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Jüdische Rundschau · 1938-08-19 · Heft 66 (19.8.1938) · page 12

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
43 (1938)
Issue
Heft 66 (19.8.1938)
Date
1938-08-19
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seife 14 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 66, 19. VIII. 1938 Das jüdische Altersheim in Wien Von unserem Berichterstatter J. R. Wien, im Augush Iin sozialen Aufgabenkreis der Kultusgemcinde bildet seit jeher die Betreuung der Alten und Kranken ein bevorzugtes Kapitel der Sorge. Es ist fast genau 50 Jahre her, daß das im Jahre 1608 erbaute alte Israelitische Spital abgetragen und an seine Stelle der inzwischen durch mehrere Zubauten erweiterte, vierstöckige Bau der Vcrsorgungsanstalt der Israelitischen Ktiltusgcmeinde Wien in der Seegasse im 9. Gantcimleheztrk errichtet wurde, der seit seiner im Jahre 1055 erfolgter! jüngsten Erweiterung die Bezeichnung ״Altersheim der Israelitischen K u 1111 s g e m e i n d e Wien״ fuhrt. Das Altersheim umfaßt zwei Abteilungen: Das eigentliche Versorgungshaus, in welchem meist mittellose lind erwerbsunfähige■ Mitglieder der ticmein de in freundlicher Umgebung untergebracht sind, und eine eigene Kranke n a b t e i 1 tt 11 g. Ciegcnwärtig sind hei äußerster Ausnützung aller Belegungsmöglichkeiten insgesamt 451 Personen, und /,war 300 brauen und 145 Männer, untergebracht. Ihr Durchschnittsalter betragt 77 Jahre. Von den Insassen entfallen 220 auf die Krankenabteihing• und 23t auf die des Altersheims. Der Ursprungliehe Fassungsraum war, trotz der im Jahre 1935 criolgten Erweiterung, die eine Neuaufnahme von insgesamt 71 Pfleglingen ermöglichte, für 436 Personen bestimmt. 14er Andrang zur Aufnahme steht ׳ in keinem Verhältnis zu den zur Verfügutig stehenden Räumlichkeiten. Gegenwärtig liegen in der Verwaltungskaii/lci des Altersheimes nicht weniger als 120 0 Gesuche um Aufnahme, wobei zu bemerken ist, daß diese Anmeldungen nicht allem aus Wien erfolgen, solldem zu einem großen Teil aus fast allen Teilen Oesterreichs. Für die ärztliche, administrative und sonstige Tätigkeit in der Führung des Altersheims kommt ein Personal- Die Synagoge des Heims A״!,iv j י?׳ Stand von 69 Angestellten auf. Die ärztliche Wartung sowohl der in der Krankenahtcilung untergebraehten Patienten als auch der gesunden Pfleglinge des Altersheims in ambulatorischer Beziehung liegen in den blanden eines Primarius — seit 1936 nimmt Dozent Strisowcr diese Stelle ein —, zweier Sckuiidarärzte, die abwechselnd einen 24stündigen Dienst absolvieren, sowie S hospitierender Aerzte. In den Warhingsdicnst teilen sich 19 Pflegerinnen; 5 Pflegerinnen sind als Hospiiantinnen tätig. Auch werden jetzt im Rahmen des U m s c 11 i e h t u!1 g s p r o g r a in in s Kurse für Aerzte, Masseure, Chemiker sowie zur Meranbikliing jüdischer Pflegerinnen und Kuehenpeaoiials abgehaiten. Ein Rundgang duieh die einzelnen Abteilungen bietet einen unmittelbaren Eindruck von dem Leben der Altersheimbewohn er. Ueberall begegnet man