Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 42 (1937)
- Issue
- Heft 15 (23.2.1937)
- Date
- 1937-02-23
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/2651273-2653625-2653640--30342-2684886- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
JODISCHE RUNDSCHAU ERLINER RUNDSCHAU Kr. 15, 23. FFBRUAR 1937 Hebräische Aufführung Ein großer Erfolg der Theodor Herzl-Schule Die Theodor Herzl-Schule veranstaltete am letzten Donnerstagabend im Brudervercinshaus eine hebräische Aufführung, die schon vorher in allen pädagogisch interessierten Kreisen wie auch unter den f reunden des Hebräischen in Berlin außerordentliches Interesse erweckte. Der überaus starke Besuch der Veranstaltung — der Saal war überfüllt und eine sehr grolie Zahl von Besuchern konnte Keinen f.mtali mehr finden — bewies dies mit aller Deutlichkeit. Neben den filtern der Kinder der Schule war insbesondere das an der hebräischen Bewegung interessierte Publikum erschienen; daneben sah man sehr viel Jugend, Vertreter anderer jüdischer Schulen Berlins und des öffentlichen jüdischen Lebens, so daß der Abend den Charakter einer repräsentativen Veranstaltung besaß. Im Mittelpunkt stand die hebräische Aufführung des 3. Aktes aus dem Bistritzkischen Stück ,,S c h a b b a t a i Zw i". Wir haben bereits bei der Vorbesprechung des Abends an dieser Stelle darauf hingewiesen, da» dieser Akt bei der Aufführung durch das Oheltheater in Palästina nicht ge geben wurde, so daß er jetzt uraufgeführt wurde. Selbst verständlich ist es nicht angängig, eine Aufführung vor Dilettanten und besonders von Jugendlichen mit einem „zünf tigen" Theater zu vergleichen. Iiier gelten ganz andere Maß' Stäbe, und es kommt darauf an festzustellen, inwieweit die Links oben: Ans „[■'cicrta«sklcidcr1': Der Schneider •— Jossi — Frau des Schneiders. — Rechts oben: Aus „Wie die Chelmcr den Mond fingen": Auf dem Markt in Chclm. — Unten: Aus „Schabbalai Zwi"; Links Süsse! — Sender —■ Pan Wtadislaw. — Rechts: Der Vorsitzende der Vierländer-Synode— Rabbi Jchudu Halcvi—Rabbi Nechemja Fotoa : Herbert Sonnenfeld jungen Menschen wirklich das, was sie darstellen, erleben können, in welchem Qrade sie das Erlebnis auf die Zuschauer zu übertragen vermögen, und wie schließlich ihre Verbindung mit der hebräischen Sprache sich auf der Bühne ausdrückt. Man darf sagen, dali alle drei Merkmale des Gelingens diesem Abend in reichem Maße zuteil geworden sind. Es war eine große, sprachlich wie geistig schwierige Aufgabe, die diese ttjngen und Mädchen, sämtlich Schüler der Theodor-Herzl-Schule, und ihre Lehrer sich vorgenommen hatten. Sie lösten sie, noch dazu unter den schwierigen Verhältnissen der kleinen Bühne und ohne technische Mittel, in außerordentlich geschickter Weise. Das Hebräische, das gesprochen wurde, war einwandfrei, auch die Feinheiten der nicht einfachen Bistrit/kischen Sprache wurden auf der Bühne beachtet, der Wohllaut der Sprache kam besonders in den großen Einzelszenen zu vollem Ausdruck. Allen Jungen und Mädchen merkte man die Spielfreude an und zugleich die Abgeschliffenheit und Ausgewogenheit jeder einzelnen Szene und Stellung. Auch das bei derartigen Aufführungen besonders schwierige Problem der Statisterie, der Mitwirkung des Volkes und seiner rechten Beweglichkeit und Anteilnahme wurde vorzüglich gelöst. Alle Mitspielenden gaben ihr Bestes. Wenn wir einige herausgreifen, so deshalb, um besonders gute Leistungen hervorzuheben. Ganz besonders eindrucksvoll wurde der mystischen Neigungen anhängende Rabbi N e - c h e m i a dargestellt, dessen große Vision am Schluß zu packendem Ausdruck kam. Ihm stand der überaus