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Jüdische Rundschau · 1938-07-12 · Heft 55 (12.7.1938) · page 10

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
43 (1938)
Issue
Heft 55 (12.7.1938)
Date
1938-07-12
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 10 JOD ISCHE RUNDSCHAU Nr. 55. 12 Vit. 1938 ,•fgSlP’Jiidfrdter *TEBGAMGEMHEIT XXVII. Isaak Lurja Abschluß der Entwicklung der Kabbala. Zu gleicher Zeit, als Joseph Kam dem spätmittclnlk-rlichcn Rabbi־ nisnius seine letzte k! isMsdie Formulierung gab, erhielt auch die ICabbala die fest abgeschlossene Form eines religiösen Systems. Der Erneuerer und Vollender der Kabbala war Isaak Lurja (15 i 1 1573), der gleich dem berühmten Koelifikator des rabbinmhcii <iesetzes am Linie seines Lebens in Safccl wirkte. Ihm war aber -- im Gegensatz zu Karo — nicht vergönnt, rau hohes!.ein 11-alh r zu erreichen: der als 38jäl1riger von der Pest I)ahingeraiite hmterliell — abgesehen von einigen (lediehten und Scliahhaihtisthliedern — keine schriftlichen Denkmäler. der praktischen Kabbala zugrunde liegende mvstisch-messianisclic Orundstimmung fand ihren Ausdruck in den schwungvollen Hymnen des hervorragendsten hebräischen Dichters jener Zeit, Israel Nadschara (Nagara; 1555—1628), die den inneren Drang nach der Vereinigung mit dein Göttlichen und das Streben nach der Erlösung im Geiste und iin Stile des Sohar versinnbildlichen. Die von der praktischen Kabbala geschaffene seelische Atmosphäre bildete den Boden für die großen religiös-geistigen Umwälzungen im Judentum in den folgenden zwei Jahrhunderten: für den Scliabbathianismus und den Chassidismus. Literatur, J. Winter und A. Wünsche, Die jüdische Literatur, IIP, Ch. Bloch, Die Kabbala auf dem Höhepunkt (1905); 8. A. Horodetzky, Neuere mystisch-religiöse Strömungen unter den Juden in Polen (1915); Ch. Bloch, Kabbalistische Sagen (1925). — Ucbersctznngcn der S c 11 a b b a t h t i s c h - lieder des Isaak Lurja: von Mcir Wiener in seiner Lvrik der Kabbala" (1920) und von Ernst Müller in ״Mcnora“ IX-X (1928). _ Dr. J.H. Post nach Uebersee öle lurjanische Kabbala. Anders als Karo sah Isaak Lurja die Kabbala als den Grund mul den inneren Kern des Gesetzes selbst;111: die 1el1r::>"en Vorschriften und Handlungcn seien nur die äußere i lulle eines tiefen, göttlichen Sinnes, den die < ielnimtraditinii aufbewahrt hat. So verband Lurja aufs cng'te die Mvstik mit der religiösen Praxis. Die von ihm gek hm: ״praktisrlu: Kabbala‘‘ verknüpfte die seit dem lk Jahrhundert 111 Spanien entstandenen spekulativtheologischen V׳:״-uy inr!. rn mit 11 er in Deutschland vorherrschende״ w'Suhi! 11, an; das Tun und Handeln gerichtete:1 Erc1mmi1;k( 1t. sie \ ei ,e.'le den Seiiwcrptinkt der Lehre in die Seele dis Wu^.ln-i! und ruckte anstatt der metaphysiatisgestaltete I Mali, c;; r umj eine Symbolik des Handelns den fro;;::;u;1 \\' t f. 11■- Pu;!!•: dar Mansch die Lrncuerung 111 1 I 11 . 