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Jüdische Rundschau · 1938-10-04 · Heft 79 (4.10.1938) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
43 (1938)
Issue
Heft 79 (4.10.1938)
Date
1938-10-04
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seit« 6 JTÖlSrHP R II *rw ah Nr. 79, 4. X, 1938 Auf dem Zionsberg Eil» Jsfir ist es her. Da saßen wir — das Kind und ich — Iffi Vdrabend vor Rosch Haschana auf einem Hügel droben tut dem Karmel. In der Ferne, tief unter unseren bewaldeten Möllen tat sich das Meer auf, und schweigend sahen wir zu, 4ri« der Sonnenball in finsterer Olut im Meeresspiegel ertrank: «ifl Jahr sank in die Ewigkeit hinab. Ai* das letzte Stück der düsteren Oiut sich in den wellen, auflöste, auf denen ihr Widerschein ausgegossen war, lißeti wir noch immer, und ich fühlte, wie ein neues Jahr lieh aus dem Schoße der Unendlichkeit löste u.nd der Menschheit entgegenschritt... Nachdem das Jahr seinen Kreislauf vollendet hat, steige Ich trnpor zu dem Synagogendach in der fast ganz von Juden?erlassenen Jerusalemer Altstadt. Dem Himmel näher als irgendeine andere Stelle der Welt liegt das Land vor mir: auf dem Hang des Ziemsberges aneinander gedrängt in Furcht und Verlassenheit die Häuser der in die Viertel außerhalb der Mauer entflohenen Juden; geduckt, still, wie Hinterhalte und Todesfällen die arabischen Hütten im Tal Und dazwischen die Kaktushecken mit den gezückten Lanzen Ihrer Stacheln. Aksa- und Omar-Moschee stehen versteinert, Anne eine Spur des Lebens zu verraten, das sie erfüllt, alt erdrücken fast di« alte Mauer zu ihren Füßen, die Klagedheuer, aus deren Fugen grünes Sprießen quillt, in deren Quadern die Erinnerungen der Juden an die Macht ihres Kelche* eingemauert sind: .,,Der Berg Zion, der nicht wankt, 41r besteht bis in di« Ewigkeit!“ Ueber den Tempelberg mit der Moschee, zu dem seit Jahrtausenden die Juden sich beim Beten hinwenden, sei:weift thein Blick hinaus und umfaßt das ferne Gelände: den Friedhof, der vom Oelberg ins Kidrontal niedersteigt und den ganzen Berghang bedeckt. Dort — gegenüber der Stadt der Lebenden — liegt von je her die Stadt der Toten. Auf diesem Boden erheben sich Tausende von Gräbern, die Gräber der Alten, die nach ruheloser Wanderung durch die Welt hier zur Ruhe kommen wollten, und die Oräber der Jungen, der Blüte unseres Volkes, die mitten in ihrem Werk des Pflanzen* und Bauens dem Kampf 7um Opfer fielen. Weiter fliegt mein Blick und uinfaßt den weiten Raum des Sehiloa-Tale•; mit seinem Kranz von Bergen und Hügeln Üttd seinen Straßen, die seit Jahrtausenden Berg und Ta! verbinden, schweift weiter zu den entferntesten Berges't'.pfcln änd endlich zu den ganz fernen, blaues Geistcrlicht ausstrahlenden Felsen jenseits des Jordan. Ueber das ganze, unermeßlich große Rild ist der Himmel mit seinen ersten Herbstwolken ausgespannt, mul über der fernen, nur geahnten Jordansenke steht die!sonne hoch und klar, so wie sie über dem jüdischen Volke stand, als es über den Jordan hinweg in die Geschichte der Menschheit eintrat, als es unsterbliche Worte für das Wirken im Weltall fand, für den, ״der den Himmel geschaffen mit Weisheit, der ausspannte 8it Erde über den Wassern, der die großen Lichter schuf, die Sonne zur Herrschaft über den Tag, Mond und Sterne zur Herrschaft über die Nacht“״. Und wie ich, einer nur der Millionen von Juden, die dem Heraufziehen des neuen Jahres mit Bangen entgegensehen, fiter einsam