Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 43 (1938)
- Issue
- Heft 80-81 (7.10.1938)
- Date
- 1938-10-07
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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גו JQDlSCHE RUNDSCHAU Nr. 80/81. 7. X. 1938 MacMichaels Vertretung Jerusalem, 5. Oktober. (Palcor.). Staatsanwalt Fitzgerald wurde zum amtierenden High Commissioncr bis Sonntag ernannt; dann wird der Generalsekretär der Palästinaregierung, Mr. Battershill, zunickkehrcn und das Amt des High Commissionen! bis zur Rückkehr von Sir Harold Mac Michael Mitte Oktober übernehmen, Ein Jude zum Tode verurteilt Der 25 Jahre alte Jakob Kotik, der am 20. September in Te! Awiw im Besitz von Waffen verhaftet worden war, wurde vom Militärgericht in Jerusalem am 3. Oktober zum Tode verurteilt. _ Gerichts-Verlegungen fm Hinblick auf die gefährliche Lage in einzelnen Orten Palästinas wurde angeordnet, daß das Distriktgericht In Haifa auch die Rechtsprechung für die Subdistrikte Haifa, Akko, Nablus, Dschenin, Tulkerem, Beisan, Nazareth, Tiherlas und Safed übernimmt. Ferner wurde angeordnet, daß die Magistrahgerichte von Nablus, Dschenin, Tulkerem, Nazareth und Beisan ihren Sitz in Haifa erhalten. Die Fälle, die vor die Magistratsgerichte in Hebron und Beer Schewa kommen sollen, werden nach Jerusalem verlegt. Aschdoth «Jaakow Ein« Wirtschaft Im Jordantal in der Jordansenke, auf der vom Jordan und schal ferren Platte, liegt der Ansiedfungspunkt Jaakow“ (Delhamia). Kwirza Oescher leistete;er in der Umgebung Frob«rungsarbeiten ersten rcli Lohnarbeit, die ihnen nicht immer mit Leich- 'geh■'" wurde, und durch Krrichtung des Ruthenerkes, haben sie cs zu erstatmtieben Ersparnissen id ond vor vier Jahren zürn Bau ihrer eigenen libergegangen. Das schöne Gcscher, das direkt nahe der transjord.niisrhen Grenze an einem langsam von will ich Hat Dorfes: Ddhamia! Man' ‘muß T'merkinT^daß1 auf^dieseü großen Strecke״ fast keine arabische Siedlung bestand, denn die^Arabe*1^ vcralischcmcn Hitze mul Sümpfe und wagten Aschdoth Jankern־ kann schon heule nach vier Jahren Ansiedlimg־ die ersten unter größter Anstrengung und schweren Bedingungen herangezogeiien Fruchte ernten. ^D!e \X irisch,nft ist, wie es das Prinzip des Kibbuz Hamenrhad verlangt, gemischt, hat jedoch nach den besonderen Anforderungen des heißen Klimas und des Bodens besondere Vorrechte. Ihre Erzeugnisse von Aschdoth sind de gesuchten Erstlinge aut dem hiesigen Markt und erzielen das Drei- und Vierfache der normalen Preise. — Die Wasserfrage ist hier gelöst; das Wasser wird aus dem nahem jarrauk hochgepumpt und dann in Bctongräbea weitergeiührt. Jetzt ■hefc ,y°B«'dung eines riesigen Aquäduktes von 800 m Länge sind eile Bedingungen geschaffen, 11« fast die ganz!«» 4060 zu bewässern. Die Hauptzweige der Wirtsehtaft *htd Getreideanbau, Gemüaeplantagcn (äugenWiekIkh wenden die ersten Versuche zum Export ins Ausland gemacht), Banane»- Pflanzungen, Hühner- und Schafzucht. Außerdem besteht eine entwickelte Milchwirtschaft mit täglich zirka 10(» Liter für den Markt. Die Handwerksbetrieb« sind völlig wechauisiert. Man erhält Aufträge aus der ganzen Umgebung; gerade jetzt fertigte die Tischlerei einen großen Auftrag von 500 Schranken für das englische Militär an. Hanu in Hand arbeiten alle diese Zweige, und