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Jüdische Rundschau · 1938-07-05 · Heft 53 (5.7.1938) · page 8

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
43 (1938)
Issue
Heft 53 (5.7.1938)
Date
1938-07-05
Page
– (sequence 8)
Language
German
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3DISCHE RUNDSCHAU AUS DEM REICH Nr. 53, 5. JULI 1938 Zionistische Arbeit in Hamburg Die zionistischen Abende, die jeweils am Dienstag stattfinden, zeigen einen stetig wachsenden Besuch. Dr. Hans Li c beschütz referierte über das Thema ״Wertung in der Geschichtsbetrachtung׳‘. Arthur Levy hielt einen Vortrag über ,,Entwicklung und Möglichkeiten der Palästina- Wirtschaft“. Rechtsanwalt Benno C o 11 n gab in einer sehr gut besuchten Mitgliederversammlung einen ausführlichen Bericht über die gegenwärtige jüdische und zionistische Situation. An den nächsten beiden zionistischen Abenden hielt Mcir Gertner, Hamburg, einen Vortrag über ״Bialik und Agnou in der neuen hebräischen Literatur“. Am Beginn der Abende gab Dr. Daniel Broch cs einen Bericht über aktuelle wirtschaftliche und politische Probleme des Palästina-Aufbaus. Anläßlich der Zwan/igjahrfeier des Hcehaluz veranstaltete d€T Galil Nordwest des Landesverbandes im Hechaluz eine Kundgebung mit dem Thema ״Juden — worauf wartet ihr?“ Im Namen des Galil sprach Jehuda Marcus; das Hauptreferat hielt Dr. Georg j o s e p h t h a 1, Berlin. Die Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugcnd-Alijn veranstaltete einen Vortragsabend im Gemeinschaftshaus, auf dem Oberrabbiner Dr. Carle hach und Frau Dr. Lva Re ich mann-Jungmann, Berlin, über ,.Palästina — Land der Jugend" sprachen. Der Abend war ausgezeichnet besucht. Die Veranstaltung stellte einen großen Erfolg dar. — Die Wizo veranstaltete einen Tee-Nachmittag, bei den! Frau Alma Tannenwald einen Pressebericht gab; außerdem gelangte der neue Wi/o-Pilm zur Aufführung. hat jeden von uns' beglückt, der diesen jüdischen Eilm mit Gestaltung des 11״app\' end׳■ allerlei siilien Kitsch bringt, -- Werkes hinnehmen. Zu diesen gehört, neben der tiefen und echten Darstellungskraft der meisten Mitwirkendcn, die schöne und kunstreich gestaltete Musik, die /um gröberen Teil wahrhaftes jüdisches Gepräge aufweist. Ein Operettenabend zeigte die scharmante Rutil L e 11 n - berg und den viel gewandten Julius K111 h a 11 von ihren besten ^Seiten. Rutil Lchtiberg sollte ihre hübsche, auch H׳chkeiten verschwenden. Das reizende Chanson ״Yes Sir“ von Benatzky zeigte ihre Vorzüge in hellstem Lichte. Kuthan schafft mit seiner großartigen Routine alles, umschifft alle Klippen. ״Das Extemporale“, die lustige Sehulerkomodie von Hans Sturm und Moritz Färber, entfesselte unter der Regie von Hans B u x h a ti ni einen großen Heiterkcitserfolg. Die Darstellung war köstlich, K o b 1 e r, M e 1 c 11 i o r, W a clile r, die Damen Cohn (Lorenz) und Hersslik — es ist schwer zu entscheiden, wem die Palme gebührt. Das junge Fräulein Steffi Rosen bau in entzückte'auch hier alle Herzen und alle Augen. Und wenn nun doch einem der Preis zngesprodien werden soll, so ist es Werner 11 i!1 z e 1 m a n 11. Sein stammelnder hände- und ziingenbrechender, aus einer Verlegenheit in die andere schlitternder Schüler war eine Kabinettsleistung. _ Leon K o