u n g d e s Gesetzes durchzusetzen. Und auch jetzt bemühen sich die Hausbesitzer und ihre Verbündeten in Jerusalem und Tel- Awiw darum. Sowohl in der Oeffcntlichkeit, in Versammlungen und in der Presse, als auch in den Sitzungen der Stadträte und in Audienzen mit Regierungsbeamten wird heftig tun diesen Punkt gekämpft. Es sieht bisher danach aus, als wollte die Entscheidung z u g u n s t e n d e r 1 i a u s h e s i t z e r, also für die Abschaffung des Gesetzes, fallen. Die Mieter haben jedoch alle Kräfte zusammengerafft und jetzt auch versucht, die Jewish Agencv und den Waad Eeunii für ihre Sache mobil zu machen. Beide Institutionen haben ihre Hilfe versprochen. Eine Atitrechterhaltiuig des Gesetzes würde den kleinen Leuten Mietssteigerungen und willkürliche Akte der Hausbesitzer ersparen. Vorbereitung der Assefath Haniwcharim Die letzte Sitzung des W a a il Leumi (Nationalrat, die Vertretung der palästinensischen Judenheit) beschäftigte sich mit der Vorbereitung der Vollsitzung der „Assefath Haniwcharim" (Delegicrtenversammhuig), die für den 27. Mai I angesetzt ist. In der „Assefath Haniwcharim" sind, alle Strömungen des Jischuw vertreten (freilich haben die Pflanzer aus Protest gegen die Mehrheit der Arbeiterschaft in der Assefath Haniwcharim in den letzten Jahren nicht am Waat! Leumi Anteil genommen) und von der Palästina-Regierung gesetzlich als Vertretung der palästinensischen Judenheit anerkannt. Her Waad Leumi hat ferner in letzter Zeit eine umfassende Propaganda für die Erwerbung der p a I ä s t i n e n s i - s c h e n Staats b ü r g e r s c Ii a f t unter den Juden im Lande entfaltet. Es muß das Ziel der jüdischen Politik sein, aus Einwanderern palästinensische Bürger zu machen, und das gilt sowohl für die innere Einstellung, die Kenntnis des I arides und der Sprache und eine enge Verbindung mit all seinen Lebeuserscbeinimgen, als auch für die formale Einbürgerung. Bei bestimmten Gelegenheiten hängt von der Einbürgerung auch die Möglichkeit der entsprechenden Kraftcntlaltimg der jüdischen Gemeinschaft ab. (Zum Beispiel in den Munizipalitäten.) In den letzten Wochen hat sich die Presse dieser Kampagne zur Verfügung gestellt, es wurden auch entsprechende Versammlungen abgehalten. Die Sitzung des Waad Leumi beschäftigte sich naturgemäß auch mit der Frage der öffentlichen Sicherheit (worüber wir bereits berichtet haben — A. d. K.). Ein weiterer wichtiger Punkt der Tagesordnung war die Beteiligung der Regierung an den Ausgaben des jüdischen Schul wer ks und Gesundheitsdienstes. Bekanntlich kämpfen die Juden seit vielen Jahren um die Erhöhung der Regicritngssubvention für diese Zwecke. Dieses Jahr scheinen nach den Berichten des Waad Leumi die Aussichten besonders schiecht «I stehen. Für die jüdischen Schulen gebührt nach Rechnung des Waad Leumi eine Subvention von 00ODO Pfund, während das Schatzamt nicht mehr als die Hälfte davon in Aussicht stellt. Der Waad Leumi verlangt für die Juden eine Beteiligung der Regierung entsprechend der Proportion der Bevölkerung, die Regierung dagegen nimmt als Grundlage die Zahl der schulfähigen Kinder bei Juden und Arabern. Und zwar schätzt sie, daß es bei den Arabern 10DO00 Kinder im Alter von 5-15 Jahren gibt, bei den Juden 23 Oft). Nach dieser Rechnung entfallen auf