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Jüdische Rundschau · 1937-01-22 · Heft 6 (22.1.1937) · page 17

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 6 (22.1.1937)
Date
1937-01-22
Page
– (sequence 17)
Language
German
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JÜDISCHE RUNDSCHAU ßERUINE R R Nr. 6, 22. JANUAR 1937 ■. Kampf gegen Hunger und Kälte Vom Werk der Jüdischen Winterhilfe Der Winter 1936/37 stellt die Juden in Deutschland zum zweiten Male vor die Aufgabe, aus eigenen Kräften ein Winterhilfswerk durchzuführen, um die Tausende, die in Not und Schwierigkeiten geraten sind, vor der Verzweiflung zu bewahren. Wir alle erinnern uns, daß die gestellte Aufgabe im vergangenen Winter unter Anstrengung aller Kräfte zur konnte. Wie aber ist es in Frage hatte die Berliner 19. Januar die Vertreter der entscheidend die große Zahl Winterhilfe Auch an erinnern, die durch die Verdienst erhalten, son- Zufriedenheit gelöst werden diesem Winter? Zur Beantwortung dieser Jüdische Gemeinde am jüdischen Oeffentlichkeit zusammenberufen, um Rechenschaft abzulegen von dem Stand der Jüdischen Winterhilfe und um gleichzeitig die Oeffentlichkeit aufzurufen, nicht zu erlahmen, sondern sich weiter mit ganzem Herzen für dieses große soziale Werk einzusetzen. Wer aus eigener Anschauung das gewaltige und vorzüglich durchorganisierte Werk der Jüdischen Winterhilfe in Berlin kennt, weiß, daß es sich wirklich lohnt, sich dieser Aufgabe zu widmen — abgesehen davon, daß es eine Pflicht ist, der man sich nicht entziehen kann. Nach einleitenden Begrüßungsworten durch den Vorsitzenden der Gemeinde. Direktor Heinrich Stahl, gab Direktor Georg Kareski einen Ueberblick über die Bedeutung der Winterhilfe im jüdischen Lehen. Vom Gesichtspunkt der jüdischen Wirtschaft aus z. B. erfüllt sie bereits eine wichtige Funktion, indem sie in jüdischen Betrieben einkauft und dadurch viele Existenzen stützt, vor allem auch die kleinen Existenzen wie Schuster, Schneider usw., für die die Aufträge der für ihr Weiterbestehen sein können, der jüdischen Künstler ist zu Winterhilfe nicht nur einen kleinen dem vor allem auch die Möglichkeit, überhaupt wieder in ihrem Beruf arbeiten zu können. Und schließlich ist die Winterhilfe eine seelische Kraft, die auf die ganze jüdische Gemeinschaft ausstrahlt und sie zusammenfaßt. Rück-' blickend können wir sagen, daß die Winterhilfe ihre Aufgabe gelöst und Großes geleistet hat. Zu diesen Leistungen gab der Winterhilfe, Dr. Gundersheim, läuterungen. Er wies darauf hin, daß rung die Einnahmen der Winterhilfe wenn auch glücklicherweise nicht in man befürchtete. Das M onatsopfer, durch das die Winter hilfe getragen wird, bringt weniger als im Vorjahr ein; bei der Haussammlung, die für uns der Ersatz für Straßensammlungen ist, haben sich 2000 Helfer ehrenamtlich in den Dienst der Sache gestellt, während die Pfun dspende hauptsächlich von den Frauenverbänden durchgeführt wird. Hinzu kommen als Einnahmequellen noch die Büchsensammlungen an den Orten, an denen Juden zusammenzukommen pflegen. Etwa 30 000 Hilfsbedürftige