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Jüdische Rundschau · 1938-11-04 · Heft 88 (4.11.1938) · page 14

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
43 (1938)
Issue
Heft 88 (4.11.1938)
Date
1938-11-04
Page
– (sequence 14)
Language
German
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JQDISCHE RUNDSCHAU BERLINER RUNDSCHAU Nr. 88,4 NOVEMBER 1938 Im Kulturbund - Theater s ״Regen und Wind11 ״Di05cs Stück spielt in einer Universitätsstadt Schottlands in einem Studentenheim der schottischsten aller Schottirinen, Frau Mache.“ Soweit die Aussage des Zettels, aus welcher zunächst einmal hervorgeht, daß Mertön Hodges, des britischen Autors, summarisches .Schottenurteil nicht gerade sehr freundlich ist. Denn Frau Mache ist eine paradigmatisch träge, von der Sinnlosigkeit alles Tuns tief überzeugte schlampe, die sich allerdingts meist nicht gewaschen hat. Aber sie ist mit einein . ..Kikchcn Sinn für .Irre Vorteile ahsgehattet, der Respekt infloßt, Da sie mit;ebresten aller Art haftet ist, läßt sie sich von ihren Medi- .!!Studenten, die sie s diesem Grunde a riori bevorzugt, alles in drei-, vierfacher Ausferfigung verschrei- . im Hause dieser Same Macfie nun ergnet sich dieses ״hei- .־re Spiel in sechs Bildem“. Immer schlägt der Regen andieFenster, und von der See her weht ein ewig i'euchter Wind. Ja, es ist ein beitees Spiel, aber diese ieiterkeit hält sich, eben infolge dieser ...tischen Einflüsse, in wohltuenden Gren- ״durchfeuchtet“ ist, ist der löst sich auf, die Konturen mimen, das Leben und die 'Ulli Paul üuhamvl /Afi hat der Spielmeister Wisten *bis in die verdeckten Tiefen und zerfließenden Ränder dieses Spiels so wundervoll erkannt, aaß alles sich in seiner gebrochenen Farbigkeit enthüllte und entfaltete. Die Schauspieler waren ausgezeichnet geführt, keinem wurde Gewalt angetan, das Natürliche und das Kunstlerische waren oberstes Gesetz. ln der Mitte dieses Spiels steht Frau Macfie. Und Frau Macfie war Lilly Kann. Sie war es von oben bis unten, vom ewig unordentlichen Scheitel bis zum geschwollenen kleinen Zeh. Die Charakterisierungskunst dieser Schäuspielerin feierte wahre Triumphe, denn sie war von einer manchmal schon etwas beklemmenden Echtheit. Eine großartige Leistung aus einem Guß. Und ebenso bezwingend war Alfred Berliner als verbummelter Student. Aus unzähligen Facetten flimmerte das bunte Licht seiner immensen Darstellungskunst; er war manchmal so bezaubernd, daß ihn auf offener Szene Beifall überschüttete. Und Hans Karl Rosenberg war, wie mir scheint, noch nie so ganz in seinem Eiement wie hier. Jeder Zoll ein englischer Student. Das Muttersöhnchen mit der kleinen und der großen Liebe war Walther Herz. In seiner Schüchternheit und in seinen immer etwas verhaltenen Ausbrüchen war er überzeugend und vollkommen eins mit der Figur. Und nun die beiden Frauen. Jill war Elfriede Borodkin, und die andere, die Rivalin, die kleine Bildhauerin aus zen. Denn wo d ie Humor zu Hause. Alles St werden fließend und vers Dinge verlieren ihre Vehem ״_ ... .N..um diese drei Medizin- Studenten, ihre Charaktere, ihre Temperamente zeichnen sich ab, sie sind jung, sie arbeiten oder arbeiten nicht, im übrigen lassen .sie sich vom bunten Leben locken, lind nur die Examensangst dämpft ihre Eskapaden. Das äußere Geschehen in diesem Spiet ist