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Jüdische Rundschau · 1938-05-06 · Heft 36 (6.5.1938) · page 10

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
43 (1938)
Issue
Heft 36 (6.5.1938)
Date
1938-05-06
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 10 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 36. 6. V. 1938 ...... Die industrielle Produktion Ueber 9 Millionen Pfund Produktionswert — 1 Million Pfund Export Die palästinensische Industrie gilt als derjenige Wirtschaftszweig, der von den Auswirkungen der Depression am stärksten betroffen wird. Das trifft vor allem insofern zu, als die Depression die knappe Finan/icrii rtgsb a 5 i s zahlreicher, vor allem mittlerer und kleinerer industricller Unternehmen schärfer hat hervortreten lassen. Zum Teil waren diese Unternehmen von vornherein zu knapp mit Kapital ausgestattet, zum Teil haben sich die Inveslitions- und Anlaufskosten höher als kalkuliert her,ausgestellt. Von diesen l inanzi! rungsschwicrigkeiten abgesellen, denen man unter Mithilfe der nationalen Institutionen durch Konsolidierungskredite der Auglo-Palcstine Bank und die Kapitalerhölning der Imiusti iebank zu begegnen bestrebt ist, wurde aber auch angenommen, daß das Pro- (1 u k t! o n s v o hi 111 e!1 der I n d u s t r i e mehr oder weniger weitgehende Piiisehiäiikungeu erfahren hat. Allerdings lagen darüber bisher mir rohe Schatzungen und Anhaltspunkte vor. Nach diesen Schätzungen hatte der Produktionswcrt der jüdischen Industrie, der sich nach dem hidusimvensus der Jewish Agency vom Jahre 1933 auf CP 5,35 Millionen stellte, am Ende der Prosperität eine maximale Höhe von £P S—$1 _• Millionen erreicht und sich unter den Aus- Wirkungen der Depression, von denen die einzelnen Industriezweige allerdings ungleichmäßig betroffen werden, um durchschnittlicii etwa 1(1 ■ . reduziert. Teilweise wurden sogar s.härtere Produktion■.!ü.kgünge vermutet. Um so überraschcmler Und die Ergchm-sc des neuen, im August D'j7 durclipr üii’rtc;1 I!1 d 11 s t r 1 1' z c n s 11 s d e r J e w i s h A ge 11g v, die jodit a in p;׳׳>\ KorKi her Zusammenfassung veröftonmbt wiidc■!. Ndkh du-eil Ei gchiiis-eii stellt sich der Jaiirc-ju 1 m!i;k!!״::,n t■: t der juiii-clien Imlustrie mit 1.'!0,00 י M i 1 I i 0 וז r;1 \\ < ,-emiieh I1:>!u•: , als s. lutzmig-w eise aiigcnmnnie!! uiiid■. 1 ),1;!־, der Zw i-chen/eit seit I‘» ii ein umfassender Indii-tru zc!1 -11 - geht \orgcnommni wurde, läßt sich imturgern,ui näht mit Siche; heit iiheusehen, ob das indiisiricllc 1 g! ׳dukth esc, de.1:1!;׳ \or de■׳; I), p: e —um bereits einen hiVncren Stand ';t hatte und ob und 111 weichem Aii-ma!'^ in tD be-ti i-1 u aller < ir.mdr zu der Annahinc, daß dis enttgu:; u di u ludw;i.:e!1 \'>■; mutuiu-cn ״ - kaum der Fall ist um! mm Proifuktio'i-voiuinen auch im t lohepimkt der 1 *1 *,-p■ 1 :tat keim■•! imdmen Stand :11- 1i׳. njciiigi'U von CP 0 MiiEonen 1 rr■ ie 11t li.dte. Zu eifelios Italien eine Reihe von Iwliwt: g zu mgen in dm I >1 ׳prc--.11 ■1! etnpf udiiche Absatzverlu-te zu v! r z ׳ ick neu, \׳m denen vor allem dii jrnigen Industriell bi-trotteii u erden, die mit der Bauwiitseludt in engem /׳.:sn in!11! :!hang -teilen oder entbehr!» he Kon-iimgmter hers!eilen, deren Abr.it/ unter den K:!!:!Lra ft beschrank urigen der I )eprcs-io» gelitten hat. Es stellt sieh aber heraus, daß diese Produktion-Verluste durch Abaat/ciWeitungen anderer Iiidu-trii zu cige kompen-iert, vieilercht sogar uberkoinpensiert wurden, die sich trotz der Depression in weiterer Ent- Wicklung befinden und jetzt nach und nach dahin knmmen, den 111 den letzten Jahren sehr erweiterten Bedarf in stärkerem Maße zu versorgen, als das noch vor wenigen Jahren der i all war, b/w. den Export zu steigern. Ergebnisse des Zensus Was!teil neuesten Zcn-tider Jewish Agency selbst anbetrifft, so gibt dieser einerseits einen Ueberbiick über die gegenwärtige Produktion-Struktur und andererseits durch den nächst! hem! Iiiii/ugefiigtcn Vergleich mit den entsprechenden ZcNMis-Ziffcni des Jahres 10'3j zugleich eine Bilanz der i 11 <! 