Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 43 (1938)
- Issue
- Heft 6 (21.1.1938)
- Date
- 1938-01-21
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Nr. 64 Jahrgang 43 Preis 25 Rpt JÜDISCHE RUNDSCHAU BERLIN GBlHgi AnzalgcnpreliUste Nr. S. Di0 12 gupaltene mm - Zcilo 20 Rpf, für * " * Familien - Nachrichten 15 Rpf. Für die Aufnahme von Ameigen in butimmUn Ausgaben oder an bestimmten Plätzen wird keine Gewähr velcietet Gelegenheit»- י** ך״ ״»!״״ י״טשבטתרצ״ח■. v״» ^״»«־״״״״f_ »w«!,.*. kJ7 ״« S <*» FREITAG, 21. JANUAR 1938 5!1־.*ג״*"* Der Zionismus erstrebt für das (Qdlsche Volk die Schaffung einer öffentlich ■ rechtlich gesicherten Heimstätte in Palästina. (Baseler Programm) Redaktion, Verlag and Anzeigen Verwaltung! Berlin W15, Melnekeatr. 10 Fernruf 1 91 »031, Telegramm •Adreaae 1 Orghlp. — Bezugeprei» einachiiefilich Bestellgeld je Monat RM 2,—, je Vierteljahr RM 5,75, bei Abholung RM 1.88 bzw. RM 5,39. - Poztschedc * Konten der Vertrieb» . Abteilung: Berlin 71572 (für GroS - Berlin), Berlin 17392 (für da» übrige Reich), ln Fällen höherer Gewalt besteht kein Anspruch auf Nadilieferung oder Erstattung etwa schon gezahlter Bezugsgebühren. — F.racheint Jeden Dlenatag and Freitag. Ungarns Judenfrage Von unserem Berichterstatter Budapest, 19. Januar Als aufsehenerregendes, symptomatisches Ereignis wurde dieser Tage von der Majorität des Munizipalausscnusses des größten ungarischen Komitates: Pest, das stets eine Feste des freisinnigen Geistes war, der Oberstuhlrichter von G ö - döllö, vitöz Ladislaus End re, zum Vizegespan, d. h. zum höchsten Beamten des Komitates gewählt. (Der Obergespan ist Vertrauensmann der Regierung und wird von dieser ernannt.) Endre, der sich seit Jahren als einer der eifrigsten Vertreter der rechtsradikalen Bestrebungen betätigte, hat nach seiner Wahl erklärt, er wolle in keiner Weise seinen Standfiunkt revidieren, dem er ja auch seinen Erfolg verdanke, hm schwebe der christliche, nationale, rassenschützlerische Gedanke vor, er verkünde aber keinen Haß und werde die Ueberzeugung anderer nicht verletzen, aber fordern, daß auch andere seine ueberzeugung in Ehren halten. Der Obergespan von Pr es z ly hat nach der Wahl seine Demission angemeldet, auf Verlangen der Regierung aber seinen Posten bcibchaltcn. Der ungarische Finanzministcr Dr. Fabinyi hielt in Piks mehrere Reden über Fragen der Wirtschaft und des Handels. Er berührte dabei u. a. die Frage des Verhältnisses der christlichen Gesellschaft zum Handel und sagte dazu folgendes: ״In der gegenwärtigen Wirtschaftslage muß auch der Handel damit rechnen, daß sich heute eine Renaissance der christlich-ungarischen Ge- Seilschaft vollzieht und sie mit Recht Positionen zu bcsetzen wünscht, die sie bisher anderen (d. h. den Juden — A. d. R.) überlassen hat. Dies ist eine Offenbarung der Lebenskraft der Nation. Es ist ebenso natürlich, daß dieser Vorgang den glücklichen Besitzern Schwierigkeiten bereitet. Die ungarische christliche Gesellschaft wünscht die wirtschaftlichen Positionen zu besetzen, von denen sie sich lange Jahrzehnte hindurch freiwillig abgeschlossen hat, und das kann nicht vorhindert.werden, wer, von welcher Seite immer, es zu verhindern wünschte, dehn diese Erscheinung ist der elementare Ausbruch der Lebenskraft und des Lebenswillens der Nation. Glauben Sie aber nicht, daß hierdurch diejenigen, die auf diesem Arbeitsgebiete seit Jahrzehnten ehrlich und fachkundig wirken, ausgeschlossen würden. Es handelt sich bloß um die Notwendigkeit der Angleichung der Interessen.