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Jüdische Rundschau · 1938-05-06 · Heft 36 (6.5.1938) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
43 (1938)
Issue
Heft 36 (6.5.1938)
Date
1938-05-06
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Nr. 36 / Jahrgang 43 Preis 25 Rpf• JÜDISCHE RUNDSCHAU Redaktion, Verla* and Anzelganvarwaltangi BerlinW15, Melnekeitr. 10 Farnraf t 915031, Telegramm-Adr•■*© 1 Orglilp. — In Fillen höherer Gewalt besteht kein Anspruch auf Nadiliefemog oder Erstattung etwa schon ger.ah!ter Berugsgehuhren. Bezugspreis einschließlich Bestellgeld je Monat RM 2,—, je Vierteljahr RM 5,75; bei Abholung RM 1,88 brw. RM 5,39 (einschließlich Poitzeitungsgebühr von 10,72 Rpf je Monat). — Postscheck: Konten der Vertriebs Abteilung für Groß-Berlin: Berlin 71573, für das übrige Reich: Berlin 17392 BERLIN ה׳ אייר תרצ״ח FREITAG, 6, MAI 1938 Ergchalnt Jaden Dltmti, und Freitag. Gültig;<1 die Anzelgenpral>ll,te Nr. S vom 1. April 1936. Die rwölfgespaltene mm - Zeile 20 Rpf, für FamlUen* Nachrichten 15 Rpf- Keine Gewähr für Aufnahme von Anreigen in bestimmten Ausgaben oder an bestimmten Plätzen. Einzelanreigen nur gegen Vorauszahlung auf Postscheck Konto Berlin 71618 oder bar Montag bis Freitag 9 —!8 Uhr. Annahmeschluß für die Dienstag Ausgabe Montag 10 Uhr, für die Freitag - Ausgabe: Mittwoch 15 Uhr. Femlllen - Anzeigen •m Tag vor Erscheinen 16 Uhr Der Zionismus erstrebt für das indische Volk die Schaffung einer öffentlich - rechtlich gesicherten Heimstätte In Palästina. (Baseler Programm) Was gibt es in Amerika außer Brot? Dia folgenden Ausführungen stammen von einem jungen jüdischen Einwanderer uns Deutschland, der in Cincinnati (Ohio) am dortigen Hehrcur Union College studiert und in seinem Bericht Fragen behandelt, die zwar nicht so slarlt im Brennpunkt der Diskussion stehen, dennoch nicht weniger interessant sind. (Red.) Der aus Deutschland kommende jüdische Einwanderer hat zunächst ein Ziel: Er will hier, in den Vereinigten Staaten, eine neue Existenz finden. Ucher diese Frage des ״Brots“ — wie ich cs nennen möchte — sind schon mancherlei Ausführungen erschienen. Man weiß mm schon, daß die Aussichten hier im allgemeinen nicht ungünstig sind, obwohl auch oft sehr große Schwierigkeiten überwunden werden müssen. Man weiß auch wohl schon, daß zur Zeit die Lage infolge eines wirtschaftlichen Rückgangs besonders er- Schwert ist, und daß manche Einwanderer ohne Beschäftigung sind. Es muß von jedem anerkannt ־werden, daß diese wirtschaftlichcn Fragen am brennendsten sind, daß sie die Grundlage auch jedes geistigen Lehens bilden; und doch wage ich, auch die Frage der geistigen Einordnung aufzuvverfen und sie als wichtig zu bezeichnen. Zwei extreme Typen Wenn ich von der großen Bedeutung der sinngemäßen geistigen Einordnung spreche, so habe ich zwei Gesichtspunkte im Auge; Ich denke erstens an diejenigen Neueinwanderer, denen es schon —■ vielleicht nach etwas längerem Aufenthalt im neuen Land — gelungen ist, sich eine Existenz aufzubauen. Nachdem die ersten großen Sorgen für das nackte Leben vorüber sind, tritt vielfach eine Leere auf, ein inneres Un7.ufriedenscin, das sich die meisten wohl kaum erklären können. Wahrhaft neue Freunde hat man hier noch nicht gefunden, und das Alte glaubt man gewaltsam von sich wegdrängen zu müssen. Man sucht vergeblich den Rahmen für eine Betätigung, die — den Interessen und der Einstellung von früher entsprechend — den neuen Bedingungen und Aufgaben •doch gerecht wird. In diesem Suchen werden es die, die schon eine gewisse Kenntnis der geistigen