Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 43 (1938)
- Issue
- Heft 20 (11.3.1938)
- Date
- 1938-03-11
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Sette 2 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 20, 11. III. 1938 Wochen eine große Verstärkung der Einwanderang nach Palästina; auch aus Deutschland hat sie einen Umfang angenommen, wie schon lange nicht. Hunderte von Jugendlichen, darunter große Gruppen der Jugend-Alijah, aber auch andere Kategorien, begeben sieh ins Land. Es ist ein Beweis der Zuversicht und des unerschütterlichen Fcsthaltens der Juden an Palästina. in den öffentlichen Diskussionen wird auch die Judenfrage öfter erwähnt, obwohl sie sozusagen nur einen Nebenschau־ platz der Diskussion bildet. Man ist im allgemeinen stärker in der Diagnose als in der Therapie. So z. B. wurde in den letzten großen Budget-Debatten des polnischen Sejm von mehreren Rednern eingehend nachgewiesen, daß die soziale Entwicklung des polnischen Volkes das stärkere Eindringen polnischer Elemente in die bisher von Juden beherrschten städtischen Berufe nötig mache, so daß die Juden brotlos werden und aus wandern müssen. Auch bedeutende Briefmarken » Fritz Lewin LütrowstrSIA Staatsmänner anderer Länder haben die Aktualität der jüdischen Wanderungsfrage anerkannt, und in einer kürzlich veröffentlichten offiziösen italienischen Verlautbarung ist die Rede von der Notwendigkeit einer territorialen Konzentration des jiidisehen Volkes in der Form eines ״Judenstaatcs“. Bei allen diesen Anregungen bleibt 015er die Frage offen, welches Gebiet nun eigentlich für die jüdische Einwanderung oder gar für die Gründung eines jüdischen Gemeinwesens in Betracht kommt, wenn nicht Palästina es sein soll, Aus geistigen Gründen — so bemerkt ein dieser 'Tage erschienenes Communsique des Genfer Bums der Jcnvish Agency, das sich hat das jüdische Volk niemals nach der Schaffung eines jüililiehe Erfahrung habe bewiesen, daß andere Versuche zu einem unvermeidlichen Scheitern fuhren, in manchen Zeitungen war die Rede davon, daß die italienische R e g i e r 1111 g l>ereit wäre, eine jüdische Kolonisation in Italicnisch-O.stafrika zu handeln und eine italienische Agentur hat soeben ein Dementi heraiisgcgeb n. Jedenfalls werden wohl al’e Juden der E'.Uärimg des Genfer Ageucy-Büros zu-timmen, daß angesichts der dringenclen Auswanderungsnot aus Mittel- und Osteuropa das jüdische Volk jedem Kolonisation'plan, der ihm von maßgebender Sielte vorgelegt wird, mit größtem Interesse gegenübertritt, vorausgesetzt, daß ernste Aussichten für eine Durchführung bestellen. Abschließend wird aber in dem Comimmique die Meinung ausgesprochen, dal] die Mitteilung der italienischen ״Intormarione diplmnatica", die in Verbindung mit dem Gedanken des jüdischen Staates gerade Palästina ablehnte, nicht die endgültige Ansicht der italienisehen Regierung whierspiegdt. Denn wie die Dinge heute liegen, besteht mir ein Siedlungsgebiet, für das bei allen Schwierigkeiten, die es sonst nocli bieten möge, doch die* wichtigsten Voraussetzungen zutreffen, nämlich: die juristische und völkerrechtliche Anerkenntmg des jüdischen Anspruchs, der Wille des jüdischen Volkes (unentbehrlich als treibende Kraft zur Uebenvindung der Schwierigkeiten), die ökonomische Möglichkeit, bei Er- Schließung der Kraftquellen des Landes und der Nachbargebiete die Aufnahmefähigkeit auf ein Vielfaches zu steigern. Wir können mir hoffen, daß die bevorstehenden Verhandln!!