1 1'יו׳! ■יו uml^ dessen konkrete י.!1:ו,:.יו11ו in׳ ( >!.iii!h■ - die seit jeher latent treibende das letzte und '1■ ':•■׳״׳ /'s!;dies re!! pn Ken Handelns anerkannt. IN ׳ 11..1:,;יa k.ihhaii-1 >. 11 a Riten. ( 1edaiikemntantionen und Akte der (11 mkdski)11/״;trau111 11<־ der Andacht und im Gehet ׳)?!:״י! in ihn 1 >:em: <i, ל1ו11ןי11!!;ו-י.י11\. י gestellt werden. alters, das ew.giu N inak 111s *״u־ Menschheit und der Welt. Persönlichkeit und Leben. Isaak l iirja Aschkenasi, ,,heilige löwc״ - aenannt. entstammte einer aus Deutschland Und — nach dem Todes' seines Vaters •־ im Hause seines reichen Oheims in k'iimi erzogen, vertiefte sich der Jugendliehe, auch im Talmud gründlich Ausgebildcte, in das Studiuin des sohar, zog sieh als 22jähriger von seinen Farn!• ־ licnangehörigcti zurück und führte eine Reihe von Jahren das Lehen eines I in'iedlers in einer 1 bitte am Ufer des Nils. Einem inneren Hufe folgend keime Ari 1569 nach dem Heiligen lande zurück mul ließ sich in Safed nieder, wo die .Mystiker das Auftreten das .Messias erwarteten. Er samnielfe um sich einen Kreis exaltierter Junger, denen er auf fenicinsamen Wanderungen im Gehirgslamle Galiläas die (jeeimiisse seiner!.ehre und die ihm zuteil gewordenen Visionen offenbarte. Durch die faszinierende Gewalt seiner Persönlichkeil, durch seinen heiligen Lebenswandel und tlie Inbrunst seines Glaubens an die!:eiaimaliemle ״VbTmder/eif‘ wurde er ihnen der schwärnierisch verherrlichte Leiter auf dem Wege zur Erlösung. >elbst sein plötzlicher vorzeitiger Tod galt seinen Anhängern ais ein besonderes Zeichen seiner Auserwälillheit: er sei, \v<e der biblische Heil och, ״von Gott gewandelt hatte". . Wirkung. Du״ ׳praktische Kabbala“ breitete sich schnell Vom 12. bis 20. Juli (ohne Gewähr) Die angegebenen Zeiten sind die A b g a n g s reiten der Züge brw. Flugzeuge aus Berlin. Die Sendungen müssen 1 — 11/2 Stunden vor Abgang bei der zuständigen Bahnhofspostanstalt (Flugpost beim Postamt SW 11) vorliegen. Anschluß im Reich entweder bei Durchgang der Züge bzw. Flugzeuge oder durch Sendung nach Berlin oder direkt an die Zwisrhenstatinnen. Bei der Aufschrift empfiehlt sieh die Anbringung von Leitvermcrken. Palästina (ab Anh. Bhf. 22.50, Stg. 21.29; Abgang München ca. 15. via Belgrad: 20. Hall... — 17. via Belgrad: 22. Haifa. — 19. via Brindisi mit .,Paimtin.r; 25. Haifa. Luftpost: Mo., Mi.. Fr. 7.00; 9.50 Wien; Di., Do.. Sbd. Lvdda (Linie Warschau—Lvdda über Athen). — Di.. Do., Sbd. 7.00; 8.15 Halle/Leipzig; 9.50 Wien; Mi., Fr.. Sfg. Lvdda (Linie Amsterdam—Bandoeng über Athen). — Sbd. 11.20; 14.15 München; Mo. Tiberias (Linie London—Singapore über Rom). U.S. A.r 12. (Bhf. Ohl hg. 23.57) ria Cherbourg mit ,. Bremen“: 18. New York. — 14. (Pol-׳!. Bhf. 15.45) via Cherbourg mit ״New York": 22. New York. — 19. (Bhf. Ohlhg. 23.57) via Cherbourg ״Bremen‘‘) 6.50; 11.00 Köln. —' 20. (mir Luitpo.e über Köln zur ,.Europa11.00;6.50 (‘־ Köln. Südamerika; 17. (Blii. Chihg. 