Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 43 (1938)
- Issue
- Heft 70 (2.9.1938)
- Date
- 1938-09-02
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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JÜDISCHE RUNDSCHAU BERLINER RUNDSCHAU /O. 2. SEPTEMBER 1938 Liederabend Ernö Garay Verzeichnis jüdischer Betriebe In einem eigenen Lieder- und Arienabend konnte der Operntenor des Kulturbunds, Ernö Garay, seine Sympathien beim Publikum festigen. Seine schönen stimmlichen Mittel kommen in der Sanglichkeit italienischer Arien: ״Recondita armonia“ aus ״Toska“, Konzertarie \׳on Gluck, in den im Volkston gehaltenen Liedern seiner Muttersprache besonders zur Entfaltung. Die dabei beobachtete selbstverständliche Tongebung wird ihn auch leiten, sobald gewisse Hemmungen in einer ihm weniger geläufigen Sprache völlig aufgehoben sind. Die Stimme kann noch an Rundung und Volumen gewinnen und manche ihrer tonlichen Reize, mit denen er uns im Verlaufe des Abends überraschte, werden mehr in den Vordergrund rücken. Ein begabter Sänger, der den großen Beifall verdiente. Seine Beliebtheit als Tenor des Kulturbund- Theaters bewiesen viele Blumen und erbetene Zugaben. Die Begleitung am Fiiigel hatte mit Geschmack Hans Z-ander übernommen. Dr. Jakob Schönberg Sportfest der Leßler-Schule. Am 30. August fand das vierte Sportfest der Leßler-Schule auf dem Grunevvald-Sportpl3t? der Jüdischen Gemeinde statt. Nachdem am Vortage teilweise die Vorkämpfe stattgefunden hatten, kamen die Ausscheidungskämpfe zum Austrag, in denen die je sechs Besten jedes Jahrgangs und jeder Disziplin ermittelt wurden, die auf dem Sportfest der Berliner jüdischen Schulen die Leßler- Schule vertreten werden. Das Sportfest, das von zahlreichen Eltern der Schüler besucht war, wickelte sich nicht nur äußerst diszipliniert ab, sondern brachte auch einige beachtenswerte Ergebnisse. Besonderen Beifall fanden die Vorführungen der Medizinball - Riege, sowie das H a n d b a 11 spiel, das die Oberstufe mit 3:1 Toren gegen die Schüler der Mittelstufe gewann. Der Wanderpreis der Schule wurde von dem 14jährigen Schüler Rawiczer errungen, der mit 86 Punkten weitaus an erster Steile lag. Gemeindeabend in Hermsdorf. Am 27, August fand in der Synagoge in Hermsdorf ein gut besuchter Gemeindeabend statt. Herr David H eimann, der Vorsitzende des jüdischen Religionsvereins, sprach über ״Notizen einer Amcrikareise“. Der Referent erntete mit seinen aktuellen und sehr interessierenden Schilderungen großen Beifall. Herr Kantor Sittig, begleitet am Harmonium von dem 15 Jahre alten Heinz Alexander (Berlin), sang jüdische Lieder und gab dem Gemeindeabend durch seinen schönen Gesang eine weihevolle Umrahmung. Im Anschluß fand ein geselliges Beisammensein statt. E. Mathias Trauergottesdienst. In der überfüllten Synagoge Grenadierstraße 37 fand nach Ablauf der ״Schelauschim“ die Trauerfrier für den heimgegangenen Besojner Raw statt. 