“ In der Grenzstadt Nycregyhaza im Nordosten Ungarns hat eine Kommission des Innenministeriums mit der U eher- Prüfung der Staatsbürgerrechte in den Grenzkoinitaten begonnen. Bereits für die erste Woche sind •1500 Vorladungen an Personen ergangen, deren Staatsbürgerrechte den Behörden zweifelhaft erscheinen, vor allem an Juden, die aus Galizien eingewandert sind! Die Vorgeladenen müssen den Nachweis erbringen, daß sie ihre ungarischen Staats- Bürgerrechte vor 1921 erworben haben oder dal! ihre Vorfahren mindestens seit 1S51 in dem Gebiet des gegenwärtigen Ungarn gelebt haben. Wie reagiert nuu das Judentum auf diese Strömungen? Diese Frage warf der verantwortliche Redakteur des Pest er Lloyd, Dr. Georg Kecskemeti, in einem Vortrage über ״Die soziale Struktur der jüdischen Gesellschaft in Ungarn“ auf. Sic wendet sicli instinktiv von den geistigen und beamteten Berufen ab, aus denen sie verdrängt wird. Um j>o!itischaktiver, jüdisch-positiver aufzutreten, dazu fehlt ihr die Organisafion und Tradition. Dagegen reagiert sie auf die Nöte der Zeit vor allem biologisch: sie schränkt ihre Geburten ein und setzt sich freiwillig auf den Aussterbeetat, so daß z. B. die Zahl der jüdischen Mittelschüler in Budapest in 15 Jahren von 30000 auf 16000 gesunken ist. (Eine gewisse Ausnahme bilden vorläufig noch die konservativen Kreise. 111 der Volksschule •der Budapestcr orthodoxen Gemeinde gibt es noch Kinder, die 6—7 Geschwister haben, der Durchschnitt der Kinderzahl beläuft sich auf 3, während er im Jüdischen Gymnasium kaum 2 erreicht.) Dr. Kecskemeti hätte noch auf den ״ideologischen Freitod“, den Glaubenswechsel hinweisen können, zumal ein krasser Fall eben jetzt die jüdische Oeffent- 1 ichkeit bewegt. Drei Mitglieder der Familie des Baron Kolincr, deren Familienhäupter noch vor kurzem Vorsitzende der Fester Israelitischen Gemeinde und der Israelitischen Landeskanzlei waren, haben zu gleicher Zeit die Taufe genommen: das eine wurde katholisch, das andere evangelisch, das dritte reformiert. Bei Liquidierung des!unterlassenen Kohner-Vermögens hatte die Gemeinde noch wohlwollend mitgewirkt. Vor Neuwahlen in Rumänien Die bis vor wenigen Tagen noch bestehende Unsicherheit, ob die Regierung Gogas Neuwahlen veranstalten wird oder nicht, ist nunmehr beseitigt. Die Regierung hat das Parlament aufgelöst und Neuwahlen für die Kammer Tür den 2. März und für den Senat für den 4. und 5. März anberaumt. Demnach scheint die Absicht, ohne Parlament zu regieren, zunächst aufgegeben worden zu sein. Infolgedessen wendet sich begreiflicherweise ein lebhaftes Interesse den Wahl- Chancen der Regierungspartei zu, die bei den letzten Wahlen ja nur etwa 9>p> der Stimmen erhalten hat und jetzt 1(1׳. gewinnen muß. Wie berichtet wird, haben die anderen Parteien der Regierung den Kampf an gesagt. Die größten Gegenparteien sind die Liberalen (bisher numerisch stärkste Partei), die N a t i o n a I z a r a - nisten (bisher an zweiter Stelle) und die Eiserne Garde (,,Alles für das Land“) Codreanus (bisher an dritter Stelle). Besonders wichtig wird die Haltung der zuletzt genannten Partei sein, da diese, die ja durch eine Absplitterung von der jetzigen Regierungspartei Cuza entstanden ist, wichtige Programmpunkte, z. B. auch den Antisemitismus, mit der Regierungspartei gemeinsam hat. Vor einigen Tagen hat der Führer dieser