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Jüdische Rundschau · 1937-01-12 · Heft 3 (12.1.1937) · page 9

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 3 (12.1.1937)
Date
1937-01-12
Page
– (sequence 9)
Language
German
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■ JODISCHE RUNDSCHAU yyr.a.-v.a <*r*s>.^m*. mQ*m ERL HKUNDSCHA Nr. 3, 12. JANUAR 1937 s s ■HI l i Der neue Gemeindevorstand Die Pressestelle der Jüdischen Gemeinde zu Berlin teilt mit: Die neu gebildet« R c pr; i sen t anten-Versammlung der Gemeinde hielt am lü. Januar ihre erste Sitzung ab. Auf der Tagesordnung stand zumachst die Amtseinführung der neuen Repräsentanten, die Konstituierung der Versammlung selbst und als Punkt von besonderer Bedeutung die Neuwahl des Vorstandes der Gemeinde. Nach einer Ansprache von Direktor Stahl und nachdem ohne Widerspruch durch Akklamation das Präsidium der Versammlung in der bisherigen Zusammensetzung (Vorsitzender R.-A. Heinrich Stern, erster stellvertretender Vorsitzender R.-A. Philipp K o z o w € r, zweiter stellvertretender Vorsitzender Dr. London, Schriftführer Dr. G u t - mann und Dr. S a d g e r) gewählt worden ist, übernimmt Rechtsanwalt Heinrich Stern den Vorsitz. Der Präsident gedenkt der Mitglieder der'früheren Repräsentanten-Versammlung, die verstorben sind, und verliest die Liste der durch Auswanderung ausgeschiedenen Gemeindevertreter. Die Versammlung wendet sich danach der Regelung deÄ wichtigsten Punktes der Tagesordnung zu, der Wahl der sieben Mitglieder des Gemeindevorstandes. Sie beginnt damit, daß der Vorsitzende der Religiös-Liberalen Fraktion als erster den Antrag stellt, Herrn Stahl zum Gemeindevorsteher zu wählen. Diese Wahl und die Wahl der folgenden sechs Vorstandsmitglieder werden im Wege der Zetteiabstiminung vorgenommen. Bei der Auszählung ergibt sich, daß von den 36 anwesenden Repräsentanten 35 Stimmzettel auf Direktor Heinrich Stahl abgegeben worden sind, ein Zettel war unbeschrieben. Damit Ist der bisherige Gerneindevorsit ende (der unbeschriebene Stimmzettel war wohl sein eigener) einstimmig wiedergewählt. Nacheinander werden darauf die Herren Rechtsanwalt Dr. Alfred Klee, Adolf Schoyer, Moritz Rosenthal, Direktor Georg K a r c s k i, Carl Fuchs und Dr. S u 1 z b e r g e r als Gemelntkvorstc-lier mit großer Mehrheit wiedergewählt. Damit ist der Vorsland der Gemeinde in seiner bisherigen Zusammensetzung wiedergewählt worden. Die Neuen Naturalisten Ausstellung Im Klubheim Von der Jüdischen Winterhilfe Die nächste Haussammlung der Jüdischen Winterhilfe findet am Sonntag, den 24. Januar, statt Die Ausgabe der Kohlen- und Lebenstnittelscheine für Januar findet vom 18. bis 22. Januar zu den im Oemeindeblatt angegebenen Zeiten statt. Wir weisen nochmals darauf hin, daß es zwecklos ist, Anträge au! Bekleidung oder sonstige Leistungen unmittelbar an die Zentrale der Jüdischen Winterhilfe zu richten, oder in diesen Angelegenheiten persönlich dort vorzusprechen. Unterstützungsaiitrüge können nur bei den für die Antragsteller zuständigen Bezirks- bzw. Zweigstellen gestellt werden. Bei Besuchen in der Zentrale tritt nur eine Verzögerung infolge der notwendigen Rückfragen ein. Die Teeveranstaltung zugunsten der Jüdischen Winterhilfe findet am 24. Januar, 6.30 Uhr im Brüderverein, Kurfürstenstr. 115/116 statt. Kartenvorbcstellungen: Jüdische Winterhilfe C 2, Rosenstr. 2-4 (Dl 6711, Apparat 60). •Postscheckkonto der Jüdischen Winterhilfe: Berlin 93446. Goldenes Doktorjubiläum. Herr San.