Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 43 (1938)
- Issue
- Heft 64 (12.8.1938)
- Date
- 1938-08-12
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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JÜDISCHE RUNDSCHAU SPORT-RUNDSCHAU Nr. 64, 12. AUGUST 1938 Kommt die Makkabia? Ein rascher Entschluß tut not! Nach dem ersten Versuche 1932 fand im Jahre 1935 die II. Makkabia in einem Rahmen statt, der die hocligespannten Erwartungen noch weit iibertraf. Den mitteleuropäischen!יד־יי׳זי״יו!*» Marsch der Mukkabim aus Deutschland durch die Straßen Tel All'ilCS Archiv!יד־יי׳זי״יו!*» ף*־׳ . MakkabiakroTen (Deutschland. Oesterreich, Tschechoslowakei, Polen. Rumänien) war cs gelungen, Mannschaften in allen Sportarten nach Palästina zu schicken, die den Umfang und vielfach auch die Kampfstärke von Ländermannschaften hatten. Die fahrt auf der ,,Roma“ war ein großes jüdisches Erlebnis. Aber auch aus den anderen Ländern kamen repräsentative Vertretungen. Die Vereinigten Staaten von Nordamerika hatten ihre besten jüdischen Athleten entsandt, unter ihnen in .Miß Copland, der Olympiasiegerin von Los Angeles, die bedeutendste Teilnehmerin der Spiele überhaupt. Der Makkabi Südafrika hatte eine Mannschaft geschickt, von der man vorher nicht viel wußte, die aber insbesondere in der Leichtathletik die Ueberraschung der Spiele bildete. Die umliegenden Länder, insbesondere Aegypten, hatten starke jüdische Mannschaften entsandt. Natürlich waren auch andere Länder, in denen es einen jüdischen Sport gibt, Bulgarien, Ungarn usv. mit starken Mannschaften erschienen. Es war eine Heerschau des jüdischen Sports, wie inan sie sich nicht erträumt hatte. Das ganze Land nalnn Anteil. Jeder, der palästinensische Verhältnisse kennt, weiß, welche ungeheure Zahlen die 50- bzw. 55 fXK> Zuschauer des Eröffnungs- und des Schlußtages der leichtathletischen Spiele bedeuteten. Der palästinensische Sport legte mehr noch als in den Ergebnissen der Wettkämpfe in seinen Masseniibringen Zeugnis von seiner Arbeit und von seiner Entwicklung ab. Insbesondere Tel Awiw und Haifa, wo die Sclnvimmvvettkämpfe .stattfanden, änderten in den Tagen der Makkabia ihr Gesicht. Am eindrucksvollsten war aber die große Anteilnähme der Jude n heit aller Länder. Weiteste Kreise, die noch jüdischen Dingen fern standen, nahmen an diesem Ereignis Anteil. Mehrere tausend Menschen nahmen als Schlachtenbummler an den Reisen der Mannschaften ihrer Heimatländer teil. Durch die Berichterstattung und durch die Teilnehmer der Makkabia, die in ihre Herkunftsländer zurückfuhren, wurde der Gedanke des Makkabi, der Versuch der gemeinsamen körperlichen und moralischen Erziehung der jüdischen Jugend der Welt in einem großen Sportverbande, weiter ausgebreitet. Es gab niemanden, der daran zweifelte, daß von dieser Makkabia der jüdische Sportgedanke und damit der zionistische Gedanke einen gewaltigen Antrieb erhalten würde. f;_s gab niemanden, der daran zweifelte, daß diese Veranstaltung, die nun zum zweitenmal stattgefunden hatte, eine ständige werden würde. Der Makkabikongrcß, der im gleichen Jahre in Brünn stattfand, beschloß die turnusmäßige Veranstaltung der Makkabia im Frühjahr 1938. Auch als die Unruhen ausgebrochen waren, blieb man bei der Vorbereitung des Planes. Noch im Sommer 1937 beschloß das Aktionskomitee des Makkabi, das anläßlich des Zionistenkongresses in Zürich zusammentrat, die Durchführung der Makkabia. Im Dezember 1917 entschloß sich dann die Makkabi-Exckutivc, die Makkabia ab Zusagen, da sie glaubte, für die Durchführung in der veränderten Situation in Palästina nicht garantieren zu Der Kongreß des Makkabi-Wcltverbandes, der dann im März 1938 in Paris stattfand, beschloß erneut