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Jüdische Rundschau · 1938-04-15 · Heft 30-31 (15.4.1938) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
43 (1938)
Issue
Heft 30-31 (15.4.1938)
Date
1938-04-15
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 30/31, 15. IV. 1938 Der Kun zen macherl) Fun Jizchok l.ejb lisch Percz H'i'r bringen heute■ wieder eine (etwas gekürzte) jiddisehe Erzählung im Original, in lateinische Buchstaben transkribiert Die schwer verständlichen Ausdrücke werden unten erklärt. (Heil.) In a Wolhyner schtedtcl arajn is am01 gekummen a kunzenmacher. Un eliotsch'-’) cs is gewen') in der far-dajgcter4) far-pessach-zajt, wenn a jid hot mehr sorg wir hoor;1(11 kopp, hot doch sajn onkummen ongcmacht a grojssen rausch'׳). Ihr hot sich gedungen a saIon un ongcliojbcü'j 711 machen kunzen7). Ober k11!1/(־n! Farn ganzen ojlonr) hot er geschlangen brenncmligt׳ kojlen, wie facfel'1); fun moj]>°) arausgczojgen hot er allerlei b,ander, rojtc, griene, un lang, wie dos golus: fun a sclitiwel warft er ar.aus sechzehn poor indikes11) — ober iiulikes, wie di büren, 1111 lebedigc, un sej zufliohen sich iber der SzeneI Dcrnorh hebt er auf a fass un krazt ob fun der podeschwc12) goldene rcndlcch1■*) — a ganze schissei goldene rendlech! Fr git a fajf: /ufliehen sich in der luft chatlesu) un mischen sich tm lojfcn /usamnien un hejben on zu tanzen ג rock1) unter der stelje1,) — un er git a zwejtcn fajf: v.enl dos alls f arschwunden in ejn ojgenblick —: aus challes, aus indikes — gornit! I/t wellen nur ihcrloseit den kiinzrniiiachcr tm ibergejn zu Chajim-Jojne un sajn wajb khwkc-Heiic. Chajim-Jnine is arnol a wald-ssojcher17) grwrn. Hot er ejnmol gekojft a wähl, is er araus in ejn lu׳mdH): is er geworen a schrajbcr,!1״! er 1h .-cbtell farloren. Si/t er schojn a scheine poor ehadosehun ohn panins-e. A uinter hot men ibergrleht . n!11 runter ober geh pessach ׳—: tun unter der ^eni, tm dm pnnuu ilamint 1111 flammt. ״ sajn, nehmen sej un lojfcn /um row -- s'tajtsch ■־>? Der row, nebacli. hert aus, krach/t un farklart׳'*) sic un ssof-kolssof41') entiert er, as r.hajini-Jojnc is a wojt lertier'1) 1m a gottcsterchtiger, 1111 ojb*-׳) er hot bitodien, hot e Riwke-Bcjle is afile*■׳) olm henseh-licht׳ gchlibcn ,,. Un — schojn pessacli! Uhajim-Jojne gejt f 11 n bej medrcsch‘*) aliejm, seht er, as alle feilster schajurn arai mit ssimchas-jnntcw* ), nor sain dire1'׳) schtejt wi an owel1 zwischen niechutoniii : ober bnj sich ״As ,eilen, Bejlc!“ un R1: nendige kojier (jejt er /״ jezias mi/rapi der ribojnisch wejejehoil, <h men essen, k ihr mann, 11 reg;!‘״) eff! n un'sngt: ,,ח:: Fntfert jener,"*- er h״t migdl• i'rht'l׳lem's'e|lier'rut uh, ״In der finster?111. :1 ‘׳ sich sdini״ Riw ke-Bejlc tut aj!1 un schludizt. ,.Cholile's׳)!“, enlferf der nirach’,,es wet sajn lieht.