11.15) via Lk-ahnn mit ״llighl. Brigade": 1. 8. Rio: 5. 8. Buenos Aires. — 19. (Po!•׳!. Bhf. 23.42) via Genua mit ״Augu-mc‘; 3. 8, Rio; 6. 8. Buenos Aires. Luftpost (auch nach Mittelamerika und Westindien): Ali. Postschi. 21.00; Do. 5.00 Frankfurt a. M.; Sbd. Rio; Stg. Buenos Aires (Dem -ehe Lultp.). — Sbd. 10־ Uschi. 12.15: Di. Rin; Mi. Buenos Aires (nicht nach Bolivien und Kuba) (Frz. Lultp.). Südafrika! 14. (Bhf. Fricdrich-tr. 13.57) via Southampton mit ..Stirling ('■■; 29. Kap-tadt. Luftpost: Mi. u. Sbd. 7.00; 9.50 Wien; Mo. u. Do. Kapstadt (Linie London—Kapstadt über Athen). Australien; 14. (Anh. Bin'. 0.20» via Marseille mit ,,Strathainl"; 13. 8. Melbourne; 14. 8. Sydney. Luftpost: Di. u. Sbd. 7.00; 8.15 1 lallc/Leipzig: 9.50 Wien: Di. 11. Sbd. (nach einer Woche) Sydney; Mi. u. Mo. Melbourne" (Linie Amsterdam—Bandoeng über Athen). Briefe an die Redaktion Literatur für Kinderpflegerinnen Eine jüdische Tragödin Im Hm,׳ V I 1' . I /1 . ׳ .! ’ ׳ 'ihr r (1ף Ho er- Sarah Rer״!!;mir. I r.n: de Br.crran K*:lk, 1851 zu Rotterdam Eltlilie ’namens Reich, die Linie' de' ’ IS. | alirhunderts nach Holland gekommen «;11, D.r I airhe lebte in Rotterdam in von vierzehn K׳mh ni. Es;her war kein Wunderkind, jedenfalls waren, die Litern auch zu fromm, um eins aus ihr machen zu lassen, obwohl schon die Zwölfjährige gelegcntlicii Kinderrollen spielen durfte. -Als sie erwachsen war und man ihr Rühnentalent entdeckt hatte, sträubten sich die Eltern fanatisch dagegen, daß sie zum Theater ging. Besonde־rs ihr Vater, Abraham Rijk, wollte es auf keinen Fall dulden und ließ sich auch von bekannten Künstlern nicht überreden: für ihn Mehre die Bühnenlaufbahn seiner Tochter der Taufe gleich gewesen. Ais dann der Vater gestorben war und die Armut der Familie noch, zunalim, wurde die Theaterkarriere Esthers die Rettung vor dem Verhungern: Esther erhielt sofort ein lohnendes Engagement am Rotterdamcr Stadttheater, allerdings hatte die .Mutter ausbedungen, daß dl« junge Schauspielerin — sie war 19 Jahre alt — am Schabbath und den Feiertagen nicht auftreten dürfe. Auf diese Bedingung ging dann auch der Direktor des Amstcrdainer Schauburg-Thcaters ein, und jahrelang ist Esther an keinem jüdischen Feiertag aufgetreten: auch in späterer Zeit trug sie dem Wunsch ihrer Mutter wenigstens insofern Rechnutig, als sie an Rosch Haschana und Jom Kippur niemals spielte. Sie war sehr bald eine der beliebtesten und auch über die Grenzen ihres Landes hinaus angesehenen Schauspielerinnen. Das Tragische war ihr Lach, und sie war vor vielen andern großen Tragüdinnen ihrer Zeit durch den Charakter ausgezeichnet, den sie in der Wahl ihrer Rollen bewährte. Man rühmte an ihr, daß sie nie eine Salonheldin und ebenso wenig eine Königin gespielt habe, man feierte sie als die tragische Gestaiterin und damit Fürsprecherin der Armen lind Elenden, und man verglich sie mit ihrem großen Landstnann und Zeitgenossen