Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 43 (1938)
- Issue
- Heft 72 (9.9.1938)
- Date
- 1938-09-09
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 10 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 72. 9. IX. 1938 Zahlreiche Gefechte und Ueberfälle Jerusalem, 2. September. (Palcor,) In der Nähe von Sichrem Jaakow wurde heute morgen eine Gruppe jüdischer Arbeiter beschossen und einer von ihnen, Zwi Spiegel, leicht verwundet. Isaak Farado, ein 2»1j,ihriger Gepäckträger, wurde heute nachmittag an der Stailtgrenze von Jaffa und Tel Awiw von einem Araber angeschosseii und gefährlich v erw u n tl e t. Jerusalem. 3. September. (Palcor.) F.in jüdisches Gebände mit mehreren Geschahen wurde heute morgen an der Stadtgrenzr von Tel Awiw in Brand gesetzt und vollkommen zerstört. Die 22jährige .Miriam Lifschitz, die am 20. August durch Schüsse auf ein Auto, in dein sie an der Grenze von Jaffa und Tel Awiw fuhr, verwundet wurde, ist heute ihren Verletzungen erlege n. Ein großes Unglück wurde heute durch die Wachsamkeit eines jüdischen Ui'fspnli/ci-K'nrporals verhindert. Er patromllicrte heute früh in einer Bergschlucht hei Beth Hakerem uml bemerkte einen Draht, der hei näherer Untersuchung zwei gefährliche Landminen verband, die unter dem Paradeplatz von Beth Ilakerein vergraben waren. Auf diesem Platz üben gewöhnlich siebzig jüdische Hilfspolizisten. Polizeihunde, die auf die Spur der Af-entäter gesetzt wurden, führten zu dem Araberdorf Malha, in dem eine Anzahl verdächtiger Araber verhaftet wurde. Heute nachmittag wurde ein britischer Polizist auf dem Wege zwischen Jerusalem und Nablus aus dem Hinterhalt beschossen und verwundet. lieber das gesamte Gebiet an der Eisenbahnlinie Haifa— Kantara wurde cm Aii-gehverbot für die Nacht verhängt. Bewaffnete Araber rauhten heute nachmittag eine Herde mit (>() Stuck Viel! aus der jüdischen Siedlung Ben jamina Lin Militaiflugzeug verfolgte sie und erscholl zwei Terrnri-den, In N a / a r e t h w urden heute zwei Bomben in das Lranziskaaer-Kloster (lasanova geworfen, in deal das Esscx-Regiment stationiert ist. Zwei weitere Bomben wurden an anderen Stellen der Stadt geworfen, ohne Schaden zu verursachen. Abdel Rah im j e h 1 a, ein arabischer Terrorist, der bei einem Uebcrfal! auf einen jüdischen Omnibus in der Uniform eines Korporals gcfangengcnoinincii wurde, ist heute vom Militärgericht in Haifa zun! T o 11 e verurteilt worden. Gefecht bei Sarid Jerusalem, 4, September. (I'alcor.) Gestern stieß eine Naehtpatrmnile im bniek in der Nähe der Kwtiza Sarid auf eine Gruppe bewaffneter Araber, Ls kam zu einem Kampf, in dem v i c r / e 11 n 7 e r r o r 1 , t e 11 g e t ö t e t und zwei gelangriigenoinmen winden. Das Gefecht dauerte über drei Stunden, Von der Patrouille wurde niemand verletzt. Unter den Getöteten befand sich der Lerroristeiifuhrcr in der Uniform eines Poli/isten, bei dem wichtige Dokumente gefunden wurden, darunter eine Anzahl Btiefe von dem Tcrrorislenführer Justif Abudnra. Weiter wurden siebzehn Gewehre von der Patrouille erbeutet. In Jaffa wurde heute morgen ein arabischer Polizeisergeant erschossen. In Haifa kam es zu Streitigkeiten unter Arabern auf der Straße, wobei