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Jüdische Rundschau · 1938-05-13 · Heft 38 (13.5.1938) · page 9

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
43 (1938)
Issue
Heft 38 (13.5.1938)
Date
1938-05-13
Page
– (sequence 9)
Language
German
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JDDISCHE RUNDSCHAU Nr. 38, 13. MAI 1938 Religiöse Jugendalijah in Mikwe Israel Im Rahmen der Jugcnd-Alijah ist in den letzten Jahren eine große Anzahl religiöser Jugendlicher nach Erez Israel gegangen, wo sie eine Ausbildung in religiösen Siedlungen und Heimen erhalten haben. Kibbuz Rodges hat als erste Siedlung religiöse Jugendliche aufgenommen; bald folgten andere Siedlungspunkte, die von der Regierung zur Aufnähme von Jugendlichen für geeignet erklärt worden sind. Im Anschluß an das llaifacr Technikum wurde eine Gruppe der Jugcnd-Alijah für handwerkliche Berufe ausgebildet. Das Beth Zeiroth Misraehi, eine Haushaltungsschule in Jerusalem, hat in jedem Jahr eine größere Gruppe junger Mädchen ans Deutschland aufgenommen und dort ausgcbildct. Vor einiger Zeit hat sich die Ackcrhauschulc Mikwe Israel bereit erklärt, im Rahmen ihrer Institution eine religiöse Gruppe aufzunchmcn. Seit einem Vierteljahr hefindet sich diese Gruppe in Mikwe Israel, und cs ist anztinehmen, daß bald eine neue Gruppe der religiösen Jugend- Alijah in Mikwe Israel eingeordent wird. Inzwischen ist auch das religiöse Jugenddorf Kfar noar dati in der Nähe von Haifa fcrtiggestellt worden. 60 J11gendliche sind für ihre Alijah von der Jüdischen Jugendhilfe bestätigt worden, und cs ist an/.unchmcn, daß in allernächster Zeit die erste Alijali in das Kfar noar dati stattfinden wird. Nach den neuen Einwanderungsbestimimmgeu sind die Möglichkeiten fiir die Auswanderung jüdischer Jugendlicher besonders groß. Den jüdischen Eltern ist cs so ermöglicht worden, ihren Kindern eine Ausbildung zu geben, die sie zu Menschen erzieht, die mit ihrem Beruf verbunden sind und ein jüdisches Lehen führen wollen. Die Gruppen der religiösen Jugcnd-Alijah haben bewiesen, daß sic nicht nur in ihrem Kreis die Gesetze der Thora in ihrer täglichen Arbeit verwirklicht haben, sic haben über ihren Kreis hinaus der jüdischen Jugend und der jüdischen (.)Öffentlichkeit gezeigt, daß Erez Israel in der Lage ist, all denen eine Heimstätte zu sein, die zum jüdischen Volke und zur jüdischen Kultur zurückgefunden haben. * Gemäß dem vorläufig festgesetzten Plan arbeiten die Mitglieder der Gruppe in Mikwe Israel einen halben Tag lang in den verschiedenen Arbeitszweigen der Wirtschaft (6 Uhr morgens bis 10 Uhr vormittags). Die Arbeitszweige sind: Tischlerei, Versuchsfelder, Baumschule für Zierpflanzen und für Obstbäume, Botanischer Garten, Ziergärten, Gemüsegärten, Ackerbau, Weinberg, Pardess, Schmiede, Kuh-, Pferde-, Geflügelstall. Die Schüler arbeiten stationsweise in den Arbcitszweigen. Jede Station dauert drei Wochen. Nach Beendigung einer Station gehen die Schüler zu den anderen Zweigen über. Entsprechend dem vorläufigen Plan haben die Mit- Bei der Arbeit glieder der Gruppe noch nicht theoretischen Unterricht in der Landwirtschaft, sic arbeiten vorläufig nur praktisch, bis sie die genügenden Kenntnisse in der hebräischen Sprache erworben haben. Es kann festgestellt worden, daß die Mitglieder der Gruppe beweisen, daß cs ihnen gelungen ist, sich gut an die Schule und an die Arbeit anzupassen. Entsprechend dem vorläufigen Plan