11 stri c 11 e 11 E n t w i e k I u 11g der Jahre 1033 bis 1037, die die Procperitntspenode und Rückst ir klingen der Depression umschließen: wirtschaftlichen Entwicklung könnte die Industrie auf Basis der bisherigen Ka״italinvestitioncn und vorhandenen Produktionsanlagen die Beschäftigtenzahl wie das Produktionsvolumen beträchtlich e r w e i t e r n. Die Exportentwicklung Im Zusammenhang mit der Entwicklung des Produktionswertes der Industrie ist besonders auf die Entwicklung des Industrie Warenexportes hinzuweisen, der in den letzten Jahren eine bemerkenswert starke Entwicklung gcnomnten hat. Die rohen Ziffern der Handelsstatistik geben über die Entwicklung des Industriewarencxportes insofern nur ein unvollständiges Bild, als die Produkte der wichtigsten palästinensischen Industrie, nämlich der Nalmingsmittelimlustric, handelssfatistisch nicht unter den Industriewaren, sondem unter der Kategorie der landwirtschaftlichen Produkte erfaßt werden. Wenn inan die Produkte der Nahrungsmittelimiusti ie aus der landwirtschaftlichen Warengruppe herauszieht und zum Industriewarenexport hirmtrechnct, so ergibt sich, daß der palästinensische Industriewarenexport im letzten Jahre annähernd die Höhe von £P 1 Million erreicht hat, während sich die entsprechende Ziffer für das Jahr 1033 nur auf rd. CP 165IKK) stellt. Seit dem Jahre 1033 hat sich also der Industriewarenexport, der bis auf wenige Produkte (vor allem Waschseife) von der jüdischen Industrie getragen wird und etwa 10 f,)> des Produktionswertes ansmacht, um EP (1,8 Millionen erhöht. Wie sich aus der nachstehenden Uehersicht ergibt, hat der Industriewarenexport in den beiden letzten Depressioiisjahron eine besonders starke Steigerung erfahren (CP 1000): Erzeugnisse der Nahrungsmittelindustrle 1937 193« 1935 Speiseöle 20.3 77 57 Verarbeiteter Reis 58 4 — Oelknchen 38 2 10 Konfekt, Schokolade 26 16 8 Fruchtsäfte, Marmelade 11 10 9 Wein, Cognac 21 23 21 Essenzen u. a. 17 5 5 Insgesamt 374 137 110 Andere Industriewaren Eisen- und Mctallwaren 20 13 7 Textilwaren 59 25 10 Bekleidungswaren 44 55 74 Kali 175 133 80 Brom 48 35 19 Andere Chemikalien, Aether,Oele, Kosmetika, Toilettcscife 23 23 11 Waschseife 74 52 78 Druck- und Papierwaren 38 13 15 Künstliche Zähne 34 32 34 Andere Industricprodtikte 50 36 43 Industrieexport insgesamt 939 554 481 Aus den Exportziffern, an denen vor allem die stark ansteigende Tendenz bemerkenswert ist, ergibt sich, daß der Export bei einer Reibe von Industriezweigen angefangen hat, eine nicht unbeträchtliche Rolle zu spielen. Die Kali- und Bromproduktion wird restlos exportiert, und der Export setzte in den ersten Monaten des neuen Jahres die Aufwärtsbewegung in starkem Ausmaß fort. Aber auch bei der Nahrungsmittelindustrie spielt der Export eine erhebliche Rolle, ebenso bei der Textil- und Bekleidungsindustrie (der Export von Bcklcidungsgegenständcn, der vor allem nach Syrien geht, wird allerdings zunehmend durch die Abwertung 7,3h; ci rr Re*׳׳>'ke i\W) RetcUaig* yn7 r Arhrit^f Produktionswert (in LP 1000) mi (!TO) KfipitslinvesÜiion (in LP 1 OOO) 1037 (m׳n NaHrun<7smittrl 180 (300) 3 ■180 (2 634) 2 300 (1 047) 1850 ( 887) Bekleidung 1 290 (711) 3 460 (2 282) 540 ( 375) 290 ( 