4fferSßriM töe m HermannpIaUi Sonnabend, 3. September, 20.15 Uhr, BZV.-Heim, Neukölln, Jägcrstr. 6; Oneg Schabbath: Ansprache Rabb. Oscar Adler. Hansa: Mittwoch, 7. September, 20.15 Uhr, Konditorei Hansa, Fiensburger Str. 19; Kurt Go 1<1 mann: Krisis und Neuorientierung (Zur Lage der jüdischen Jugendbünde), Wlttenbergplatr: Mittwoch, 7. September, 20.15 Uhr, B/.V.-Heim, Goltistr, 21; Dr. Rudolf Pick: Palästina heute — Bericht von einer Reise. Wilmersdorf: Mittwoch, 7. September, 20.15 Uhr, Meinekestr. 10; R.-A. Philipp Kozower: Wirtschaftshilfe und Berutluarschichtung, Zentrum-Nord 1 Mittwoch, 7. September. 20.15 Uhr, BZV.-Hcim, Roscnthaler Str. 44; R.-A. Dr. Alfred Rabau: Was wird aus den jüdischen Gemeinden? Stegllfj-Schmargendorf: Mittwoch, 7. September, 20.15 Uhr, Friedenau, Mosclstr. 4; Dr. Walter Groß; Die Judenfrage und die Versuche zu ihrer Losung. Tempclhof-Kreuzberg: Donnerstag, 8. September, 20.15 Uhr, Tempelhof, Musschlstr. 22; Dr. Rudolf Pick; Besuch in Palästina (Nach einer Reise). Arbeitskreissitzungen: SchSneberg: Dienstag, 6. September, Goltzstraßc 21; Franz Kuhn: Die Ursache •der jüdischen Wanderung. Friedrichshain: Mittwoch, 7. September, 20.15 Uhr, Landsberger Straße 87; Joseph Engel: Die Dcboraschlacht, חוג עברי Sonnabend, 3. September, 20.15 Uhr, Rosenthaler Straße 44; מאיר מוהר: נגתי חסידים Photogruppe T'muna: Dienstag, 6. September, 20.15 Uhr, F.rnst Iriedrich Solinger: Materialphotographie im Dienste moderner Werbung. Hebräischer Nachmittags-Intensivkurs: Der hebräische Nachmittags- Intensivkurs beginnt wieder in der nächsten Woche. Es werden £0!- gernle Fächer unterrichtet: Sprache. Literatur. Konversation, Gramntalik, Gegenwart«• und Palästinakunde. Kursgebühr 20 RM. nronatlieh. Teilnehmer werden neu aufgenommen. Anfragen an di« Kulturabteihing der BZV., W15, Meinekestr. 10; Tel. 919031, App. 75 und 79. Neue hebräische Kurse für Anfänger: Rantstr, 54. Rosentaler Str. 44, Brürkenstr. 9. Die Kurse werden Anfang September beginnen. Anmeldungen an die Kulturabteilung der BZV., W15, Meineke- Straße 10, Tel. 91 90 31, App. 75 und 79, — Der Kurs von Dr. Kaldko, der früher in der Kantstraße stattfand, beginnt wieder Dienstag, den 6. September, 20 Uhr, Meinckcstraße. Leitung: D. Cantor. Teilnehmer (Mittelfortgeschrittene) können noch aufgenommen werden. Der heutigen Berliner Ausgabe liegt ein Prospekt der Firma N. Israel bei. Der Stadtpräsident der Reichshauptstadt teilt mit: ״Nach der Dritten Verordnung *um Reidisbiirgergesetz vom 14, Juni 1938 (ReichsgesetzWatt Teil I Seite 627) sind die jüdischen Gewerbebetriebe io einem Verzeichnis aufzuführen. In der Reichshauptstadt wird dieses Verzeichnis bei den zwanzig Verwaltungsbezirken aufgestellt und ausgelegt. Das