Joseph Israels, dessen Liebe und große Kunst gleichermaßen den kleinen Leuten galt. Allerdings glaubte man, ihre tief erschütternde, weil bis in die feinste Nuance naturgetreue Wiedergabe solcher Rollen aut das Milieu und die Armutserlebnisse ihrer frühen Jahre zurückführen zu können. Dazu ist noch zu bemerken, daß sic die größten Erfolge ihres so ungemein erfolgreichen künstlerischen Lehens in mehr oder weniger jüdischen Stücken hatte; in zwei Dramen des holländisch-jüdischen Dichters Hermann Hcijermans hatte sie überdies internationalen Erfolg; es war um die Jahrhundertwende, als sie in Hcijermans׳ ״Ghetto" in England, Frankreich, Belgien und anderen Ländern gastierte. In ״Hoffnung aut Segen‘‘, einem Fischerdrama des gleichen Autors, spielte sie dann die tragische Mutter, deren vier Söhne durch Schiffbrüche umkamen, weil der Schiffsunternehmcr eine Versicherungs-Spekulation durchführt. Einer der ergreifenden Eindrücke der Theatergeschichte: wie die Mutter zu dem Unternehmer kommt, um den Lohn des ertrunkenen jüngsten Sohnes zu fordern, wie man ihr einen Topf Essen giht und wie sie nun, den Topf im Schoß, zunächst ganz still dasitzt und mit dem Mörder ihres Jungen zu sprechen anfängt. ... ln den letzten Jahren lebte Frau Esther de Boer-van Rijk im Haag, und zu den vielen Ehrungen und Auszeichnungen ihres reichen Lebens kam an ihrem 70. Geburtstag■ die Medaille und Ehrenbürgerschaft der Stadt Haag. Aber auch im Alter war diese eigenartige und bedeutende Frau noch lebhaft tätig, man durfte hei jeder und nicht zuletzt jeder jüdischen Aktion für einet! guten Zweck ihrer Hilfe sicher sein, und sie hat bis zuletzt immer wieder ihre Kunst, ihr Vermögen, ihre Persönlichkeit in den Dienst für Notleidende estellt. Sie hatte Herz und war dazu zeitlebens eine stolze, ewußte Jüdin. Als Dreiundachtzigjährige noch unternahm sie eine Reise nach Palästina und kam voller jugendlichen Enthusiasmus zurück, daß sie das großartige Aufbauwerk noch mit eigenen Augen hatte sehen und miterleben dürfen. Und dann hielt sie eine Reihe von Vorträgen über Erez Jisracl und warb in Holland begeistert und begeisternd für die tätige Unterstützung des zionistischen Gedankens. Als Esther de Boer-van Rijk starb, war die Trauer allgemein, und während der Beerdigung in Amsterdam schloß man die Geschäfte. Ihrem Sarge folgten außer den bedeutenden jüdischen Persönlichkeiten Hollands Minister, Diplomaten, Künstler und Verehrer ihrer großen Kunst und großen Menschlichkeit aus allen Ständen und Schichten. n. in de4• Mett Die Jüdische Rundschau hilft Adressen suchen Nr. 5S3. Alwin Frank aus Forchhcim (Oberfranken), attsgew ändert nach 1900 nach New Jersey, wird gesucht von Max Frank, Mannheim, Richard-Wagner-Str. 82. Nr. 581. Die Nachkommen von den Brüdern Grunwald, um 1850 aus Runau bei Schönlankc nach Dover (England) ausgewanderf, werden gesucht von Georg Rosenthal, Darin- Stadt, Saalbaustr. 