Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 43 (1938)
- Issue
- Heft 4 (14.1.1938)
- Date
- 1938-01-14
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 12 JODISCHE RUNDSCHAU Nr. 4, 14.1.1938 verschiedenen Organisationen gegeneinander als überholt empfindet. In Wirklichkeit brauchen wir etwas viel tiefer Gehen• des, nimlich ein neues Durchdenken erstarrter Begriffe, die nicht mehr auf unsere Zeit und nicht auf alle Länder passen, in denen Juden leben. Gerade wir Juden in D e ut s c!1!and empfinden diese Notwendigkeit besonders stark, haben wir doch einen Umbruch der Zeiten und einen tiefgehenden Wandel unserer eigenen Existenzform erlebt, der uns zwangsläufig zum Teil and) zu neuen Vorstellungen führte. Nicht weniger dringend empfindet man diese Notwendigkeit auf« dem Felde der!1 1, י ii s t i n a p o! i t i k, die heute nicht zuletzt durch das Festhalten an blutlosen Fornuilic- Hingen In eine Sackgasse geraten ist. Gewiß kommt es nicht darauf an, alles zu verbrennen, was man angebetet hat; sehr viel Bewährtes in unseren Vorstellungen, ja das meiste Grundlegende kamt und soll erhalten bleiben, aber mamiics ist heutzutage Formelkram geworden, was früher Lehen bedeutete. Ls ist keine Unter- Schlitzung der g 1׳ o ti e 11 Verdienste vieler Parolen und Formt!- licrungen um die Klärung des jüdischen Bewußtseins in einer früheren Zeit, wenn wir diese Feststellung heute unter ganz anderen Bedingungen treffen. Ls gilt heute, wirklich tutvoreingenommen voll guten Willens und gesunden Menschenver- Standes an das jüdische Leben Ins.111/ugehen und die Zivilzusprechen, was der bi-hengie; oennni'iis opinio widerspricht. Gerade hervorragende (h Ku r können sieh in das jüdische Leben heute nicht ein״;dne:!, weit es ihnen zu s e h a h 1 onenhaft gelenkt eis. 11111: ׳, und sie stehen daher abseits vom Geschehen. Wir aber biaui keil in einer Zeit des schwersteil Existenzkampfes für da-, indische Volk alle Kräfte, utn ein׳■^ u ml' ' 1 1 1^ zu t h 1 Ai d!יי■ ׳ m heute für das jiidi-ehe >.!!:׳. G.il verantwortliche (!eneration nicht entziehen können. Am Hacrcz l/ewfv4#tyt wt de*. Ul eil Die Jüdische Rundschau hilft Adressen suchen bctreHcnd «len Verblei, ״■:;:ibar!״!״:״״ l.e-er. du• na״• die Nr. 99. Henryk Dunaler, Kaufmann, geboren 1S07 in Brzezany (Polen), 'zuletzt vor zirka 2 Jahren Prag, Riinska 12, wird gesucht von Frau .Molly La/ar, Berlin N 3 1, Christinen- Straße 28. Nr. 11)0. Frau Eva Deavers, zuletzt Cleveland (Ohio), 3173 W. 121st Street, wird gesucht von Frau Helene l lelfgot (genannt Korngold), Berlin 51 א, Angermünder Str. 12a. Nr. 101. Ghana Lewin, geh. Wacholder, vor 11 Jahren aus Warschau nach Cuba ausgewandert, spater in New York, wird gesucht von Fischei Wacholder, Berlin SO 36, Reichenberger Str. 11/12. Nr. 102. Josef Nordenschill (geh. IS60), Leiser Nordenschill (geh. 1866), Louis Norrienschtll (geh. 1S0(>), in New York, werden gesucht von Ella David, Berlin SW 10, Annen- Straße 25. Nr. 103. Jizchak Major Opatowski, vor ungefähr ■10 Jahren von Lodz nach New York ausgewandert, oder die Kinder, werden gesucht von Josef (ilewicki, Pirmasens (Pfalz), Schwanenstr. 21. Nr. 101. Wilhelm Piipel ans Sianislnu, seit ca. 32!.ihren in New York, wird gesucht von Siogmtmd Schnauzer-Zucker (aus Lemberg), Jena i. Thur., Löhderstr. 