Partei erklärt, er werde der Regierung Gogas gegenüber eine wohlwollend abwartende Haltung einnehmen, int Falle von Neuwahlen aber hoffe er, die S t i m m e n z a h 1 seiner Partei zu verdoppeln. Diese Ankündigung ist bemerkenswert, da ja ein Stimmenzuwachs Codreanus vor allem auf Kosten der Christlich-nationalen Partei Gpga-Cuza erfolgen dürfte. Es scheint, daß Codreanu vorgezogen hätte, wenn keine Neuwahlen stattgefunden hätten. Wahrscheinlich aber hat der König, der das entscheidende Wort zu sprechen hat, doch die Wahlen gewünscht. Die A e n d e r u n g im Wahlgesetz, die die Regierung bisher vorgenommen hat, scheint dem Fernstehenden geringfügig: die Zeichen, die auf den Wahlzetteln die von dem Einzelnen gewählte Liste bezeichnen, werden durch Punkte ersetzt. Der scharfe Protest, den die anderen Parteien gegen diese Neuerung erheben, läßt erkennen, daß in einem Lande wie Rumänien, wo ein großer Teil der Wählerschaft aus mindergebildeten Schichten besteht, derartige AeußcrHchkciten von großer Bedeutung sind. Es ist natürlich unmöglich, auch nur annähernd eine Beurteilung der C hancen in diesen Wahlen auszusprechen. Sicherlich wird es einen harten Wahlkampf geben, und sicher ist auch, daß in jeder Situation der König der maßgebende Faktor sein wird. Inzwischen schreiten die Maßnahmen, die die Regierung in der Judenfrage trifft, weiter fort. So z. B. hat der Kultusminister die Einstellung der Subventionen an die jüdische Religionsgemeinschaft beschlossen. Am meisten Aufmerksamkeit findet nach wie vor die Frage der Nachprüfung der Staatsbürgerschaften, eine Angelegenheit, difi, wie bereits mehrmals dargelegt, nur aus den spezifischen Verhältnissen Rumäniens zu verstehen ist. Der Justizminister hat jetzt erklärt, es bestehe für die vor dem Kriege im alten Staatsgebiet und in den inzwischen angegliederten Gebieten wohnhaften Juden kein Grund zur Beunruhigung. Sie seien durch die internationalen Vcrträge und die rumänischen Gesetze geschützt. Die Verordnutig werde nur diejenigen treffen, die die rumänische Staats- Bürgerschaft betrügerisch erworben hätten. Ihre Ausführung werde den Gerichtsbehörden anvertraut, so daß Mißbräuche nicht zu befürchten seien. Nach Mitteilung des Blattes der Regierungspartei wird sich die Ueberpriifung auf drei Kategorien erstrecken. Zur erster! gehören diejenigen, die nach der Angliederung der neuen Provinzen durch Eintragung in die Bürgerlisten der Gemeinden die Staatsbürgerscliaft erworben haben. Sie werden dokumentarisch nachzuweisen haben, daß sie damals in Rumänien ״zuständig“ waren. Der Begriff der Zuständigkeit wird dahin ausgelegt, daß er einen fünf Jahre dauernden Wohnsitz voraussetze. Die Betroffenen werden also ihre Ansässigkeit seit 1913 nachweisen müssen. Zur zweiten Kategorie gehören diejenigcii Juden des alten Staatsgebietes, die vor Erwerbung der rumänischen keine andere Staatsbürgerschaft besaßen und denen die rumänische Staatsbürgerschaft von den Gerichten zuerkannt wurde, da ihre Eltern in Rumänien wohnten. (Hier sind anscheinend jene als ״Ausländer“ in Rumänien lebenden Juden gemeint, mit deren Los sich schon der Berliner K011greß )878 befaßte. — A. d. R.) Bei dieser Kategorie wird nur in den Fällen, wo der Staatsanwalt es beantragt, eine Ueberpriifung erfolgen. Die dritte Kategorie umfaßt die durch Ent- Scheidung des Justizministeriums Naturalisierten. Pie Einwanderungskommission hat beschlossen, daß alle Kaufleute, die