120) Fio!?hr>arhn’t1,־ng 7!)0 (L17) 2 380 (2 462) 810 ( 536) 500 ( 205) Metall 690 (631) 2 760 (2 934) 790 ( 672) 740 ( 344) Maschinen Stpin und Zement $00 300 (156) 1!50 2 480 12 703) 300 1060 (1 085) 250 1 820 ( 817) Druck und Papier 4'0 (239) 2 39() (1 466) 580 ( 246) 600 ( 218) Leder 770 (450) 1 791) (1 311) 410 ( 261) 200 ( 97) Textil 120 ( 76; 1 300 (1 182) 380 < 259) 430 ( 232) Chemie 1001 ( 51) 730) 1 (I 122) 7201 ( 471) 1 0401 120 4 5301 ( 842) LJelctri/itat ׳'יי n : 1 140 ( 40) 540 2 4301 ( 545) 140 7501 ( 257) (1 526/ 700 (2S7) . 810 ו ( «Mi 280 ( 143) 330 ( 83) ln*£08arnt 6 300 (3 388) 2 7 300 (19 595) 9 060 (5 352) 12 700 (5 371; Die stäik-tc Enfw ickhmg gegenüber tu H weisen sowohl bkisichtiuli der Zahl der be-ch.![t1gte;1 Arbeit-knifte wie des Prodtiktionswi rtedie Naht tngxm ittel-, Beide klung-• und Druck- und Papi:■!Industrie, also die reinen Kon-i!nigiiterindustriell aut. Wenn die Stein- und Zeineiitiiultistrie trotz der m! hr als verdoppelten Kapitalms!■stitiott (und Verdoppe'ung der Zahl der Betriebe) einen Rückgang der Arbeitskräfte wie des Prodiiktionswertes anfweist, so diucict sich darin der Rückschlag aus, den diese in engstem Zusammenhang mit der Bauwirtschaft stehende Industrie durch die Depression erfahren hat. Das gleiche trifft bis zu einem gewisser! (irade auf die Holzbearbcitungs- und Metallindustrie zu, die bei stark erhöhten Kapitalinvestitionen nur eine verhältnismäßig schwächere Entwicklung der Arbeiterzahl und des Produktionswertes aufweisen. Sehr stark haben sich ferner die chemische und Elektrizitätsindustrie einschließlich der beiden Kon/cssionsgesellschaften, die 1937 gesondert erfaßt sind, fortcntwickelt. Kapitalinvcstition, Beschäftigtenzahl und Prodiiktinnswert haben sich mehr als verdoppelt. Wenn sich im ganzen gesehen die Kapitalinvestitionen in der Imlustrie in weit stärkerem (irade erhöht haben als die Zahl der beschäftigten Arbeiter und der Produktionswert, so erklärt sich das aus den sehr hohen Investitionen der I’;!lestine Electric Corporation und Palestinc Potash Ltd,, die in den letzten Jahren ihre Strom erzetiguiigsan lagen und das Leitungsnetz b/w. die Produktionsanlagen am Toten Meer sehr stark ausgebaut haben. Im übrigen aber ist das Zurückbleiben der Prodnktionscntwicklung hinter den Kapitaiinvestitionen in zahlreichen Fällen auf die Auswirkung der Depression zuriickziifiihren, die eine der Kapitalinvcstition entsprechende Ent« kklmig ries Beschäftigungsgrades und Produktionsvolumens imtu Hunden hat. Bei der Anlage der meisten Indiistrii'gnindimgi n waren Markt- und Umsatzerweiterimgen in Rechnung gestellt, die sich infolge der Depression nicht realisierten. Bei einer Wiederbelebung der J) Palcstine Electric Corporation und Palestinc Potash Ltd. der französisch-syrischen Währung beeinträchtigt). Ehe Entwicklung des industriellen Exportes, der sich seit dem letzten Prnsperitätsjahr 1935 von annähernd EP סי auf 1 Million verdoppelte, hat jedenfalls in nicht unbeträchtlichem Maße dazu beigetragen, daß sieh das industrielle Produktionsvolumen trotz cler Depression auf dem Niveau von EP 9 Millionen halten und im ganzen die Ausfälle bei einzelnen Industriezweigen kompensieren — wenn nicht sogar überkompensieren — konnte. Die Rolle der großen Unternehmungen _ Neben der Nahrungsmittelindustrie, die an der Export- Steigerung einen besonders starken Anteil und in dem verhäitntsmäßig konjimkturwiderstandsfähigen Inlandsbedarf eine starke Produktions- und Absatzreserve hat, erweisen sich vor allem die großen Unternehmen als Stützen der industriellen Prodnktionscntwicklung. Die PalestincEl tctric Corporation setzte in der Depression den Ausbau der Stromversorgung fort und steigerte den Stromabsatz des BRIEFMARKE« iw. Ernst Potsdamer Str. 86 Jahres 1037 um 40 »;> gegenüber 1935. Der Kraftstromabsatz, der zum weitaus größten Teil auf Industriekraftstrom entfällt und sich um 28 ״!