im ihnen bilden sich lux-hwe rtige Fachgruppen heran. Noch besonders zu erwähnen!st die Kwuzath Hajnnjan — die Baugruppe —, die hier schon große Aufgaben zu bewältigen hatte. Diese Kw11/a der Bauarbeiter besteht aus Fachleuten, die schon jahrelange Bauarbeiter» in Haifa und bei Ruthenbtrg hinter sich haben. € h a i m Perl 8, Aschdoth Jaakow Der Wert v Vi'irkut ן Apfelsinenkuren. Während jeder schon von hört hat, ist cs unbekannt geblieben, daß er solchen •Behandlung 11k ht abhängig ist «uri un /ui ues Obstes, welches dabei verabfolgt wird. Man kann dieselben Erfolge erzielen mit 41!en anderen Früchien. wenn sie nur kurgeniäß, d. U. genau nach ärztlicher Anweisung, gegessen werden. Es bedarf daher keiner Begrün• düng, daß in Nathan v a, einem Zentrum des Orangenaubaues, diese Frucht zur Kur verwendet wird. Eine Apfelsinenkur stellt eine zeitlich begrenzte Diät dar, welche reich an Vitaminen, basischen Mineralien, Zucker, Fermenten und Enzymen ist, die viel Zelluloseschlacken enthält, aber wenig Eiweiß, Kochsalz, Kalorien, und keine Purinkörper und Fett, ln strenger Form ausgeführt, bedeutet sie eine weitgehende Nahrimgsentzichung und Annäherung an das Fasten, ohne dessen Reakuouserscheinungen, die sogenannten Krisen, hervorzurufen. Diese Kost wirkt stark entwässernd, trotz, ihres Wasserreichtums, weil die Wasserspeicherung des Körpers in Zusammenhang mit der Aufnahme von Kochsalz steht, das im Vergleich zu den gewöhnlich mit der Nahrung angenommenen Mengen bei der Apfelsinenkur fast fehlt. Durch die Anwesenheit von Eiweiß und Fett hat der Körper weniger Verdauungsarbeit zu feisten, m daß seine Kräfte frei werden, alte Ablagerungen von Stoffwechselschlacken und Giften aus ihren Depots fm Körper herauszulösen, sie vollständig zu verbrennen und auszttseheiden. Der Vitamin- und Mineralreichtum ist deshalb von so großem Wett, weil wir bei der ״Normalkost“ im allgemeinen zu wenig von diesen notwendigen Ergänningsstoffen aufnehmen und, besonders am Ende des palästinensischen Sommers, daran Mangel leiden. Die unverdaulichen Zclhiloseschlacken sind nicht etwa wertlos für den Körper, sondern bedeuten durch ihre Menge eine fute Füllung des Darmes und eine Anregung zu stärkerer ätißkeit. Endlich liegt noch ein besonderer Vorzug dieser Diätfarm darin, daß die Fätil!!»Vorgänge im Darm herabgesetzt werden zugunsten stärkerer Gärung, und daß sich damit die Baktemnflara, die Dartngift« entwickelt, welche dann ins Blut übergehen, ändern und anderen, wesentlich harmloseren Bazillen Platz macht. Faßt man diese wes entliehen Eigenschaften einer Apfelsinenkiw zusammen, so ergibt sich, daß sie hauptsächlkn von Weit ist bei chronischen Stomvecnselerkrankunger» wie Rheumatismus, Fettsucht, Ver- Stopfung, Arteriosklerose, aber auch bei Entzündungen "der Luftwege, wie Bronchitis und Asthma, der Verdauuncswege, w!e Kolitis, Durchfall usw. Auch Gallenwegserkran kungen, wie Cholangitis, Gallenblasen entziindung, Gelbsucht und Er- Kränkungen der Harnwege (Nephritis, Pyelitis, Cystitis, Pro- *tatanvpertrphie) werden erfolgreich damit behandelt. Wenn bei Herz- und Nierenkrankheiten eine Entwässerung des Körpers notig ist, so ist die Apfelsinenkur eine der besten Behandlungsarten. Dr. Pos ner, Nathanya Baby- und Kinderpflege in Palästina Allen Nöten und wirtschaftlichen Kämpfen