Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 43 (1938)
- Issue
- Heft 27 (5.4.1938)
- Date
- 1938-04-05
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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AUS DEM REICH Nr. 27, 5. APRIL 1938 Köln: Künstlerische Veranstaltungen Als reifste und schönste der Umstierischen Veranstaltungen der letzten Zeit darf man wohl den Abend der Jüdischen Ktinstgcnieinschaft ansprechcn, .111 dem Susanne Locwcnstein gemeinsam mit Alice Krieger-isaac konzetlierte. Die bekannte Sängerin des Berliner Kulturbundes trat zum ersten Male in Köln auf. Ihre hochkultivierte Stimme hat mädchenhaften Liebreiz und dabei doch kernigen, ausdrucksvollen Klang. Seit langem hat das jüdische Konzcrtleben in1 Rheinland keinen solch ausgeglichenen Mezzosopran mehr erlebt. Die wanne poetische Impfindung, die aus dem Gesanglichen strömte, übte starken Zauber aus. Der Umfang der Stimme zeigte sich besonders bei der Fides-Arie ans dem ,,Propheten״ und bei hoclidram.i'ischen Sopranarien, wie die der I boli ans Verdis Don (larlos und die der Santuzza aus der Cavalleria. Lieder \0r1 Mendelssohn, Mahler, Zigcunerlieder von Dvorak, Marcellos Aliitalieiüschc Arie und Glucks Ode an den I od, sowie zahlreich(' Zugaben ergänzten ihre Programmfolge. - Bei der Pianistin Alice Krieger-isaac konnte man wieder den nuancenreichen Anschlag, der von einem kraftvollen I orte zu einem duftig zarten Piano führt, sowie die perlende Skalentechnik bewundern. Mühelos meisterte die Künstle!in die Toccata und Luge von Frcscobaldi (in der Bearbeitung von kespighi), einige Lieder ohne Worte von G-moll-B.allade und den As-dur-Wal/er. Für "beide Künstle- י c 11 a r der jüdischen : Philipp Möddels ()Öffentlichkeit. Mit 1t, gute künstlerische pomst und Libietti-t bin Spie! der Jugend ״Der bunte Weg“ rollte vor einem kh. 1mm Knaben in fünf Bildern jüdisches LU ^1 ־ י 1 * 1 ן- , d 1 , <! h Ho'Mi ^ut nterdie kurivtleii-ehe Lei'uug hatte, beteiligten sich noch am starken F.rfolge: |uhus Len/ als Kbgbseur. für die Tanze Gretel Hirsch und fur die Bühnenbilder Hermann (itirfinkel. Der Kulturbund Rhem-Ruhr veranstaltete einen ״Bunten Abend‘', an dem Britz Bensche!־ als Conferencier auftrat. Zur Fülleitung spielte Erna S a I m - M a n n Klavierstücke. Jani Ball a n erfreute sowohl als Bauchredner wie als Zauber- Künstler. Thea S 111 e k e n s e 11 in i d t sang Opernarien und Tonfilmschlager. Line Ausstellung jüdischer Künstler, die vom Jüdischen Frauenbund veranstaltet wurde, zeigte etwa 60 Gemälde. Nur ganz, wenige jüdische Themen klangen auf. In der Haupt- Sache sah man Landschaften und Porträts von Prof. Erich Woltsfcld (Berlin), Ernst Dreyfuß (Frankfurt), Emma Franken h erg (Berlin), Flora J ö h I i n g e r, Luise Cohn und Rudolf Ernst (München), Artur Grünewald, Arthur Galliner (Frankfurt), Edith Auerbach, Otto Schloß, Liese! W e t z 1 a r, Marta Z a d e, Ella Steinhardt Amalie Seckbach, Fritz Salomonski, Max Westfeld, Max Stern (Düsseldorf). Ludwig Schwerin, Minna Lew i, Adele Reifen borg -Roscnba u m. Julius Rosenbaum und Ernst Rosenthal-Rosta (Berlin). Der Besuch, wie auch der finanzielle Erfolg der Ausstellung ließen leider sehr zu wünschen übrig. F. J. Zionistisches Leben.Am S. Mär/ sprach Dr. Georg Joscphtha! über das Thema: ״Der Zionismus — Lösung der Jtidcnfragc?“ Der Vortrag fand stärkste Beachtung. — Am 22. Mär/ sprachen in der Wi/o F.llv G o 11 s c h a I k über die Aufgaben der Jugendfürsorge und Dr, Reinhard Gaben über ״Bcrufsplaming״. Am 20. März hielt Rabbiner Hans Heine m a n n einen Vortrag über ״Thora und Judenstaat“. — Am 16. Marz las Max K o n i n s k i aus Werken ostjüdischer Dichter und gab eine Lulle folkloristischer Beiträge, — Der Arbeitskreis setzte seine Aussprache über zionistische Grundgedanken fort. Dr. B u e t o w sprach über die Politik Herz!. Georg Sc hott ek gab Literaturproben aus Flavins Joscfus u. a. — Am 14. März, kam es bei einem Elternabend des Makkabi Hazair nach einem Referat von Horst Brumlik, Essen, über das Thema ״Was wird aus der jüdischen Jugend?