Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 43 (1938)
- Issue
- Heft 80-81 (7.10.1938)
- Date
- 1938-10-07
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 18 JODISCHE RUNDSCHAU Nr. 80 81 7. X. 1938 Die Arbeit der Jugendhilfe Die kurzen Vorbereitungsiager, die der Alija der Jugendliehen vorangehen, können ihren Zweck nicht ausreichend erfüllen, darüber hinaus könneri diejenigen Jugendlichen, die das 14. Lebensjahr vollendet und ihre gesetzliche Schulpflicht erfüllt haben, noch nicht zur Alija kommen, da diese die Jahrgänge von 15—17 Jahren umfaßt. Um diesem Notstand zu begegnen, sind die Vorbereitungskurse in Sch nie binc h e n entstanden. Ein kleines Dorf von etwa 100 Einwohnern in der Niederlausitz an einer Nebenbahn, die von Sommerfeld abzweigt. In einer gewissen Entfernung von dein Dorfe befinden sich Jugendliche bei der :\rbei die Hauser, die von der Jüdischen Jugendhilfe gepachtet sind. Um ״!len grollen Wirtschatbhof herum grupp.ere״ sich die (lebandc. In dieser ländlichen Umgebung werden gegenw,artig 70 Jugendliche seelisch und körperlich für Lrez jisracl vorbereitet. Der Vormittag ist mit Arbeit in der Wirtschaft, auf dem Felde, in den Werkstätten atisgefullt. Von diesen 70 Jugendlichen sind 20 •Mädchen, die■ teiis au! dein Felde, aber i;a wt .יt!:!hellen i!1 der HatiswirWlt ift arbeiten. Der Nachmittag gehört der geistigen Arbeit. Hier wird vor allem -׳s hcbraiM.-iies Milieu zu schaffen.!1 me auch landeskundliche KennthiK'11 Heimat werden soll. Aus der twemlige mit. Die Abende sind mit -füllt. Alle chaiu/ischen Bunde sind Da Ist rna 11 eben aus der ^Uiroßstadt nach diesem Menschen, die mit froher Zuversicht an den Aufbau ihrer Zukunft gehen. Denn hier m Schniebinchen herrscht die Stimmung des Abschieds nicht. Jeder dieser jungen Menschen weiß — und das ist eben ^die Atmosphäre, die für das jüdische Volk ein neues Stuck Boden mit seiner t.HänsiC... Arbeit urbar zu machen. Man wünschte so manchen Elfern, die sich vielleicht schwer entschlossen haben, ihr Kind ׳<wert ״von sieh fort 111 solche Dörfchen zu schicken und die* mit Bangen dem Tag enfgegensehen. wo das Meer zwischen ihnen und dem Kinde liegen wird, daß sie einen Augenblick dort sein möchten, um die Kinder selbst zu beobachten. Da fahrt eben ein |unge von 14 Jahren mit dem Wirtschaftswagen über die Landstraße. Da־ Pferd muß neu beschlagen werden. Beim Dori-duni, d hat er den Gaul seihst gehalten, damit der Meister die fliAen auf.-etzt. 111 der Stadt hat der junge vielleicht ein Pferd als e.11 wildes Tier angesehen, das geworden. -- Wir sitzen^drauiicn hei dem flirten. Auch er ist. Keinen Blick läßt er von den 111m anvertrauten Ziegen und Kulten. V. 1 1 < w ]t II tm '-1 י׳ n d 1 D 1 1.' au >tuC nun, Fine große Gruppe j-t mit dem Au.-inachen der Kartoffeln Natu!'