ausländische Staatsbürger sind und nach dem 1. Januar 1930 in die Register der Handelskammer eingetragen wurden, in Zukunft keine A u f e n t h a 11 s b e w i I i g 11 n - gen mehr erhalten sollen. Ausnahmen würden nur gewährt, wenn die betreffende Firma von Nutzen für das Land sei. Vor der Genfer Rats-Tagung Ministerpräsident Goga führte ein langes Telephongesprach mit dem in Genf befindlichen Außenminister Micescu. Es wurde die rumänische Stellungnahme zu einer etwaigen offiziellen Beschwerde der Juden gegen 'die Maßnahmen der rumänischen Regierung besprochen. Das Blatt der Christliclmationalen Regierungspartei wendet sich scharf gegen die Beschwerde jüdischer Organisationen beim V ö I - kerbunde und spricht die Meinung aus, die rumänischen luden selbst müßten gegen diese Behandlung der Sache Widerspruch erheben. Außenminister Micescu erklärte dem außenpolitischen Redakteur des ״Journal de Gcnevc“, die rumänische Regierung habe nicht die Absicht, das Juden- bzw. Minderheiten- Problem vor den Völkerbund zu bringen, da Rumänien über seine Innenpolitik nicht vom Auslande Ratschläge einzuholen pflege. Die Juden begingen einen schweren Fehler, wenn sie sich den Minderheiten anschließen würden. Es stelle ihnen frei, sich von der Nation zu separieren, aber dann hätten sie auch die Folgen zu tragen. Die Minderheitenverträge bezögen sich nur auf jene Ungarn und Deutsche, die auf den abgetrennten Gebieten, die ehemals zur Habsburger Monarchie gehörten, leben, sie gelten also nicht für die in Altrumänicn ansässigen Juden. Micescu wiederholte dann die schon bei früheren Gelegenheiten geltend gemachte Unterscheidung zwischen alteingesessenen Juden und den erst nach lnkrafttreten des Minderheiten Vertrags Zugewanderten. Wenn die alteingesessenen Juden, so sagte er, sich von ihren neu angekommenen Glaubensgenossen lossagen, bleiben sie unbehelligt; wenn sie sich aber mit den Neu-Emigranten vermengen, dürfen sie sich nicht beschweren, wenn man sie mit ihnen vermengt. Von der Skepsis zum Glauben Für aktive jüdische Volksarbeit Wir erhielten vor einigen Tagen die Zuschrift eines Lesers, die sich mit der gegenwärtigen Lage der Judenheit beschäftigt und in diesem Zusammenhang 11. a. folgendes ausführt: ״Wir dürfen nur das im Auge behalten, was zur Sammlung der Menschen der jüdischen Masse in Deutschland beiträgt. Der Mensch gerade der jüdischen Masse — das ist ja das beste Positivum im Juden — will wissen, warum er Jude ist, warum er mir inmitten seines Volkes Arbeits- und Lehensmöglichkeit finden kann, warum seine eigene Skepsis in den vorwiirtsst n r 111 e 11 d e n E lau des Glau b e 11 s a 11 s e i 11 V o I k 11 m gestaltet, und wie aus der Ohnmacht ries einzelnen jüdischen Menschen oder einzelner jüdischer Gruppen und (iruppchen die moralische Stoßkraft einer allgemeinen jüdischen Bewegung durch Solche Worte beleuchten, wie es uns scheint, die Stirnmutig und das Gefühl sehr zahlreicher .Menschen, die über ihren persönlichen Bezirk liinausblicken und Anteil am jüdischen Geschehen nehmen möchten. 