12. Nr. 105. M. P. Meyer (früher Eugen Borchheim), geh. in Nörenberg i. Pom., 1 SV) in Pittslmrg, •11 Sarahstreet, ('der dessen Kinder, werden gesucht von Anna Borchheim, Nörenberg i. Pom. (Kr. Saat/ig). Nr. 106. Pinkas Braun, geh. 1 SSi in Warschau, wohnhaft lange Zeit in Bend/in, mit drei Schwrstmn 1903 0-1 nach New York ausgi wandert, v. ird gesucht von David Ftdermmin, Anvers (Belgien), 6 nie Simons. Nr. 107. Max Charal, zuletzt Nv\V( York, ״in! gesucht von Nr. 108. Nachkommen von Max Camp. Sau Fran/iseo, Hyde Str., sowie di«׳ Nachkommen von Rosa Stone, geh. Wilhefnistn'»" L ’ Nr. 109. Die Nachkommen v״n Rudolf Rosenberg, zuletzt Guthrie (Oklahoma USA.), ferner di«■ aus Kosvhmü! stammenden Brüder Julian und Fabian Stahl, zuletzt Baltimore (USA.), werden gesucht vnn 1 eo HammerMein und Gerda Hammertein, geh. Stahl, Striogati (Sclil.), Schließt,ach 22. Nr. 110. Kurt Lindemann, früher Berlin, Spamlauer Straße, ausgewandert 1914 nach Chicago, 1316 N Uaklev Ave. c'o. Mr. Harry Mandelstaumi, wird gesucht von Moritz Becker (Anschrift; M. Selilachet, Berlin N 58, Milastr. 1). Nr. 111. Adolph Berg aus Tornowo (Posen) und Frau Berta verw. Abraham, geh. Schic oder deren Kinder Hermann, Markus und Moritz, Frieda (verchl. Kessler) und Anna, 1912 New York, 621 East 6 Street, werden gesucht von Conrad Berg, Berlin-Wilmersdorf, Helmstcdter Str. 9. Nr. 112. Jonas Herzberg-Rispler, geboren 1875 in Przemysl (Polen), ausgewandert 1808 nach London, ein Jahr später nach Sunderland verzogen, wird gesucht vo!1 Abraham Herzberg, Hagen i. Wcstf., Pottliofstr. 16. Nr. 113. Die Nachkommen von Leo und «Max Lippmann, deren Eltern aus Neutom ischel (Posen) um 1880 nach New York auswanderten, werden gesucht von Alexander Gutkind, Berlin W 15, Kurfürstendanim 52. Nr. 114. Gerda Kirsch stein, geh. 20. 8. 1905 in Breslau, seit 1925 in Mexiko, wird gesucht von Erna Kirschstein, Hannover, Humboldtstr. 23. Nr. 115. Leo Baruch, ausgewandert 1931 nach Argentinien, wird gesucht von Wolf Baruch. Mitteilung erbeten an: S. Beatus, Kalisz, Stawyszinska ul, 6, für Wolf Baruch. Nr. 116. Siegfried, Eduard und Willy Krause, sowie ihre Schwester Lude, geb. Krause, letzte Adresse: 506, Elton Street, New York-Brooklyn, werden gesucht von Irmgard Mandelsohn, bei Hcmiig, Berlin-Wilmersdorf, Aschaffenburger Straße 22. Briefe an die Redaktion Berufsausbildung in Palästina Berufswahl vor 1933 Ramotk-Haschawim, 5. 1. 38 Sehr geehrte Redaktion! Das Berufsproblcm des If.F.- Leitartikels in Nr, 103 kann n־׳c oft und nie grund’ieh genug 1 geführt werden. Weit ge- Prozeß die Fell! er gangenheit wi« können, dürfen v mal erlauben, a gabteu weniger schmerzlichen ,p, e, zu ertragemlen Welt Arbeit leben können, Berufene von Klasse 7 geschleppt werden, w« diese Etat -argen Nach England ihre Studien, Iris 300 dürften in F Italien und in einigen Und״, De״»״ schule n. z finden wird, t denken, daß der Welf eben Erde wob er lietpuigen zu werden. Beklemmend die Vor- Stellung, wie sich dieser Konstiukiiunsfchlcr einmal im eige- Mit י ' HochacI :ung Berlin-Cluirl., rhrte Red, 3 lim die Rt 11 dev jiidiigend I iide. u sehen J1 dem llandplötzlich da Die Zeit, rung jiidi־ Zufiih durch L 1t dazu geführt hat, in nenswertem Maße jürlisi-tK! Jugend produktiven Berufen hinzu- Absolventen höherer Schulen ergeführten Statistik«: stark bereits lange י 1933 Bemühungen dem Jahre der Bcrutsstruktur Deutschland erfolgals 00»,׳( den ,1• Zobel Ankündigungen aus dem Reich Bamberg: ZOG. Am 22. Januar, Max Weiner (München): ״Von Batt«>ur bi־ Peel — 20 Jahre jtidisi'he Politik'‘. — Breslau: 19. Januar, 20.15 L'hr, Neue Synagoge: ״Judas Maccabiius“ von Händel. Leitung: Werner Sander. — Hamburg: ZOG. Am 18. Januar, 20.J0 Uhr, Ilartungstr. 