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Jüdische Rundschau · 1938-03-15 · Heft 21 (15.3.1938) · page 10

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
43 (1938)
Issue
Heft 21 (15.3.1938)
Date
1938-03-15
Page
– (sequence 10)
Language
German
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JÖDISCHE RUNDSCHAU Nr. 21, 15. MÄRZ 1938 BERLINER RUNDSCHAU Premiere in der Kleinkunstbahne: ״Warum lügst du, Cherie .. .?" Das ist, außer einer Frage an ein höchst irritierendes Oeschöpf, das auf den zwitschernden Namen Suzettc und, wenn es sein muß, auch noch auf andere Namen hört, in erster Reihe der Titel eben dieses dreiaktigen musikalischen Lustspids, von welchem hier die Rede ist, und überdies ist es noch einmal der Titel eines Stuckes, das in diesem hier gcspiclten Stück die große unsichtbare Rolle spielt. Eine höchst verwickelte (.ieschichtc, wie es scheint, und der Leser könnte meinen, es ginge hier sehr problematisch zu. Das ist aber mitnichten der l all. Vielmehr kommt man der Wahrheit schon bedeutend naher, wenn man diese im Gegenteil sehr munter lockere Szenenfolge mit einer Schichtentorte vergleicht, in welcher es eine Reihe anregend delikater Füllungen gibt. Was geht liier also vor? Eine junge Schauspielerin, cngagementslos und atm wie eine Kirchenmaus, greift zu den verzweifeltsten Auskunftsniitteln, um die Hauptrolle in einem Stück zu spielen, dessen Uraufführung einen Sensafionserfolg verspricht. Und da sie, um zu ihrem Ziel zu gelangen, entschlossen ist, den kürzesten Weg zu wählen, bricht sic nachts in die Villa des Autors jene- Stuckes ein — und das ist der Beginn einer Kette von gewagtesten Situationen, die aber nur deshalb so ״umnögiirh״ sind, weil sie diesem entschlösseneu .Nfadchen die wunderbarste (lelegcnheit schaffen, vor dem wirtinb ,In u tisMi, dm u, ul,nun 1־dos, ihr Sätzen, das < icrippe du.׳.-.er amüsanten Komödie, in welcher es von reizenden Einfällen und närrischen Figuren nur so full rung die" 'junge ' Wh'ui-pußmi^'StcfVi" R o ״n'b Tim!!. Cierechtigkelt :u Imti t e> aiozuspreehen, daß sie sich mit dieser eminenten Rolle jn die vorderste Reihe gespielt hat. Denn für diantisehen bis hinauf zu jener liiminliseheii »)hmnacht des Herzens, in der die Liebende, für erneu Augenblick,^ die Waffen auf der einen Seite nichts :״teilt;11s das verpfuschte Leben und (ier Sein ecken vor der Leere und auf der andern die lockende Erfüllung alles weiblichen Sehnens, fallen alle eilt strömendes und hinreißend echtes Gefühl. .Mitten in diesem bezaubernden Poswiitrcibeti mit Gesang und Tanz und allerhand Schnurrpfeifereien eine hinreißend liebende Frau. Ihr Partner, jener umworbene Autor, ist Hans Karl Rosen her g, mul es war erstaunlich und überraschend, bis zu welchem Grad von Leichtigkeit und Gelöstheit es dieser sonst auf ein ganz anderes l ach verwiesene begabte Schau- Spieler hier gebracht hat. - Dann gibt es da einen Kammerdiencr von exemplarischem Format, der so vornehm ist, daß man nicht mehr