peinlicher Reinlichkeit und Ordnung, bine .m1־!oih׳ Synagoge steh! den Pfleglingen zur Abhaltung des Gottesdienstes zur Vertilgung.!)10 Alten lassen es sich nicht nelunen, f r uh mul abends Mut ja!» abztthalten. An Samstagen und an jüdischen 1 eicrtagui bilden sie einer! regen Mittelpunkt starken rdlgio'iin 1 ebene. Aus ihrer Mitte stellen sie and! den Kantor. Auch du I escsa;11 und ein Tagesraum sowie eine Biblinth« k >md für die Pfleglinge vorhanden. In einem der k'rankeii-otic sieht in an C/o Gans!, den einst so gefeierten I 1111ha!11־r der llakoah- W ien, der einige wd;!innige Worte der Triiinening an den Glanz vergangener läge findet. Nach dem Gang di!rch 11 ie 811k; des alten und des neuen Heimes fällt rinn Besucher In sonders die ii 11 li erst e A 11 sn ii t z 11 n g des zur Vertilgung stehenden engen Raumes auf. So mußten unter dem I)rucke der Raumnot statt einer normalen Inanspruchnahme von bloß 18 Betten!1! einem Saal 23 Betten voll belegt werden. Sogar in die Mitte des Krankensaales sind Betten hinruigestrllt. um den immer dringender werdenden Bedürfnissen nach Aufnahme mich nur m hescheid nisten (irnizi n zu entsprechen. Bedauernd weist Oberverweilter Popper, der gemeinsam mit Pr. Korner den Berieht erstatte!־ durch die .Anstalt fuhrt, darauf hin, daß selbst der T'agcsratim, der bis vor kurzem den Pfleglingen zum Aufenthalt diente, nunmehr diesen entzogen und mit Betten belegt werden mußte. Die jüngste Zeit hat an die jüdische Versorgtmgs,anstatt besondere Anforderungen gestellt, [äs fehlt ari Raum, es fehlt an Geld. Die Auswanderungsbewegung, die immer mehf Juden umfaßt, wirft gerade für das Alteisheim eine Fülle ungelöster Probleme auf. ״Wohin mit unseren Alton?" ist ein Ruf, der heute von jüdischer Seite erhoben wird. Auf die!'rage, mit welchen Mitteln man diesem Andrang begegnen wolle, erklärt Dr. Körner, daß eine bauliche Erweiterung unmöglich itt Betracht gezogen werden könne. Die Vorschläge der jüdischen Gemeinde zu einer Lösung dieses Problems sehen daher die Ucbcrlassung von anderen Räumlichkeiten für rund 2000 Retten vor. Der vor wenigen Tagen von der Kultusgemeindc an die jüdische Ocffeiithehkeit, insbesondere an die jüdischen Aus- Wanderer gerichtete Aufruf, der Zurtickbleibendcn durch tatkräftige Unterstützung zu gedenken, verdient durch den Appell ergänzt zu werden, auch der Alten und Schwachen nicht zu vergessen, (Jenen die Möglichkeit einer weiteren Existenz gegeben werden soll. Der jüdische Schriftsteller Isaac Mcir Weißenberg Starb in Warschau irn Alter von 57 Jahren. yb Ui de*. Welt Die Jüdische Rundschau hilft Adressen suchen Da die Zahl der täglich ergehenden Anfragen außerordentlich groß ist, muß sich die Veröffentlichung etwas Versagern. Der Abdruck der Anfragen erfolgt in der Ileihe des Einganges, und tvir killen, von Mahnungen abziischen. Die Einsender werden gebeten, Samen den!lieh (falls nicht mit Schreibmaschine, dann in Blockschrift) zu schreiben, damit Irrtümcr vermieden werden. (Ilcd.) Nr. 787. Die Machkommen von Berthold Ratvitzer (Rawitser), geh. in Bojanowo (Pr. Posen), ausgewandert nach Omaha (Mehr.) vor etwa 65 Jahren, sowie die Nachkommen von Fred und Willi Rawitscr, Inhaber der Fa. South Acton Woolen Co., 209 Sinrimer-Str., Boston, ausgewandert aus Sommerfeld (N'.