Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 43 (1938)
- Issue
- Heft 89 (8.11.1938)
- Date
- 1938-11-08
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr, 89, 8 XI, 1938 Berliner Rundschau Aus dem Reich Die Jüdische Winterhilfe teilt mit: Hausfrauen, gebt wöchentlich zur Pfund •Spendei Die ,,Pfundspende“ wird von der Jüdischen Winterhilfe bei allen Hausfrauen ־wöchentlich gesammelt. Wir bitten alle Hausfrauen, die Spenden wöchentlich hereitzuhalten oder, wenn sie die Pfundspende monatlich abzulösen wünschen, diese in der Höhe zu bemessen, wie sie der Zahl der Wochen in dem jeweiligen Monat entspricht. Die gesamte Ausgabe der Leistungen im November beginnt! Am U, November beginnt in den Bezirks- und Ausgabestellen der Jüdischen Winterhilfe Berlin die gesamte Ausgabe der Leistungen an die Betreuten, Die Einzelheiten über die Ausgabe in! November sind aus den! Jüdischen üemeindeblatt tu ersehen, Postscheckkonto: Berlin 93 446. Ill!lllllll!ill!illlllllilll1lll!!!llllll1llllll|l|||1n!l||!i||||||||l|||||||l|lllll|filll|||ffl HAUSFRAUEN. GEBT wöchentlich zur 3ÜDISCHE WINTERHILFE DER. JÜDISCHEN GEMEINDE ZU BERLIN!1111111HIIIIIIII! IMI 1:!! |l|!!l!!l!!ll lllltlnlil!1111 HIHI! 111111111111!!!!ו!ווווווווווו!ו!ווווווווווווווווווווו1ו1וו1ו!וו!ויוון!ווו!!ו1ו!ו Ankündigungen Gtneralversa m m lung des ]TSC. Bar Kochba-Hakoah. Die •'״Hf,rnSChe Lehra“‘alt)'!״|J:jd• setüc 51 ״־״IS 850: Abi. 5 15. 1201.9250. ׳10 Nicht mehr in dei■ Wett■! Wenn Sie auswandern, wahren Sie den Zusammenhang mit Ihren Verwandten und Freunden. Verabschieden Sie sich von ihnen und teilen Sie ihnen Ihre neue Anschrift mit. Sie sparen Arbeit und Kosten durch ein Inserat in der JÜDISCHEN RUNDSCHAU Künstlerisches Lehen in Hamburg Von unserem Berichterstatter Der neuen Spielzeit des Kulturbundes war das ״Spiel zu Dreien" von Klabund ״X Y Z“ vorangegangen. Regie führte Julius Kob ler, der aus seiner reichen Biihnenerlahrung schöpfend eine vorzügliche Vorstellung herausbrachte, die dem reizenden Lustspiel in seiner schwebenden Leichtigkeit vollauf gerecht wurde, in! Mittelpunkte der Darstellung stand eine neue Kraft, Ursula P c r I h ö f t e r, die sich sehr vorteilhaft cinfiihrcn konnte. Ihre beiden Partner: Fritz. Benscher und Fritz Melchior, beide sehr glaubwürdig und wirksam. Kurt Schindler als aiter Diener eine gute Charge. Das Bühnenbild Anny Go was — schöne Interieurs — und die technische Leitung durch Harry B I u in e n 111 a I ergänzten das Spiel aufs beste. — Der ’ eigentliche Eröffnungsabend brachte das Lustspiel von Lad. Fodor ״Arni wie eine Kirchenmaus“. Hier konnte man einen anerkannten Meister der Spielleitung, Arthur Hellmer, als Gast bewundern, seine Regie breitete wirklich ein grobes Vergnügen. Fritz Melchior, der Viel gewandte und -bewährte, beherrschte die Szene, neben ihm die junge Steffi Rosen bau m, die schon ein Liebling des Hamburger Publikums geworden ist. Ursula Perlh öfter war ihre draufgängerische Gegenspielerin, Julius Ko bl er stellte wieder einen seiner skurrilen und doch von tiefer Menschlichkeit erfüllten Sonderlinge auf die Beine, Fritz Bcnsc h e r, Kurt Schindler Willy Hage n, Martin Levy — alle standen am richtigen Platz. Es war eine schöne Vorstellung, von den Bühnenbildern Anny Go was trefflich umrahmt. Abermals von Kobler inszeniert, sahen wir letzthin den von Georg Hirschfeld dramatisierten Roman ״Der Pojaz“ von Karl Emil Franzos. Nach der Premiere mußteil die beiden Hauptrollen!unbesetzt werden: statt Frau Hcrsslik spielte nun Lilly Wolff die Witwe Kurländer, und ihren Sohn Sender, den ״Pojaz“ statt Dagobert Berger der aus Berlin lierbeigelioltc Werner B u k o f z e