Situation in den Vereinigten Staaten besitzen, viel leichter haben als die, denen das Problem unerwartet und als etwas vollkommen Neues gegenübertritt. Die andere Gruppe, die ich im Auge habe, ist die, die noch nicht so weit ist als die zuvor beschriebene Gruppe. Menschen, die noch von der einen Stelle zur anderen laufen müssen, denen eine Enttäuschung nach der anderen bereitet wird, fühlen sich unglücklich und verlassen. Ihnen kann der richtig gewählte Freundeskreis, die ihnen entsprechende jüdische Gruppe, Halt geben. Uni diesen Kreis zu finden, brauchen auch sie eine gewisse Kenntnis der hiesigen geistigen Situation. Wichtiger als die Frage der Zugehörigkeit zu einer bestimmten amerikanischen oder jüdischen Gruppe ist die Frage der Grundeinstcllung. Man kann hier oft zwei extreme Typen finden, deren Einstellung ungünstig ist. Auf der einen Seite finden wir Einwanderer, deren Gedanken vollkommen im Barm des ״Früher“ gehalten werden. Dieser Typ ist schon oft beschrieben worden. Er vergleicht alles mit dem, was er gewohnt war; der Maßstab aller Dinge ist für ihn das Gewesene. Ihm fällt es schwer sich umzustellen, und das Neue bedrückt ihn. Den anderen könnte der Wahlsprueh, möglichst viel zu vergessen und möglichst viel dazuzulcrncn, in den Mund gelegt werden. Sie sind grundsätzliche Gegner jeder Zusammenkunft oder Zusammenarbeit mit denen, die aus gleichen Verhältnissen kommen wie sie. ,Sozialen und gesellschaftlichen Vereinigungen der aus Deutschland gekommenen Einwanderer bleiben sie fern. Diese Einstellungen halte ich beide für gleich gefährlieh, für den Einzelnen wie für die Gesamtheit. ,,Dazulernen“ ist Bereicherung, ״Vergessen" ist Verarmung. Es ist eine alte Weisheit, daß Reisen das Wissen und den Charakter eines Menschen bereichert. Auswanderung ist sicher die intensivste Form des Reiscns. Auswanderung kann zu einer großen Bereicherung des Innenlebens führen, wenn der Auswandernde imstande ist, einen Ausgleich zwischen den Kulturütern des altert Landes und den neu aufzunchmenden Einrücken lierbeizuführen. Amerikanische Kultur Wenn man von dieser Grundeinstcllung ausgeht, ist es nicht so schwer, seinen Platz im amerikanischen Kulturleben zu lindem. Es wird so oft gesagt — und viele Einwanderer empfinden das in der ersten Zeit ihres Hierseins —, daß Amerika eine arme oder gar keine Kultur habe. Doch wenn man etwas tiefer in die Dinge cindringt, sieht man, daß das nicht Stirn tut. Amerika hat eine andere Kultur als die meisten europäischen Länder, wenn man wiil, eine jüngere Kultur. Der Irrtum beruht meist auf einer falschen Beirachtungsweise.!Man findet hier so viele nichtamcrikanischc Kulturwerte und rechnet alle diese Kulturwcrie der Ursprungsnation zu. In Wirklichkeit aber hat sich Amerika diese Kulturwerte zu eigen gemacht. Man muß hier eine gewisse Mischkultur finden, da das amerikanische Volkstum ein gemischtcs ist. Wenn wir also hier meistens mir ״europäische“ Musik hören, so können wir deshalb nicht sagen, daß es keine amerikanische Musik gibt. Diese europäische Musik hat in den Vereinigten Staaten vielfach ihre großartigste Interpretation gefunden (Philadelphia. Boston und New Yorker Symphonie-Orchester), und Musikkenner haben mir erkilrt, daß diese Interpretationen oftmals typisch amerikanisch sind. Aber seihst wenn das nicht der Fall wäre, Amerika erkennt das Verdienst europäischer Kultur an und schmückt sich nicht mit fremden Federn, ohne die Herkunft dieser Federn anzugehen. Einwandfreie Reproduktion von kulturellen Werken schafft auch Kulturwerte. Musik Auf unserer Suche nach Werten