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Jüdische Rundschau · 1938-09-16 · Heft 74 (16.9.1938) · page 9

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
43 (1938)
Issue
Heft 74 (16.9.1938)
Date
1938-09-16
Page
– (sequence 9)
Language
German
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JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 74, 16. SEPTEMBER 1938 Jaffa als Mittelpunkt Von unserem palästinensischen Korrespondenten, gl. T e 1 A w i w, 4. September 1938 Der ״Wechsel des Kriegsschauplatzes“, der sich in den letzten Wochen im Lande vollzogen hat, macht der Regierung und den Juden Sorgen und verlangt eine Umstellung und Ausbreitun״ der Verteidigung, die sich mit der bald Sprichwortlieh gewordenen Langsamkeit der Engländer im Lande nur sehr zögernd vollzieht. Nach den Aktionen im Norden, die eine abschreckende Wirkung auf die Terroristen gehabt haben, konzentriert die Führung der Araber ihren Angriff aut den Süddistrikt. Gegenden, die bisher als durchaus ruhig galten — wie die Umgebung vdtn Tel Awiw — oder als einigermaßen sicher — wie die jüdische Orangenzone — wurden zum hauptsächlichen Aktionsfeld der Terrorgruppen. Es scheint, daß sich die arabische Führung Jaffa zum Sitz der aktiven Elemente ausgewählt hat und daß von hier aus neue Pläne geschmiedet und zur Ausführung gebracht werden. Tel Awiw hat in viel stärkerem Malte als je zuvor für den Schutz seiner weifgestreckten Grenzen zu sorgen. Die jüdischen Institutionen bemühen sich, von der Regierung eine Verstärkung des städtischen Schutzes zu bekommen, aber vorläufig gehen die Verhandlungen nur zögernd vorwärts. Es unterliegt keinem Zweitel, daß die Regierung nach und nach auch hier den jüdischen Forderungen bis zu einem bestimmten Grade nacheben wird, wie sie es an anderen Stellen im Lande getan at, jedoch geht alles langsam und es besteht immer die Furcht, daß Dinge zu spät unternommen werden, während durch prompte Aktionen Unglück vermieden werden kann. Die Regierung erwartet in den nächsten Wochen die Truppen verstärk« ngen, die in diesen Tagen von England abfahren. Sie werden eine Erleichterung für die zur Zeit im Lande stationierten Truppen bedeuten, die in den letzten Monaten stark angestrengt wurden, und werden zugleich der Regierung die Möglichkeit geben, schärfer und auf breiterer Basis durchzugreifen. Die Terroristen haben sowohl durch die Verstärkung ihrer Aktionen als auch durch ihre geschickte Propaganda in letzter Zeit ihren Einfluß außerordentlich erhöht. Ihre Bemühungen, sicli den arabischen Massen als kämpferische Rebellen und — was noch bedcusanier ist —- als eine Art Gegen regier ung darzustellen, sind nicht ohne Erfolg geblieben. Die Tatsache allein, daß sie ihre Aktionen über die unzugängliche Berggegend von Tulkerem und Dschenin hinaus ausdehnten und sich in die Ebene nach Süden wandten, zeugt dafür, daß sie sich trotz aller Verluste sicher fühlen und auf eine weitgehende K 0 operation der Bevölkerung und vielleicht auch der arabischen Polizei rechnen. Die Art, wie sie ihr Prestige zu erhöhen streben, indem sie den Anspruch erheben, im Lande Recht zu sprechen und zugleich das Publikum immer wieder durch überraschende Ueberfälle in Erstaunen zu setzen — die Erschießung des stellvertretenden Distriktsbeamten von Dschenin, in seinem Büro, die Beraubung der Barclays-Bank in Nablus sind Beispiele der letzten Zeit — lassen auf eine Führung Schließen, die sich durch Verbreitung von Bewunderung und Angst zugleich eine breite Stütze im Lande zu schaffen sucht. Dabei werden gelegentlich Befehle ausgegeben, die mit Aeußerlichkeiten zu tun haben, jedoch ihren psychologischen Effekt nicht verfehlen. Hier iiat vor allem diejieue Mode Eindruck gemacht, die im Laufe von kurzer Zeit die Kopfbed ec kung der städtischen Arbeiter verändert hat. Der Städter trug