Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1938-01-21 · Heft 6 (21.1.1938) · page 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
43 (1938)
Issue
Heft 6 (21.1.1938)
Date
1938-01-21
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2651273-2653549-2653555--31800-2683483
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Nr. 6, 21. I. 1938 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seit« 5 Wege der Verständigung Im Anschluß an den in der ״Jüdischen Rundschau" vom 17. Dezember 1937 veröffentlichten Artikel ״Um die Verständigung“ haben wir eine ganze Anzahl von Zuschriften und Aeußerungen erhalten, die ihre Zu- Stimmung zu diesem Artikel ausdrücken und teilweise in sehr ausführlichen Darlegungen weitere Vorschltige in derselben Richtung machen. In dem erwähnten Artikel haben wir, woran sich unsere Leser erinnern dürften, den Gedanken ausgesprochen, daß die bloße Berufung auf das Prinzip der jüdischen ״Mehrheit" in Palästina, ohne klarere Darlegung, die zionistische Politik auf ein totes Geleise führen muß. Darum — so führten wir aus —- gilt es, einen Weg zu suchen, durch den die unerläßlichen Voraussetzungen eines autonomen nationalen jüdischen Lebens in einem von einer jüdischen Mehrheit bewohnten Gebiet in Einklang gebracht werden mit der verständlichen Forderung der Araber, nicht von Juden majorisiert zu werden; wobei darauf hinzuweisen ist, daß auch nach dem Teilungsplan die Juden nur in dem für den Judenstaat reservierten Gebiet, nicht aber in ganz Palästina die ״Mehrheit“ geworden wären. Wir sind leider infolge Raummangel außerstande, die Diskussion in der ״Jüdischen Rundschau“ in vollem Umfange zu führen und alle uns zugesandten Beitrüge abzudrucken. Wir veröffentlichen den besonders charakteristischen Artikel eines palästinensischen Einsenders, der den Vorzug hat, mit großer Klarheit Einzelheiten darzustellen, wobei natürlich die Frage offen bleibt, ob alle diese Einzelheiten wirklich in der vorgeschlagenen Weise geregelt werden können. Unabhängig von der Beurteilung solcher Einzeljragen scheint uns die Gesamtlinie des Artikels durchaus im Sinne des von uns angeregten W e il c r denke n s zu liegen. Es ist noch hinzuzufügen, daß der Artikel, der infolge Raumknappheit erst heule veröffentlicht Wird, noch vor dem Erscheinen des letzten englischen Weißbuches geschrieben ist. (Red.) üeme Teilung, sondern Zusammenschluß! Von * , Aus den letzten Berichten ergaben sich Zweifel, ob die Teilung I* a 1 ä s t i 11 a s im eigentlichen Sinne (d. h. Teilung mit Bildung zweier selbständiger Staaten) tatsächlieh zu erwarten ist. Für diesen Fall!)raucht man, falls das Mandat in seiner heutigen Form nicht bestehen bleibt (und das ist das einzige, was absolut sicher ist!), Alternat iv-Vorschlü ge. die den Lebensnotwendigkeiten aller drei beteiligten Völker Rechnung tragen; denn nur wenn cs gelingt, eine solche gemeinsame Basis zu finden, ist eine Lösung möglich, die auf Vereinbarung aller Beteiligten beruht; und nur eine auf Vereinbarung beruhende Lösung garantiert Frieden und weiteren Aufbau! Jede mit Gewalt aufgezwungene Lösung, so vorteilhaft sie für den Augenblick scheinen mag, trägt den Keim weiterer Konflikte und schwerste Gefahren für die Zukunft in sich. Jordanien wieder vereinigten und mit den Nachbarländern organisch verbundenen Palästina! Sicht Teilung, sondern Zusammenschluß ist die Parole! Durch Wiedereinbeziehung Transjordaniens in ein bi-nationales, kantonisiertes Palästina, und durch Annäherung Palästinas an den werdenden arabischen Staatenbund, wird die Lösung in einem viel weiteren Rahmen gesucht, der eine weit großzügigere Behandlung der Gesamtprobleme ermöglicht und weit günstigere Lösurigsmögliciikeiten für alle Beteiligten bietet. Der Plan — 1'n aller Kürze und daher notwendig nur das Wichtigste enthaltend — lautet folgendermaßen: Wiedervereinigung Palästinas mit Trans- Jordanien. Im Rahmen dieses vergrößerten, b