Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 43 (1938)
- Issue
- Heft 72 (9.9.1938)
- Date
- 1938-09-09
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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■uy.iwu Prel« 25 Rpf. JÜDISCHE RUNDSCHAU Redaktion, Verlag nnd Arixelgenvctwaltung! Berlin W15, Meinoke• tr, 10 Farnrufi 919031, Telegramm-Adrcaaei Orghtp. - In Fällen höhere! Gewalt besteht kein Anspruch auf Nachlieferung oder Erstattung etwa schon gezahlter Beiugsgehiihren. Bezugspreis einschließlich Bestellgeld je Monat HM 2,—, je Vierteljthr RM 5,75! bei Abholung RM 1,8S bzw. RM 5,39 (einschließlich Postzeitungsgebühr von 10,96 Rpl je Monat). — Postscheck - Konten der Vertriebs.Abteilung lür Groß-Berlin Berlin 71573, für das übrige Reich! Berlin 173 92 BERLIN י" ג אלול תרצ״ח FREITAG, 9. SEPTEMBER 1938 Ersdtelßt jeden Dienstag and Freitag. Gültig ist die Anxelgenprelalist« Nr. 5 vom 1. April 1936. Die zvmlfgespnltene mm-Zeile 20 Rpf, für Familien- Nachrichten 1s Rpf« Keine Gewahr für Aufnahme von Anzeigen in bestimmten Ausgaben oder an bestimmten Plätzen. Einzelanzeigen mir gegen Vorauszahlung auf Postscheck Konto Berlin 71618 oder bar Montag bi« Freitag 9—18 Uhr. AnnahrnescMuß für die Dienstag - Ausgabe Montag 10 Uhr, für die Freitag - Ausgabe5 Mittwoch 15 Uhr. Familien - Anzeigen am Tag vor Erscheinen 16 Uhr Der Zionismus erstrebt fOr das indische Volk die Schaffung einer öffentlich - rechtlich gesicherten Heimstätte In Palästina. (Baseler Programm) Palästina-Tag in Indien Wandlungen der indischen Politik Von unserem Berichterstatter Simla (Indien), Ende August Selbst hierher — in die Höllen des Himalava, wohin Vizekönig, Regierung und Parlament sieh im Sommer (von Delhi aus) zurückzichen, — schleicht in diesem Jahre die Hitze, in der jetzt die indische Tiefebene brodelt, während Südindien bis zur Präsidentschaft Bombay vom Monsunregen durchtränkt wird. Es ist nötig, Politik in Indien auch vom klimatischen Standpunkt ans zu belraehten, ist es doch eine alljährliche Erscheinung, daß in den drückend heilien Wochen vor der 1י esjenne i jüe es die meisten Zusammenstöße zwischen Hindus und Mohammedanern und bei den letzten zwischen Sunniten und Schiiten gibt. Auch jetzt einen P a I ä s t i 11 a - T a g zu zelebrieren war also entschieden ein Regiefehler. Demi iרוו Norden litten die Veranstaltungen durch Temperaturen von -Itl Cclsutsgraden, die seihst stärkste politische Leidenschaften erschlaffen lassen, und im Süden sali man in wenigen Städten einige Versainmhingen unter Regenschirmen..die dann, von Polizei eskortiert, durch die Straßen zogen. Man kann ivcht sagen, dab damit ein sonderlicher Eindruck, der doeli schließlich beabsichtigt war, auf die übrige Bevölkerung gemacht wurde. Allerdings — auch frühere Paläst na-Tage, vom Kongreß, der indischen Nationalbewegung (Ghaiuli), in günstigerer Jahreszeit organisiert, wiesen kaum gröbere Beteiligungen auf. Im Grunde genommen zielen diese Veranstaltungen — wie bereits früher einmal in der ״Jüdischen Rundschau‘* ausgeführt — weniger auf Palästina hin, was man eigentlich annehmen sollte, als sie vielmehr ein Werben mn die Stimmen der indischen Mohammedaner darstcllen. Indien, oder genauer Biitiscli-Indien. befindet sich in einem gewaltigen Umgcstaltungsprozell, von dem Europa, in eigene Sorgen verstrickt, viel zu wenig Kenntnis nimmt. Man kann behaupten, daß vielleicht schon in wenigen Jahren Indien 111 der Weltpolitik eine Rolle, vielleicht sogar eine grolle, spielen wird. Da es an den Nahen Orient