-L.) vor etwa 50 Jahren, werden gesucht von Felix David, Breslau I, FriedrichAV■'illielm-Str. 26. Nr. 788. Conrad und Henriette Zobel, Kinder «los Max Zobel und Frau Dorcltcn, geh. Guttentag. aus Krotosclün, ausgewandert im Jahre 1878 nach New York; ferner Nathan Guttentag, Bruder von Frau Horchen Zobel, geh. (iuttentag, ebenfalls nach New Yosk ausgewandert, oder dessen Nachkommen, gesucht von Carl Zehner, Berlin SW 29, Jalmstrallc 2, dessen Mutter eine geh. (iuttentag war. Nr. 780. Emil Halle, vor etwa drei Jahren aus Hamburg ausgewandert, letzte Adresse: New York, 62 West 97111. Street, wird gesucht von Frau Martin lieymann, Hamburg 30, Blüdierstr. 15. Nr. 709. Ruth Uhlfeldcr, geb. Vnß aus Neustottin in Pommern, letzte Adresse: Neuillv su:' Sc ne. 23 rtie ata Mare he, wird gesucht von Asta Wolff, geh. l.oew en.bcrg, Seiiivelbein. Nr. 791. Max (Mordche) Weit/, oder Schwarzwald, geh. 8 . 2. 1899 in Rau/ierlibw (Dolen), 1924 von Berlin fortgezogen, zuletzt 19:34 in Triest (Italien) gesehen, wird gesucht von seinem Sohn Adolf Safier, Berlin-Wilmersdorf, Pfal zburger Str. 66. Nr. 792. Die Nachkommen von .Jacob Aschncr u. Frau, geh. Freu!!(1, Gleiwitz früher Kattowitz (<).־S.), 1870 71 nach New York ausgewandert; die Nachkommen von Jeremias Schalscha u. Frau Berta, geh. Aschncr, früher Za!e!1/e!׳•ui Gleiwitz (O.-S.) wohnhaft, 1879 nach Cincinnati ausgew■־; ׳־♦, werden gesucht von Salo Karlincr, Reuthen (O.-S.), Schneiderstraße 3. Nr. 793. Hermann Rosenzweig, ausgewandert 1913 aus Krakau, letzte Adresse: 3451 Oilvr RE, Bronx, New York (PSA.), wird gesucht von seinem Neffen Otaskel Szvdlowski aus Lodz, jetzt Berlin W 50, Spieliernstr. 11 12. Nr. 791. Jakob Simon aus Heiligenthal (Osfpr.), 1867 nach New York oder Röchest er ausgewandert; ferner Ephraim Simon aus Hciiigenth.il (Ostpr.), 1870 nach New York oder Roehestcr ausgewandert, b/w. deren Nachkommen werden gesucht von ihrem Bruder Meyer Simon, Deckermünde (Pommern), Mindenhurgstr. 65. Nr. 795. Nossek aus Margonin; Moses Mosessohn aus Nakc! (Netze): Adolf Davidsohn aus Nakel (Netze), atisgewandert in den Jahren 1886 —1888, werden gesucht von Gustav Nossek, früher Nakel (Netze), jetzt Berlin N 4, Chaussecstr. 18. Nr. 796. Die Nachkommen von Jacob Moses aas Lobseris in Posen, geh. ca. 1847, ca. 1870 ausgewandert nach New York, Schneider, letzte Adresse: New York 221 T., 47th. Street: Nachkommen des Bruders des Leih Louis Lewinski. geh. 19. ft. 1817 in Witkowo in Posen; Berthold Radjes, Sohn des ca. 1863 in Inowrazlaw geh. Louis Radjes und dessen Frau Lissi, geh. Gcrsott. zuletzt London, werden gesucht von Erich Berelowski, Berlin SW68, Alexandrinern- Straße 116. Nr. 797. I'iic Nachkommen von Alexander Nossek gena mit Morris, und Harmehen Nossek, geh. Glaser, beide ans Woiigrowitz (Pr. Posen), nach USA. ausgewandert ca. 1880; letzter bekannter Wohnsitz: Williamsburg bei New York, Inhaber eines Bilder- und Bilderrahinentreschäftcs; ferner die Nachkommen von Herrmann l.etvy. Zigarrenmacher in New York, geh. in Ossowo, Kr. Flatow (Westpr.), verstorben in Neu• York־ etwa 1020, werden gesucht von Rosa Lewy, geh. Glaser, Breslau, Kronprinzenstr. 