11. Nr. 585. Die Nachkommen von Moses Pfeffer aus Neu Sandcc (LJolen), vor etwa 50 Jahren nach New York ausgewandert, werden gesucht von Moritz Pfeffer, Hannover, Stcintorstr. 11. Nr. 5S6. Die Nachkommen von Moritz Adler und Frau Helene, geh. Oppenheimer, aus Urberach, vor etwa 80 Jahren nach Chicago atisgewamlert, vor allem ihr Sohn Arthur Adler, Mitinhaber der Fa. Adler K: Oberndorf, Chicago, sowie deren Neffe Moritz Adler aus Urberach, 1890 91 ausgcwandcrt, Mitinhaber der Fa. Adler K Oberndorf; ferner Moritz Bock, 1901 05 ausgcwandcrt aus Frankfurt a. M. nach New York, werden gesucht von Familie Emil Baer-Scliloß, Frankfurt a. M., Usinger Str. 14. Nr. 587. Emil und Frieda Luftig, sowie deren Kinder, letzte Adresse 180 E. 173 Street, New York, werden gesucht von Hedwig Nachmann, geh. Heitmann, Berlin W13, Meinekestr. 12a. Nr. 588. Die Nachkommen von Nathan und Sigmund Hecht aus Jaroslau (Galizien), Juweliere in Texarkana, Texas, werden gesucht von Bernhard liecht, Wien XVI, Neulerchenfclder Str. 81. Nr. 5S9. Max Aberbach aus Zurawno, 1010 nach New York ausgcwandcrt, wird gesucht von Debora Friedländer, geh. Aberbach, Graz, Redtenbacher Gasse 7. Nr. 590. Die Schwestern von Abraham Awes au« Kreminitz (Wolhynien), 1915 und 1923 nach Buenos Aires ausgcwandcrt, werden gesucht von Abraham Awes, Haifa, Maon lc Olim. Nr. 591. Familie Herrtnann Cohn, vor einigen Jahren nach Amerika ausgcwandcrt (Norfolk oder Norwalk). wird gesucht von Frau Kfite Kling, Baden-Baden, Fremersberg- Straße 1. Nr. 592. Die Nachkommen von Kalmann Friedmann aus Ulanow, vor ungefähr 30 Jahren nach Amerika ausgewandert, werden gesucht von B. ״Stein, geh. Friedmann, Pforzheim, Kreuzstr. 2־. Nr. 593. Schmiel Heller aus Wiznitz, 1912 nach Amerika ausgcwandcrt, wird gesucht von Maier Stein, Pforzheim, Rcnnfcldstr. 19. Nr. 591. Eva Gumowicz aus Grayowa (Polen), ausgewandert 1913 nach Nordamerika, wird gesucht von Frau Rosa Goidberg, geh. Mayrowitz, Kassel, Königstor 12. Nr. 595. Jacob Bernstein aus Vaudsburg (Wpr.) oder dessen Nachkommen, vor etwa 60 Jahren nach New York ausgcwandcrt, werden gesucht van Max Bernstein, Marienbürg (Wpr.), Bechlergasse 10. Nr. 596. Jackie Pawel, New York, vormals Rechtsanwalt und Tintcnfabrikant, wird gesucht von Kurt Pawel, Berlin-Wilmersdorf, Wittclsbachcr Str. 13. Nr. 597. Die Nachkommen von Frau A. Isaags, gcb. Buchthal, aus Scherfede i. W’esti., ausgewandert um 1873 nach New York, letzte Adresse 1909: 2187, Slst Street, werden gesucht von S. Cohen, Essen, Schließfach 171. Nr. 598. Die Nachkommen von David, Leo und Nathan Riese, um 1S70 von Stolp i. Pom. nach San Francisco ausgewandert, werden gesucht von Walter Sommerfeld, Königsberg i. Pr., Schnürlingstr. 32a. Nr. 599. Mala Borgen aus Wiecozk, vor 40 Jahren nach New York ausgcwandcrt, Hermann Hornstein, Uhrmacher, aus Ticnowice b. Pruchnik, um 1890 nach New York ausgewandert, werden gesucht von Mala Schneider, geh. Borgen, Köln a, Rh., Agrippastr. 