- gen Englands mit Italien eine Beruhigung im Mittelmeer herbeiführen und auch eine Harmonie der politischen Ziele im Vorderen Orient einschließlich Palästinas bewirken. Ein Werk des Aufbaues wie das zionistische bedarf einer Atmo- Sphäre des Friedens, lind es darf wohl mit Recht gehofft werden, daß bei einer allgemeinen Beruhigung auch die Gegensätze in Palästina gemildert wurden und der politische Kampf nicht mehr mit Gewalttaten und dein Argument des Revolvers vor sich gehen wird. Das Bestehen der Jmlenfrnge, noch vor wenigen worden, nicht nur für die Einsicht des Mannes auf der Straße, auch für die große politische Diskussion. Aber die einzige Lösung, die überhaupt existiert, nämlich die Besiedlung Palästinns »ml die Errichtung eines für Einwanderer au tn ah me• feit,0 auch wenn n i c ht s' B e sserVs'an d cVcn^Steil e gesetzt wird. Niem,and weiß besser als wir die Unzulänglichkeit Palästinas ak Aufnahmoreservoir angesichts der heutigen Massennot. Solange aber nicht eine andere Alternative da ist, hat es keinen Zweck, darüber zu diskutieren, ob nicht etwas anderes vorztiziehcn wäre. Wer zur Frieiditrrung des jüdischen Problems beitragen will, der wird heute auf den Weg gedrängt, das jüdische Unternehmen in Palästina zu unterstützen. Die A.-C.-SItzung Wie uns aus London telephoniert wird, tmrde die Sitzung des Aktions-Comiies am Mittwoch unter dem Vorsitz von Ussischkin eröffnet. Die Sitzung ist stark beschickt, insbesondere sind viele Mitglieder aus Palästina und auch eine zahlreiche Delegation aus Amerika anwesend, ln der!.Sitzung hielt Dr. Weizmann ein umfassendes Referat, in dem er die politische Lage schilderte und insbesondere über die Verhandlungen berichtete, die er mit verschiedenen Behörden und Persönlichkeiten in den letzten drei Wochen seit seiner Rückkehr nach London geführt hat. Dr. Weizmann erklärte, daß die Exekutive an der Politik, die sie in Zürich beim Kongreß vertreten hat, fcsthält und sich für eine schnelle Durchführung der Errichtung des Judenstaates auf Grund des Peelsehen Teilungsvorschlages einset/en wird. Donnerstag Vormittag hielt Ben Gurion ein längeres politisches Referat. Dann wurde die Debatte eröffnet, bei welcher die Redner der einzelnen Parteien tind Gruppen zu Worte kamen. Als erster Redner sprach Rabbi Berlin (Misrachi), dann lür die Gruppe A der Allgemeinen Zionisten Kurt B1 u - inenfeld. Es folgten Ab. Goldberg (Amerika), Remez (Arbeiterpartei), Rabbi Gold (Misraclii), Weinschall (Juden- Staatspartei), Goldbloom (England). Man rechnet damit, daß die Sitzung bis Sonntag dauern wird und dann die Sitzung des Administrative Committee der Jewish Agency, zu der auch zahlreiche Nichtzionisten eingetroffen sind, sich anschließen wird. ln seiner Eröffnungsrede hielt Ussischkin den Verstorbe- Heß einen Nachrui und gedachte besonders der Verdienste von Otto Warburg, Josef Lurie und Berthold Eeiwel, Weizmann gegen ״Palliativmittel“ Empfang für die A. - C. - Mitglieder Die Zionistische Organisation von Großbritannien und Irland veranstaltete am 8. März in London einen Empfangsabend für die Mitglieder des Aktions-Comites.!Mehrere britische Parlamentarier nahmen daran teil. Dr. W e i z 111 an n hatte den Vorsitz. In seiner Begrüß 11 11 gsansprach c erinnerte er a!1 die Untersuchungen und Vorschläge der P e e I - K o 111 m i s s i o n und wandte sich dagegen, daß die Regierung bereits den Vorschlag der ,.Palliativmittel“ durch eine starke Beschränkung der jiidisehen Einwanderer in die Wirklichkeit umsetze. So schaffe man eine ernste wirtschaftliche Lage in Palästina, das sich auf einen ständigen Zufluß von Energien und Kapitalien für seine Entwicklung