auf dem Dach der verlassenen Jerusalemer Srnsgoge stehe, wird in mir das Wort neu geboren, das Generationen von Menschen aller Zeiten und Kulturen dem PlalniAichter nachgesprochen haben: ״Ich erhebe meine Augen zu den Bergen — von wannen kömmt mir Hilfe?" _ Helene Hanna Thon Tel Awlwer Kunstbericht MatatA-Praifliar•: ״Dl• In Reu«!urOckkehren . . , Zur gleichen Zeit, da in den Synagogen allmorgendlieh der Ton aes Schofar daran erinnert, daß die ernsten Festtage netannahen, die zur Umkehr und Selbstbesinnung mahnen, ♦ersucht ״Matatd“ — unter obigem Motto — Spott und Ironie einmal beiseite zu lassen. Aber es bleibt bei dem guten Vor- *ätz. und die seit langem geübte satirische Dialektik ist itlricer als alles Bemühen, die palästinensischen Tagesereigfliase ״harmlos und ohne Arg“ zu kommentieren. De zwölf Bilder sind nach bekannten Rezepten zusammenfesteilt. Der oft bewährte Matatf-Autor und -Regisseur N. izehaki (Nosik) hat diesmal in Nathan Altermann, der für die Liederfexte zeichnet, einen vorzüglichen Mit- Arbeiter. Ein von Ti man gut, aber nicht ״improvisiert“ genug gebrachte* Chanson ,,Heute mal ohne Kritik“ (Musik : W iftnski) ist so außerordentlich witzig und gut pointiert, verdeutlicht die Grundidee des Ganzen — im Gegensatz zu manchen Dialogen — so stark, daß die Frage auftaucht, warum Altermann nicht einmal selbständig ein Matatö- Stück schreibt. In einer Parodie auf das Ohel-Repertoirestück ״Josche Kalb“ liefert das ganze Ensemble, vor allen Rose Lichtenstein, eine treffliche Persiflage. Esther Garnlitlith holt sich mit einem jemenitischen Lied, für dessen geschmackvolle Komposition M. Seira zeichnet, Sonder- Beifall in einer an sich nicht sehr belangvollen Szene. Ihr Partner Rudenski war an anderer Stelle diskreter und besser placiert als hier. London und Frau Perka I spielen 4in überängstliches junges Ehepaar, Frau Schindler, Aba, Churgal und Ochsenberg ergänzen die im ganzen gute Schauspielerleistung. Die exakte und rhythmische Begleitung am Flügel besorgte Frau B. Finkei stein. Auch diesmal erfreut die geschmackvolle Dekoration von Emanuel Lü ft glas; besonders gelungen: ein von Juden aus allen Lindern der Welt besetztes Karussell und eine palästinen- *Ische Gebirgslandschaft, durch die eine arabische Kamelkarawane zieht. ANmüIuB das Konsart-Jahre« Die fiommersaison des Palästinaorchesters fand mit einem Konzert unter Michael Taubes Stabführung ihren Abschluß. Dal Programm brachte Im ersten Teil, außer Bruchs Violinkontert in G-Moll op. 26, mit dem Orchester-Mitglied Mosche fti•glitz als Solisten, Mozarts D-Dur-Serenade; im zweiten til: Johann Strauß’ ״Kaiser-Walzer“ und ״Wiener Blut“ *Wie die von T au b e schwungvoll dirigierte ״Orpheus-Ouvertfire“ von Offenbadi. Lotte Läufer (früher Breslau) sang «1* Mozart* ״Zauberflöte“ die Arie der Königin der Nacht Und zwei Lieder aus der ״Fledermaus“. Sie verfugt über tinea Koloratur-Sopran schönen Timbres, die Tonführung war «n diesem Abend nicht immer gleichmäßig sicher. MlO Minuten Kleinkunst" lm Rahmen der Bühnenschau des ״Schderoth-Kino“ spieltat) die Mitglieder des Palästinaorchesters Horst S a 1 0 m o n (Harn) und Kurt Sommerfeld (Xylophon und Vibraphon), tahg die Sopranistin Margot Feincak, tanzte!da Bertifti. konferierte A. Donath und begleiteten am Flügel Abraham Daua und Jehuda Wohl. Manfred Gels «000 I!nw«nd»r«r im Soptombor Im Monat September trafen 3000 Einwanderer in Ptältini 410, von denen mehr als die Hälfte in Tel Awiw landet«. IVir fordern unsere Elfern an Am Freitag, dem 17. September, verkündete der Jerusalemer Sender die lang ersehnte Nachricht, daß ab 19. die Anträge auf Ellern-Zertifikate abzugeben seien. Gott sei Dank, endlich war es so weit, und es hieß, daß außer den normal cn Zertifikaten für Angehörige diesmal noch die nicht ausgenutzten Kapitalisten-Zertifikate der letzten Schedule hinzukämen. Also außer der Freude über die Tatsache noch die Hoffnung auf Erfolg! Der Sonntag (19. 