ein Araber getötet und ein anderer schwer verwundet wurde. Mosche K i p n i s, ein 27jähriger jüdischer Chauffeur aus Jerusalem, wurde heute morgen auf der Fahrt von Syrien in der Nähe von Haifa ermordet aufgefunden. Sein Auto war verbrannt. Ein jüdischer Hafenpolizist namens Eliezcr Eiser wurde heute morgen in Haifa von einem Araber angeschossen und verwundet. Bei einem Uebcrfal! von Terroristen auf Ne weh Jakob, de״ von jüdischen Ghaffiriin zuruekgesdilagen wurde, ist ein Terrorist erschossen worden. Infolge erneuten Schießereien und Steinwürfe auf vortiberfahrende jüdische Wagen iit Ramie wurde über das Gebiet an der Landstraße jcrusalcm - Jaffa ein Ausgehverbot verhängt, beginnend um 1.3t) Uhr nachmittags. In verschiedenen Teilen des Landes wurden arabische Ghaifirim durch jüdische ersetzt. In Jerusalem werden die Polizeistationen und Geschäfte von jüdischen Ghaffirim bewacht. Ueberfall Im Bahnhof Ludd Jerusalem, 5. September. (Palcor.) Heute morgen wurden zwei Juden bei einem Anschlag getötet und ein dritter verwundet. Araber brachen in die Büros des Lvddaer I iseitbahnknotenpnnktes ein. Die Terroristen . fragten, wer von den .Anwesenden Jude sei. feuerten und töteten den hOjahrigei! Lokomotivführer Mcir I) e 11 1׳ e n i s t i und den 31 j,ihrigen Angestellten Mo-vhe S t e r n f e 1 11. Schlomo L! p - k 1 n, ein Angestellter, wurde verwundet. Unter den Terrari-ten wurde ein ar,•!bischer Eisenbahner erkannt. Auf dir Lisenbalmünie z" Bellen Jerusalem und I.vdda wurde heute eine Reihe von Sabotageakten vciülrt. Ein Guterwagen entgleiste, die Lokomotive eines anderen Giiterznges stürzte in eine Bergschlucht und eine Eisenbahnbrücke wurde in d e Luft gesprengt. Infolge dieser Vorfä'le wurde der Eisenbahnverkehr auf dieser Linie heute eingestellt. Einem Polizeibericht zufolge wurde gestern der Verkehr durch Ramie teilweise unterbrochen infolge von Angriffen aut jüdische Wagen, bei denen ein Chauffeur und ein Passagicr leicht verwundet wurden. In der Stadt Ramie wurde das Ansgehverbot verschärft. Simon Zeerkoff, ein 23jähriger Wächter aus der ji'tdisehen Siedlung Benjamiita, der gestern nacht ausging, um sein Pferd zu suchen, das von Arabern gestohlen wurde, ist bis jetzt noch nicht zurückgekelirt. Zehn Terroristen überfielen heute abend zwei jüdische Ghaffirim in einer Orangcnplantage bei Risehon-Ie- Zion. Die zwei Ghaffirim feuerten zurück; einer von ihnen, der 25jährige A ri c h Abraha m, wurde getötet, während sein Gefährte leicht verwundet wurde. Seheik M a c 11 m 11 d Intsari, ein bekannter Führer der Oppositionspartei gegen den Ex-Multi von Jerusalem uml lnspektor der Omar-Moschee, wurde heute nachmittag in der Via Dolorosa in der Altstadt von Jerusalem von Terroristen angeschossen und schwer verwundet. Innerarabischer Terror Jerusalem, 6. September (Palcor). Zwei Araber wurden heute morgen bei Schießereien in Jerusalem getötet uml ein dritter wurde schwer verwundet. Die Angrcifer waren in allen Fällen Araber, und man nimmt an, daß die Opfer unter dem Verdacht standen, Polizeispitzel zu sein. Aut einem Marktplatz in Haifa wurde heute ein Araber von Terroristen getötet und zwei andere verwundet. Mosche G o 1 d s t e i rt, ein