haben die Mitglieder der Gruppe vorläufig mir hebräischen Uulcrriehf. Der Unterricht findet am Nachmittag statt. Die Gruppe stellt gemäß ihrer Organisation einen besonderen Körper im Institut dar. Sie ißt in einem besonderen 1.1(01:11 und hat Bei der Mahlzeit Foto*: jQdiscli• Jugt'mlhilf• auch eigene Wohnräumc. Abgesehen von deig Besuch der allgemeinen Vorträge im Institut und der Beteiligung an kulturellen Arbeiten (Bibliothek, I e.sesaal, Aufführungen, Kino usw.) finden in der Gruppe gesonderte Sichoth und Vorträge statt, __________ Das Erziehungsdepartement des Waad Lcuml hat beschlossen, in den jüdischen Schulen Seefahrtsuntenicht einzuführen. Die jüdischen Pfadfinderbunde gründen eine Seepfadfiltder - Abteilung. Palestine Review“. Unter den Zweijähriges Bestehen der ״P Zeitschriften Palästinas nimmt di besonderen Platz ein. Sic erscheint in englischer Sprache und hat die Aufgabe, für Teile der Judenheit in der Golah den Zusammenhang mit Erez Israel hcrzustcllcn. Unhw dm I citung ihres Herausgebers E. M. Epstein hat sich di. e Wochen- Schrift zu einer kulturell bedeutenden Institution entwickelt. ■lil! ־■•1"'יי־* . * \ L < ■. y ■/4■׳' '«י#י5* 1 ,.Äy; Oer Lagerplatz von Chanuiah, 14 Tage nach Gründung der Siedlung 1'<.>!׳>: KI! n!>4 KKL M111111111H1M1111Hn111!11Mn!u11u11111111111!1111H111!1111111111111M111111u111111111111111M11111u1111!111111111!!1!111!11111n11111111111111111111!11111111111111111111111i1111111!1!!11!1:111n1wt*<m!11(mH!111m1«11n[1tffl1m!11J111!1n111n11!111111!1111111111!111!111H111!1111111H1nn!1111!1111111n Die Tagung der Arbeiterpartei Jerusalem, 9. Mai. (Palcor.) David Ben O 11 r i o n sprach bei der Tagung der Jüdischen Arbeiterpartei in Rechowoth. Bezüglich der dringlichsten Aufgaben sagte er, daß drei Hauptfragen im Vordergrund ständen. Erstens die Einigkeit der Arbeiterschaft Palästinas; zweitens die Konsolidierung der zionistischen Fronten und drittens die Schaffung eines Maximums von jüdischer Stärke im Lande. Obwohl die Juden oft mit der Regierung Großbritanniens zu kämpfen hätten, müsse man sich darüber klar sen, daß das britische Volk der Verbündete der Judenheit in der Palästinafrage sei. Bezüglich der jüdisch-arabischen Beziehungen sagte Ben (iurion, man müsse mit Bedauern fcststcllcn, daß trotz aller Anstrengungen, die seit dem Eintritte des verstorbenen Dr. Arlosoroff in die Exekutive bis zum heutigen Tage unternomrnen wurden, um zu einem Einverständnis mit den Arabern zu gelangen, es nicht möglich war, mit den Arabcrit in ein freundschaftliches Verhältnis zu gelangen, Am Schlüsse rief Ben (iurion die Zionistische Bewegung und die Juden in der ganzen Welt auf, sich darauf vor/ubereilen, die militärische Schulung der jüdischen Jugend Palästinas, die Konsolidierung der Seiilüsselposüioiien, die von den Juden im ganzen Lande gehalten werden, den Erwerb von Land und die Entwicklung der maritimen mul fliegerischen Arbeit unter die dringendsten Aufgaben der nächsten Zukunft einzureihen. Schcrtnk ging auf die Image jüdischer L i n w a 11 d e - rung in Palästina ein. Wenn es ihnen gelänge, die wirtsehaftliche Lage im Lande zu verbessern — Anzeichen eines Aufschwungs seien bereits ersichtlich —dann würde auch der Kampf um eine erhöhte jüdische Einwanderung bessere Aussichten auf Erfolg haben. Beziir der Unruhen sagte Sehertok, der Jischuw sei nicht einem Pogrom ausgeset/t; in Palästina befänden sic sich im Kriegszustand. Es sei