Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 43 (1938)
- Issue
- Heft 80-81 (7.10.1938)
- Date
- 1938-10-07
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2651273-2653549-2653617--32742-2684487- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Haifa 1× ep/1047930
- Tunis 1× ep/1048155
OCR text
Nr80/81 ״ / Jahrgang 43 Prel* 25 Rpf. JÜDISCHE RUNDSCHAU Radaktloa, Varlas »1 Anzeigenverwaltangi Berlin WIS.Melnekeitr. 10 Fernrnti 919031, Telegramm ■Adr*»••! Orjjhlp. — In Fällen höhere■ Gewalt BeeujfSgebühren. Beeugeprei* einaeiilieölidi Bestellgeld je Monat RM 2,—, je Vierteljahr RM 5,75; bei Abholrmg RM 1,88 biw. RM 5,39 («tnadiliefilich Poatieitungs- ^gebühr von 10,% Rpl je Monat). — Postscheck - Konten r Groß * Ber! Berlin 71573, f :h! Berlin 17393 BERLIN י״ב תשרי תרצ״ט FREITAG, 7. OKTOBER 1938 Erscheint Jeden Dlenitag and Freitag. Gültig ist die Anrcigenpre!allste Nr. S vorn 1. April 193«. Die rwölfgespaltene mm Zeile 20 Rpf, Kr Familien- Nachrichten IS Rpf. Keine Gewähr für Aufnahme von Anzeigen in bestimmten auf *Posfscheck Konto Berlin 71618 oder bar Montag bis Freitag 9 —'18 Uhr! Annahmeschluß für die Dienstag - Ausgabe Montag 10 Uhr, für die Freilag . Ausgabe : Mittwoch 15 Uhr. Familien * Anzeigen am Tag vor Erscheinen 16 Ohr Der Zionismus erstrebt für das indische Volk die Schaffung einer Öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte In Palästina. (Baseler Programm) Was war gemeint? MacMichael in London Konferenz 1m KolomalminSsferium - Neue Truppen nach Palästina Der High Commissioner von Palästina, Sir Harold MacMichael, erhielt von der Londoner Regierung den Auftrag, sofort nach London zu kommen. Er begab sich am Mittwoch früh um 8 Uhr im Flugzeug von Jerusalem nach London. Noch am gleichen Abend fand im Londoner Kolonialministerium unter Vorsitz von Malcolm MacD o n a 1 d eine Konferenz über die Lage in Palästina statt. Kolonialminister Malcolm MacDonald gab im Unterhaus eine Erklärung ab, in der er mitteilte, daß der High Commissioner nach London zur Besprechung berufen worden sei. Außerdem teilte er mit, daß die britischen Streitkräite in Palästina weiterhin durch zwei Kavallerie-Regimenter, ein Infanterie-Bataillon aus England und drei Bataillone aus Indien verstärkt werden. Ferner wird die Polizei durch hundert englische Kriegsteilnehmer ergänzt werden. Eine weitere Einstellung jüdischer Polizisten sei nicht vorgesehen. Malcolm MacDonald hat seine für Freitag geplante Reise nach Schottland verschoben. Ein neuer Vorschlag:? Der Außenminister des Irak weilt augenblicklich in London. Er wurde vom englischen Außenminister, Lord Halifax, empfangen. Nach einer Meldung des ״Evcning Standard“ diente der Empfang der Besprechung der Palästinafrage, und es wurden neue Pläne für die Lösung der palästinensischcn Krise in Erwägung gezogen. Wie man in London vermutet, hat der Außenminister im Aufträge des Königs voif Irak ■und mit Wissen von Ihn Saud der Londoner Regierutig einen neuen Lösungsvorschlag für die Paläsfiuafrage überbracht. Nach einer Mitteilung des ״Daily Telegraph“ beabsichtigt der Außenntinister dts Irak, de« neuen Paliistinaplan außer mit Lord Halifax auch mit den Ministern MacDonald und Höre- Belisha und mit Dr. Weizmaniizu besprechen. Der Plan soll die Schaffung »Ines halbsouveränen arabischen Staates in.Palästina ähnlich aem Irak in seiner ursprünglichen. Form vorsehen, in dfciti Ai'äbcr und luden die gleichen, bürgerlichen Rechte genießen hna hitidnaldiftmocene ,Qqnvsinüljfr