׳eh geht die Arbeit tiieiit ״hin■ fröhliche* Schwatzen; *her wen1׳ der Mittag kommt, dann sind viele Sacke gefüllt, deren Inhalt am tftchMen Tage von den Ml kielten geschält, in. W uide-ede heim Mittagbrot verzehrt wird.. W as können solche jungen Menschen überhaupt verzehren! In der Zeit, in der der Berichterstatler dort war und das Leben dieser Jugend zu Meilen versuchte, fand die Trauung eines Chalu/pa.ire-. statt, e!Vn inmitten dieser jungen Menschen, die den großen Speisesaal iahten. Als das junge Paar unter die Ciuippa trat, die durch einen Tahiti! gebildet wurde, unter dem ein junger Rabbiner stand, der eben ■erst diese Wurde errungen hatU-, da war ei'ie Stimmung von Zukunfts- Sicherheit gegeben, die uns um unser Volk nicht bange sein ■ laßt. Nachdem die eigentliche Feier vorbei war, verschwanden in wenigen Minuten gewaltige Mengen von Kuchen. Bei weh laus gewogen er Abwechslung der Arbeit im Freien und 1m UiiterrichLszimnier ist natürlich der Gesundheitszustand ein ausgezeichneter, und fast alle haben die besten Farben. Die Wirtschaft umfaßt etwa 80 Morgen, von denen 20 gärtnerisch ausgenützt werden, um den starken Gemüsebedarf mögliehst im Eigenbetriebe liervorzubrmgen. Der Rest wird landwirtschaftlich genutzt. Da sich in Scliniebinchen auch eine Hachschara für Erwachsene befindet, stehen Menschen zur Verfügung, die die Jugend bei der Arbeit beaufsichtigen und Aus den vielfältigen Schicksalen, die das Leben dieser Jugendlichen in sich schließt, sei eines herausgegriffen, das vielleicht manches Eltcriinaar nachdenklich stimmen sollte, ln den Tagen, wo der Berichterstatter dort weilte, wurde ein Junge von seiner Mutter abberufen, um mit ihr nach Venezuela anszuwandtrn. Dieser Junge hatte sich ganz und gar innerlich auf seine Alija nach Erez Jisracl eingestellt. Diese Alija war ihm Herzensbedürfnis, und nun mußte er, um die Mutter nicht im Stich zu lassen, in ein Land!zehen, in das er nicht gehen wollte. Seine hündische Erziehung hatte ihn gelehrt, daß alles andere wieder nur eine neue Galuth bedeutet. Sein Bund bereitete ihm in Schniebinchen eine schöne Abschiedsfeicr, und der Junge sprach selbst ein paar W orte am Schluß zu seinen Freunden und Leitern und gelobte, dem Ideal des Zionismus treu zu bleiben und zu versuchen, den Weg •nach Erez Jisracl auch noch von Amerika aus zu finden. Wollte man nach einem Wort suchen, das das Leben dieses Vorbereifttngslagers auf einen Genera'nenner bringt, so kann dieses Wort nur lauten: Gesundheit. Es ist eine gesunde und aufbauende Atmosphäre, eine Atmosphäre, wie sie viele Elternhäuser heute nicht mehr zu bieten vermögen. Jugend lebt hier nach ihrer eigenen Gesetzlichkeit, Jugend, die zum Boden zurück will, Jugend, zu der wir Zutrauen haben dürfen. Willy Cohn Berliner Rundschau Der jüdische Bühnenkünstler Den ersten Kulturbundvortrag des neuen Jahres hielt der Regisseur Kurt Bau mann über das Thema: ״Vom Wesen des jüdischen Bühnenkünstlers“. Das jüdische Kriterium des jüdischen Schauspielers, der als besonders entwickelte Form des jüdischen Menschen definiert wird, ergibt sich aus der Gesamtentwicklung des jüdischen Volkes. Aus der Hinneigung zunt Wort, der Gewohnheit der Deutung der Tora haben sich zunächst die Kräfte der gedanklichen Beweisführung entwickelt, aber auch die Lust am Diskutieren und Ueberreden. Der jüdische