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Jüdische Rundschau · 1938-04-15 · Heft 30-31 (15.4.1938) · page 9

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
43 (1938)
Issue
Heft 30-31 (15.4.1938)
Date
1938-04-15
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Nr. 30/31, 15. IV. 1V>38 JODlSCM E RUNDSCHAU Seite 9 Die Auswanderungstendenz bei den Juden Oesterreichs Von unserem Berichterstatter J. R, Wien, 10. April Die Auswander 11 ngste 11 de 111. hei den Wiener Juden ist bereits in den letzten Jahren in immer gesteigertem Maße in Erscheinung getreten. Freilich gaben die Auswanderungs z i f f e r n allein nicht das richtige Bild von der wirklich vorhandenen Auswanderung I ti s t, da dieser Tenden?, die verschlossenen Türen fast sämtlicher Eimvainlcrungsländer gegenüberstanden. Die jüngsten Fntwiekhmgen haben natürlich eine besonders starke Aus w ander ungsber e i t sc 11 a f t erzeugt. Wohin will sich nun der H a u p 151 r o m w c n - den? Die Judcnheit Oesterreichs, und hier vor allem die Wiener, sind in ihrer gesellschaftlichen Gliederung, in ihren geistigen und kulturellen Voraussetzungen so imeinheitlicli, daß man auch in ihrer Auswandcrimgsteiulenz eine vielfache Differenziertheit fcststrlleii muß. Gewiß ist cs heute verfrüht, von einer bestimmten geistigen oder sccli-chen Orientierung der Wiener Juden zu reden, die auch der Auswaudcrungsbcreitschaft weiter Teile dieser (icineinschaft die Richtung zu geben vermöchte. Kann man auch noch kein Urteil über eine vielleicht erst einsetzende Entwicklung abgeben, so lassen sich doch auf Grund von Beobachtungen aus dem täglichen Leben bereits heute gewisse Linien erkennen. Auf die Frage, weiche Rolle Palästina spielen wird, ist zunächst zu bemerken, daß die ideologische Haltung sich nicht immer in der Palästinawanderung widerspiegeln kann, da diese ja von vielen anderen außerhalb der eigenen Einflußsphäre liegenden Faktoren abhängt. Gewiß ist, daß das Palästina-Amt einen großen Andrang zu erwarten haben wird, aber dieser wird bestenfalls Schlüsse aüt das Auswanderung^ b c d ii r f n i s der Juden Oesterreichs ziehen lassen. In den letzten Jahren waren bereits ständig dreitausend Menschen im Wiener Palästina-Amt rrgistriert, wobei in dieser Zahl Chalttzim, die sich auf Hachscharah befanden, nicht eingerechnet waren. Fs ist seihstverständlich zu erwarten, daß diese Zahl eine sprunghafte Steigerung erfahren wird. Eines kann schon heute gesagt werden: Für den weitaus g r'ö ß t e 11 Teil der jüdischen Jugend kommt kein anderes Land als Palästina in Betracht. Sie wird das H a u p t k o n t i!1 g e 111 der Palästinawanderung aus Oesterreich darstellcn. Hierfür sind die Voraussetzungen bezüglich des Menschenmaterials gegehen; hinsichtlich der Möglichkeit ihrer Uebcrlcitung mtissen sie geschaffen werden. Ein großer Teil der zur Auswanderung Bereiten wendet seine Blicke auch nach den anderen Ucberseclän■ d e r n, vor allem aber nach A ttt e r i k a. Aber auch A u s i r a - 1 i e n sowie die südamcrikanischen Staaten stehen im Vordergrund des Interesses. Man belagert die Konsulate, man fragt bei den Schiffahrtsgesellschaften au, man erinnert sich früherer Beziehungen nach ״jenseits des Ozeans“, und mögen diese Bindungen noch so lose und verjährt sein —, sie bilden heute doch den Ausgangspunkt einer Hoffnung. Vom 21. März bis Anfang April haben sich rund 2 5 (HM) Menschen beim amerikanischen Konsulat in Wien um die Auswanderung nach Amerika beworben. Sie erhielten die V^rmerkbliitfcr, Fine zahlenmäßige Abschätzung darüber, wie viele von den Vorgei'ncrktcn 'den in den Vomierkbl.iitern enthaltenen Bedingungen entsprechen