r. Beide hatten starke und eindringliche Momente, doch!mißte das Zusainmcnspiel naturgemäß unter dieser Improvisation leiden. Unter den Mitwirkenden sind noch zu nennen der stilechte Rabbi Willy Kruszynskis und der humorvolle Schadeben Martin Rose ns, der an ähnliche Gestaltungen Koninskis erinnerte. Im August hatte uns Alfons Fink einen netten Abend ״Vom köstlichen Humor“ bereitet, Leo Raphaeli (Willi Hagen) erfreute uns mehrfach mit seiner feinabgewogenen Conference. fn den Räumen des Jüdischen Gemeinschaftshauses ist eine ständige Ausstellung von Arbeiten Hamburger jüdischer Künstler zu sehen, und zwar von Alice Beck, Lore E b e r - F e 1 d b e r g, Paul W. H e n I e, Kurt Löwengard, Edith Marcus, Karl Josef Müller und Gretchen Wohl• w ill. Mit Rechtsanwalt Rudolf Samson, der am 4. September einem Unfall zun! Opfer fiel, verlor der Jüdische Kulturbund in Hamburg seinen Gründer, Leiter und treuesten Berater. Der Name des so vielfach verdienstvollen Mannes wird mit dem Hamburger Kulturbund stets verbunden bleiben. Leon K o r n i t z e r Zionistisches und Gemeindelehen Koiutanz. A6 1״. November beging R.-A. Moriu Bloch. Vor. Der Jubilar ist. seit vielen fahren Vorsitzender der Gemeinde und Mitglied des ZOV. Der ZOV. pflanzte zelm Jtiiume auf Boden des KKi, in Palästina auf den Namen des Jubilars. Kittirgen a. M. Vor kuizem trat Lehrer Naphtali Bim• der Gemeinde seine besten Kräfte als Kantor und Religion-sichrer Mannlieir ׳Wolff daß er Neiße. Dine Abs rhiedsfeier Wir den lang)׳,ihrigen Vorsitienden at Lewinsky, der mit seiner Gattin nach . Pr. Berger leierte in einer herzlichen Andes Scheidenden, der dreißig Jahre hindurch ier in rin bringende und liefx'volle Arbeit ge- 11׳ ihm, der nur 1/4 Jahr" .seines Amtes waltete, 1־ von Dr. Berger herzliche Abschiedsworte Hebräische Stenographie Zur 2. Auflage des Lehrfcudies von .lakoh Maimon*) Ist einem der Leser dieses Blattes eigentlich schon einmal die Frage eingefa'len, wie es möglich ist, daß er von bedeutsamen, bei Versammlungen und Konferenzen in Palästina in hebräischer Sprache gehaltenen Redet! schon nach weniger Tagen den wortgetreuen Text in den Spalten der ״Jüdischen Rundschau“ lesen kann? Oder hat einer der zionistischen Lese! unseres Blattes eigentlich schon einmal darüber nachgcdaclit. wie es kommt, daß bei den Zionisten kongressen der Nach kriegszeit die ״Kongreß-Zeitung“ schon am frühen Morgei in vvöiiiicher Wiedergabe■Reden bringen kann, dk> äm' Abend zuvor in hebräischer Sprache gehalten worden sind, während doch die meisten Kongrcßprotokolle der Vorkriegszeit be׳' Reden in hebräischer Sprache statt des Textes der Rette neben dem Namen des Redners nur den lakonischen Vermerk enthalten: ״Redner spricht hebräisch‘־? Wir gehen wohl nicht fehl, wenn wir annehmen, daß sich noch nicht sehr viele unserer Leser hierüber Gedanken gemacht haben. Und doch verlohnt es sich, auch dieser bescheideneren Frage einmal einige Augenblicke des Nachdenkens zu widmen Denn in diesem Entwicklungswandel von dem lakonischen Vermerk im Kongreßprotokoll über das Unvermögen, hebräische Reden auch nur ihrem Inhalte nach wiederzugeben, bis zu der tauglichen, gar nicht mehr als etwas Besonderes empfundenen, wortgetreuen Wiedergabe stundenlanger Diskussionen in hebräischer Sprache in der hebräischen Tagespresse Palästinas ist gleichfalls ein Stück von der kulturellen Erneuerung unseres Volkes auf dem Boden seiner alten Heimat zu sehen. Weil dem aber so ist, scheint es mir ein Gebot der Dankbarkeit, auf den ehernen Tafeln der Erinnerung auch den Namen des Mannes drmi/cichnen, der in schwerem, erst nach langen, vergeblichen Versuchen geglücktem