jüdischer Ghaffir, wurde gestern nacht in einer Plantage in Pardeß Channa erschos- Zweifel über Englands Palästina-Haltung Ein aufsehenerregender Artikel der ״Times“ Die anhaltende Aktivität der arabischen lerroristen in Palästina erweckt nicht nur auf der jüdischen Seite, sondern auch bei manchen englischen Beobachtern und darüber hinaus in arabischen Kreisen Zweifel an der Ernst- Mattigkeit des englischen Entschlusses, der Unruhe in Palästina ein Ende zu setzen. Ein Artikel des Jerusalemer Berichterstatters der ״T i m es“ in ihrer Nummer vorn 6. August gibt diesen Zweifeln Ausdruck. Alle informierten Beobachter Stintmen darin überein, daß der Mufti von seinem libanesischen Exil aus weiterhin auf die arabische Bewegung in Palästina einen großen Einfluß ausübt. Darüber hinaus gibt es in Damaskus, im Irak und in Aegypten zahlreiche Araber, die aus polttischen Gründen ihr Heimatland verlassen mußten und ganz offen den Terror in Palästina unterstützen. So hat in ba gdad der Scheich 1 h r a 11 i m c I Ra w i einen F e t w a (d. 11. etwa eine religiöse Proklamation) erlassen, in dem cs heißt, daß alle Mohammedaner verpflichtet seien, den Dschihad (Heiligen Krieg) mit/imiachen oder wenigstens zu unterstützen, der zur Verteidigung der El Aksa-Moschee in Jerusalem und der anderen mohammedanischen heiligen Stätten in Palästina gegen die Bedrohung durch den jüdischen Imperialismus geführt wird. Wenn auch aimmchmen ist, daß die aktive Bekundung von Sympathien mit dem Kampf der arabischen Terroristen durch den W a f (I in Aegypten aus i 11 n c r p o I i t i sch cn Gründen zu erklären ist (der Wafd stellt heule in der Opposition, bedarf einer zugkräftigen Parole und findet sie in dem Aufruf für die arabische Sache in Palästina, die er als Regierungspartei meist mit sichtlicher Kühle behandelt hatte), so bleibt doch die einfache Tatsache bestehen, daß die Duldung dieser lntriguen und Kundgebungen in Nachbarländern, die entweder mit England verbündet -sind oder von Englands engstem Freunde (Frankreich in Syrien!) regiert werden, ein weit verbreitetes Erstaunen erweckt und die Araber ermuntert hat, die Intensität ihrer Palästinakampagne zu verdoppeln. Gemäß verschiedenen Bestimmungen des englisch-ägyptisehen und des englisch-irakischen Vertrages, die Maßnahmen zur Koordination der Außenpolitik vorsehen, würde nach allgemeiner Auffassung England durchaus berechtigt sein, in Aegypten wie im Irak Vorstellungen zu erheben, die diesen lntriguen zweifellos ein rasches Ende setzen könnten. Wenn also die britischen Gesandten in diesen Staaten nicht angewiesen worden sind, auf die Airstellung dieser Propaganda zu dringen, so ziehen die Araber erklärlicherweise daraus die Folgerung, daß das englische Auswärtige Amt, wenn nicht geradezu gegen die Palästinaverwaltung des Ko'onialamtes feindselig, so doch fast ostentativ die Zusammenarbeit vorsäumt, die zwischen zwei Abteilungen derselben Regicrtig normalerweise erwartet werden kann. Die Acußerungen von Lord Winterton auf der Konferenz in Evian (die bekanntlich die in Zusammenhang mit dein Teilungsplan vorübergehend getroffene Einschränkung der jüdischen Einwanderung nach Palästina erwähnten und eine Erörterung von