außer Brot werden wir hier also wahrscheinlich zuerst auf die Musik stoßen. In »llen größeren Städten haben wir große und ausgezeichnete Symphonie-Orchester, von denen die drei größten Weltruf besitzen. In Mittel- und kleineren Städten muß man sich mit Radiomusik begnügen. Auch auf dem Gebiet des Rundf links kann man zuerst große Enttäuschungen erleben, wenn man diese Einrichtung nicht genau kennt. Man mag sich enttäuscht von dem amerikanischen Radiosysiem ahwenden, wenn man zuerst fast nichts als schlechte Tanzmusik und firr uns kaum verständlichen Humor hört. Außerdem werden die Programme der Sender, die alle Privatunternehmen sind, in sehr kurzen Abständen durch endlose Reklamcsendungen unterbrochen. Wenn man jedoch weiß, daß es in jeder Mittelstadt vier bis sechs Sender — in New York vielleicht dreißig — gibt, und daß zumindest eines dieser Sendesysteme immer atu Abend und oft an Nachmittagen ein zusammenhängendes äußerst hochwertiges Programm gibt, wird man bald mit Hilfe des Programms durch das Radio genügend Anregung finden. The&ter Das Theater ist nicht so verbreitet wie die Musik- Veranstaltungen. Ständige Theater gibt es mir in den größeren Städten. Wo sich j'cdoch Theater befinden, sind sie vielfach überragend gut. Auf dem Gebiet der Oper sei nur die New York Metropolitan Opera erwähnt, die wohl mit Recht zu den besten Opern der Welt gezählt wird. Ihre Vorführungen werden auch vielfach durch das Radio übertragen. Auf dem Gebiet des Schauspiels gibt cs auch ausgezeichnete Häuser. Jedoch haben die Schauspielhäuser keine festangestellten Schauspieler, sondern bestimmte Schauspieler-Truppen üben ein bestimmtes Drama ein und werden in ihrer Gesamtheit zur Vorführung dieses Stückes von den Bühnen angestellt. Darum gibt es keine besonders guten Bühnen, sondern nur besonders gute Schauspiel ertr uppen. Ausgezeichnete Shakespeare-Aufführungen sowie gute Aufführungen moder- 11er Stücke sind an der Tagesordnung. Manchmal verirrt sich auch eine bessere Gruppe in eine kleinere Stadt, so daß auch dort hier und da hochwertige Schauspielkunst geboten wird. Während aber dieser Kunstzweig im großen und ganzen etwas vernachlässigt wird, ist der modernste Zweig der Theaterkunst, der Film, in Amerika bekanntlich auf der Höhe. In j'eder Saison gibt es Spitzenfilme. Erwachsenenbildung Ein typisch amerikanischer Kulturwert ist das Vorbildlieh ausgebaute System der Erwachsenenbildung. Jeder strebsame Mensch hat die Möglichkeit zu studieren. Alle Universitäten und ״Colleges“, von denen sich fast in jeder Stadt eines befindet, führen eine große Anzahl von Abendkursen für berufstätige Studenten durch. Die Kosten sind verhältnismäßig gering, und für Unbemittelte stehen geniigende Stipendien zur Verfügung. Auch sonst sind in den meisten Städten noch Kurse zur Weiterbildung, besonders auch in Sprachen, eingerichtet. Für Einwanderer gibt es kostenlose Sprachkurse in Englisch, die teilweise von den betreffenden Stadtverwaltungen und teilweise von jüdischen Organisationen eingerichtet sind. Wer aktiv genug ist, findet mehr Gelegenheiten, sich weiterzubilden, als er ausnützen kann. Auch die zahlreichen erstklassigen Bibliotheken seien hier erwähnt, die alle wesentlichen Werke in Englisch, und die bedeutendsten Werke der anderen weitverbreiteten Sprachen (besonders Deutsch, Spanisch und Französisch) itn Originaltext führen. Alle diese Kulturinstitute werden leider von den meisten Einwanderern noch nicht so viel benutzt, wie sie benutzt werden sollten. Jüdische Institutionen Soweit wurde der Einordnung in das Jüdische Amerika