Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 43 (1938)
- Issue
- Heft 46 (10.6.1938)
- Date
- 1938-06-10
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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JPDISCHE RUNDSCHAU Nr. 46, 10. JUN11938 SPORT-RUNDSCHAU Hans Ringel Fünfziger In diesen Tagen hat Hans Ringel seinen SO. Gcburlstag feiern können. Es ist nicht üblich, Geburtstage von Männern, die um den jüdischen Sport verdient sind, durch eine Beschreibung ihrer Lei- Hungen zu unterstreichen. Fast alle gehen ohne Ruhm ihr Bestes und arbeiten jahrzelmtelang im stillen. Die Vollendung des 50. Lebensjalircs fällt aber bei Hans Ringel zusammen mt dem Abschluß seiner Tätigkeit für den jüdischen Sr>o1׳. Ringel ist im Frühjahr d. J. aus seineni Amte als Geschäftsführer des Bar KVkhba-Hakoah Brr- 11 n ansgeschieden. Er hat jahrelang die 1 lakoah, einen jüdischcn Fußballklub in Berlin, betreut. Als die Hakoah vor nun fast 10 |aIrren mit dem Bar Koehba fusionierte, übernahm Ringel die Geschäftsfühiung des neuen Vereins, der bald zu einem der größten und kampfstä-ksten, aber auch bestorgari'siertcn jüdischen 1 ו״,ו״״ו\ .״1״" Sportvereine der Vel’i wurde. Viele Vorstände und vic'e schwere lAnstellungen hat Ringel mit dem Bar kodiba uh,!dauert. Oft gelobt, oft getadelt, wie dies hei jedem 11 blich ist, der an verantwortlicher Stelle steht, ist ״Hanne" Ringel in dieser Zeit zu einem Begriff im jüdischen Sport geworden. Seine besondere Liehe galt nach wie vor dem Fußball. Als Vorsitzender des Spielaus- Schusses der Berliner Judischcn Fulfballvcreine trug er viel /um Aufbau einer eigenen Spieltnfigkeit bei. Als Faehwart des Deutschen Makkabikreise-■ führte er die Fulihallinannschaft zur letzten .Makkahiah. Bis zum Frühjahr war er zudem Vorsitzender der Hakoah im Bar Koehba-Hakoah. Was bringt der Sonntag? Aschaffenburg, Pfhchtspiclc des Spiefausschtisses. F 11 Hl'all: 10 l'hr: JJB. Hanau 1 gegen JSpV'. Offenbach I. Handball: 15.15 Uhr: JSpV. Offenbach Er. gegen JJB. Hanau Fr. Frankfurf a. M, Spo!tpla‘z Bornheimer Hang. Pflichtspiele des Spielausschusses. f• 11 ß ha II: 0.45 Uhr: Hakoah Frankfurt Jgd. B gegen JSpV. Offcnbarh Jgd. B; 13 Uhr: Hakoah Frankfurt Schl.!1 gegen Philanthropin Frankfurt Schl. I; 14,15 l'hr: Hakoah Frankfurt Schl. III gegen Bar Korhha Frankfurt Seid.; 15.30 Uhr: JJB Hanau Schl, gegen Hakoah Frankfurt Schl. Handball: 11 Uhr: Philanthropin Frankfurt f r. gegen Bar Koehba Offenbach Fr. — Sportplatz Buchrainweiher. Pflichtspiele des Spielausschusses. Fußball: 14.15 Uhr: Schild Frankfurt Jgd. A gegen Bar Kodiba Offenbach Jgd. A. — Sportplatz Sondershauser Straße. Pflichtspicle des Spielausschusses. Fuß ha II: 14 Uhr: Bar Koehba Frankfurt Jgd. B fl gegen JTB. Frankfurt jgd. B. Handball: 15.15 Uhr: Hakoah Frankfurt Fr. gegen Bar Koehba Frankfurt Fr. Karlsruhe. Pflichtspiel des Spielausschusses. Fußball: 16 Uhr; Turnklub 03 Karlsruhe I gegen Hakoah Karlsruhe f. Mainz. Hakoah zeigt am 15. Juni in der jüdischen Bezirksschule, Josefstraße, eine Sportschau: ״Makkahi-Sport und Film״. Ansprache: Hugo Hecht. Beginn: 20.30 Uhr. Stuttgart. Pflichtspirl des Spielausschusses, Fußball: Sportplatz im Feuerbachtal, 16 Uhr: Hakoah Stuftgart l gegen Schild Mannheim I. Sportfest in Königsberg. Der Bar Kodiba Königsberg veranstaltet ein jugciidsportfesl, bei dem u. a. «in Fußballwettspiel zwischen Bar Kochha und Schild Königsberg stattfindet. Das Sportfest wird besonders dadurch