9/11, Dr. Georg Lubinski (Berlin): ״Was wird ans unserer Jugend“, — Hannover: Jtid. Kulturbund. Am 15. und IG. Januar, 20 Uhr, Bergstr. 8, Dr. Anneliese Landau: ״Offcnbach und die Operette•‘. Mitwirkendc: Doris Wilamowska. Max Kuttner und Gerh. Bcrkmrbz. _ Jülich: ZOG. Am 10. Januar. 16.30 Uhr. Dii־־c!- dorfer Str. 35. Dr. Fritz Ikeriberg: ״Wanderung nrtcti Palästina — Wanderung nach lTe!u׳rsee — Grundsätzliches und Aktuelles“. — Köln: Zion. Vereinigung. 18. Januar, l.)r. Wilhelm baldiger (Bonn): ״Jerusalem — die heilige Stadt‘•. 20. Januar: Arlxätskreis. — Münster: ZUG. Am 15. Januar,’ 20.30 Uhr, Dr. Fritz Ike״l>erg: ״Wanderung Familien-Nachrichten Frau Minna ilberg, Wolfenbüttcl, begeht am 18. Januar den Etau Berta Meyer, Dortmund, Hombruch, begeht am 17, Januar Herr J.D.b Wallach, (ölwraula U tes־en-Xa.־sau), begeht am 19. Jan. Barmi/wah-Tcrmin. Am 29. Jrmufvr (27. Schwat): Helmut Hausler, 8• im vai Emii Häusler. Remscheid. Bankstr. 6. Juden und Jüdisches im Rundfunk. X Freitag, 14. Januar: Wien (507). O'imrn spielt. — Sonnabend, 15. Januar: Wien (507), 16.05: Zum 60. Grb'irtstag von Egon Friedeil. —- Sonntag, 16. Januar: Brüssel (3221, 13: Schallplatte!־!: u. a. Tauber singt Mendelssohn-Lieder. — Am-Ierdam: Franz Osborn spielt. Die Delegierten des Preußenverbandes im Rat der Reichs- Vertretung. In der letzten Sitzung des Rates der Reichs- Vertretung wurde eine Vermehrung der dein Preußischen Landesverband jüdischer Gemeinden zustelieuden Sitze beschlossen; der Preußenverband hat nunmehr die erforderlichen Zuwnhlen vorgenominen, so daß seine Delegation zum Rat der Reichsvertretung jetzt, einschließlich der bereits früher Nominierten, aus folgenden Mitgliedern und Ersatzmitglicdern besteht: Justizrat Blau (Frankfurt a. M.), Rah- Einer Dr. Galliner (Berlin), Regierungsdirektor i. R. Conrad Kaiser (Berlin), Direktor Georg Kareski (Berlin), Rabbiner Dr. Latipheimer (Ems), Stadtrat i. R. Leß (Breslau), Rechtsamvalt Dr. Lux (Breslau), Amtsgerichtsrat i. R. May (Köln), Moritz Rosenthal (Berlin), Adolf Schover (Berlin), Kammergerichtsrat i. R. Leo Wolff (Berlin), Dipl.-Ing. Bruno Woyda (Berlin), Konsul Bendix (Köln), Hugo Hecht (Frankfurt am Main), Dr. Frevhan (Breslau), Rabbiner Dr. Horovitz, (Frankfurt a. M.), Rechtsanwalt Dr. Katzenstein (Bielefeld), Dr. Hans Klee (Berlin), Frau Jettka Levy-Stein (Berlin), Rechtsanwalt Meißner (Berlin), Vorsitzender des Verbandes der Synagogen-Gemeinden Schleswig-Holstein und der Hansa- Städte Möller (Altona), Rechtsanwalt Dr. Neumanti II (Allenstein), Bankier Emil Oettingcr (Frankfurt a. Al), Rechtsamvalt Dr. Rabau (Berlin), Rabbiner Dr. Rothschild (Saarbrücken), Direktor Max Sanmel (Rostock), Rechtsanwalt Heinrich Stern (Berlin), Arnold Wiener (Beuthen). Die Zusammensetzung der Delegation des Preußenverhandes entspricht den Grundsätzen der numerischen Teilung zwischen Zionisten und Religiös-Liberalen unter angemessener Beteiligung der Religiös-Konservativen, Aus Holland. Unser Haager Berichterstatter schreibt uns: Der bedeutende Internist der Utrechter Universität, Prot. Dr. A. A. Hijmans van den Bergh, tritt zum 1. Februar im Alter von 6S Jahren aus Gesundheitsrücksichten vom Lehramt zurück. Hijmans van den Bergh, der vor einem Jahr sein fünfundzwanzigjähriges Hochschullehrerjubiläum leiern konnte, hat sich vor allem durch Untersuchungen der Gallenfarbstoffe im Blute und Arbeiten über die Zuckerkrankheit einen Namen