l’alästinaproblemen in Evian ausschlossen) werdet! ebenfalls als ein AnzeicFien gedeutet, daß die britische Unterstützung für jüdische Forderungen schwächer wird. Unabhängig davon, ob all diese Argumente richtig sind oder nicht, veranlassen sie manche palästinensischen Araber und manche ihrer Freunde außerhalb Palästinas, in nichts nachziigebcn, ihre Forderungen hartnäckig aufrechtzuerhalten und die gleiche Taktik anzuwenden wie bisher. Das Wichtigste, worauf man sich in der nächsten Zukunft konzentrieren müsse, so fährt der Korrespondent fort, wird der Zeitpunkt ״null Uhr“ sein, wenn nämlich der Bericht der Woodhead-Commission veröffentlicht sein wird. Man darf nicht aus dem Auge verlieren, daß nach der Veröffentlichung dieses Berichtes entweder die Araber oder die Juden, oder auch beide, eine letzte Anstrengung maeflen werden, um ganz zum Schluß auf eine Aendcrtuig der Politik zu drängen. Diese Möglichkeit erscheint um so plausibler, als die Warnung der Rundfunkrede von Sir Harold Mac- Michael, Gewalttat werde auf den Gewalttäter Zurückschlagen, 11 i c h t d e n geringsten Er folg gehabt hat. fm Gegenteil: Beispiele aus Indien, Irland und Aegypten werden in nur zu vielen Kreisen herangezogen, um zu beweisen, daß es in Palästina ganz, ähnlich komme, d. h., daß auch hier England den radikalen Forderungen nachgeben werde. Der Korrespondent betont dann die Dringlichkeit einer raschen Entscheidung und gibt interessante Einzelheiten über Art und Umfang der Erscheinung, die der Palästina-Korresnondent der ״Jüdischen Rundschau“ vor kurzem als die ״Regierung der Nächte“ charakterisiert hat. Diese ״Regierung“ gehe so weit, daß sie Flugblätter in der arabiselten Bevölkerung zirkulieren läßt, in denen vor unbefugten Geldsamtnlungen gewarnt und bestimmt wird, daß ohne Unter- Schrift und Siegel des ,,Hauptquartiers des Generalkommandos der arabischen Revolution“ keinerlei Forderungen an Geld oder Lebensmitteln befriedigt werden dürfen. Der ״Times“- Korrespondent bezeichnet derartige Erscheinungen als eine der verblüffendsten Anomalien der palästinensischen Revolte. Es wird auch behauptet, daß der Vorsitzende des ״Kriegsgerichtes“ der Terroristen ein früherer Pfadfinder sei, der vor einigen Jahren ein Pfadfinder-Jamboree •in England mitgemacht hat. ״Es würde töricht sein“, so schließt der Artikel, ״die Tatsache zu ignorieren, daß in gewissen Bezirken die Autorität der Terrorgruppen mehr respekt i e r t, weil mehr gefürchtet wird als die der Mandatsregierung. Das arabische Kommando jedenfalls zögert nicht, seinen Willen auch durch Erschießung von Gegnern durchzusetz.cn. Was Wunder, wenn selbst arabische Patrioten die Unfähigkeit der Mandatarmacht beklagen, Leben und Eigentum den Vielen zu sichern, die bei allem Eifer für die Anerkennung der arabischen Ansprüche sich damit begniigen würden, ihre Forderungen aut weniger gewaltsame Weise zu vertreten?