> erhöhte, deutet auf eine Zunahme der Industrieproduktion hin. Die iToduktioiissteigcrung der Palestine Potash ergibt sich aus den Kali- und Bromexportziffern. Selbst die Zementfabrik ,,Nesher“ hat trotz, der stark eingeschränkten Bautätigkeit nur einen relativ geringfügigen Produktionsrückgang zu verzeichnen, da der Uehcrhcuarf in den Jahren der fieberhaften Bautätigkeit durch Import gedeckt wurde. Die Ocifabrik ״Shemen’“, die am Oel- und Oelkuchenexport sehr stark beteiligt ist, erhöhte ihren Absatz von £1> 310 00״ im Jahre 1935 auf £P 4M) (XX) im letzten Jahre. Die zunehmende Verlagerung der Weizen- Von der Woche Die sechs Polizisten, die bei einem Kampf in dem E)orf Azzoim beiTulkerem ermordet wurden, waren Araber, nicht (wie in der letzten Ausgabe gemeldet) Engländer. Mehrere Terroristen sollen ebenfalls getötet worden sein. Die Banditen erschossen ferner vier Pferde und ergriffen dann die Flucht, wobei sie sechs Gewehre mit sich nahmen. Starke Polizei-Abteilungen verfolgten die Bande. Mr. Satindcrs hat sich nach A/zoun begeben. In dem Dorf Azttn wurden sieben arabische Häuser vom Militär zerstört. Zwei arabische Mitglieder des Palästina-Arbeiterbundes, der mit der Histadruth verbunden ist, wurden bei Haifa von Banditen verschleppt. Man nimmt an, daß diese Ver- Schleppung ein Racheakt für die Teilnahme dieser Araber an den gemeinsamen Maifestiichkeiteu der Juden und Araber, die am Freitag stattfamlen, darstellt. Hassan A 1 h a j, ein arabischer Kaufmann, wurde in einer Straße von Haifa erschossen. Berichten zufolge wurde er von arabischen Terroristen ermordet, da er verdächtigt wurde, an Juden Land verkauft zu haben. Der Muktar des Dorfes [san und ein arabischer Hilfspolizist wurden von arabischen Terroristen entführt. Nachts wurden sechs Araber aus einem Dorf bei Nablus von arabischen Banditen verschleppt. Eine arabische Bande überfiel das Dorf Saffa bei Ramalla und tötete den Sohn des Muktars. Ein Araber betrat das Geschäft von Abraham Nassar in der 1 ler/l-Straße in Tel Aviv, mit der Absicht, diesen zu bcrauben mul versetzte ihm mit einem Brecheisen einen schweren Schlag auf den Kopf. Straßenpassantcn verfolgten den Räuber und faßten ihn. Nassar wurde durch den Schlag schwer verletzt. 111 den Dörfern in der Nachbarschaft von Nablus wurden als Strafe für die kürzlielicn Sabotageakte in dieser Gegend S3 Hilfspolizisten postiert. S a f e d und Rasch P i 11 a h waren nachts heftigen Schießereien ausgesetzt. Ferner wurden im Zentrum von Roscli Pinali vier Bomben geworfen, von denen zwei explodicrtcn. Polizei und < j ha ff ir i 111 erwiderten das Feuer mit Maschinengewehren. Die Terroristenbande soll ungefähr 70 Mann stark gewesen sein. Polizeihunde wurden her• beigeholt, um die Spuren der Banditen zu verfolgen. Während der arabischen religiösen Festlichkeiten am N a b i S a 1 a 11 brach zwischen Jugendlichen aus Ramleli und Eudd ein Streit aus, bei dem zehn Personen verletzt wurden, davon einer lebensgefährlich. Die arabische Presse berichtet, daß der Streik der Ladenbesitzer in Safed eingestellt worden ist, da die Bezirksbehörden die streikenden Ladenbesitzer warnten, daß über die Stadt ein 22.stündiger Ausnahmezustand verhängt würde. An1 2. Mai kam es in Jerusalem und Hebron zti Teil- Streiks der arabischen Ladenbesitzer gegen die neue Kommission. Die Hälfte der Läden in der arabischen