die hebräischen Schulen eben nur die genannten -15 0DD Pfund, die keineswegs ausreichen. (Dabei gibt es nicht einmal den Trost, daß die elementare Erziehung unter den Arabern entsprechend gefordert wird. Auch dort werden die Forderungen nach Dorfschulen, die in den letzten Jahren immer lebhafter werden, nur zu einem kleinen Prozentsatz befriedigt.) In der Krank enfürsorge sehen die Dinge fast noch trüber aus. Im vorigen Jahre sollten W)DD Pfund ausgezahlt Werden, es wurden jedoch daraus nur 450) Pfund. In diesem Jahre hat der Waad Leumi 15 OD!» Pfund verlangt, aber die Aussichten sind bisher nicht gut. Man führt außerdem Verhandlungen um eine weitere Beteiligung der Regierung am Krankenhaus von Peiach-Tikwah, das die Krankenkassen'nitgliedcr von Tel-Awiw und der Umgegend versorgt, und um eine Subvention an die Rabbitiatsgerichte entsprechend der der moslemischen religiösen Oerichtsinstitutiorien. Ansiedlung arabischer Flüchtlinge Palästina, das — was die Aktionen der Administration anbetrifft — allerlei gewöhnt ist, hat in den letzten Wochen einem Schauspiel beigewohnt, das auch für hiesige Verhält- Der Mufti in Mekka Wie Palcor erfährt, wurde der Mufti von Jerusalem in Mekka von König I b n S a u d empfangen, wobei die Enge in Palästina das Gesprächsthema lieferte. Es besteht Gruna zur Annahme, daß sowohl der Mufti wie auch andere palästinensische und syrische Mohammedaner-Führer nach Beendigimg der Pilgerfahrt nach Bagdad reisen werden, um mit Konig Gha/i zusammenzukommen. Es verlautet, daß Emir Abdullah keine Vertreter zu dieser Konferenz entsenden wird; ob ihn Saud dabei vertreten sein wird, ist zumindest zweifelhaft. Wie die in Aegypten erscheinenden Zeitungen berichten, hat der Groümufti von Jerusalem wahrend seines Aufenthalts Vertretern der Presse erklärt, seine Reise nach Mekka habe nichts mit politisch e n A n g e I e g e n Ii e i t e n zu tun, sondern diene nur der Erfüllung des religiösen Gebots Dazu schreibt die hebräische Tageszeitimg „Dawar", daß dies nur eine Redensart sei. Oeffentüclie Konferenzen mit Mohammedanern anderer Länder werde zwar der Mufti nicht abhalten, denn dagegen habe Kernig Ihn Saud in entschiedenster W else Stellung genommen, dagegen winden aber wohl geheime Sitzungen stattfinden, in denen gemeinsame arabische Interessen besprochen werden würden. Zweifellos werde sich der Mufti mit dem traiisjordanischen Emirat und seinen angeblichen Sünden gegenüber der arabischen N.ationalbewegung beschäftigen. In cr«ter Keilte werde selbstverständlich das Palästina-Problem zur Sprache kommen und die Geld- und Waffenhilf , die die mohammedanische Welt im Fall neuer Unruhen leisten soll. Im Zusam:n"iihni.....st der in der Presse erschienenen Meldung, wonach König I h n Saud seinen Untertanen bei Todesstrafe verboten haben sieh in palästinensische Angelegenheiten ein/u.iii.schen, stillt seit nunmehr heraus, daß diese Nachrieht von Vertrauensmännern des Obersten Arabischen Komitees dt n Km ro,-Indulten hebräischer Zeitungen in Amman zugeteilt worden ist. Jetzt mittele das Komitee an den Mufti, der sielt in Mekka aufhält, ein Telegramm, in dein der betreffende Bericht aus dem „I laarez" zitiert wird; offenbar besteht die Absieht, eleu Mufti mit einem Vorwand für eine Z u s a in m e n k u n f