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Jüdische Rundschau · 1937-01-26 · Heft 7 (26.1.1937) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 7 (26.1.1937)
Date
1937-01-26
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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* 28 1.7S37 ^r«f7 /Jahrgang 42 Schrtftl«ltnnKiV«rI»2 n. Anx«lganv«rwaltanr< Berlin W IS, Melnekeatr.14 Fcmrati Sammal - Nummer J 1 (Bismarck) 90S1. - Beiuyspreis eituchlieBüch Bestell jfeld je Monat RM 2,-, je Vierteljahr RM 5,75. bei Abholung RM 1,88 biw. RM 5,39. — Pojtecbeck - Konten der Vertrieb« - Abteilung Berlin 71573 <für GroB-Berlin V Berlin 17392 (für da« 0bri5r« Reich), in Fällen höherer Gewalt lesteM kein Anspruch auf Nachlieferung oder Erstattung" etwa schon gezahlter Cezu^agebühren. — Erscheint jeden Dienstag and Freitag. Preis 25 Rpfd E RUNDSCHAU BERLIN r'snn bstf v DIENSTAG, 26. JANUAR 1937 Gültig t AnzvIffonpreUUsCe Nr. 5. Die 12 geapaltflne mm - Zeile 20 Rpf., f»r Familien - Nachrichten 15 Rpf. Für die Aufnahme von Anzeigen in bestimmten Aussraben oder an bestimmten Plätzen wird keine Gewähr geleistet Gelegenheit^, anzeigen nur gegen Vorauszahlung auf Postscheck - Konto Berlin 71618 oder bar Montag big Freiing 9 — 18 Uhr. Annahmcwhluß für die Dienstag - Ausgabe Montag 10 Uhr, für die F reitag - Ausgabe Mittwoch 13 Uhr. (Für Familien - Anzeigen am Tag vor Erscheinen 13 Uhr) Der Zionismus erstrebt für das (Odische Volk die Schaffung einer öffentlich - rechtlich gesicherten Heimstätte in Palästina. (Baseler Programm) Unterredung mit Minister Moutet Die französischen Ansiedlungspläne für Juden Von unserem Berichterstatter K. Paris, im Januar Der französische Kolonialininister Marius Moutet hatte die Freundlichkeit, Ihren Berichterstatter zu empfangen und ihm einige ergänzende Mitteilungen über die jüdischen Kolonisationspläne im französischen Kolonialreich zu machen. Minister Moutet gab zuerst seiner tiefen Bewunderung über die kolonisatorischen Leistungen der Juden in P a 1 ä s t i n a Ausdruck und sieht in der jüdischen Palastinakolonisation das größte Kolonisationswerk der jüngsten Zeit. Von idealistischem (Hauben erfüllt, haben dort die jüdischen Kolonisatoren ein verwüstetes Land neu erschlossen. Die Kolonisationsplänc, die der Minister in dem Wunsch, den leidenden Juden zu helfen, zur Zeit untersucht, können sich naturgemäß weder an Umfang noch an Bedeutung auch nur entfernt mit dem Palästinawerk messen. Vorläufig liegen auch konkrete K o 1 o n i s a t i o n s p 1 ä n e nicht vor und die ganze Angelegenheit ist über das Stadium einer Vorprüfung noch nicht hinausgekommen. Der Minister wird erst die Berichte der G e n e r a I g o u v e r n e u r e der einzelnen Kolonien abwarten, ehe er sich über den Umfang, den Ort und die Form einer eventuellen jüdischen Kolonisation schlüssig werden kann. Die Schwierigkeiten, die sich einem solchen jüdischen Koionisationsversuch entgegenstellen, sind natürlich außerordentlich groß. Die nordafrikanischen Kolonien, die sich dem Klima nach am leichtesten für eine Siedlung eignen würden, kommen infolge der Widerstände der französischen Kolonisten sowie der Eingeborenen für diesen Zweck nicht in Frage. In den anderen Kolonien ist es aber fraglich, ob die Entwurzelung von Europäern angesichts der schwierigen klimatischen Verhältnisse möglich ist. Am geeignetsten erscheint auf den ersten Blick M a d a - gaskar, dessen Hochplateau ein für