Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 43 (1938)
- Issue
- Heft 38 (13.5.1938)
- Date
- 1938-05-13
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2651273-2653549-2653577--32158-2683863- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
jüdische Rundschau LITERATUR-BLATT Nr. 38, 13. MA! 1938 Geschichte einer Ueberiahrt Hebräisches Jahrbuch aus Amerika Als der hebräische Dichter Rosenzweig nach den Vereinigten Staaten karn, prägte er das Wortspiel: ״Amerika: po ami rak hu“ — ״Hier ist mein Voik leer“. Und gar mancher teilte mit ihm damals, vor Jahrzehnten, diese Stimmung der Hoffnungslosigkeit. So mutet es fast wie ein Wunder an, daß mitten in diesem Sturm isrjd Drang der Technik, mitten in dem rastlosen Oeschäftslche-n die hebräische Kultur nicht nur nicht untergegangen ist, sondern sich weiter entwickelte. Das ist das Werk jüdischer Gelehrter, Schriftsteller und Organisationen, die diese Kultur liebevoll pflegen. Diese Pflege bildet die direkte Aufgabe namentlich der ״Hi stadruth haiwrith b’ Amerika“, die vor 21 Jahren mit tätiger Unter- Stützung Schmarja Lcwins und Leo Motzkins ins Leben gerufen wurde. In den letzten Jahren läßt diese Organisation ein Jahrbuch — ״S e f e r haschanah I i 11 u d e Amerika“ — erscheinen, deren drittes nunmehr vorlicgt, herausgegeben von Menachcm Rihalow, dem verdienstvoflen Leiter der nun bereits im 17. Jahrgang erscheinenden Wochenschrift ״Hadoar“. Dieses Jahrbuch (432 S.) führt uns in die Gedankenwelt der literarischen Vertreter der amerikanischen Judcnheit — in der es, wie uns berichtet wird, etwa '200 000 hebräisch Sprechende bzw. l esende gibt. ״Das Judentum — was ist es?“ lautet das Thema des ersten Aufsatzes, dessen Verfasser (S. S. Kahan) die enge Verflechtung religiöser Tradition und nationalen Gefühls im Judentum betont. Zu dieser grundsätzlichen Kategorie gehört auch der zweite Aufsatz, in dem N. Turow die Hauptprobleme der Völkernsychologie in ihrer Anwendung auf das Judentum skizziert. Von den historischen Aufsätzen seien der klare, konzise Ahriß des Lebenswerkes Abrabanels von M. Wachsmann, sowie P. Churgins Skizze über die Marranen (oder vielmehr deren Nachkommen) als Vorkämpfer der Emanzipation mit interessanten historischen Belegen hervorgehoben. Einen wertvollen Beitrag zur Idee der Thcomachic im Judentum liefert M. 1 ewinsohn-Lcvy. Wenn wir nun, was natürlich ist, auch etwas von der Eigenart der amerikanischen Judcnheit suchen, so müssen wir uns den Abteilungen ״Schöne Literatur“, ״Essays und Kritik“ und ״Beth-Fsraei h’Amerika“ zuwenden. Aufschlußreich nach dieser Richtung hin ist vor allem der Aufsatz Ribalows über ״Die hebräische Dichtung in Amerika“. Die erste Periode dieser Dichtung ist durch das Gefühl völliger Fremdheit in dem neuen Lande, ja durch das Gefühl des Gegensatzes zu ihm, kurz, durch Negation gekennzeichnet. Hierher gehören der bereits eingangs erwähnte Rosenzweig, ferner Dolitzki und Imbcr: diese beiden sahen nicht das Land, auf dem sic schritten, —- ihr Blick schwelgte in Visionen Zions und des Heiligen Landes; in Amerika besang der UmEFMABKEN * FdTZ LeWIN LUtzowstr. 