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Jüdische Rundschau · 1938-07-29 · Heft 60 (29.7.1938) · page 11

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
43 (1938)
Issue
Heft 60 (29.7.1938)
Date
1938-07-29
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 60, 29. VII. 1938 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seffelt Uebersiditsplan von Jerusalem nebst Vororten \ BBTH hakkbcm Um unseren Lesern die Orientierung über die Vorgänge in den Städten Palästinas zu erleichtern, veröffentlichen wir heute zunächst einen l'ebvrsichtsplan über Jerusalem nebst Vororten und auf der Rückseite dieses Blattes einen Plan der Stadtviertel im eigentlichen Kern von Jerusalem. Wir bitten unsere Leser, die Pläne tuv•:,!schneiden und cmfznbt wahren. Weitere Stadtpläne von Tel Awiw, Jaffa und Haifa werden folgen. Die /.richnnngen stammen von Dr. Hugo. Ilcrrnuinn, Jertis aleni, Ihm den aut der lehersicht sktnic angegebenen Stadtvierteln ist die Neustadt innerhalb der durch fettere Linien angegebenen Grenzen jüdisch, in der Altstadt ist das l'iertel im Südosten jüdisch. Weitere indische Viertel sind Giwath Schaul, Monlcfiore, Rotnema, Beth linkerem, Sch'clmnath Poalim, Bajith Wegnn, Mekor Chujim, Talpiolh, . Irnona, Binitin l’melnhn, Ramath Rachel, Sch'chunnlh Pekidim, Jetnin Moshe (zwischen King David-Hotel und Eisenbahnstation), sowie das Universitätsviertel auf dem Skopus. Pie übrigen Stadtviertel sind arabisch bzw. gemischt, Zum Plan von GroB-Jerusalem Der Plan gibt einen Ucberblick des Zustandes Mitte 1938, meist auf Grund amtlichen Materials. Er zeigt die wichtigsten Hauptstraßen und das geschlossene Siedlungsgebiet. Daß das Wohngebiet der jüdischen Mehrheit relativ klein ist, beruht darauf, daß einerseits das jüdische Element auch in den gcmischten Wohngebieten sehr stark ist, andererseits daß die jüdischen Viertel, besonders die jüngere Neustadt (seit 1920 erbaut) viel dichter bewohnt ist als alle anderen Teile (hier geschlossene Bauweise, zum großen Teil Hochhäuser bis zu sieben Stockwerken, dagegen fast überall sonst offene Bauweise, Kleinhäuser mit einer bis sechs Wohnungen und Gärten). Hier muß ein Wort zu der Frage gesagt werden, ob und wie es möglich wäre, das jüdische Jerusalem für den Fall einer ״Teilung“ des Landes dem jüdischen Teile anzuglie- (fern, Es bestellt aus sechs verschiedenen, durch große Flächen in nichtjüdischem Besitz gesonderten Teilen: 1. dem Judenviertel der Altstadt, deren Südost-Teil; 2. der jüdischen Neustadt irn Nordwesten; 3. den jüdischen Außenviertcln auf den Höhen im Westen; 4. Meqor liaim iin Südwesten, im Talgrund, den die Eisenbahn nach Tel Awiw und Jaffa entlangfährt; 5. Talpiyoth und seinen ״Töchtern“ bis Ramath Rachel, auf den Höhen im Süden; schließlich 6. der Universität mit den neuen Hadaßa-Kliniken auf dem Skopus irn Nordosten. Ohne daß ich die materiellen und rechtlichen Schwierigkeiten unterschätzen wollte, ließe sich vielleicht bei der politischen ״Teilung“ ein Weg finden, die Verbindung zwischen Neustadt und Westhöhen sowie die zwischen Meqor Hain! und Talpiyoth zu enteignen und jüdisch zu machen; zwischen beiden Komplexen läge aber noch eine Distanz von