9.) wurde nun festgesetzt, um den Weg zum Immigration-Department zu gehen und die lange vorbereiteten Papiere abzugeben. Alle Sparten waren ausgefüllt, sogar der Nachweis des erforderlichen Einkommens erbracht, und nun war alles eigentlich in bester Odnung. Das Formular war vornliegen, der Paß mit der Einwanderungsntimmer zu kontrollieren und die Eltern könnten einwandern. Alle Verabredungen wurden verlegt, Aufträge verschoben, man rechnete mit einigen Stunden, die man an diesem Vormittag auf dem Amte würde zubringen müssen. Aber es war doch in Wirklichkeit anders. Was nur Beine hatte, oder Eltern, war auf dem Amt. Und nicht nur die Tel Awiwer, alles aus Ramath Oan und Petach Tikwa, aus Kibbuzim und Moschawoth war gekommen, der Eltern-Alija Vorschub zu leisten. Manche sollen an diesem Tage wirklich ihre Dokumente abgegeben haben. Wob! ihnen. Uns anderen, die wie ich erst um MO Uhr gekommen waren, wurde gesagt: Kommt morgen früh wieder, machar baboker, so gegen 7 Uhr in der Dämmerung. Nummern wurden für den nächsten Tag nicht ausgegeben, wir mußten ade abziehen, aber morgen sollte es ja mm klappen. Die Zeitangabe — 7 Uhr früh — machte mich etwas stutzig, und vorsichtshalber war ich schon um 6 Uhr da. Ich kam mir sehr pünktlich vor und treute mich auf eine schnelle Erledigung. Als ich kam, stieß ich bereits auf eine Schlange von Nochfrüheraufstehern und es hieß, ich sei die Nummer 116. Allerdings keine amtliche Nummer, sondern eine private Schlangenmmimcr, d:e so zum Zeitvertreib untereinander oder vielmehr hintereinander, Glied für Glied gezählt wurde. 116 ist besser als gar keine Eltern, ich stellte mich an, man sah viele Bekannte, die Zeit verging, wir schlängelten unslangsam voran und um 8 Uhr war ich auf dem ersten Treppenabsatz ini Re״iertmgsgebäude. Rauchen war gestattet, man hörte d;es und das, bis plötzlich wieder der kleine dicke gemütliche Saaldiener herunterrief: Heute keine Nummern mehr, morgen früh bestimmt, aber nfchj so spät kommen. Diesmal wurden wir böse. Wir wollten wenigstens Nummern haben, damit wir morgen in unserer Reihenfolge abgefertigl werden könnten. Es half nichts, der Morgen schlaf war sowieso hin, wir mußten fortgehen. Nur ungefähr 60 Leut« konnten erledigt werden. Was soll ich da mit meiner goldenen 116 anfangen? Morgen war schon Dienstag, also der dritte Tag. Man sprach von nichts andern mehr, Verabredungen wurden gar nicht mehr getroffen, diese Woche ״fordere ich meine Eltern an“! Weckeruhren wurden repariert, Klappstühle zusammengeklappt, Wintermäntel herausgesucht, Thermosflaschen gefüllt und: die Nacht gehört den Eltern. Ich will nichts gegen meine Eltern sagen. Aber der Wecker war stehen ,geblieben, es wurde 4 Uhr früh, bis ich wach war, und erst um 5 Uhr war ich an Ort und Stelle. Dank dem Autobus 4! Ich war Nr. — — 114!!! Die Schlang« war länger als gestern, trotz des zahlenmäßigen Vorsprungs, Pullover, Wintermäntel, Liege- und