Schauspieler unterscheidet sieh von Schattspielern anderer Völker durch den Wert, den er der Betonung einzelner Worte beimißt, während das Zusamnienfassen größerer Ged.inkerreiliet! das Kriterium des r־׳:׳htjüdischen Sdtauspielers bildet. Aus der Re'igion hatte der jüdische Schauspieler, im Gegensatz etwa zum griecht.chcu ö.'haiispieler der Antike, gar keine Förderung. Aus dem jüdischen Leb ־n des Ghettos aber hat sich der Tvp des M a r s c h a 11 i k, des Spaßmachers, lierausgcbildet. Auch sonst bevorzugen Jtuler. bestimmte Fächer. Neben dem Komiker, der ja die beste Möglichkeit hat, Wortspiele zu benutzen, sind es drei andere Haupttypen. Der B e n j o m i n - Typ, der äußerlich Hilflose, aber geistig Widerstaitosfäliige, der von Mendele Mochcr Sforim bekannt ist, zweitens der sehr alte, sehr reife Mensch, der durch das Wort Frieden stiftet, und dann der ekstatische Kämpfer, der seine Herkunft von den Propheten der Bibel nicht verleugnet. Für die lüdi-che Schauspielerin fand Kurt Baumsmi nur zwei Typen, die, so weit man ihre Reichweite strecken mag, doch nicht ganz ausreichen. Der Rahmen: ״Die intellektuelle Darstellerin und die Nicht-Intellektuelle“ reicht eben doch nicht aus. Als Kriterium der jüdischen Schauspielerin bleibt einmal der Typ der modernen Jüdin in ihrer Ueberfeinerung der Nerven, zum andern der weibliche Marsclialliktyp der derben Kräfte. Bei den Sängern und Sängerinnen ist das jüdische Kriterium etwas Negatives. Jüdische Sänger sind fast nie Heldentenöre und Sängerinnen fast nie heroische Soprane, auch nicht bei den körperlich stärkeren ostjüdischen Künstlern. Zu den Bühnenkünstlern dieser Betrachtung zählt Baumann auch den jüdischen Kapellmeister und den Regisseur. Kapellmeister und Regisseur müssen als wichtige Eigenschaft eine gewisse Suggestionskraft haben. Baumann leitet sie her aus den! gut ausbalaneierten Gleichgewicht zwischen Intellekt und Gefühl. Der Regisseur, der außer dieser Suggestivkraft noch Phantasie und optische Begabung braucht, hat als besonderes jüdisches Kriterium, das aus der allgemeineu ethischen Einstellung des Judentums herkommt, die Hinneigung zur Benutzung von Gegensätzen, die als Gefahr die gelegentliche Uebertreibung in sich schließt. R• M. Teeabend der Wizo. Am 22. September sprach Rabbiiter Dr. Nußbaum itn überfüllten Wizo-Heim bei einem Teeabend der ,,Wizo“ über das Thema ״Tage zwischen Erinnerung und Hoffnung“. Erinnerung und Hoffnung, Rückscliau und Aufblick sind Wesen und Inhalt der Rösch Haschana- und Jom Kippurzcit. Darum ist cs notwendig, sich in solchen Tagen den Inhaltdieser beiden, im Judentum verwurzelten Bcgriffe deutlich zu machen. Erinnerung bedeutet für uns Juden das totale Gedächtnis, ein Leben der Nähe und des vertrauten Umgangs mit den Ahnen .der Vorzeit, den Gestalten, der Bibel. Die Erzväter Abraham, Isaak und Jakob waren noch der Generation unserer Großväter — über Raum und Zeit hinw«g — persönliche Gefährten, mit denen sic sich identifizierten, mit denen sie, zwar fern von aller Realität, in mystischreligiöser, aber doch in lebendiger