weiß, wo der Kammerdiener aufhört und Seine Lordschaft beginnt, ich wußte niemand, der (lein eniine nt eil Alfred B e r 1 i 11 e r eine Figur von so liebenswürdiger und soignierter Durchtriebenheit nachzuspielen vermöchte. — Dann gibt es da noch ein paar amüsante Chargen, in welchen I rma I n f e! d, Berthold S e g a I I tiritf’ Wolfgang B e r » s t e i n glänzten. Und nun sind wir endlich hei Max Ehrlich angelangt. Erstens spielte er da ein so himmlisch verrücktes Huhn von einem verhinderten < ienie, daß das schallende Ge-!achter des hingerissenen Publikums ihn dauernd am Weiterspielen hinderte, und zweitens bis zehntens: von der imgeheuren Arbeit, die er, der Eituiber, der Regisseur, der Mann mit den tausend Einfällen an den Spielern und fraglos auch an diesem Stück von Hans Lengsfekier und Siegfried Tisch geleistet hat, macht sich der Laie wahrscheinlich nur eine ganz, vage Vorstellung. Es war sicherlich das Schönste, was er bisher gemacht hat. Wie reizend allein war das Quartett Von links nach rechts: Steffi Roscnhanm, Hans Karl Rosen• hern, Wolf gang Bernstein, Max Ehrlich, Berthold Segall, Alfred Berliner, Irma Infeld F״to: J. Abrab•» ■MMMI ••»•Mi. der singenden und tanzenden Pariser Polizisten und Kavaliere, das er da, gleichsam aus dem Nichts, hervorgezaubert hat. Alfred Pelz, Wilhelm Meyersohn, Erich Sachs und S. L a n z in a n n wurden dafür auch mit wohlverdientem Beifall ausgezeichnet. Allerdings ist zu sagen, daß der ungewöhnlich große und in jeder Hinsicht berechtigte Erfolg ohne die szenischen und kostimilichen Zaubereien Heinz Condells nur sehr schwer denkbar ist. Und wie Werner B a e r, von Dr. Richard Hirsch am zweiten Flügel und Alfred Neustadt am Schlagzeug assistiert, die flüssige und schmissige Musik von Leonhard K. Maerker spielen und klingen ließ — das war allerersten Ranges. Micha Michalowitz Nachtrag. Die Besprechung des Tecabends des Keren Hajessod in der vorigen Nummer ist noch dahin 7.11 ergänzen, daß der Intendant des Jüdischen Kulturbundes, Dr. Kurt Singer, sich in besonders freundlicher Weise in den Dienst der Sache gestellt hat und bei der Veranstaltung die Ouvertüre von Mendelssohn Op. 32 dirigiert hat. Unter seiner mitreißenden Leitung spielten die Musiker mit besonderem Elan dieses wunderbare Werk, womit der Abend einen besonders würdigen und eindrucksvollen Abschluß fand. (Infolge der vorgerückten Stunde ist bei dem Nachtbericht über die Veranstaltung diese letzte Programmnummer leider nicht mehr gebührend erwähnt gewesen.) Die nächste Premiere des Jüdischen Kulturbundes ist Franz Molnars neuestes Werk, die Komödie ״Delila“. Ankündigungen Frauen-Arbeitsßcmeinschaft fiir Palästina. Wizn-Xachmittag: 15. März, 16.30 Ehr, Regensburger Str. 26. Susi Colin: Bericht einer Palästinareise. Gäste, willkommen. — Per Cluig Iwri der Wizo findet am 16. März nicht statt Hebräischer Intensivkurs der BZV. Die BZV. benb-ichtigt für Ansechs Monate dauern soll. Es werden liiglicb 4—5 Stunden Unterricht tur auch Hamlelskunde, Bemisklinde. Buchführung. Terminologie und hebräische Stenographie. Per Inten-ivkurs wird eine ausreichende Voriiereitung für eine spätere v׳nt״cha!tli<:he iatigkeif in Palästina geben. Fiir die Teilnahme sind gewisse hebräi-clie Vorkenntnisse erforderlich. Die Zulassung ward von einer Aufnahmeprüfung abhängig gemacht werden. Meldungen an die KuHurabteilung der BZV., W 15, Meinekedr. 