Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 43 (1938)
- Issue
- Heft 80-81 (7.10.1938)
- Date
- 1938-10-07
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 80/81, 7. X.1938 JOD'SCHE RUND CHAU Seife 17 Seltsame Opposition Oer Siedltwgiplaa 10 Kenya Wie bereits kurz (in Nr. 79) berichtet, widmete die Lon• dotier Wochenschrift ״Spectator“ vom 30. September der Prige einer jüdischen Ansiedliutg in Kenya einen Artikel. Dieser Artikel bemerkte u. a., daß befürchtet werden müsse, die jüdischen Eirtwanderer könnten den nichteuropäischen Bewohnern der Kolonie, vorzugsweise Negern und Indem, mit illtu großer Freundlichkeit entgegenkommen und derart das Preitige des weißen Mannes untergraben. Nun hat der ״Nationalkohgreß der Inder in Ostafrika“ dein Staatssekretär für die Kolonien in London ein Memorandum unterbreitet, das gegen die beabsichtigte Ansiedlung von Juden in Kenya Protest einlegt, und zwar im wesentlichen mit der Begründung, eine solche Ansiedlung würde die Zahl der weißen Siedler ungebührlich erhöhen und dazu führen, daß die hochgelegenen Oebiete der Kolonie gesetzlich den Weißen Vorbehalten werden würden. Trotz größter Sympathie mit den Juden, die seit 1933 in Indien selbst in nicht geringer Anzahl bereitwillig aufgenommen worden seien, mußten sie gegen eine jüdische Einwanderung nach Ostafrika Einspruch anmelden. Es gibt in Kenya etwa 70000 Inder, die nach Kriegsende dorthin eingewandert sind und im Handel eine bedeutsame Stellung errungen haben. Diese Einwanderung gehörte zu den Vergünstigungen, die die Inder als Belohnung für ihre Krlegshilte von England erhielten. Es scheint, daß das I n - d i e n - A m t der Londoner Zentralregierung auch jetzt noch seinen starken Einfluß zugunsten der in anderen Teilen des Empires wohnhaften Inder einsetzt. Die Opposilion, die gegen den Plan einer jüdischen An- Siedlung laut wird, mutet seltsam an. Auf der einen Seite werden die Juden als im Sinne w'eißer Kolonialposition un- Zuverlässig, auf der anderen als das gerade Liegenteil verdächtigt. Es mag sein, daß der Einlaßsuchende immer als fragwürdig betrachtet wird, da man ihn nicht kennt. Wenn die Stimme der Juden hierzu Gehör findet, so würde sie klar und eindeutig sagen: Wir kommen, um eine Heimat zu finden, niemandem zu Leide, und mit den besten Absichten, der allgemeinen Landeswohlrahrt zu dienen. Der Plan, europäische Juden anzusiedeln, kann kein Anlaß sein, um Auseinandersetzungen neu und verschärft aufzunehmen, um deren Beilegung die britische Kolonialverwaltung bemüht ist. Wer, wie die iin Moment protestierenden Inder, selber vor nicht langer Vergangenheit den Druck einer Wandernngsnot gespürt fiat, sollte einem anderer» Volke, das in ähnlicher Lage ist, tätige Sympathie bezeugen. Aus der Wirtschaft Folgende Firmen gingen in arischen Besitz über: Hugo Rosenberg, Fabrik pharmazeutischer Präparate GmbH, in Freiburg i. B. — Damemnodenfirma Herrmann Hoffmann in Berlin. — Pappenfabrik Louis Fürstenheim in Porschendorf. — Rohtabaknrakler- und Handelsvertretungsfirma Emil Bensinger in Mannheim. — Firma ücllhorn & Co., Damenmoden, in Frankfurt a. M. — Marx & Rohde, Großhandels- Spezialgeschäft in Möbel- und Dekorationsstoffen, in Frankfurt a. M. — Siidwestdeutsche Berufskleiderfabrik Lust & Will in Bischofsheim (Kr. Hanau). — Branntweinbrennerei Schiff & Sanuer in Nordhausern — Mitteldeutsche Gummi- und Guttapercha-Gesellschaft Edelmutlr