fast drei Kilometern, in städtischem Gelände ein Objekt, worüber nur sehr schwer zu verfügen ist (die billigsten Bauplätze an der äußersten Peripherie von Jerusalem kosten heute ungefähr 200 Pfund pro Dunani, wenn also die Verbindung nur 2 kmbetrüge und somit recht dünn wäre, stellte sie eine Fläche von '2000 Dunam ■oder einen Wert von 400 000 Pfund dar — eine Mindest- Schätzung in mehrfacher Hinsicht). Aller ■für das Judenviertel der Altstadt und fiir die Universität auf dem Skopus sehe ich überhaupt keine Möglichkeit eines ״Anschlusses“. Der britische Mandatar müßte eben einmal im Ernst den Schutz der jüdischen Altstadt unternehmen, der bis heute im Argen liegt, und wahrscheinlich auch den des Skopus. Aber immer sollen wir wissen: es handelt: sich nicht um zwei Städte, die gesondert aufgebaut wurden, sondern um eine Stadt. Noch ein paar Worte zur geographischen Lage von Jerusalem: die Höhenschichtcnlinien machen anschaulich, daß Jerusalem auf einer Hochfläche, zwischen 709 und 890 .Metern über dem Mittelmeer, liegt, der nördliche Teil der Neustadt und die Hügel im Nordwesten und Nordosten reichen etwas über 800 Meter hinauf, ebenso die Hügel im Süden; sie sind aber nicht Berge rings um Jerusalem, sondern mir sanfte Hügel, die über das Hochplateau 50 bis höchstens 100 Meter hinausreichen. Nicht die Umgebung, sondern Jerusalem selbst hat eien Charakter der ״hochgebauten Stadt", des Horstes auf dem Karstgebirge Mittelpalästinas. Nach Süd westen und nach Südost ei! senkt sich die Fläche in zwei Tälern, dort in dem Wadi el Wered, dein flachen Rosental, zum Mittelmeer, hier in dem Kidrontal, einer ticfeingeschiiittenen Schlucht, zum Toten Meer. Im Südwesten reicht die Linie 700 .Meter bis auf 3 km an die Stadtmitte, im Sudosten gar die ()()!)-,Meter-Linie auf 2' _> km heran. Von dem heutigen Verkehrsmittclpunkte, der Kreuzung Jaffa■ und King (ieorgc-StralSe, betragt die Entfernung in Luftlinie nach Rehavia oder nach Romema oder nach der Altstadt 1 km; nach dem Ende von Betli Hakerem, nach Meqor Haim, nach Talpiyoth oder nach der Universität auf dem Skopus 3 km; 4 km vom Zentrum liegt die äußerste Siedlung des Westens, Bavith Wega 11, mul Arnona, am Südrand von Talpiyoth; 5 km die südlichste jüdische Wohnung von Jerusalem, der Arbeiter-Kibbuz Ramath Rachel, und in seiner Nähe, Giwath Eliyaliti, wo der Unterzeichnete (als Erster) sein Zelt aufgeschlagen hat. Dr. H 11 g o Herr m a 1111, Jerusalem Die Gruppe der Jugend-Alija in Gan Säiinuel hat zuin Abschluß ihrer zweijährigen Ausbildungszeit eine liektograpliierte Festschrift in hebräischer Sprache herausgegeben, in der sie einen vielseitigen l'überblick über die äußere und innere Entwicklung ihrer .Menschen und ihres Zusammenlebens gibt. Es handelt sieh um junge Menschen aus Deutschland, die im Alter von 15 bis 17 Jahren sich zu einem Kibbuz /usaiuniengesehlossen haben, mul ihre Aeußer 11 ת gen legen Zeugnis ab von inneren Kämpfen, die sie durch■■ gemacht haben, bevor sie ihr neues Berufsleben und neues Gemeinsehal'tsideal voll bejahten. Nach Abschluß der zwei Jahre geht aber der Kibbuz gefestigt an seine neuen Aufgaben.

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