i - n a t i o n a 1 e n Palästinas, Bildung eines a r a - bischen und eines jüdischen Sektors. Der ara- Gibt es eine gemeinsame Basis? Um sie zu finden, müssen wir 'festzustellen versuchen, welche Gesichtspunkte den beteiligten Völkern im Augenblick als besonders wichtig erscheinen; wobei im nachfolgenden keineswegs Vollständigkeit angestrebt wird, sondern nur die allerwichtigstcn Dinge in den Vordergrund gestellt werden. Die Araber (um dem Alphabet folgend mit ihnen zu beginnen!) wünschen in erster Linie Schutz vor zahlenmäßiger Majorisierung durch die Juden; hauptsächlich aus diesem Grunde fordern sie Aufhebung der BalfouoDcklaration, Ein- Stellung bzw. radikale Beschränkung von Einwanderung und Bodenkauf; Selbstbestimmung und nationale Unabhängigkeit, d. 11. Aufhebung des Mandats und arabische nationale Regicrung. Sie erstreben stärkeren Anschluß an die arabischen Nachbarländer und sind Gegner der Teilung, weil sie wissen, daß jede Teilung eine Schwächung, jeder Zusammenschluß mit den Nachbarländern eine Stärkung ihrer Position bedeutet. Die Araber fürchten, von den ihnen in mancher Richtung überlegenen Juden überflutet und majorisiert zu werden; ihre ganze Politik ist von dem Wunsch nach Erhaltung ihrer nationalen Position getrieben. Die E 11 g I ä n d e r haben in Palästina und Trans Jordanien (abgesehen vom Schutz der Heiligen Stätten, und im Gegen- Satz zu Aegypten) fast mir strategische Interessen, allerdings von vitaler Bedeutung; sie wünschen, in der heutigen weltpolitischen Situation diese Interessen so vollständig wie möglich und mit dem geringsten Einsatz von Menschen, Geld und politischer Belastung zu wahren. Aus dieser Ueberlegung heraus ist ein feindlich gesinntes Arabien und eine Verschlechterung der Beziehungen mit der islamischen Welt für England, auf längere Sicht betrachtet, untragbar; England wird bei der endgültigen Lösung des Palästina-Problems, wie es bereits heute offen erklärt, diese Faktoren als erste in Rechnung stellen, wird dabei aber den Versuch machen müssen und — seine״ Traditionen entsprechend — auch machen, die den Juden gegebenen Versprechungen, soweit realpolitisch möglich, d. h. wenigstens teilweise, zu erfüllen. Welches sind zur Zeit die wichtigsten politischen Gesichtspunkte der Juden? Erstens Schutz vor politischer Majorisierung durch die Araber, d. 11. Ablehnung jeden Versuches, die Juden in Palästina von der bisher — wenigstens im Prinzip — imiegeliebten Position als Staatsvolk auf den Sfalus einer nationalen Minderheit zu reduzieren; ferner ausreichende Mög’ichkeiten für Einwanderung und Siedlung, sowie Forderung des Aufbalis überhaupt (״Ko- Ionisations-Regime“): und schließlich -- last not least — der zwar ehrliche Wunsch, mit den Arabern zu einer Verständigung zu kommen, jedoch bisher ohne die nötige FJ11sicht, daß bei einem solchen Versuch Kompromisse und Verzieht in Einzelptinkfcn f ii r Beide Teile unvermeidlich sind. . Wir haben nun zu fragen, ob es im Rahmen eines einheitlichen Palästinas ohne Teilung eine Lösung gibt, die den oben geschilderten politischen Hauptnotwendigkeiten der beteiligten Völker soweit wie möglich gerecht wird. Das Dilemma liegt darin, daß die Forderung der Araber nach Schutz vor zahlenmäßiger Majorisierung durch die Juden, ohne eine irgendwie geartete politische Beschränkung der Einwanderung (sei es eine territoriale, sei es eine numerische Beschränkung) nicht zu verwirklichen ist, was von den Juden, wenigstens bisher, auf das schärfste abgelehnt wird, während andererscits die Juden maximale Einwanderung, nur begrenzt durch die wirtschaftliche Fassungskraft und (wenn auch nicht offiziell, so doch de facto) womöglich Erreichung der Majorität im ganzen Lande anstreben, was von den Arabern in dieser Form niemals konzediert werden kann und wird. Wie kann man also eine groß liehst ungehemmte jüdische Ein ermöglichen 1111 d d i e Araber doch s i e r 11 n g schützen, ohne die Juden