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Jüdische Rundschau · 1937-01-19 · Heft 5 (19.1.1937) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 5 (19.1.1937)
Date
1937-01-19
Page
– (sequence 1)
Language
German
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21. 11337 1fr. 5/^ Jahrgang 42 Pr«is 25 Rpf. JUDISCHE RUNDSCHAU gchrlfileltung.Verlag n. AnzelgenT»rw«liniig: Berlin W IS, Melnekeatr.10 Fararaf i SimuMl-Ngmm« J 1 (Blamercfc) 9031. - Bezugiipreis einschliefilich B«ltellit»ld je Monat RM 2,-, je Vierteljahr RM 5,75, bei Abholung RM 1.88 blw. RM 5,39. — Postscheck . Konten der Vertrieb» . Abteilung Berlin 71573 (für Groß - Berlin), Berlin 17392 (für das iibrijje Reich). In Füllen höherer Gewalt besteht kein Anspruch auf Nachlieferung oder Erntnttunj? etwa uchon gezahlter Bcztigftgebühren. — Erscheint jeden Dienstag and Freiteg. BERLIN rsm ^r'i DIENSTAG, 19. JANUAR 1937 Gültig i Anzeigeapr«UHft« Nr. S. Di« 12 gepalten» mm - Zeile 20 Rpf., ffu Familien - Nachrichten 15 Kpf. Für die Aufnahme von Anzeigen in bestimmten Ausgaben oder an bestimmten Platien wird Keine Gewahr geleistet- Gelegenheitsanzeigen nur yegtn Vorausinhlunjf au( Postscheck - Konto Berlin 71618 oder bar Montag b i * Freitag 9—18 Uhr. Annahmeschluß für die Dienstag - Ausgabe Montag 10 Uhr, für die K reitag - Ausgabe Mittwoch 13 Uhr- (Für Familien - Anzeigen am Tag vor Erscheinen 13 Uhr) Der Zionismus erstrebt für das indische Volk die Schaffung einer öffentlich - rechtlich gesicherten Helmstätte In Palästina. (Baseler Programm) Judensiedlung in französischen Kolonien? Erklärungen des Kolonialministers Moutet Von unserem Berichterstatter K. Paris, im Januar Der französische Kolonialminister Moutet, der bereits früher großes Verständnis und Interesse für die jüdische Frage gezeigt hat, hat eine j ü d i s e h e 1) e I e g a t i o n empfangen und sieh mit ihr über die Ansiedelung von Juden in den französischen Kolonien unterhalten. Nach dieser Unterhaltung hat Kolonialminister Moutet folgende Erklärungen abgegeben: „Ich stehe dem Gedanken einer Ansiedelung von Juden in unseren Kolonien sympathisch gegenüber, denn ich weil), daß die Juden gute Kolonisatoren sind. Sie sind durchaus für die landwirtschaftliche Arbeit geeignet, die die Basis jeder Kolonisation ist. Sie haben die bemerkenswertesten Beweise für ihre Fähigkeiten in Palästina abgelegt. Aber man darf sieh andererseits keine grollen Illusionen über die M ö g 1 i c h keifen von Massen- Siedlungen im französischen I m p e r i u in machen. Der palästinensische Aufbau hat außerdem gezeigt, daß man erhebliche finanzielle Mittel für die Durchführung dieser Pläne braucht. Außerdem ist gerade in den (legenden, in denen das Klima dem Europäer zu arbeiten gestattet, der Roden knapp. Eine Massensiedlung in diesen Gebieten würde dort ähnliche Schwierigkeiten wie in Palästina schaffen. Nichtsdestoweniger ist es möglich, daß ernsthafte Bemühungen in dieser Richtung auch zu Resultaten führen. Bevor man aber einen derartigen Versuch unternimmt, muß man g r ü n d I i c h e Unters ti c h u n g e n über die Möglichkeiten derartiger Projekte anstellen. Ich selbst bin mit Hilfe der französischen Gouverneure bereif, einer derartigen Untersuchung die notwendigen technischen Möglichkeiten zur Verfügung zu stellen. Die Untersuchungen haben bereits begonnen und ich besitze Berichte über die Ansiedlungsmöglichkeitcn