des täglichen Lebens in Palästina geht eine Sorge voran: das Kind. E!, gibt wohl kein anderes Land, In dem da* Kind «ine 80 weit umfassende Bedeutung, eine so ausschließliche Sonderstellung hat, wie hier. Kein Opfer ist groß genug, keine Entsagung zu viel um des Kindes willen.. Das Austräger! des Kindes während der 9 Monate ist für die Mutter in ungewohntem Klima und ungewohnten Lebensverhältnissen nicht Icicnt. Dazu kommt die schwere körperliche Arbeit, besonders der Mutter auf dem Lande, die Haushalt, Hof und Garten während dieser Zeit weiter besorgen muß und wenig Zeit iu Ruhe und Pfleg« für sich selbst hat, l)i* meisten jüdischen Kinder werden in Palästina in den Krankenhäusern der Kupath Cholim geboren. Ständig steht der dortige Arzt zu ihrer Verfügung, um sie in allem zu beraten, Nach Ablauf der 9 Monate bereifet sich dt« Mutter zur Aufnahme ins Krankenhaus vor. Wohnt sie von dort entfernt, so nimmt sie das Krankenhaus schon 8 Tage vorher auf, damit — was schon einigemale vargekommen ist — das Kind nicht unterwegs in der Bahn oder iiu Auto zur Welt kommt. Wohnt sie in der Nähe, so verabredet sie sich mit einem Taxichaoffeur, der Tag und Nacht zu ihrer .Verfügung steht. Im Krankenhaus findet sie eine große Anzahl ihrer Schicksalsgen assinnen. Keine Station ist so überfüllt, nirgends Aeizte und Schwestern so angespannt in unermüdlicher Tatigkeit wie in der Entbindungsstation, Es ist schon vorgekommen, daß wegen Ueberfüllung zwei Frauen iin selben Raume entbinden mußten. Ist dann alles gut vorübergegangen, die Mutter in einem guten Bett in sauber gehaltenen Räumen unterbracht, darf sie nach einigen Stunden der Erholung Ihr Kind zum ersten Male sehen. Es ist hier fast allgemein üblich, daß die Mutter schon nach 36 Stunden zum ersten Male das Bett verlassen und daß sie sich von da ab täglich Bewegung machen muß. Dies fällt vielen Frauen zwar schwer, bekommt aber im allgemeinen außerordentlich gut. Nach 8 Tagen darf sie das Krankenhaus verlassen, nicht ohne vorher von einer Krankenschwester Instruktionen erhalten zu haben über: Troekenlegen, Baden, Körperpflege und Ernährung des Kindes. Nun muß sie alle 8 Tage zu einer bestimmten Stunde mit dem Kind beim Arzt erscheinen, wo das Kind gewogen und auf sein körperliches Befinden genau untersucht wird. Ungefähr bis zum 1. Lebenswahr .steht das Baby wöchentlich einmal unter ärztlicher Kontrolle. Ini Sommer richtet der Arzt meist seine Sprechstunde für das Baby trotz seiner großen Ueberanstrengung schon um 7 Uhr morgens ein, damit das Kind noch vor der großen Hitze wieder zu Hause sein kann. Im Winter «׳erden die Räume besonders gut für das Baby geheizt — für Europäer nichts besonderes, aber für palästinensische Begriffe ein Luxus. Der Hauptwert wird darauf gelegt, daß die Mutter das Kind selbst nährt. Besonders wenn das Stillen in die Zeit der Chamssine (heilte Winde aus der Wüste) fällt, ist Muttermilch unersetzlich. Die Mastitis (ßrustdrüseneutzünctung) ist hier eine besonders weit verbreitete Krankheit, und «s wird darauf gesehen, daß die Mutter bei völ'igcm Versagen der einen Brust noch möglichst 9 Monate das Kind auf der anderen Brust allein zu nähren versucht, allerdings dann unter Zusatz künstlicher Nahrung. Unbedingte Sauberkeit in weitem Umkreis um das Baby ist die Hauotbedingim«. Schon