Selbsfverjzaltung besitzen sollen. Die Souveränität wird allmählich VOti England auf den Staat übergeben, der durch «ine National- Versammlung zu begründen sei. Die Zahl der Juden solt nicht mehr durch weitere Einwanderung vermehrt werden. Im übrigen soll in Palästina außer diesem Staat ein britisches Mandats-Restgebiet übrig bleiben, so daß also im Gegensatz zu dem ursprünglichen 'Teilungsplan Palästina in zwei Teile zerfallen soll. Die englische Presse begrüßt die von MacDonald angekündigte Verstärkung der englischen Truppen und bezeichnet zum Teil diese Maßnahme als noch nicht ausreichend. Der Bericht der Woodhead-Kommissioty wird, nach Informationen aus London, für Ende Oktober erwartet. Panarabischer Kongreß In Kairo Wie aus Kairo gemeldet wird, sind die Vorbereitungen für den Panarabischen Kongreß, der am 7. Oktober in Kairo beginnt und sich mit der Palästinafrage beschäftigen soll, abgeschlossen. Die Delegationen aus dem Irak und aus Syrien sind eingetroffen. Der Kronprinz von Jemen traf am Mittwoch ein. Weitere Abordnungen kommen aus Marokko, Algerien, Tunis, Saudi-Arabien, Libanon, Transjordanien und äiis dem Sudan. Der Bruder des früheren Jerüsaleinef Muftis Jamal el ■Htisseni ist Gast des Veranstalters des Kongrosses, Allauba Pascha. Kriegfsrecht gefordert Ein Bericht der ״Times“ In welchem Grade die Sicherheitslage in Palästina sich verschlechtert hat, geht aus dem Bericht hervor, den die ״Times“ vom 5. Oktober aus der Feder eines gelegentlichen Berichterstatters abdruckt. Der Berichterstatter erklärt offen, daß außerhalb der jüdischen Kolonien und weniger großer Städte die Tätigkeit der Zivilverwaltung nahezu völlig paralysiert ist. Während in Samaria und in großen Teilen Galiläas das Militär die Lage in der Hand hat, ist in den übrigen Teilen des Landes, besonders im Süden und rings um Jerusalem, die ״Regierung der Aufständischen“ der Herr. Die Wirksamkeit und das Prestige der britischen Verwaltung sinken ständig, während das Ansehen und die Macht der Aufständischen steigen. Die Erfolge der Terroristen und die Maßnahmen der Regierung haben die Araber stärker geeinigt, als sie jemals vorher gewesen sind. Während früher im arabischen Lager der Städter den Ton angab, regiert heute das flache Land. Sollte die englische Regierung nicht rasch zu einer Lösung kommen, die den nationalen Aspirationen der Araber entgegen kommt, so würde es notwendig sein, Palästina aufs neuezu erobern. Wolle man verhindern, daß die Situation noch schlechter wird, so brauche man mehr Truppen und müsse rigoros das K r,j egs r ech t durchsetzen. Die arabische Polizei werde immer unzuverlässiger. Die Bedrohung der Verkehrsverbindungen nehme ständig zu. Ausjerhalb der großen Städte sei es fast unmöglich, Steuern zu erheben, es sei denn, man treibe sie als Kollektivstrafen ein. Das Verwaltungssystem der Mukhtars (der von den Dörfern gewählten und von der Regierung bestätigten Gemeindevorsteher) habe aufgehört zu funktionieren. Die arabische Poliz e i, hin- und hergerissen zwischen der Pflicht, die zu erfüllen sie der Regierung geschworen hat, und ihrer nationalen Empfindting, setzt der Gewalt der arabischen Aufständischen nur noch wenig oder gar keinen Widerstand entgegen. An vielen Plätzen mußte man die arabische Polizei entwaffnen, weil Waffen im Polizeibesitz häufig dasselbe bedeuten wie Waffenlieferung an die Terroristen. Die erfolgreichen Angriffe auf Bahnhöfe, Postämter und Pumpstationen der Wasserleitung haben den Glauben der Araber befestigt, daß