charakteristische Vorsitzende der Vierländer-Synodc nicht nach. Unter den anderen Mitspielenden erwähnen wir besonders die Darsteller des alten Rabbi David H a 1 e v i, des Pan W I a d i s 1 a w, in Maske und Tonfall sehr gut, den Lemberger Gemeindevorsteher, den Hausierer, und den mit besonderer Frische gegebenen Sender sowie seine Frau Süssel. Diesem Spiel waren zwei kleinere Stücke vorangegangen, die von den Kleinen und Mittleren gegeben wurden. Die Kleinen führten in hebräischer Sprache die bekannte Szene: „W ie die Chelmcr den Mond fingen" auf, während die Mittleren eine Dramatisierung von Scholem Alejchcms lustiger Erzählung „F e i e r t a g s k I c i d e r" gaben. Auch diese Aufführungen erfreuten das Publikum durch die Frische, mit der alle die kleinen Jungen und Mädchen bei der Sache waren, unter denen besonders der Held der Erzählung von den „Feiertagskleidern", der taube Schneider und der amüsante Schuster auffielen. Das Publikum dankte nach allen Szenen, besonders aber am Schluß des Abends immer wieder stürmisch und feierte mit Recht nicht nur die Mitwirkenden, sondern auch die Leiterin der Schule, Frau Fürst, Fräulein Simon und insbesondere Herrn J a k o b s o h n, die sich um das Zustandekommen der Aufführung und um die Einstudicrung in wochenlanger Arbeit verdient gemacht hatten. Es wäre zu wünschen, daß dieser Abend in einem anderen Berliner Stadtteil noch einmal wiederholt wird, um einem noch größeren Publikum Beweis von der pädagogischen und hebräischen Arbeit zu geben, die in dieser Schule geleistet wird. Die Aufführung und ihre Vorbereitung waren nicht unr für die Kinder selbst ein großes Erlebnis, sondern auch ein Markstein für die Beziehung der Schule zur jüdischen Umwelt und für den Fortschritt der hebräischen Bewegung in Berlin. _ oe. Kinder musizieren för die Winterhilfe. Der musikalische Nachmittag im Klubheim, Marburger Str. 1, ausgeführt von Schülern und Gruppen der Musikschule von Rose Friede, fand zum Besten des Winterhilfswerkes statt. Im Chorgesang wurden sowohl alte Musik wie hebräische Lieder und auch ein jiddisches Kinderlicd musik- und stilgerecht und mit gutem Verständnis zu Gehör gebracht. Auch aus der Art der Pädagogik hörte man instruktive Proben mit dem teils gesungenen und teils auf der Flöte durch Töne gezeigten „lebenden Klavier". Die Schule hat erfreuliche Einzelbegabungen. R. M. Veranstaltungen der Bezirke und Gruppen der BZV Oliva Miüwoti:. H/1 -Hrim l>r, Muha p) pbli rn" >4. Ifhrtmr, 20.10 Uhr Kuntslt. >/ 1 Traut»: ,.Jüdische Emigration als Weltirr r....,nv>m mit der Mir.nj.ttr Ch. N. Bialik) Oborspree Medrichshain ,t/.fr*v.A, 21. Iihru.ir. .n.u> Uhr l/nm t>ri-r:.,:l,ot!,-,n-i!ir, nvkrtminenhel$tr. 30 l'.iUUm;! im I.ichthiiH tP:,1:,!'.:; Ma Mmiitssrb.-uj) Bereitv..i';;< : Ur. Hans Eis<-n*ta*cit S\imii.emt, J7. I e'nrnar, 20,11) L'hr, B/V-Il, im I ,m isbrrgrr Str.;»Y Kli-inkunsUbrnfi. wi rkr mir: Mascha Bertjakonska, Nikoi.it hijasrhoff, Trude Cohn-Jaffe, M. Salzmann, J. Samue lewitsch, Iftmar Weis». Avsffuhrung cfca Einakter«: ,,F.« tut sii-h was" Charlottenburg und Oliva Charlottenburg Zentrum Nord Junger AMivkreis Zentrum—Nord .V':'!n''*f.'m/, 27,! el.i'utir, 21 (Ihr K/V-IU.m, KimMr. U One.; Schahbat. An*prncU : Dr. Martha Wertheimer. Mü.iA.wIr- Fr:cdel l.i.hmunn (Gesang). Herbert Grflnbaum «Krrl.n;im>. Scx.,ll (Klavier) .Vwidfri, 27. trhruiir, 20.30 Uhr n/Y-tlam, Ki>«HU. 3-1 ns-yx?y i'ts -mr\ Tis*) ^lew rixi la-m •■npr .f^nin .