keine besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Diese ist für den Einwanderer ebenso von Wichtigkeit wie die in das allgemeine Amerika. Auch hier finden wir dieselben Schwierigkeiten. Der Einzelne muß sich um die Einordnung bemühen. Die Kulturinstitutionen drängen sich nicht dein Einzelnen auf, er muß sie vielmehr suchen. Ein Einwanderer kann hier jahrelang im Land leben und von keiner jüdischen Organisation erfaßt sein. Es gibt nämlich keine Ocmcindcorganisation. Jeder, der den Drang dazu fühlt, schließt sich einer Tempel- Organisation an, und wer nicht will, bleibt jüdisch unorganisiert. Etas religiöse Bild des amerikanischen Judentums unterscheidet sich in mancher Beziehung von dem uns gewohnten. Aulfällig ist vor allem das ausgeprägte Reformjudentum, das eine radikale Weiterbildung des religiös-liberalen Judentums in Deutschland ist. Dennoch befremdet cs den Einwanderer auf den ersten Blick wegen seiner weitgehenden Reformen. Obwohl der Einwanderer diese Richtung nach längerem Hiersein besser verstehen lernt und sie nicht mehr ohne weiteres als .,unjüdisch■‘ bezeichnen wird, mag wohl mancher aus Deutschland kommende religiös-liberale Jude gut daran tun, sich für den Anfang einer Synagoge der mehr konservativen Richtung zu nähern, obwohl auch diese seinem Geschmack nicht vollkommen entsprechen wird. Verschiedene Refornitempe! in den großen Städten haben diese Schwierigkeit erkannt und vorläufig Gottesdienste nach aschkenasischem Ritus eingerichtet. (Zur Zeit gibt es solche Goltesdicnste in New York, Chicago und Cincinnati). Auch hier kann die Aktivität des Einzelnen eine ganze Menge erreichen. — Die Angehörigen der konservativen und orthodoxen Richtung haben es hier einfacher als die religiös-liberalen Juden. Sie werden ohne weiteres die ihnen entsprechende Richtung finden. Auch soziale und gesellschaftliche jüdische Vcrcinigungen und Veranstaltungen mögen sich in manchem von denen in Deutschland unterscheiden. Man sollte sich aber unter allen Umständen an ihnen beteiligen, Ernst Lorge Triebkräfte des Handelns Zu Weizmanns Reden und Aufsätzen Durch die jüdische Geschichte zieht sich wie ein roter Laden die Tragik seiner führenden Gestalten: Sic liegt darin, daß das Volk ihnen nur widerwillig folgt, daß sie im Ringen mit den w i d e r s t r e b enden Eie m c 11 t e n im Volke sich durchsetzen müssen und sehr oft ihre besten Kräfte für diese innere Auseinandersetzung verbrauchen, die eigentlich für höhere Ziele bestimmt waren. Auch unsere Zeit zeigt wieder dieses Suiauspiel. Die Periode der jüdischen Renaissance יו! nicht unemllich lang, sondern sic muß in einer gewisse•״ Zahl um < 1cnciationen sich vollenden. Wahrend die Zeit jedoHi \ er! innt mul uns /um Feil bereits unwiderruflich entsdm unden ist, wahrend die Völker der Welt in einer Periode tiefgehendster Umwälzungen einheitlieh und geschlossen handeln, muß die indische Erncucrung itn ständigen Ringen mit dem Va!ko selbst vonstatten gehen, kann sich nur gegen den Vuler-pimh der widerstrebenden Volkskrafte durchsetzen und verliert so Zeit und wertvolle Kraft. Welch eindrucksvolleres Svnibnl Sur all dies könnU’ es geben als den Mann, der in unseren lagen «g kein anderer Repräsentant der jüdischen Renaissance-Idee ist, (!(•-.