bisher vorhandene Material gibt nicht genügend Aufschluß über das, was die neuen Vorschriften des Reiehsinnenmlnisters für das Verzeiebnis bei der Stadtverwaltung verlangen. Die Bezirksverwaltungen sind deshalb genötigt, sich an alle Gewerbetreibenden Berlins zu wenden und jeden einzelnen Betrieb sorgfältig auf seinen Charakter zu prüfen. Dabei wird besonders auf etwaige Tarnungen jüdischer Betriebe als arische geachtet werden. Jeder Volksgenosse, der sich zu solcher Tarnung hergibt, hat schwere Bestrafung nach der Verordnung des Beauftragten für den Vierjahresplan vom 22. April 1938 (Reichsgesetzblatt Teil I Seite 404) zu gewärtigen. Das Verzeichnis bei der Stadtverwaltung wird künftig, wie die Ver- Ordnung vom 14. Juni 1933 bestimmt, das einzig maßgebliche sein. Beschwerden über die Aufnahme in das Verzeichnis der jüdischen Gewerbebetriebe sind bei der Staatlichen Landesbehörde für Berlin, den Stadtpräsidenten der Reichshauptstadt, Berlin C 2, Rathaus, inzubringen. In der Beschwerde muß der arische Charakter des Unternehmens einwandfrei dargetan und die Angaben durch Urkunden und andere Beweismittel belegt werden. Besonderen Wert legt die Verordnung auf die Mitarbeit der Partristellen; demgemäß wird der Stadtpräsident stets die Stellungnahme der Gauleitung einholen, bevor er über eine Beschwerde entscheidet. Nach dem Gesetz zum Schutze des Einzelhandels vom 12. Mai 1033 entscheidet der Stadtpräsident über Beschwerden, wenn ein Bezirksbürgermeister die Zulassung eines Einzelhändlers abgelehnt hat. An dieser Zuständigkeit des Stadt- Präsidenten hat die Anordnung über die Anmeldung des Vermögens von Juden vom 26. April 1938 (Rcichsgesetzblatt Teill Seite 415) nichts geändert. In *Einzelhandclssachen entscheidet der Stadtpräsident ebenso wie die Bezirksbiirgermeistcr nach wie vor selbständig auch dann, wenn das Einzclhandelsschutzgesetz auf einen jüdischen Gewerbebetrieb anzuwenden ist.“ Ankündipunpen Hebrliiche Lehranstalt der JUd. Gemc'nde tu Berlin. In s'imtlirhen Klassen, auch in den Sotvlerkursen für Lehrer und in den Kursen für Arabisch, können Neuaufnahmen erfolgen. Ut-hier der Anstalt: Nissan Berggrün, Dr. Moses Goldmann, Elsa Lewin, Meier Mohr. Wolf Neier, Dr. Gustav Oririann, Jehoselma Wollt', Interessenten für ein intensives Studium des Hebräischen können sich an der Ad teil in mehreren Klassen beteiligen. Die Einrichtung von hebräischen In 11 nsi rku rsen ist geplant. Sprechstunde: Mo.. Mi.. 17.30—18.30 Uhr, Gr. Hamburger Str. 27; Di., Do., 17.30—18.30 Uhr, Klopstockstr. 