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Jüdische Rundschau · 1937-02-23 · Heft 15 (23.2.1937) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 15 (23.2.1937)
Date
1937-02-23
Page
– (sequence 1)
Language
German
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25 2.1337 Wr-I^ /'Jahrgang 42 Pral* 25 Rpf. JÜDISCHE RUNDSCHAU Sdirlftlcltnng, Verlag n. Anzeigen Verwaltung; Berlin W IS, Malnakoatr.10 Fernruf t Sammal Nummer J t (Bismarck) 9031. - Benijppreu emschlieBlich Bestellgeld je Mono! RM 2,-, ie Vierteljahr RM 5,75, bei Abholung RM 1,88 biw. RM 5,39. — Postscheck - Konten der Vertrieb» - Abteilung- Berlin 71573 (für GroB - Berlin), Berlin 17392 (für du» übrige Reich). In Killen höherer Gewillt benteht kein Anspruch nuf Nuchlieterunj/ oder Erstattung etwa schon gezahlter Bexujrsgebühren. — Erscheint jeden Dienstag nnd Freitag. BERLIN vsnn DIENSTAG, 23. FEBRUAR 1937 Gttltlgt AuE»Iji«Bpr«i»H»te Nr. S, Die 12 gv&palten« mm - Zeil« 20 Rpf., für Familien - Nachrichten 15 Rpf. Für die Aufnahme von Anxeijjen in bestimmten AutsfaH«Q oder an bestimmten Plätzen wirti keine Gewahr geleistet Gflpjfetiheits« aneeigM nur g*g*n Vorauswahl unjj aul Postscheck - Konto BerKn 71618 oder bar Montag bis Freitag 9—18 Uhr. Annahmeschluß für dt« Dienstajr- Ausgabe Montag 10 Uhr, für dio F reitsjr Ausgabe Mittwoch 13 Uhr. (Für Familien Atuetgmn am Tajj vor Erscheinen 13 Uhr) Der Zionismus erstrebt für das jüdische Volk die Schaffung einer öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte In Palästina. (Baseler Programm) fSBa-HHHaBaBHaMN Neuer Kurs in Polen An einem Wendepunkt der polnischen Innenpolitik Von unserem Berichterstatter Die Vorgänge der letzten Tage in Polen finden die Aufmerksamkeit ganz Europas. Unser Korrespondent schildert die Rolle, die die Juden frage dabei spielt und die Perspektiven der sich stelig verschärfenden Lage der Juden. (Red.) Warschau, 2!. Februar Neues Märtyrertutn Die Lage der Juden in Polen hat sich bedeutend verschärft. An den Hochschulen in Warschau und Wilna wird tatsächlich die Separation der Juden in besonderen Ghettobänken durchgeführt. Zwar sträuben sich die Rektorate dagegen, dies offiziell anzuordnen bzw. anzuerkennen, jedoch ihr passives und oft ermutigendes Verhalten beweist unzweideutig, dal) sie die Handlung der Studenten approbieren. Und dies geschieht nicht so sehr aus Ueber/eugung, dal) die Einführung der Ghettobänke gerecht sei, als' vielmehr aus der Absicht, diesen Studenten nachzugeben, um endlich Ruhe an den Universitäten zu haben. Dadurch wird aber die Ruhe an den Hochschulen nicht hergestellt, obwohl viele Professoren und Assistenten nun mehr die Sit zordnung während ihrer Vorlesungen nach tlen Wünschen der Nationaldemokraten festlegen. Die jüdischen Studenten leisten nämlich Widerstand. Die Leiden der jüdischen Hochschuljugend in Polen seit einigen Monaten bilden ein n e u e s M ä rtyrertu m, dessen Einzelheiten der breiten Oeffentüehkeit nicht genügend bekannt sind. Kaltblütigkeit, tapferes Ausharren, Heldenmut und stiller Heroismus kennzeichnen diese Jugend, Männer und Frauen, die trotz der Aggressivität der Gegner unerschrocken tagaus, tagein die Vorlesungen und Laboratorien besuchen und sich Demütigungen und Ueberfallen aussetzen. Da sie unnachgiebig sind und die linke Seite der Hörsäle nicht gutwillig einnehmen wollen, droht ihnen immer Lebensgefahr. Die nationalistischen Hochschüler kommen bewaffnet, provozieren die Juden und machen sehr oft