sie die ganze Verwaltung lahmlegen können. Der Ueberfall auf Bethlehem, den die Aufständischen am 13, September unternahmen, konnte zwar schließlich zurückgeschlagen werden, wobei die Araber 20 Tote verloren, aber tatsächlich ist Bethlehem seither wieder vollkommen von der Umwelt abgeschnitten. Die Regierung scheine die Linie zu verfolgen, daß man'es den Arabern, wenn sie die Kooperation verweigern, überlassen müsse zu sehen, wie sie fertig werden, damit sie schließlich einsehern, was das Aufhören gesetzlicher Ordnung mit sich bringt. Es ist möglich, daß diese Politik die Araber mit der Zeit wieder zu Verstand bringt; die Aufständischen aber und die Masse ihrer Anhänger behaupten heute, daß sie die Regierung aus dem Felde geschlagen haben, ihr Triumph mag kurzlebig sein; bis dahin ist er für die Regierung erniedrigend. Der Bericht schildert dann die Verhältnisse in Jaffa, Haifa und Jerusalem und fährt fort: Das Schlimmste an der Situation ist die Art, in der die Maehtbeweise der Aufständischen den Glauben der Araber gestärkt haben, daß sie Großbritannien erf olg r e ic h T rotz bieten können, wenn ihre Forderungen nach Selbstverwaltung nicht erfüllt werden. Auch die städtischen Araber und die Effendis unterstützen immer stärker die Aufständischen. Die strengen Maßnahmen der Regierung, wie etwa die Kriegsgerichte, haben die Araber keineswegs eingcschiichtert. Die Gerechtigkeit der Kriegsgerichte wird, da neben Verurteilungen auch Freisprüche erfolgen, nicht einmal angezweifeit; dennoch haben sie ihr Ziel nicht erreicht. Die Aufständischen nennen sich neuerdings ״Kämpfer für den Dschihad“ (Heiligen Krieg). Es gibt viele Krimincllc unter ihnen, aber die höheren Führer und zahlreiche Leute aus Reih und Glied sind Menschen, die glauben, daß Islam und arabisches Nationalgefühl sie aufrufen, ihr Land von den Ausländern zu befreien. Ein Sohn von M11 s a Kazim Pascha, einem altangcsehenen arabischen Aristokraten in Jerusalem, der vor dem Mufti der anerkannte arabische Führer war, kämpft heute persönlich mit. Es kommt vor, daß auch andere europäisch gebildete Araber aus vornehmen Familien den Kampf der Terroristen billigen und ebenfalls in die Berge gehen. Es scheint, daß das ״Brigantensfadium“ der arabischen Revolte vorbei ist. In arabischen Augen haben die Aufständisehen ihren Anspruch, die Retter des Landes zu sein, gerechtfertigt, und wie immer ihre Vergangenheit aussielit, heute, eiten sic als Helden, und bisher sogar als erfolgreiche. Sie aben ihre Autorität durch Terror begründet, aber ebenso auch dadurch, daß sie das Volk überzeugten, man könne von Eng-!and mir durch einen Aufstand Gerechtigkeit erlangen. Man kann sich kaum wundern, daß die Palästinaverwaltung, gelähmt durch die Verzögerung in der endgültigen Festlegung der Politik, geschwächt durch die Unzuverlässigkeit der arabischen Polizei, auRerstande, die jüdische Polizei zur Aufrechterhaitung der Ordnung unter den Arabern einzusetzen, mit zu wenig britischen Polizei- und Militärkräften, sich darauf konzentriert hat, die Hauptadern des Verkehrs offenzuliaiten und die Städte zu verteidigen. Die Verteidigung der jüdischen Gebiete wird mehr und mehr von den Juden selbst übernommen, die in den letzten Wochen 1200 Freiwillige als Ergänzung ihrer Hilfspolizei rekrutiert haben. Nacht für Nacht finden die Juden auf weiter entfernt liegenden Feldern ihre Ernte zerstört, Tausende von Bäumen entwurzelt, und dauernd fordern Landminen und Attentate ihre Opfer. Die weite Streuläge ihrer