in Palästina in der Regel zu einem europäisehen Anzug den Tarb lisch, einen abgeplatteten kegelförmigen roten Filz mit einer Troddel. Diese Kopfbedeckung galt geradezu als das Merkzeichen des söidtischen Arabers, denn der Fellache trug die ״Kofi all“, ein weißes oder farbiges, mit einem ״Adjal“ oder Roßhaarrin״ festgchaltenes Tuch. Mit einem Schlage hat der städtisciie Araber jetzt auf Verlangen der Terroristen die städtische Kopfbedeckung abgelegt, und Tage hindurch machten die KoFali-Verkäufer in den Städten ein großes Geschäft in Kopftüchern, die Mode wurden. Zum Teil haben die Terroristen die Einführung der neuen Mode wohl darum erzwungen, weil sie sich dann noch sicherer in den Städten bewegen können. Aber es liegt wohl noch ein anderes Moment zugrunde: der Versuch, sich auch auf diesem Wege stärkeres Prestige zu verschaffen, zu zeigen, daß alle ihren Befehlen gehorchen, daß sie fällig sind, in kurzer Zeit den äußeren Charakter der Städter zu ändern, sie ihren Wünschen dienstbar zu machen. Man kann diese Dinge als äußerliche Details ahtnn und nicht wichtig nehmen. Jedoch spielen in der Situation in Palästina Fragen des Prestige eine große Rolle und dürfen daher nicht vernachlässigt werden, In einer Zeit, wo die Regierung darum kämpft, die volle Herrschaft über das Land zu behalten, wo sie neue Truppen licranbringt, um die Macht der Terroristen zu liquidieren, richtet sich die Haltung der arabischen Masse, des kleinen Mannes in der Stadt, des Fellachen iri erster Linie danach, wo im Moment die stärkere Macht zu erblicken ist. Kann die Regierung Schutz gewähren, so gellt die arabische Masse mit ihr. Sieht sie keine Möglichkcit, vor den Drohungen der Terroristen durch Militär und Polizei geschützt zu bleiben, so wird sie die Terroristen stützen. Und dabei bleibt im tiefsten noch die Svmnathic der palästinensischen Araber mit dem kämpferischen Nationalismus bestehen, dessen extremer Ausdruck die Terrorgruppen sind. Die Regierung hat in letzter Zeit eine neue Maßregel durchgefiihrt, die darauf gerichtet ist, falsche Gerüchte vom Publikum fernzuhalten. Die Zeitungen, die ohnedies unter scharfer Kontrolle stehen, dürfen jetzt über alle Ueberfälle nur noch die offiziellen C o m m 1111 i a u e s der Regierung bringen. Jede Nachricht aus anderen Qtie’Hi ist untersagt, und der S*il der täglichen Berichte hat srh erheblich dadurch geändert. Für die arabischen Zeitungen bedeutet diese neue Bestimmung eine viel einsc11ne׳'dcnde-e Wandlung als fiir die indischen. Denn dort konnte man in den letzten Monaten vielfach genaue Beschreibungen von Kämpfen finden, Verbrämt mit einer starken Heldenvcrehrung für die Terroristen. die einen tiefen Eindruck auf das Publikum machten. Damit ist cs jetzt vorbei, und die arabischen Zeitungen sind sich noch nicht einig, wie sie auf die wei'ere Beschränkung der Pressefreiheit reagieren sollen. Man spricht davon, daß die arabischen Zeitungen, die ohnedies sehr stark unter Verboten gelitten haben, ihr Erscheinen als Protest einstellen wollen. Damit wäre freilich der Verbreitung der verschicdcnstcn Gerüchte im arabisciien Publikum Tür und Tor feöffiiet, und es wäre dann Aufgabe der Regierung, der araischcn Bevölkerung Nachrichten zu vermitteln. ‘ In! allgemeinen — auch unter den Juden — hat sich jedoch die neue Ordnung der Presse nicht schlecht ausgewirkt. In einer Zeit, wo die größten Gefahren in allgemeiner Nervosität liegen, ist ein Minimum authentischer Nachrichten besser als ein Ueberfluß von Gerüchten. Freilich verlangt die Neuordnung ein rascheres und besseres Funktionieren des Presseamtes der Regierung, dem jetzt eine sehr wichtige und umfangreiche Aufgabe zufällt. Universität Jerusalem Sitzung des Verwaltungsrates Die 11. Sitzung des Ver waltun gsrates der Universität Jerusalem fand in London unter dem Vorsitz von Professor