werden, ist nicht möglich. Jüdischer Jugend - Kongreß in Frankreich Von unserem Berichterstatter K. Paris, im April Am Q. bis 11. April fand in Paris der Kongreß der jüdischen Jugend in Frankreich statt. An der Zusammenkunft nahmen 40 Organisationen der jüdischen Jugend aus Paris, der französischen Provinz lind ans Kordafrika teil, die durch 100 Delegierte vertreten waren. Die Sitzungen standen unter dem Vorsitz, von Jacques Jeffroikin. Nach ausführlichen Diskussionen über alle die jiidische Jugend in Frankreich interessierenden Fragen wurden von dem Kongreß eine Anzahl Beschlüsse gefaßt, denen die Delegierten mit Ausnahme der Vertreter der jüdischen Scoutbewegung in Frankreich cüistiminig /!!.stimmten. Die Organisation der ״Eclaireurs Israelites de France1‘ (Scoiithcwegung) behielt sich ihre Zustimmung vor. 111 den Resolutionen der Konferenz wurde ein Statut für eine Zentral Organisation der jüdischen Jugend in Frankreich ausgearbeitet. Der jüdische Jugendkongreß forderte ferner eine Umformung der großen Emigrations- und Kolonisationsorganisationcn. William Stern Am 29. April wäre Prof. William Stern 67 Jahre alt geworden. Jetzt vernehmen wir aus Amerika, wo er seit 1033 einen neuen Wirkungskreis gefunden hatte, die traurige Nachrieht, daß er Ende März einem Herzschlag erlegen ist. Die Psychologie ist ein Fach, dem sich viele bedeutende luden zugewandt haben. Die Namen Stcgintmit l'ieud, Max wertlieiincr, David Katz mögen hier für viele stehen; der Name William Sterns reiht sich ihnen würdig an. Für die Weiterentwicklung der cxperimcntcl'cn Psychologie hat Stern Wesentliches geleistet. Seine Arbeit begann mit Studien über die Psychologie der Aussage, und die Richtung diese!־ Arbeit wurde unterbaut durch die von ihm gegründete und bis 1043 teleitete ,.Zeitschrift für angewandte Psychologie". Für die ntwicklungs* und Persönlichkeitspsycliologie wurde sein Buch ״Differentielle Psychologie״ zum Standardwerk; gerade auf dem Gebiet des Studiums der geistigen Begabung hat Stern wichtige Beiträge geschaffen. Sterns ״Psychologie de! frühen * Kindheit'• ist besonders populär geworden; hier hat er eine Fülle von Material über das Wachsen des Kindes zusammengetragen, das dann noch durch Monographien über die Kindersprache, die Zeugenaussage von Jugendliche!!, die Anfange der Reifezeit usw. ergänzt wurde. Auch als Philosoph ist Stern hervorgetreten, vor allem durch sein dreibändiges Werk ״Person und Sache“ und seine Studien zur Person- Wissenschaft“. Von 1919 bis 1933 wirkte Stern als Professor in Hamburg in enger Gemeinschaft mit Emst Cassirer. Ein reiches, aber noch lange nicht ausgeschöpftes und abg(,schlosse• nes Leben hat durch diesen jähen Tod seinen Abschluß gefunden. N. Briete von Ausgewanderten Schicksale in Fragebogen Wir entnehmen einer Zuschrift des Hilfsvereins der Juden in Deutschland die nachfolgenden Mitteilungen. (Red.) Zehnt,atisemle von A u s w a 11 d 0 r e r b r i e f e 11 sind in den letzten Jahren von Juden nach Deutschland gesandt worden. Ein Teil von ihnen gelangt direkt oder auf Umwegen an den Hilfsverein, der in ihnen eine der wichtigsten Informationsqiicllcn erblickt. Leider entspricht aber nur ein kleiner Teil der Auswandererbriefe den Wünschen des Hilfs- Vereins. Philosophiert doch der gtößte Teil un-crcr Menschen Kranmn-tf erslcherung Philipp ucito lieber über allgemeine Fragen, über Wirtschaftskoiijunktur und Wcltpolitik, als daß er über das eigene Schicksal, über Lohn und Arbeitszeit, über die Wohn- und Erniilmingsverhältnissc, über begangene Fehle!