grenzt, somit auch in der Reichweite von Palästina liegt, sollte das, was jetzt in Indien vor sich geht, auch für uns Juden von einigem Interesse sein. Deshalb wird liier versucht, die Linien, in denen sich du* politische U in sch m c I z 11 11 g d es 1 n cTi sehen Kontinents vollzieht, anzudeuten. Der neue Zensus von Britisch-Indien, der IQM mit einer Volkszählung abgeschlossen werden wird, dürfte sicherlich eine Bevölkerung von über 400 Millionen aufweisen. Da •in sind etwa 100 000 Europäer eingeschlossen, von denen die Hälfte englisches Militär darstellt. Durch die neue Verfassung — vom englischen Unter- und Oberhaus beschlossen, — eines der kühnsten Experimente, das das britische Imperium (in Etappen) durchführt, wird das Land in einen Blindes- Staat verwandelt mit dem späteren Ziel, es zum I) o 1111111 o n zu machen. Der Kongreß freilich, ermutigt durch die Beispiele von Irak und Aegypten, predigt vollständige Unabliängigficit von England, wobei die Möglichkeit eines Bündnisses mit dem einstigen Mutterland offen gelassen wird. Selbst alte ״Indien-Engländer“ halten diese Konsequenz heute nicht mehr für ausgeschlossen. Ob sie ein Glück für Indien bedeuten würde, ist eine andere Frage. Die neue Verfassung Der erste Schritt der staatlichen Umwälzung vollzog sich im vorigen Jahre, als der Kongreß in sieben Provinzen die Regierung übernahm, und auch in den übrigen den Parinmenten verantwortliche Kabinette gebildet wurden. (Provinz heißt hier bereits Bundesstaat. Die Präsidentschaft B0111bav z. B. zählt über 20 Millionen Einwohner.) So arbeiten jetzt unter indischen Ministern die hohen Beamten des Indian Civil Service, eine Tatsache, die schon in der Vorstellung bis vor kurzem unmöglich gewesen wäre. Dabei ergibt sich etwas sehr Groteskes! Die Kongreß-Minister haben sich verpflichtet, kein höheres Gehalt als 500 Rupien (1 Rupie ca- 1 Mark) anzunehmen, während der eben erwähnte englische Beamte das vier- bis sechsfache erhält. Dali dieses Zusammenarbeiten im allgemeinen gut funktioniert, spricht für beide Teile. Das Zünglein an der Waage bilden in (len'meisten Provinzen die M 0 11 a m m e d a 11 er, um die eben, u, a. auch durch Palästina-Tage, geworben wird. Ein Teil von ihnen ist in die All-India l.eague mit dem Präsidenten J innah an der Spitze organisiert. Dieser Bund nimmt für sich in Anspruch, die über 80 Millionen Mohammedaner Britisch-Indiens zu repriisentieren. Das wird ihm. vom Kongreß bestritten, der bchauplet, daß in seinen Reihen mindestens cbensovicle Moslems sind wie in der Liga. Diese antwortet darauf, daß der Kongreß eine reine Hindnsache sei, der sich in verschwindend geringem Maße auch mohammedanische Einzelgänger angeschlossen haben. Wer mehr Mohammedaner in seinen Reihen hat. wird sicli nicht entscheiden lassen, da keine Seite mit Zahlen hcraiisriickt. Im übrigen dürften die Verhältnisse so liegen, dab die Mohammedaner tatsächlich keine Einheit darstcllen. Man wird gut daran tun, sich daran zu erinnern, wenn jetzt Jinnah nach Aegypten fährt und in Kairo an einer Pal äst i na-Kon t erenz als Vertreter der indischen Mohammedaner teilnimmt. Das Arbeitskomitve <lcr Muslim-Lcague hatte sich in diesen Tagen mit zwei bemerkenswerten Anträgen zu befassen. Una zwar sollte man in Anbetracht des Vorgehens Großbritanniens in Palästina auf alle von England ver! ebenen Titel verziehten und, was schon wichtiger gewesen wäre, britische Waren boykottieren. Jinnah lehnte beides ab und mit ihm die Mehrheit. Er sagte nämlich, da fl dieser Boykott leicht eine beträchtliche