den Europäer relativ günstiges Klima hat. Obwohl im heutigen Stadium der Kolonisationspläne zu der Frage Gruppen- oder Einzelsiedlung nicht Stellung genommen werden kann, steht fest, daß vorläufig nur an eine Versuchskolonisation kleinsten II mfanges gedacht ist. Erst wenn sich cVtese ersten Siedler bewährt haben, kann ein größeres Experiment Unternommen werden. Der Minister denkt nicht, daß die Juden den Versuch von Pflanzungsbetrieben machen und sich auf Grund der Arbeit von Eingeborenen eine neue Existenz gründen sollen. Der Kolonisationsversuch muß — wenn er gelingen soll — neue j ü d i sc h e Bauern schaffen. Von vornherein kann auch nur eine landwirtschaftliche Ansiedlung von Juden in Betracht kommen, dagegen ist für Kleinhandwerker und Kleinhändler in den französischen Kolonien kein Kaum. Es ist auch zur Zeit nicht daran gedacht, a u ß e r h a I h Frankreichs lebende n Juden eine neue Existenz in dem französischen Imperium zu schaffen, sondern der Koionisationsversuch soll vorerst mir für die in Frankreich bereits lebenden jüdischen R c f u g i e s, die bisher in Frankreich selbst keinen Boden fassen konnten, unternommen werden. Voraussetzung des Unternehmens ist neben der Auffindung eines geeigneten Siedlungsraums die Bildung einer repräsentativen Kör p erschaff auf jüdischer Seite. Die jüdischen Organisationen, die au dem Kolonisationsplan interessiert sind, müssen eine Institution gründen, die mit dem Kolonialministerium verantwortlich verhandeln kann. Aufgabe der jüdischen Organisationen ist es auch, die notwendigen Fonds für die Installierung der jüdischen Siedler aufzubringen. Wenn diese Installation vorgenommen ist, wird die französische Regierung mit Hilfe der kolonialen Kreditorganisation den Siedlern weitgehend entgegenkommen. Andererseits wäre die Kolonialverwaltung gegebenenfalls bereit, den Siedlern Land aus den Regier ungsb ö d e n zur Siedlung zur Verfügung zu stellen. Die Verteilung des Siedlungslandes ist aber in den einzelnen Kolonien sehr verschieden. Ausreichende finanzielle Mittel, sorgfältige Voruntersuchung des Siedlungsgebietes und vorsichtige Auswahl der Versuchskolonisteii sind die. ersten Voraussetzungen für das Gelingen eines solchen Siedlungsvcrsuchcs. * Paris, 22. Januar. (.ITA.) Die französischen Ansied- Iungspläne sind auch durch Erklärungen des Uutcrstaatssekretärs im Kolonienministerium, B o u t e i 11 e, näher umrissen worden. Unterstaatssekretär Bouteille erklärte dem Mitgüed der Exekutive des Jüdischen Weltkongresses Marc J a r b 1 u m, es würde im Jahre 1937 nur möglich sein, zehn jüdische Familien in französischen Kolonien unterzubringen. Im Jahre 1938 würde die Ansiedlung von dreißig Familien in Frage kommen, eine Zahl, die Im Jahre 1939 auf fünfzig Familien steigen würde. Von einer großen Kolonisation könne keine Rede sein. Es sollten vor allem die jüdischen Auswanderer, die sich gegenwärtig in Frankreich befinden, in den Kolonien untergebracht werden; und von ihnen wieder in erster Reihe Spezialkräfte wie Landwirte mit Kapital, aber keine Kaufieute und Handwerker. Daß die französischen Ansiedlungspläne nicht darauf hinauslaufen, die Evakuierung von Juden aus Polen zu fördern, wurde unzweideutig in einer Erklärung von Unterstratssekretär Bouteille gegenüber Pressevertretern festgestellt. Der Unterstaatssekretär gab bekannt, daß die französische Regierung in entsprechender Weise auf diplomatischem Wege einige Regierungen