49. Nr. 798. Samuel Marcus aus l.ahiscltin (Posen), atisgewandert vor etwa 59 Jahren nach Galveston oder Houston (Texas), nebst seinen Schwestern ßalbine und Auguste, oder deren Nachkommen, werden gesucht von den Kindern der Fraii Karo!ine Eisenstaedt, geh. Falk-Nathan aus Danzig. Nadiricht an Justi/rat N. Eisenstaedt, Berlin W15, Pariser Straße 21. Nr. 709. Chaim Griinberg, geh. in Ralfa (Ukraine), 1912 von Bern (Schweiz) nach Winnipeg (Canada) ausgewandert; Julius Wechsler, geh. in Werschau, Goldschmied, etwa 1912 ans Pforzheim ״ach Chicago ausgewandert, letzte Adresse: Chicago, 1226 Wood-Street; die Nachkommen von Moses Cohen, geh. itt Balta (Ukraine), ausgewandert 1910 nach (älewlatid (Ohio), letzte Adresse: 12 106 Empcrial ave biltli. Street; A. Abratnson (od. Abrahatnson), geh, in Balta (Ukraine), aus Odessa, 1005 ausgewandert nach llrookivn, letzte Adresse: 503 New Jersey, werden gesucht von Hermann Kogan, Kassel, Bahnliofstr. 14. Nr. 809. Adolf Steiner, früher Arthur Feinftielt, New York, oder Kinder werden gesucht von Benno Feintuch, Berlin W 30, Lindauer Str. 11. Nr. 801. Marks Paul, früher Breslau, seit zirka 14 Jahren in London, wird gesucht von Salo Blandowski, Hi!!den bürg (ObcrschL), Glüekatifstr. 12. Nr. 802. Die vier Kinder von Isidor Lißner, vor zirka 70 Jahren aus Posen nach Australien (Queensland) ausgewandert, 188i Mitglied des Queensland-Parlaments, später Minister für Minen und öffentliche Arbeiten, gest. 1905 in Brisbane werden gesucht von Felix R u 11 m ,'Berlin W 50, Regensburger Str. 24. Nr. 803. Jakob Mosche Domowitz, gewohnt titn 1920 in Sonthbridgc (Mass.), und Abraham Domowitz, gewohnt in New York, aus Kolno (Polen) zwischen 1908 und 1910 nach USA. ausgewandert, gesucht von ihrem Bruder Hirsch Leib Domowitz, Kiel, Eekcntförder Str. 12. Nr. 804. Die Nachkommen von Josef Mann und Henry Mann, zirka 1830 bis 1840 nach Albany (USA.) atisgewandort; die Nachkommen von J. Mandelbaum (Morris, Sidney, Lilly und Carrie), 1899 in Des Moines (Staat Jowa), gesucht von ihrem Cousin Jacob Mann, Nürnberg, Körncrstr. 141. Wir bitten diejenigen unserer Einsender, deren Adressen* gesttch in der ״Jüdischen Rundschau“ Erfolg gehabt hat, uns dies mitzuteilen. — Red. ״Jüdische Rundschau“. Neues Material zur Gesdiichte j der hebräischen Aussprachen Int nächsten Jahre wird es ein Jahrhundert her sein, seit Firkowitsch den berühmten Proplietenkodex vom Jahre 916 in der Synagoge zu Tscluifutkale gefunden hat und dadurch Reste der babylonischen Vokalisation des Hebräischen zum ersten Male bekannt geworden sind, nachdem bis dahin nur ein einziges Punktationssystem, nämlich unser tibcricnsisches, zu existieren schien. In den letzten Jahren des vorigen JahrluiiRlerts ist außerdem ein