interessant, daß die heden jugendlichen Leichtathleten des Rar Koehba-Hakoah Berlin an den Start gelten werden, an denen sich die Königsberger, vor allem die schon bekannte, sehr begabte Marianne Purum erproben können. Die Kampfe beginnen um 9 und lim 13 Uhr. Hollands Makkabi-Boxer erfolgreich. Die Box-Abteilung des .Makkabi Amsterdam ist mit ihren 100 Mitgliedern der größte Boxspnrtvercin der Stadt. Die Faustkämpfer des Makkabi Amsterdam erfreuen sich großer Beliebtheit. Finer der erfolgreichsten Boxer ist Makkabi A. de V' r i e s, Makkabia-Sieger 1935, der seit 1932 bis heute Leichtgewichtsmeister von Amsterdam ist und 1036 und in diesem Jahre abermals die Meisterschaft von Holland gewann. Hinter ihm steht ein Nachwuchsboxer S. \V y n s c h e 11 k, der kommende Mann der Leichtgewichtsklasse. Er kam sowohl in der Amsterdamer als auch in der holländischen Meisterschaft in die Endrunde und unterlag beide Male nur nach Punkten gegen de Vries. Der junge Federgewichtler De egen wurde 1936 und 1037 Meister von Amsterdam und ist einer der begabtesten Faustkämpfcr der Niederlande. Der Halbschwergcwkhtler A. Pach belegte in der holländischen Meister- Schaft dieses Jahres den dritten Platz. Neue Wege im Schulsport Wettkämpfe der Schulen — Gast bei den Sportvereinen In dankenswerter Wci e hat sich das Schuldczernat der ivcichsvcrtrctuiig dafür eingesetzt, daß auch die körperliche Erziehung der jüdischen Jugendlichen in den jüdischen Schulen nicht vernachlässigt wird. Der Mangel an ausgebildetcn Turnlehrern wurde — was in der Oeffentlichkeit noch zu wenig bekannt ist — durch die einjährigen Lehrgänge an der Sportschule Bloch in Stuttgart wettgemaeht. Diese Lehrgange werden mit einer staatlichen fbüfung beendet, die zum Schulunterricht an jüdischen Schulen berechtigt. Eine Anzahl junger Turn- und Sportlehrer ist inzwischen schon in vielen Städten in Deutschland eingesetzt worden, was sich vielfach auch auf den Sportbetrieb der Vereine günstig ausgewirkt hat. Die Schulen sind schon vor einigen Jahren dazu gekommen, jährliche Schuisportfeste zu veranstalten. In aller Erinnerung werden insbesondere die Schuisportfeste der Schulen der Berliner Jüdischen Gemeinde im Grunewald sein, an denen Tausende von jüdischen Schulkindern begeistert teilnahmen. Irn vorigen Jahr wurde zum erstenmal das Berliner Schulsportfcst dadurch zu einem Reichssportfest erweitert, daß die Reichsvertretung die besten Schulen nach einem bestimmten Schlüssel zur Teilnahme an den Wettbewerben, die als Reichswettkämpfe bezeichnet waren, einlud. Nach den Erfahrungen des vorigen Jahres hat die Schulabteilung der Rcichsvcrtretung gemeinsam mit der Schul- Verwaltung der Jüdischen Gemeinde Berlin jetzt die Aus- Schreibungen für das Endsportfest herausgegeben. Dieses Mal werden die Berliner Schulen am 6. September, genau so wie die übrigen Schulen im Reich, ihre besten Vertreter ermifteln, am 12. September werden dann die Besten aller Schulen zu den Entscheidungen der Rcichswettkämpfe zusammentreten. Diese Schulwcttkämpfe werden den Lehrern und Schülern der einzelnen Anstalten gewiß Ansporn sein, die sportliehe Vorbereitung der Schüler und Schülerinnen, die in verschiedcnen Altersklassen aufeinandertreffen, nach Möglichkeit zu fördern. Dreikämpfe und Staffeln werden, so die gesamte Körpererziehung und den Mannschaftsgeist prüfend, den Reichswcttkanipf entscheiden. Einen Versuch eigener Art zur Förderung des Schul- Sports unternimmt auch