Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 42 (1937)
- Issue
- Heft 12 (12.2.1937)
- Date
- 1937-02-12
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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?£ 2. JS37 $r. VM ' Jahrgang 42 Preis 25 Rpi. Jüdische Rundschau Seh rlftleltang,Verlag d. Anzaigenverwaltongi Berlin W15, Meinekeatr.10 Fernrafi Semmel - Nummer J ( (Bismarck) 9031. — Bezugspreis einschließlich Bestellgeld je Monat RM 2,—, je Vierteljahr RM 5,75, bei Abholung RM 1,88 blw. RM 5.39. — Postscheck - Konten der Vertriebs - Abteilun* Berlin 71573 (für Groß - Berlin), Berlin 173 92 (für du* übrijre Reich). In Fällen höherer Gewalt besteht kein Anspruch auf Nachlieferung oder Erstattung etwa schon s^rahlter Bczugrsgebühren. — Erscheint jeden Dienstag ond Freitag. BERLIN rann "hn 'x FREITAG, 12. FEBRUAR 1937 Gfiltigt Anze.genpreUHr.te Nr. 5. Die 12 gespaHen^ mm Zeile 20 Rpf„ für Ftimilien - Nachrichten 15 Rpf. Für die Aufnahme von Anzeigen in bestimmten Aussahen oder an bestimmten Platzen wird keine Gewahr geleistet Geleycnheits- «nzeigen nur gegen Vorauszahlim.» nuf Postscheck - Konto Berlin 71618 oder h nr Montag bis Freitag *) —18 Uhr. Anmihmeschluß für die Dienst«^ - Ausjfabe Montag 10 Uhr, für die Freiing - Ausjnbe Mittwoch 13 Uhr. (Für Familien * Anzeigen nm Tajj vor Erscheinen 13 Uhr) Der Zionismus erstrebt für das indische Volk die Schaffung einer Öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstatte in Palästina. (Baseler Programm) Augenmaß behalten! H. F. Die Enge und Gedrücktheit unseres jüdischen Lebens bringt es mit sich, daß es immer schwerer wird, in den Maßstäben, die wir an unsere jüdischen Verhältnisse und Aktionen legen, die richtige Proportion /wischen Aufgabe und Mitte! zu finden. Die kleinen Bezirke der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland zwingen uns oft, Begriffe anzuwenden, die ihren Inhalt aus einer Welt schöpfen, welche um ein Vielfaches größer und umfassender in ihren Aufgaben und Zielsetzungen ist als der Bezirk, der jüdischen Menschen zugewiesen ist. Wir sprechen viel von Politik, Kultur und Organisation und übersehen dabei häufig, wie sehr wir uns im Kreise bewegen und einer Hvpcr'.rophie der Maßstäbe anheimfallen, die uns zugewiesen sind, und deren künstliche Vergrößerung nicht dazu beiträgt, die Aufgaben zu bewältigen, vor die wir gestellt sind. Hierbei sei nicht verkannt, daß diese Gefahr für die Zionisten in Deutschland geringer ist als für andere Juden. Die zionistische Bewegung ermöglicht es uns, imitier wieder die lebendige Beziehung zu den jüdischen Gemeinschaften anderer Länder herzustellen, die alle durch das Ziel des Aufbaus einer Nationalen Heimstätte in Palästina verbunden und damit hineingestellt sind in die Wcltgeschehnissc. Gewiß gehört das jüdische Volk nicht zu den größten dieser Erde, aber auch nicht zu den kleinsten, und seine Repräsentation vor dem Forum der Weltöffentlichkeit, die Anerkennung der Jewish Agency als eines Vertragspartners Englands beim Aufbau Palästinas, sichern dieser unserer Sache Gehör. Das Auftreten Chaim Weizmanns vor der Königlichen Kommission war das des Repräsentanten eines Milh'onenvolkes. Die Einbeziehung der zionistischen Bewegung in Deutschland in die Aufgaben des Palästina-Aufbaus, ihre Verbindung durch Menschen