ein« Fliege aut dem Essen kann gefährlich sein. Der Milchbrei für das Kind wird in» Sommer stets kurz vor dem Essen angefertigt, denn schon beim Stellen des fertigen Breies bei Chamssinen während 3—4 Stunden kann die Milch umschlagen. — Besonders auf dem Lande können sich die Kinder in keinem offenen Lul (Horde) im Freien aufhalten. Man baut völlig von Rescbet (Fliegengaze) umschlossene große Hofzhorden, in denen die Kinder völlig fHegenfrei und schlangenstcher liegen können, Fährt man sie im wagen spazieren, so wird ständig ein dünnes Moskitonetz über aen Wagen gelegt. Auch nachts hängt ein großes Moskitonetz über dem Bettchen. Das ״Daumenlutschen״, das manchen Kindern so reizend steht und so viel belacht wird, ist hier wegen der Infektion*► gefahr durch Uebertragung von Schmutz eine große Gefahr, ebenso das In-den-Mund-stccken aller Gegenstände, das jedem Kind so viel Vergnügen macht. Wenn aas Kind erst etwa* Verstand iiat, muß man ihm mit allen Mitteln diese beiden Untugenden abzugewöhnen versuchen und es immer wieder verwarnen, daß es ״choleh“ (krank) wird, wenn es das tut. Fällt ein Stück Brot oder irgend etwas, was das Kind gerade genießt, auf die Erde, so muß das Kind wissen, daß es ״assur“ (verboten) ist, das auf der Erde Liegende aufzuheben und zu essen. Einmal auf die Erde gefallene Lebensmittel werden dem Kind nicht mehr gegeben, nur auf die Erde gefallenes Obst wird noch einmal mit übermangansaurem Kali desinfiziert und kann dann weitergegessen werden. Kein Kind darf möglichst auch nur einen Bissen zu sich nehmen, ohne sich vorher gründlch diie Hände mit Wasser und Seife gewaschen zu haben. Ist das Kind drei Jahr« alt, dann kommt es In den Gan (Kindergarten). Die meisten Kinder in Palästina gehen dorthin, da ja die Mutter beruflich und häuslich oft so in Anspruch genommen ist, daß ihr wenig Zeit übrig bleibt, mit den Kindern zu spielen. Dort haben sie «8 herrlich. Alles, was einem Kind nur Freude macht, findet es dort vor. Künstler und technisch Begabte haben hier Ihr tnöglichstes geleistet, um für das Kind das idealste Spielzeug zu schaffen. Ein« langjährig ausgebildete Ganeneth (Kindergärtnerin) betreut die Kinder. Dort wird gesungen, leichte Gymnastik gemacht, getanzt, gezeichnet, gebaut, gestickt, kurz, alles, was das Leben eines Kindes inhaltsreich und schön macht. Im Sommer tragen die Kinder leichteste Kleidung, meistens nur ein Händchen und eine kleine Spielhose, und natürlich eine Kopfbedeckung; denn ohne Schutz für den Kopf setzt sich selbst der eingeborene ״Zabre'j der Sonne nicht aus. Im Winter tragen sie warme Trainingsa-nzüge mit langen Hosen und vor allem hohe Gummistiefel zum Schutz vor Regen, Auf die gute Ernährung der Kinder wird besonderer Wert gelegt; viel Sehemeneth (Salme), Lebben (saure Milch), süße Milch, Ziegen- und Schafkäse, viel ™״»«<•־ ״״ *־ Bananen, Grapefruit, Orangen und Aepfel, ter Saft von Weintrauben und Orangen), auch viel Fleisch machen die palästinensischen Kinder außergewöhnlich kräftig und widerstandsfähig. Dabei essen sie im Sommer nur minimal, denn die Hitze ist oft 80 groß, daß selbst Erwachsene mit größtem Energieaufwand kaum einen Bissen her^nte!