aus den Kolonien. Manche Kolonien, z. B. Madagaskar, sind bereit, die Frage einer Ansiedlung von Juden ernsthaft in E r w ä g u n g zu z i e h e n. Die Voraussetzung ist allerdings, daß hinter den eventuellen Siedlern ernsthafte jüdische Organisationen stehen. Außer in Madagaskar bestehen eventuelle Siedltmgsmöglichkeiten noch in N c u - K a I e d o n i e n, in den Neuen Hebriden, und selbst in Guyana (Cayenne), dessen Klima weniger ungesund ist, als man im allgemeinen glaubt. Der Direktor der politischen Angelegenheiten im Koloniahninisteriuni, Joseph, sowie ein Mitglied des Kabinetts des Ministers, B o u t e i I 1 e, sind mit der Untersuchung dieser Frage beauftragt worden. Es ist möglich, daß eventuell derartigen Versuchen eine Unterstützung finanzieller Art seitens der französischen Regierung zuteil wird. Aber eine derartige Unterstützung kann nur darin in Erwägung gezogen werden, wenn sich wirklich ein ernsthafter jüdischer Organismus mit dieser Aufgabe befaßt. Der Minister würde sich freuen, wenn es ihm möglich wäre, an einem solchen humanitären Werk mitzuwirken." Wie wir hören, handelt es sich bei den jüdischen Organisationen, die bei Minister Moutet vorgesprochen haben, vor allem um das Comite de la Defense des Droits des Israeliten eu Europe Centrale et Orientale, sowie um das Comite Emcol (Societe d'Enügration et de Colonisation Juive), das bereits in der Frage der Ecuador-Kolonisation hervorgetreten ist. Die führenden jüdischen Organisationen wie Joint und Ica haben zu der Angelegenheit noch keine Stellung genommen. Man wird auf autorisierter jüdischer Seite diese Angelegenheit mit großer Aufmerksamkeit verfolgen müssen. Die Einwanderung nach Südafrika Der Antrag der Nationalisten Der Führer der antisemitischen Nationalistenpartei Südafrikas, Dr. J. Mal an, hat im südafrikanischen Parlament einen Antrag auf E i n s e h r ä n k u n g d er jüdischen E i n w ande r u n g nach Südafrika eingebracht. In der Begründung des Antrags werden der Regierung Vorwürfe gemacht, daß sie die weitere Einwanderung von Juden, insbesondere aus Deutsehland, nicht verhindert habe. In dem Antrag wird auch gefordert, daß Jiddisch nicht mehr im Sinne der Ein« anderungsvorschriftcii als europäische Sprache anerkannt werde und daß nur solche Einwanderer zugelassen werden, die assimiliert werden können. Ausländer sollen nur auf Grund spezieller Erlaubnis unbewegliches Eigentum in Südafrika besitzen dürfen, die Namensänderung von Einwanderern soll verboten und die Regierung ermächtigt werden, gewisse Berufe ausschließlich südafrikanischen Bürgern vorzubehalten. Die antiiüclischen Attacken Malans wurden von dem Innenminister Stuftaford zurückgewiesen. Der Minister wies auf die hervorragenden Dienste hin, die die Juden Südafrika geleistet haben. Wenn wir auch weiterhin für Gerechtigkeit und Recht eintreten, erklärte der Minister, dann wird jedermann, der legal in unserem Lande eine Zufluchtsstätte gefunden hat, sich fiir Südafrika nützlich erweisen. Erklärung von General Smuts Das Parlament hat einige Tage später den Gesetzentwurf der Regierung, durch den die E i n w a n d e r u n g s h e - s t i m m u n g e n neu gefaßt werden sollen, in zweiter Lesung a n g e n o m m c n. Die Forderung Dr. Mala n s, daß seine im besonderen gegen jüdische Einwandederung und die Gleichberechtigung der Juden in Südafrika gerichteten Anträge gleichzeitig mit der