Weizmann vom 7. bis 9. September statt. Dr. Weizmann, Salman Schocken und Professor Hugo Bergmann legten Berichte über die Entwicklung der Universität in den letzten Jahren vor. Die Zahl der Professoren und sonstigen Lehrkräfte hat sich erheblich vergrößert, ebenso die Zahl der Studenten, die jetzt mehr als 700/beträgt, das Budget hat sich seit dem Jahre 1933 fast verdoppelt. Die Gebäude des Medizin-Zentrums stehen kurz vor der Vollendung, und es darf die Hoffnung gehegt werden, daß das neue Rotschild- Hadassa-Universitäts-Hospital im Frühling 1939 wird eröffnet werden können. Im Laufe der Erörterung sprach Viscount Samuel seine Anerkennung über <^ie geleistete Arbeit aus und gratulierte den verantwortlichen Leitern zu diesen glänzciiden Resultaten. Daß diese Resultate möglich gewesen sind, ist in großem Umfange der Vergrößerung der Zahl der Freunde und der Gesellschaften der Freunde der Universität in verschiedenen Ländern zu verdanken. Der Aufbau des medizinischen Instituts wurde im einzelnen diskutiert, und es wurde beschlossen, daß sofort eine medizinische Prä-Fakultät errichtet werden soll, die die Grundlage für den Aufbau der ganzen medizinischen Fakultät bilden wird. Von besonderer Bedeutung ist der Beschluß, unverzüglich an den Aufbau einer landwirtschaftlichen Abteilung unter den Auspizien der Universität und unter Zusammenhang mit dem landwirtschaftlichen Forschungsinstitut in Rechowoth zu schreitcn. Diese Entscheidung wird eine Forderung, den der palästinensischc Jischuw verschiedentlich an die Universität gestellt hat, befriedigen. Im Zusammenhang mit diesem Beschluß wurde der Leiter des Forschungsinstitutes in Rechowoth, Elazar-Volc a n i (Wilkansky) zu in Professor für landwirtschaft'iche Betriebslehre an der Hebräischen Universität ernannt. Dr. Arthur Ru pp in, der bisher das Fach der Soziologie der luden in Vorlesungen an der Universität vertrat, wurde zum Professor ernannt, ebenso Dr. G. Mer, der die Malaria-Forschungs- Station der Universität leitet. In Verbindung mit dem geplanten Museum für jüdische Altertümer wurde Dr. E. L. S u k e n i k, bisher Dozent für palästinensische Archäologie, zum Professor ernannt. Zu Dozenten wurden die Herren Dr. G. Haas (vergleichende Anatomie) und Dr. H. J. Polotsky (Acgyptologie) ernannt. Die Jerusalemer Exekutive der Universität wurde bevollmächtigt, Urkunden über Lehrbefähigung anzustellen, wenn die Erziehungsabteilung, besonders durch Angliederung von Vorlesungen auf dem Gebiete der Psychologie erweitert sein wird. Der Verwaltungsrat sprach ferner seine dankbare Anerkennung für die Hilfeleistung der französischen Regierung aus, die die Universität instand gesetzt hat, eine Abteilung für französische Sprache und Kulturkunde zu begründen. Die Probleme der inneren Organisation und Verwaltung der Universität wurden ausführlich erörtert. Die Vollmachten des Vorsitzenden des Exekutivrates wurden erweitert und des Exekutivrates bekleidet Herr Salman Schocken. Die vom Verwaltungsrat gewählten Mitglieder des Exekutivrates wurden in ihren Äemtern bestätigt und drei Herren, nämlich M. Glücksohn, Tel Awiw, der Chefredakteur des ״Haarez“, Dr. Jecheskiel Kaufmann, Haifa, und Dr. G. Krojanker, Jerusalem, hinzugewählt. In den Verwaltungsrat wurde Edward Warburg (anstelle seines verstorbenen Vaters Felix Warburg) und auf den Vorschlag der amerikanisch-zionistischen Fräuen-Organisation ״Fiadaßa“ Mrs. Judith Epstein (an Stelle von Mrs. Rose Jacobs) und ferner zwei Persönlichkeiten des englischen Judentums berufen, nämlich Sir Philip Hartog und Dr. Redcliffe N. Salanian, Direktor des landwirtschaftlichen Forschungsinstituts der Universität Cambridge. Der besondere Dank des Verwaltungsrats wurde der Frauenorganisation ״Hadaßa“ und dem amerikanisch-jüdischen Aerzte-Komitee für ihre Mitarbeit bei der Schaffung des medizinischen