Anzahl von mohammedanischen Raut-!eilten ruinieren würde, und die Titel (die hier großzügig verliehen werden) hätten doch in unserer modernen Zeit ״ihren alten Charme“ verloren. Auch der gegenwärtige Völkerbunds- Präsident Aga Khan — das sei in Parenthese bemerkt ist nicht der Führer der indischen Mohammedaner; er ist lediglich das religiöse Oberhaupt der zwar kleinen, aber als tüchtige Kaufleute einflußreichen, Sekte der Khoja (Sliia)- Mohammedaner, die es nicht nur in Indien, sondern auch 1m östlichen Afrika gibt. Er kann schon deshalb nicht als ein monaminedanischer Führer Indiens angcsprochen werden, weil er als betonter Freund Englands von den Kongrcß-Mohaininedauern abgelehnt wird. Die kjirzlieh in Bombay versuchte Einigung zwischen Ohandi, später dem jetzigen Kongreßpräsidenten Bohse mul Jinnah ist bis auf weiteres gescheitert. Sie war vom Kongreb versucht worden, um gemeinsam gegen die nächste Etappe der neuen Verfassung, die l) tn w a 11 d 111 n g der Zentralregier 11 n g in Delhi bzw. Simla und den \V a h I m o d 11 s d׳. s neuen Zeiitralparlamcnts an/mkämp'en. Auf eine kurze Formel gebracht, befürchtet der Kongreß, dab in diesem Abgeordnetenhaus und dem neuen Kabinett der Einfluß der Fürsten zu groß wird. (Diese wiederum stehen zum Teil auch noch gegen die bundesstaatliche Verfassung wegen der Möglichkeit geschinälertcr Souveränität.) Kongreß und Muslim-League Der Gegensatz zwischen Kongreß und der Muslun-Leaguc hat sich in dieser Woche noch mehr verstärkt, wobei auch Palästina in der Debatte gestreift wurde. Dem jetzt hier in Simla tagenden alten Parlament lag ein Gesetzentwurf der Regierung vor, der sich mit der Rekrutierung der indischen Armee befaßte. Durch Agitation, die fortan unter Strafe gestellt wird, war diese in letzter Zeit erschwert worden. Jinnah setzte sich schwersten Angriffen von Kongreß-Seite aus, als er für die Regierungsvorlage eintrat und ihr mit den Stimmen seiner Anhänger zur Annahme verhalt. Dabei erwähnte er, dab er eigentlich viel größere Ursache hätte, sich gegen die Regierting zu wt'iuhm. als der Kongreß, nämlich im Hinblick ailUdie Vorgänge in Pa'ästina 1nv.l an der indischen Nordwestgrenze, wo eine bri'isch-indische Armee gegen mohammedanische Stämme kämpft. Die Palnstina-Tage-in״Indien, seien sie von M'ohammedauern oder Kongreß veranstaltet, richten sich nie in irgendeiner Form gegen die Juden in Indien, deren Zahl auch zu gering ist (etwa 30 003). Daß Indien auch vom jüdischen Standpunkt gesehen, ein Wunderland ist, sei an der merkwürdigen Tatsache gezeigt, daß es zwei (in Boinbav erscheinende) iiidisehe Zeitungen gibt, die eine das offizielle Bhatt der zionistischen Organisation, die andere auch auf zionistischem Stnndemikt stellend. Abschließend sei, wenn auch mit altem Vorbehalt, erwähnt, daß gerüchtweise hier unter den Kandidaten für den nächsten Vi/cköni״, dessen Amtszeit 1011 abläuft, auch der Name von Lord Samuel genannt wird. Lord Samuel hat im letzten Winter Indien besucht, und, was besonders bemerkt worden ist, als früherer, hoher englischer Ko'onialbeatiiter an der grollen mir chiinal jährlich staltf luienden Tagung des indi- 'li n Nationa'-Koiigresses teilgenommen mul mit ühandi, Bimse und dem vorigen Präsidenten Nehru (der ihn jetzt auch in London aufgesucht hat) Aussprachen gehabt. Sollte sieh das Gei i'e'it bewahrheiten, dann wäre festzustellen, daß drei Juden sich um Indien iri dem Sinne einer Befriedung der Gegensätze verdient gemacht haben würden: Edwin Samuel Montagu, der als Staatssekretär für Indien die