• und errungene Erfolge berichtet. Um diesem Mangel abzuhclfcn, hat der Hilfsverein vor längerer Zeit die sogenannten ״g r ii n c 11 I rage bogen“ ausgearbeitet und an Tausende von Auswanderern nach Uebcrsce verschickt. Hier wird der Auswanderer getrau über das gefragt, was er selbst wissen muß: ,,Welches war Ihr urspriingliclier Beruf?“ ״Welches Ihr jetziger?“ — ״Wie lang ist Ihre Arbeitszeit?'' — ״Wie weit beherrschen Sie die Landesspräche?“ -- ״Wie verteilt sich Ihr F.iukominen auf Nahrting, Wohnung, Kleidung, Sonstiges?“ - - ״Wie sind die Schulverhältnisse?“ Eine Fülle derartiger Fragen veranlaßt den Auswanderer, über sein Alltagsleben zu berichten. Nachdem Hunderte von Auswanderern diese Fragebogen atisgefüllt haben, ist bei der Informationsabteilung des Hilfs- Vereins eine Sammlung entstanden, die weit über den urspiiinglich gedachten Zweck als Unterlage für Beratung־ und Korrcspomlcn/Matt hinaus interessant ist. Spiegelt doch jeder Fragebogen ein individuelles Menschenseliicksal wieder, und die ganze Mannigfaltigkeit der Lebenswege unserer Menschen, wie ihre geographische Zerstreutheit, tritt in diesen Fragebogen deutlich zutage. Wir geben nachstehend den Inhalt einiger Fragebogen wieder; es ist im Wesentlichen nichts geändert. Da ist ein junger Umschichtler, unverheiratet, 1915 ge- Foren, ursprünglich Lagerist in der Sclmhbranrhe. Im Juni 1034 wurde er Stubenmaler. Fände 1917 geht er nach Buenos Aires. ßereifs 5 läge nach seiner Ankunft in der neuen Heimat gelingt es dem dortigen jüdischen Komitee, den jungen Mann bei einer englischen Baufirnia untcmibnngeii. Hier arbeitet er als Stuben- und Fasvulenmaler von 7 Uhr früh bis 7 Uhr nachmittags mit einstiindiger Mittagspause. SO Centavos verdient er pro Stunde, ״ein guter Lohn“', wie er schreibt, ״mit dem man den Lebensunterhalt gut abdecken kann.“ ״Was haben Sie falsch gemacht ,,י will der Fragebogen wissen, ,.Bis jetzt noch nichts ersichtlich; hatte in allem üiuck“, lautet die Antwort. Lin ällercr Umschichtler - - er ist jetzt 45 Jahre alt ־ - hatte nicht das Gluck, in seinem neu erlernten Berit! (Bäcker) bleiben 711 können. 1111 Herbst 1936 fuhr er auf der vom lliifsvcrein gecharterten ״Stuttgart“ mit Frau und Kind nach Südafrika. Hier nahm er eine Stellung als Kellner an. Er arbeitet heute im größten Hotel einer südafrikanischen Provinzstadt. Der Lohn ist nicht hoch, doch ״auskömmlich, da es auch reichlich Trinkgelder gibt“. ״Aber nach der Arbeitszeit“, so bemerkt er 7u der entsprechenden Frage des Bogens, ״darf man liier nicht fragen.Ich mußte in der Saison 14 bis 16 Stunden arbeiten." Und auf die Frage: ״Vor welchen Fehlern möchten Sie besonders warnen?“ gibt er zur Antwort: ,,Fs soll niemand ,־utswamlern, der sich nicht hundertpro/entig umstellen kann und genügend Sprachkenntnisse hat.“ Ein anderer Fragebogen kommt aus Asuncion, der Hauptstadt von P a r a gu a v. I )er Befragte ist jetzt 47 Jahre alt. Seit Mai 1936 lebt er 'in Paraguay. '1990 RM. standen ihm als Aniaufskapital zur Verfügung. Damit hat der ehemalige Architekt eine Stuben-, Fronten- und Schildermalern aufgcmacht, in der sein 19j,übriger Sohn als Maler mitarbeitet. Das Geschäft geht gut. ,.Finwamleier aus Deutschland", so schreibt er, ״können sofort bei mir Arbeit linden". Daß das keine Phrase ist, beweist ein anderer Fragebogen. Der Schreiber, 1999 geboren, ehemals Geschäftsführer in einem Einheitspreisgesell״ft, ist als ungelernter Arbeiter in der Firma beschäftigt. Ein früherer Student, Jurist, 1910 geboren, unverheiratet, lebt seit Januar |9'j7 in W e v t - A u s t r a! i 1! •־. Beruf: Landarbeite!׳, Arbeitgeber: atM 1 aIi׳-c 1 וs• Veru midie, Arbeitszeit: ״Eine Stunde vo! Sonnenaufgang bw eine '־•tinrle nach Sonnen- Untergang." Wohnung: Wellblc ■״ hlmtt e ״das Löbliche in West-Australien.