und geschlossener Verbundenheit lebten. Anders stehen Erinnerung und Floffnung im Dasein unserer heutigen J u g e n d. F.rez Jismcl als Aufgabe und Tatsache für das jüdische Volk läßt in der Erinnerung wiederum Heldengestalten als Vorbilder auf'eben. Der Glaube an die Kraft der Aufhaufähigkeit im eigenen Lande gibt unserer Jugend den Mut, sich gegenwärtige Aufgaben zu stellen, und die Hoffnung, die Ziele eines normalen Volkes zu erreichen. Gespalten und aus der Einheit gestoßen steht unsere Generation zwischen Erinnerung und Hoffnung. Dieser Generation zwischen Erinnerung und Hoffnung weist nun der Keren Kajemcth Lejisrael den Weg, ein U ebergang und eine Vorbereitung für die jüngere Generation zu sein, ihr zu dienen, damit der Aufhau Erez Jisraels von ihr erfüllt werden kann. Als ein uns ziemendes Mittel der Hilfe bezeichnete Dr. Nußbaum die Spenden für das S e f e r S i k a r o n, zu denen der KKL alle Juden unserer Zeit aufgerufen hat. Eine neue Siedlung für Juden aus Deutschland. Td Sikaron, soll aus diesen Mitteln ins Leben gerufen werden. So wird für die heutige Generation dieses ״Buch der Erinnerting“ ein Buch der Hoffnung und des Lebens werden. Die Zuhörer waren von den Ausführungen tief beeindruckt und dankten Herrn Dr. Nußbaum durch stürmischen Beifall für seine Worte. Frau Jettka Levy-St ein, die den Abend leitete, gab in ihren Schlußworten den Gefühlen aller Zuhörer tiefempfundenen Ausdruck. G. F. Der erfolgreiche Tonfilm des K.K.L. DER NEUE WEG AuffUhrung in Berlin-Westen Mittwoch Oktober 19.30 und 21.5י Uhr Ansprachen : 19.30 Dr. Schlossberg 21.1s Dr. Max Nussbaum Donnerst. >.131 j Oktober 19.30 und 21 .5י Uhr Großer Saal der Joaef Lehmann - Schule Berlin W 13, «loachimethaler Straße 13 Karten: (19.30 —,80 u. 1,—; 21.15 1,— u. 1,20 UM) ab Donnerstag Jüd. Rundschau, Meinekesfraße 10; Kedem, Dahimarmstraße; Rubin Maos, Pestoloizistraße; Hans,a*Kondiforei; Fuchs, Wormser Straße 6a; Mitgl.- Büro des Kulturbundes, Kommondcmtenstraße 57; Zahls'elle Aschaffcnburgor Straße 18; Hirschfe'd, jagowstr. Eintritt nur gegen gültige KB.*, ZOV״•, R,-Karte oder gegen besonderen Filmousweis (20 Rpf.} KOL-NOA, INSTITUT FÖR JODISCHE FILMARBEIT Ankündigungen Hebrltsche Lehranstalt der Jüd* Gemeinde. Beginn des Unterrichts nach den Ferien am Donnerstag, dem 20. Oktober. Anmeldungen sdnittlich an ND=an Uerggrün, Chlbg. 5, Kaiserdamm 101. Bs׳mlzwa-Term!f1. Am 15. Oktober (20.^ ^Tisrhri): Horst Ei Um Verzögerungen zu vermeiden, bitten wir dringend, Manuskripte und Einsendungen, die für die Redaktion bestimmt sind, nicht an Einzelpersonen, sondern an die Redaktion zu adressieren. Gottesdienst-Nachrichten Abkürzungen: Fr =* Freitagabend. SchF =s Schabbath-Frühgottesdienst SchH Schsbbath-HauptjroHesdiensb M ־* Schabbathmtncha. ז Jugendgottesdiensb *"r ®* Predigt. Seht =a Schrifterklärunjj. L Lehrvortisy OSch =» Anschließend Ooej? *behabbat. W• — WochenUg-Abend. Wm =» Wochentag *Morgen. Gemeindesynagogen Freitag, den 7. X. Synag. mit altem Ritus, sowie die Symg. Lindenstr. u. Friedenstempel 17 30, Neue Synagoge, Syn Lützowstr. u. Fasanenstr. 