der Bar Koehba-Hakoah Berlin. Im Rahmen seines Jugcndstaffeltages am 19. Juni, der seine besondere Bedeutung dadurch erhält, daß im gleichen Rahmen die Deutsche Makkahi-Meisterschaft im Fußball und Handball ausgetragen wird, sind auch die Berliner Schulen zur Teilnahme an besonderen Schulstaffeln für Knaben und Mäddien in verschiedenen Jahrgängen eingeladen worden. Diese Einladung bedeutet eine Förderung des Schulsports von einer Seite, die sich bisher noch nicht mit ihm befaßt hatte, nämlich von der Seite der Sportler her, und es ist zu erwarten, daß die Schüler, die so an einem ausgezeichneten Sportfest teil nehmen können, für den Gedanken des jüdischen Sports noch stärker gewonnen werden. Makkabimeisterschaft vor der Entscheidung Im Mai sind die Teilnehmer der Zwischenrunde der Makkahi-Meisterschaft i in Fußball und Handball ermittelt worden. In beiden Spielarten haben sich die gleichen Vereine durchgesetzt: Bar Koehba Frankfurt, der Vorjahrsmeister in beiden Spielarten, Bar Koehba-Hakoah Berlin, Bar Koehba Leipzig und Bar Koehba Hamburg; die Hamburger, deren Spielstarke in letzter Zeit /!!genommen hat, haben sieh übrigens durch ihre Siege über die westdeutschen Meister zum erstenmal seit Jahren wieder so weit durchgekämpft. In Leipzig Die Entscheidung lag in den letzten Jahren stets zwischen Bar Koehba Frankfurt und Bar Koehba-Hakoah Berlin. So hat man diese Vereine auch dieses Mal wieder nicht in der Vorschlußrunde gegeneinandergestellt. In Leipzig trifft der Vorjahrsmeister auf den Bar Koehba Leipzig. Die Leipziger waren in früheren Jahren besonders im Handball ein beachtlicher Gegner. In Czoppek, Sieradzky und Nebenzahl hatten sie Spieler, die zu den besten des Deutschen Makkabi-Kreiscs gehörten. Bei den Spielen des letzten Winters — insbesondere bei dem großen KKL-Turnier in Berlin — schien es, als hätte ihre Spielstarke beträchtlich nachgelassen. Da aber der Stamm der stärksten Spieler nun wieder geschlossen mihvirkt, haben die Leipziger in ihrem Spiel gewisse Chancen, sich gegen Frankfurt durchzusetzen, wenn ihr Sieg auch eindeutig eine Ueberraschung wäre. Insbesondere die seit Jahren unveränderte Standard-Vertcidigung der Frankfurter Flörsheim—Schließer wird in Zusammenarbeit mit der Läuferreihe, deren bester Mann Wellwarth ist, Torerfolge der Leipziger sehr erschweren. Dagegen sollte der Frankfurter Sturm gut genug sein, die zum Siege notwendigen zählbaren Erfolge zu erzielen. Im Fußball sind die Frankfurter noch eindeutiger Favorit. I)ie Leipziger haben nur in dem linken Läufer Czisinsky eine überdurchschnittliche Begabung, während die Frankftirter eine geschlossene, zur Zeit sehr gut eingespielt« Mannschaft steilen können, der eine ganze Reihe von Standardspiclcrn der Makkabi-Mannschaft angchören. In Berlin empfängt der Bar Kochba-Ffakoah die Hamburger Bar Kochbaner. Auch hier verspricht der Handballkampf das schönere Spiel. Die Berliner haben nach einer gewissen Schwächeeriode in diesem Jahre mit großer uebcrlegenheit die leisterschaft des Berliner Spielausschusses gewonnen, in der sie im vorigen Jahre bereits durch den Endsieg des JSK. von der Teilnahme an den Endrunden ausgeschlossen worden waren. Ihr Vorrundensieg über Jtus München in Augsburg spricht, obwohl er nur mit knappem Resultat errungen war, gleichfalls für die wiedergefimdene Spielstärke der Berliner, in der eine Reihe der alten Standardspieler, vor allem Werner Spandau und Smedresmann, mit manchen