die Durchführung der Makkabia im E r ü h j a 11 r 1939. Seitdem hat man von dieser Angelegenheit nichts mehr gehört. Man weiß, daß die jüdische Oeffentliclikeit im höchsten Maße an dieser Präge interessiert ist. Man soll nicht denken, daS die Erschwerung des jüdischen Lebens das Interesse von dieser sportlichen Veranstaltung abgelenkt hat. Im Gegenteil ist der Drang zur Sammlung stärker als je. Der Makkabi ist überall in der Welt stärker geworden. Insbesondere in Süd-Amerika haben sich viele Vereine gebildet, an die zur Zeit der letzten Makkabia noch nicht zu denken war. Sehr viele, an Sport an sich nicht unbedingt interessierte Menschen warten auf die Veranstaltung der Makkabia-Reise, 11m so das Land kennenzuiernen lind an einem großen, jüdischen Erlebnis teilzuhaben. Wir können nicht sagen, was wird. Aus den Landeskreise des Makkabi-Wcltverbandes kommen keine Nachrichten darüber, daß sie sich auf die Makkabia vorbereitett. Die Leitung des Makkabi hat bisher nichts dazu unternommen, die Landeskreise zur endgültigen Vorbereitung auffordern una die Veranstaltungen der einzelnen Landeskreise, insbesondere aber die Reisen der Teilnehmer aus allen Ländern vorzubereiten. Wenn man eine Chance haben will, diese Veranstaltung, die für den jüdischen Sport und für das jüdische Leben vielleicht die wertvollste Gelegenheit zur Sammlung bietet, noch durclmifiihren, m 11 ß man sich entscheiden, Niemand kann wissen, ob die Situation im Lande im nächsten Frühjahr die Durchführung der Makkabia zuläßt, aber der Makkabi müßte sich heute entscheiden, mit der Möglichkeit oder mit der Unmöglichkeit der Durchführung zu rechnen. Wenn man glaubt, daß die Makkabia stattfinden kann, muß man mit größter Intensität die minutiöse Kleinarbeit in den Landeskreisen und insbesondere in Erez Jisrael in Angriff nehmen, und mit der Propaganda, die notwendig ist, um die Makkabia in ihrem erzieherischen Wert auszunutzen, beginnen. Wenn man fürchtet, daß wegen der politischen Situation Palästinas die Vorbereitung umsonst sein könnte, muß man sich heute zur Absage entschließen. Den Menschen, denen die Führung des Makkabi anvertraut ist, ist eine große Verantwortung übertragen. Niemand hat so wie sic die Möglichkeit, auf die jüdische Jugend der nächsten Generation einzuwirken. Es genügt nicht, sich damit abzufinden, daß die Situation die Wege, die man bisher erfolgreich Massen-Freiilbungen im Tel Awiwer Stadion Foto: Gidii gegangen ist, abgesclinitten hat. Der Makkabi braucht diese Spiele, die die Makkabim aller Länder vereinen und die die tüchtigsten Teile der jüdischen Jugend in seine Reihen führt. Vor der Makkabia und auch noch zwischen 1932 und 1935 gab es Makkabi-Welt spiele. Mährisch-Ostrau, Antvverpen und Prag förderten die Entwicklung des Makkabi entscheidend, wenn sie auch die Bedeutung für die Jugend und die Judenhcit nicht erlangen konnten, wie sie die Makkabia hatte. Sache des Makkabi wäre es, wenn die Makkabia im nächsten Jahre nicht verwirklichbar ist, nun für dieses Mal an anderer Stelle die jüdische Jugend zu den sportlichen Wettkämpfen und ihrer großen Kundgebung zusammenzurufen, Möglichkeiten müssen gefunden werden. Z. B. hat man in New York die Absicht und die Möglichkeit, im nächsten Jahre aus Anlaß der Weltausstellung in den Vereinigten Staaten auch eine große jüdische sportliche Veranstaltung aufzuziehen. Es gibt in New York zahlreiche jüdische Vereine, die sich auch sportlich betätigen, und der Jewish Welfare Board hat dem Makkabi rnitgeteilt, daß er bereit sei, sicht dieser Veranstaltung anzunehmen. Sache des Makkabi wäre es nun, auf dieser Basis seine Spiele zu realisieren, wenn sie in Palästina nicht durchzuführen sind. Wenn der Makkabi sich