und Mittel mit diesem großartigen Versuch jüdischer Lebensbehauptung sind im Chaos der jüdischen Gegenwart Richtungspunkte, von denen aus sich die Bedeutung der zionistischen Arbeit messen läßt. Die Wandlungen, die die jüdische Gemeinschaft in Deutschland seit dem Jahre K)33 durchgemacht hat und ihr Schicksal in den letzten Jahren haben die Juden in Deutschland dazu gebracht, sich in einem Maße mit sich selbst zu beschäftigen, das gewiß lobenswert ist, soweit es sich mit konstruktiver Hilfe befaßt, aber gefährlich wird, wenn dieses Versenken in das eigene Schicksal dazu führt, das Augenmaß für die Situation der Judenmassen in anderen Ländern zu verlieren, die nicht erst seit vier Jahren vor die Frage gestellt sind, was aus ihnen werden soll. Die Situation der Juden in Polen und in Rumänien, von anderen abgesehen, hat sich im letzten Jahre so zugespitzt, daß eine Katastrophe unabwendbar erscheint. Dort und in anderen Ländern des Ostens leben Millionen von Juden in einer ausweglosen Lage. Die Tore der Welt sind verrammelt, die Lebensmöglichkeiten in den Ländern, in denen sie leben, sind auf ein Minimuni reduziert, der Kampf um Selbstbehauptung, ja um das tägliche Brot, nimmt verzweifelte Formen an. Tausende und aber Tausende von jüdischen Kindern sind unterernährt, eine Jugend wächst auf, ohne eine Zukunft zu sehen, und dies alles in einer Umwelt, die immer mehr gewillt ist, aus ihrer Mitte das jüdjschc Element zu entfernen. Die jüdische Katastrophe, die sich im Osten vorbereitet, ist in ihren Ausmaßen so gewaltig, daß schon allein aus ihrem Vorhandensein der Kampf um die Offenhaltung der Tore Palästinas seinen Sinn auch dann erhalten würde, wenn nicht die Begründung des Zionismus aus ganz anderen (seelischen) Quellen käme. Damit soll in keiner Weise verkannt werden, wie ernst und schwer die Lage der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland ist, und vor welche Aufgaben wir durch den jüdischen Liquidationsprozcß hier gestellt sind. Doch scheint es uns, daß das Versenken in das eigene Leid den Juden in Deutschland oftmals den Blick für die wirklichen Maßstäbe trübt, die angelegt werden müssen, wenn die Rolle des jüdischen Schicksals in Deutschland innerhalb des Schicksals des jüdischen Volkes in der Welt verstanden werden soll. Neben den zahlreichen Studienreisen, die in überseeische Länder von jüdischen Organisationen unternommen werden, um Answanderuiigsmöglichkeiteii für die Juden in Deutschland zu finden, sollten auch solche in die Länder des Ostens gemacht werden, um das Augenmaß nicht zu verlieren, das notwendig für diejenigen Männer ist, die - berufen oder unberufen — an der Spitze jüdischer Organisationen und Verbände stehen. Die Vielfalt jüdischer Organisationen, Verbände, Vereine, Bünde und Gruppen ist nicht in allen Fällen ein wirkliches Spiegelbild der Kräfte und Strömungen innerhalb des Judentums in Deutschland. Die Kleinheit und Enge unserer Verhältnisse und das „Auf-sich-angcwicsensein" sind ein fruchtbarer Nährboden für die Vielspaltigkeit solcher Gruppen- und Grüppchenhildungen. Es wird hierdurch eine Reichheit jüdischen Lebens vorgetäuscht, die in dieser Fülle gewiß nicht vorhanden ist. Es soll nicht verkannt werden, daß Organisation ein wichtiges Hilfsmittel zur Gemeinschaft ist. Der Sinn der Organisierung