58, Zuschriften an Nissan Berggrün, Berlin-Charlottenburg 5. Kniserdanrm 101 (Tel. 93 14 90). Jüdiiches Museum. Das Jüdische Museum, Oranienburger Str. 31, ist ab Sonntag, den 4. September, wieder geöffnet (10—14 Uhr, außer Sonnabend). Zelchenau,Stellung. Die Adass-Jisrori-Srhulcn veranstalten am 11. September, von 11—14 Uhr, im Zeichensaal, Stegmundshof 11, eine Ausstellung von Zeichnungen, Aquarellen und Nadelarbeiten. Ein Tonfilm des Karen Kajemeth Lejlarael Oestaltg.: GEORG ENGEL Idee und Manuskript: JOSEF WEISS Bild: N. AXELROD Harstellungs-Leitg.: MANFRED EPSTEIN Uraufführung am 17. September 1938, 21 Uhr im Kulturbundsaal, Kommandantenstr. 59 ANSPRACHE: DR. MAX NUSSBAUM Waltere Vorstellungen täglich 19 u. 21 Uhr 18. bis 22. September Vorverkaufs Jüdisch• Rundichau, MemekFjfrafr« 10; Mitglied*. &üro, Kommandantenstraß• 59! Zahlst•(!• Aschafftnburasr Sfrnße 18; Kan• dltarei Schneider, Kltiififroß• 13; HIrsehfold, Jagowstraß• 44; Poppe'aoer, Neu• Frisdridtitraß• 59; Ztgarrenoeichaft Epstain, Jsru*o!«m©r Straße 9 Karten zu —,80 bl* 1,50 RM (Premiere 1,— bl* 3, - RM) Eintritt nur gagen gültig• KE.*, BZV.-cdsr ft.•Kart• sowie gegen besonder•« rilmausweit (30 Rpf.j KOL-NOA, INSriTUT F0R JOD. FILMARBEIT Familien-Nachricht Frau NathaH« Sieratzki, Berlin N, Metzer Str. 16. begeht am 4. September den 83. Geburtstag. Geschäfts jubftltum. Der Jüdische Buch ver lag und Buchvertrieb C. Boas Nach fl g. (Inhaber Jacob Gesang). Berlin C 2, Neu« Friedrirhitr. 69, begeht im September da» 75jährige Beuchen der Firma. lieber den Werdegang de! Geschäft! ist bereits anläßlich des 25jährigen Inhaberjabiläumi de* Herrn Jacob Gesang ausführlich berirhtet worden. Gottesdienst-Nachrichten Schabbath שסעים Schabbath*Au*j»Bjf! 19.37 AbkürsungcB! Er es Freitagabend. SchF ■st Schabbith-Frühgottocdtanffb SebH SchabbatH-H«uf>t?ottetdienst. M **■ Schibbathminch». J <m Jufendgotte*dt«n1t Pr tat Predig•!, Sekt SehrifterklSrung. L *» Lehrvortrtj. OSdk a* AasthUefitnd Oneg Sdhabbat. Ws *» Wochentag*Abend• W■ ** Wochaatag-Morftn Synagogen mit ■Item Kitua Alte Synagoge: Fr 19.00 / SchH 8.30 t M 18.50 I W« 18.30 / W» 6.30 Gninewaldi Fr 19.00 / SehH 9 / U 18.50 / Wa 1830 l Wm 7 Kaiaentrat«: Fr 19.00 / SchH 9/M 18.50 / ft 18.30 / Wm 6.30 Münchener Strafle. Fr 19.00 / S«*H 9 / M 18 50 / Wa 18.10 / Wm 7 Pe.U10Kl«tr**e! Fr 19.00 / SehH 9 / M 18 50 ׳׳ F• 18,30 / Wm 7 _ RyUe.tn.ft.! Fr 19.00 / SchH 9 Pr Und•״ / J 1830 / M 18.50 / Wa 18.30 / Wm 6.30 Südoat, AJiawae Reim 1 Fr 19.00 / SchH 9 Pr Jeeobovits / J 16.001M 18.30 / Wa 7 מ / 18.30 Synagogen mit neuem Ritus 1 PnaAnenntraftei Fr 19 Pr Swarssnisky / SchH 1 ׳ / M 19.10/ Wa 18,30 /Wns 7*30 FHedcnste>ffip«l ן Fr 19 Pr Hamburger / SchH l » / M 1910־ / Ws 18.30 / W» 7.50 Levetzovratrafie: Fr 19 Pr Lcwkowitr / SchH 10/M 19.10 / W• l8.30/Wna7J0 Lindrn«tr«&4>t Fr 19 Pr Mavbaum / SchH 10 / M 19.10 / W• 18.30 / Wm 7,30 Lfltxowitraße : Fr 19 Pr Winter f SchH 10 / M 19.10/ W• 1830/Wm 7.30 Neue Srnawoget Fr 19 / Pr Weyl > SchH 10 PriniregcntenntraSet Fr19,18 Pr Gallinrr ׳SchH lO/’M I9,10/Wal9,l$/Wm 7e30 Schmargendorf: Fr 19 Pr Raut«nb«rg / SchH 10 Vereins-Synagogen Ada•• Jakob, Holzmarktatr. 