drittes System aufgefunden worden, das als palästinische Pnnktation bezeichnet wird. Das umfangreiche Material an Fragmenten von Bibel-, Misehna- und Pijtitimhandsehriften, das zumeist aus der Ge* nisa von Altkairo stammt, eröffnet nette Ausblicke auf die Geschichte der hebräischen Aussprache und Grammatik. Die Forschung auf diesem Gebiet ist in diesem Jahr durch zwei Arbeiten bereichert worden, die im ״llchrew Union College Anntial", Bd. XII—XIII, Cincinnati, erschienen sind. Der junge Gelehrte Alexander Sperber unternimmt in einer 172 Seiten starken Abhandlung ״II e b r e w based 11 p o 11 G r e e k and Latin Transliteration s“ den Versuch, eine Grammatik und ein Lexikon des biblischen Hebräisch auf Grund der griechischen und lateinischen Transkriptionen zu schaffen, soweit ihm dies seine Quellen, nämlich die Septuaginta, die Mcxapla des Origcncs und die Umschreibungen des Hieronymus gestatten. Der Autor gibt in giößter Ausführlichkeit Konjugationen des Verbs, Formen des Substantivs, den Artikel, die Präpositionen בכל״ם etc. in griechischer und lateinischer Transkription in gleichzeitiger Verbindung mit den mnsorctischen Formen, so daß jeder geschulte Hehraist sich sofort ein klares Bild von allen Abweichungen vom masoretischcn Hebräisch machen kamt. Diese Abweichungen betreffen nicht nur Unterschiede der Aussprache von Konsonanten und Vokalen, sondern auch grammatische Formen. Aus der Fülle des hier Gebotenen sei herausgegriffen, daß die zweite Person sing. masc. Perfekt meist nicht ת, sondern ת (z. B. ״karatli“ statt לןראת ) heißt und daß die zweite Person sing. masc. des N'ominnIsuffixes ,,—ach“ (״dodaeft״ statt דודך) lautet. Intercssant ist auch die Aussprache der בג״ד כפ״ת in der hier untersuchten Periode des Hebräischen. Dr. Sperber glaubt, gewisse Abweichungen vom tiberiensischen Sprachgebrauch durch dialektische Verschiedenheiten auf Grund zwe er vom Urhebraischcn organisch weitcrcntwickelten gesonderten Sprachzwcigc, tt. z. die der Reiche Juda und Israel zu erklären, eine Hypothese, die bisher nicht hinlänglich bewiesen und «0111׳ auch vorläufig nicht beweisbar ist. Da tt 1 Kahle setzt seine Veröffentlichungen der babylonlschen Misehnafragmentc aus der Altkairoer Genisa, die mit superlinearer babylonischer Vokalisation versehen sind, mit der Arbeit ,,The Mislinalt Text in Babylonia, II“ fort. Damit ist nunmehr ein beträchtlicher Teil des Misehnatextes, wie er zur Zeit der Geouim in Babylonien herrschend war, abgedruckt und bietet unschätzbares Material für das Studium der Misehna. Auch für die Renaissance der liehräischcu Sprache ist dies eine Fundgrube. Während der biblische Wortschatz meist seine feste Tradition der Ausspräche durch die masoretisehe Vokalisation hat, besteht oft eine große Unsicherheit in bezug auf die Aussprache des mischnisehen und talmudisciien Vokabelschatzes. Durch diese und ähnliche Veröffentlichungen alter Handschriften ist die Möglichkeit geschaffen, liier größere Sicherheit zu gewinnen. Zünftige Grammatiker haben seit Jahrhunderten bis auf die Gegenwart der