informiert habe. Der „Pariser Hajnt" berichtet, daß jüdische Organisationen in Paris in Zusammenarbeit mit amerikanischen und englischen jüdischen Organisationen Vorbereitungen zur Entsendung einer jüdischen Kommission treffen, die die vom Kolonienminister Moutet angebotenen Niederlassungsmöglkhkeiten in französischen Kolonien an Ort und Stelle untersuchen soll. Verhandlungen mit dem Kolonienministerium über die Unterstützung der Kommission durch die staatlichen Stellen sollen in der nächsten Woche aufgenommen werden. Die Aufnahme in Polen Von unserem Berichterstatter Warschau, 22. Januar Die Erklärung der französische n Regierung über die Möglichkeit einer Ansiedlung von Juden in manchen französischen Kolonien wurde zu einer Zeit verlauthart, in der in Polen die Spannung in der Judenfrage sehr stark ist. Es muß gesagt werden, daß diese Erklärung leider dazu beigetragen hat, diese Spannung noch zu v e r g r ö ß e r n. Die antisemitische Presse hat das Angebot des franzosischen Kolonialministers mit großem Enthusiasmus aufgenommen, und obwohl kein Pole ernstlich daran glaubt, daß die Verwirklichung der französischen Projekte möglich ist, versichert das I iauptorgan der Nationaldemokraten: „Die vollständige Fvakuation der Juden aus Polen ist jetzt ganz real...." Und während der letzten Sitzung des Stadtrates in Lodz, als die Nationaldemokraten den jüdischen Redner nicht zum Worte kommen ließen, hörte man aus ihren Reiben außer dem üblichen Zürnt „Nach Palästina", auch „J u d e n raus nach M a d a g a s k a r...." Die j ü d i s c h e öffentliche Meinung in Polen hat einmütig die judenfreimdlichen Beweggründe der französischen Anregung anerkennt, aber das Projekt als solches mit großer Reserve und teilweise sehr kritisch aufgenommen. Die jüdische Presse bringt ausführliche Beschreibungen der in Betracht kommenden Kolonien, weist auf die großen, fast unüberwindlichen Schwierigkeiten klimatischer, finanzieller und politischer Natur hin, und erinnert an das Uganda-Projekt, das den Juden eine viel bessere Chance bot und trotzdem abgelehnt wurde. Man ist hier der Meinung, daß man das französische Projekt genau studieren solle, aber große Vorsicht sei am Platze. Von einer Massenemigration könnte im besten Falle keine Rede sein. Unzweifelhaft werden alle diese Pläne nur noch den schweren Existenzkampf der polnischen Juden verschärt e n, da die Judenfeinde auch dies zum Vorwand nehmen, um die polnischen Volksniassen gegen die Juden aufzuheizen. Ihre Parole lautet schon jetzt: Die Juden müssen zur Auswanderung g e z w u n g e n werden. Polnischer Bildungsminister gegen „Ghettobänke" Die Lage an polnischen Hochschulen, insbesondere in Warschau und in Wilna, hat sich nicht geändert. Die Ueberfälle auf jüdische Studenten dauern fort. Heute hat in der Budgetkoinmission des Sejm der Bild u n g s m i n i s t e r Prof. S vv i e t o s 1 a w s k i in seinem Expose sich ausführlich und eindeutig über die Krawalle an den Universitäten ausgesprochen. Der Minister erklärte kategorisch, daß er die verlangte Trennung der Sitze für Christen und Juden an den Universitäten für unmöglich halte. „Es unterliegt gar keinem Zweifel, daß es denjenigen, die diese Aktion der Jugend leiten, gar nicht um besondere Bänke handelt. Leider findet diese Jugend Anerkennung bei einem Teil der älteren Generation. Dadurch wird mir im Lande Unruhe gestiftet, die Jugend zur Anarchie erzogen, und dies bedeutet eine geistige