Siedlungen macht Verteidigung durch die Streitkräfte der Regierung kaum möglich. Man hat den Juden zwar die Erlaubnis gegeben, die Zahl ihrer bewaffneten Wächter zu vermehren, aber mein־ als ihre eigenen Leute zu schützen, sind sie nicht imstande. Der Artikel sagt zum Schluß: die Mandatarmacht ist durch ihr Gefühl für Fairneß, ihren Glauben an demokratische Herr- Schaftsmethoden und ihre Versprechungen, die Wohlfahrt der Regierten zu sichern, gehandicapt. Nur die Versprechungen gegenüber den Juden und die tragische Dringlichkeit ihrer Notlage in der Welt haben Großbritannien bestimmt, etwas zu versuchen, was die britische öffentliche Meinung unter anderen Umständen als einen ungerechten Versuch betrachtet hätte, ein Volk zur Annahme eines politischen Status zu zwingen, den es als mit seinen nationalen Interessen in Widerspruch befindlich ansieht. Man kann die Juden nicht im Stich lassen, und soweit die Nationale Heimstätte verwirklicht ist, muß sie geschützt werden; aber wenn nicht England und die Juden, die beide als liberal und gerecht gelten wollen, bereit sind, über den Willen •der Mehrheit in Palästina hinwegzugehen, muß irgendein anderer Weg zur Lösung der Judenfrage und der Palästinafrage gefunden werden als der, ein Volk zur Unterwerfung zu zwingen. Die Nachricht, daß der High Commissioner, Sir Harold Mac Michael, am Mittwoch von Palästina nach London geflogen ist, um dort an einer Konferenz mit dem Staatssekretär für die Kolonien teilzunehmen, deutet darauf hin, daß eine baldige Entscheidung der Palästinafrage durch die britische Regierung bevorsieht. Die Konferenz wird mit der Tatsaciie in Verbindung gebracht, daß der Außenminister des Irak in London neue Vorschläge unterbreitet hat. Außerdein hat es den Anschein, daß die technische• Kommission, die über die praktischen Ausfuhruiigsmögliclikeiten der Tei״ hing Bericht erstatten soll, in ihren Beratungen ziemlich' weit gediehen ist und in absehbarer Zeit ihr Ergebnis der Oeffentlicbkeit vorlegen wird. Die Lage iin Lande seihst, in dem eine britische Administration für ״gutes Regiment“ verantwortlich ist, wird in diesem Augenblick durch das ungeheuerliche Ereignis von Tibcrias, wo 21 Juden einem arabischen Ueberfall zum Opfer fielen, furchtbar beleuchtet. An der Londoner Besprechung nimmt kein Vertreter der Juden teil. Die britische üeffentlichkeit alter soll und muß unsere, die jüdische Stimme hören, wenn endgültig beschlossen wird, in weiche Bahnen die palästinensische Ent- Wicklung geleitet werden soll. Wir 11 aben ein Recht darauf, gehört zu werden, und haben ein Recht, Ver- Zeichnungen der geschichtlichen Wirklichkeit, die die Ent- Scheidung bestimmen können, als Verzeichnungen zu erweiseit und die Linien des Bildes richtig zu ziehen. Von solchen Verzeichnungen, die dringend einer Korrcktur bedürfen, ist die Atmosphäre voll. Die angelsächsiselten Kirchenhüupter Palästinas haben in ihrem Briefe, den wir vor einer Woche Wiedergaben, unter anderem behauptet, die Balfourdeklaratio n, von Anfang an unbestimmt in ihrer Ausdrucksweise, habe niemals eine wirklich endgültige Interpretation erhalten; selbst heute sei nicht sicher, was sia seinerzeit bedeuten sollte, was sie heute bedeute oder in Zukimlt bedeuten würde. Mit derartigen Behauptungen ist cs eigentümlich: kaum geäußert, werden sie bereits als feststehende Wahrheit wiederholt. Wir meinen, daß durchaus deutlich ist, was die Balfourerklärung einmal meinte und was sie, da unerschüttert in Geltung, für heute und