64t Ft 19.00 / SchH 9 /M 18.45 / Wa 19-00f Wm 7 Ahawa» Scholaum und Mögen Dowld, Berlin N, Kleine Auru*t«tr. 101 FrlB.45 / .Sd»H 8.3» Pr R*hhun / va 19.30 / Wm 6.:K). Plltae-rermlehiiir 1 Di• Einlöiuog für das kommrnde Jahr findet Sonntag vormittag und tigl. ab 17 Uhr statt. Ahawai Zion, Srhtinhauncr All»« 4: Fr 19.00 / SchF / / SchH 9 Pr L»vy / M 18״K) i! Wa 18.4S / Wm 7. PlKtrererkauf »m 4. 11. 18. u. 25. IX,(9—12) Bcth Scholaum, Mark graf-Albrecht-Str. 11*121 Fr 19.00 / SchH 9 Pr / L ll^K) ( Npuhftui) Beth Zion,Brunnenatr. 131 Fr!9,00 / SchH 8.30 J 17.30 / OSeh Landau / M 18,45 / »\ » 18,45 / Wm 6.30. Plätievcrkauf nni 41. 11. 18. w. 25. IX. (Sytiag.) dßd. Rclij^ionsgem. Chbg., Schulstr. 7: Fr 18.30 / SchH 9.30 Pr Adler Ur. Vereinigung Llcbtenberg, Frankfurter Allee 561 Fr 19.00 / SchH 9/ «nach!. Misdmakurs. / M 18.52 /V u. Kuratmleit. Roaenthal / Wa 19,30 / Wm 7 Jüd. Religionavereln FHedenau-StegHti, Stlaratr• 111 Fr 19.00 / SchH 9 Pr Winter Öhch / M 18,50 / Wm 8. Jüd. Religionaverein Neu-Tempelhof, Mu*aehUtr. 77: Fr 19.00 / SdhH 10 / M 19.00 i. PlÄtzeverkauf für dir Hohen Feiertage 3. 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Bändchen der Bücherei des Schockcn-Verlages: Kurt Wilhelm stellte Dokumente jüdischer Selbstverwaltung zusammen, die vom Mittelalter bis in die Neuzeit reichen, aas früheste aus dem 13. Jahrhundert gibt Statuten der Gemeinden auf Kreta wieder, das letzte aus aem Jahre 1786 ist einer Vereinigung innerhalb der jüdischen Gemeinde gewidmet, dem ״Frankfurter VVohltätigkeitsverein1‘. Es ist ein reiches kuHurgesehichtliehes Material, das uns durch diese Veröffentlichung erschlossen wird. Das Statut für Kreta entstand anläßlich einer Palästinafahrt Rabbi Baruch ben Jizchaks, der auf der griechischen Insel eine so laxe Auffassung von Moral und Gesetz vorfa nd, daß er mit fünfzehn angesehenen, dort ansässigen luden neue Richtlinien schuf. Eine Schul- Verfassung aus Nordfrankreich, ebenfalls aus dem 13. Jahrhundert, redet der Ueberset/ung der Heiligen Schrift in die Landessprache das Wort und beruft sich auf Onkclos und Ssaadia. Die Verordnung der Alten, ein Lchrhaus neben dem Bethaus zu kaufen, wird befolgt. Im 14. Jahrhundert gab es in Saragossa eine ״Bruderschaft der jüdischen Schuhmacher“, die der Herausgeber eine ״Chewra Kaddischa eigener Art" nennt, i)as Statut wurde dem KönigPedro vorgelegt und von dessen Vizekanzler bestätigt. Das Gemeinde- Statut von Valladolid (1432) geht auf Awraham ßenveniste zurück, der offiziell den Titel ״Hofrabbincr“ führte, und erstrebt unter der Regierung König Juans II, eine Reorgani- Sation nach den Verfolgungen und Massentaufen. Ein Lokal- Statut der jüdischen Gemeinde zu Pesaro (1448) geht davon aus, daß Juden ihre Streitigkeiten vor 11cm Gericht der Nichtjuden