-Rat Dr. E u p h r a t, Bcrlin-Weiliensee, beging sein goldenes Doktorjubilaum. Er ließ sich 1SS7 in Weiliensee als Arzt nieder. Seit fast 47 Jahren betreut er die Zöglinge und Insassen der Isr. Taubstummenanstalt mit seinem ärztlichen Rat in unermüdlicher Pflichterfüllung. Zu unserem Bericht über das Winterhilfs-Konzert in der Synagoge Fasanenstraße ist noch nachzutragen, daß Richard Alt mann als Solist an der Orgel zwei Kompositionen zu Gehör brachte. Ebenso stellte er sich in der Veranstaltung „Die Bibel singt" zur Verfügung. Familien-Nachrichten Herr Wolf Ii r e n n e r und Frau, Babelsberger Str. 8, begehen am 25. Januar die goldene Hochzeit Herr I). J acohus, Friedenau, Siidwestkorso 10, begeht am 18. Januar den 70. Geburtstag. Das Sekretariat für bildende Kunst zeigt diesmal im Klubheim, Marburger Str. 5, eine Ausstellung dreier junger Künstler, die unter dem Namen „Die Neuen Naturalisten" nach einem gemeinsamen Programm arbeiten. Alle drei sind Schüler von Arthur Sega 1, bei dessen Ausstellung jene für die jüdische Ocfleiitlichkeit ersten Proben eines neuen Naturalismus gezeigt wurden. Arthur Segal und seine Schüler, die seit langem selbständige junge Künstler sind, verstehen darunter „eine vertiefte Naturbetrachtung unter Zuhilfenahme ewiger Gesetze alter und neuerer naturalistischer Maler". Exaktes Erfassen der Stoffwerte, ob es einer Messingschale gilt, oder der Maserung eines Holztisches, wie bei AiineliseRatkowski-Brauns Stilleben oder der Glätte einer geschliffenen Flasche aus Rubinglas wie bei Max H c i m a n n, die m jedem Fall bis ins Letzte ausgeführte Arbeit, an welchem Motiv rieh immer, kennzeichnen jedenfalls alle Arbeiten, die als typisch gelten können für das Programm. Bei Ann-eiise Ratkowski-Braun und bei Max Heimann ist es so sehr verwirklicht, daß auch Arthur Segal kaum etwas einzuwenden hat Dennoch ist auch jeder dieser beiden Künstler eine Persönlichkeit für sich. Max Heiinanu zeigt, daß sein seelischer Bezirk auch die Romantik einschließt und andererseits bis zur kühl exakten Härte reicht, die an Dixbilder crinncit. Dazu gehört der „Zauberkünstler", ein Artist, der drei kleine rote Kugeln zwischen den gespreizten Fingern hält, schwarz-weiß auf dunkelgrünem Hintergrund, in der Ecke hoch oben die Karikatur mit dem Artistennamen. Zur Romantik gehören die beiden Gartenbilder. In dunkelgrünen Blumenrabatten kleine rote Blumen, eine Baumwildnis, abgeschlossen durch flachenhaft malerische Bäume. Auf dem anderen Gartenbild sind es die zarten Nadeln der Lärchenbämne und ein schattiger, weicher Rasen. Sehr interessant sind seine jüdischen Motive. „Vorbereitung für Freitag-Abend" heißt das eine. Eine ältere Dame hält putzend einen Silberleuchter in der Hand. Ein weiterer Leuchter, die Bsomiinbüchsc, das Kelchglas und die Weinflasche stehen schon auf dein Tisch, ein Tallith liegt zum Mitnehmen in die Synagoge da. Das Tischtuch liegt nicht so stillebenglatt, sondern noch sorglos mit den Falten vom Aufstellen der Gegenstände. Das innen vergoldete Kelchglas, außen Silber, die substantielle Darstellung der Silberleuchter, das gelbe, weiche Putztuch, der weiße Stoff der Decke, der weichere Stoff des Tallith, all dies zu unterscheiden durch Farbtöne und Schatten ist bestes Beispiel für die selbst gestellte hohe Aufgabe Max Heimanns und der Segal-Schulc. Auch das Selbstbildnis im schwarzen Malerkittel und das