ein Krieg, der nicht von ihnen hervorgerufen wurde, sic seien jedoch in der Lage, dem Angriff erfolgreich zu widerstehen. Der Jischuw habe bemerkenswerte Errungenschaften in seiner Verteidigung gemacht, darunter sei der legale Gebrauch von 3600 Gewehren und die Berechtigung, mehr zu verwenden, falls nötig, besonders 711 nennen. Ferner wies er auf die Errichtung eines Drahtzaunes an der Nordgrenze hin, der ein wichtiges Yertcidigungsunfcrnehmcn sei und gleichzeitig zahlreiche jüdische Arbeiter beschäftigen wird, die bei ihrer, Arbeit von einem Korps jüdischer Ghaffirim beschützt werden, Am Schluß seiner Ansprache berührte Sehertok die Frage der Beziehungen zu den Arabern und sagte, er glaube, daß im Moment keine Möglichkeit zur Erreichung einer Verständigung mit den Arabern bestände, es sei denn, daß die Juden /!!stimmen wollten, eine ständige Minderheit im Lande zu bleiben, was sie niemals tun würden. Nach einer Ansprache von J. Sprinzak nahm die Konferenz eine Reihe von Resolutionen an. Eine Resolution erklärt, daß der Terror nicht seinen Zweck erreichen wird; er wird die Entschlossenheit des jüdischen Volkes, seine Heimstätte wieder atifzuhauen, nicht schwächen, sondern im Gegenteil stärken. Andere Resolutionen richten ein dringendes Ersuchen an die Regierung, die Anstrengungen zur Ausrottung des Terrors zu vergrößern, und protestieren gegen die I'inwamlermtgsbesehränklingen, ln weiteren Rcsolufionen werden die Juden in der I )iaspora aiifgerufen, ihre nationalen Kräfte durch Stärkung des Zionismus zu organi- 'irren. Die Konferenz, beschloß ferner, die gegenseitige Hilfe der Arbeiter zu stärken, den Wirtschaftsnickgang in Palästina zu bekämpfen und eine gestalteite Steuer für den Arbcitsloseufonds zu erheben. Der Araberboykott gegen die Kommission Naschaschlbl * Partei verweigert Aussagen Wie der palästinensische Berichterstatter der ,,Times“ am 10. Mai schreibt, sind die Hoffnungen auf ein Erscheinen der gemäßigten Araber vor der Tcilungskommission oder gar auf ihre schlicßliche Zustimmung zu einem modifizierten Teilungsplan jetzt dadurch zunichte geworden, daß die Nationale Verteidigungspartei, deren Führer der frühere Burgermeister von Jerusalem, Ragliib Bev N a s c 11 a s c h i b i ist, der Kommission eine Denkschrift überreicht hat, in der alle T c i I 11 11 g s p 1 ä n e a b g e I e 11 n t werden und auch ein Erscheinen vor der Kommission verweigert wird. ln der Denkschrift heißt es u. a•: ״Der Zentralrat der Partei drückt seine Enttäuschung darüber aus, daß die englische Regierung noch an der Teilung festhält, und wieder holt seine früheren Proteste an den High Commissioner und den Völkerbund gegen eine Teilung in irgendeiner Form als unvereinbar mit den arabischen Bestrebungen und wirksam, den Frieden für Palästina zu gewährleisten. Partei bedauert, nicht vor der K o m m i s s i o n scheinen oder Aussagen machen zu können, solang! Befugnisse der Kommission ausschließlich auf die To beschränkt sind und macht den Vorschlag, das Mand a t durch eine nationale Regierung zu ersetzen in Verbindung mit einem Vertrag ähnlich dem mit Irak und mit dem Schutz aller Minderlieitenreclite, aber mit der Aiifrecliterlialtung des gegenwärtigen Zahlern ei 11:11tnisses zwischen Juden und Arabern. Die Partei verlangt auch die Freilassung der internierten Araber und die Ruckberufutig derjenigen, die deportiert worden sind.