gering und gar nicht wichtig. Das Bedeutsame liegt in den Gcfühlsvorgangen und in der gebrochenen Vielfalt, in der das Leben sich hier spiegelt. Immer aber schlägt der Regen an die Fenster, und von der See her weht ein feuchter Wind. ln solcher Luft aber spinnt es sich ein, etwas Unbcstimmj tes durchgeisfert das Leben, man könnte nicht sagen was ' es eigentlich ist, aber man spürt es dennoch mit aller Deutlichkeit. Gefühle brechen auf wie platzende Kastanienknospen im lauen Früliiingswind, plötzlich ist etwas Neues da und trägt in sich schon alle Keime des Verfalls. Unter diesen bei Frau Macfie hausenden Studenten ist einer, ein umhegtes Muttersöhnchen, das fast täglich mit der besorgten Mama in London telephoniert, und dann ist da in London auch 1;11. und fill ist ihm von der Mama fürs Leben vorbestirnmt. Dali er ihr treu zu sein versprochen hat, versteht sich am Rande. Und dann geschieht das, was in solchen Fällen immer /11 gediehen pflegt, er verknallt sich bis über beide Ohren in eine andere, die, mit der Pünktlichkeit einer Peripetie, auf der Bildoberfläche erscheint. Die ist mm bcgreiniclierwciu• ganz anders als Jill, und als sie einander, in "einer wundervoll drastischen Szene, begegnen, bekommt mau eiimi;mgeuehnnut Geschmack von der tausendfältigen Buntheit dies« verworrenen Lebens. Gefühle klingen auf und klin gen ab, ganz ganz Zartes regt sich in deinem Herzen, und schon spürst'dn den Atem der Vergänglichkeit. ״Dies ist ein Ding, das keiner voll aussinnt und viel zu grauenvoll, als daß man klage, daß alles gleitet und vorfiberrinnt.‘• ln dieser bezwingenden Art. Zufällig endet es mit einem happy end. Und es macht beinahe keinen Unterschied, ob der Autor oder das!.eben es so gefügt hat. Bei einem solchen Stück kommt alles darauf an, wie es auf der Bühne gemeistert wird, denn hier ’ entscheiden nicht Ernst Rosenthal-Rosta Der temperamentvolle Maler Ernst Rosenthal-Rosta feierte am 10. September seinen 50. Geburtstag. Er ist in Berlin geboren, sein Großvater stammt a Diesen Großvater Isak Aron Rosenthal hat Max L i e - berinann in Pastell gemalt, und den Erlös des Bildes schenkt« er der von seinem Vater gegründeten Synagoge, an der lsak Aron Schammes war, der sögenannten Liebcrmannsche« Schul. Der Bruder dieses Schammes war der Malet Mendel' Rosentlial, von dem Rosenthal-Rosta sein Talent herlcitet. Der bisher zu wenig bekannte Maler muß im die Nähe der Gemälde von Jakob Steinhardt, obwohl sein Themenreichtum sich der Rubrizierung ■entzieht, gestellt werden. Temperament ist neben der Qualität der Malerei sein großer Vorzug. Die Themenwahl intcressiert durchweg, und im Porträt fesselt neben offenen Auffassung die harmonische Zusammenstellung der Farben. In seiner Ausstellung 1936 fielen kleine Gemälde auf, die in Form und Farbe von starkem Lebenswillen sprachen. Ein bisher nicht ausgestelltes Gemälde eines kleinen jüdischen Jungen, ״Der lernende junge“, gehört zu den besten Gemälden der Jahre seit 1934; der Junge wirkt außerordentlich lebhaft in seiner kindlichen Energie und den natürlichen, harmonisch abgetönten Farbidängen. Zahlreiche Selbstbildnisse interessieren von der frühesten Zeit an. Sie zeigen alle den eigenwilligen Kopf des Malers. " ' H.S. Gottesdienst-Nachrichten SchabbatH: Schabbath-Ausg-anir! 17,15 Uhr Pr » Predigt. S<hr ״ 00״g Schabbat. W« « WochanUg-i Gemeindesynagogen Synagogen mit altem Ritas: Schabbalh-FruhgoftestlieiMt. SchH ca hroincha. J *־־ Jugendgoite«tlien«t Lehrvortray. 