“ Un er git a mach: hnUus-pokus! mi es hcwajscn*1) sich zwej poor silberne lajchter mit onge/undene licht inmitten schtub in der luft! Es werd lichtig, Chajim-Jojne nti Riwke-Bcjle dersehen, as dos is der kunzcninacher, tm sei gaffen tm können far schreck kein cjnzig wort fun maul nit arausbringrn. Sej chappcn sich on baj 11 i hand an srhtejcn mit tifgciissene, ojgen un offene majler. Der kunzenmacher wendt sich rierwai! zum tisch, wos is geschtanden farsehlimt in מ winkele, un sogt zu ihm: ״Nu, boeherie5״), badeck flieh tm kumm aber!" Un asoj, wie er sogt dos :!raus, fallt fun der stelje afn tisch arob a schncj-wajss tischtuch tm hadeekt ihm, un der tisch hrjht sich on rihren, un gejt, un kummt in schtub arajn un farhalt״■’) sich punkt unter di licht, tm di silberne lajchter losen sich niedriger arob un schtellcn sich a nie der afn tisch. ,,Azintl'")", sogt der kunzctimacher, ,,fehlen noch hcsscbetten1'׳) — sollen sajn hcssc-betten!“ Ocjtn dr.-ij biinkloch fun draj ecken fun schtub, un gejen zu zum tisch un schtellcn sich af sajrie draj sajten. Hejsst er, der kunzcnniachcr, sie sollen brejter waren, ziehen sej sich aus in der brejt, un es werd fun sej foterschtuhlcnM). Ruft er aus: ,,W'cjchcr!" -- badecken sej sich mit rojtcn sammet, 11 n in detselhiger minut fallen auf sej fun stelje arob sdinej-waj-c kischcns un lejgen sich iber di foterschtuhlcn un — es weren liessc-bettcn! Auf sajti gebot bewajst sich ojeh a kaare•״) mit minim'׳׳*) tm schieilt sich afn tisch; es bewajscri sich rojte kojsses6') un fIrischer wajn und mazes un alls, wos men bedarf zu a koscheren un frejlichen sscjder, aiile hngodes mit a goldenem schnitt... ״Un wasser zum waschen h״t ihr-“ frc״t (|Cr ktifizenmacher, ״ich kenn breiigen was-cr ojclt!“ Demolt erseht hohen sei sich ufgcchappt fun gaffen, un Riwke-Bcjle fregt Chajim-Jojne afn ohjr7n): ״Meg:1) men? Tel**«״!« , JEVAGENCY (ERÜSALEM הסוכנות היההיח לארץ־ישראל המשרד המרכזי לישוב יהודי גרמניה בארץ־ישראל THE JEWISH AGENCY FOR PALESTINE CENTRAL BUREAU FOR THE SETTLEMENT OF GERMAN JEWS CMMRSUN1 0׳■■ CH. WZIZMANN. CO-CHAIRMAN , Df A. RUPPIR. AIR MAIL PALESTINE OFFICti JERUSALEM, p. 0. 8. «S, TM•**•»• 971. חסשרד םורץ-י*ראל: עו«לי#, 8> ו• מ, 9ל«ן r 36/3/362/ ] 1. April 1938 An den Keren Kn.jemeth Berlin w. 15 Yeinekestr. 10 Sehr geehrte Herren, daß Hauptbüro des Keren Kajemecu Le jisraci 10 ׳. ״.unter־ richtet uns darüber, dass die traditionelle Fessac)!-Campagne des KKL in Deutschland unter der Parole "Sichert, das Grenz - land von Nord-Palästina - erlöst den Boden von Galiläa" steht. Der Abteilung für die AnSiedlung von Juden aus Deutschland sind bedeutende kolonisatorische Aufgaben übertragen worden. Gerade die Juden aus Deutschland haben der landwLrtschaft - liehen Kolonisation in Palästina einen lebhaften Auftrieb gegeben. Es muss ab״r gesagt werden, dass diese Arbeit ohne Hilfe den-Keren Kajemrth I.cjisrael nicht möglich gewesen wäre, der seit Ende 1933 bis heute allein £ 213 000.- zum Erwerb von Boden für di ״ Ansiodlun»; von Ju Jen aus Deutschland ausgegeben hat. Wir sind sicher, dass die Juden ans Deutschland de,r neuen Parole des KKL stärkstes Verständnis entgegonbringen und Sie selbst alles tun werden, damit Ihre Pessach-Campagne ein Erfolg wird, Haben wir neuen Boden in Galiläa, so haben wir neue Kolonisation, neue Ali/jah, und damit erhält auch unsere Arbeit neue grosse Chancen für all die Tausende von Juö«n ans Deut׳״־ י ■י ־׳־־'. •' '• e <~ino Vc rbir.dung mit dem Lande Gu ch e n , Dr. Arthur Ruppin Dr. Georg Landauer. Ultajim-Jojne wrjsst nit, wos zu entfern, rot72) sie iinn: ״Gej, majn mann, un freg dem row.