Neuregelung der Einwanderung erledigt werden sollen, blieb unberücksichtigt. Die judenfciiidlichen Tendenzen der Malaiischen Antrage wurden anläßlieh der Begründung des Oesetzcsvorschlagcs der Regierung von dem Justizministcr und früheren Ministerpräsidenten General Smuts aufs schärfste zurückgewiesen. General Smuts trat der Auffassung entgegen, als ob auch der Entwurf der Regierung gegen die Juden gerichtet sei. Die Neuregelung der Einwanderung ziele keineswegs darauf ab, jüdische Einwanderer vom Lande fernzuhalten. Vielmehr sei auch weiterhin in Südafrika jedermann willkommen, der den Erfordernissen der Einwanderungsvorscliriften geniige. Der Minister erklärte weiter, volles Verständnis und Mitgefühl fiir die bedrängten Juden zu haben und volle Sympathie fiir die Bestrebungen zur Lösung der Judenfrage zu besitzen. In diesem Zusammenhang hob der Minister die hervorragenden Leistungen der Juden im nationalen Leben Südafrikas und die Beiträge hervor, mit denen sie die kulturelle Entwicklung des Landes gefördert hatten. Der Minister fügte hinzu, die Anträge des Abgeordneten Malan würden von dem Volke Südafrikas als abstoßend empfunden. (General Smuts, früherer Btirengeneral, war bekanntlich während des Weltkriegs Mitglied des britischen Kriegskabinetts. Er ist einer der geistigen Väter des Völkerbundes und des Mandatssystenis und ein unerschütterlicher Vorkämpfer der Idee des jüdischen Nationalheims in Palästina, für das er sich in schwerer Zeit mit Nachdruck eingesetzt hat.) Die Judenfrage in der Schule Ueber die Behandlung der Judenfrage in der Schule ist ein lieft des Professors an der Hochschule für Lehrerbildung in Elbimr, Dr. Ernst Dobers, erschienen (Verlag Julius Klinkhardt, Leipzig), in dem sich der Verfasser mit dem Stoff und der Methode des Unterrichts über diesen Gegenstand beschäftigt. Einige Punkte dieses Heftes haben für uns besonderes Interesse. So beschäftigt sich der Verfasser u.a. mit dem S t a m m e s h e w u ß t s e i n beim Juden und führt hierfür den Satz: „Ganz Israel bürgt füreinander" an. Auf Grund dieses Satzes stelle sich die jüdische Presse einmütig vor jeden jüdischen Verbrecher. -- In Wirklichkeit wird durch die Haltung der Umwelt das jüdische Volk für die Handlungen jedes einzelnen luden verantwortlieh gemacht, während bei normalen Völkern niemand daran denkt, etwa die Verbrechen des Einzelnen dem Volke als Ganzem zur Last zu legen. Im gleichen Zusammenhange wird eine Aeußeruug der .Jüdischen Rundschau" aus dem Jahre 1(J2(> angeführt, in der darauf hingewiesen wird, daß zwischen den verstreuten Gliedern des jüdischen Volkes geistige, politische, humanitäre und auch wirtschaftliche Bindungen und Abhängigkeiten bestehen und daß aus diesem Grunde die Organisation eines Informationsdienstes notwendig wurde, um über die Vorkommnisse im Leben der Juden anderer Länder sieh zu unterrichten. Das entsprechende Zitat ist einem Artikel der „Jüdischen Runds hau" über die J t a entnommen, der seinerzeit erschienen ist und die Tätigkeit der Jüdischen Telegraph e n a g e n t u r würdigte, bei der es sich tatsächlich um nichts anderes a's um die Frage der Nachrichtenübermittlung handelt, wie sie auf allen Gebieten des Lebens besteht. An einer anderen Stelle des ffeftes wird auf den politischen Einfluß von Juden nach dem Umsturz im Jahre IQ IS hingewiesen. Ei diesem Zusammenhange wird eine Aeußerung aus dem „Jini. Echo" in München vom November 1918 zitiert, in der auf die Stimmung im Volke hingewiesen wird, daß zu viele Juden in der Regierung seien. Das Blatt schließt hieran die Bemerkung, daß solches Mißtrauen nicht nur den Betreffenden schade, sondern der Allgemeinheit und vor allein dem Judentum. —- Es hätte nahegelegen, an diese Bemerkung die Konsequenz zu knüpfen, daß auch in jüdischen Kreisen selbst die Erkenntnis wach gewesen ist, eine gewisse Distanzierung gegenüber den Angelegenheiten der Umwelt sei aus der objektiven jüdischen Situation heraus notwendig. Im letzten Kapitel, der die Methode des Unteirichfs behandelt, wird gesagt, daß es in der Schule darauf ankomme, der deutschen Jugend klare Erkenntnisse über den Juden zu vermitteln. Das soll mit tiefer und echter Leidenschaft geschehen, aber es bedürfe dazu keiner S c h m ä h 11 n - gen und II a ß g e s ä n g c. Anschließend hieran erörtert der Verfasser die Frage der V e r w e n d u n R dos „S 1 ü r in e r s" im Schulunterricht. Fr kommt zu dein Ergebnis, daß der „Stürmer" für die rassische Untetrich'ung der Jugend brauchbar sei, daß aber aus sexual-pädagogischen Gründen die Aufsätze und Artikel ausgewählt werden müßten. König Georg besucht WhJtechapel König Georg VI. und Königin Elisabeth werden am 13. Februar zum ersten Male seit ihrer Thronbesteigung das Londoner Fast End besuchen. Der Besuch des Königspaares ist offiziell angekündigt worden. Geforderte Emigration Druck auf die jüdischen Massen, aber verschlossene Tore — Neu „entdeckte" Länder Die Nerven des jüdischen Volkes werden in dieser Generation auf eine halte Belastungsprobe gestellt. Gewiß, Judennot und Judenfi c:c .sind nichts Neues, sie haben schon in der zw eiten I! ib'te des vergangenen Jahrhunderts die Geister bewegt und nicht zuletzt die grolle Bewegung der jüdischen Renaissance, tler Wiedergeburt des Volkes aus den eigenen Kräften heraus zu einem schöneren und sicheren Leben als bisher wachgerufen. Dennoch ist die Form, in der sich die Judenuot in unseren Tagen präsentiert, eine durchaus andere aN in der Zeit unserer Väter, als besonders das russische Judentum unter schweren Schlagen seufzte. Damals wa r die Welt offen und Amerika nahm Millionen von luden auf, die fi ei willig zum Wanderstab gegriffen hatten. Der wirtschaftliche Druck und die politische Verfolgung waren damals Ursachen jüdischer Emigration, dennoch aber erfolgte die Auswanderung #us freien Stucken und war dem Entschlüsse des Einzelnen und der Initiative der judischen Organisationen anheimgegeben. In den letzten Jahren ist ein neues Element auf diesem Gebiete wirksam geworden. Es zeigt sich nämlich, daß ein Staat, in dem Juden in großen Massen leben, von sich aus erklärt, daß er einen mehr oder weniger großen Teil seiner Juden los sein möchte, und er gibt den Juden den wohlgemeinten Rat, möglichst zahlreich die Grenzen ihrer bisherigen Heimat zu verlassen. Diese Tatsache ist etwas Neues in der judischen Wanderungsgeschichte dieses Jahrhunderts — wenn auch nichts Neues im Gesamtverlauf der an tragischen Momenten so reichen jüdischen Geschichte überhaupt. Schon einmal hat ein Großstaat Europas den Juden den Befehl zur Auswanderung gegeben, nämlich Spanien im Jahre U'J2. Diese Judenvertreibung (und viele andere ähnliche Vertreibungen) bewegte sich . in den Formen, die damals üblich waren und uns Heutigen inhuman und grausam erscheinen. Dennoch