“ seit. Ein zwe’tcr Ghaffir, der durch Messerstiche verwundet war, tötete einen der Terroristen und verwundete einen zweiten. Eine Nachtpatrouille, die herbeieilte, nahm die ganze Gruppe, bestehend aus sieben Terroristen, gefangen. Der 11jährige Schlomo Zucker wurde heute an der Stadtgrenze von Tel Awiw von einem Araber beschossen und verwunde t. Mord In Tiberlas Vier bewaffnete Araber betraten heute morgen ein jüdischcs Geschält in der Hauptstraße von Tiberias, töteten den Inhaber, den 50jährigen Jakob Varda, und verwundeten zwei andere Juden, davon einen gefährlich. Die Araber versuchten dann, in einem wartenden Taxi zu entkommen, wurden jedoch von Poüzei verfolgt und verhaftet. In der Nähe von Neß Ziona wurde ein Wagen mit jiidischen Arbeitern überfallen. Schlomo Rubinstein (2h Jahre) wurde getötet, Ghana Abramovitz und Mordeehai () o r d o n wurde« schwer und Elchanan Schneid e r m a n n leicht verwundet. Aut die Kolonie Mise h m a r Hajardcn w׳urde in der Nacht ein Angriff verübt. Truppen verwickelten die Terroristen in ein Gefecht und fügten ihnen mehrere Verluste zu. ln Lydda wurde das Postgebäude in der Nacht niedergebrannt. Isaak Kam “1, ein jüdischer Ghaffir, der das Wasservermessungsiager in Beerscheba bewachte, wurde heute von Terroristen erschossen. Jerusalem, 7. September. (Palcor.) In Jerusalem traf die erste Gruppe der angekündigten Polizisten aus England ein. In Haifa traf ein englisches Schiff mit 30'J Milit ä r f a h r / e 11 g e 11 ein. In der N’atht kam es bei Akko zu einem Gefecht zwischen Terrors'e:1 unc! englischen Truppen, nachdem in der Nähe eine Landnrne cxp'odicrt war, durch die ein Minürhshva״en zrr-tört wiizrC. Hierbei wurden zwei englische Soldaten getötet und vier schwer verwundet. Den Terroristen sollen bei dem Gefecht erhebliche Verluste zugefügt worden sein. Gespannte Lage in Jaffa In Jaffa kam es zu Zusammenstößen, bei denen die Hauptpolizeiwaehe geplündert wurde. Terroristen drangen ferner in das Haus der Stadtverwaltung ein und erbeuteten die Stadtkasse m't 5 0,— £. Ferner wurden Flugblätter einer ״Vorläufigen nationalen Regierung“ verteilt, die zum Widerstand gegen die 'Truppen aufforderten. Die Flugbläfter wurden an den Wänden der Moscheen angeschlagen. Der Stadtaasrufer von Jaffa verkündete heute ״im Namen der Terroristen“ ein 1 Isiiindiges Ausgeh verbot,^ beginnend um 6 Uhr abends. Alle Straßenlampen in der Stadt wurden zerbrochen und einzelnen Verbrauchern von Elektrizität wurde befohlen, die Ralestinc Electric Cororation, deren Leiter Pinchas Rutenberg ist, zu boyoft i eren. Die Jaffaer Filiale von Barclays Bank wurde geschlossen. Zwei Araber wurden heute morgen von Terroristen durch Schüsse schwer verwundet. Ein Versuch, ein jüdisches Geschäft in Jaffa in Brand zu stecken, wurde voon britischer Polizei vereitelt, die eine Gruppe Araber durch Schreckschüsse vertrieb. Am Nachmittag trafen Truppen in Jaffa ein und das Ausgehverbot wurde verkündet, beginnend um 2 Uhr mittags. Gestern wurde mit der Errichtung von Barrikaden in verschiedenen Teilen der Stadt Jaffa sowie in dem Grenzbezirk von Tel Awiw und Jaffa begonnen. In R a nt a II a wurden bei einem Ueberfall auf die Polizeiwache zwei arabische Terroristen erschossen. In Jerusalem wurde ein Aegypter erschossen. Ein jüdischer Speicher wurde angezündet. Saadia Schach ar, ein 25jähriger jüdischer Arbeiter, wurde heute nachmittag in der Nähe einer Orangenplantage bei Petach Tikwa, als er auf dem Heimweg war, von Terroristen beschossen und