1810, S> n. Levetzow- 8tr., Schmargendorf u. Prinzregentenstr 18.30. Sonnabend, den 8. X t Syn mit altem Ritus 9.00. Syn. mit neum Ritus!000. Frühgottesdienat: Synagogen Rykestr. u. Südost Ahawa* Reim 7.00, Svnag* Lindenu. Levetzowatr. 7.30. Minehai alter Ritus 17.30, neuer Ritus 17.45. Ssukkoth Sonntag» den 9. X. Montag, den 10. X. Montag, den 10. X. abends, in aUen;ens: Alte Syn, Synag Pestn10z7istr. lern Ritus 9.00. Synag. mit neuem Ritus jSynagc; 10.00. Tr .סילו ,30.* . Alte Synagoge Berkovits / Rykeatr. Nobel / Südoat Ahawa» Reim Jakohovifs / Lindenstr. Salomonski / Faaanenatr. Galliner Friedenstempel Warscbs״er / Schmargendorf Htrsrh / Kalseratr^Freier / Pestalozziatr, Wolf f Münchener Prlnzregentenatr. Swammki. Dienstag, den 11 X. morgens: AH* S^n., ^yn- P*sH»lo**istr., Südost A. R 8.30 Predigten! Kaiserstr. Singermann / Grunewald Wolf / Rykestr. Landau / F&aanemtr. Baeck־ Chol-Hamoed-Tage: (außer Neue Syn. u, AltersSeim Lützowstr.) abends in allen Syn. 17.15. Prinzregentenstr. 19.15. morgens: alter Ritus 6.30, neuer Ritus 7.30. V er eins-Synagogen Ad«*» Mob, Hafemarktab■. M! Fr 17.30 / SchH 9.00 / M 17.30 / W« 17.30/ Wm 7.00 Ahawath Zton, SchSnhauaer Allee 4 י Fr 17.30 / SchH 7.00 / u. 9.00 / M 17,0. L Levy / 9. 17.30, 10. u. 11. mrrsf. 7.00 u. 9.00 Pr Levy Syn. Beth Zion, Brunnemtr. 33־ Fr ]7.45 / SchH 8.30 / M 17.30 / 9. u. lOr abends 17.30, 10. u. 11. 8.00 .ן־מ־ח Pr Landau Syn. Affsidath Achim, Pankow, Mühlenstr. 77 1 9. 17.30, Pr, 10. 9.00. ob. 17.30 Ahawas Scholaum und MögenDowid, BerlinN, Kleine Au?u*tstr. 10: Fr 17.45/ SchH 8.30 L Rebhun. 9. 17. 0 / 10. 8.00 Pr. abrnd» 16.00, 11. morg. 8.C0 Synajr. Gesundbrunnen, Prinrenallee 871 Fr 17.30 / SchH °.00 / M 17.30 / Pr Alexander / :9. 7.30. abd». 17.30, 10. 830 Pr Alexander M 17.30, II. 8.30 Mlnjan Iwrl, Roaenthaler Str. 44־ Fr 17.30 / SchH 9.00 / 9. u. 10. ab. 17.30, 10. u. 11. morg. 9.00 Synagoge Hermadorf, Falkenthalcr Steig 16t 9. u. 10. abds. 1800, 1Ö. u. 11 Jfld. Religionsverein Friedenau-Stegtitx, Sticratr. 21! 9. 17.30, 10. 9,00 P, Jüd. Religionsgem. Charlottenburg, Schulatr: 71 Fr 17 30 SchH 9.30 Syn. Paasauer Str.i Fr 17.15 / SchH 9.00 / M 5.20 > 9. 17.30, 10, 8.45, Lr L5weutha!, abds. 17.30, 11. 8.45, M 5.20, Ma 6.04 UiALl StegliU-Schmargendorl: Mittwoch, 12. Oktober, 20.15 Uhr, Frie■' denau, Moselstr. 4 (Wohlfahrtsamt), Dr. Ernst B er ent! Von Herz! bis Weizmann. Wilmersdorf־ Mittwoch. 12. Oktober, 20.15 Uhr, Regensburg« Str, 28 (Heim der Wizo), Ilse Aufrichtig (Poliy Tieck): ״Mas man »_ nicht vergißt־‘ (JÜHnerungen an,Palästina). Arbeitskreissitzungen: Zentrum• Nord: Sonnabend, 8. Oktober, 20.15 Uhr, Rosentbaier Str. 44; Hans Löwen berg: Aktuelle» Situacionsbericht. — W i 11 e n be r g p 1 a t z: Mittwoch, 12. Oktober, 20.15 Uhr, Goltzstr. 21, Dr, Rudolf Pick: Aktueller Situation* bericht. חוג עברי צפון — ח־עאה הצבתי Sonnabend, 8. Oktober, 20.15 Uhr, Rosentaler Str. 44. חוג עברי סרלוטנבורג — צבי פריס: פוליטיקה וכלכלה נארץ־ישראל Sonnabend, 8. Oktober, 20.15 Uhr, Meinekestr. 