״סי Lehen und dessen glanzvolle Erfolge im Zeichen am 11 dieses inneren Kampfes stellen: W c iz 11! a 11 11. Es isj hier nie!11 der t )r< und der Augenblick, um (he geistige Struktur und die Leistungen dieses Mannes naeli/n/eidinen, wenn da!auf!11 ngeu iesen werden soll, daß jetzt die Möglichkeit gegeben זיו, einen wesentliehen Teil seines Denkens und Handelns aas der Sammlung seiner Reden und Aufsätze konmm/ulermm (Cliaim W'cizmann: Reden und Aufsätze 1 '>() 1 1<);P. Ausgewahlt und eingeleitet von Gustav Krojankcr. . jüdischer Biiehvcrlag Erwin Locwc, Berlin.) Wcizmann sagte selbst einmal: ..Ich habe in Jerusalem gesprochen, in Tel Aviv, in Paris, in Oxford und noch vor ein paar Tagen in Genf. Und leider wird alles gedruckt....“ Dies ist in diesem Band nicht der l all, cs handelt sich vielmehr um eine knappe Auswahl aus dein Material, die in Palästina und jetzt auch hier getroffen wurde, um den deutsch lesenden Juden einen IJcherb'ick 1111er die Gedanken- und Arbcitswcit Weizmanns zu geben. Es ist keine systemalische Darstellung, die dabei herauskornnit; sie wäre heute ja auch unmöglich in einer Zeit, in der Wei/manns Werk mitten itn Fluß ist und einer neuen, entscheidenden Stunde seiner Entwicklung entgegcngcht. Wir lernen vielmehr die Triebkräfte kennen, die in diesen] ,Manne wirksam sind und die schon in seiner Jugcndrpoche, als er in den Anfangs/eiten des Zionismus zu wirken begann, offenbar wurden. ihm war es um eine Vertief״ n g d e c Z i o n i s - tniis zu tun, der in jenen lagen allzu sehr in oberflächlichem organisatorischem und politischem Betrieb zu versanden drohte, und er erstrebte einen Zioni-tmis besonders im alten Rußland - der nicht in kleinhnrger!icher Enge verharrte und die Jugend daher nicht hegei-tern konnte, s1!״dertl der weltweit war, den erhabenen Ideen der Menschheit ebenso zugewandt wie den großen (intern de״ Jmk'iiumw. Es war daher kein Zufall, daß schon in jener Zeit Wrizm'inn für die Idee der H ehr ä i s 11! ־ e 11 Uni v c r-.it .t t in Jrrii-alem eintraf, damals eine ferne Utopie, die spater von ihm verwirklich! wurde. Man hat schon hei manchen anderen fnhremlcn Gcsfalfcn des Zionismus, die aus dem Omen .-•.׳immcn, die best- Stellung gemacht, in wie eigenartiger Eoi in i:1 ihnen das Erbgut des Ghetto sich mit westeurop li-clur leine vcibiudet lind wie sic so zu einer neuen Halsung ab Juden kamen. Auch Wcizmann hat diesen Weg 11 urc 11 g0111:10111, und er hat gegenüber manchen .Angriffen seine Ms: hu litt aus dem Osten und seine tiefe seelrtehe Verbundenheit mit dem lebendigen Körper des jüdischen Volkebetont. Dennoch ist er wie kaum ein anderer von dem Erlebnis des Westens, hesonders auch der e n g I i s c 11 e n K u! t 11 r s p h a r e geprägt worden, und er ist einen weiten Weg gegangen, der von der ״Schtadlamit“ früherer Generationen zu der I ialfnng des freien Juden führte, der der Welt gegenüber Eordcrungen erhebt und sie in selbstbewußter Haltung vertritt. Weizmann tritt uns hier als der Mann der Balfour- Deklaration entgegen. Er berichtet iitnncr wieder über jene Zeit der Entscheidung, und wir erleben die Kämpfe, die sich in den ersten Jahren danach um ihre Auslegung erhoben, Ue&aUick Präsident. Roosevclt hat rin amerikanisches Komitee für die Frage der Emigranten unter Vorsitz voll James Ci. MacDonald und einen amerikanischen Vertreter für die geplante internationale Emigranten-Knimnission er• nannt. Die letzte 7. itru s s 0 i s on in Palästina hat einen Mehr■ erlös von ca. I Million Pfund gegen die vorige Saison erbracht. Der palästinensische Industriezensus ergab einen Produktionswert von über 9 Millionen Pfund, darunter einen Exportwert von ca. 1 Million Pfund. In Jerusalem tagte die Assefath H an i wchur im (Jüdische Sationalvcrsamnilung Palast ina.s). Der innerarabische Terror in Palästina hielt unverändert heftig an.

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