91A erstere nur seine bittere Not. Dann aber kommt die neue, seit etwa 30 Jahren währende Periode eines positiveren Schaffens mit einer thematischen Mannigfaltigkeit: Natur- und Liebesdichtung, Lyrik und Meditation, Schicksal des Einzelnen und Schicksal des Volkes. Hierher gehören Namen wie (um nur einige zu neunen): B. N.SiSkiucr, Sch. Schwarz, E. Lissitzki, J. Efros, Schimon Ginzburg, Hillel Bawli u. a. Manche von ihnen beginnen, auch ihr wolinland in den Kreis ihres dichtorischen Schaffens zu ziehen. So versucht Sch. Gin/hurg New York zu besingen, dieses ״Poem in Prosa, ein göttlichsatanisches, mächtig und drohend, ohne Rhythmus, geschrieben in reimlosen Versen“. So schaffen Silkiner" und Lissitzki Dichtungen aus dem indianischen Epos, wobei es, nach der Bemerkung Ribalows, kennzeichnend ist, daß ״auch in die moderne hebräische Dichtung Amerika nicht durch die Gegenwart und die Wirklichkeit, sondern durch die Vergangenheit und durch die Vision eindringt". Doch dies alles hetrifft nicht die Seele der hebräischen Dichtung in Amerika, Die Saiten dieser Seele erzittern vielmehr in Erinnerung an die fernliegendc, verlassene Heimat, an glückliche Tage der Kindheit und Jugend. Kurz, die Tradition ist nicht mir objektiv der geistige Nährboden dieser ganzen Dichtung, sondem vielfach auch ihr subjektiver Lebensnerv. ״Scharen vergangener Geschlechter sind in meinem Innern verborgen und belauern meine Lebenswege“, heißt es in einem Gedieht von Hillel Bawli. Denn seine Seele ist auch ״krank nach Lied und Licht“. Den Kampf dieser beiden Elemente — der Tradition und der Lebenslust - - schildert ein in dem vorliegenden Jahrbuch abgedrucktes Gedicht Bawlis (״Ich dachte, mein Weg ist richtig“), in dem tiefe Symbolik, Gewalt tmd Musik der Sprache sich zu einer seltenen Schönheit verbinden. Dem Dichter war es einmal in seinem Leben auch vergönnt, das Heilige Land zu sehen. Und er blieb von ihm gebannt. ״Mit deinem einzigen Tor schlossest du mir alle Tore der Welt.“ Traurig kehrte er wieder zurück. ״Dort machte das Lied der nahen Erde den himmlischen Gesang in ihm verstummen: hier, in der Gallith, umgekehrt: das Lied vom fernen Himmel ließ das Lied des nahen Landes verstummen“. Doch wozu mir über die hebräische Dichtung in Amerika sprechen, da doch das Jahrbuch — tmd das ist mit sein Schönstes — eine Reihe von Gedichten hchräischer Autoren in Amerika seihst bringt. Da kommen, um wieder nur einen Teil zu nennen, außer Bawli, Lissitzki mit einer Idylle, Efros mit einer historischen Vision ״An Babels Flüssen“ und Silhcrschlag mit einer rei/vollen Gedichtsammlung ״Aus dem Munde von Negern“ (Deutungen über Sonne und Mond, Blumen und Schmetterlinge 11. dgl.) zu Wort. Ein Zug, der dieser ganzen Poesie gemeinsam ist, ist sprachliche Reinheit. Dieser Purismus fällt namentlich b־׳im Vergleich mit der modernen palästinensischen Poesie auf. Rihalow erklärt ihn durch den Einfluß der hibltsehen Tradition, die seit den Tagen der Puritaner bis heute in der angelsächsischen Literatur forfleht. Wir glauben vielmehr, daß die Erdnähe, das Verfloehtcnsein der palästinensischen Poesie mit dein täglichen Lehen seihst zu einer Veränderung ihrer Snrachc beiträgt, während die hebräische Poesie in Amerika doch wesentlich im Bezirke des Geistes verbleibt. Interessant wäre es, einen Vergleich zwischen dieser Poesie und der jiddischen zu ziehen, deren Abriß gleichfalls in d׳'m Jahrbuch durch