Altstadt waren geschlossen, die übrigen wurden später durch Posten zum Schließen gezwungen. Nach Ankunft der Polizei öffnete ein großer Teil der Geschäfte wieder, in Jerusalem fand eine arabische Frauendemonstration vor dem Regierungsgebäude gegen die neue Teilungskommission statt. In Kairo kam es zu weiteren Demonstrationen vom Studenten der El Azliar-Universität gegen den Zionismus. Man nimmt an, daß das ägyptische Parlament die Palästina- Frage diskutieren wird, Die Studenten überreichten der britischen Botschaft eia Protestschreiben gegen die Teilung Palästinas. Das syrische Parlament hat eine Resolution gegen die Teilung Palästinas angenommen. Die Gerichtsverhandlung gegen drei junge Juden au3 Rösch Pinali, die im Zusammenhang mit einer Schießerei auf einen arabischen Omnibus verhaftet wurden, ist ver sc hoben worden. Der Dampfer ״I’oloma“ traf in Tel Aviv mit 165 Passtir■ gieren ein, die im Hafen landeten, wo auch am 1, Mai gearbeitet wurde. Die Anglo-Pa lest ine Bank beschloß für das Jahr 1937 eine Dividendenausschüttung von 10 Prozent. Vermahlung vom Ausland auf die inländische Miihlenindustrta hat es der Grands .Mo ul ins de Pa lestine in Haifa ermöglicht, den Jahresumsatz 1937 um 35 »,« gegenüber 1935 zu steigern. Eine Reihe weiterer größerer Unternehmen hat in den beiden letzten Jahren insofern stark zur Er•׳ Weiterung der Industrieproduktion beigetragen, als sic erst Ende 1935 Anfang 1936 die Produktion aufgenommen haben. So z. B. die Palestine Brewer y Ltd., die Anfang 1936 die Produktion aufnahm und über 60 0/0 des bis dahin ausschließlich importierten Bierbedarfes an sieh gerissen hat, die Baumwollspinnerei und -Weberei ״Ata“, deren Thndukte ebenfalls Anfang 1936 auf dem Markt erschienen und hauptsächlich exportiert werden (letzter Jahresumsatz £P 60 (WO), die Reismühle ״Palestine Milli» g and Trading C o. L t d.“, die seit 1936 produziert und von ihrer letzten Jahresproduktion im Werte von £P 100 000 den größeren ׳Eeil exportiert hat, die Essenzenfabrik ״Frutarom“, dto im letzten Jahr ihren Umsatz um 50 °/0 erhöhte, die Konservenfabrik ״Primason“ u.a. m. Diese günstige Entwicklung einer Reihe größerer und großer Unternehmen, die die Stabilität der Industrieproduktion trotz Depression erklärt, darf natürlich nicht darüber täusehen, daß bei sehr zahlreichen mittleren und vor allem kleineren Unternehmen die Depression außerordentlich fühlbar geworden ist und zu Umsatzrückgangen, verschärften Konkurrenzverhältnissen und Finanzierungsschwicrigkeiten geführt hat. ,Die starken Absatzreserven, die wohl für ausnahmslos sämtliche industriellen Produktionszweige in dem nach wie vor außerordentlich umfangreichen Industrirwarenimport bestehen, sind bisher erst zu einem sehr geringen Teil in Anspruch!genommen worden, so daß in ihrer stärkeren Ausnutzung eine große Konjunkturreservc zur Verfügung steht. Ihre Ausnutzung ist zum Teil eine Zoll frage, daneben aber auch eine Frage der Industrieorganisationen. Die zollpolitische Zurück- Haltung der Regierung ist bekannt. Auf dem Gebiet der Industrieorganisation ist dagegen gerade im Verlaufe des letzten Jahres durch die zentralen jüdischen Institutionen vieles gescherten. Es sei in dieser Beziehung an die Errichtung des Exportinstitutes, des industrietcchnischen I n s t i Eu t c s lind die organisatorischen Maßnahmen hinsichtlieh der Marktregelung und Kredit Versorgung hingewiesen. Dr. Alfred Mjchaelis, Tel Aviv (Schluß des Palästina-Teils) TEPPICHHAUS ZENTRUM AeuBerste Preise für Teppiche - öa־dlnen - Läufer Berlin CS, Spandauer Strafle 28 an der Königstraß•

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