getötet. Simon Miz rachi aus Aden, ein in Chedera lebender Kaufmann, begab sich vorige Woche in ein in der Nachbarschaft liegendes Araberdorf und ist bis heute noch nicht zurückgekehrt. Matt fürchtet, daß er verschleppt worden ist. Ein arabischer Ghaffir wurde gestern Nacht in dem arabischen Dorf Beit Dajan, das an der Landstraße zwischen Jerusalem und Tel Awiw liegt, von Terroristen ersch ossen. Von der Woche Nach einer Meldung des Londoner ״Daily Telegraph and Morning Post“ besteht trotz der seinerzeitigen Mitteilung Malcolm MacDonalds über die Beschleunigung der Fertigstellung des Berichtes der Palästina-Teilungskontmission wenig Hoffnung, daß der Bericht vor Ende des Jahres fertiggestellt sein wird. Da der seit 1. Juni 1929 bestehende syrisch-palästinensische Handelsvertrag am 1. März 1939 abläuft, hat die Palästinaregierung bereits Vorkehrungen für die kommende* neuen Verhandlungen getroffen. Mr. G. Walsh ist zum Bevollmächtigten für alle diesbezüglichen Fragen ernannt worden. 5000 Reisende landeten in T e 1 A v. i w seit der Eröffnung des Hafens. L)er Stab der 18. Infanteriebrigade wird in diesen Tagen von England nach Palästina verlegt. Die Brigade besteht aus dem 2. Bataillon The Kings Own Royal Regiment, dem 1. Bataillon North Staffordshire Regiment, dem 1, Bataillon Worcestershire Regiment und dem 2. Bataillon Leicestersbire-Rcgiment, nebst zugehörigen Spezialformationen. Der Schutz von Tel Awiw Jerusalem, 5. September (Palcor). Eine Abordnung der Tel Awiwer Stadtverwaltung, geführt von Mr. R 0 k a c h, dem Bürgermeister von Tel Awiw, wurde heute von Mr. Crosbic, dem Bezirkskoinmissar, empfangen. Die Abordnung drängte auf Mobilisierung einer jüdischen Polizei für Lei Awiw und Umgebung, sowie auf die Errichtung eines Zaunes an der Stadtgrenze von Tel Awiw und Jaffa und die Organisierung von Patrouillen auf den Straßen in der Nachbarschaft von Tel Awiw. Mr. Crosbie erklärte, die Regierung würde die Ernennung von neuen jüdischen Hilfspolizisten sowie allgemeine Sicherheitafragen in Bezug auf die jüdischen Viertel in Jaffa erwägen. Kurse palästinensischer Wertpapiere. In Tel Awiw notierten am 2. September, wie Ellern’s Bank Ltd. mitteilt, Allgemeine Hypothekenbank 5 (y«>gc Pfandbriefe 99:i 11 ״ (99״'.° 6 <(״.* 4/יige Pfandbriefe 102 «'0 (102!/g ״ 6 ,(»/״/*ige Vorzugsaktien 108 ״0 »/1093) 0״), Stammaktien HO »0 (1 ll3/« ״>). Palest ine Land Development Co. Ltd.: 6 ״,'oige Vorzugsaktien 92 ״ 94) סיס>), Stammaktien 85V2 0/0 (87*/« ®•o). Bi zur: 6 ®.oige Obligationen Ser. 2 991/(, % (99>,i ®,׳o). Nir Ltd.: 4 ®.״ige Obligationen Ser. 1 85«,» °,0 (85*/* f«), 4 ®/oige Obligationen Ser. 2 85 5 ,(״« 85) 0״ «oige Vorzugsaktien 650״4י (663/4 ®־o). Pasa: 4 ״«ige Obligationen 76!76) ,״Vs "״). Palest ine Pot a sh: 5!?׳״oige Vorzugsaktien sh 16 3d (sh 16 3d). Das Angebot hielt sich in engen Grenzen und beschränkte sich in der Hauptsache auf einige Aktienkategorien. Bemerkenswert ist, daß in Pfandbriefen nur sehr geringes Material herauskam, das zu unveränderten Kursen aufgenommen wurde. Sow׳ohI die Preferenceals auch die Ordinary Share* der General Mortgage Bank haben am 1. d. M. eine Interiimdividende von 3 0* gezahlt. (Schluß des Palästlnateils)