t mit Ihn Saud zu versehen, bei der er versuchen würde, letzteren zu einem D'-nieiiti zu bewege», welches datin fiir seine Propaganda ausgenutzt werden soll. (Palcor.) Der Mord in Beisan Der Mord au Dr. Joseph Leins hat nicht nur im Jischuw , sondern auch unter der armen Bevölkerung von Beisan, die der Ermordete kostenlos zu behandeln pflegte, größte Entrüstung hervorgerufen. Viele Araber weinten während der Beerdigung. Der Bürgermeister und eine Reihe arabischer Not ab ein der Stadt Beisan haben ihr B e d a u e t n und ihren Abscheu über den Mord dem Kreiskoiumissar von Naz.-.reth gegenüber zum Ausdruck gebracht. (Ihefsekretlir Hall hat zu dieser Kundgebung tu einem Comimtuique erklärt, er sei davon überzeugt, daß alle rechtlich denkenden .Menschen sich diesem Ausdruck des Absehens und des Bedauerns über den Mord an einem .Wanne, der sein Leben dem Dienst an Kranken und Annen geweiht hatte, anschließen werden. Der Eigentümer eines Hauses in Beisan, zu dem eine Spur von Polizeihunden verfolgt worden war, ist im Zusammenhang mit dem Mord verhaftet worden. Die Nachforschungen mich einer zweiten der Tat verdächtigen Person, ilie vermutlich nach I rausjordanien gefluchtet ist, werden fortgesetzt. Die Polizei hat eine Belohnung von 500 Pfund für Mitteilungen ausgesetzt, die zur Entdeckung der Mörder fuhren können. Die Bevölkerung Palästinas Die Bevölkerung P.da-iui.is lüde lu>r> einschließlich der im lande -ach atifhaliemh :s k'ie enden, jedoch »lieht unter I .inreehnung d»r Angebot i •. n der britischen Streitkräfte und der Nomadtninnölkeriiii!' wiul amtlich auf 1 imiooo Seelen gcschat/t. Davon sind "'»'> 175 .Mohammedaner, JSI »S5 Julien, H)$ 51 5 l Inisteii untl! I HT.s An--eb..pgc sonstiger Bekenntnisse. Dut tesau,! / tia.ihuic dei B: \<-S' miig im Jähre lOjd wird von dem K. s;in---;«mi iur N.it.-tik mit 5» VW oder 1,02 angegeben, i in- Zunahme der mohammedanischen Bevölkerung betragt 2;>iilti Süden, davon 25 017 natürlicher Zuwachs und 12 S ais Xetin niw .indcrum-. Die Zunahme der indischen Bevoikt rting »ml not gsd-; «ngeL'ebcn, davon '21 1SJ ais l'vbei schul! d. i I inulu-r Auswanderung und 7750 dm dl natürlichen Zuw.ieii-, Im Jahre l'Hfi sind in Tel-Awiw 5751 Kinder (1012 Jungen und 170? M dilien) gebor* n worden. Im vorangegangenen lahr betrug die < icbuiden/iifer 1*211. Gestorben sind b)S(> in 1 el-Awiw ».he Vorst ultc ineht miu-ingci echnet) 11 il Personen (,IIU M ninei r.iiien) g> gen 702 i. J. WD. In der ersten ll.d'de |o jn winden in Icl-Awiw ls'20 Kinder geboren, im g.iu/cii I and "i I'2 jüdische Kinder. Gestorben sind in dieser Zeit in Tel-Awiw W und im ganzen Land )~>2S luden. Der Gchurtcnuhcrschiili int ersten Halbjahr 1030 betrug bei den Juden Palästinas 30JI, davon entfallt auf Tel-Awiw 1322. Beratung der Regierung Unter dem Vorsilz des Stellvertreters des High Commissiouers, Chefsekretär Hall, fand im Regierungsgcblitide in Jerusalem eine Beratung statt, an der die Leiter der Regienmgsabteihmgen für Einwanderung und öffentliche Sicherheit sowie die Vizeselueture der Palästina-Regierung teilgenommen haben. In den arabischen Zeitungen wird erklärt, daß die Beratimg der g e g e n w ä r t i g e n Lage im La n d c gegolten habe und daß Maßnahmen zur Unterdrückung des wicderauflebcuden Terrors erörtert worden seien. Kurse palästinensischer Wertpapiere. Am 18. I ebruar hatten die wichtigsten palästinensischen Wertpapiere in Tel- Awiw folgende Kurse: Allgemeine I Ivpothekenbank 5 " .ige Pfandbriefe 3S 53 07, b ",äge l'tamlbnefe 33 3S. il 10 102t,, 6 "«ige Pfandbriefe 3-1 M UIV ... ü <•- ige kum. Vorzugsaktien "71.