n o r i t ä t e 11 s t a t u s unterwerfen zu ת d nd e Ma mogr 11 n g jori- 1 Mien? Durch eine Lösung, die nicht wie der Teilungsvorschlag der Peel-Kommisüion nur auf geographischer Basis, oder wie die Vorschläge Lord Samuels und mancher arabischer Gruppen nur auf numerischer Basis beruhen, sondern durch eine Kombination beider Prinzipien; d. h. durch eine Lösung auf geographischer und numerischer Basis, und durch Anwendung dieses Prinzips in einem nicht nur nicht geteilten, sondern mit Trans- ״Hilfe und Aufbau‘‘ hat in den letzten Jahren vielen geholfen. Die Not ist größer geworden, noch mehr Hilfe tut daher not! So stark die Ansprüche sind, die an jeden Einzelnen gestellt werden: Gebt für ״Hilfe und Aufbau/“ Max M. Warburg bische Sektor umfaßt den im Peel-Bericht vorgesehenen Teil Palästinas einschließlich Transjordaniens, rnit Ausschluß von Akaba und des Negews, die unter einem Spezialrcgime, evtl, als Kron-Kolonie, verwaltet werden sollen. Der jüdische Sektor umfaßt den im Peel-Bericht für den jüdischen Staat vorgesehen Teil Palästinas einschließlich des Korridors, jedoch mit Ausnahme von Jerusalem, Bethlehem, Nazareth und Haifa, für die besondere Regelungen getroffen werden sollen. Der arabische Sektor, unter Abdallah, soll unter vorwiegender Berücksichtigung der arabischen Gesichtspunkte, der jüdische unter besonderer Berücksichtigung der jiidisehen Notwendigkeiten verwahet werden. Im jüdischen Sektor sollen Einwanderung und Bodenkauf für die Juden frei sein, entsprechend der wirtschaftlichen Fassungskraft dieses Landesteils, und soll den Juden die Erreichung der )Majorität ermöglicht werden. Im arabischen Sektor soll den Arabern die Erhaltung ihrer Majorität garantiert werden und jüdische Einwanderung gar nicht oder mir in beschränktem Maße auf Grund von Vereinbarungen staltfimien. Das gleiche gilt natürlich — vice versa — für arabische Einwanderung in den jüdischen Sektor. Die Juden im arabischen und die Araber im jüdischen Teil sollen nationale Minoritätenrechte erhalten, die von England, in der Uebcrgangszeit im Namen des Völkerbundes, später itn Rahmen eines englischpalästinensischen Vertrages, garantiert werden sollen. — Soweit ohne Zwang durchführbar und soweit notwendig, soll eine allmähliche freiwillige Umsiedlung׳• der im jüdischen Sektor sicli befindlichen Araber in den arabischen Teil Paiästinas lind insbesondere nach Transjordanien erfolgen, zu dessen Entwicklung die Juden finanzielle Beihilfe leisten müßten. — Der N e g e w soll, soweit kolonisatorisch 1115g-!ich, für jüdische und arabische Siedlung, analog dem Vorgehen bei der Hule-Konzession, eröffnet werden, jedoch politisch weder zum jüdischen noch zum arabischen Sektor gchören, sondern — wie schon oben gesagt — als Krön- Kolonie verwaltet werden. - Beide Sektoren (Kantone) genießen weitgehende innere Autonomie (Selbstverwaltung), auch in Fragen von Einwanderung, Bodenkauf usw.; alle gemeinsamen Angelegenheiten (Außenpolitik, Vcrtcidigun״, Verkehrswesen. Bundesfinan/en, Handels- und Zollfragcii usw.) werden von einer Zentralregier 11 ng mit dem Sitz in Jerusalem geführt, in der beide Völker ״nationale Gleichberechtigung, unabhängig von der Zahl“ genießen. Das äußert sich in gleicher Beteiligung an allen zentralen Verwaltungsorganen, in Exekutive und Legislative, z. B. gleicher Stimmenzahl im Legislative Council. Die Gesamtzahl der Juden im Lande, d. h. im jüdischen und arabischen Sektor, soll die Gesamtzahl der Araber im Lande, d. h. im arabischen und jüdischen Sektor, nicht überschreiten. Diese Regelung, die die Furcht der Araber vor zahlenmäßiger Majorisierung beseitigt, und dennoch den Juden eine große Einwanderung, Erlangung der Majorität in einem großen Teil des Landes und die Position als gleicliherechtigtes Staatsvolk ermöglicht, soll nur auf Grund von Vereinbannigen zwischen beiden Völkern aufgehoben werden können. Als Kompensation für diese, wenn auch sehr hoch- Und