Zentrums ausgesprochen. Ferner sprach der Verwaltungsrat der Studentcn-Organisation der Hebräischen Universität seinen Dank dafür aus, daß sie in schwierigen Zeiten die doppelte Pflicht der Verteidigung und des Studiums erfüllt hat. Zahlreiche Terrorakte 11 indische Tote Jerusalem, 11. September (Paicor.). Ein jüdischer Omnibu.s wurde heute nachmittag in der Nähe von Ramie aus dem Hinterhalt beschossen und ein Passagier dabei schwer verwundet. Jerusalem, 12. September (Paicor). David Groß, ein jüdischer Polizist, wurde heute morgen in einer Straße von Safed von einem Unbekannten schwer verw untic t. Zwei jüdische Arbeiter wurden heute nachmittag in Plantagen bei R i s c 11 1- ת ס e - Z i ö n beschossen. Ein Arbeiter erlitt Verwundungen. Drei Arbeiter aus dem Kibbuz Akiba wurden heute nachmittar» in den Plant,־urn der jüdischen Siedlung Beer Jakob aus dem Hint'rhait beschossen, und Kalman Kolm an, der im Jahre 1931 aus Polen nach Palästina kam, wurde getötet. Heute morgen wirde der schlimmste Fall von Baumbeschädig ung seit dem Beginn der Unruhen entdeckt. 600 Dunam mit Bäumen in jüdischen Plantagen, die meisten voll mit Frü-Vcn, wurden in der Nähe von Aschdod, Südlieh von Rechowoth, zerstört. Bewaffnete Araber brachen Freitagnacht in eine Wasserpumpstation an der Landstraße Jerusalem— Jaffa ein, überwältigten sechs palästinensische Polizisten und raubten Gewehre und Munition. — Terroristen brachen in das Postamt und Zollhaus von K h a n j u n i s ein und raubten vier Gewehre und 18 £. — Bewaffnete Araber brachen heute mittag in die Zolibiiros des Hafens von Jaffa ein, bedrohten die Beamten mit Revolvern und machten sich dann mit 100- £־ davon. — Der Stationsvorsteher von Beisari wurde von bewaffneten Arabern überfallen, die 26 ,t raubten und dann die Biiromöbel in Brand steckten. Polizisten überraschten gestern einen Araber, der damit beschäftigt war, Eisenbahngeleise in der Nähe von RechowMh zu beschädigen. Beim Anblick der Polizisten ergriff er die Flucht und wurde erschossen. In der Nähe von Tel Chaim, nördlich von Tel Awiw, wurden heute abend vier Terroristen in einem Kampf mit Hilfspolizisten erschossen. Gestern abend wurde eine Bombe in den Garten des Hauses des neuen Bürgermeisters von Jerusalem geworfen. Die Explosion richtete keinen Schaden an. Ahmed Alzein, ein arabischer Polizeiinspektor, wurde heute leicht verwundet, als er in der Polizeistation von Bethlehem überfallen wurde. Jerusalem, 13. September (Paicor). Gestern nacht brachen Araber in die Wasserpumpstation zwischen Jerusalern und Lydda ein und setzten das Gebäude in Brand. Z e c h a r i a L e v y, ein 26jähriger Jemenite, wurde gestern nacht von Terroristen verschleppt und heute morgen in der Nähe von Lydda ermordet aufgefunden. Jakob K I i n g e r, ein 25jäl1riger in London ausgebildeter Rechtsanwalt aus Haifa und Sohn von Eliahu Klinger, einem Bankier in Safed, wurde heute morgen erschossen. Er wurde von Terrorist« aus dem Hinterhalt überfallen, als er in e'nem Auto auf der Landstraße zwischen Roseh Pina und Safed fuhr. Er war in Safed vor dem Amtsgericht aufgetreten. Ein zweiter jüdischer Passagier in dem Auto wurde leicht verwund et. 50 arabische Terroristen griffen eine Gruppe von sechs jüdischen Ghaffirim in der Nähe von Rischon le Zion an. Es kam zu einem Gefecht, bei dem einer der Ghaffirim getötet wurde. Die Araber hatten ebenfalls Verluste. Der getötete Jude ist Channia Golovchik (32 Jahre alt), der vor einer Reihe von Jahren von Polen nach Palästina kam. Aut der Strecke zwischen Haifa und Ludd wurde ein G ii t e r z u g zur Entgleisung gebracht. Der Zugführer wurde getötet, zwei Personen wurden verletzt. Arabische Verluste Bei eirem Gefecht zwischen Hebron und Jerusalem zwischen a-abisclien Terroristen, britischen Truppen und Luitstreltkräften wurden 12 Araber getötet. In