verlassen habe. Weizmann betonte, er glaube nicht, daß die Begrenzung der jüdischen Einwanderung die destruktiven Elemente in Palästina abgeschreckt habe; sie seien eher ermutigt worden. Die Kenner Palästinas glauben, daß die Araber friedlich sind und nicht spontan zu Zerstörungsmethoden greifen würden, sondern (|aß die ״Spontaneität“ durch arabische Gruppen organisiert und finanziert worden sei. Zum Schluß hob Dr. Weizmann hervor, daß das jüdische Leben in Palästina weitcrgeiie und trotz der Verlangsamung der Arbeit infolge der willkürlichen Beschränkungen der Einwanderurig nicht aufgehört habe und niemals aufhören werde. Der Untersuchungsabgcordncte Herbert Morrison führte in seiner Rede aus, daß er sich glücklich schätze, unter Menschen von saldier Bedeutung wie Dr. Weizmann zu weilen, der nicht nur ein großer Jude sei, sondern auch zu den Staatsmännern der Welt zähle. Er freue sich auch, daß Parlamentsmitglieder aller politischen Parteien Englands anwesend seien. Er wünsche, daß nicht nur eine Partei am Zionismus Interesse nehme. Es würde schlecht für die englische Judenheit sein, wenn sie sich mit einer politischen Partei verbünden müßte. Der Redner zollte dem Aufbauwerk in Palästina warme Anerkennung und betonte, daß es nicht dem privaten Profit diene, sondern dem Wähle der Gesamtheit und vor allem späteren Geschlechtem. Er bekannte sich als Gegner des Teitungsgedankens und bedauerte die Schwankungen der Einwanderung«- quote, die sich nach der Aufnahmefähigkeit und nicht nach politischen Niitzlichkeitserwägungen richten müßte. Der konservative Abgeordnete Capt. Ca za!et, der erst kürzlich aus Palästina znriiekgekehrt ist, befürwortete die Teilung als die praktischste Lösung, forderte aber ein ausreichendes Gebiet und einen wirküch souveränen jüdischen Staat. Schließlich sprach noch Dr. Stephen Wise, der betonte, daß ein Versagen der englischen Regierung, das Versprechen der Baifoiir-1 )ekiaration einzulösen, in Amerika einen sehr schlechten Eindruck machen würde. Weizmann reist wieder ab Dr. Weizmann wird sogleich nach der Sitzung des A.-C. wieder nach Palästina abreisen, um bei der Vorbereitung für die Arbeiten der neuen Palästina-Kommission mitzuwirken. Nach der Rede Daranyis Ungarische AeuBerungen zur Judenirage Von unserem Berichterstatter Budapest, 8. März Die Györcr Rede des ungarischen Ministerpräsidenten, — über die wir!11 unserer letzten Ausgabe berichteten, — hat die seit einiger Zeit ruhende Diskussion über die Judenfrage wieder in Fluß gebracht. Wohl gibt es noch einige Blatter, die die Angelegenheit zu bagatellisieren suchen, und wie z. B. ״Pesti H i r I a p“ i!1 seiner Besprechung der Rede die Judenfrage überhaupt nicht erwähnen. Auch ״Pesti zu haben in den guten Fachgeschäften f*J« I Naplo" befaßt sich nur widerwillig mit dieser Frage. ״M a - gyar H i r! a p“ bedauert die Aufrollung des Judcnprobienis und betont, die Juden hätten ihre Positionen mit Fleiß und Arbeit geschaffen. Eine andere Sprache sprechen die der Regierung nahestehenden, rechtsgerichteten Zeitungen. So gibt ״Esti Ujsäg“ seinem Referate den Titel: ״Die Juden auf den ihnen gebührenden Platz znriiekgedrängt“. ״Magyarsäg“ tmd sein Rivale ״U j Magyarsag“ nehmen die Rcgicrungserklärung mit Genugtuung zur Kenntnis. Am schärfsten läßt sich das Monatshiatt der radikalen Rechten, ״V i r r ,1 d a t“, vernehmen. Der Leitartikel wirft die Frage auf, wann die Regiernng endlich das Judentum als Rasse erklären werde, sonst würden die Juden durch Annahme der Taufe das ganze Problem verschleppen können. Der Abgeordnete