austragen. Die Frankfurter Rabbinerversanimlung des Jahres 1603 beschließt unter anderem, daß der Titel eines ״Chawer“, der von außerhalb Deutschlands lebenden Rabbinern erteilt ist, in Deutschland nicht beachtet werden soll. Im Zeitalter der Geburt der Nationen beginnen sich auch die nationalen Besonderlieifen der jüdischen Gemeinde deutlicher abztizcichnen. So bestimmt das Statut der englischen Juden (1663), daß es Juden anderer Nation gestaltet sei, an ״unseren Gebeten teilzunehmen, wenn es der Vorstand, der im Amt ist, für gut befindet“. Nach dem Protokollbuch der Portugiesisch-Jüdischen Gemeindc zu Hamburg (1665) wird das Gebet für den Landesherrn für — Sabbatai Zcwi gesprochen. Im gleichen Protokollbuch finden wir private Details über die Gemeindemitglieder, z. B. daß der Zimmermann Johann Bein eine zu hohe Rechmmg {ii!• eine Treppenreparatur im Gemeindehaus eingcreicht hat. Das Gemcindcbuch einer südfranzösischen Gemeinde aus dem Jahre 1712 lehrt uns, daß die Ghetto-Insassen von Carpentras als ״Ersatz für die nicht erreichten Lebensfreuden draußen'‘ dem Tafelluxus huldigten. Zahlreiche Dokumente enthalten Kleiderordnungen, besonders gegen die Putzsucht der Frauen: die Verordnungen der hessischen Judenschaft (17 IQ) gestehen nur Jungfern das Recht zu, sllber- oder goldverbrämte Schuhe oder Pantoffeln zu tragen. Moses Mendelssohn zählt zu den Anregern und Unter- Zeichnern der Statuten der Berliner Helratsgescllschaft von 1776, einer Versicherung zur Ausstattung von Töchtern. Damit sei die bunte Schau kulturgeschichtlicher Kuriosa geschlossen, die aus Gründen der Disziplin entstanden, meist einen ethischen Hintergrund erkennen lassen. Dr. Lutz Weltmann. Gottesdienst der BZV und des MISRACHI zu den holten Feiertagen im Saal MeinekestraßelO K*rt#fj *u RM J,50, 2,50 4,— «nd 5,— im Vorverkauf bei der Amtigtnennfthme der Jüdischen Rundschau, Meinekestraße 10 Jüdisches Zeitgeschehen die aktuelle Vertragsreihe der BZV 1. *SIND Di*n*fag, 6, Sefitimber, 20.15 Wir, 0Z V*Saal, Kon (str. 54 Rabbiner Dr. Max Wiener: Das Problem der Religion im künftigen Judenstaat Irez Jlsraols Bl RUN Elt ZIONISneCHRR O RTSVEftBAN D (BZV) Unser Sonder- Schnell- Dienst für eilige Anzeigen Ruf: 91 90 31 App. 89 H Konditorei Adler am Wittenbergplatz •Ruf 156184 ladtschtt ttefftunkt in Betiin ErttkUwife S,.iun und Gttrink• / AuHn.rkutmt Btdi.nunt Eig.il. K«n41t0r«i / U.l»r 100 inu»<t •usltnd. Zailung«. 1 161! S imtig-im 11Mm ■ u 1 11 י m 1 tu 11 t tu in?5, Ni j :60 1 /* ׳sr ciHeinp von ׳ •יי Ruf 9)2?4s | A״f»irh1 K*se!hr-*!C<»mnu |üdiiche Gameimfe *,*Hin W*A11*»Ig#«.V«n»*ll#Bgka1m iiix Auinataai« von Ab- *•»g•» ln b«»timn1ten Nummern oder &a bestimmten Plätzen keine Gewähr übernehmen Klavierstimmer PEREZ Ruf: 7219 20 FESTDICHTUNGEN aktuell individuell E. Sandale, Bln.-Charlofttbg. 4 W.Ü״tr«&. 20 Ruf % 25 1V