r ri i t z c׳ r f Rabb. Dr. Ludwig Rosenthal Am vergangenen Freitag fand unter großer Beteiligung aller Kreise der Kölne r Judenheit die Beisetzung von Gemeinderabhiner Dr. Ludwig Rosenthal statt. Fast alle Rabbiner des Rheinlands und Westfalens waren zugegen, um ihrem heimgegangen en Kollegen das letzte Geleit zu geben. Gemeinderabbiner Dr. Kober gab dem allgemeinen Schmor/. Ausdruck und schilderte das Leben!, werk des Verewigten, Als Vorsitzender der S m 1 a g o g e n g e 111c 1!1 < I c Köln dankte Konsul Bendix in bewegten Worten für nn.hr als SO Jahre treuen Dienstes im heiligen Amte. Im Namen <k> IGeulii-witen I andesverbamies, des Allgemeine» und <hs traditionell-geset/estretien Ocmetmlerabbiner I)r. Jacob llnrnvit / und für die Reichsklang immer wieder die Klage 1:111 den schweren Verlust, den meisterhafter Künder des' Torawortes, siib-t ein hervorragender Lehrer hat er vor allem für judi-whi• Kciuile und lichkeit eingesetzt und dies in einer Zeit, wo man solchen Forderungen an den zuständigen jüdischen Mellen nicht immer zehnt stand er an der Spitze des Kuratoriums der Oberschule Jawue, der seine besondere borge bis in die letzten Tage gegolten hat, l'nd nachdem ihn ein schweres Leiden in der Wahrnehmung seiner Amtsfunktinnen zu hindern begann, konzentrierte er sich zuletzt immer mehr auf die Beschäftigung mit dem Werke Bialiks, dessen großer Dichtung ״Hamatmk!‘‘ er einen überaus aufschlußreichen Kommentar gewidmet hat, der die wissenschaftliche Erkenntnis der Sprache Bialiks auf ganz neue Grundlagen stellt. Mit der Drucklegung dieses abgeschlossen vorliegenden Werkes, die Ludwig Rosenthal nicht mehr erleben sollte, wird ihm das schönste Erinncrungsmal gesetzt werden. __ Erich K 1 i b a n s k v Familien-Nachrichten Herr Latar Eubructi und Fra» Ghana, geh. Gminiaim, Krimkfurt a M., Hanauer Land-tr. 32, begehen am 13. Juli die silberne Hochzeit. Her Alfred Kornblum, Rathenow, Berliner Str. 21. begeht am ß, Juli den 60. Geburtstag. Zionistisches und Gemeindeleben Bocholt I. W. Am 1. Juni verließ Herr Louis 0 s t b e r g die Ge- 30 Jahre als erster Vorsitzender geleitet hat. Lehrer die Verdienste des Scheidenden und sprach ihm den Bochum. V Hamborn. Hamburg, i Köln. Vor 13. Juni sprach Robb. Dr. Philipp über ״L nscie . Mai sprach Dr. Fritz Ikcnbcrg (Düsseldorf) erenugung federt 0 in Veran-ia 0. Wiederkehr ihrer Gründung m? Lemmie (Franklurt a. M.) 1 der Haupnynagoge die zeigte sich in den Vor- , Rothschild (Saarbrücken) I.) milwirkten, die Entwicklung. welche len letzien Jahren zur zionöti.-eheii Idee tzendc Pi 01. Dr. B i 1 1 i g h c i m e r gab e Darstellung der Lniwicklung. während Rabb. Dr. Dieneum (Offenbar!!) die Stellung der religiös-liberalen Idee in der :•It zeigte. Dr. O. S. Schwcinfurt. Am 26. Juni fand in der Synagoge eine Traucrfeier den verstorbenen früheren Be/irksrabbiner I>r. Salornon Stein It. Sämtliche Gemeinden des Rahbinat-bezirkcs hallen Vertreter entrdt. auch die bcnaclibaiten Rabbiner waren erschienen. Den Gefühlen ־ Trauer gab Bezirk-rabbiner Dr. Köhler Ausdruck, indem er die rsönlirhkeil des Verewigten mit der aufrechlcn Palme verglich, die 1e Krümmung war. Auch der Vorsland der Israelitischen Kultus- :irkcs Rurgpreppach sprach Bezi! k-rabhiner Saul Munk. Der unter der Sfabhihrung des Lehrers Berlinger gab würdigen Rahmen. Ankündigungen In!e! I )iMineispig von 19-19.15 1' inniwh ' 85 496 von 15,30.1 jeden Donners!ag tun 20,30 I graben 9. — Duisburg: /.