-, gewöhnliche Inhaberaktien HO, P. L. D. (1. gewöhnliche Inhaberaktien 101, Oprozctiiige kum. Vorzugsaktien 07, Keren Kajemeth Lejisrael 2' . ".dge Pfandbriefe W, Bi/ur Ltd. 6 <e„igc Pfandbriefe 00. nisse reichlich sonderbar anmutet. Die Regierung ist gleich nach Abschluß der Unruhen daran gegangen, Behausungen für die J a f f a e r a r a b i s c Ii e n F I ü c Ii t 1 i n g e zu beschaffen, die durch ehe umfassenden Sprengungen in der Stadt obdachlos geworden waren. Es ist das fraglos ein lobenswertes Unternehmen, denn es handelt sich in der Hauptsache um arme Elemente. Nun muß man sich jedoch vor Augen halten, daß tliese Sprengungen in erster Reihe aus strategischen Sicherheit s g r ü u d e u unternommen wurden und es sich also von selbst gebietet, daß man die Neuaiisicdhmg dieser Jaftaer Araber auch unter Sicherheitsgründen behandelt. Die Regierung fand jedodi fiir die Unterbringung dieser Flüchtlinge keine andere Stelle als ausgerechnet ein Stuck Boden, das an der neiigebauten Chaussee liegt, die die jüdischen Viertel im Süden von Tel-Awiw für ihre Verbindung gebaut hatten, und zwar mit unter dem Gesichtspunkt, nicht durch arabisches Gebiet fahren zu müssen. Mau kann zwar bedauern, daß schon die Fahrt durch ein arabisches Viertel bereits Iur Juden eine Gefahr bedeutet, man wird die Aeuderuug dieses Ztistamls durch kluge Politik anstreben müssen; heute aber ist unleugbar die Einschicbimg eines arabischen Viertels eine unmittelbare Gefahr für die Verbindung zwischen den jüdischen Punkten, und jedes neue Projekt muß damit rechnen. Die Juden wandten sich also an die Regierung mit dem Vorschlag, anderen Boden für die Neuattsiedlung der Jaffaer Flüchtlinge zu nehmen, um ehe Entstehung eines arabischen Viertels an der Chaussee zu vermeiden. Die Regierung sah auch ein, daß der Vorschlag berechtigt war, aber sie verlangte — Geld. Sie wollte nämlich die Kosten, die fiir den Anfang der Arbeiten entstanden waren, ersetzt haben. Schon das war eine sonderbare Forderung, denn schließlich war es ja nicht die Schuld der Juden, daß sich die Behörden ihren Plan nicht vorher richtig überlegt hatten. Aber man machte schließlich doch gute Miene zum bösen Spiel und betraun über die flöhe tler geforderten Summe zu verhandein. Die Regierung verlangte zuerst einmal 8000 Pfund (!) und als sie sah. daß sie das nicht bekommen würde, ging sie auf -- 230!) Pfund herunter! Die Juden rechneten die Kosten nach, fanden heraus, daß das noch sehr stark nach oben abgerundet war und schlugen IM)') Pfund vor. Das war den Behörden zu wenig und sie führen jetzt den Bauplan für die Jaftaer Flüchtlinge an derselben Stelle weiter fort. Wenn man nicht wüßte, daß die Sache stimmt, würde man sie als absolut unglaublich betrachten---- Vertrag mit Irak in der „Officia! Gazette", dem palästinensischen Amtsblatt, erschien vor drei Tagen tler Text eines Vertrages z w i s c h c n I r a k ti n d P a 1 ä s t i n a. Es bandelt sich um ein Abkommen