“ I nti'f rt er, as er kenn sie miln kunzemnacher allejn int ihcrlusen — sic soll gejn; sogt sic, as a narrischer jidenc tut der row nit gtojhfii, er wet mejnen, as sie is fun smnen arolv•1) —: gejen sej brjde zum row un losen iber dem kiiii/eiimachcr וזזitn sscjder, Hot der row gesogt, as dos, wos werd gemacht mit kischef7*), hot kcjn mamoschcs7•') nit, worein7״) kischrf is nor a farhlcndeniseh far di ojgen, hejsst er sej ahcjmgcjn, un: ojb di maze wet sich losen obhrechen, der wajn giessen m di kojsses arajn, tut di kis-chens fun hesse-hett ontappen — is gut, is es min haschomnjim77), mögen sej gemessen. Asnj hot der row gepasskent""). Gcjen sej mit harzklappeniscb aliejm, kummeti sei arajn, is der ktin/cnmadicr schojn nisclit do, un der ,,sscjder“ schtrhjt, wie er is gesclitanden — di kischcns losen sich onriehrcn, der wajn giesst sieh, di mazes brechen sich... Hoben sej erseht farsditanden, as dos is gewesen Elijohu ha-nowp), un hohen gehat a frejlichen jontew. Km/iing, Transkription und Fußnoten _ von l)r. R a b i n o w i t z, Leipzig L Zanhcrer, cigcnllich Kurolemftchcr; *) obwohl; *| gewc cn; joitvertrau s*) Wldld; «) N ad> lernen kann; 42)«weim; 4י) sogar; 44) Bethaio; 4׳[ (*׳'estiagswoane: 74י) iiberall; 6״) Tor; *״׳) Kri.ften: 07) Anecnbllck; jemand; ’*) venückt geworden; 7*) Zaubrrei; 7י׳) BrsUnd; 7•!denn; 77)gottgewollt; '*) entschieden; י"'; der Prophet Elijahu. Aus der jiddischen Literatur Eine Anthologie jüdischer Lyrik in polnischen Uchersetziingen wird von A. H. Fenster in Warschau herausgegeben. Aus einer großen Reihe jiddischer Kinder• hü eher, die jetzt erschienen sind, ist zu erwähnen: eine Auswahl von Prosa und Versen H. I). Nombergs ״Für die Jugend“ und Oscar Wildes ״Stcrnenkind“, beide im Verlag Kinderfreund, Warschau, zwei Theaterstücke ,,Jehuda ha Makkabi“ und ״Onkel Sam“ von A. Prawatjner bei Ceszinski, Cliikago, und eine neue, für die Schule bestimmte jiddische Ausgabe vom Robinson Crusoe, Wilna. Von S. Göttlich erscheint im Verlag der Literarischen Blatter, Warschau, ein ostafrikanisches Reisebuch ״Zwischen Bbiefmabken » Fritz Lewin Hltzewstr.BIA Sinai und Sansibar“, Göttlich ist von Tel Aviv durch den Negew und die Sinai-Wüste gereist und behandelt dann Sudan, Abessinien, Dschibuti, Aden, Jemen, Kenya, Uganda nicht nur nach seinen Rciseeindriickcn, sondern auch in bezug auf die Einwanderungsmöglichkeiten. In Buenos Aires, Verlag O. Kaplanski, ist ein jiddischer Roman ״Der Wogier“ von Mordcchai A 1 p e r s o n erschiencn. Der Roman schildert das Leben eines jüdischen Fluchtlings aus der Ukraine, der als Tramp in Argentinien sich durchschlägt und den einstigen Verfolgern seiner Familie begegnet. Der Verfasser ist mit seinen Schilderungen des jüdischen Lebens in Argentinien bekannt geworden. Alter K a c 1 s n e, dessen Drama ״Oer Zedek“ von der Truppe Jonas Turkows und Diana Blumenfelds in Danzig urauf• geführt wurde, hat die Lebensgeschichte des Maranncn von Antonio Jose da Silva unter dem Titel von dessen Komö• dien ,,Opera do Judco“ dramatisiert; die j ii d i s c h - n a t i o ־ nalc Bühne in War sc 11 au wird das Stück aufführen. ״Erwachen" heißt ein historischer Roman von Mosche (! roßmann, Verlag Literarische Blatter, Warschau, der die beginnende jüdische Arbeiterbewegung in Polen von 1S63 bis 1889 darstellt.

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