“ Der ״Times''-Berichterstatter hält diesen Standpunkt der Nationalen Verteidigungspartei für bedeutsam, weil man trotz des Zusammenarbeiten* der Partei mit dem Obersten Arabischen Komitee während der Unruhen glaubte, daß sie eine gemäßigte Richtung cinhalte. Gerade vor der Veröffentlichung des Berichts der Kgl. Kommission verließ die Partei das Oberste Arabische Komitee in der Hoffnung, eine führende Stellung unter den Arabern zu gewinnen; aber nach Bekanntwerden des Teilungsplans fand die Partei, daß der Vorschlag weit schlechter als erwartet sei. Da fast alle anerkannten arabischen Sprecher, die noch in Palästina sind, der Vcrtcidigung-partei angehören, bedeutet diese Haitung der Partei, daß kein Araber offiziell mit der Teilungskommission in Berührung kommen wird. Der Sitz der nationalen Institutionen Tel Aviv geschrieben utinnen auf: aut 273 "0 recht daran zu belassen. 1c zwar in chaftcn mit öithcnhcrgs in den ersten moderner Getm- Die e r - die hing Der ״llaarcz׳‘ rollt, wie uns aus wird, die frage des Sitzes der nationalen Ins!:* Die Erhöhung der englischen!önkommcn.-tciicr sollte ein Anlaß sein, uns zu überlegen, ob wir tun, unsere widrigsten Institutionen in i omlon Unter den Institutionen und (ir-cllscli:! ften, <11 Palästina arbeiten, aber de jure englische (iesells dem Sitz in London sind, sind zu erwähnen: i:lektrizit:1tsgresellscha!t, die l'01ad1-\V1.׳rke, die I abrik Nescher, die Anglo-Ihilcstine-Rank, Pale-iine Land Development (10., die Kolonial-Rank und die beiden natoinh■!! I onds. Alle diese arbeiten in Palästina als ,.fremde׳‘ Gesellschaften. Ein großer Teil dieser Unternehmungen besteht seit langer Zeit, zum Teil sogar seit der Zeit, als Palästina noch eine türkische Provinz, war, in der der Zionismus verboten und jede wirtsehaftliche Tätigkeit besehrankt war. Auch Nachkriegsjahren war noch der Mangel an setzgebimg in Palästina fühlbar, und cs war nicht ratsam für ein großes Unternehmen, Kredit und internationales Ansehen dadurch zu gefährden, daß es sieh als palästinensisches deklarierte. Man zog es also vor, sich unter das englische Gesetz zu stellen und englischen Rechtsschutz zu genießen, Aber all diese Bedenken gelten heute nicht mehr. Grtiiidungcti der letzten Jahre sind in Palästina eingetragen, ohne daß es ihr iiifernatonales Ansehen beeinträchtigt hätte. Unter ihnen befinden sich auch nicht-jiidisehc Gesellschaften, wie das Jerusalemer Elektrizitätswerk, die Spinnoys Go., das King- David-Hotel, So wäre es auch an der Zeit fiir die nationalen Institutionen, sich als palästinensische Unternehmungen zu erklären. Es ist auch eine Geldfrage, obgleich die gemeinmitzigen Unternehmungen unter ihnen, wie die I onds und die Palestine Development Gompanv, von der Einkommen- Steuer befreit sind. Aber cs ist auch abseits von der Geldfrage wichtig für unser nationales Ansehen und unsere Selbstachtung, daß unsere nationalen Institutionen palästinensisch werden. Für eine hebräische Buchgemeinschaft. In der Zeitschrift ״Am we-ssefer“, dem Organ des ״Brith iwrit olamit“, fordert der Schriftsteller Jakow Eich man die Gründung einer hebräischen Buchgemeinschaft. Die Menschen, die der hebräischcn Sprache treu sind, haben in dieser Stunde der Not in erster Linie die Pflicht, der hebräischen I iteratur durch eine Organisation der ״Verbraucher“ zu hellen. Nur eine solche Organisation kann die hebräische Produktion aus ihrer Bedrängnis befreien.

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