sind in diesem Winter zu betreuen, eine Zahl, die etwas höher ist als im Vorjahr. Die Einzelheiten der Darstellung ergaben, daß das Hauptreservoir der Unterstützungsbedürftigen im Westen Berlins ist, wo der jüdische Mittelstand immer stärker von der Not der Zeit erfaßt wird und in steigendem Maße auf öffentliche Gelder angewiesen ist bzw. sein wird. Die Statistik zeigt ferner die ungeheure Abwanderung unserer Leiter der Jüdischen einige konkrete Erbfolge der Abwandezurückgegangen sind, dem Umfange, den Jugend: 50 «;» der Anträge betreffen Einzelpersonen, während größere Familien kaum noch vorhanden sind. Unter den Betreuten befinden sich 8000 Ausländer (rund 27 ">), darunter freilich auch die Staatenlosen. Die Höhe der Ausgaben der Winterhilfe für die Betreuung schwankt im Monat zwischen 120 000 und 150 000 Mark. Eine Rundfahrt durch einzelne Winierhilfsbezirke ergänzte das gewonnene Bild anschaulich. Man sah, mit welcher Hingabe und welchem Idealismus die Leiter und Mitarbeiter der verschiedenen Stellen arbeiten und wie sie es verstehen, so weit als möglich Bürokratie zu vermeiden und Individualität an ihre Stelle zu setzen. Diese persönliche Beziehung zwischen Betreuern und Betreuten schien uns der stärkste Eindruck zu sein, den man aus dieser Arbeit mitnehmen kann, und er wurde vervollständigt, wenn man sah, wie wohl sich die Menschen in den anheimelnd ausgestatteten Räumen fühlen und welch warmes Vertrauen in persönlichsten Dingen sie den Verwaltern der Winterhilfe entgegenbringen. So wie im Vorjahre hatten wir auch diesmal wieder nach unserer Rundfahrt die Ueberzcugung, daß die Jüdische Winterhilfe fest dasteht, getragen von der tätigen Mitarbeit derer, die noch so glücklich sind, zum Kreis der Gebenden zu gehören, und anerkannt von der Dankbarkeit derer, die das Schicksal'unverschuldet aus ihrer Lebensarbeit herausgerissen hat. Wir sind überzeugt, daß der soziale Sinn aller Juden es der Jüdischen Winterhilfe ermöglichen wird, ihren Kampf gegen Hunger und Kälte erfolgreich zu führen, damit keiner in dieser Zeit das Gefühl habe, daß er allein steht. Dr. N. * Die nächste Haussammlung der Jüdischen Winterhilfe findet am Sonntag, dem 24. Januar, statt. Die Teeveranstaltung zugunsten der Jüdischen Winterhilfe findet am 24. Januar, 16.30 Uhr, im Brüderverein, Kurfürstenstr. 115 116, statt. Es wirken mit: Rita Atlasz, Wilhelm Guttmann, Ruth Condell, Nelly Hirsch, Charlotte Rosen-Salomonsky, Willy Prager, Erna Klein und das Orchester der Jüdischen Künstlerhilfe unter Leitting von Dr. Schildbergcr und Dr. Berend. Kartenvorbestellungen: Jüdische Winterhilfe, Rosenstr. 2/4 (D 1 6711 App. 60). Die Jüdische Winterhilfe benötigt Radioapparate, insbesondere Batterie- und Netzempfänger sowie Lautsprecher für die Hilfsbedürftigen. Detektorapparate und Kopfhörer sind jedoch in genügender Anzahl vorhanden. Meldungen an die Jüdische Winterhilfe, Abt. Sachspenden, C 2, Rosenstr. 