zwischen den beiden Ländern, das fürs erste auf drei Jahre gilt. Haifa wird durch diesen Vertrag zu einem Freihafen für Irak, seine Waren werden hier ohne Zoll durchgebracht, und Irak hat die Erlaubnis, eigene Zollbeamte zu halten. Weiter verpflu Ilten sich die beiden Linder, die W ü s t e n w e g e, die von Irak ober Idcittsg); dauicit ans Mittelmeer führen, jeder auf sehn in Gebiete für den Verkehr instand zu halten. Schließlich enthalt tler Vertrag Z o I 1 e r 1 e i c Ii t e - r ti n e n für irakische l.mdw irt'-'ha Eiche I h o.liil-.ie (Reis, Datteln, getrocknete Feigen. «.-kochte Butte,-) und da.- Versprechen, dal'i Palästina wettere hml w l; i - cnad1 iche PitnlilktC Iraks (Vieh, Häute, Kul.cn, Fleisch, Baumwolle, Wolle usw.) nicht mit höheren Zöllen btlegi n wiid. Im' Eier, frische Fische und < lenugclilci-.ch verpflichtet sich Pa! isti.ia. keine höheren Zollsatze ohne \orheiij.. h ,|i>j ihn.f Miti. ihm ' festzusetzen. Wenn man den Vertrag bis hierher g -lesen lud, so sucht man nach einem /weiten Teil. Demi bi-h'-r -ind nur die Vorfeile aufgezählt, die Irak bei di«->er M> mtcluing erw ,ich-cn, und jetzt mußte also ,|a> kommen, w :i> P ,i I ,i s l i n .i dabei profitiert. Alles Suchen j-t aber \ cr-;< hü.ls, es sj, 11t sü h heraus, daß der Vertrag eine vollständig einseitige Angelegenheit ist, bei der Palästina nur gibt und auch nicht d a s g e r i st g s t e e t h a I t. Handelsverträge kann Palästina untei (hau M md.it nur mit riet! Landern abschIu Ifen, die vor d: in kne-o zur Türkei gehörten. Bis jetzt bestellt ein derait.gt i Vertrag mit S v - rien, und auch mit A e g \ n t e n hat man wenn auch keinen direkten Vertrag, so doch eine Art Abkommen getroffen. In beiden Fallen handelte es sich um ein (ielien und Nehmen, wie es bei Vertragen üblich ist. Vieh wurden die damit verbundenen I'ragen vorher aiisführiith in Pal.i-tuia behandelt. Es gibt ja bei der Regierung sogenannte „Standing Committeef.", aus Vertreferu der Bevölkerung (Juden und Arabern) zusammengesetzte Beirate tler Rcgieruugsdepartements, die den Beamten die Möglichkeit geben, wirtschaftliche Fragen zu erörtern und zu hören, welche Interessen der Bevölkerung zu berücksichtigen sind. Int Fädle des Abkommens mit Aegvptcn wurde sogar eine aus Beamten und Niehtbeamten zusammengesetzte 1) e I e g a t i ort entsandt. Nichts dergleichen ist diesmal geschehen. Der Iraker Vertrag wurde in keiner der Kommissionen behandelt. Er ist auch nicht, wie das sonst bei neuen Bestimmungen der Regierung üblich ist, zumst als Entwurf erschienen, zu dem sich die Bevölkerung dann äußern kann. Die ganze Saihe erschien völlig fertig, unterzeichnet und besiegelt, sie ist eine vollendete Tatsache. Dabei kifit sich auf keine Weise leugnen, dal! diese Abmachungen sowohl die Kommission für I audwirtschaft wir' tlie für Industrie erheblich angehen. Bei tler L a n d w i r t s c h a f t bandelt es sich um die Protektion der inländischen Erzeugnisse, die entweder heute aktuell ist oder morgen aktuell sein kann. Bei tler Industrie um die Aufsehließimg eines Marktes, denn Irak selbst ist in tler industriellen Entwicklung noch zurück und konnte in bestimmtem Malle palästinensische Indiistricprodukte aufnehmen. Für die Konzessionen, die Palästina dem Irak macht, hatte doch