einen Aufsatz von Naphtali Groß ״Das jiddische Schrifttum in Amerika“ gegeben wird. In diesem fällt vor allem die große Aktualität des Gedichtes auf, das die Seite der Einwanderer schilderte und Bilder einer glücklichen sozialen Zukunft entwarf. Es ist bezeichnend, daß die jiddischen Zeitungen diese Gedichte an erster Stelle brachten, daß sie ausgeschnitten wurden und von Hand zu Hand gingen. Aus der belletristischen Prosa des Jahrbuchs muß die durch hohes erzählerisches und sprachliches Können ausge- Herbert Friedenthal: Ein Schiff unterwegs. Die Geschichte einer Ueberfahrt. — Joachim Goldstein, Jüdischer Buchverlag, Berlin 1038. In dieser Novelle zeichnet Herbert Ericdcnthal, der unseren Lesern als Verfasser des Romans ״Die unsichtbare Kette“ bekannt ist, die Geschichte einer Ueberfahrt nach Palästina vom Abschied am Kai bis zur Ankunft in Jerusalcm. Die Hauptrolle spielt gewissermaßen die Atmosphäre um das Schiff, die sich von Hafen zu Hafen ständig wandelt, zunächst die Flitterfröhlichkeit der Ausfahrt, dann die privaten Annäherungen und Geplänkel der Reisenden an Bord, ein lyrisches, idyllisches Intermezzo zwischen den griechisehen Inseln mit homerischen Reminiszenzen, Sturm, Cvperii und endlich die fast steinern monumentale, von den I cideu und der Sehnsucht der Jahrtausende gesättigte, geradezu antik jüdische Atmosphäre des Ziels. Eine Fülle verschiedenartiger Personen, der Berliner Rechtsanwalt, zu jung und verantwortlich, um nicht den Versuch einer neuen Existenz im Gelobten Land zu wagen oder doch vorzufiihlen, und zu alt, um schlechtweg Clialuz zu werden, glücklich verheiratet, aber unterwegs in dieser traumhaften, griechischen Luft fast der Versuchung einer Liebe erliegend, bis die Luft von Jerusalem alles Spielerische einfach ausschaltet; Jeanne, die sensible Pariserin mit der strindbcrgschcn Ehehölle, der sie ent- Ein historisches Dokument 1גורות ו!,ד — Bibliothek des Jiwo (Jiidisches Wissenschaftliebes Institut), Wilna 1038. ״Gscrot Tach“ ist der Titel eines Buches, das fortan das maßgebende Werk über die tragische Epoche der Kosakenaufstände 1048 bis 1654 sein wird. Es ist in der jüdisehen Gcschichtsdarstellung ein Muster- und Meisterwerk. Seinen Kern bildet ein zeitgenössisches historisches Dokument, Nathan Note Manövers hebräische Schrift ״Jevejn Meztila“, das 1653 in Venedig erstmalig gedruckt wurde und hier in jiddischer Uehersctzung von Lacki-Hertoldi vorlicgt; dazu kommen eine historisch-kritische Einleitung von Dr. Jakob Sch atz k y und bin- und bibliographisches Material von I)r. I. Israelsoh 11, ein gewaltiger wissenschaftlicher Apparat. Nalhan Note Manövers Familie stammt offenbar aus Deutschland, sein Vater war wahrscheinlich Rabbiner in Ostrog, der damaligen Hauptstadt der Wojewodschaft Wolhynien, er seihst könnte in der dortigen Jeschiwa heim Maharscha studiert haben. Er zeigte früh kabbalistische Neigungen, ließ 1646 in Krakau eine kabbalistische Schrift druck״!!, war aber ein durchaus realistischer Kopf mit beträchtlichem historischem Sinn. Er beherrschte neben dem Hebräischen die polnische, deutsche, lateinische und italienische Sprache und verfaßte ein viersprachiges Wörterbuch. Nach seiner Heirat zog er nach Zaslaw und lebte als Maggid ruhig und glücklich. Da kam das