Franz Rajniss fordert in diesem Sinne auch die Annullierung resp, Suspendierung aller Gerichtsurteile, die in letzter Zeit gegen Szälasi und Genossen wegen Schmähung einer Konfession ergangen sind. Viel Aufsehen hat der Leitartikel des ״Pester Lloyd“ erregt, in dem der neue Chefredakteur Georg von Ottlik wohl zum ersten Male zur Judenfrage Stellung nimmt. Er vermißt Worte der Anerkennung für die Leistungen des ungarisehen Judentums. ״Ujsäg“ meint, nicht die. Juden_seien dafür verantwortlich zu machen, daß sie statt in den öffentliehen Aemfern und Latifundien sicli auf solchen Gebieten betätigten, die ihnen freistanden. Kein Gesetz oder Erlaß hätte jemals den Andersgläubigen den Zugang zu diesen Berufen verwehrt, und bei Einführung des freien Wettbewerbes wiirden den 95 »/» Christen auch heute unermeßlich mehr Geltungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen, als den 5 °/0 Juden. Im ״E s t i K u r i r“ beruft sich Grat Anton S i g_r a y, der Führer der ungarischen Legitimisten, auf die Glcichberechtigungsprinzipien der 18 Der Gesetzgebung. Erfolge ungarischer Juden Das Kuratorium der B a u m g a rt cn-St if tun g, der größten privaten ungarischen Literaturstiftung, die alljähr- »eh ati begabte, mittellose Schriftsteller Preise von 3000 bis 4000 Pengö verteilt, hat dieses Jahr auch den Professor am jüdischen Gymnasium von Debrecen, Dr. Ladislaus Kar dos, mit einem Stipendium ausgezeichnet. — Die erste Literaturgesellschaft des Landes, die K is f a 1 nd y-Gese 11 - Schaft, hat den Redakteur und Theaterkritiker des ״Pester L1 o y d“, Dr. Karl Sebestyön, zu ihrem Mitglfede er- Wählt. — Der wissenschaftliche Nachlaß des jüngst verstorbenen Akademikers, Prof. Bernhard Munkäcsi, wurde vom Staat für das urgeschichflkh-uraitajische Institut, der Universität angekauft und wird dort als ״Munkäcsi-Bibliothek“ in eigenem Raume aufgestellt werden. Sein Sohn, Dr. Ernst Munkäcsi, der Syndikus der Pester Israelitischen Gemeinde, wurde vom Justizminister in die für Rechtsanwälte und Richter organisierte staatliche Prüfungskommission berufen. — Der Safety Council in Cleveland hatte im Vorjahre einen internationalen Wettbewerb für den Entwurf eines wirksamen Plakates ausgeschrieben. Den I. Preis gewann der frühere Zögling des Budapester Jüdischen Gymnasiums, Rudolf Hersch. Das ungarische Radio, sowie die ungarische Oeffentlichkeit feierte jüngst den 90. Todestag des ersten ungarischjüdischen Violinvirtuosen und Schöpfers der Csärdasweisen, Markus Rözsavöigyi, den auch Petöfi in einem Gedichte verherrlichte. — Die ungarische Judenheit erinnerte sich des 100. Geburtstages Leopold Horb witz’, eines der anerkanntesten, auch von Fürstenhöfen bevorzugten Malers, sowie Rabbi Koppel Reichs, des im Patriarchenalter verstorbenen Rabbiners der Pester orthodoxen Gemeinde und Vertreters der Orthodoxie hn ungarischen Oberhatise. Dr. A. F. IN ALLER KURZE In Warschau kam es in der lebhaftesten Straße zu antijüdischen Demonstrationen und Tumulten, bei welchen viele Fensterscheiben in jüdischen Läden eingeschlagen und jüdisdie Passanten angegriffen wurden. Die mehrere Wochen andauernde Budgetdebatte im polnischen. Sejm gab den jüdischen Abgeordneten mehrfach Gelegenheit, die Lage der jüdischen Bevölkerung nusfiibrlieh zu schildern. Auf Grund eines umfangreichen, aut Tat- Sachen und statistischen Angaben beruhenden Materials, haben in der Budgetkommission und im Plenum die Deputierten Rubin stein, Gotlieb, Min zb erg (in der Budgetkommiss!on des Senats sind die Juden nicht vertreten), insbesondere aber Abgeordneter Sommerstein, beschrieben, wie die Juden auf sämtlichen Gebieten des Staats- und Wirtschaftslebens ausgeschaltet werden. Elieser Kaplan, Schatzmeister der Jewish Agency, ist im Flugzeug aus Südafrika in London eingetroffen, um an der Sitzung des A.