wurde das Leid und die Not der Vertriebenen gemildert, weil andere Lander bereitwillig d i e V e r t r i e b e n e n a tf f n a h m e n und ihnen Schutz und Heimat gewährten. Die aus Spanien ausgewiesenen Juden wurden insbesondere von der damals auf dem Höhepunkt der Macht befindlichen Türkei gastlich aufgenommen. Heute haben wir keine so krassen Ausweisungsbefehle, dennoch aber ist die Wirkung infolge der vergrößerten Zahlen kaum weniger tief eingreifend. Wenn von polnischer Regierungseife immer wieder gesagt wird, daß die J u denf r a g e i n P o I e n n u r d u r c Ii A u s w a ml e r u n g g e - löst werden kann und dal! die Juden selbst diese Sache, in die Hand nehmen mußten, dann bedeutet diese wiederholte Erklärung eine außerordentliche Verschärfung der politischen und gesellschaftlichen läge der Juden dieses wichtigsten Zentrums. 1 >as russische Judentum der \ orkriegs/eit brauchte auch die Massenausw anderung, aber es wurde von der Regierung nicht dazu gedrängt. Und blicken wir zurück in die Tiefen unserer Geschichte, so wissen wir. dal! d'C erste große Volkswanderiing, die wir kennen, der A u s - zug aus Aegypten, nur widerstrebend von dein König des Landes, Pharao, zugelassen wurde. Gerade jetzt gedenken wir ja in unseicm Woehenabsclinitt dieses Ereignisses. Dazu kommt, daß sowohl gegenüber der Vorkriegszeit wie auch im Unterschied zu den früheren Ereignissen unserer Wanderungsgeschichte die Tore der Welt für das jüdische Volk nicht offen sind. Im Gegenteil, es scheint, als ob eine wachsende Zahl von Ländern ihre Pforten immer mehr vcischlielicn will. In Südafrika wird gerade jetzt eine lebhafte Auseinandersetzung über die Frage der Neuregelung der Einwanderungsbcstimmungcn geführt, bei der antijiidische Tendenzen deutlich zutage treten. Chile scheint nach neuesten Meldungen gleichfalls eine Erschwerung jüdischer Immigration zu beabsichtigen, und in vielen anderen Ländern weiden die Schw ierigkeiten immer größer, die einer Einwanderung entgegenstehen. Selbst wenn das jüdische Volk die These a n n e Ii m e n würde, daß die Judenfrage in wichtigen Ländern nur außerhalb ihrer Grenzen gehist werden kann, stößt sein Wille zur Emigration auf Hindernisse, die vorerst unüberwindlich sind. Dennoch ist es naturlich begrüßenswert, wenn die beteiligten Regierungen selbst in dieser Sache die Initiative ergreifen, da alles, was zur Erschließung von Auswanderungsniöglichkciten geschieht, die Not der Juden wenigstens etwas lindern und damit auch die Spannung in den verschiedenen Ländern erleichtern kann. Insofern ist die Aktivität der polnisch e n R e g i e r u n g sow ohl in der Frage der Aiifrechterhaltung von Einwanderungsmöglichkeiten nach Palästina wie auch im Hinblick auf andere Auswanderungschancen gewiß anzuerkennen. Zu diesen Bemühungen sind nun in den letzten Tagen Besprechungen hinzugetreten, die in Paris mit der französischen Regierung geführt wurden und die Erschließung französischer Kolonien für die jüdische Einwanderung zum Ziele hatten. Neben Madagaskar, das bisher gelegentlich von antisemitischer Seite als jüdisches Finvvanderungsland proponiert wurde, ist in diesem Zusammenhange die Inselgruppe der Neuen H e b r i d e n und Neu-Kalcdonien genannt .worden.. Es handelt sich hierbei um kleinere Südsee-Inseln in der tropischen Zone, von denen Neu-Kaledonien

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