־bekommen. Im Winter wird alles nacngenolt, was an Nahrungsaufnahme‘ und Schlaf im Sommer versäumt worden ist. Da werden die Kinder richtig ״aufgepäppelt . Bis uro 8 Uhr morgens schlafen sie oft und schon um» 6 Uhr abends, wenn cs dunkel geworden ist, legt man sie zu Bett, ״abgesehen vgp״. feig . eip- $8,. aweistttndljf«!t Mittagsschlaf, der für jedes ,Kind hier unentbehrlich ist. Mir. (ausgepreßfrische Eier und Hebräisch im Munde von Nichtjuden Der Siegeszug des le'!endigen Hebräisch, die Entstehung der hebräischen Presse, einer neuen hebräisch-palästinensischen Liteiatur, sind oft geschildert worden. Weniger bekannt ist dagegen die Tatsache, daß die Zahl der Nicht jaden, die hebräisch versieben oder sprechen, immerhin beachtenswert ist. Es gibt Hunderte von Arabern, die in ruhigen Jahren die Kurse des Herzf-Ciyinnasiums in Tel Awiw besuchten, es gibt engtische Polizisten und arabische Beamte, die hebräisch verstehen, von den Arabern, die bei der Arbeit in jüdischen Kolonien Hebräisch erlernten, zu schweigen. Leiefer besitzen wir bräischen Schriftstellers N. H. Imber, verstand Hebräisch, r englische Professor Barber übersetzte Bialite Agada■ mmlung aus dem Hebräischen ins Englische. Vorzüglich brätsch spricht ußd schreibt der Archäologe Professor . F. AI b f igh t aus Amerika, ebenso Prof. Stmcsprfns s Amerika, Prof. Saarisalo aus Helstngfors m b»- 1d, J, Christie in Haifa, Martin Noth, Pastor Marx s der Schweiz, ein mohammedanischer Schriftsteller Ghalil ei das u. a. Diese Zeilen können und sollen kein austuhnhes Bild vom der Kenntnis der hebräischen Sprache unter n Nichtjuiten geben. Von den Tagen Reuchlins an hat es;inner von Rang gegeben, die ihre Kraft der Erforschung r Bibel, der jüdischen Dichtkunst und Kultur gewidmet PALÄSTINA TRINKT ״ATARA." - KAFFE E keine genauen Zahlen über diese Hebräisch verstehender! Nichtjtiden. Auch auf der Universität in Jerusalem zählen zu den Studenten einige Nichtjuden, die Vorlesungen werden hebräisch abgehalten. Es gab darunter z. B. einen Schulmann aus einem der baltischen Staaten; von seiner Regierung bekam er die Aufgabe zugewiesen, hebräisch zu lernen, um später im hebrätschen Schulnetz seines Landes als Regiemngsinspektor zu wirken. Der arabische Schriftsteller Ribchi Kam aal, der in Kairo bei Prof, Ben Seew Hebräisch gelernt hatte, sprach vor Jahren, wie sich manche Jerusalemer erinnern werden, iin hebräischen Kreis der Olej Germania ln mustergültigem Hebräisch über ein Thema zur Geschichte des Isla«. Er hat auch Steifen aus den Schriften von Ach ad Haani und Bialik ins Arabische übersetzt. Auch im Jerusalemer Ra«dio kann man den Engländer Sidney Seal über Mu<ikprob!eme hebräisch referieren hören, auch englische Beamte benutzen cFe hebräiscb« Stunde im Radio, um über Fragen ihres Arbeitsgebiet*, etwa Verhütung von Verkehrsunfä'len oder dergleichen, zu sprechen. Für viele Neueinwanderer bedeutete es eine Uebfrrasefutng, in Jaffa z. B. auf den Firmenschi'elem nichtiiklischer Ffiiuser die wohlbekannten hebräischen Ouadratbuchstaben zu erblicken. In der ersten Zeit nach der Baffourdeklaration soll eine Reihe von christlichen und mohammedanischen Eltern ihre Kinder in jüdische,Schulen geschickt haben, damit sie die neue Landes• und Regierungssprache, Hebräisch, richtig ei lernen. Selbst Regierungen bedienten sich zur Hebung des Fremdenverkehr* der hebräischen Sprache. Vor mir liegt e’m 68 Seiten starkes Heft, das die Sommerfrische« des