“ ״Welche Si hw.rrigk eilen ha Inn Sie in gesellsrhaftlieher Beziehung?", \r 111 der Fi •!gebogen wissen. ׳״Gesellschaft in West-Australien, besonders auf dem Land, gibt es nicht", lautet die Antwort. Fine Reihe von l iagehogn! beruhtet über das Schicksal allein 3!Kgrw;mde!l׳ r Frauen. Da i-1 t me!׳(׳U geborene englischc Korre-poudcnfin^ und I11״rn,־d1-tm, jetzt׳ Sekretärin bet auch hier mein. ״Mau kann", so ■wlueibi sic, ״von einem' Tag zum andern gekündigt werde־), aber wenn matt sich einfugt ihr naturgemäß die aumehr ab 3< 110 ׳ W h; üi/1 uiien bestehende Landessprache. Auch das Klima hat sie anfangs stark mitgenommen. (lesellseha iüu he Beziehungen zu Japanern unterhält sie nicht. Aber im llaiise ihres (,lieh Dt sic willkommen. Außerdem hat sie Zutn’t zu einem amerikanischen Klub gefanden. Lin anderes :׳!bi״ aiisgewandertes Mädchen, 30 Jahre alt, in Deutschland K in der f ri! 111 rin, ist jetzt Erzieherin und Ziminamadcheu bei einer argentini'Hicn Familie in Buenos Aires. Ankunft in Argeniuijc1936 ״ mit 60 RM. Ihre jetzige Stellung hat sie durch ein Zfinuigsim-erat bekommen. Eine .sichere Existenz ist ihr Beruf freilich nicht. ״Mail kann täglich auf die Straße gesetzt werden," Trotzdem sind ihre Aussichten nicht schlrrln, da nusgeu änderte Frauen aus Deutschfand im Haushalt stets Stellung finden. Jüdische Arbeiter spielen Komödie Einer der größten Theatererfolge New Yorks Von unserem Berichterstatter ־ N c w Yo r k, im April Die erfolgreichste Aufführung, die jetzt in New York läuft, wird nicht von Bcrufsschauspiclcrn getragen. Das Stuck heißt Stecknadeln und Nähnadeln״ (Pins and Necdies); es wird aufgcl'uhrt von der Gewerkschaft der Arbeiter der Damenbcklrklungsimhislrie, deren Vorsitz David Dttbinskv hat. Unter Anwendung der Form der musikalischen Komödie hat diese Gewerkschaft ein Stück geschaffen, das sich mit dem (iroßkapital um( politischen, wirtschaftlichen und sozialen Fragen in heilerer Form befallt. Gewöhnlich sind solche Propag; 111(1:isiücke ohne Humor. Aber dieses Stück ist so klug geschrieben, dal« gerade die Leute, die dieser harmlosen Kritik unterzogen werden, das Theater füllen. Präsident Roosevclt zeigte sich an der Aufführung so interessiert, daß er die Gesellschaft hat, nach Washington ztt kommen und die Kümodie im Weißen Haus zu spielen. Er soll von der Aufführung entzückt gewesen sein. Regisseur ist Charles Friedman; die Musik stammt von Harold Rome, der ebenso wie Friedman jüdischer Handwerker ist. Benjamin Zerstach (früher an der Habim.ah) studierte die Tänze ein. Das Bemerkenswerteste an der Aufführung abgesehen von der dichterischen Qualität und dem Heiz der Musik —- ist die Tatsache, daß jeder Schauspieler ein Arbeiter ist. Der eine ist Schneider, ein anderer Bügeler, ein dritter Sticker, ein vierter Zuschneider. Diese tagsüber schwer arbeitenden jungen L,eutc probten monatelang und waren erstaunt, als die New- Yorker Kritik ihre Aufführung als das erfrischendste Stück begrüßte, das auf die Kühne gekommen ist. Das Ereignis der Aufführung aber ist Ruth Rubinst ein, die im gewöhnlichen Lehen Unterwäsche näht. Ihre Darstellung ist so intelligent und ihr Humor so fesselnd, daß sie mehr fasziniert als eine durchschnittliche Primadonna der musikalischen Komödie. Es geht von diesen Arbeitern, von denen die meisten Juden sind, ein starker Eindruck aus. Harold Rome, der die Begleitmusik schrieb und sie am Klavier spielt, hat bereits zahlreiche Angebote aus Hollywood und von großen Buhnen erhalten. Mit seinem Namen wird in Zukunft zu rechnen sein. Jüdischer Philanthrop gestorben. In London starb am 10. April Sir Leonard Conen, der in der sozialen Arbeit F.nglamls eine bedeutende Rolle gespielt hat. Durch Heirat ist seine Familie eng mit den Rothschilds, den Montcfiorcs, den Swavthling Samuels und anderen prominenten jüdischen englischen Familien verbunden. Cohen wurde 1858 in London geboren. Er nahm in der englischen Wirtschaft einen wichtigon Platz, ein, zog sieh jedoch bereits 1S95 aus dem gescb.