Nachwuchsspielern zu einer starken Einheit zusammengeschmolzen sind. Die Hamburger haben allerdings bei ihrem Sieg über den Makkabi Düsseldorf einen sehr guten Eindruck hinterlassen. Sie haben ihre Hauptstärke in den Brüdern Blanek, von denen der •eine ein sehr sicherer Torhüter, der andere einer der begabtesten Stürmer des Deutschen Makkabi-Kreise« ist. Das Fußballspiel ist fast offen zu nennen. Die Berliner Mannschaft hat durch ihre langen Erfahrungen ein gewisses Plus, hat aber an Spielstarke gegen frühere Zeiten eher etwas verloren. Für die Hamburger spricht ihr überraschend hoher Sieg in der Vorrunde über den westdeutschen Makkabi- Meister. Diese gewiß spannenden Spiele werden von einigen ausgewählten leichtathletischen Wettkämpfen umrahmt. In Vorgabelaufen und Staffeln treffen sich die Berliner Makkabi- Leichtathleten zum erstenmal in diesem Jahre. Die Wettkämpfe beginnen auf dem Sportplatz im Grunewald tim 15 Uhr. Schwimmsaison 1938 in Palästina Nach langer Winterpause beginnt es wieder im Lager der Schwimmer und Wasserballspieler lebhaft zu werden. Sehr eifrig sind schon die Tel Awiwer an der Arbeit, und auch Makkabi Haifa begann mit seinem Training. Die Eröffnung der Saison erfolgt durch das schon traditionelle Schawuoth-Mecting des Makkabi Haifa, an welchem auch Enfants de Ncptune, Beiruth, Meister von Syrien und des Libanons, mit seinen Schwimmern und seinen ausgezeiehneten Wasserballern teilnehmen werden. Bald danach wird der erste Ländcrkampf Aegypten—Erez Israel im Schwimmen und Wasserball zur Durchführung gebracht. Zu diesem Meeting werden auch einige der international anerkannt guten Springer der Acgyptcr nach Haifa kommen, und der Beste wird einige Wochen als Gast des Makkabi in Haifa bleiben, um die jungen Springer dieses Klubs zu trainieren. Was den Länderkampf betrifft, so können wir froh sein, wenn wir auch nur halbwegs gegen dieses Team abschneiden werden, steht doch der ägyptische Schwimmsport auf hoher Stufe. Als zweiter ״Schlager“ steht ein Länderkampf gegen Frankreich bevor, dessen Mannschaft in Erez Jisrael, Aegypten und vielleicht auch in Syrien starten soll. Die Verhandlungen verlaufen günstig, und es besteht d e Aussicht auf einen günstigen Abschluß. Nach dem vorjährigen Kampf gegen Griechenlands Team bedeuten diese Länderkämpfe eine Bereicherung und zeigen den Weg an, den der Schwimmsport in Erez Jisrael einschlägt, den Anschluß an die europäischen Sportmachte zu finden. Zum Abschluß der Internationalen Begegnungen wird der Revanche-Kampf gegen Ismaillia ausgetragen, der Mannschaft, der es als einziger im Vorjahr gelang, unsere Wasserballer zu besiegen. Auch ist es möglich, daß der ״Sportclub Hclcnique“, Alexandrien, zu Besuch kommt. Natürlich stehen auch einige nationale Veranstaltungen, wi« das alljährliche Jugend-Meeting, und die palästinensischen Meisterschaften auf dem Programm. Erfreulich ist, daß das Interesse weiter Kreise Im Land« am Schwimmsport immer reger wird, und daß man nun endlieh daran gehen wird, in Jerusalem, Tel Awiw, Rechowoth und Petach Tikwa Schwimmbäder zu errichten und damit die Basis zur notwendigen Breitenentwicklung zu schaffen. Wenn daher heute der palästinensische Schwimmsport trotz des Mangels an interner Konkurrenz eine immerhin ansehnliehe Höhe erreicht hat, so ist zu hoffen, daß nach Errichtung der Bäder der Standard in wenigen Jahren wesentlich höher sein wird. Auch an die Errichtung eines Winterhades wird man gehen