“ zu einer lebhaften Diskussion über die Bünde und über Mittleren-Hachscharah und Jugendalijah und deren Notwendigkeit, wobei Dr. Albert Kramer und Dr. Buetow Informationen gaben. _ Brief aus Oberschlesien Beuthen. Der Provinzialverband für jüdische Wohlfahrtspflege teilt mit, daß am 23. März 24 Personen aus Ober- Schlesien zur Alijah gekommen sind. — Max Koninski, Berlin, gastierte erfolgreich am 26. März mit heiteren Rezitationen. Gieiwitz. Sanitätsrat Dr. Hugo Schlesinger, seit 1902 Mitglied der Repräsentantenvcrsammlmig und seit 1915 deren Vorsitzender, beging am 1. April seinen 70. Geburtstag; die Gemeinde veranstaltete aus diesem Anlaß eine Bcgrüßungsfeier. -- Die Beuthener Kleinkunstbühne bot in ihrer Vor- Stellung vom 21. März eine von Willy Feticrcisen und Poldy Jottkowitz verfaßte Klein-Operette ״Von Liebe und von Dauerwellen“. Das Programm fand dankbare Aufnähme. — in der letzten Sitzung der (Jemeindcvertreter wurde der Etat für 1938 beraten. Es gelang, die Positionen der für das Gemeindeleben kulturell wichtigen Einrichtungen auf der Höhe des Vorjahres zu belassen. Der reorganisierten Jüdischen ßezirksdarlehnskassc wurde ein Zuschuß bewilligt; in das Kuratorium wurden als Vertreter der Synagogengemeinde die Herren Egon Juliusburger und Heinrich Knoche gewählt. Als Mitglied der Repräscnt'antcnvcrsaminlung wurde Frau Bianka Lustig eingeführt. Hlndenburg, Auf Veranlassung des Keren Hajessod-Konritees fand in der Synagoge eine Palästina-Kundgebung statt, bei der L)r. Beirr ent, Berlin, das Thema: ״Die Zukunft Palästinas, das Schicksal des jüdischen Volkes“ behandelte. Der anschließende Kurztonfilm ״Ein Tag ־- ein Werk“ gab Einblick in die Arbeit der landwirtschaftlichen Siedler. — Am 10. März sprach in der Svnagoge hei einem Gcmeindcabend Dr. R, S c h ö n f e I d, Berlin, über die Messiasidee im Judenturn. Religiöse Gesänge brachte Max Mansfeld, Berlin, begleitet von Manfred S e g a 11, zu Gehör. — Die Repräsentantenvcrsammlung verabschiedete den Etat für 1938, der in Einnahmen und Ausgaben mit 58 771,t2 RM. abschließt. Die bisherigen Steuersätze wurden heihehalten. Oppeln. Die Wizo veranstaltete einen geselligen Purim- Abend, bei dem Rabb. Dr. Fi irschberg einen Vortrag hielt. — Bei der Generalversammlung der C.hewrah Kadischa und der L'nterstüt/migskasse für arme Durchreisende hielt Rabb. Dr. Hirschberg einen religiösen Vorfrag; Kantor J o s p e brachte einige Lieder zu Gehör. B. Zionistisches und Gemeindeleben Duisburg. Am 1. April vollendete I-i!> mdingcr sein 50. T.ehensjahr. Fr ist einer der Mitbegründer der Duisburger Zionbtbrhen Vereinigung und ist heute noch einer der aktivsten Mitarbeiter. Auch im Gemeindeleben hat Hrodintjer cs nie an Tatkraft fehlen lassen. Im Kampf für die Gründung der jüdischen Schule stand er in vorderster Reihe. Moers• Am 30. Marz sprach Dr. Fritz Ikenbcrg über das Ihema: .,Jüdische Jugend aus Deutschland in Palästina‘*. Oberhausen. Am 30. Marz sprach Dr. Gerhard Buetow über das Thema: ״Der Weg zum Jwlen^nat“. Ankündigungen Breslaut Hebräische Sprachschule. Beginn 25- April. Xeue Anfurchiger,dlbhe. die im llerbu auf llarhsrharah oder Aliiah gehen wollen, wird organisiert. Der neue fntemivkurs nimmt noch Teilnehmet auf. Auskunft: Dieiotng bis Donnerstag von 19-191'! Uhr, Walbtr. 