das aanze Volk fjewohrte die DonnersdilÄJe und die Flammen und den PosaunensdiMI und den raudienden Berg. Und da das Volk es gewahrte, erbebten sie und blieben von ferne stehen. Und Sie sprachen zu Mosche: ״Rede du mit uns, und wir wollen hören, nicht aber möge Gott ml! uns reden, sonst müfeten wir sterben." Da sprach Mosche zum Volk: ״Fürchtet nicht, denn nur um euch zu pröfen, lat Gott gekommen, und damit seine Furcht euch vor Augen sei, da& Ihr nicht sündigt." So blieb das Volk von ferne stehen. Mosche aber trat hin zudem dunklen Gewölk, in dem Gotl war. Aus dem Wodtenabschnitt für Sdiabbat, den 22. Januar 2. B.M.,Kap. 20, Vers ״IS-13. Uebers. von H. Totczyner Oppenheim Das bekannte Spezialhaus für Kleiderstoffe Charlottenburg, Wllmersdorfer Str. 115-116 Wollstoffe — Samt — Seidenstoffe liegende politische Ein Wanderungsbegrenzung, soll die jü« dische Einwanderung in die Nachbarländer (Libanon, Syrien, Irak) erleichtert werden, wo die Juden ebenfalls nationale Minoritätenrechte genießen sollen. Zwischen Palästina und den arabischen Nachbarländern soll eine enge wirtschaftliche und politische Kooperation herbeigeführt werden. Die Juden sollen, ztirückgeheiui auf die Vorschläge Feisal - Wei/mami, aktive Hilfe zur Schaifung und Entwicklung einer arabischen Föderation leisten. Das bi-nationale Palästina soll auf der einen Seite in enge vertragliche 'Beziehungen zu dem werdenden arabischen Staatenbimd treten, auf der anderen Seite durch Verträge mit England sich immer mehr zuin Bindeglied zwischen dem englischen Empire und den arabischen Ländern entwickeln. Es soll mit England Verträge abschließen, die den Notwendigkeiten der Verteidigung Palästinas und den englischen strategischen Interessen entsprechen; es soll Handelsverträge auf der Basis der Gegenseitigkeit ab schließen, Do mi n i on-S t atus anstreben und als solches im Rahmen der Ottawa-Abmachungen ״I m p e r i a 1 P r e f e r e 11 c c“ erhalten, eine für die Wirtschaftliehe Entwicklung Palästinas sehr wichtige Perspektive. — Ein solches bi-nafionales Palästina soll möglichst schneit seine Unabhängigkeit erlangen, jedoch nicht, bevor in einem U e b c r g a n g s s t a d i u 111 von einigen Jahren (5 bis 10 Jahre) die Kooperation /wischen Juden und Arabern sowohl innerhalb jedes Sektors, als zwischen jüdischen und arabischem Sektor innerhall) der Zcntralregimmg in befriedi« gender Weise in Gang gekommen ist. Die Entscheidung, wann dieses Stadium erreicht ist, obliegt dem Völkerbundsrat. — Das heutige Mandat wird aufgehoben und für die Ucbergangszeit durch eine neue Regelung ersetzt, dia in ihren Grundziigen den oben geschilderten Notwendigkeiten Rechnung trägt und dem Prinzip der zwei .Mandate mit entgegengesetztem Vorzeichen entspricht. -. Die Gültigkeit der Bai fotir -Deklaration wird für den arabischen Sektor aufgehoben und auf den jüdischen Sektor, d. 11. auf das ״Jcwisli National Home in Paiestine" begrenzt. Als Kam« pensation dafür aber wird sie in diesem Teil Pa* lä stinas nicht wie bisher nur halb, sondern zur G ä 11 z 0 verwirklicht. Zur Durchführung eines solchen Planes muß die englische Palästinaverwaltung an Haupt und Gliedern reorganisiert werden, mit allen Mitteln die Sicherheit im hantle wieder hergestellt und aufrecht erhalten und mit Klarheit gezeigt werden, daß dieser nach bitteren Erfahrungen und schweren Opfern gefundene .Mittelweg in Zukunft unbeirrbar, auch gegen Widerstand inuegchalten werden wird, was durchaus möglich ist. Wahrend des Uebergangsstadiums wird die englische Verwaltung in allen wichtigen Fragen die letzte Entscheidung haben müssen und auch in den zentralen Organen entsprechend vertreten sein. Aber mit der zunehmenden Selbstverwaltung der Kantone und des Landes soll die Rolle der Engländer sich allmäh• lieh immer mehr auf eine beratende beschränken, entsprechend der Entwicklung im Irak und in Aegypten, und soll schließlich im Endstadium bei Erreichung der