äfthdien Leben zurück, um sich ganz der sozialen Arbeit zu widmen, die sowohl jüdischen wie allgemeinen Zielen gewidmet war. Fr war 29 Jahre hindurch Vorsitzender des Jcwish Board otif Guardians, der ältesten jüdischen Wohlfahrtsorganisation in England, lerne, war er eine Reihe von Jahren hindurch Präsident und Flirenpr,äsident der lea. In seiner außerjüdischen Arbeit betätigte sieh Sir Leonard (?oben in zahlreichen Vereinigungen zum Gesundheitsschutz und zur Milderung der Lage der Arbeitslosen. In! Jahre 1930 wurde er für seine soziale Arbeit durch die Verleihung seines Titels geehrt. Das Emigranten-Problem Präsident Roosevclt lud Vertreter jüdischer und christlicher Organisationen zu einer Konferenz ins Weiße Haus zwecks Besprechung des Pioblcnis der Emigration aus Oesterreich, um die Plane für eine Zu.-ammcnaibeit mit dem vorgcschiagenen internationalen Komitee zu beraten. Wie man anninmit, soll auch die Frag:• der I inan/ierung der Auswanderung bei dieser Gelegenheit be-procheti werden. Hon duras, Norwegen und (: 11 b;1 haben die Einladung des Präsidenten Roo-evelt angenommen. In Beantwortung einer Anfrage im Unterhaus teilte der Untcrslaatssekrctur des Au-u artigen Amtes Butler mit, daß die britische Regimmg bealisii htige, dem Völkerbundsdes High (.'nimiii-'iiuier für Auswandei er aus lTnitsrhland auch auf Auswanderer aus Oesterreich ausz 11 d c h 11 c n. PaV«is4inaAm4 BerUn OCH 3 fc WIS M 4HNCY FOR. P&LESTINE Berlin IV 15, Meirtekesfraße 10. Telefon: Sammel-Nummer 91 90 31. Schülerzertifikate. Im Rahmen der lautende!ו Zertifikatsperiode besteht die Möglichkeit, für Schüler palästinensischer!.ehr- und Ausbilrinngs.Anstalten unbeschränkt Ein- \v a!1 deru n g s - Z e r t 1 f i k :1 t e zu erhalten, wenn die von den einzelnen Anstalten gestellten Bedingungen erfüllt werden. Der Transfer der für die Aufnahme und den Aufenthalt in Palästina notwendigen Betrage kann nach Abschluß eines Transfervertrages r e i b u 11 g s i o s d u r c h g e f ii 11 r t werden. Anfragen sind an (las Palästina-Amt, Abteilung Allgemeine Beratung, Berlin W 15, Meinckcstr. 10, zu richten. Die Hebräische Universität Jerusalem ist in der Lage, die Einwamlentngserlmihms für Studenten zu erwirken, die seit 1931 das Zeugnis der I focliselmlreife erworben haben. Bisher aut ausländischen Universitäten verbrachte Semester werden hei der Zulassung zu den Prüfungen augerechnet. Für Studeuten, deren hebräische Kenntnisse nicht ausreichen, um dein Univcrsitätshetrieb sogleich folgen zu können, bestehen besondere hebräische Vorbcreittingsknrsr. Nähere Auskünfte erteilt das Palästina-Amt Berlin, Abteilung Allgemeine Beratung, in Verbindung mit der Gesellschaft der Freunde der Hebräischen Universität und Bibliothek Jerusalem E. V., Berlin WI5, Meinckcstr. 10. ■■■■ Aus der ״JÜDISCHEN RUNDSCHAU" v. 1«. 4. 191.4 l)ic Installation des neuen Ohrrrabhinrrs von England, Dr. Hertz, fand am Montag, dein 14. April, in der Great Synagoguc statt. Dr. Franz Oppenheimer ist in Jaffa eingef!■offen, um die seinen Namen tragende Siedlungsgenosscnschaft in Augenschein zu nehmen. Die Dame kauft bei W. Bernhard Nach/. Kleider, Mäntel, Kostüme, Blusen * Berlin SW 61, Belle-Alliance-Str. 105 u. 101 (HalleschesTor)

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