2-4 (Dl 6711, Apparat 74). — Für einen Schwerkriegsbeschädigten wird ein moderner, leichtlaufcnder Krankenwagen (Dreiradwagen), evtl. mit einem ktoinr-1 Motor henötigl. Ferner wird für einen kranken Hilfsbedürftigen evtl. leihweise ein Laufstuhl, sowie für einen anderen Bedürftigen ein Sofa gebraucht. Meldungen erbeten an die Abt. Betreuung der Jüdischen Winterhilfe, C 2, Rosenstr. 2/4 (D 1 6711 App. 41). Postscheckkonto der Jüdischen Winterhilfe: Berlin 93446. Bar Mlzwah-Termim Am 23. Januar (11. Schwaf): Bernd Lewy, Sohn von Jacques Lewy, W 15, Brandenburgische Str. 39. Klassischer Humor in der Jugendbühne Die Januar-Premiere der J u g e n d b ü h n e, die zwei kleinere Lustspiele von Moliere und Kleist brachte, scheint eine Linie fortzusetzen, die bereits mit Shakespeares „Was ihr wollt" begonnen wurde. Die Idee ist offenbar die, daß der jüdischen Jugend k'a-sisclie Lustspiele nahegebracht werden sollen, durch die der Doppelzweck erreicht wird, einerseits die Jugend in einen gewissen Kontakt mit der Weltliteratur zu bringen und ihr andererseits einige Stunden der Entspannung zu verschaffen. Aber man darf sich nicht Aus dem „Zerbrncheivn Krug". Von links nach rechts: Gvrichtsrnl Walter f Simon Sainsky). - Dorfrichter Adam (Artur Priser). Schreiber Licht (Werner IIinzelmann). — Frau Marl he Rull (Stefanie Mannheim). — Ruprecht (Bert Baer). Foln. Hrrbrrt Soouenfeld verhehlen, daß in dieser I inie auch eine Gefahr liegt. Die Darbietungen der Jugendhühne scheinen immer mehr in ein Fahrwasser der Vcigröberung hineinzugeraten, d. h. mau spielt auf lauteste Wirkung hin, man er;\vingt den Reifall durch die Derbheit und Realistik der Darstellung und gerät so in die Schwierigkeit, den eigentlichen Geist eines klassischen Stückes totzuschlagen. Bei aller Anerkennung der Notwendigkeit, der Jugend heitere Werke darzubieten, wäre es doch wünschenswert, wenn die Jugendhühne sich nun einmal überlegen würde, welche neuen Töne sie noch in ihr Programm hineinbringen könnte. Molieres kurzes Spiel von den „Gezierten" („Les prdcicuses ridicules") ist an und für sich schon stark verstaubt und wohl kaum noch für heutige Menschen genießbar. Die Darstellung ging darum auch ziemlich eindruckslos an den Kindern vorüber, die mit den beiden dummen Mädchen mit den merkwürdigen Versteifungen an den Kleidern und ihrer nicht minder versteiften Ausdrucksart nichts anzufangen wußten und auch nur selten aus vollem Herzen lachten. Die Regie Ernst Rosen bau ms bemühte sich zwar, durch wirbelndes Tempo über die Schwächen hinwegzutäuschen, aber es war eine vergebliche Mühe. Steffie Rosen bäum und Franziska Okmiansky taten, was in ■ ■4 4 H 4 Veranstaltungen der Bezirke und Gruppen der BZV Htrmannplati Sonnnhend, den Z3. Jannar, 20.30 Uhr BZV-Heim, Ntuklllrt, Jägerttraße 6 Onei Schabbat. Ansprache! Dr. David SchloSberf. Mitwirkende: Ellen Cohn (Geifr). Hilde Saliner (Klavier), Siegbert Steinfeld (Gesang). Eintrittskarte n iu RM —.40 im Vorverkoul hei LeibhoU, Kaiser- Friedrich-Str, 59; Nussbaum, Ber>;str.28; Schwalb, Hermann- Straß« 46; Jordan, Kaiaer-F'riedr.