nicht schnell entschließt, wird er eine große Chance verpassen. Rundblick auf die Sportplätze Glelwltz Am 31. Juli 1938 trafen sich in Glcivvitz aut dem Bezirks- Sportplatz sämtliche Makkabi-Sportler und -Sportlerinnen aller Altersklassen zum Kampf um die Bezirks-Meisterschaften. Bei bestem Wetter wickelten sieh unter der Leitung von Dr. Hans Kuhn die Kampfe ab, und die Resultate zeigten den guten Leistungsstandard der obersclilesischcn Makkabi-Vereine. Tn der Gcsamtwcrtung der Vereine siegte der Beuthcner Hakoah klar vor dem Giern it/er Bar Kocliba. Von den Sportlern gefielen besonders Erwin Ehrlich, Kurt Nikolay, Hans Wartenbürg, Ulla Weiler, Hans Nebel und Moritz Gold körn. In später Nachmitlagsstunde schloß der Bezirksvorsitzendc Georg Neuländcr die gut verlaufene Veranstaltung. Königsberg Unter dem Motto ״Der jüdische 8port hilft dem jüdischen Kind“ hatte Schild Königsberg die besten Leichtathleten zu einem Klubkampf geladen. Bei strahlendem Sommerwetter wurden sämtliche Kampfe in fairster Weise abgewickclt. Es gelang dem Bar Kocliba, nachdem er schon vom Beginn der Veranstaltung das Reimen führte, seine Punktzahl in gleichmäßigen Abständen zu erholten und den Klubkampt mit 19b: 172 Punkten zu gewinnen. Ein Spender hatte für dem gewinnenden Verein einen Preis gestiftet, welcher Marianne Purwin zufiel. Sie h;mc für den Rar Koehba die meisten Punkte errungen. Siegburg Am 31. Juli fand da.- erste Schauturnen des seit einem Jahre bestehenden Turnvereins- Makkabi statt. Die Aktiven die in diesem Jahre mit äußerst primitiven Mittel gearbeitet haben, waren sedir sorgfältig zusammengestellt und exakt vorgelührt. Dr. Otto Lifczis gehl zur Alija Der bisherige Präsident des Makkabi in Oesterreich, Dr. an. Mit ' ihm verliert der Makkabi in der Gallith einen besonderen aktiven Mitarbeiter. Lifczis ist seit frühester Jugend Zionist und übernahm nach seiner Rückkehr aus dem Kriege das Präsidium des jüdischen Hochschulausschusscs in W'icn, Mehrere Jahre lang war er Präsident des Altherrenverbandes der akademischen Vorhin• düng Kadimah. In vielen jiidisehen Gremien hat Lifczis als zionistischer Vertreter gcarbeitet. Arrtiiv Wiener Leichtathleten in Berlin Int Rahmen des Sportfestes ,,Die Besten am Start“ werden einige ausgezeichnete Makkabisportler aus Wien an den Start gelten. Die bekannte-ten sind: der vorzügliche 800-m- Mann Kai-er und der Spi inter Kalb. Audi Gerda Gottlieb, die vorjährige .Makkabimeisteru! über ICK) 111, wird am Start sein.. Beck uber GoO ״!, der Mittelstreckler I euer und der Werfer Dr. Topf ergänzen die Mannschaft. Boxer am Start Im!'.Innen de- Sportfestes: |)!c Besten am Starf, das der Makkabi am 2L August in Berlin durchfuhrt, werden sich Us werden sich gegcnuber-telicn: Berger (Schild Dortmtni(i) gegen Ruhen (|RC. Makkabi Berlin); llnchhäuser (Bar Koehba Berlin) gegen G r 11 »1 e b c r g (JTV. Schild KranKen-Uersictierung Philipp Ucko Köln); Lewkowitz <|BC. Makkabi Berlin) gegen Beller (Schild Dortmund); Reiff (|HC. .Makkabi ' Köln) gegen Eskcna/1 I (JBC Makkabi fierlm). Diese Boxkämpfe werden den Abschluß der großen Sportveranstaltung bilden, die neben den leichtathletischen Wettbewerben insbesondere noch das Zusammentreffen der beiden H a n d ball tu e i s t c r des Schild und Makkabi bringt. Die Kämpfe finden in einem auf dein Sportplatz errichteten Boxring statt, Was bringt der Sonntag? Berlin. Am U, August veranstaltet der Bar Koehba ein Hockey-Turnier an dem die beste Makkabimannschaft des Bar Kochba-Hakoati Berlin sowie die besten Schild-Mannschäften Frankfurt und der Bar Kocliba Frankfurt teilnehmen. Das f urnier wird in Form eines Blitzturniers durchgeführt. Um 10 Uhr vormittag prüf! der JTSC. Bar