Jerusalem und Jaffa sind zwei Araber erschossen worden. Minen-Explosionen Jerusalem, 14. September. Bei der Explosion einer Larrdminc an der Nordgrenze wurde ein Autobus zerstört; dabei wurden 10 Araber getötet und 11 schwer verletzt. Die Leichen der Getöteten wurden nach Safed geschafft. In der Nähe von Ti,rat Zwi wurden heute drei Ju• den getötet darunter Chaim S t u 1׳ ni a n 11 (49 Jahre ait), einer der ältesten Mitglieder der Flasctiomcr-Organisation, Mitbegriinder von Ejn Charod, und Chaim E t k i!1 (44 Jahre alt), Mitbegründer von Gewa und Mitkämpfer der jüdischen Legion im Weltkriege. Der dritte Tote ist Dr. David Mossinsohij (34 Jahrg alt), Regierungstierarzt im Emek und Sohn des bekannten Zionisten und Direktors des Herzl-Gvmnasiums in Tel Awiw, Dr. Benzion Mossinsolin. Die drei Getöteten: kamen bei der Explosion einer Landmine ums Leben. Sturmann und Etkin waren Leiter der jüdischen Verteidigungsarbeit im Norden Palästinas und gehörten zu den bekanntesten Mitgliedern der Kibbuzbewegung im Lande. Truppen, die in Tel Amal stationiert waren, nahmen die Verfolgung der Terroristen auf. Ein britischer Polizist wurde dabei verwundet. Die Beisetzung der drei Getöteten fand in Ejn Charod und Gewa statt. l)r, Jakob Schinaia aus Safed, ein Passagier des Autobus, der gestern iiberfa’lcn wurde, wobei Jakob Klinger getötet wurde, erlag heute seinen Verletzungen. Ein jüdischer Lastwagen wurde von Arabern auf der Strecke Jerusalem—Jaffa heute früh angegriffen und der Führer Jacob Stern (24 Jahre alt) aus dem Kibbuz Giwath Brenner getötet. Alfred Ascher (27 fahre alt), ein anderer Siedler aus Giwath Brenner, der Ghaffir war, wurde in der Nähe von K f a r B i 1 u erschossen. Dr. Abraham R o s e n 111 ה I (6t fahre altV ein bekannter Psychiater aus Jerusalem, wurde in der Nähe von Ramie erschossen. In Bethlehem kam es in der vergangenen Nacht zu erheblichen Unruhen. Arabische Terroristen marschierten singend durch die Straßen, zündeten das Postgebäude sowie die Polizeistation an, Trimnen und Polizei trafen ein und stellten die Ruhe wieder her. lieber das arabische Viertel von Safed wurde ein Ausgehverbot verhängt nach einer Demonstration von Frauen und Kindern, die gegen die Verhaftung von Arabern protestierten. Ein Araber drang in der vergangenen Nacht in das Regierungshospital in laffa ein und verletzte einen arabisehen Patienten schwer, der vor kurzem hei einem Zusammenstoß verwundet worden war. Ein britischer Soldat wurde in der Nähe von Dschenin in der vergangenen Nacht verwunde*. Die jüdischen Verteidigungskräfte Während der letzten Tage wurden 600 zusätzliche jüdisehe Hilfspolizisten eingestellt. 170 jüdische Hilfs- Polizisten bewachen die Jerusalemer Polizeis+atrncn, die zentral Regierungsgebäude tmd das Hauntpostamt in Jeru- Salem. SP patrouillieren ferner in den jiuläischen Bergen an der Straße Jerusalem—Jaffa. 50 Ghaffirim wurden an isolierten Wasscrpuinnstationen auf der gleichen Strecke postiert. Die T e! A w i w e r Zivil g a r d e bestellt jetzt insgesamt aus 610 Mann, während der jüdische Eisenbahnschutz 320 Mann umfaß*. Arabische *Hmtzleute in verschiedenen Po'izeistationen wurden durch Juden ersetzt. Die Gesamtzahl der jüdischen Ghaffirim in der Spezialpoiizei beträgt 7 80 0. _ Im Hulcgebiet, das 1934 von der P. L. D. C. erworben wurde, wurden große Torflager gefunden, die auf £ Millionen Tonnen geschätzt werden. Die Ausbeutung dieser Torflager bietet keine Schwierigkeiten. Ihre Auffindüng wird von großer Bedeutung für die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt Palästinas sein. Man vermutet, daß sich die Torferde auch als Düngemittel für die Landwirtschaft eignen wird. Der Kibbuz Hasorea (Werkleute) siedelte sich auf neuem Boden an, der dem Keren Kajemeth Lejisraei gehört

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