-Str. 149,1. u. a. d. Abendkasse. Snnnnbend, den 23. Januar, 20.45 Uhr ObersdtXnewride, Wilhetminenhofttraße I Onetf Schabbat. Ansprache i Rabb. Dr. Harry LeTjr. Mitwirkend«- •■ Kantor Holländer (Getan»), Herbert Grünbaum (Rrrilalion). Eintritt RM -.50. Obtrsprtt Westliche Bezirke Sonnabend, den 23. Januar, 20.30 Ohr Biüderverein$hau$. fcarjüritenitrnße fl<-116 OatjQdiadier Kleinkunstabend, i. Anreiz« Näheres über alle Veranstaltungen erfahren Sie jederzeit durrh die Btrllnar Zlonl»««eh«V«p»lnlQunB, BerilnWfS, Melnakaatr. 10,' Tel.: J1 9031, Apparat 79 METH, WEINE BilUgslp Preise für WifdervarltÄiifer A. J. HUTTERER, BERLIN BarnlmatraBe 44 / Ruf 59 IS91 •Ar Restaurant 4^ Qorodecki Frfedrtchstraflft 183 gegenüber Cife Imperator » A. i 3420 ■ZtWrfVla Prl vat-MIttass- und Abendtlsch Gedeck von RM 1.20 an leunnauwr Aue« « (a.Schsnh.Tor) Ausrichtung Ton Festlichkeiten Sonnabend, den I3.J«naar, 20.S0Ubr, Brtldervereinahaui, KurfUratenitraße 115-116 Jüdischer Kleinkunst - Abend Einleitende Worte: Leo Hindi Meucha Benlakonaky, Jüdische Volkslieder Am Klavier i Ismer Wein Nicolai ElJ«schofi, Jüdiache Geschichten Studio d«B Beilrka Fr ledrlehe h«ln (Leitung J. Htuhenstock) Die Hochzeit des Prinzen vonFlaskedrige Parodie von Tunkeier Regie: N. Eljaschoff — Musik: I s m a r Weiss Karten iu RM —,75, 1,—, 1,50 im Vorverkauf in der Anieimm-Annahme der Jüdischen Rundschau, Meinekestr. 10; Papierhandlung Lippmann, Trautenaustr. 16; Verband poln. Juden, Kurfürstenstr. 42, und an der Abtndkas»« Berlin« Zlonisiiache Vereinigung / Wtiiltche Basirk« Donnerstag, 28. Jan., 20 Uhr, Logenhaus, Kleist*tr. 10 Chamlsdia assar b'schwaf-Fclcr Ansprache: Rabbiner Dr. Nuaabaum Kinder der Theodor-Henti-Sdiuie spielen Kinder-Symphonie von Joseph Haydn Symphonie mit dem Paukenschlajj von Joseph Haydn 2 hebräische Lieder zu Chamischa assar b'ichwat WIZO gemeinsam mit dem KEREN KAJEMETH MAX RIEGEL [OTTO Pariser Str.28/29 |01O " JZ Ol'va 5567 M.d.j.Handw. V. Lief, d, Knrnkenk vertilgt «IIa», Auf Wunsch auch ohne Gift und Gas. Besuch kostenlos. Staig Stadt- und Land Hygiene 8. m. b. H. Barlln-SohBruberg, Orunowaidstr. 2P, BB 1756 SP m G*f I II ARKEN •nliauf-werkaifl Albenu. Markenliste jrrtt ii Philipp Hosacki Co. Barlin C 2, BurgitraB* 1J Sonntag, j 24. | Januar, Bach-Saal | KARTEN: Kedem, Philo, Lachmann, Abendkasse B. NEUMANN KurfUrstendamm 205 <1 1 3716 PIANOS RAD I O r Ob spät, ob früh, Charly erwartet Sie Motzstr. 34 (1 Minute v. d. Scala) B51457 M.d.J.Q. 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Februar, 20.15 Uhr, Bachsaal, Lflizowatr. 76 ISRAEL in ÄGYPTEN Oratorium von Händel Dirigent: Kurt Slngar Mitwirkende: Marlanna Caul« » Paula Salomon (Lindbarg) Jullua Palaaachowitach » Kurt Rahmar Kurt Singcr'aehar Chor * Oparnchor da« Jüd. Kulturbunds! Orcheatar da» JUd. Kulturbundes Kartall n RM. 1.50—3.50. Vorverkauf: im Philo-Vrrl«sr, Poriser Str. 44s Zahlstalle Aschaff«nhurfer Str. 18; Hirsrhfeld, >s;owitr. 44; PoppeUuer, Neu» Friedriehstr. 59; Kedam, Dahlmannslr. 8; MitMi^derbOro, Kommandintenstr. 57, und Abendkasse Eintritt auch für Nichtmitglieder des Kulturbundes yetf»n Vorieiguns; der R..Karte (Ohne jröltigen Ausweis kein Eintritt)

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