wird aber ins Gegenteil verkehrt, wenn sie dazu mißbraucht wird, Menschen oder Nuancen von Meinungen einen Rahmen oder eine Resonanz zu geben, die zur Zersplitterung einen neuen Splitter hinzufügen. Das Vereins- und Verbandswesen der Juden in Deutschland entspricht nicht einem gemeinschaftsgebundenen Bedürfnis, sondern stellt eher ein Spiegelbild des Zustandcs dar, in dem sich die Gemeinschaft befindet, der es dienen soll. Dabei scheint es uns, daß das Bedürfnis nach Autorität und Organisation unter den Juden ein echtes ist. Hierfür spricht der freiwillige Zusammenschluß jüdischer Gruppen in große Verbände und der Umstand, daß die Freiwilligkeit dieses Zusammenschlusses besonders anerkennenswert ist. Den Führern der wichtigen Organisationen und Verbände steht ein großes Betätigungsfeld zur Zusammenfassung und zum Zusammenschluß der vielen Grüppchcn und Vereine offen. Hierbei soll es sich gewiß nicht um Gleichmacherei handeln, aber es scheint, daß die „efficiency" der jüdischen Arbeit durch solches Unternehmen wachsen könnte. Die Zusammenfassung der Kräfte und die Vereinigung der Instanzen mit gleichen Zielsetzungen sind ein Gebot der Stunde. In diesem Jahre jährt sieh zum 500. Male der Geburtstag eines der größten Männer jüdischer Vergangenheit, Don Isaak Abrabanel. Die jüdische Gemeinde zu Berlin hat in anerkennenswerter Wei,;e das Andenken dieses großen Juden durch Herstellung einer künstlerischen Medaille geehrt und sie mit der Inschrift versehen: „Dem Helfer seines Volkes, dem weisen gläubigen Juden." Wie im Berliner Gemeindeblatt mitgeteilt wird, wurde das erste Exemplar dieser Medaille dem Gemeindevorsitzenden von einem Gemeinde-Rabbiner mit einem Brief übersandt, der ein gutes Beispiel für den erwähnten Verlust des Augenmaßes ist. Die Verdienste des Vorsitzenden der Berliner Jüdischen Gemeinde sollen in keiner Weise geschmälert werden. Er hat sich sicherlich in jeder Zeit bemüht, seine Pflicht zu tun, und hat es nicht verdient, durch einen Vergleich, der ihm selbst wahrscheinlich ferngelegen hat und an gewisse Erscheinungsformen des Byzantinismus erinnert, bloßgestellt zu werden. Solche Entgleisungen belasten uns alle und dienen nicht der Ehrung eines Großen der jüdischen Geschichte. Jabotinsky vor der Kommission Eine amtliche Meldung des Londoner Kolonialamtes besaßt, daß die unter Vorsitz. Lord Peels stehende Königliche Kommission für Palästina am Donnerstag, 11. Februar, ihre Tätigkeit in London beginnt. Zur Vernehmung in öffentlicher Sitzung, die in einem Saale im Oberhaus stattfindet, sind zunächst der Präsident der „Neuzionisten" (Revisionisten) Jabotinsky und Abg. Wedgwood vorgeladen. Jabotinsky legte in einer zusammenhängenden Rede die programmatischen Forderungen der Neuzionistischen Organisation dar. Als wesentlichste Forderung bezeichnete er die „Schaffung einer jüdischen Bevölkerungsmehrheit in Palästina zu beiden Seiten des Jordan". Zum Schutze der Juden müssen ein eigener jüdischer M i I i t ä r v e r b a n d innerhalb der britischen Streitkräfte sowie jüdische Einheiten in der palästinensischen Polizei gebildet weiden, außerdem müsse ein jüdisches Selbstschutzkorps legalisiert werden. Der Redner entwickelte den von der letzten Revisionistenkonferenz beschlossenen „Zehnjahresplan" zur Seßhafunachung von 1' ■ Millionen