Klappstühle erweiterten automatisch die Anforderer, deren erste bereits um 10 Uhr des vorhergehenden Abends angetreten waren. Wir wollen es ihnen nicht verdenken, obwohl wir andern sicherlich ebenso schmerzlich auf unsere Eltern warten! Die Nacht war kühl und ohne Mond, ein magnetisches Feld lag über Tel Awiw in dieser Nacht (was ist das eigentlich?) und es hat in dieser Nacht das erstemal ein ganz klein bißchen geregnet. Um ß Uhr war ich einer der Vordersten, denn hinter mir standen nochmals mindestens 120 Leute, um »/*7 Uhr wurden di« Türen geöffnet, und di« ersten betraten das Treppenhaus. Diesmal war ich um 9 Uhr etwas höher als estern und doch immer nur noch Nr. 114 (halboffiziell), im i,^ 10 Uhr waren keine Nummern mehr da, wir sollten am Mittwoch nach den Feiertagen wiederkommen. 63 Mitsteher und Mitanforderer hatten das Olück, eine Nummer zu bekommen. Wir andern wurden getröstet, es gab diesmal etwas Lärm. Der Chiefmanager wurde stürmisch gerufen, er kam, war betrübt über sein Mißgeschick, nicht mehr Nummern geben zu können, und bat uns, wiederzukommen. Sozusagen im nächsten Jahre, zu gesund! Wir wollen nicht kritisieren, wir wollen nur unsere Nummern haben! Mit ein bißchen gutem Willen war cs sicher gegangen. Inzwischen hat sich die Schlange ab Nr. 64 inkl. mir zu einer Gruppe vereint. Wir nennen uns die ״Anforderei 64 bis Unbestimmt“. Wir haben eine numeriert« Namensliste geschrieben, die Männer unter uns treten Dienstag abend um 7 Uhr an, und Nr. 64 bis Nr. Unbestimmt werden den Mittwoch morgen geschlossen, aber in Wachen «ingeteilt, erwarten. Wir hoffen, mit unserm Prinzip 64—1 durchzukommen. Schließlich haben wir ja dreimal schon gewartet, und eines Tages muß es gelingen. Aut jeden Fall wollen wir tun, was wir können, unseren Eltern die Einreise zu beschaffen, und daß es uns Emst damit ist, soll aus diesem Bericht hervorgehen. Nr. Hundertvierzeha Gefechte und Ueberfälle Jerusalem, 29. September. (Palcor.) Ein jüdischer Vorarbeiter wurde heute in der Nätie des Bahnhofes vorn Haifa durch Schüsse leicht verwundet. Ein Soldat des Worcestershire-Regiments wurde durch Schüsse, die aus einem Dorfe bei Jerusalem gefeuert wurden, verwundet. Die Truppen erwiderten das Feuer, wobei ein Araber getötet wurde. ln der Nähe des S c h a p i r o - V i e r t e! s in Tel Awiw wurde ein städtischer Omnibus beschossen. Der Chauffeur ־iaa 31 ייkl GEDENKBUCH DER JUDEN IN DEUTSCHLAND Schreibt Euch ein in das Buch des Gedenkens! Erlöst den Boden vonTel Sikaron durch Spenden an den KEREN KAJIMETH LEJISRAEL (Jüdischer Nationalfonds e.V.) Berlin W15, Meinekestr.10 / Postscheckkonto Berlin Nr. 282 47 Bankkonto: A. E. Wassermann, Berlin W8, Wilhelmp'atz 7 verlor die Gewalt über den Wagen, der sich überschlug, wobei zwei Passagiere leicht verletzt wurden. In der Altstadt von Jerusalem wurde ein arabischer Inspektor des Gesundheitsdepartements der Regierung tödlich verwundet. Nachdem die Eisenbahnstrecke i!m Süden von Gaza wiederhergestelH worden war, wurde am 1. Oktober ein wöchentlicher Eisenbahnverkehr nach Aegypten an Stelle des bisherigen täglichen Verkehrs wieder aufgenommen. Das Kriegsschiff ״Douglas“ ist in Haifa vor Anker gegangen. vor dem Militärgericht in Jerusalem hat die Verhandlung gegen Jakob Kotik begonnen, der unter der Anklage steht, am 21. August drei Revolver und Kugeln hei sich fetragen zu haben. Er wurde im Revisionistischen Klub in el Awiw verhaftet. Der Angeklagte sagte aus, daß ihm ein Koffer, der, wie er glaubte, Dokumente enthielt, rum Tragen übergeben worden sei. Der Prozeß wurde wegen Nichterscheinens eines wichtigen Zeugen auf unbestimmte Zeit vertagt. Jerusalem, 30.September.