auf der biblischen Grammatik basierten Theorie zuliebe Formen abgelehnt, obwohl sie von der ältesten Zeit her in der traditionellen rabbinischen Ausspräche in lebendiger Ueberlieferttng vorhanden und erhalten geblieben sind. Um das an z.wei Beispielen zu erläutern: Die Aussprache der Konjunktion אלמלא, die durch alte Zeugnisse belegt ist, wird in Gebe'tbuehtcxten von Dr. S. Baer beanstandet, er setzt an ihre Stelle אלמלא• Als der in der Bibel nicht vorkommende Status constructus pl, von כתב wird von den Grammatikern aus formaler Erwägttng auf Grund biblischgrammatischer Analogien 5תבי geprägt. Sogar Samuel David I.uz/atto, der Sinn für die jüdische Tradition hatte, leimte כתבי, die traditionelle Ausspräche in Misehna und Gebetbuch, ah. Wenn in den obengenannten von Kahle veröffentlichten Mischnafragmenten die vokalisicrtc Form כתבי schon in der gaonäischen Zeit belegt (The Misluta Text in Babylonia, II, S. 44 und 47) und dieselbe Form ( כיתבי plene), außerdem in den aus dem 13. Jlidt. stammenden Jeruschalmifragmenfen (vgl. I. N. Epstein, Farbiz III, S. 242 43) bezeugt ist, so ist dadurch die größere Wahrheit unserer traditionellen Aussprache erwiesen. Es ist an jier Zeit, daß die leider oft zu Unrecht abgrlchnte rabh'nische Aussprache des Hebräischen, die sich bis heute im Volksmunde erhalten hat, erforscht und für die Belebung unserer Sprache nutzbar gemacht wird, bevor sie abbröckelt oder der Vergessenheit anheimiällt. Die beiden wertvollen Arbeiten dürften wie sehr viele aus der judaisfischcn Forschung und der Hebraistik einen zahlreicheren Leserkreis finden, wenn sie in hebräischer Sprache erscheinen würden. Nissan Berggrün Kleine Nachrichten Der neu ernannte rumänische Regierungskommissar für die Minoritäten, Prof. Silviu Dragomir, versicherte dem Vorsitzenden der Jüdischen Partei, Dr. Theodor Fischer, daß die rumänischen Juden als nationale Minorität anerkannt und ebenso wie die übrigen Minoritäten in Rumänien behandelt würden. In New York findet ein Welt-Jugendkongreß statt, an dem drei palästinensische Vertreter tcilnehmcn. Wie aus Paris gemeldet wird, sprach der französische Außenminister Georges Bonn et über die gegenwärtige Lage in Palästina init dem französischen High Commissioner in Syrien, de Märtel, der augenblicklich in Paris weilt. Wir berichteten in Nr. 65 über Ansiedlung jüdischer Familien in der Nähe von Richmond (USA.), Wie wir hierzu hören, handelt es sich nicht um eine Familicnsiedlung, sondern um die Ansiedlung ehemaliger Schüler des Lehrgutes Groß-Breesen. In M tt n k a c 1 soll ein hebräisches Lehrerseminar geschaffen werden. Der Dirigent und frühere Leiter der Guildltall Musikschule Sir Landon Ronald starb in London im Alter von 65 Jahren, BRASCH C ROTH ENSTEIH INNAEIR HARRY W. HAMACHER BERLIN NW 40, Lüneburger Straße 22 /׳ Ruf; 3566 41 WIEK I, Flalachmarkt 17 ✓ Ruf: R 25590-91 Umzüge sowie Transporte jeglieber Art für Auswanderer nach allen Teilen der Welt Verpackung / Versicherung Gepäckbeförderung / Lagerung

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