Juden in Palästina, wobei er betonte, daß die arabische Minderheit keine Härten erdulden solle. Er kritisierte sodann scharf die britische Verwaltung, die bei der Durchführung des Mandats versagt habe. Sollte England sich der Durchführung des Zehnjahresplans nicht gewachsen fühlen, so verlangt Jabotinsky, daß Schritte erwogen werden, um die U e b e r t r a g ii n g des Mandats an eine andere Macht durchzuführen. Bei Abschluß diese* Berichtes dauert die Rede Jabotinskys, an die sich ein Kreuzverhör anschließen dürfte, noch an. Aus Baden-Baden Wie das „Neue Badener Tageblatt" mitteilt, hat der Reichsstatthaltcr und Gauleiter für Baden Richtlinien erlassen, die den Kurbetrieb in B a d e u - B a d e n grundsätzlich ordnen sollen. Im ein/einen sei bestimmt worden, daß Juden keine Kurtaskarten und keine Einwohnerkarten mehr erhalten und daß sie in Zukunft vom Gebrauch sämtlicher Kurmittel ausgeschlossen seien. Um eine einheitliche und strikte Durchführung zu gewährleisten, solle der polizeiliche Atimeldezettel geändert werden, so daß den zuständigen Stellen die Unterliiitf irtiiiiuiitiiiiMl Hin Mltitn m i.......it......i iiki him i üiriiin HM IIIIII-II Htl 11111 tlltl!DtlC ttrIH II I II M II I im......1«IITIOM tM H II Mil >g „Der begrabene Leuchter" Ihn Stefan Zweig beginnt am 19. Februar in der „Jiid. Rundschau" zu erscheinen. ■*(f«(*tl«<ttt«lllltll<llf )lllttl>lltlll>llltlllll)ltllllfltf IltlDItttf llttlf llllfllllllltfdl f IltlMIIIIIIIIIIItlCllllllltllKllietlllttltlllttlllltKlIllKF« Scheidung zwischen arischen und nichtarischen Gästen ermöglicht werde. Kreisleitcr Altenstein habe dem Baden- Badener Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe von den Anordnungen des Reichsstatthalters Mitteilung gemacht und hinzugefügt, es sei Sache dieses Gewerbes, die ihm gestellte Aufgabe im Sinne nationalsozialistischer Gemeinschaftsarbeit zu lösen unJ damit Baden-Badens Einordnung in die Reihe der anderen Kurorte und in die große Linie des völkischen und wirtschaftlichen Wiederaufbaus zu ermöglichen. t „Assimilierbarkeit" Das Judenproblem in der Welt leidet an vielen Zweideutigkeiten, die sich zum Schaden der Juden auswirken. Wir Juden haben demgegenüber das grüßte Interesse an Klarheit. In der Diskussion um die jüdische Einwanderung in verschiedene Länder ist in der letzten Zeit ein Wort aufgetaucht, das leicht zu Mißverständnissen und Mißbrauch Anlaß gelten kann. Es handelt sich dabei um einen Begriff, an dem sich auch die jüdische Ideologie der letzten Jahrzehnte orientierte und der zuweilen hüben und drüben zum Schlagwort wurde: „Assimilation". So heißt es im neuen südafrikanischen Einwandcrungsgesctz, daß nur diejenigen Einwanderer erwünscht seien, die sich den europäischen Einwohnern der Union leicht assimilieren. Dieses Erfordernis der Assimilierbarkeit hat bei den dem Gesetz vorausgehenden Erörterungen eine Rolle gespielt (worüber unser südafrikanischer Korrespondent in Nr. 7 der „ Jüdischen Kundschau" ausführlich berichtet hat), lief l achten wir zunächst diesen I all. Man befürchtet, daß die Assimilatiousklaiise! ein Vorwand sein wird und sogar zu diesem Zwecke erfunden sein mag , tun die Juden von der Zulassung auszuschließen. Der Führer der antisemitischen Partei, ein ehemaliger südafrikanischer Innenminister, hat —■ nach dein