05a1׳ AnitdilieSaad d. Wb Wochentag-Morgen. Von links nach rechts: Jill Mannering (Elfriede Borodkin), Charles Tritton (Walther Herz), Roger Cole (Woljgang Bernstein), Gilbert Raymond (Alfred Berliner) Foto!! j. Abraham Neuseeland, war Ruth Manheimer. Jill, die Leiclite, Ausgelassene; die andere, Anne Hargreaves, schwer, ernst, wirklieh liebend, mütterlich, wie eine echte kleine Mädchenmama. Die Borodkin sprühte und war gewichtlos wie eine schillernde Seifenblase; die Manheimer nicht ganz auf ihrer sonstigen Höhe. Ich weiß nicht, woran es lag, aber ihre Stimme erfüllte nicht den Raum, und sie war, vielleicht aus Proben- Überanstrengung, ein bißchen matt. Es gab dann noch ein paar Nebenfiguren, die von Martin Brandt und Berthold Segali angemessen dargestelit wurden. Nur Wolfgang Bernstein —• das darf nicht verschwiegen werden — war, in der Rolle des Roger, offensicht־ lieh eine Fehlbesetzung. Denn Roger Ist ein Mann und nicht ein Knäbiein in Frackverkleidung. Das von Hans Sondheitner gesteifte Bühnenbild, trüb und schuinrurig zugleich, deckte sich ganz mit der Atmo- Sphäre dieses innen und außen immer feuchten Milieus. Das Publikum war von Stück und Aufführung wirklich angetan und quittierte seinen Dank mit echtem und großem Applaus. Micha Michalowitz Geschäftliches. Die Firma Vordland-VerkeliT Ernst Huffmann K.-G., Berlin C 2, Roßstr. 7, ging am 1. November 1938 in den Besitz von Herrn C. Tietjens über, der bisher bei der Firma Brokerhoff & Lipschütz G. m.b. H. Mitinhaber war. Alt* Synagog.1 Fr 16.30 / SchH 9.00 / M 16.30 / We 16.15 / Wa 7.00 Sfldo.t Ahawas R*im1 Fr 16.30 Z SchH 9.00 / M 16.30 / Wa 16.15 / Wa 7.00 FaaUlozniatr., Fr 16.30 / SchH 9.00 / M 16.30 / Wa 16.15 / Tb 7.00 Manchen«• Str. 1 Fr 16.30 / SchH 9.00 Pr Nobel / M 16.30 Z Wn 16.15 Z Wm 7.00 Knlaeratr.1 Fr 16.30 Z SchH 9.00 Pr Gescheit Z M 1630 Z Wn 16.15 Z Wa 7.00 »yke.tr.. Fr 16.30 Z SchH 9.00 Pr Land.» Z M 16.30 Z W, 16.15 / Wn» 7.00 Gnmewaldi Fr 16,30 Z SchH 9.00 Z M 16.30 Z W« 16,15 Z Wm 7.00 Synagogen mit neuem Rita«: linden.tr.! Fr 16.30 Pr Werschnuer Z SchH 10.00 Z M 16,45 z W. 16.15 / Wm 736 Friedenstempel: Fr 16.30 Pr Kussbaum * SchH 10.00 Z M 16.45Z Wa 16.1S / Wm 7.30 Neue Synagoge! Fr 18.00 Pr v. d. Zyi ׳ SchH 10.00 lauowstr.: Fr 18.00 Pr Goeta Z SchH 10.00 ZM 16.45 ZW« 16.15/Wm 730 FasanensU. 1 Fr 18.00 Pr Galliner Z SchH 10,00 Z M 16.45 Z Wa 16.15 Z Wm 730 levetiow.tr.: Fr 18.30 Pr Jo.pe Z SchH 10.00 Z M 16.45 / W. 16.15 / Wm 730 Schmargendorf: Fr 1830 Pr Solomon / SchH 1000 Frin1regenten.tr.: Fr 18.30 Pr Wiener / SchH 10.00 / M 16.45 Z Wa 16.15 / Wm 730 V ereins-Synagogen Ad... Jakob, Holzmarkt.tr, 641 Fr 1630 Z SchH 9.00 / M 16.45 / Wa 16.90« Wm 7,00 Beth Scbalom, Markgraf Albrecht Sh■. 11-111 F» 1630 / SchH 9.00 / L 16.00 rg, Schui.tr• 7. F* 16.30 / SchH 930 mpelhof, Mu9.ehl.Ua0a 291 Fr 18.00 - ״ ׳ Z SchH 10.00 Z M L 16.45 J M4^3*16 ׳ Wrinte,“lWm“,“’St*S!41 •י,*״1"0"1 ■*״ Fr 18,30 Sehr/ SdlH900/ IJppmann-Tauaa-Synagoge, Frlcden.tr, 3! Fr. 16.30 / SchH 8.30 Sehr Singermann Z J 15.30 / M 16.30 L / Wa 16.15 Z Wm 6.45 Z SchH 9.00 Z / 16.00 / Sehr Klein Synago^P« teig 16! 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