von ihren Waffen Gebrauch, obwohl ihre jüdischen Kollegen wehrlos sind. Es passiert, daß christliche Studenten ihre jüdischen Komniiltoiien in Schutz, nehmen oder solidarisch mit ihnen auftreten, dann werden auch sie blutig geschlagen. Die Juden folgen den Vorlesungen stehend oder sogar auf dem Fußboden sitzend. Da dies nicht immer möglich und in den Laboratorien verboten ist, droht vielen jüdischen Studenten, insbesondere an den medizinischen und naturwissenschaftlichen Fakultäten, das Semester verlorenzugehen. Dies schreckt aber die jüdischen Studenten nicht ab. An den Tagen, die die Nationaldemokraten als „judenrein" an den Hochschulen proklamierten, erschienen die Juden in Massen. Täglich meldet man Verwundete... Umgruppierung der Parteien Die Stellung der Regierung gegenüber den Hochschulunruhen hat in den letzten Tagen ihre Aufklärung gefunden. Polen nähert sieh in seiner Innenpolitik einem Wendepunkt, der für die polnische Jtidenheit von ausschlaggebender Bedeutung sein wird und leider eine weitere Zuspitzung der polnischen Judenfrage herbeizuführen droht. Wir haben bereits mehrmals an dieser Stelle dargelegt, daß nach dem Tode des Marschalls Pilsudski die nach ihm benannte Partei sich immer mehr lockerte und zusammenschrumpfte. Sogar der Sejm, welchem keine einzige Oppositionspartei angehört, begann immer mutiger gegen die Regierung Stellung zu nehmen. Im Lande gewannen die antisemitischen Parteien an Einfluß und andererseits stärkte sich das Lager der Bauern und Sozialdemokraten. Schon seit vielen Monaten ist man im Regierungslager bemüht, eine innenpolitische Umgruppierung unter der Losung einer Konsolidierung der Nation herbeizuführen. Während eine Minderheit im Regierungshlock für eine Annäherung an den fortschrittlichen Teil der polnischen Gesellschaft sich ausgesprochen hat, war die Mehrheit unentschlossen und begann mit den nationalistischen Strömungen" zu liebäugeln. In den letzten Wochen fanden Kongresse der polnischen Bauern u nd der S o z i a I d cmokraten statt. Die Beratungen und Beschlüsse dieser zahlreich beschickten Tagungen waren sehr scharf gegen die Regierung und das gegenwärtig im Lande herrschende System gerichtet. Aut dem sozialistischen Kongreß siegte die Mehrhcitsgnippe, die die Schaffung einer gemeinsamen Front mit tlen Kommunisten ablehnte, und es wurde sehr stark die Bereitschaft der polnischen Sozialisten, der Sache der Landesverteidigung zu dienen, ausgesprochen. In Regierungskreisen verfolgte man mit großem Interesse diese Beratungen, und jetzt erwartete man im Lande eine Entscheidung im Regierungslager. Diese fiel in den allerletzten Tagen. Die offizielle Kundgebung erfolgte m der i Rundfunkrede des Oberst K o c, aber die maßgebenden Prinzipien ergaben sich schon aus den vorhergegangenen Erklärungen'eines der Hauptführer der Regierungspartei, Oberst M i e d z i n s k i. Ruck nach rechts Die Regierung steuert nach rechts und bezweckt eine Verschmelzung mit den national-radikalen Gruppen. Die Hauptpunkte des neuen Regierungsprogramms lauten: E Nationalismus, 2. Religion, 3. Kampf mit destruktiven Elementen und 4. sozialer Radikalismus. ..... Dieses Programm bedeutet ein vollständiges Abrücken von den Grundsätzen, die die ideologische Basis derjenigen Polen war, die vor und während des Weltkrieges die polnisch e Ü i! a b h ä n g i g k c i t s b c w e g u n g unter Euhnmg i'-üsudskis geschaffen haben. Es waren d,e Pnnz.p en der Demokratie der religiösen und nationalen