ft Co. mbH. in Frankfurt a. M. — J. Meycrh-of, Samt- und Seidenwarengroßhandlung in Berlin. — Georg Flach 0• Engel, Bcsatzartikelgroßhaiidhuig in Berlin. — Wegner & Co., Wäschefabrik und -Großhandlung in Hamburg. — Anton Wellers, Gummi Weberei in St. Tonis i. Rlrld. — Albert Michel ft Co. in Mannheim- Neckarau und deren Tochterfirma Max Ries & Co. in München-Pasing, Großhandlungen in Haus- und Küchengeiäten. — Metallhandelsfirina Wilhelm Dreyfus Nfl. in Wuppertal, — Rollmann & Simons GmbH., Tuchgroßhandlung in Düsscklorf, — Textilwarenhaus Ed. Linz ft Co. in Düsseldorf. — Alsberg ft Co., Betten, Bettwaren und Steppdecken in Düsseldorf. — Steinberg & Meinrath, Herrenwäsche- und Berufskleiderfabrik in Essen. — F. ft M. Meyer, Tuchfabrik in Aachen. — Häaslcr & Bergmann, Wäsche- und Schürzenfabrik in Frankfurt a. M. — Kaufhaus Scharfeck, vorm. Wohiwert, in Aschaffenburg. DER NEUE WEG AUFFÖHRUNGEN IM REICH: DÜSSELDORF Gemeindehaus, Grafenberger Allee 78 Vorverkauf unter 26 909 WUPPERTAL- ELBERFELD 12. Okt., 20.30 Uhi Gemeindehaus, Genügsamkeitsstr. Eintritt nur gegen gültig» KB.-, ZOV.-, R.-Karto oder gegen besonderen Fltmouswels (20 Rpf.) KOL-NOA, INSTITUT FOR JOD. FILMARBEIT Olfens Auslandsstellen (genehmigt durch das Landes- Arbeitsamt Brandenburg). Für Panama (C, A.) wird ein jüdischer chemischer Praktiker (nicht Akademiker) fesucht, der nachweislich Erfahrung in Pflanzenölraffinerie at. — Für Süd-Australien wird ein erfahrener jüdischer Fachmann für Reparatur und Instandhaltung von Nähmsschinen gesucht. Es werden hauptsächlich Singer- Nähmaschinen benutzt. Bewerber muß erstklassiger Handwerker sein. Alter bis 30 Jahre, Verheiratete werden bevorzugt. — Für Brltisch-Bechuana-Land (Südafrika) wird ein jüdischer perfekter Kürschner gesucht. Ledig, 25—40Jahre alt, tropenfest. Es kommen nur qualifizierte Fachleute mit langjährigen Erfahrungen in Frage, keine IJmschichtler. — Für Bolivien werden gesucht jüdische Berg- und Bau- Ingenieure und Techniker für Minen. Perfekte Beherrschung der englischen Sprache und gefestigte Gesundheit erforderlich (4000—4000 m Höhe). — Für Litauen wird per sofort eine jüdische Kinder-Krankenschwester für einen dreijährigen erholungsbedürftigen Jungen gesucht. — Für England wird ein jüdischer Keramiker mit praktischen Erfahrungen gesucht. — Wiederholung. Für Palästina wird ein jüdischer Setzer gesucht, der ausschließlich handgesetzte bibliophile Drucke hergestellt hat. —- Ausführliche Bewerbungen nur auf Luftpostdünnpapier, Lebenslauf. Zeugnisabschriften und Paßphoto werden ausschließlich durch die Jüdische Gemeinde, Berlin SW 68, Lindenstr. 48/50, weitergeleitet. Bewerbungen auf gewöhnlichem Papier werden nicht . mit Luftpost befördert. Die Staatsangehörigkeit ist wegen der Verschiedenartigkeit der Einreisebestimmungen in je 'em Fall anzugeben. Die Bewerbungen bitten wir nur schriftlich an uns einzureichen und adressierte und für das Inland frankierte Kuverts für Rücksendung beizufügen. Kleine Nachrichten Bei der Eröffnung der Session des Obersten Gerichtshofes der USA. gedachte der Oberrichter Charles Evans Hughes des verstorbenen Richters Cardozo. In New York starb im Alter von 67 Jahren Isidore D. Morrison, einer der Gründer der zionistischen Bewegung in Amerika. Die erste Jahresversammlung der Gesellschaft ״Ort-Ose“ in Südafrika fand in Johannesburg statt. Ilse Blumenthal-Weiß hat auf Einladung des ״Joodsehe