()' Kuhlen« ab Palästina-Abend. Reiserische Sprachschule. Es rin: 5. Juli. 20.15 l'hr. :f. Auskunft: Dienstag •— Zionisten treffen lognwski. Sehwcidnitzer 20.30 (.'!er, Theodor- Iken-; (Düsseldorf). —- Hamburg: ZOV. 5. Juli. 20.30 L'hr, Hartung- 3. S, faeobsolin: ״Die Nanien der jüdischen Siedlungen in 1.“ — 12. Juli. 20,30 Uhr,!lartiing-ü. 11. Emu Dr. ״Hygienische Raischlage hei der Auswanderung, insnach Palästina.“!>r. Daniel Bruches: Bericht über die rienz. — Wuppertal: ZOV. 5. Juli. 20.30 Uhr. Gemeindegsamkeitsstraße: Informalioiisabcnd mit Dr. Fritz Urenberg Notizen aus Holland Von unserem Berichterstatter RL, Den Haag, 1. Juli Im Zusammenhang mit der Keren Hajessod-Mifde Zioni- Aktion kam Richard Lichtheim aus Jerusalem nach Holland und hat in Amsterdam, ,Arnhem, Haarlem, Den Haag sowie auf der Jugendtagung iti Amcrsfoort gesprochen. In Amsterdam sprach Lichtheim auch im Kreise der von Zionisten aus Deutschland gebildeten Zionistischen Arbeitsgem ein sc־ h ,ר ft. Sowohl der Besuch der Veranstaltungen wie das finanzielle Ergebnis waren befriedigend. Die Genootschap voor de Joodsehe Wctenschap in Nederland hielt in Amsterdam ihre Jahresversammlung ab. Der Die Höchste ICiftdes-RuHdscUau erscheint am kommenden Freitag. Sie bringt u a.: Ein Tag in Nahalal (aus dem Leben der Jugend-Alija) Brief aus Neuseeland Ferien in Tel Awiw ״Hallo, eine Gruppe“ (Fortsetzung der Erzählung) Vorsitzende Air. j. E. Hiliesum gab einen UeberMick über die gegenwärtige Lage auf dem Gebiet der jüdischen Wissenschaft. Nach Erledigung des geschäftlichen Teils behandelte Oberrabbiner I. Maarsen die Frage des Plagiats in der jüdischen Literatur. Jugend-Alija-Kurse in Schniebinchen. Unter der Leitung der Jüdischen Jugendhilfe, Bcrlin-Charlottcnburg, Kantstr. 158, werden am 1. August in Schniebinchen bei Sommerfeld juge1ul-Altja-V0tbercin1ngskur.se eingerichtet. Dort sollen etwa SO Jugendliche im Alter von U Jahren, für die nach den Richtlinien der Rcichsvertrctung eine Berufsausbildung noch nicht in Betracht kommt, ihre Vorbereitung für die Jugend- Alija durch Unterricht und praktische Arbeit in der Land- Wirtschaft erhalten. Es sind täglich fünf Unterrichtsstunden und drei Arbeitsstunden in der Landwirtschaft vorgesehen. Der Stundenplan umfaßt: Hebräisch, jüdische Geschichte, jüdische Literatur, Naturwissenschaften, allgemeine Literatur und Sport. I )je A n m e! d u n g geschieht auf den Anmeldeformtilaren zur Jugend-Alija. Gleichzeitige Einsendung des ärztlichen Attcstes ist notwendig. Zur Uebernahme der Kosten, die für Selbstzahler 53 RM. betragen und für Zuschuß.empfängcr 45 RM., sind bei Mittellosigkeit die Heimatgcmcindcn zuständig und nicht die Bezirksstellen. Dr. Kurt Kanowitz in der Schweiz. Wie im vergangenen Jahre war auch in diesem Jahr Dr. Kurt Kanowitz als IElegierter der Hebräischen Universität Jerusalem in der Schweiz. Neben seiner erfolgreichen Sammelaktion gelang es ihm, die Beziehungen des Schweizer Judentums zu Palästina und im besonderen zur Universität zu vertiefen und zahlreiche neue Freunde zu gewinnen. Er sprach in verschicdenen