meisterhafte „Stilleben mit Saxophon", die exakte Darstellung des Metalltrichters u. a. Instrumente, das bereits erwähnte Stilleben mit Rubinglas, ein kleines „Küchenstück mit Mohrrüben" sind ebenso Werke guter moderner Malerei. Von früheren Arbeiten Heimanns ist das schöne Gemälde der grauen Katze zu sehen, die an einem hellen Frühlingstage in einer saftig grüne» Wiese liegt, umgeben von weiften, eingestreuten Gänseblumen. Das weiße und graue Fell, die weißen, weichen Pfötchen sind allerbeste Malerei. Während Max Heimann die interessante Vielseitigkeit mit Qualität vereinigt, erscheint A n n e 1 i s e R a t k o w s k i - Braun als die reifere Künstlerin, die im Porträt in der Naturtönung des Gesichts und der Hände unvergleichlich subtiler ist in den Uebergängen. Wo Max Heimann den Annclise Ratkowslä-Braun: Bildnis einer jungen, Fratt Foto: J. Abraham geistigen Gesamteindruck gibt, zeigt sie, wie im rosa getönten Porträt des „Jungen Gelehrten", das Individuelle. Plastisch hebt sich seine Gestalt aus dem Zimmerdunkcl, und mit der Rundung des Lampenschirms öffnet sich auch die Tiefe des Raums. Im allgemeinen: das Gemälde mit den Flaschen ist eine Ausnahme, besteht ihr Gesamtton aus warmen, dunklen Farb- Wängen, die Farben leuchten aus dem Dunkel hervor wie das dunkle Grün und Braun der Sceroscnblätter und der weißen Blüten, oder wie auf ihrem schönsten Stilleben die samtenen Pfirsiche in Rottönen aus dem dunkelgrünen Samt. Dieses kleine Stilleben ist eine Sammlung kostbarer, schöner Dinge und wahrhaft kostbar gemalt. Diese Pfirsiche und einige Stilleben sowie die Porträts „Das jüdische Antlitz* sind in diesem Jahre gemalt. Bezeichnend für ihre Art sind die Kompositionskcnnzciihnungcn. „Runde und senkrechte Gegenstände" sind harte, grün- und rotfarbene Aepfcl und eine stehende zylindrische Metallbüchsc, die Flaschen beißen „Spiel der Lichter". Diese Lichter auf allen ihren Gemälden sind die einzigen aufgesetzten Striche, sonst gehen ihre Farben genau wie die von Heimann virtuos ineinander über. Die Gesichter haben beim Kopf des kleinen Mädchens ebenso wie beim Selbstporträt dieses Jahres eine weißgraueTönung. Das Selbstporträt ist diesmal gar zu streng, die früheren geben besser den orientalisch schönen Mädclientyp, der sie wirklich ist. Stilleben sind nach wie vor ihre Meisterschaft. Vom vorigen Jahr das mit dem grauen Becher und den beiden Brötchen, von diesem Jahr „Der starke Farbklang" — das sind glatte, rote Paprikaschoten mit einer hellgrünen, und das viel schönere große Gemälde mit den grauen Kartoffeln, dem riesigen harte* Apfel in Hellrot und Grün und dem Messer, das rote und grüne Farben spiegelt. Wie Annelise Ratkowski das weiche helle Fkchtholz des Einholkorbcs gegen das dunkle, braune Holz des Tisches unterscheidet und au! dem dunklen Holz die farbigen Schatten und alles exakt gemalt hat, das ist beispielhaft. Zur Erleichterung unserer Freunde In ÖroB-Berlii» haben wir neben uneeren Anzeigen-Annahme-Stellen MeinekestraBe 10 In unserem Verlagshausa SchützenstraOe 52 unweit Jerusalemer StraSe Neue Frledrichstr. 59 Buchhandlung M. Poppelauer Neukölln,Sanderstr. 