Ringen seinen Teil dazu beigetragett hat, der Erneuerung unserer Sprache Dauer und Bestand zu geben. Wir sprechen von akob Maimon, dem Erfinder der ersten erfolgreichen cbräischcn Stenographie. Auf Jakob Maimons Weg ־zur hebräischen Stenographie paßt das alte Wort, daß ״der Krieg der Vater aller Dinge“ ist. Der Weltkrieg brachte ihn durch einen Zufall in seiner Vaterstadt Libau mit einem jüdischen Soldaten der deutschen Besatzungsarmee zusammen, und diesem Soldaten, einem Lehrer, der Maimon die Kenntnis der ,,Deutscher! National- Stenographie“ (nach dein System des Potsdamer Generals *) Jakob Maimon, Stenographia le-lwrith, lefi schitat ״Ha- Stenographin habcu-leumit“ scliel Felix von Kunowski. Jerusäten! 5698, Verlag ״Ewer“. Felix von Kunowski) vermittelte, ist cs eigentlich zu verdanken׳, daß wir heute ein brauchbares System einer Kurzschrift für die hebräische Sprache besitzen. Denn als Maimon in! den ersten Jahren nach dem Weltkriege als Stenograph und Stenotypist iiach Palästina ging, begann sofort sein unablässiges Bemühen, für das Hebräische die Kenntnis der Stenographie zu verwenden, die er sich in der Diaspora er• worben hatte. Mairnon hat sielt von keiner Schwierigkeit bezwingen oder gar zur Aufgabe seines Zieles bringen lassen, Mit unbeugsamer Energie und Hartnäckigkeit und nicht ge- 1־Ingen materiellen Opfern verfolgte er seinen Weg weiter, in dauerndem Kampfe mit den natürlichen Schwierigkeiten, die sich aus der Anpassung ein® Systems einer europäischen Kurzschrift an die völlig andersartigen Gegebenheiten der hebräischen Sprache ergeben mußten, in ständigem Verwerfen und Neuschaffen der Einzelheiten baute er in jahrelanger Arbeit das europäische System der Kurzschrift, das er beherrschte, so für die hebräische Sprache um, daß jede Einzelheit seines Systems dieser Sprache adäquat, daß sein System der stenographischen Niederschrift hebräischer Texte so vollendet war, daß diese ebenso leicht niedergeschrieben und wiedergelesen werden konnten wie Stenogramme in irgendeiner anderen Sprache. Im Bewußtsein dieser absoluten Verwendbarkeit seines Kurzschriftsystems gelang es Maimon dann auch, die äußeren Schwierigkeiten und Vorurteile zu überwinden. Als es ihm 1929 nicht gelang, von der Leitung des Büros des XVf, Zionistenkongresses die Beschäftigung als hebräischer Stenograph auf dem Kongreß zu erreichen, reiste er auf eigene Kosten nach Zürich und bewies durch die Tat, daß sein Kurzschriftsvstera bereits die Stufe völliger Brauchbarkeit erreicht hatte. Auf diesem Kongreß konnten zum ersten Male hebräische Reden, auch von größter Ausdehnung und Schnelligkeit, bereits am Tage nach der Sitzung, in der sie gehalten wurden — noch dazu in wortgetreuer deutscher Ucbcrsctzung —, in der KongreB/.eitung erscheinen, weil Maimon sie Wort für Wort stenographisch aufgenommen hatte. Dr. G. Herlitz (Jerusalem) Persönliches. Am 18. November vollendet der langjährige Vorsitzende der Synagoge Münchener Straße und Protektor der Jüdischen Milteistandsküche, Herr Martin Buchholz, Berlin W 62, Kleiststr. 25, sein 60. Lebensjahr. Die mimische Tänzerin Dora Bertonoff, eine der gezählten Vertreterinnen des stummen Tanz-Theaters, und in der jüdischen Welt besonders bekannt als Darstellerin charakteristischcr Typen, Situationen und Lebensläufe aus dem jüdischen Milieu, gibt am 23, November einen Solo-Tanzabend im ״Mugrabi“ in Tel Avviw. f RANKT URT*M. ^&iasz£aSxtrta Goethe Schuhhaus IflAVERfiSOimnER Kaffee / Weine / Kolonialwaren Hllllllllllllllllltlllllllllllllilllllllllill1!|||;llllllllHIIIIIIIIIIIIIII1lt Arueiflen-Annatime Frankfurt a.M. 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