10 (01 90 31). Rabbiner Dr. Max Nußbaum spricht am 17. März (Purim), 20 Uhr, im Kulturirund ir!>er: ״Purim — Los. Lö1)״ng. Krlü.-ung im Judentum“. Da die Eintrittskarten vergriffen sind, wird der Vortrag am 20. März wiederholt. Umschulungslehrgänge der Gemeinde für die F.rziehungsarbeit In iiidischen Privathaushaltungen und Heimbetrieben, Wilmer-dorier Str. 94. Ausstellung von Schülerarbeiten am 21. und 23. März (10—13; 16—20 Uhr). Filmveranstaltung fiir jüdische Sportler. Das Jugendpflcgedczcrnat der Jüdischen Gemeinde beabsichtigt die Vorführung sport technischer Lehrfilme. Erster Abend am 28. März, 20 Ehr, Gr. Hamburger Str. 27: Spielfilm (Fußball, Handball, ilockev. Basketball) und je ein Anschauungsfilm aus der Regelkunde und der Spieltechnik des Fußballers. ״ Der Jüdische Kanu-Club kann in seinem BooUhaur, an der Oberspree Gesprochene Zeitung des Makkabi. (Siddv Gokl-ehmidt, Martha Wertheimer, Kurt Lewin, Erteil .•Mtorthmn. Kurt I.cwin, Georg Kopydlowski, Günther Koewensiein, 28. März. 20.30 Uhr, Joachim״(haler Str. 13. 100. Veranstaltung im Hause Weil. Zum 100. Male stellt Frau Gertrud Weil ihre Mitarbeit und ihre Räume für eine Ifausvcranstaltung zur Verfügung, die am 21. März, 20.15 Uhr. Fasanenstr. 5, Willielm Outlmann, Helmut!) Spittel und Rudi Lehmann zur Verfiigung gestellt. Ansprache: Dr. Hermann Schildbürger. —• In der darauffolgenden Veran.-talmng am 22. März, 20.15 Uhr, wirken mit: Alfred Lichtenstein vom Kulturbund und Alired Lichteitstein (Flöte). Private kunstgewerbliche Lehrgänge von Jakob Knoilcr, Flensburger Straße 5. Vom 12. Marz bis 4. April: Ausstellung von Schülerarbeiten. Eintritt frei. Jüdischer Rcligionsvcrein der nördlichen Vororte. 26. März, 20.30 Uhr, Synagoge Hennsdorf: Vortrag. Dr. Hans Fnedenlhal. — 19. März: Gemeindealtend der Synagogengemeinde Oranienburg. Familien •Nachrichten Herr Moritz Badasch und Frau Selnia, geh. Moses, Neukölln, Frau Lina Rosendorf(, geh. W!>lf,ky, NO 53, Hufclandstr. 9, begeht, am 21. März den 89. Geburtstag.' Barmizwah-Termin. Am 19. •März (16. Adar II): Dago Malinowsk i. Sohr, von Siegfried Maiinowski, SW 87. Eiberfckler Str. 21. Bezirks-Veranstp! ungen der BZV ah-BildUtreifen Zentrum-Nord Leitung. (Palästina-Politik, Tatzeit den am, A niter Lindermtrauß, Dr, Walter Berlir Zionistische Vereinigung, Bezirk Friedrichshain Achtung! Verlegung! Oer für Sonnabend, den 19. März 1938, vorgesehene,,Bunte Abend1* muß verlegt werden. e Gültigkeit. NAX RIEGEL |roro_ d. Krankenk. Mitgl.d. j.Hdw. Parlier Str. 38/SB (Qiivaer Platil Ruf; 92 55 67 FESTDICHTUNGEN aktuall Individuell E. Sandale, Bln.