24 am Kottb. Damm bei M. Badasch noch einen Sonder Schnelldienst für Femillannachrichton und Qolegenheltaanzeigen geschaffen. Auf Anruf 919031, Apparat 89, werden Sie sofort besucht und fachkundig beraten. «JÜDISCHE RUNDSCHAU Anzeigen - Verwaltung 'Max IJeimann: Selbstbildnis Foto: Hrrbert Sonaenfehl KLEINKUNSTBUHNE max^hruch . JÖD,SCHER K1TRUURNBTVD SCHUMANNSAAL, LUtxowstr.76 (Magdeburger PI.) HHPT |4f . * Cl m ö* 1 Premiere 16. Januar q,q ■Ei mWC CMWAfo 2.Vorsiellung 17. Januar O K*5ft i ^eUU sich damuUeie+t,: Hi\ Essig und Oel K iBHlW 2m 1 M""!"1'. lustspiel in 7 Bildern von Siegfried Geyern. Paul Frank. Mwtiki Robert Katscher ■S MWMm i mit Camilla Eisner (Spiro) u. Max Ehrlich ■jf JHh^Hw i Siegfried Uriai, Bert Baer, Stella Ehrlich (Hay), Ilse IntratOf, Maria fMatau, Wolfg. Bernstein, ■ '^HsHe^K 1 Berthold Guttentag u. a. Orchester i Die Kleinkunst Secfi». Reglet Max Ihrllcfi. Mulikal. p^k^paBEMHpw Leitung: Werner Baer. Ausstattungi Heinz Condeil. Technische Leitungt Hans Sondhelmer. ^E$^E^^B39p7! Vorverkauf der Karten von RM 1 - 4 bei Philo-Vertdg, Pariser Str. 4« i b. Zeltvngtttand im BBB^E^E^^ J Cate Leon, Kurfürstend. 155 \17 4279); Kulturbundtheater, Kommandantenstr. V. Eintritt j a. f. Nirtitsnltgl. d. Kultvrh. mit d. neuen Reiditverbaitclik. (auch a. d. Abendk. arh.) MAX RIEGEL fSm^*agfSrm^. P»ri.erS»r.S8/» formfl roto; P oü« 5557 V J V J M.d.|.H.,ndw. V. ^***>r V»aX Uef. d.Kr»nkenk. ayr;agogonv«rt>end Berlin, Orupp* LUUowitrtiaa a>onii«rsta9, 31. Januar, 20,15 Uhr; tum Buten den Jüdischen Winterhilfe der .Jüdischen Gemeinde Berlin Synagosenssoniert III der Synagoge LUtzowetrafie 18 Aueführ« nr!e: Paula Salomon (Lindberg), Oberkantor Hanns Job» Jfacoboohn, Die Jüdiscbcn Sängerknaben unter Leitung von Erwin Joape EMelttnde Worte, Direktor llrintidi Stahl, Vors. <ter Jäd. Gemeinde Karten sum Preise von KM —,50 bin 7,— in den Buchh/Jnd!iin£en: Ktdim, Dahlmanns»««* 8, Philo, Pnriser Str. 44, Wulff, Prajter Platz 4, und beim Hauswart der Synagogen: Lüt/owstraßß 16, FnsanenstrnBc. 78/80, FriedrnstePapel, Markjrraf-Albrechl-Str. 11/12, und Oranienburger Str. 29 sowie an der Al.emlkaser lu PeAach taajo!s?- von CftMAJO - Halles - eroertSsierei «rV Carl Max Josephs Bremen 1 Die Herstelluni* arfolsrt unter Aufeicht de« Bremer Rabbinata. WhMltmrklfgfer gosuehi Mittwoch, don SO. Januar 1937, 20,30 Uhr Musikar-Fettoil», Kalsar-Wllhoim-StraD« 31 TNiATIRABENB Ole Klelnkunstgruape dst Bezirkt Zentrum—Narr} spielt J&itkel der Fuhrmann von M. Richter Regia: M. Wittelsohn / Techn. Leitung: F. Finder Karlen im RM —.75, 1.—, 1.25 im Vorverkauf: Möbelhaus Adleratein, AH» Schönhauser Sir. »i Konditorei J. Dohrin, Snnndauer Brücke ts Buohhandlune Salles, Grenadierstr. 30; Wiener Cafe. Alle Schönhauser Str, 11; Spedll. Uehenthal, Krnnenstr. 33; Verbund Pnlnlsther Juden, Kurfürstemtrau» 421 Rest, KlmelfeM, Rosentheler StrafJ* 321 Budidruckartl l^ü-.ar, Lolhrinj«r Str. 34-35, und an der Abendkasse BERUHER ZIONISTISCHE VEREINIGUNG, BEZIRK ZENTRUM-NORD KAPITALMARKT ■■'o ■ Teilhaber gesucht mit RM £-6000.- Kapital für Tischler, selbst., zur Uebersiedlun? naeb Palästina. Werkle«?*, Maschinen vorhanden, Offerten unter 1* 916 in Ans.-Akt. der Jüdisdicn Rundschau, Berlin W 15, Melnekestraäe 10 AudoHcU-tau&cU För Auslandsobjekt« (Italien-Frank«- rach-PelasUna) tfuche ich deutsche Interessenten, die über entsprechend. Grnndb«iiU oder Barkapttal vtrfüffsn. Genaue Angaben erbeten. G*mmmijfung der Devisenstelle in allen Fällen erforderlich. 8. BRUCHSALER Vermittlungen STUTTÖART-O. Herrenbekleidung bÄb£; I an zu gründendem Ein relhandels^eschHft bester Lage Berlins H ff «boten. Aufmachung unlcr Berücksichtigung erprobter ganz H neuzeitlicher Gesichtspunkt«?. 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