(Palcor.) Jacob Spangenthal (40 Jahre alt), ein Einwanderer aus Deutschland, wurde beim Angriff auf einen jüdischen Autobus bei Ramie erschossen. Bei einem anderen Angriff auf einen Autobus bei Ataroth wurde der jüdische Einwanderer aus Deutschland, Gerschon Perl (23 Jahre alt), schwer verwundet Ein jüdisches Auto mit Ghaffirim wurde in der Nähe von Afule beschossen. Hierbei wurde der Ghaffir Kalman Wo!ff getötet und Dr. P i n c i von der Khadoori-Schule wurde leicht verletzt. Es kam zu einem Gefecht mit den Terroristen, die schwere Verluste erlitten. In T i b e r i a s wurden der 34 Jahre alte Bacher D e h a n und der 38 Jahre alte Joseph Cohen durch Schüsse schwer verletzt. Der in Jerusalem vor einigen Tagen verletzte Dow Bin!• erlag seinen Wunden. Jerusalem, 1. Oktober. (Palcor.) Der 40jährige Nessbn Nizri wurde im Zentrum Jerusalems auf der Straße sch wer verwundet. Ein jüdischer Polizist, Kalman Darschan (23 Jahre alt), wurde heute, als er mit einem arabischen Polizisten in der Altstadt von Haifa Wache stand, angegriffen und von einem Araber durch Messersfiche schwer verwundet. Er feuerte mehrere Schüsse auf den Angreifer ab, der jedoch entkam. Jerusalem, 2. Oktober. (Palcor.) In der Nähe des Dorfes Schefa Amr kam es zu einem Gefecht zwischen Terroristen mit Polizei und Militär. 27 Araber wurden getötet. Zwei jüdische Angestellte des Departements für öffentliehe Arbeiten, die in einem Auto die Stelle vor dem Kampf passierten, wurden von den Terroristen verschleppt und inr Wagen verbrannt. Einer von ihnen, der 35jährige Leo Seidn e r, wurde später in der Nähe eines Ara!>erdorfes bei Haifa ermordet aufgefunden. Bei einem Gefecht bei R a m a 11 a wurden 40 Tote gezählt, darunter ein englischer Polizeiinspektor. Bei der Siedlung Beth Jam kam es zu einem Gefecht, bei dem zwei Tote und zwei Verwundete zu verzeichnen waren, ln dem Dorfe Jibna wurde ein Araber erschossen. Heute morgen explodierte eine Landmine in der Nähe von Kfar Sirkin unter einem jüdischen Wagen, wobei die 21jährige Gita Goldenberg schwer verwundet wurde. Der Chauffeur erlitt ebenfalls Verletzungen. Die Druckerei der arabischen Zeitung ״A d i f a“ wurde durch Feuer zerstört. Von der Woche Die Solei Boneh schloß mit der Regierung einen Vertrag ab für die Errichtung von Militärbaracken und Ställen in 26 Plätzen. Der Kontrakt wurde über einen Betrag von £ 8000 abgeschlossen, jedoch wird mit einer späteren Erhöhung dieser Summe gerechnet. Ungefähr 700 Juden werden fünf Monate mit Bauarbeiten beschäftigt werden, während weitere 300 Juden für Tischlerei- und Transportarbeiten sowie für Bewachungszwecke angestellt werden sollen. Die Militärbehörden engagierten durch di« Jewish Agency fünfzig Mechaniker, die den Truppen zugeteilt werden sollen. Die erste Ladung diesjähriger Früchte, bestehend aus 5000 Kisten Grapefruits, wurde heute von Tel Awiw nach England verschifft. _______ Die schwedisch-jüdische akademische Jugend beschloß, die hauptsächlichsten werke der schwedischen schönen Literatur in französischer und englischer Uebersetzung der Bibliothek der Hebräischen Universität in Jerusalem zu übermitteln. (Schluß des Palästina-Teils)

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