-rn : e-sk*: ,<«w*»i(, 27. Irbruar, 20.10 Uhr B/.V-Hfim, Rosrntfialer Str. J-t Onejr Scliabbat. Ansprachen: Dr. S. Loaner, Kurt Klapphoi*. Hebräische Lieder. Smtruibrnd, 27. Februar, 20.30 L'hr H'/.V-tirun, Ro^rnthaler Slia/ic 44 '-oy nn NIM« Sonnabend, 27. Ithruar, 20.30 l'hr Komlitorri tfatnii, /irnstiurgfr Str. 19 Dr. S Kaieko: Aus der jüdischen Folklore. Sitten und Gebräuche. Barbarossapl. Sonnabend, 27. febtuar, 20.30 Uhr Stadtpark und tiZV-Ihtm, üolttsir. 21 Wltienbergpi. 'i* .3 -n *r irtWwa "ay sin Am Mittwoch» dem 24. Februar, fallen die Versammlungen der Gruppen fiermannplatz, Steglitz - Schmargendorf u. Spandau ans. THEATERABEND fier Kleinkunstgruppc des Bezirks Zentrum-Nord DifmU;;, den 2. Mrin, 20.30 Uhr, MiiMk-r-FrsUalc, Kaiser-Wilhclm-Straße 31 .Davids Geige" i. » b i I il von j o e f L » t i R'2 M. WüteUohn Kartrn Ii RM 0.75, 1.— und 1.25 im Vorverkauf: Salle«, Gren«t)ienrtr*8e 30; Aoler^tem, Alts Sehonhmisrr SU-nBe 58 und an fler AnrnHkasÄe Berliner Zionistische Vereinigung / Bezirk Zentrum - Nord JODISCHER KULTURBUND BERLIN E.V. Februar Februar 27 88 Sonnabd. Sonrtttg KlainhunstöOhne SCHUMANNSAAL, lützowstr. 76 (Magdeburger PI.) man Ehrlich ..so uhr beehrt sich darzubieten den sroßen Erfolg i Essig und Oel MutiVolisches Lustspiel in 7 Bildorn von Geyer und Frank Musik : Robert KaHdier mit Camilla Eisner (Spira) - Max Ehrlichu. Orch..- Die Kleinkunst - Sachs. Rogie: Max Ehrlich Musikal. Leitung - Werner Baier, Ausst,: Heinz Condetl Techn. (Leitungs H.Sondheimer Au» Pressestimmen: „Dir Zuschauer , . . konnten sich kaum genu^ tun In Ausbrüchen Her Freude und des Beifalls". (Gemeindeblatt) „Der Beifall bewegt« sich rwindten Windstärke 8 und 9, e» war ein Bombenerfolg". (FarniHenblflHjl Vorverk. d. Karten v. RMl-4 bei Philo-Verlag, Pariser Str. 44, Zeitungsstand im Cafe Uon, Kurfürstend.!53 *J7 4229), Kulturb.-Theater, Kommandantenstr. 57{A7 7735) Eintr. t, 1. Nlchtmitglieder d. Kulturbund» mit REjichsvsrbandsk. [auch a, 6, Abendk. erh.) Dr. fffüiael Traub Jüdische Emigration als WellproDlem Mittwoch, den 24. Fchruar 1937, 20.30 Uhr 1. Abend: BZV-Heim, Kantstraße 54 „F.in halbe» Jahrhundert o*stjiidiseherWaiulerbowegiingen Mittwoch, den 10. Mär?. 1937, 20.30 Uhr 5J. Abend: Logenhaus, Kleiststraße 10 „Die jüdische Auswanderung aus Deutschland" Zwei Abende für Mitglieder der BZV 50 Rpf., für Nichtmitg;!. 60 Rpf., Einzelabende 40 Rpf. LKIIKSTÄTTI-: CH. N. »1ALIK DER BERLINER /H»MST18CHE> VEREI M«U > ß Klavierstimmer PEREZ, 62 Steglitz 1920 Jüdischer Kulturbund Berlin E.V. Sonder - Veranstaltung: Donnerstag, den 23. Februar, 20.18 Uhr Im Kulturbundtheater, Kommandantenstr. 57 Einziger Liederu. Arienabend Hermann schey unter Mitwirkung von Oodfried Zeelantf er (Violoncello) Am Flügel: Leo Taubmann Arien u. Li.der von Handel, Schubert, Mahler u. a. Karten an RM 1.— bis S.—, Philovrrl«ü, Pariser StraBc 44; Zahlstelle AschaffenhureerStr. 18; Hirschfeld, Ja^owstr.44; Poppelauer, NeueFrierlrichstr.59; Kedem, Dahlmannstr. 8; Mityiiederhüro, Kommandantenstr. 57, u. Abendkasse. Eintritt auch f. Nkhlmltjjliedrr d. Kulturbünde« mit Reichsverbandskarte (ohne jeglichen Ausweis kein Einlaß) RAH BAM-LIM RH AUS BERLIN Sekretariat: Berlin W 50, Passaucr Straße 2 Telefon: B4 5285 Vortrag: Gemeinderabb. Dr. Jakob Horovitz, Frankf. a. M. /,1/uV» Wesen de* fadUcUen fuUwniykeü'' Oienetag, den t. MSrz 1937, abends 8.30 Uhr, im OroBen Saal des Logenhauses, KlelststraBe 10 -......■..... ii Eintritt frei! KUNDGEBUNG des HECHALUZ Mittwoch, 24. Februar 1937, 20.15 Uhr Muslker-Festsäle, Kaiser-Wilhelm-Str. 31 LEBENSFRAGEN JUDISCHER JUGEND IN DIESER ZEIT Dr. Georg Josephthai-Berlin Markst Hocttalui, Mitglied die Prü»ldialau8»ch. der Relehcvertretung Boris Eisenstadt-Tel Jossef Mitglied der Leitung des Hechalut Cher des Hechaluz Eintritt frai