Jahr 1618, das Europa nach dreißigjährigem Kriege den Frieden brachte, das Jahr, in dein nach dem Sohar der jüdische Messias erscheinen sollte, und in der Ukraine erschien C311 m i ein ick i, der Kosakenaufstand gegen die polnischen Herrscher brach aus und wurde die erschütterndste Katastrophe für die Juden. Unter ihren Hiinderttaiisenden von Märtyrern war Nathan Note Manövers Vater, während er selbst, der das Grauen mitangeselien hatte, entkommen konnte, mit einer großen Familie und ohne die mindesten Mittel gen Westen zog, als Prediger sich von Gemeinde zu Gemeinde durch Deutschland nach Holland durchschlug und 1652 in Venedig landete, wo er, nun asketischer und niystisrlicr denn je, das Erlittene noch einmal durch/uleben und treu als Chronik niederzuschreiben begann. Im Jahr darauf, als die Chronik ״Jeveju Mezula“ erschien, wurde er Rabbiner zu Livorno. Dann finden zeichnete Erzählung Scklers ״.An der Spit/e des Felsen“ ans dem Leben der Juden in Spanien I! ervorgehohen werden. Aus dem letzten Abschnitt des Jahrbuchs interessieren hesonders die Beitrage von Herrn. Frank über das Wohltätigkcitswerk der amerikanischen Judcnheit, von Iwauski über ״Die Juden und die neue Richtung“ (d. h. die neue Wirtschaffspoldik Roosevclts), sowie von J. Pik׳/ uhev die jüdischen Landsmannschaftei! in USA., wobei die Schätzung des Verfassers überrascht, daß die Gesamtzahl der Mitglieder dieser Landsmannscliaftcn nur rund 200 000 beträgt. Den Abschluß bildet eine hebräische Uehersctzung der amerikanischen Verfassung von D. Perski, sowie eine (1ehersicht über eine Reihe von jüdischen Organisationen und Anstatten in USA. _Dr. Elias Hurwicz Zur l amilienforsdiunß Hanns Relßner: Familie auf Wanderschaft. — Vortrupp, Jüdischer Buchverlag Berlin 1938. Das Thema der jüdischen Familiengeschichte und die Probleme der jüdischen Lamilienforschung überhaupt werden in unserer Zeit wieder viel stärker beachtet, empfindet man doch gerade in unseren Tagen die Bedeutung der I amiiie wieder s'ärker, in einer Zeit, die wie kaum eine andere die Familie nbandc zu zerreißen beginnt. Eine Generation, die seihst Geschichte erlebt, hat auch tieferes Verständnis für den Träger der Geschichte, der sich in der Urzelle der Familie offenbart. Die Schrift Reißners ist rin interessanter Beitrag zu diesem Thema, schildert er doch das Schicksal einer Familie aus Deutschland - wie wir am!chmen, seiner eigenen — und verfolgt sie zurück, soweit die Dokumente es zulassen, um sodann insbesondere die Geschichte dieser Familie iin 19. und 20. Jahrhundert zu gehen, die charakteristisch für ihre Generation und ihre Erlebnisse ist. Er stellt im Anschluß daran die Frage nach dem Schicksal der heu'igen jüngeren Generalion in Palästina und in der Welt, insbesondere im Hinblick auf das Problem, oh eine neue Fand!Unbildung überhaupt möglich i't. Ein statistisches Nachwort erläutert die Studie nach der zahlenmäßigen Seite und gibt gute und zum Teil typische Einblicke in die quantitative, örtliche, berufliche, rasselt- und glaubensmäßige Entwicklung der geschilderten Familie. -!1. Der Folklorist Rabbi J. Zlotnik hat in einem dreihändigen Werk ,.Uhnmesch-Eolldore“ alles volkstümliche Material über die fünf Bücher Mosis gesammelt und herausgegeben. flieht, ist seine Partnerin