in der medizinischen Welt erworben. Seine Schule ist über die Grenzen Hollands hinaus bekannt geworden. Er ist Mitglied der führenden medizinischen Gesellschäften. — Nach nahezu zwanzigjähriger Tätigkeit schied der Leiter des Gesundheitsdienstes der Gemeinde Amsterdam, l)r, L. H e i j e r in a n s — ein Bruder des bekannten Dichters H. Heijermans — aus seinem Amte. Heijermans hat sich große Verdienste um cjie öffentliche Gesundheitsfürsorge, insbesondere für die Kinder der holländischen Hauptstadt, erworben. — Der Maler Felix N 11 ß h a 11 rn stellte bei Kleykamp im Haag seine Arbeiten aus. Neben Stiileben, die sich durch ausdrucksvolle Farbwirkung auszeichnen, zeigt Nußbauin besondere Vorliebe für Hafemnofive und stille Winkel, so in Rapallo und Ostende, wo er jetzt arbeitet. — Eine Ausstellung des Bildhauers Moissi Kogan, der vor dem Kriege in Deutschland viel Erfolg hatte, veranstaltete Santee Landweer in Amsterdam. Offene Auslandsstellen. (Zur Besetzung genehmigt durch das Landesarbeitsamt Brandenburg.) Es werden gesucht: I. Fiir Australien ein jüdischer Motorbootbauer mit Erfahrung im Bau von Yachten und Motorbooten. — 2. Für Indien für eine Schmelzerei ein jüdischer Vorarbeiter mit F.rfahrung im Schmelzen von Weißmetall und im Bedienen eines Ausseheiduugsofens für Weißmetall, eines Kupferkuppclofens und eines Bleikuppelofens. — 3. Fiir Brasilien ein jüdischer Gela* tine-Chemiker, der die Produktion einer Fabrik leiten kann, — Ausführliche Bewerbungen, nur auf Luftpostdiinnpapier, Zeugnisabschriften, Lebenslauf sowie Paßphoto werden weitergeleitet durch die Jüdische Gemeinde, Berlin SW 19, Lindenstraße 48—50. ״Lernt Sprachen!“ Die Notwendigkeit der Erlernung von Fremdsprachen als Vorbereitung zur Auswanderung gab dem Verlag Joseph Jastrow, Berlin, Veranlassung, die Herausgäbe von Sprachlehrbüchern jüdischer Verfasser zu unternehmen. Bisher erschienen: P. Bendheim, Englisch wie es der Engländer spricht, Band I, 3. Auf!., zur Weiterbildung lind zum Selbstunterricht, Band II enthält Plaudereien und Anekdoten über England (zu beiden Bänden sind Schlüssel für die Uebersetzungen erschienen). Ferner: P. Bendheini-C. Beverly Davies ,,Handelsenglisch“ und ״Schottland, wie es der Eng- Binder kennt und sieht“. In Vorbereitung befinden sich ״Englisch für Anfänger“ und Lehrbücher für andere Fremdsprachen, ANTWORTEN DER REDAKTION Lewin, Charlottenburg. Daß man, wie Sie schreiben, einen Juden, der nicht Silvester feiern will, in einer jüdischen Ge- Seilschaft als ״Sonderling“ bezeichnet, ist in der Tat charaktcristisch für gewisse jüdische Kreise, die alte Gewohnheiten nicht ablegen wollen und nicht einmal, Verständnis dafür haben, daß andere Juden dies tun. Hier kann u. E. nur durch Erziehung zu einem positiven Judentum Wandel geschaffen werden. W. C., Breslau. Daß aus Deutschland ausgewanderte Personen, besonders Künstler, auch dann, wenn sie längst getauft sind um] sich in Deutschland deutlich vom Judentum distanziert haben, in anderen Ländern die Hilfe und Unterstützung von Juden in Anspruch nehmen, ist freilich eine sehr bedenkliche Sache. Wir sind nicht dagegen, daß hilfsbedürftigen Menschen Hilfe geleistet wird, aber die jiidisehen Komitees und Organisationen irn Ausland sollten in solchen Fällen, bevor sie spezifisch jüdische Institutionen cinsetzen, die Frage der Zugehörigkeit der betreffenden Personen sicherlich klären. Dein Platz 1111 Werk fiii* Erez •!Israel ist 111 der Zionistischen Vereinlgang Md W ft mW