111 der Tat muß sich dem Beobachter unseres Lebens die Meinung aufdrimgen, daß zwar sehr viel im einzelnen gehandelt wird, und daß auch manche Elemente der Erkenntnis über unser eigenes Wesen und Schicksal vorhanden sind, daß es aber an der großen Linie im jüdischen Leben mangelt — nicht mir bei uns im engeren Kreise der Juden Deutschlands, sondern zum Teil noch weif mehr, wenn wir auf das jüdische Volk draußen in der Welt blicken. Der Zionismus hat, als er einst in die jüdische Gasse trat, den Anspruch erhoben, S a c 1! w a 11 e r des g a n - z e 11 Volkes zu sein. Er wurde dabei von der Vorstellung getragen, es müsse ihm gelingen, die Juden der Welt in den Dingen, die sie selbst angchen, zu einem einigen Volke zu machen. Herzls Ruf: ״Wir sind ein Volk — ein Volk“ hatte nicht nur den Sinn der nationalen Erkenntnis, sondern auch jenen des Aufrufes zur Einheit. Die Geschichte hat dieses Wesen des Zionismus nicht zum vollen Ausdruck kommen lassen. Er wurde vielfach zu einer Partei unter anderen jüdischen Parteien, nicht durch eigene Schuld, weil der Kampf gegen ihn schon in den Tagen seiner Entstehung einsetzte, aber dennoch kann dieses geschichtliche Faktum nicht fortgeleugnet werden. Allerdings bestand dabei eine Gefahr: daß sich der Zionismus selbst damit zufrieden gab, Partei unter Parteien, Gruppe unter Gruppen zu ()leiben, indem er in der Auseinandersetzung mit anderen Auffassungen einen Selbstzweck sah, oder aber indem er sich in das Gestrüpp von Formulierungen begab, die ihn selbst in die Enge führen mußten. Dies lag den Gründern des Zionismus gewiß ganz fern, die vielmehr den Glauben hatten, eine große vereinigende Bewegung zu schaffen und das Volk als Ganzes, wie immer es sonst in den Fragen des Lebens und Denkens gesinnt war, zusammen zu führen. Es ist darum die Aufgabe des Zionismus geblieben, aus der Sackgasse der Parteisteilung herauszufinden und seinen Anspruch auf Zusammenfassung des ganzen Volkes erneut zu postulieren. Wir selbst׳ empfinden diese Aufgabe in unseren Tagen besonders dringlich. Das Judesei״ ist für die Menschen unseres Kreises zur bestimmenden Komponente des alltäglichen Lebens geworden, und sie fragen daher in jedem Augenblick erneut, welche Antwort wir auf die drängenden Probleme des Tages zu geben haben. In dieser Zeit kann es für uns nur die eine Aufgabe geben, allen Juden mit Trost und Hoffnung, mit Rat und Anleitung zur Seite zu stellen und aus unserer Grundhaltung heraus, die im jüdischen Volkstum verankert ist, den Weg zu weisen, der dem Einzelnen dient und_, soweit es aiigcht, die Substanz des jüdischen Wilkes erhält. Q»1s gilt z. B. auch für ein Problem wie das der über« seeischcn Auswanderung; unsere Leser werden sich der zahlreichen Berichte aus allen überhaupt in Frage kom* inenden Ländern erinnern, die an dieser Stelle im Laufe der vergangenen Jahre veröffentlicht wurden und dazu dienen sollten, auf Grund der Erlebnisse von Menschen, die selbst hinausgegaiigen sind, den Weg für die Nachkommenden zu bahnen. In dieser Frage kann es ja keine Differenzen geben, sofern nicht der Versuch gemacht wird, die Auswanderung ideologisch zu verbrämen, während es in Wirklichkeit um die Erhaltung der materiellen Existenz vieler Tausender jüdischer Menschen geht — um nichts mehr und um nichts hdtoUefeiMUk Der österreichische Bundeskanzler Dr. Schuschnigg spendete für die Wiener Jüdische Winterhilfe 10Ö00 Schilling. Das American Jewish Committee nahm eine Entschlie« ßung gegen das Teilungsprojekt an. Die Palästina-Polizei hat einen der Mörder Starkepa gefaßt, der geständig ist. Bronislao Huber man ist in Wien cingciroffen und wird bald wiedcrhergestelll sein. Am Mittwoch, 2fi. d. M., findet in Berlin eine Ver• Sammlung über die neue Wendung der Palästinapolitik statt. Juden aus Deutschland in Palästina erließen einen Aufruf (S. 3).