und bleibt es nicht, um sich den Schmerz einer großen Leidenschaft und des Abschieds zu ersparen; die alte, komische, viktorianische Miß, die ihre Tochter in Cvperii besucht; der junge, arme, etwas rüde Naturbursche, der ein reiches ältliches Mädchen geheiratet hat, um Zertifikat und Ueberfahrt zu ermöglichen, und dies Mädchen, das siel! in Jerusalem sogdeich scheiden lassen will; die fesche, fröhliche, dam! seekranke Wienerin, die ihre Palästina-Reise bei einer Tombola gewonnen hat, und eilt alter, komischer, weil nur angeblicher Seebär, — alle diese Personen sind hier vereinigt, für dir kurzen Tage der lieberfahrt kreuzen sich ihre Schicksale und Charaktere. Die Schicksale lind Charaktere sind impressionistisch, wie es das Thema ergibt, und glaubhaft gezeichnet und durchweg interessant. Mit Freude stellt man fest, daß der Autor sich ztim reinen Erzähler entwickelt, das Abstrakte, Theoretisierende, Tendenziöse seiner ersten Arbeit ist hier abgestreift oder vielmehr in reine Darstellung sublimiert. Das Idceliche und Problematische des Judenschicksals wetterleuchtet im Hintergrund und in den Gestalten selbst, nicht in ihren Gesprachen, Iriedeutiial gibt An-clianung. tmlit mehr Weltaiischammg, Bilder, nicht nur Worte, und manchmal sehr ansprechende Bilder, so daß man -ein Büchlein mit Yergnügen liest. H. wir ihn wieder in Venedig als Kabbalisten, 1057 in Rumänien als Rabbiner und Verfasser des Mäh leibliches und einer Sammlung von Gebeten, spater in Mahren als Daian und Maggid und Verfasser zweier Kabhala-I!!!eher. Dort fiel er als ('pier der türkischen Invasion am Tage, da die Belagerung Wiens begann. Er war zu seiner Zeit ein wegen seiner inruschlichcn Lauterkeit, strengen Selbstdisziplin und Wohltatigkcit, vor allem seiner (ielehrtiieit berühmter Mann, und die Vorzüge .seiner Bücher erhielten auch der Nachwelt seinen Namen. ״Jevcjn Mezula“ ist die klassische (.luoiiik de!׳ Kosakenaufstände; N. N. Manöver schildert knapp und klar ehe Katastrophen in den wichtigsten <iemrinden der Ukraine, Litauens und Polens, mit genauen Daten, Anzahl der Opfer, Charakteristik der Führer und zum Schluß, wie um das Erschütternde erst recht fühlbar zu machen, das geistige Leben der Juden vorher. Dr. Schat/kvs | inleitimg ist eigentlich rin Werk für sich, doppelt so lang wie N". N. Manövers Buch, die frnchtbare Arbeit eines Viertrljahrbumlerts eingehendst( r historischer, ökonomischer, philologischer Studien. Von den zeitgenössisclien ukrainischen, polnischen, russischen und jüdisehen Aeußerungen und Conrad Hiltebrandts ,,Dreifacher schwedischer Gesandtsrhaftsreise nach Siebenbürgen, der Ukraine und ConstantinopH“ bis 711 den neuesten wissenschaftlichen Werken moderner Archiv- und (icsdiichtsforschung hat er nichts Einschlägiges außer acht gelassen, um ein vollkommenes Bild der Epoche zu vermitteln. Fs Nt vollkommen, denn es ist so objektiv, wie eine Gcscluchtsdar- Stellung nur sein kann. Nicht nur die jüdische Tragödie ersteht von neuem, auch Sinn und Zweck der aufständischen Bewegung, die politischen, religiösen, psychologischen Motive tmd Komplexe. Das Bild Chuiiclnickis 'selbst beispielsweise erstellt völlig neu und, besonders den jüdischen Darstellungen gegenüber, wesentlich ernüchtert und entromanisiert: er