Vrouwenraat“, Amsterdam, aus neuer jüdischer Dichtung rezitiert. Die Veranstaltung war ein großer Erfolg. Vor einem auserwählten Publikum in New׳ York boten der Tenor Paul Niederland, die Geigerin Mirjam Zunder und der Pianist Kurt Engel ein anspruchsvolles / Programm. Vom Bankhaus Simon Hirschland Unter der Firma Burkhardt ft Co., Essen, wurde zwecks Fortführung der Essener Geschäfte des Bankhauses Simon Hirschland, Essen-Hamburg, ein Bankhaus errichtet. Sämtliche früheren Inhaber, also Kurt Hirschland, Dr. Georg Hirschland, Erich Grünebaum, Kurt ürimebaum, Gustav Harff und Adolf Heckmann, scheiden aus. Die Hamburger Niederlassung wird aufgelöst. Juden in der Krankenpflege Die Reichsregierung hat ein Gesetz zur Ordnung der Krankenpflege vom 28. September 1938 beschlossen. Der Reichsminister des Innern ist ermächtigt worden, anzuordnen, daß in der Krankenpflege oder als Hilfskräfte in der Gesundheitspflege mir Personen berufsmäßig tätig sein dürfen, die eine Erlaubnis zur Ausübung dieses Berufes haben. In der ersten Verordnung über die berufsmäßige Ausübung der Krankenpflege und die Errichtung von Krankenpflege-Schulen (Krankenpflegeordming) vom 28. September 1933 wird nach § 20 bestimmt, daß Juden die Krankenpflege nur an Juden oder in jüdischen Anstalten berufsmäßig ausüben dürfen. Auf Juden und jüdische Krankenpflegcschulen finden die Vorschriften der Verordnung sinngemäß Anwendung. Die Ausbildung jüdischer Krankenschwestern und jüdischer Krankenpfleger darf nur an jüdischen Krankenpflegcschulen erfo'gen; diese dürfen Personen deutschen oder artverwandten Blutes nicht ausbilden. Zuwiderhandhingen werden, sofern nicht nach anderen Strafvorschritten eine strengere Strafe verwirkt ist, mit Geldstrafe bis zu RM 150,— oder Haft bestraft. Die Vorschrift über das Erfordernis der Erlaubnis zur Ausübung der berufsmäßigen Krankenpflege tritt am 1. Oktober 1939 in Kraft, Nach der zweiten Verordnung (Ausführungsverordnung) vom 28. September 1938, wird bestimmt, daß Juden, die die Krankenpflege außerhalb eines Krankenhauses ausüben, ein Schild an ihrem Wohnhaus zu führen haben, das unter ihrem Namen die Worte ״Jüdische Krankenschwester“ bzw,׳ ״Jüdischer Krankenpfleger“ enthält. MÜNCHEN: fei9»!d#" 8׳Ok,ober ׳938יUhf Rabbiner Dr. Max Nußbaums ״Tage zwischen Erinnerung und Hoffnung“ Zionistischer Ortsverband München Schach Bearbeitet von J. Miese• Die nachstehende Partie wurde im gemischten Meisterturnier zu Brighton am 13. August gespielt. Sizillanische Mieses Klein Weiß Schwarz 1. e2—c4 c7—c5 2. S bl—c3 S b8—c8 3. S gl—e2 d7—d6 4. d2—d3 g7—g6 5. L cl—c3 L 18—g7 6. g2—g3 b7—b5 Eine unternehmungslustige Behandlung der Eröffnung, die ein tadelloses Gegenspiel e fordert. 7. D dl—d2 b5—b4 8. S c3—dl S c8—e5 9. L fl—g2 L c8—g4 10. f2—f4 S e5—(3f 11. Lg2Xf3 Lg4Xf3 12. 0—0 Lf3—g4 13. c4—e5 . Die führt zu sehr interessanten Verwicklungen. 13. L g4—113 14. T fl—el! Dd8—c8 Schwarz hitte sich lieber auf 14....,!16 05 einlassen sollen. Darauf wäre 15. Le3Xc5? ein grober Fehler, wegen D d8—rl5 mit Mat.drohttng auf ß2. N־arh 15. Seil—12, «5X116 4־. Le3 15. S dl- 12 16. S f2Vt!3 17. L c3Xc5 18. 14*e5 19. d3— <14! -khuigsvorsprung. d6Xc5 D c8Xh3 L g7Xe5 L 05—c7 :2-14 mein m- 20. d4—115' D 113-—dT Oder 20. Ta8— d8 21. d5 —dC, L ci Xd6 22. L<S,<d6, T d8Xd6 23. D d2X.d6, e7Xd0 24. S 02—l4f usw. 21. c2—c4! .... bilden das er 1!schonende Mano Auf 21. b4Xc3 hatte Weiß 22. Dd2Xc3 erwidert. 