joleranz. Erst vor einigen tagen hat die Krakauer Abteilung des Verbandes der polnischen Legionäre an diese Prinzipien erinnert und Besinnung auf sie verlangt. Zur Grundeinstellung der polnischen Unabhängigkeitsbewegung gehörte ferner Kampf mit den Nationaldemokraten. Jeder Verständigung, jeden Kompromiß mit den Nationaldcinokraten lehnte man im Kreise Pilsudskis schroff ab. Heilte ist in dieser Beziehung ein radikaler Umschwung eingetreten. Oberat Miedzinski erklärte feierlich, die Vergangenheit streichen zu wollen. Es sei kein Grund vorhanden — sagte Miedzinski —, daß Söhne der Väter, die vor dreißig und zwanzig Jahren sich befehdeten, jetzt nicht zusammen in ein e in politischen Lager sich befinden könnten. Was alle Polen jetzt vereinigen müsse, das seien die Ideen des Nationalismus und Radikalismus. Nur mit diesen Ideen, meint Miedzinski, könne man heute die Jugend- ■nassen gewinnen. Dies beweise ihm das Anwachsen der nationalistischen Strömungen in Polen in den letzten Jahren. „Wir werden in dieses Lager jeden aufnehmen, auch solche, die gestern gegen uns auftraten. Das Gestern schert uns wenig, uns interessiert nur, wer uns morgen nachfolgen wird. Wer aber nicht wird mitgehen wollen, den werden unsere harten Befehle dazu zwingen." Der Judenpunkt Es ist klar, daß der J u d e n p u n k t die Verbindungsbriieke zwischen den sich bisher scharf bekämpfenden polnischen Parteien bildet. In derselben Kundgebung des Mitschöpfers des neuen Regierungsprogramms, Abg. Miedzinski, heißt es zur Judenfrage u. a.: „In Polen ist ein großer Ueberfkiß an Juden vorhanden. Wie müssen unbedingt Wege Kaden, um diesen Ucberfluß zu liquidieren und in diesem Bestreben sind wir von jeden moralischen Skrupeln frei. Die Juden in Polen können wir nämlich sogar nicht als Gäste betrachten, denn die großen Massen der jüdischen Bevölkerung in Kongreßpolen wurden hierher durch eine planmäßige und perfide Aktion der russischen Regierung vom sog. Ansiedlungsrayon auf unser Gebiet gestoßen, wozu wir nie unsere Einwilligung gegeben haben. Die Juden bilden ein pathologisches Gebilde auf unserem Lebensorganism u s." Miedzinski hat zwar hinzugefügt, daß er ein entschiedener Gegner der Judenexzesse sei und daß er die Lösung der polnischen Judenfrage auf sozialwirtschaftlichcr Ebene sehe, aber alles deutet darauf hin, daß die neue innenpolitische Konstellation, die sich in Polen vorbereitet, den Juden nicht nur keine Besserung ihrer Lage, eher eine Verschärfung bringen wird. Der.n nicht die mäßigen Elemente der neuen Partei werden ihr Antlitz bestimmen, sondern die extrem nationalistischen, mit denen das Regierungslager sich vereinigen will. Die Rede von Oberst Koc Warschau, 21. Februar. (JTA.) In einer Rundfunkansprache legte der frühere Präsident der polnischen Nationalbank, Oberst Adam Koc, ein Freund des Marschalls Rydz- Smiglv, das Programm des neugebildeten Regierungslagers dar. Hierbei kam er auch auf die polnische Staatspolitik gegenüber den Juden zu sprechen. Im Anschluß an das Programm für die Minderheiten- Politik führte Oberst Koc aus: Was die jüdische Bevölkerung betrifft, so ist unsere Haltung die folgende: Wir legen zu hohen Wert auf unsere Kultur und unsere Achtung für Gesetz, und Ordnung, ohne die kein zivilisierter Staat bestehen kann, als daß wir Gewaltakte und brutale judenfeindliche Ausschreitungen billigen könnten, die die Würde und das Prestige eines großen Volkes herabdrücken. Andererseits ist es klar, daß der Instinkt