morgen1 meinen mtrß. Nirgendwo anders als im ■Bericht der Königlichen Kommission, dein sogenannten Peel bericht, steht klar zu lesen, daß die britische Regierung bei der Herausgabe der Deklaration die Formulierung des Juden- Staates als des Endziels zwar vermeiden wollte, daß sie aber ihr Hilfeversprechen für die Begründung einer nationalen Heimsfiitte als die Chance ansah, die den Juden ermöglichen sollte, in Palästina zur Mehrheit der Bevölkerung zu werden und schließlich einmal einen jüdischen Staat zu begründen. Nach diesen Feststellungen des Peel-Berichtes (Kap. II, Ziffer 20, 21) muß jeder Zweifel über den originalen Sinn der Balfour- Deklaration beseitigt sein, und es kann keiner Frage unterliegen, daß die Zusage der britischen Regierung, ihre besten Kräfte einzusetzen, וחוד die Errichtung־ einer Nationalen Heimstättc für die Juden in Palästina zu erleichtern, die Perspektive in sich schloß, daß diese Heimstätte als Zellkern fiir ein allmählich sich bildendes jüdisches Staats« esen anzusehen war. Maßgebende Persönlichkeiten in England legen sich augetlscheinlich heute die Frage vor, oh im Lichte der Erfahrungen der letzten zwei Jahrzehnte diese Absicht der Deklaration weiter verfolgt werden solle. Auch in der vergangenen Epoche gab es mehrfach Situationen, in denen England seine Stellung zmn Zionismus gründlich überprüfte. Niemand kann sich jedoch darüber täuschen, daß in der gegenwärtigen Situation diese Entscheidung weit stärker umkämplt ist als etwa in den Jahren 102<J—103«. Der Wunsch, sieh von Verpflichtungen zu befreien, die man als unangenehm empfindet, ist stärker geworden, und Teile der öffentlichen Meinung, die den Frieden mit den Arabern für das oberste Erfordernis des englischen Interesses im Nahen Osten halten, sind durch die zweieinhalbjährige schwankende Haltung Englands gegenüber den arabischen Unruhen in Palästina in den Stand gesetzt worden, ihre spezielle Ansicht mit noch größerer Dringlichkeit vorzutragen als bisher. Es ist an sich keine Ucberrasehting, daß bei der politischen Struktur Englands das nationale Interespe verschieden gedeutet wird. Im Juli 1Ü37 schrieb die Peel-Kommission, es gäbe eine starke britische Tradition der Freundschaft mit dem jüdischen Volke, nirgendwo hätten die Juden es leichter gehabt, zu leben und sich zu entwickeln als in Großbritannien, nirgendwo gäbe es «inen tieferen Wunsch, zu tun, was getan werden könne, ihnen in ihren gegenseitigen Schwierigkeiten zu helfen, nirgendwo sei der Zionismus vor dem Kriege besser verstanden worden oder wurden ihm ähnliche praktische Beweise der Sympathie gegehen. Schrieb sie das nur fiir einen Tei' der britischen Üeffentlichkeit? Der Satz: ״Das britische Interesse geht parallel mit dem jüdischen Gefühl“ besagte in jenem Zusammenhange zweifellos, daß die prozionistische Politik der Sisiei UitfcMLok Am Sonntag wurde die Vorstadt von Tibcrias, Kirjath Schmuei, von Arabern überfallen, die eine Reihe von Häusern in Brand steckten und plünderten. Bei dem Ueberfall wurden 21 Juden getötet. Bei anderen Ucberfällen ivurden in den letzten Tagen 3 Juden getötet. Das Jerusalemer Militärgericht verurteilte einen Juden zum Tode. Henri B4r enger, der Vizepräsident des Intergoavernementalen Büros in London, hat sich in einem Schreiben an den französischen Außenminister Bonnet und an Lord Winter ton für Aktivierung des in Evian gebildeten Emigrations-Komitees ausgesprochen. Die Schweiz hat für nichtarische Auswanderer aus Deutschland den Visumzwang eingeführt.