wird, obwohl die Motivierung durch pen-öiiliclu׳ Rache ins Reich der Legende verwiesen wird, gleichwohl glaubhafter und menschlicher. (Glimiclnicki selb-t unterschied zwi-chen den jüdischen Arrmlaron, die für die polni-eiici! Magnaten die Bauern vielfach zu ruck-ich'slos brbamh'br׳!, und den jtidischm Handwerkern, was für die |‘ra\N der Kosaken aber ohne Belang war.) L. H, Auf den Spuren der Gesdudite Maximilian Landau: Beiträge nun Chasarcn-Problcm. —- Schriftenreihe der (iescllschaff zur I' >opn!׳:g d־׳r \\ 1--ensciiatt de- Judentums, . Stola:1 Mo•!/, Jiidmclwr Buch- Verlag und Bucht ertneh, Bre-'au 1׳) N. Die (dtiismii, jener Stamm in Siidnißkind, der!1,1. h der l 101h rliefci ung das Judentum ang■׳;tnrn 10׳ u I: sind 1 ח cIst nur aus Jeinnla Maler v. ..ku-'in" bekannt::׳ ,')■׳den, '.׳׳,uNm als eine der jüdNehen St i.osgnmdini gen in dm״ V1״:: rn heit immer wieder Gegenstand <1■ י Inte׳-־! .<׳!■; -').■-י•״ ״. n, 1 indau untersucht in seiner Ahlian.l'nng m! s1w/׳a>1־roblem auf diesem Gebiet, nämlich die I rage de! I h’heit d.- Br׳ef- Wechsels zwischen dem ( ha-a reu ■K! un ״| ״-ef!nd einer der großen Gestalten der spa!11sch־jud׳-chrn f'p׳>c!n , U 11 a s d a t Ihn S c h a p r 1t t. Fr kommt aut (ituin.l nnw zeit,׳( -cliichtliehen, stilkritischni und litcrar-cben Unterm bin:; zu dem Ergebnis, daß r־ sich um rinon a!; t b e :1 t 1 - c h e n Brief Chasdais handelt, di'sseit cigmtli ■her \'e! f.i'ser aber der Sekretär Chasdais, Menachem F'.1:׳ S.1r<>k, gern, esen ist. — Anschließend beschäftigt sh I! I ,׳nulau mit d1״t! Deniza- Fragment zum Chasareit-Prnblrni, das im |ahre 1011 atifgefundcn wurde; er schreibt cs einem ch.as.arKchcn Juden zu, der mit Chasdais Abgesandten 111 Kon-tantmnnel zusammentraf, so daß es sich also dabei um eine zeitgenössische Quelle handelt. Synagogcn-Spurer! in schlesischen Kirchen. Von Professor Dr.-lng. Alfred Grotte — Schriften der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums. — M. und Ft. Marcus Verlag, Breslau 1937. Die Schrift von Professor Grotte ist insofern besonders interessant, als hier von seiten eines Baumeisters der Versuch gemacht wird, durch Rekonstruktion alter Bauformen Beiträge zur jüdischen Geschichte in Schlesien zu liefern. F.s ist ja bekannt, daß wahrend der Verfolgung-nerindcn im Mittelalter eine ganze Reihe von Synagogen in' Kirchen umgewandelt wurden: das berühmteste Beispiel sind die beiden Synagogen in Toledo. Diesen Vorgängen geht Grotte für eine Reihe von schlesischen Gemeinden nach, teils für solche, hei denen die Umwandlung dokumentarisch beglaubigt ist’ teils auch für solche Fälle, hei denen Dokumente zwar nicht vorhanden sind, aber aus den Bauformen aut eine derartige i mWandlung geschlossen werden kann. Die gut illustrierte Schrift wird für historisch wie auch für kirnstgeschichtlich Interessierte von großem Wert sein, besonders natürlich für_ die _ Angehörigen der in Frage kommenden schlesischen Gemeinden, denen hier ein Stuck ihrer jüdischen I Icmiatgcscluchtc geboten wird. oe iiiimiiimiimiimmmmimminmimiimtmiininnimmmiiMMmimmiiiiniiii ..iiiuimmmiiii!!.......immun ..nimmt IC IT 1117 Aff JMisci ei' Buciiveririen Min saiomon BÜCHER &Y11 B»rlln-C11arl«ti*nbur|1 Oahlminnstrat• 8 / Ruf: 861141 RITUALIEN - SC HALIPLATTEN Ttfnal 1■• ■14 Anal■!■«