öffentlichen und privaten Kreisen, vor allem in Zürich und Basel. Besondere Erwähnung verdient ein Vortrag in Zürich, in dem Dr. Kanowitz eine eingehende Analyse über die gesellschaftliche Problematik Palästinas gab. In Basel fand im überfüllten .Saal des Bernoullianum eine Massenkundgebung für die Universität statt, in welcher Dr, Kanowitz, der Präsident der Basler Gemeinde, Alfred Go etschcl, Rabbiner Dr. Weil, und als nichtjüdischer Redner der bekannte Gynäkologe Universitätsprofessar Dr. Alfred Labhardt sprachen. Prof. Labhardt faßte seine Eindrücke über seine Palästina-Reise und speziell über seinen Besuch bei der Universität zusammen, über deren Entwicklung er seine tiefste Bewunderung aussprach. Die Mitwirkung des bekannten Pianisten Leo Nadclmann gab dieser Veranstaltung ein besonderes Gepräge. Dr. Kanowitz sprach auch vor den Jugcndbüiiden Basels. Dr. Jules Go et sch el Todesfall. Vor kurzem starb in Frankreich auf dem Wege nach Palästina Herr Moni Abraham, einer der führenden Zionisten Argentiniens. Er kam kurz nach dem Weltkriege aus Konstantinopel nach Buenos Aires, und es gelang ihm dort, sich eine große wirtschaftliche Stellung zu erobern. Er fühlte sich immer aufs engste mit Palästina verbunden, aber der Aufbau seines geschäftlichen Unternehmens erlaubte ihm erst jetzt, seinen langgehegten Wunsch zu verwirklichen und mit seiner Frau eine Reise nach Palästina anzutreten, die der Vorbereitung seiner endgültigen Ansiedlung im Lande dienen sollte. Auf dem Schiff von Buenos Aires nach Europa erkrankte er so schwer, daß er die Reise nach Palästina nicht fortsetzen, sondern in Frankreich bleiben mußte, wo er jetzt gestorben ist. Er hinterließ außer seiner Gattin noch eine Tochter. Seine Gattin will dem Wunsch ihres verstorbeiten Mannes gemäß nach Erledigung ihrer dringendsten Angelegenheiten sich mit ihrer Tochter in Palästina niederlassen und die sterblichen Ucberreste ihres Mannes hier begraben. In Moni Abraham verliert die Zionistische Organisation in Argentinien einen ihrer besten Menschen. Er war mit Leib und Seele mit Palästina* verbunden und nahm an allem, was hier vorging, den lebhaftesten Anteil. In der Geschichte der zionistischen Bewegung wird ihm als Vor* kämpfer der Palästinatätigkeit in Argentinien und in den Herzen all seiner Freunde ein ehrendes Andenken verbleiben. Dr. Arthur R u p p i n Um Verzögerungen zu vermeiden, bitten wir dringend, Manuskripte und Einsendungen, die für die Redaktion bestimmt sind, nicht an Einzelpersonen, sondern an die Redaktion zu adressieren. Konfekt- und Puddingpulver- Herstellung . bet Schaal & Co. Breslau Naue Sctiweidnitz.r Straße 11 S.hSrdllch genehmigt Anzeigen-Annahme in Breslau Fritz Tischler, Gabitzetraße 71 Telefon: 85 757 STUTTGART Cafe Haimann Auch Verkauf 1 HAMBURG Anz.-Annahme Hamburg: Manfred Engers Eppendorler Landstr. 30 Ruf 53 OS SO INDOß AN-UND VERKAUF Wohmmgi-Einrlchtungen! Perier Teppich# | kauft!reffen sofortige Karte! , KANTSTR.52 TEL. 3103 35, Honmann suche LeGoldschmidt, Talnuidübersetzung, groBe Am,-ab* Bä.IX. rri,»״rrb.W3Z2«.AnI.-Abt.J.R., Bln.W15 Suche Judaica, Hebralca, wisistrischafUichß Warke, Encyklopadien, xu kaufen. Ausfuhr). Preisan«!. erb. U0LW321 an Ans.-Abt d J. 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