14, Zimmer 4 {Tel. 854 96h Die WIZO in Rheinland-Westfalen Im A ׳' v ■ ■ י , , ־ n fand am 6. März eine Arbeitstagung des Rheinischwestfälischen Bezirks verba 11 des der Wizo statt. Die Wizo-Zweigstellen hatten Vertreterinnen entsandt. Die Vorsitzende des Be/irksverbandes, Frau Caro Flörsheim (Düsseldorf), hob besonders die Verlegung der Zentrale des Bezirksverbandes von Köln nach Düsseldorf hervor. Fräulein Dr. Cohn (Remscheid) referierte, über die Arbeit der Wizo in den letzten sechs Monaten. Da auch die Lage der Arbeiterinnen in Palästina im Zusammenhang mit den Unruhen sehr erschwert werde, sei es besonders notwendig, Mittel für fachliche Schulung und alle sozialen Institutionen der Wizo aufzubringen. Unter den im ersten Vierteljahr 1938 auf Wizo-Zertifikat aus Deutschland nach Palästina eingewanderten Mädchen waren auch einige aus dein rheinisch-westfaIisehen Bezirksverband. Einen starken Antrieb erfuhr die Arbeit durch die Berliner Arbeitstagung und durch die Vortrags-Tournee von Frau 1. e v y - Z o b e I. Die Erhöhung des Budgets für Palästina-Arbeit und die Bereitstellung von Mitteln zur Unterstützung der Kölner Chaluzheimc wurde als gleich wichtig hingcstellt. Hanne May inarm, die Leiterin eines dortigen Beth Chahtz, gab einen Bericht über die Lage der drei Kölner Chatuz.heime und bat besonders um Bereitstellung von Geldmitteln zur Verbesserung der Lebenshaltung. In der Aussprache vertrat Trau Hahn (Essen) den Standpunkt, daß die Versorgung der Chaluzhcime eine Aufgäbe sei, für die alle Frauen, nicht nur Mitglieder der Wizo, sich einset/en müssen. Es wurde beschlossen, eine gründliche Prüfung dieser Trage durdmiführen, und in SQdwestdeutschiand Im Anschluß an die Tagung des Gruppenverbandes Süd- Westdeutschland und Baden-Wiirttemberg-Pfalz der ZVfD. fand an! 14. März eine Tagung des Wizo-Bczirksverbandes S ii d w e s t d e 111 s c h I a n d statt. Die aus Mannheim, Frankfurt, Stuttgart, Ulm und Heidelberg erschienenen Vertreterinnen behandelten sämtliche Fragen der Arbeit. Als Ergebnis wurde eine Werbeaktion, die sich über vier Monate erstrecken soll, beschlossen, ferner wurde eingehend die Zentralisierung der Chain zausr ii s t u n g und der Betreuung der Chaluzhcime besprochen und Anträge für die Zentrale angenommen. Die Herren Dr. Flesch und Dr. Kaie ko hielten Referate. Mit •einer Lernstunde, die Rabbiner Dr. Richter abhielt, schloß die Tagung. Sporfpädaßogische i.cF—'änge. Die Scluilahtrüttng der Reichsvertretung teilt mit: In Stuttgart legten 18 Kandidaten und Kandidatinnen die Abschlußprüfung des Sportlehrganges C ab, der von der Schul;ibteihmg der Reichsvertretung und dem Oberrat der Israelitischen Religionsgemeinschaft Würtfembergs im Anschluß an das orthopädisch-gymnastische Institut von Frau Alice Bloch veranstaltet worden war. Die Aufnahmeprüfung für den neuen Lehrgang D wird voraussichtlich am 3. Mai in Stuttgart stattfinden. Anmeldüngen und Anfragen an die Reichsvertretung• der Juden in Deutschland, Berlin-Charlottenburg 2, Kantstr. 158. Der Anmeldung sind beizufiigen: polizeiliches Führungszeugnis, sportärztliches Zeugnis, Nachweis der Obersekunda-Reife (Mittlere Reife), Nachweis der bisherigen sportlichen Betätigung mit Diplomen, Lebenslauf mit Angabe der Staatsangehörigkeit. Zugelassen werden männliche und weibliche Bewerber, die das 19. Lebensjahr vollendet haben. Kursgebühr monatl. 50 RM. Rechtsanwalt Dr. Kurt Alexander, Krefeld, zu ״Fünf Jahre Hilfe und Aufbau“: Es ist vielleicht das Größte, das in der Geschichte der Juden geleistet wurde: in dem Augenblick, in dem ein jüdischer Lebensabschnitt zu Ende ging, wurde ohne Zögern durch das Werk ,,Hilfe und Aufbau“ ein neues Leben vorbereitet. Aber noch ist das Werk nicht gesichert, und es würde zusammenbrechen, wenn wir es verlassen würden. Neue zionistische Geschäftsräume in Breslau. Das Büro des Palästina-Amtes und der Zionistischen Vereinigung sind von Gartenstr. 25 nach Museumplatz 9 verlegt worden. FRANKFURT a M. B. GUTTENTAG Breslau I. Ring 58 Herren - Kleiderfabrik Gegründet 1850 Fritz Tischler Breslau Gabitrstraße 71 Verlangen Sie Anzeigen * Preisliste lir wasche und woilwarei RWRBCkstr. 1, Hanauar lantutr. 87 Anzeigen-Annahme Frankfurt a. M. 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