müssen, denn die 5—(imonatige Winterpause ist zu lang und wirft die Sportler in ihrem Können zu weit zurück. Ernst Weigler, Haifa Der britische Makkabi veranstaltet ein Sommerlager in einem College nahe dem Seebad Bournemouth vom 29. Juli bis 12. August. Auf mehr als 25 Hektar Grund, die zur Schule gehören, ist die Möglichkeit zu jedem Sport vom Rudern und Fischen bk Golf und Tennis gegeben. Kostenpreis für eine Woche £ 3.10, für zwei Wochen £ 6.6. Pa(d1ima ,4m4 JBettin tu 3KWISM AtlNCY POfL PALItTINI Berlin W 15. Meinekestraße 10. Telefon: Sammel-Nummer 91 90 31. 1. Eine Arbeitstagung des Palästina-Amtes Berlin findet am Sonntag, dem 12. Juni, in Karlsruhe statt. Auf der Tages- Ordnung stehen folgende Referate: ״Neue Siedlungsformen fn Palästina; Einzel- und Gruppensiedlung; Fragen des Kapftaltransfers“; ferner ״Die Lage in Palästina und die neuen Zertifikatsbestimmungen“. 2. Nummer 62 des ״Juristischen Informationsdienstes“ und Nummer 15 des ״Palästina-Wirtschaftsdienstes“ (herausgegeben und hergestellt vom Palästina-Amt Berlin), sind soeben herausgekommen. — Wie bekannt, erscheinen diese Publikationen zweimat monatlich (in besonders eiligen Fällen erscheinen außerdem Sondernummern). Näheres'«Weh die Ahteilung Organisation des Palästina-Amtes Berlin W 15, Meinckestr. 10. 3. Die Kunstgewerbeschute Neu-Bezalel, Jerusalem (Leiter; Josef Budko) nimmt Schüler im Alter von 15 bis 20 Jahren auf. Ziel der Ausbildung ist, Schüler, die ihre Ausbildung auf den in Betracht kommenden Gebieten nicht beginnen oder nicht beenden konnten, auf künstlerisch-formaler Basis zum Handwerk zu erziehen und ihnen gleichzeitig die Grundlage zur freien künstlerischen Betätigung zu geben. Fächer: 1. Angewandte Graphik: Zeichnen und Malen nach der Natur, Schriffzeichnen, Formlehre, Komposition, Entwurf, Buchausstattung und Illustration, Reklame, Radierung, Holzschnitt, Lithographie, Farblehre usw. 2. Metallhandwerk: Herstellung von handgearbeiteten Einzelstücken und durchgearbeiteten Modellen für die Industrie. Die Kosten der Ausbildung betragen: £P 159 Lebensunterhalt für drei Jahre und £P 16 Einschreibegebühr und Schulgeld für ein Jahr. Anfragen an das Palästina-Amt Berlin W15, Meineke- Straße 10. 4. Die Heb M'sche Realschule Haifa wurde 1933 gegründet und nimmt Knaben und Mädchen im Alter von 6 bis 18 Jahren auf. Vier Vorschulklassen und acht Schulklassen. Schulgeld ln den Vorschulklassen £P 10 bis 13, In der Realschule £P 15 bis 28. Von der 5. Klasse an findet eine Teilung statt in a) Realistische Abteilung, b) Literarische Abteilung, c) Kommerzielle Abteilung, d) Bioiogisch-naturwissenschaftliche Abteilung. Abteilung c) soll u. a. zu einem institut für die Ausbildung von Beamten ausgebaut werden. Es ist ein Internat angeschlossen, in dem Schüler vom 9. Lebensjahr, ausnahmsweise auch vom 8, Jahre ab, aufenommen werden. Der Preis für das Internat beträgt P 110 pro Jahr (atnsschl. Schulgeld). Anfragen an das Palästina-Amt, Berlin W15, Meinckestr. 10. 5. Ermäßigte Schiffskarten Hir Auswanderer auf den Schiffen der Messageries Maritimes. Auf Grund des zwischen der Jewish Agency und dem Palestine & Orient Lloyd geschlossenen Vertrages können Auswanderer auf den Schiffen der Messageries Maritimes verbilligte Karten erhalten, und zwar: Auswanderer der Kategorie C zum Preise von 85 RM., der Kategorie B und D zum Preise von 90 RM., der Kategorie Al zum Preise von 110,55 RM. Buchungen bei den jüdischen Reisebüros.