40. Nr. 600. Nathan Keller und Frau Eva oder deren Söhne Eduard und Albert Keller, ausgcwandcrt nach USA. um 1891 (New York oder Chicago), werden gesucht von Moritz Seligmann, Frankfurt a. M. NO 14, Wilhclmsliöher Str. 46. Nr. 601. Siegfried Goldmann und dessen Schwester oder Nachkommen aus Serpez (Rußland), nach USA. ausgewandert, werden gesucht von der Witwe des Bruders Hirsch (gen. Hermann) Goldmann (früher Frankfurt a. M.), Berlin W15, Konstanzcr Str. 3. Nr. 602. Abraham Ascher, Bäckermeister in Baltimore (aus Briesen, W.-Pr,, vor ca. 60 Jahren ausgcwandcrt), oder seine Nachkommen werden gesucht von Max Ascher, Charlottcnburg, Sdilütcrstr. 49. Nr. 603. Josef Bernstein aus Storchncst bei Lissa (Posen), ausgewandert vor ca. 50 Jahren nach Heu׳ York, wird gesucht von Moritz Metz, Köln-Klcttenberg, Breibergstr. 6. Nr, 604. Der Bruder von Marz Michelbacher, Riehmond, oder die Nachkommen werden gesucht von Max Michelbacher, Stuttgart, Hauptstätterstr. 92, Nr, 605. Moritz Mayer aus Spiesen (Saar), ausgewandert 1911 nach Amerika, wird gesucht von Robert Rüben, Köln, Weißeiibtirgstr. 53. Nr. 606. Chue Vogelfänger, New York, und Simon Vogelfänger, Paris, werden gesucht von Naftali Vogelfänger, Linz, Göringstr. 58. Nr. 607. F. Benda, letzte Adresse: 1152 Broadway, New York, oder dessen Nachkommen werden gesucht von Carl Tockuss. Breslau, Hohenzollcrnstr. 79. Nr. 608. Nesanel Lauer aus Bobowa (Polen), vor ca. 55 Jahren nach New York ausgewandert, wird gesucht von Nichc Lauer, geh. Sander, Frankfurt a. M-, Riickertstr. 46. Nr. 609. Die Nachkommen von Albert Bergmann (Elias), vor zirka 50 Jahren in San Francisco oder Yerson-City, werden gesucht von Frau Rosa Bergmann, Breslau, Elfer• platz 21. _ Prof. Dr. David Aulhäuser begeht in diesen Tagen seinen 60. Geburtstag. Aus Octtingcn (Mittelfrankcn) stamtnend, studierte er in München, Leipzig und Heidelberg Chemie. Sein Arbeitsgebiet ist die W ä r m e w i r t s c h a f t, deren große praktische Bedeutung er frühzeitig erkannte. Seine Arbeiten auf diesem Gebiet, speziell seine neue Theorie der Verbrennung, seine thermochemischen Untersuchungen der Brennstoffe und sein 1927 erschienenes Werk ״Brennstoff und Verbrennung“ haben ihn! hohe Anerkeninnig gebracht. 1904 begründete er in Hamburg seine Th ermochemische Versuchsanstalt, deren Ruf auch ins Ausland drang. Zahlreich sind die Berufungen, die Prof. Aufhäuser für fachliche Untersuchungen und Gutachten ins Ausland erhielt, u. a. an das Ruthenberg-Elektrizitätswerk. 1927 erfolgte seine Berufung an die Technische Hochschule Berlin, wo er bis 1933 über Brennstoffchemie und Brennstoff- Wirtschaft las, daneben aber seine berufliche Tätigkeit in Hamburg weiterführte, fit einer Reihe von jüdischen In• stitutionen ist Prof. Aufhäuser führend tätig, er gehört auch dem Vorstand des Hamburger Tempels an. Seit 1909 ist er Zionist. L. K.

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