-Charlottbg, 4 Ruf 96 2318 Eröffnung! Freitag, den 1- April 1938 Privat-Mittags- und Abendtisch Errtsi Herschthal Berlin W 50 Marburger Straße 9 Tel.: 24 87 5 1 Ecke Augsburger Straße 3 Minuten von der Touentzienstraße Gedecke: RM-.80, RM 1,—, RM 1,20 Tageszeitungen Mittwoch, den 23. Mürz 1938, 20.30 Uhr Mueiker-Vereinahaus, Kalaar-Wilhalm-Stralla 3t DIE ERZWUNGENE HOCHZEIT Operette in drei Akten von M. Sehor Kleinkunstgruppe des Bezirks Zentrum-Nord der BZV• Regie: M. Wittelsohn AU ^SA־־ f«MSU^58 1’k’ ^50*e^D ״'!, Handlung■ Salles, GrenacÜerstr. 30; Restaurant Kimelfeld, Roscnthaler Straße 32; Wiener Cafe, Alte Schonhauser Straße 11; BZV..Heim, Rosenthaler Straße 44 m. Klavierstimmer Klavierstimmer PEREZ Ruf: 7219 20 GESELLSCHAFTS-ABEND I JÜDISCHER SPORT-KLUB E.V. | am Sonnabend, dem 19. März 1938 in den Gesamträumen des Jüdischen Brüdervereins, Kurfürsienstr. 115/116 KAPELLEN OSCHITZKI Karlen Im Vorverkauf RM 2,50, an der Abendkasse RM 3,00 VorverkaufsütelUn: Gcschältssti-Ik• des j, 5. K., Scliönebrrc, Apostcl-Paulusstreße 26 (Ruf 7t 16 66); Sekretariat des Bar Kociiba-Hakoatt, W15. Meinrkestr. 10 (Ruf 91 19 36): Kedem - BucMmndlun;׳. Clmrlottrnbur« 4, DaMmannMrnfi• 8 (Ruf 9611 41); Fritz Wir״״, Berlin W 30, Spryrret Str. 22 (Ruf 69 53 6־); Palrsline & Orient-Lloyd, W15, Meinekestr. 2 (Ruf 91 73 63); Max Srrbnik, Berlin C 2, Kaiser* Wilhrlm-Str. 34 (Ruf 42 94 92); Gehr. Mnndelbnum, Berlin kV B, Jügerstr. 17 (Ruf 11 44 54); Jüdische Rundschau, Berlin W15, Meinekestrnße 10 (Laden); Brüdervereinshaus, W 62, Kurfnr-tcnstraBc 115-116 (Ruf 25 26 78) Lassen Sie sich Ihre Anzeigen Fachmann aufsetzen Rubinstein ־ Joachimsthaler Sfr. 41 / Telefon: 9112 32 Donnerstag, 17. Marz •:Purim). Auf vielseit.Wunsch Großei1 Unterhaitungs-Abend mit Fritz Tachauer, Hannl Rosenthal (Roien) und anderen ersten Kräften Sonnab., 19.3., nach Sabbatausgang | |fflll7APt Sonntag, 20. 3., ob Nochmiflag | ייי-יייייי Eintritt an allen 3 Abenden freil Purim-Spezialgeridtie, Kreppdten, Taschen usw. Vorbestellungen für die Sedcrabende erbeten STELLEN MARKT Nur für Arbeitgeber und Arbeitnehmer, die jüdisch oder jüdischer Abstammung sind!ANGEBOTE 1 •längeres jadltchst Kinderfräulein zu einem Kind »8811 CflOHIflltZ gesucht. Fnmilienan*chluß! Ausführliche Angeb. U 496 an Anzeigen-Abt. Berlin W 15. Laborantin Iclmmb u. h an 1iolt>snvh perfekt, sofort gesucht. Sanatorium Dr. Rosenoerg Bad Neuenahr. Gewandte, gutaumieh., jüd, KOfltOPlStlV) 42 er Figur, die auch bei Verkauf u. Exped. Any.‘u.Ü 511 ».7ul!A)Ad«J״R,/ln*W15 swize od. Hausioctiier Hilfe vorhand«n. 3 Erwachs., 2 Kind. Ang. u. U 491 a. Anz.-Abt, Her J.R., Bin. Wl 5 JUö. PraMiKannnnen für Haut und Küche und eine jüd. Hausangestellte zum 1, April goevcht Rena Jareckl - Alexasdrowlts Schwerin fMark), Modhheidestra&e 44 Kindermädchen Blumenthat, Berhn-Schllncberg, U'cistr, 60 Kontoristin für Büro und Verkauf, Jüdin, bis 22 Jahre, nach Halle gesucht. 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