-C. teilzunehmen. Nach den Bestimmungen der Durchführungsverordnung zum Gesetz über die Revision der Staats zugehörigkeit der Juden in Rumänien sind alle jene, die am 1. Dezember 1918 dem mosaischen Glaubensbekenntnis angehörten, auch in dem Fall als Juden zu betrachten, wenn sie nach diesem Zeitpunkt zu einem christlichen Glaubensbekenntnis übergetreten sind. Elieser Do bk in vom Einwanderungs-Department der Jewish Agency weilt in Bukarest, um über die Frage der Auswanderung rumänischer Juden nach Palästina zu beraten. Aus Sowjet-Rufiland trafen in Jerusalem Meldungen über eine neue Welle von Massenverhaftungen von Zionisten ein. Weiter wird berichtet, daß die Behandlung der früher verhafteten Zionisten sich erheblich verschlechtert nabe. Das jüdische Arbeiter-Komitee in New York forderte auf einer Tagung freie jüdische Einwanderung nach Palästina und anderen Ländern. Toseanini erklärte in New York, daß er in dieser Woche nach Palästina abreise. Das 25jah11ge Jubiläum der Amtstätigkeit von Dr. Hertz als Oberrabbiner des Britischen Reiches wurde vom Jüdisch- Theologischen Seminar in New York in einer Radiosendung gefeiert, Dr. Hertz war der erste Absolvent des Seminars. Der britische Botschafter in Washington sandte dem Seminar einen Glückwunsch. Der Oberbürgermeister der Stadt Lüdenscheid hat die städtischen Dienststellen angewiesen, an diejenigen Oeschäftsleute und Einwohner, die noch mit Juden Geschäfte machen oder in deren Häuser Juden verkehren, keine städtischen Aufträge zu vergeben oder sie in sonstiger Weise zu unterstützen. Mit sofortiger Wirkung ist die Zulassung jüdischer Händler als Käufer in den Versteigerungen durch eine Verfügung des Oberbürgermeisters der Stadt Bamberg untersagt worden. Der Bürgermeister hat verfügt, daß Juden der Zutritt zum Städtischen Leihamt verboten ist. Der Reichsforstmeister hat in einem Erlaß angeordnet, daß die Forstmeister allgemein anzuweisen sind, Ergänzungen für Zeltscheine auszugeben, in denen der lnhaber durch Unterschrift zu bestätigen hat, daß er Reichsdeutscher und arischer Abstammung ist. Angehörige fremder Staaten sind von dieser Regelung ausgenommen. Bei der Deutschen Effekten- und Wechsel- Bank, Frankfurt a. M.—Berlin, scheidet jetzt Direktor Ismar Miodownik, Berlin, aus dem Vorstand aus. Damit ist.im Aufsichtsrat und Vorstand der Bank kein Jude mehr vorhanden. Bei der Faber & Schleicher AG., Offenbach am Main (Druckmaschinenfabrik), sind aus dem Vorstand Dr. Arthur Wormser und Dr. Otto Wormser, ferner aus dem Aufsichtsrat der Bankier Bernhard Merzbach (bisher stellvertretender Vorsitzender) und Bankdirektor Ismar Miodownik (Deutsche Effekten- und Wechselbank, Frankfurt am Main) ausgeschieden. Das ״Ocularium“ in Breslau Ist in arischen Besitz übergegangen. Die W i zo in Os I o hat in diesen Tagen ein erfolgreiches erstes Arbeitsjahr abgeschlossen. Verantwortlicher Redakteur: Dr. Robert Welt sch, Berlin-CharL 9 (auch verantwortlich für die Aufnahme von Bildern). Stellvertreter: Kurt Loewenstein, Berlin W 15. Anzcigenleiter und verantwortlieh für den Inhalt der Anreigen•. Hermann Finn, Berlin W 15. Gültig Anzeigen - Preisliste 5 voto 1. April 1936. Verlag und Anzeigenverwaltung: Jüdische Rundschau, Berlin W 15, Meinekestr. 10. DA. IV/1937 29 800. —י Druck! Siegfried Scholem, Berlin-Schöneberg.