Entwaffnung Polens. Der Minister sei entschlossen, dieser Bewegung energisch entgegenzutreten und er werde sich nicht scheuen, wenn es nötig sein sollte, wiederum die Hochschulen zu schließen, aber dann werden die Studenten das ganze Jahr verlieren. „In Amerika nie Gruppen überflüssiger Bürger" Erklärung Rooseveits Washington, 21). Januar. (JTA.) In der Antrittsrede, die Präsident Franklin D. Roosevelt bei der Wiedervereidigung zu seiner zwei'en Amtsperiode als Präsident der Vereinigten Staaten gehalten bat, unterstrich er durch einen besonderen Passus die Gleichberechtigung und G I e i c h w e r t u n g aller Bürger und I! ü r g e r g r u p - p e n Amerikas. Wir sind entschlossen, sagts der Präsident, jeden amerikanischen Bürger zum Gegenstand des Interesses und der Sorge dieses Lances zu machen. Wir werden niemals irgende!ne treue, den Gesetzen ergebene Gruppe innerhalb unserer Grenzen ah überflüssig ansehen. Man erblickt in der Aeiißcrung Rooseveits eine deutliche Absage an alle judenfeindlichen Bestrebungen in den Vereinigten Staaten. Amerikanische Organisationen gegen Einwanderungsbeschränkung New York, Januar. (JTA.) Das American Commiltee for the Protection of the Foreign Born hat in New York eine Konferenz abgehalten, an der 355 Delegierte als Vertreter von 222 Organisationen teilnahmen. Es wurden Entschließungen gefaßt, in denen Erleichterung der Einbürgerung und Wahrung des Asylrechtes in den Vereinigten Staaten gefordert wird. Die Konferenz brachte ihre Gegnerschaft zu den Gesetzentwürfen im Kongreß, die die Einschränkung der Einwanderung und Deponierung illegal Eingewanderter vorsehen, zum Ausdruck. Gibt es eine jüdische Politik? Gegen Mutlosigkeit — Jüdischer Patriotismus und Interessenstreit — Ziele und Methoden „Schtadlanuth" — Der „politische" Zionismus Die Bedeutung der Frage, die hier gestellt wird, liegt in unseren Tagen auf der Hand, in einer Zeit, in der aus allen vier Richtungen der Welt die Kufe über jüdische Not nicht verstummen wollen, und in der zugleich der äußere Aufwand des jüdischen Lebens in vielen Ländern außerordentlich groß und weif verzweigt ist, gilt es, Klarheit in unserem eigenen Kreise darüber zu gewinnen, was bei uns vorgeht. Wir wollen die Grenzen, aber auch die Möglichkeiten unserer Kraft kennenlernen, Wullen wissen, wohin judische Aktionen zielen können und was sie nicht zu erreichen vermögen. Besonders wichtig ist dies in einem Augenblick, in dem viele Juden Mutlosigkeit zu befallen droht, schon sie doch eine jüdische Welt, der immer neue Positionen verloren gehen, obwohl man sich um ihre Verteidigung bemüht. Wenn es eine jüdische Politik gibt — so sagen vielleicht manche so muß sie sehr schlecht geführt sein, denn sonst wäre sie nicht von so vielen Mißerfolgen begleitet! Es gilt auch, Illusionen zu zerstreuen, die bei uns auf diesem Gebiet vielfach noch herrschen. Man glaubt, daß dem jüdischen Volke und seinen Vertretern Mittel und Wege offen stehen, die wirklich zu einer gründlichen Besserung der Lage vieler Millionen Juden führen können, und vermißt ihre entschlossene Anwendung. So schreibt uns in diesen lagen ein Leser u.a. folgendes: „Der dauernde Hinweis auf die katastrophale Lage des jüdischen Volkes ist kaum als politisches Kampfmittel zu werten und ziemlich nutzlos. Wann werden kleine Völker endlich erkennen, daß die Welt ihnen nicht hilft oder nicht helfen kann, auch wenn sie hier und da einmal Verständnis für ihr Unglück