kultureller Selbstverteidigung befolgt werden muß und es ist nur natürlich, daß die polnische Gesellschaft danach streben soll, wirtschaftlich unabhängig zu werden. Dies ganz besonders in einer Zeit wirtschaftlicher und finanzieller Erschütterungen, in der das Gefühl der Staatstreue jeden Bürger bereit sein lassen sollte, seinem Lande mit Leben und Vermögen Opfer zu bringen. Dies allein kann eine Lösung für die gegenwärtigen wirtschaftlichen Probleme bringen, ohne die Kraft unseres Landes zu gefährden. Was die Minderheiten betrifft, so sehen wir die Verschiedenheiten zwischen ihnen und uns ein. Wir anerkennen diese Verschiedenheiten, solange sie die Interessen des Staates nicht beeinträchtigen und sofern sie nicht absichtlich dazu benutzt werden, eine chinesische Mauer des Hasses zwischen den verschiedenen Teilen unserer Bevölkerung aufzurichten. Auf religiösem Gebiet betonte Oberst Koc, daß die katholische Religion als das Bekenntnis der überwiegenden Bevölkerungsmehrheit zu den Grundlagen des Staates gehöre, Was die übrigen Religionen betreffe, so seien die in der Verfassung ausgedrückten Grundsätze maßgebend, die mit der traditionellen polnischen Toleranz in Einklang stehen. Bei der Besprechung der gegenwärtigen Lage in der Bauernschaft erklärte Oberst Koc, es sei einer der wichtigsten Wege zur Lösung des Problems, Bauern in die Städte überzuführen und sodann das Wirtschaftsleben der Städte zu erweitern; polnischer Handel, Handwerk und Industrie müßten entwickelt werden, um den polnischen Mittelstand zu stärken. Was das Kulturleben betreffe, so werde der polnische Charakter von Wissenschaft, Kunst und Literatur gefördert werden. Für „Alliance cordiale" Ein neutraler Vorschlag nun arabisch-indischen Problem Palästinas Wie schon kurz gemeldet, veröffentlichte der Londoner „Daily Telegraph" die Zuschrift eines in Paris gebildeten Komitees, das sicli für die Zusammenarbeit von Juden und Arabern in Palästina einsetzt Wir bringen diese Zuschrift, ein interessantes Dokument zur Palastinadiskussion unserer Zeit, nachstehend zum Abdruck, ohne zunächst zu seinem Inhalt Stellung zu nehmen. Wir halten es für durchaus möglich, daß im Verlauf der jetzt in ein entscheidendes Stadium tretenden Beratungen auf einen oder den anderen fruchtbaren Gedanken dieses Komitees zurückgegriffen werden kann. (Dr. Weizmann begab sich dieser Tage nach Paris; ob er auch mit den Unterzeichnern dieses Briefes Fühlung nimmt, ist uns unbekannt.) Jedenfalls verdienen die Männer, die diesen Schritt zum Frieden gemacht haben, die Dankbarkeit des jüdischen Volkes, Die Zuschrift ist von folgenden Persönlichkeiten unterschrieben: Senator Maurice Doiroann und Abgeordneter Paul Rcynaud, Präsidenten des Komitees, beide frühere französische Kabinettminister, Madeleine Coulon, Generalsekretärin des Komitees; ferner: General Brissaud-Desmaillet, Canon Desgranges, Mitglied des französischen Parlaments für Morbihan, Paul Devinaf, Vizepräsident des Komitees, Dr. I. Drcyfus, Abg. Pierre Ftiennc F I a n d i n, früherer Premierminister von Frankreich, W. Fihlcrman, Präsident der Vereinigung der Juden in Rumänien, Abg. Henri Ouernut, früher französischer Kahinettministcr, Boris Gurcvitsch, Vize- Präsident des Komitees, Prof. J. H a d a m a r d, Mitglied der Französischen Akademie der Wissenschaften, Max Hymans, Mitglied des französischen Parlaments, Dr. Yussuf Ha rix, Georges Leven, Alfred Mallet, Herausgeber der Zeitungen „Vu" und „Lu", Abg. Anatole De M o