Libanon der jüdischen Touristik emofiehlt. Auch Syrien gab vor Jahren einen Katalog über jüdische Sehenswürdigkeiten heraus, doch wurden die Prospekte auf Veranlassung arabischer Nationalisten eingertampft oder aus dem Verkehr gezogen. ln früheren Zeiten waren es vor allem die christlichen Missionare, die sieh zu Zwecken ihrer religiösen Propaganda des Hebrä!schen bedienten. Unter diesen Missionaren waren oftmals Liebhaber der hebräischen Literatur, Auch heute bedient sich die Mission unter Juden der hebräischen Sprache. Mir sind wiederholt hebräische Traktate auf der Straße in die Hand gedrückt worden, in den Briefkästen kann man die hebräische Version des Matthäus-Evangetiums, von tmbeltarmter Hand dort hinein geschoben, entdecken. Der christliche Zionsfreund Ol ipha nt, Patron des Als Arzt Im Kibbuz. Im ״Haarez“ erscheint wie uns aus Tel Awiw׳ berichtet * wird, ein Zeitbild von J. Mastbäum, dem ,wir folgendes entnehmen: Vier Siedlungen haben zusammen einen einzigen Arzt, der sein Ambutatp־ rium in einer Baracke hat. Natürlich muß er auch hantig reitend oder zu Fuß einzelne Ortschaften aufsuchen. Früher kamen auch Araber, um sich behandeln zu lassen, aber das hat in der Zeit der Unruhen nachgelassen. Der 28jänr1ge Arzt kam vor einem Jahr in den Kibbuz, um sich als Mrtglied aufnehitien zu lassen. Er kam aus Deutschland und war Junggeselle, und man zweifelte, ob er sich eingewöhnen würde und teilte ihn den Unverheirateten zu. Aber alb mählich nahm der Arzt im Leben des Kibbuz eine wichtige Stellung ein. Auf alles erstreckte sich seine Fürsorge: aut die erzeugten Nahrungsmittel, wie Milch und Honig, auf das Bohren des Brunnens, auf das Wasserreservoir usw. Außerdem leitete und überwachte er die Krankenstube, macht Visite und gibt den Schwestern Anweisungen. Im Wachtdienst spielt er eine große Rolle. Er liest die Rapporte und gibt Anweisungen. Ist jemand verwundet, so ist er als erster zur Stelle. Auch die Berichte aus den verschiedenen Zweigen der Wirtschaft werden Ihm vorgelegt. Vieles daran ist für ihn als Arzt und Verantwortlichen für den Gesundheitszustand des Kibbuz wichtig. Aber auch an alb f •- •*־ז- --־’־ — 1 a•׳ iz.kv,«» des Kibbuz geworden, Kurse palästinensischer Wertpapiere, ln Tel Awiw notierten, wie Ellem’s Bank Ltd. mitteilt, am 30. September: Allgemeine Hypothekenbank: 5 *teige Pfandbriefe 96F't ״<%. 6 0/0ige Pfandbriefe 10014 »te, fi •/oige Vorzugsaktien tO&Vs teo, Stammaktien 110V» ״/״• — Palestine Land Development Go. Ltd.: 6 ״«ige Vorzugsaktien 90 »/o, Stammaktien 82V» %'־- .״- Bizur: 6 ״feige Obligationen Ser. 2 97‘<4 F». — Nir Ltd,; 4 ״oige Obligationen Ser. 1 85 •/«, 4 ״/oige Obligationen Ser. 2 84*4 *׳® 5 ,״׳oige Vorzugsaktien 6644 •;4,'2 — .0׳ «teige KKL- Schuldverschreibungen 77 «te. — Pasa; 4 •oige Obligationen 75'0» 2׳. — Palestine Potash; 5V׳» ־oige Vorzugsaktien IW9. Die Krise m Europa hatte natürlich jhrt Rückwirkungen auf den hiesigen Effektenverkehr. Die Kurse erreichte« ihren Tiefstand am 28. 9., an welchem Tage fast nur Briefkurse notiert wurden. Sodann hat die Tendenz schnell umgeschlagen, und auf große Kaufaufträge schloß dif Weene zu den Höchstkursen. Bar mlzwi-Terml«. Am 8. Oktober (13. Tischri): Meier (Ma*fr*d) PI*chzinskJ. Sohn von Simon Plachzin.ki, triiher Karlsruhe, jetzt Kirjatä Schmuei bei Haifa.