ersten Verfassungs-Reformen einführte, Lorci R e a d 1 11 g, der als Vizekönig diese in die Praxis iiberzuleiten und zu vertiefen hatte, sowie schließlich — vielleicht Lord Samuel, der dann als erster Vizekönig an der Spitze des neuen Bundes- Staates zu stehen und möglicherweise den Uebergang zum Dominion-Status vorzubereiten hätte —- wahrlich keine kleine Aufgabe. Auswanderer nach USA Der Hilfsverein der Juden in Deutschland teilt auf Grund eingehender Erkundigungen heim Amerikanischen Generalkonsulat Berlin folgendes mit: Vor einigen Tagen wurde in Berlin das System der Registrier ungsan träge ohne bereits vorliegendes Affidavit eingeführt. Dieses hatte nur den Zweck, eine Warteliste aufzusteilen und gab den auf dieser Liste eingetragenen Personen keinerlei Anwartschaft auf ein Visum. Infolge der außerordentlich großen Zahl von Einwanderungsanträgen sind die für die nächste Zeit verfügbaren Quotennummern erschöpft, so daß das Konsulat jetzt bis auf weiteres die Ausgabe von Registrierungsanträgen eingestellt hat. Es ist zur Zeit nicht zu übersehen, welcher Teil der bereits vorgenommenen Anmeldungen auf Grund ausreichender Affidavits zur Erteilung von Visen führen wird. Sobald eine Uebersicht zu gewinnen ist, erfolgt umgehende Mitteilung. Inzwischen wird gebeten, von Rückfragen abzusehen, da die Entwicklung eben nicht zu überschauen ist. Die Bearbeitung der bereits eingereichten Affidavits erleidet keine Unterbrechung. Die vorstehende Mitteilung bezieht sich nur auf den Amtsbereich des Generalkonsulats Berlin. Von der Teilungskommission Oberrabbiner Dr. Hertzog und Rabbi Mein Berlin werden sich im Flugzeug nach London begeben, um weitere Aussagen vor der T e i 1 u n g s k o m m i s s i o n zu machen. Meldungen zufolge handelt, es sich bei diesen Aussagen um die Haltung der religiösen Juden zu der Konstituiion des vorgeschlagencn jüdischen Staates. Antwerpen Keren Hajeßod-Parole: i Million Pfund 1 Viele dringende Aufgaben Insten heute auf dem jüdischen Volk in seiner Gesamtheit. Die vollständige Aenderung aller Lebeiisgnindlagen, die gewaltige, imitier größere Dimensioneu amidnnende Wanderung, die soziale und ökonomische Umschichtung lind die damit verbundenen psychologischen Wandlungen — das alles stellt ungeheure Anforderungen an die organisatorische I eisiuiiyskrafi und seelische Tragfähigkeit der ganzen (ieuieiusehnft. An vielen Stellen zugleich muß die Kraft der Gesamtheit eingesetzt werden. Die tunliebste Erleichterung der Wanderung, die Beschaffung der Mittel, die seelische Stärkung des Einzelnen, alles muß sein. Alle Aktionen, die solrlie Zwecke betreffen, sind heute von Natur aus g e s ,־! m t j n d i s c 11 e Aklioiien, um! oft empfindet man demgegenüber die .Aufspaltung in Parteien inner- 11:11!) des Judentums als etwa-. \ era'tetes, das den heutigen Verhältnissen nicht mehr gern,di ist. Dies gilt auch in starkem Maße von der Arbeit für Palästina, einer der bedeutendsteil jüdischen Gesanitaufgnben 1111-0׳! er Zeh, Die .Menge der Vielen, für die Auswanderung heute die dringendste persönliche Sorge ist, beurteilt auch Palästina häufig nur unter dem Gesichtspunkte der l'inwandemngs- Ziffer, die das!.and aulnehineii kann. Palästina braucht in dieser Hinsicht den Vergleich mit den anderen Landern nicht zu scheuen, denn sogar in den letzten zwei Jahren der U11ruhen und der Wirtschaftskrise hat es V) (DO Einwanderer aiifgenommen. Aber die eigentliche Bedeutung Palästinas kann nicht nach der Ziffer der Einwanderer bemessen werden, die es in diesem oder jenem Jahre