Berichte unseres Korrespondenten im Parlament sogar gesagt: „Was bedeutet denn der Zionismus, wenn nicht das Zugeständnis der luden, daß sie sich nicht assimilieren können?" Wir nehmen an, daß Herr Dr. Mahn in der zionistischen Literatur und Ideologie unbewandert ist; ihm kommt es auch nicht darauf an, das Wesen des Zionismus zu charakterisieren, sondern ein Argument zu finden, um jüdische Einwanderer fernzuhalten, und wahrscheinlich will er gerade diejenigen nicht, die sich am engsten mit dem südafrikanischen Leben zu verbinden streben. Gegenüber einer solchen Absicht, die sich ihre Beweisgründe nachträglich holt, bleiben Gegen-'. argumente wenig erfolgversprechend. Das Gesetz ist ja auch inzwischen angenommen, und die praktische Durchführung wird weniger von akademischen Untersuchungen als von der jeweiligen objektiven Lage im Laude, den Parteiverhältnissen und ähnlichen Momenten abhängen. Aber f ü r uns ist es wichtig, die Sache von der jüdischen Seite zu betrachten. Wie verhält es sich mit der Assimilierbarkeit? Ist der Zionismus wirklieh ein Beweis für das, was Dr. Mahn beweisen will? Theodor Herzl kommt in der Einleitung seiner Schrift „Der liidcnstaat" auf diese Frage zu sprechen. Er schreibt dort: „Wir haben überall ehrlich versucht, in der uns umgebenden Volksgemeinschaft unterzugehen und nur den Glauben unserer* Väter zu bewahren. Man läßt es nicht zu. Vergebens sind wir treue und an manchen < (rteit sogar überschwengliche Patrioten, vergebens bringen wir dieselben Opfer an Gut und Blut wie unsere Mitbürger, vergebens bemühen wir uns, den Ruhm unserer Vaterländer in Künsten und Wissenschaften, ihren Reichtum durch Handel und Verkehr zu erhöhen. Wenn man uns in Ruhe ließe, ... aber ich glaube, man wird uns nicht in Ruhe lassen." Da.s ist der Kernpunkt. Die immer wieder in der Geschichte in irgendeiner Form ausbrechende Judenfeindschaft verhindert das Verschwinden der Juden. Herzl fährt fori: „Bei einiger Dauer des politischen Wohlbefindens assimilieren wir uns überall; ich glaube, das ist nicht unrühmlich." Aber, so meint Herzl, selbst der genialste Staatsmann könnte ein solches Wohlbefinden nicht bewirken, weil die Abneigung gegen eine vorbehaltlose Aufnahme der Juden im Volksgemüt verwurzelt sei. Das ist kein parteipolitischer Wunsch Herzls und keine Theorie, sondern eine Erfahrung; eine für Herzl bittere Erfahrung, der er aber um der Wahrheit willen sich nicht verschließt. Denn nur wer auch unangenehme Wahrheiten erkennt, wird fähig zum Handeln. Fast alle historischen Versuche einer Lösung der Judcnfrage sind zunächst von dem Wunsche nach Assimilation ausgegangen; die Versuche einer Lösung durch Separation der Juden haben erst begonnen, als ein tieferes Eindringen in das Problem zeigte, daß die Assimilation undurchführbar ist, weil sie von der Umwelt nicht zugelassen wird. Das jüdische Volk ist eine große lebendige Wirklichkeit, und Assimilation (im Sinne völliger Aufsaugung) schafft im besten Fall Teillösungen für kleine Gruppen. Das Problem als solches bleibt dann noch immer offen, und es ist nur eine natürliche Pflicht von Moral und Charakter, wenn auch solche Juden, die persönlich durch Eingliederung in andere Bereiche sich von dem jüdischen Zusammenhang gelöst haben (oder: gelöst zu haben meinen), für die Gesamtheit der Juden