zeigt?... Man müßte schon in der Lage sein, andere Kampfmittel an die politische krönt zu werfen, wenn wir in dem schweren Kampf, den wir kämpfen, nicht unterliegen wollen." Ist der Vorwurf, der in solchen Sätzen erhoben wird, berechtig;? Tut eine Neuorientierung im Verhalten des jüdischen Volkes in der Welt not, oder sind es Illusionen, die hier /um Ausdruck kommen? Die Antwort auf diese Frage ist für unsere Erkenntnis und unser Verhalten in dieser schweren Zeit eine grundlegende Voraussetzung. Noch aus einem anderen Grunde stellen wir diese Frage. Die dein jüdischen Volk feindlich gesinnten Kreise der Umwelt glauben an das Bestehen einer „jüdischen Politik", und zwar in einem Sinne, der höchst negativer Natur ist. Man hat die Vorstellung von einer geheimen jüdisch-politischen Leitung, die auf eine Vorherrschaft des jüdischen Volkes hinarbeitet und aggressive T c n d c n - z e n gegen die anderen Nationen verfolgt. Wir selbst wissen, daß diese Behauptungen unbegründet sind, und daß die Bezeichnung „jüdische Politik'' nur einen viel engeren Sinn haben kann und sich ein/ig und allein auf die Verteidigung der jüdischen I eiviisgrundlagen bezieht, —- wenn überhaupt ein solcher Begriff zu Recht besteht. Wo liegt die Basis eines geschlossen in Erscheinung tretenden politischen Verhaltens des jüdischen Volkes? Welche g e in e i n s amen Intcrcss e n hat das jüdische Volk als solches in seiner heutigen Lebensform zu verteidigen? Welches sind die g e m e i n s a in c n Ziele, denen eine solche Politik zustrebt:' Von der Beantwortung dieser kragen wird es abhängen, ob wir den Satz von dem Bestehen einer jüdischen Politik bejahen oder ihn als eine Illusion entlarven. Das sichtbarste Kennzeichen der jüdischen Situation ist die territoriale Zersplitterung des jüdischen V o 1 k c s fast über die ganze bewohnte Erde und die Eingliederung der einzelnen Gruppen in die verschiedenen Staatsverbände. Diese Tatsache ist und bleibt grundlegend für die Halfung des Volkes in den großen politischen Fragen der Welt. Mögen die verschiedenen Judenschaften nationalbcwußt oder assimilatorisch gesinnt sein, in jedem Falle sind sie ein integraler Teil ihres Staatsverbandes und mit der Politik ihres Heimatlandes auf Gedeih und V c r d e r b v e r b u n d c n. Genau wie unter allen Bürgern des Landes mag es unter ihnen Menschen mit stärker oder schwächer ausgebildetem Patriotismus geben, mit größcrem oder geringerem Gefühl für die Aufgaben der Allgemeinheit — die Juden als Gruppe sind in jedem Falle an das Schicksal des Landes, in dem sie leben, gebunden und daher primär auch auf seine politische Linie festgelegt. Die Folge hiervon ist, daß in allen politischen Lagern der Welt Juden stehen, die Vertreter ihrer Heimatländer sind, und daß bei allen .politischen (und auch kriegerischen!) Auseinauderr^tzungen Juden gegen Juden kämpfen. Das ist so und wird so sein, solange das jüdische Volk in der Golah lebt und solange es durch Landesgrenz.cn in Gruppen geschieden wird. Diese territoriale Zerreißung hat jedoch auch tiefgehende soziale Folgen gehabt. Das Schicksal der Juden in den einzelnen Ländern ist durchaus verschiedenartig. Während sie in dem einen zu Reichtum und Ansehen gelangten, blieb die jüdische Masse in anderen Ländern arm und auf die unteren Schichten der Bevölkerung beschränkt. Gewiß gibt es bei allen Völkern derartige soziale Differenzierungen,

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