22. S e2—d4 L c7—d6 23. L c5Xd6 D d7Xd6 24. S d4—c6 Dd6—c5f 25. D d2—e3! D c5Xc3f 26. T elXe3 e7—e6 27. d5X6־ T a8—a6 28. T al—fl! .... Eröffnung Stellung nach dem 27. Zuge von Schwärt. » b c d e f g h * k*mE m m:mmt ■ ■■■ mmmm ■ ■j■ ■ mm mm Bl 1 I M » b c d e f g h 28. . . . T aBXc# 29. TflXfß Tc6Xe8 30. TelX«6f f7X«8 31. T fexeBf K e8—17 32. Te6—<2 .... Nicht T c6—36, wegen 32•. T h8-d8 nebst T dB—d2. 32. . . , 35—a4 33. Kgl—f2 Th8— d8 34. K!2—e3 Kf7—e6 38. T d 2—d4 T 08—c5 37. Td4— e4f Ke6—d6 38, K, e3—d4 T c5—h5 44. K c4—b5 45. K b5—b6 46. T 16—f4 47. T 14־—e4f 48. c5—cfl 49. .12—37 50. T e4Xa4 51. T 3-1—b4 52. KÖ6—07 53. Tb4—bS 54. 33—34 55. a4—»5 56. a5—86 57. g3Xh4 58. K C7—b6 T 16־—b6. T 115 —eS T <•5—r2 KäT—«7 T e2xb2 Ke7—!6 T b2—c2 b3—b2 K(6—e? K e7—eS T 02—g2 h7— h5 g6 g8 g5Xh4 T g2 g7f Schwarz gibt auf• Sdiadi in Palästina sehen Schachleben hat rrtgesetzt. All der Nord- und Jebuda Edelstein Rn Nachhargruppen in ׳;idiewettkampf mit Tel •י• Das Endei gebnis war Mn,!״, \SVil und Winz;" aas R :1 m a t h - II .1 י c h a w i m: Foerdcf Jüdische Aerzte in Oesterreich. Nach einer Bekanntmachung des Beauftragten des Reichsarzteführers im Stabe des Reichskommissars Bürckel hat vom 1. Oktober an kein Jude in der Ostmark mehr das Recht, sich Arzt oder Zahnarzt zu neunen. Das Erlöschen der Bestallung gilt auch für luden, die Ausländer sind, wenn es sich um eine deutsche Bestallung oder um eine österreichische Berechtigung handelt. Wenn ein Jude vom Reichsinnenminister oder von einer von diesem ermächtigten Stelle die widerrufliche Genehmigung zur Ausübung des Arztberufes erhalten hat, so darf er nur Juden behandeln. Da in der Ostmark nur in Wien jüdische Krankenbehandler?!!gelassen ־werden, müssen die in den übrigen Gauen ansässigen Juda! arische AerZte auf- Stichen. Für die jüdische Bevölkerung Wiens werden eine Anzahl Juden als Krankenbehandler zugelassen. Sie sind in einer Liste verzeichnet, die beim Magistrat aufliegt. | Total - Ans varkauf ן Wolle u. Handarbeiter) Imita iihinauer B KMhaHmapferfa s -E. Ehrlich- Uhren, Goldwaren und Juwelen Gegründet 1902 M1. •kt bis 1. HM. ^UMJXe01((Mi. Linoitp. 10 OflflKgP SpextnlgeBehüft in Gelegen!,«;t,ki״f«n In Zar Auswanderung: Gute Herren- und Damenwäsche Oberhemden, Strümpfe und Socken | FGr USA. Spctia!itBte?1 ia alten Artikeln | ׳‘?־צדי A. HENLEIN «% fDU-lisnrHaHl s9sGe8chSt1»1uiBabe 1 F. EHUEHFELD | Frankfurt i.m. ZM10« fl MAYER ESOmmER Anzeigen .Annahme In 1 FRANKFURT a. Main 1 eres* Sbckanhatmar str. Mi, Rat «sott fl Kaff•• / Walna / Kolonialwar•» unverändert in Prell und Qualität 4 Filialen In Frankfurt a. M. Gr, l»dt*nh«lm*r Str. 33 , Oederw«g 43 PALÄSTINA 1 AMT IlimilN J afd DANZAS&CO.:: Abladung (Or AuilindiuffliDg« Frankfurt a. M,, Mainitrimsitr. 3t. Ta.111 סז Im£SS££JS£!!J^!£JLm!1!S in Lift« und Sammelladung•« Fiohminnltcli• Bintung — SiehgsmlBe Verpickung - Laganm! - VaraleMnrag Goethe Schuhhaus Frankfurt Da* Spazlalhaui für •laganta Demanithuha am Main MATHILDE OPPENHEIMER ■ GOETHESTRASSE 38 Kaufon Sie, «ras Sie brauchen, bei den Flrmen, die Ihre Erzeugnisse im Anzeigenteil der ,״indischen Rundschau“ empfehlen; Sie erfüllen damit eine Pflicht der Solidarität NÜRNBERG IDA DORMITZER Jüdischer Buchvertrieb Nürnberg *A, Breite Gasse 49 Pananda Gaichank« für all• Oelaganhaltan NQrnbarg-PQrth: Ja oo b eradmann, STUTTGART Ca!6 Haimann Die JUdische Rundschau wird in 64 Ländern der Erde gelesen