aufninniit; Palästina ist jüdisch unter allen Umständen anders zu bewerten als andere Länder. Selten ist dies so klar hervorgetretei! wie bei der Konfere!17, die Anfang dieser Woche in Anfwerpon stattfand. Eine jüdische Konferenz i!t dieser Zeit der sieh überstürzenden Probleme und der ta.gtäglichen Erfahrungen jedes Einzelnen steht selbstverständlich unter dein Eindruck des jiidisehen Geschehens allerorten. Die Erlebnisse sind maßgebend für die Stimmung. Auch in Palästina durchleben die Juden schwere Zeiten, aber trotz, allem ist die palästinensische Wirklichkeit eben anders. In Antwerpen hat einer der ältesten palästinensischen Siedler, Josef Baraz aus Dcgania, zwei Stunden lang geschildert, wie die Menschen auf dem flachen Lande leben, mit welcher Selbstverständlichkeit und inneren Sicherheit sie trotz aller Gefahr ihre Arbeit tim und wenn nötig auch ihr Heim und Hof verteidigen. Auch dort gibt es Not mul Eiuhehriiiigen, es gibt Leiden und Todesgefahr, aber die Menschen haben das Bewußtsein, ihre Freiheit und ihre Menschenwürde zu selmt/en. Sie stehen im Kampf, aller mit dem Gefühl, daß der Kampf einen Sinn hat. Sie sind entschlossen, bis zum le z'eti Manu ihren Boden zu Verteidigen und keinen Schritt zu w eichen. Das ist eine seelische Verfassung, die sieh \on dem, w 11- [mlon sonst in der Welt erleben, wesentlich untcrscluädrl. Und daher ist es auch das Recht dieser Mcu-chen, ,11־ da' gestirnte Volk um Hilfe zu appellieren. Das judiwätc Volk wäre seines Namens und seiner Vergangenheit nicht wert, wenn es mir in Zeiten leichten Wohlergehens 111! I der I ä׳esper:tat sich für eine Sache begeisterte, in Zeiten der Not und Gefahr aber sich a'uvemlcte oder ghäelieiiläg utiole. Kein Volk in der Welt kann sich misslichen, daß es nur die aitgetii lullen und ruhigen Zeiten seiner < icscUichte durch1׳ heu w:k, in schweren Zeiten aber zu entrinnen vewiicht. Die Jiidenlioit Palästinas verhangt von der (iola Sympathie und Anteil, verlangt Nachschuf) an Menschen, verlangt aber vor akrui auch Geld, Denn ein Ausnahmezustand wie der jetzige erfordert auch außerordentliche Ausgaben. Die palas'im׳ns:-che Jmlenheit hat ein gewaltiges ökonomisches Werk gi schaffen und ist bereits kreditfähig. Die Tatsache, daß große Banken der [ewäsli Agency namhafte Anleihen gegeben habe!!, ist ein Beweis des Vertrauens, das die I inrinzwel* zur ökonomischen Sicherheit Palästinas und besonders seines jüdischen Sektors hat. Aber' Ausgaben, wie sie jetzt nötig sind, konnten noch niemals von einem Volk aus dem normalen Budget gedeckt werden. Der Jisclmw selbst tut sein äußerstes, aber das jüdische Volk!miß zeigen, daß cs hinter ihm stellt. Die Konferenz in Antwerpen hat die Parole zur Aufbringung von einer Million Pfund zur Deckung des Budgets des ];ihres 3(/)9 hiiiaiisgesaridt. Die Sorgen des jüdischen Volkes sind größer geworden, aber auch die üebeberi itschaft ist größer geworden, denn auch in jenen!.ändern, in denen die Juden noch eine relativ gesicherte Position haben, fühlt man, daß die jüdischen Verhältnisse in der Welt weit unstabiler sind als früher und daß man auch mit anderen .Maßstaben messen muß. Der Keren Hajeßod muß die Million, um die er tAsieA Ue&eMUk In den letzten '/’״gen kam es in Palästina zu einer großen Reihe von Z u s ״ m m e n s I ößc n, Gefechten und Altentaten. Es fraren zehn jüdische Tote zu verzeichnen. Die arabischen Verluste waren schwer. In der Jerusalemer S t a d t ve r iv a 11 u n g wurde t'on arabischer und jüdischer Seite die Bereitschaft zur Kooperation erklärt.