10. Hebräische Intensivkurse. Teilnehmer können noch für folgende Kurse aufgenommen werden: a) Intensivkurs für Mitielfortge« schrittene, tägl. Mo. bis Do., 8—10 Uhr, Meinekestr. 10. Fächers Sprache, Grammatik, Literatur, Palästinakunde, Konversation; Kursgebühr monatl. 8 RM. b) Intensivkurs für Weiüortgeschiittcne, Mo., Mi. und Do, von 7—9. .Meinekestr. 10. Facher: wie oben. Unterrichtssprache hebräisch. Kursgebühr 7 RM. monatl. Meldungen an die Kulturabteilung der BZV, Meinekestr. 10. Tel. 9190 31, App. 75. Aus dem Reich Pitschen (O.-S.). Am 18: September fand in der Synagoge eine Feier statt: der letzte Gottesdienst vor dem Uebergange des Gottes- Lause; in Privathand. Der Bestand der Gemeinde ist auf zwei vor der Auswanderung steinende Familien und drei einzelnstehende Frauen gesunken, aber aus den Nachbarorten waren zahlreiche Besucher gekommen, so daß etwa 60 Personen teilnahmen. Nachdem Dr. Matzdorff den Erschienenen für ihre Teilnahme gedankt haue, verrichtete Kantor Lew in (Rosenberg) das MinchasGebet, an welches sich die tiefixwegende .Abschiedspredigt von Bezirksrabbiner Dr. Wahr mann (Oels) anschloß. Georg Wiener (Oppeln), der mit Karmeinski (Rosenberg) den Vorstand des Oberschies. Synagogengemeinden •Verbandes vertrat, widmete den Scheidenden Abschiedrvorte, wobei er auch die Vergangenheit der Gemeinde Rosenberg. Ara 7. September sprach Fritz Tau über die zionistische Situation. Zu dem Vortrage waren auch die Mitglieder der umliegenden Kleingemeinden erschienen. Stettin. Im Rahmen der Rosch Haschana-Aktion sprach in der Synagoge am 15. September Rabb. Dr. Nußbaum. Berlin, über das Thema ״In dieser Stunde'1. Der Redner forderte dazu auf, sich in das Buch der Erinnerung Sefer Sikaron einzutragen und für die lediglich für Juden aus Deutschland bestimmte neue Siedlung Tel Sikaron reichlich zu spenden. Die Kundgebung war durch Gesang des Synagogenkinderchors unter Leitung von Lehrer Levisohn musikalisch umrahmt. Wiesbaden. Rabb. Dr. Paul Lazarus schied am 1. Oktober aus seinem Amt als Stadt- und Bezirksrabbiner, das er seit September 1918 innehatte. Den großen Pilichtenkreis, den er in Stadt und Bezirk vorl'and, hat er, immer in engster Fühlung mit den Oemeindemiigl jedem, ständig weiter ausgebaut. Die Cbewra der Israelitischen Kuhnsgemeinde U'iesha len wurde von ihm gegründet. Die ,.Arbeil*zentrale für jüdische WohlfahrSsvcrcinigungcn M!esbaden“ leitete er seit Jahren als Vor-Hrender. Da- ..ludisihe Lehr haus" der Gemeinde, eines der ersten seiner Art in Deutschland, ist sein Werk. Der ״Jüdischen Schule“, die 1935 unter stärkster Initiative von Dr. Lazarus geschaffen wurde, sieht er seil her ununterbrochen nahe. Er wirkte seit Jahren eifrig für die Aufbautätigkeil in Palästina. Der Allgemeine Kablmiervi-rb.tml und der Vcihimd der rcligiüvlil־e.״••׳״ Rabbiner Dciitsrltlands haben ihn in bailen getagt. Die ganze Gemeinde bedauert das Ausscheiden von Dr. Lazarus, dem sie für die Vertiefung des geistigen, religiösen und sozialen Letieni, für *eine warmherzige seelsorgerische und cKaritative Tätigkeit zu tiefstem Dank verpflichtet bleibt.