Unabhängigkeit sieh auf die Wahrung bestimmter Interessen (außenpolitische und militärische Zusammenarbeit, Schutz der Heiligen Stätten, Garan« tierung der Minoritätenrechte) konzentrieren. Zum Schluß bleibt noch einmal zu überprüfen, wie weit der im vorstehenden skizzierte Plan den eingangs erwähnten Hauptgesichtspunkten der beteiligten Völker gerecht wird: Den Arabern bringt er Beendigung des heutigen Mandates, Beschränkung der Balfour-Deklaration auf ein Teilgebiet Palästinas, Schutz vor zahlenmäßiger Majorisierung durch die Juden, Aussicht auf Erlangung baldiger Unabhängigkeit. Nicht Verkleinerung, sondern V c r g!■ 5 ß e r u 11 g des ..Lehensraumes“ für die palästinen-Bchen Araber, F.inbeziehunjJ Palästinas in die werdende politische Entwicklung der arabisehen Länder und Förderung des werdenden (pro-jüdischen und pro-britischen) arabischen Staatenbundcs durch die Juden und England. Den Engl ä n d e r n bringt ein solcher Plan die Be* endigung des als 11nlragK1־-e Be’asnmg empfundenen heutigen Mandates, eine Bereinigung der po'iti^clit-n Spannung mit den arabischen Ländern und — nach Beendigung des Ueliergangs■ Stadiums — Reduzierung seiner Verpflichtungen in Palästina, unter völliger Wahrung seiner politischen und militärischen Interessen. Den Juden brächte die Annahme eines solchen Planes unschätzbare Vorteile: Als er-tes friede 11 mit den Arabern innerhalb und außerhalb Palästinas, als wichtigste Voraussetzunp weiteren Aufham, und Fortsetzung unseres Werkes in einem Rahmen, der viel größere wirtschaftliche und kolonisaforische Möglichkeiten bietet, als die heutige Situation. Ferner große Finwandcriingsmöglichkcitcn in Palästina und seine Nachbarländer. Weitere unschätzbare Vorteile wären die Erlangung der Position als Staats volle mit Zustimmung der Araber durch die gleichberechtigte Beteiligung im blnationalen Staat ״unabhängig von der Zahl“, und die Frreichung der Majorität im jüdischen Sektor, <!. 11. wahr* scheinlich in einem noch größeren Teil des Landes, wie er uns bei Schaffung des Judenstaates /!!gesprochen worden wäre. Adolph Donaths letztes Werk Mit Anekdotischem fängt dieser Kenner des Kunst• sammclns seine gehaltvolle Plauderei ״Wie die Kunstfalscher arbeiten“ (Verlag Dr. Eduard Gregr a syn, Prag) an: unter den Kunstfälschcrn begegnen wir Meistern vom Range eines Phidias und Michelangelo! Es folgt der berühmte Fall Dossena, dessen Name fast zum Typus wurde, während sein begabter Landsmann Bastiani'ni (begabter als Künstler denn als Fälscher) schon fast vergessen ist, und die falschen Van Goghs, die Donath wohl als Erster mit Mißtrauen ansah, _ obgleich er kein Van Gogh-Spezialist war. Aber selbst ein Kenner wie Hofstede de Groot ist einem gefälschten Frans Hals einmal aufgesessen und auch Wilhelm von Bode galt als Käufer der Flora-Büste bis vor kurzem für getäuscht; Donath konnte ein letztes Zeugnis beifügen, das Bodes Urteü rechtfertigt: es ist kein modernes Stück, sondern eine Schöpfung aus Leonardos Kreis und Zeit. Sachverständige Chemiker und Röntgenverfaliren haben in letzter Zeit die Prüfung erleichtert, aber auch die Fälscher vervollkommnen sieh. Als man beispielsweise entdeckte, daß die Löcher in einem angeblich alten Holz von Schrotkugein herri'ihrten, da die Einschüsse gerade verliefen, fingen die Fälscher an, — Holzwürmer zu züchten, die solche ״Kunst* fehler“ nicht begingen. Dies sind einige Beispiele aus den zahlreichen Kuriosa, die Fkmath mitteilt. Er gibt auch das beste Schutzmittel an: Haftung des Experten für die Expertise, Emanzipation von berühmten Namen, da (nach Max J. Fried- Länder) ein gutes Bild eines anonymen Meisters wertvoller ist als ein mitte’mäßiges signiertes und wir allem; wachsende Erkenntnis des Seelenlebens, das einem Kunstwerk innewohnt. Auf wenig über 160 Seiten (mit 34 Abbildungen) eine kleine ״Kunstgeschichte auf Nebenwegen“! Dr. Lutz Weltmann

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.