Kochba-Hakoali tin Rahmen eines lokalen Sportfestes, bei dem sich <lic Berliner Vereine zahlreich beteiligen, seinen Nachwuchs. Diese Prüfung ist im Hinblick auf die am 28. August stattfindende Scniorcn-Mcistcrschaft des Makkabi-Kreiscs nötig. ״Kol-Noa“, das Institut für jüdische Filmarbeit, dessen Grurnltmg behördlich genehmigt worden ist, weist darauf hin, daß mit Rücksicht auf die Einhaltung der behördlich vorgesebriehenen Zcnsiirwcgc und Vorschriften sämtliche Filmaufnahmen, die zum Zwecke der Vorführung vor der jüdischen Oeffentliclikeit in Deutschland gemacht werdcnt> nur im Einvernehmen mit ״Kol-Noa“ gemacht werden sollen. Jeder Filmstreifen (Normal- oder Schmalfilm), der zur Vorführung über den engeren Familienkreis hinaus aufgenommen worden ist, bzw. wiedergegeben werden soll, ist ״Kol-Noa“, Institut für jüdische Filmarbeit (im Reichsverband der Jüdischen Kulturbünde in Deutschland), Berlin .W15, Meinckestr. 10, zur weiteren Veranlassung cinzureichen, i/ewfstengt Ui <k\ töetl Die Jüdische Rundschau hilft Adressen suchen Die Einsender werden gebeten, Namen deutlich (falls nicht mit Schreibmaschine, dann in Blockschrift j zu schreiben, damit Irrtümer vermieden werden. (Red.) Nr 750. Die Brüder Shoninger, Pianoforlcfabrik in Newllaven (Connecticut); Ch. B. Hefter, letzte Adresse Chicago, 339 West, 12th Str, werden gesucht von Frau Lina Morgenrotii, Frankfurt a. M., Liebigstr. 16/11. Nr. 751. Hermann, Max, Alexander, Julie Mannes, aus Wreschen (Posen), ausgewandert nach New -York vor zirka 40 Jahren, werden gesucht von Alfred Mannes, Danzig, Pfcfterstr. 28. Nr. 752. Rechtsanwalt Moses Hommel, aus Schwcinfurt, wahrscheinlich nach Palästina ausgewandert, wird gesucht von Siegfried Hommel, 3972 Third Avenue, Bronx, New York. Nr. 753. Die Nachkommen von Hermann Hammersley (früher Hammerschlag), aus Holzhausen (Rcgh. Kassel), ausgewandert um 1860, zuletzt wohnhaft in Chikago, werden gesucht von Alfred Hammerschlag, Erfurt, Alvenslebenstr. 18. Nr. 754. Die Nachkommen von Luser und Alte BUm\, aus Uscic-Biskupic, vor zirka 45 Jahren ausgewandert nach Chikago oder Philadelphia (USA.); ferner Freide Lichten, geb. Brecher, aus Kolomea (Galizien), ausgewandert vor 35 Jahren nach New York, werden gesucht von Jakob Taget•, Milano, via Castel IMorrone 14 (früher Essen-Ruhr). Nr. 755. Jakob Kummer, aus New-Sandez (Polen), ausgewandert nach Krotnpach (Ungarn), und von dort 1902 nach New׳ York, wird gesucht von Simon Kummer, Köln, Pantaleonstr. 11. Nr. 756. David Glanz, Hlnde Riwke Glanz, Rucht (Ruscha) und Sure Glanz, aus Warschau, vor 40 Jahren nach USA. ausgewandert; David, Mallech, Josef und Herzke Schönbertf, aus Warschau, Dzika 20, vor 40 Jahren nach USA, ausgewandert; David Gerberholz, aus Warschau, ausgewand-erf vor 40 Jahren nach USA.; Leon Raismann, aus Warschau, ausgewandert 1912 nach USA., werden gesucht von Maier Raismann, Dresden, Ziegelstr. 41. Nr. 757. Alex Block aus Kleve (Rhein!.); Else Block aus Kleve; Gerson Franz Ulberich Otto Block aus Kleve; Moses Keller aus Waarden bei Aachen, um 1895 nach New York ausgewandert, werden gesucht von Bernhard Gonzenheiiner, Kleve (Rheinland), Kavaricnerstr. 42. Nr. 758. Nathan Goldflam (Lower), Advokat in New York, letzte Adresse: New York. Nassausir. 99, wird gesucht von Eva Feigenbaum, Wien, Sieveringer Str. 30/4. Nr. 759. Chil Sztajman (Steinmann), aus Radom (Polen), vor zirka 50 Jahren nach Buenos Aires ausgewandert, oder dessen Nachkommen, werden gesucht von N. Sztajman (Steinmann), Opernsänger, Berlin WI5, Lictzenburger Str. 32. Wir bitten diejenigen unserer Einsender, deren Adressengesuch in der ״Jüdisdien Rundschau“ Erfolg gehabt hat, uns dies mitzuteiien. — Red. ״Jüdische Rundschau“.