n z i e, früherer französischer Kabinettminister, Bachaga Smati, General Vidal, Rcv. Wautier cFAygalüers, Professor der Protestantisch-Theologischen Fakultät, Dr. Leon Zadoc-Kahn, Die Unterschriften sind im „Daily Telegraph" faksimiliert abgedruckt, wie auch von uns unten wiedergegeben. In dem Briefe heißt es: „Es ist unsere Ueberzcugnng, daß im heutigen Moment, während die Kgl. Kommission die Frage der arabisch-jüdischen Beziehungen in Palästina erwägt, es am Platze ist, die britische öffentliche Meinung über den Standpunkt zu informieren, den unser Komitee, das aus Christen, Freidenkern, Juden und Moslems besteht, in dieser Frage einnimmt. Unser Gewissen wehrt sich gegen die Verstellung, daß ein tragisches Mißverständnis Blutvergießen auf dem Boden, der durch die Erinnerungen drei großer monotheistischer Religionen der Menschheit geheiligt ist, verursacht. Auf dem Höhepunkt der arabisch-jüdischen Kultur im Mittelalter brachten die geistigen Führer dieser Völker Aristoteles, Plato und die Wissenschaften der Antike dem christlichen Europa. Wir glauben daran, daß die arabische und hebräische Renaissance in Palästina nur in einer Atmosphäre enger und aufrichtiger Zusammenarbeit zwischen den beiden Völkern unter britischem Schutz gedeihen kann. Der psychologische Abgrund zwischen Zionisten und palästinensischen Arabern ist das Ergebnis eines ungeheuren Mißverständnisses. Auf der einen Seite können die Juden nicht den Gedanken erfragen, daß sie eine machtlose Minorität werden sollen, denn sie haben durch bittere Erfahrungen gelernt, daß die Stellung einer nur geduldeten Minorität sogar in hochzivilisierten Ländern ihr Los unsicher macht. Auf der anderen Seite glauben die Araber an die irreführende Propaganda, wonach 15 Millionen Juden über sie herfallen wollen, und in diesem Gefühl der Panik nehmen sie ihre Zuflucht zu terroristischen Akten. In Wirklichkeit haben, ungeachtet der großen Kluft zwischen dem Standpunkt der Juden und der Araber in Palästina, die Araber indirekt durch die Ankunft der Juden in ihr von Armut heimgesuchtes Land, dessen Wohlstand jetzt schnell wächst, gewonnen. Nach dem großen Krieg gehörten den Arabern nur 6000 acres orangcnbepflanzten Bodens, heute 32 500 acres. Das Wachstum der arabischen Bevölkerung ist größer als in jedem anderen arabischen Land, zum Beispiel dreimal so groß wie in Aegypten, in Transjordanien dagegen, wo es keine Juden gibt, vermehrt sich auch die arabische Bevölkerung nicht. Es ist lächerlich zu sagen, daß die Juden den Arabern den Boden weggenommen haben. Dennoch sind die Araber im Recht, wenn sie Gelder für agrarische Reformen und für landwirtschaftliche Ausbildung der arabischen Bauern fordern. Warum sofltc die Regierung nicht ihren großen Ucbcrschuß, der zu 60 Prozent aus jüdischen Steuern kommt, für einen solchen Zweck verwenden! Wir sind ferner der Ansicht, daß der Arbeitsmarkt allen Bewohnern Palästinas offenstehen sollte, vorausgesetzt, daß dies nicht dazu mißbraucht wird, um den Lohn zu drücken. Dann würde ein anderer wichtiger Grund für die gegenseitige Unzufriedenheit der beiden Völker verschwinden. E>ie zionistischen Kolonisten, die soviele landwirtschaftliche Siedlungen und an Tolstois Träume gemahnende Brüderschaften gegründet haben, werden gern arabische Arbeiter aufnehmen, wenn diese das Lohnniveau aufrecht erhalten. Ferner muß ein gemeinschaftlicher Fonds für die Ausbildung von jüdischer und

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