Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 43 (1938)
- Issue
- Heft 4 (14.1.1938)
- Date
- 1938-01-14
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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jüdische Rundschau Nr. 4, 14. JANUAR 1938 PALÄSTINA-BLATT Liquidierung der Krise Kibbuz ״Hasorea“ pflanzt einen Wald Von Ludwig Straus s. (Joknam). Der Keren Kajemelh Lejisrael wendet sich zu Chamischah Assnr b’Schwat an alle jüdischen Gemeinden, Institutionen und Vereine Deutschlands mit der Bitte, ihm hei der Beschaffung von Mitteln für die Waldpflanzung in Jokmm behilflich zu sein. Der erste Kibbuz des jüdischen Jugendbundes Werkleute ״Hasorca“ ist mit der Aufgabe hetraut worden, den Wald anzulegen, eine Beschäftigung, die sich auf drei Jahre erstrecken wird und damit für diesen Zeitraum Arbeit und Verdienst dc£ Kibbuz ״Hasorea" sichert. Der Wald selbst wird mit dem Namen von Professor Otto War bürg verbunden sein, dem der Bund ״Werkleute" dadurch seine Dankbarkeit zum Ausdruck bringen will. Ludwig Strauß, den das jüdische Publikum Deutschlands als Dichter und Schriftsteller kennt, schildert den Anfang der Anpflanzungsarbeilen in Joknam. Er ist Chawer des Kibbuz ״Hasorea“ und spricht damit mitten aus der Arbeit. (Red.) ״Wo hast du heute gearbeitet?“ ״Im Wald.“ Wer das hört, der stellt sich eine große Strecke bewaldeten Landes vor, erwachsene Bäume, Waldboden, Waldgeruch. Geht er dann an die Arbeitsstelle hinaus, so sieht er ein Bachtal mit steilen, kahlen Hängen, die jetzt im Winter zwischen Felsstreiien und Steingeröll grün sind, aber nichts Baumähnliches tragen, nur Dorngesträuch und allerlei Gräser und Kräuter, freilich auch Blumen, bald nach den ersten Regenfällen des November Herbstzeitlosen und weißen Krokus, dann im Dezember und Januar Alpenveilchen und blaue, weiße, rote Anemonen, — aber eben nichts, was an Wald erinnert. Wenn dennoch hier ein Arbeiter dem andern, der sich eine Zigarette anzündet, zuruft: ״Rauchen im Walde wegen Feuersgefahr strengstens untersagt!“ so ist das zwar ein Spaß, aber nicht bloß ein Spaß. Denn daß man diesen Ort, wo einmal ein Wald stehen soll, schon schlechthin ״den Wal d“ nennt, ist nur eines von vielen Symptomen dafür, wie sehr die Menschen einer jungen Siedlung in der Zukunft leben. Wenn sie zur Arbeit an der Aufforstung gehen, so gehen sie wirklich in ihr Bild von einem künftigen Wald hinein, und die gegenwärtige Oede ist ihnen durchrauscht von den Bäumen kommender Jahre. Wenn man von Haifa aus am Südwestrand der Jesreelebene in der Richtung auf Mischmar Haemek, Meggiddo, Dschenin fährt, so sieht man nach ungefähr zwanzig Kilometern zur Rechten den Karmel abgelöst von den niedrigeren Hügeln des Gebirges Ephrajim, unter ihnen, nahe an der Straße, der sonderbar abgeplattete Hügel, in dem die Reste des vorisraelitischen Joknam begraben sein sollen. Kurz darauf schickt die Ebene eine breite Bucht in die Berge vor, die den Ausgang des Wadi Furer bildet, des Bachtals, in dem ״der Waid“ steht. In dieser Bucht liegt das zwei Jahre alte jüdische Dorf Joknam, meist noch aus Baracken bestehend, aber schon mit einer Anzahl von Steinhäusern, und hinter ihm, wo die Bucht sich verengt, liegen hoch am Berghang die ziemlich elenden Häuschen, Hütten und ausgebauten Felshöhlen des Fellachendorfs Kiri. Ein wenig weiter, am andern Ende der Bucht, ziehen sich den Bergfuß hinauf die Baracken und Zelte des Kibbuz Hasorea, der ersten Siedlung der ״Werkleute“ aus Deutschland in Palästina, überragt von dem Betonturm, von dessen Spitze aus nachts der Scheinwerfer die Umgebung ableuchtet. Der Jüdische Nationalfonds, dem für die Aufforstung dieser Gegend drei Gedäehtnishaine auf die Namen von Juden aus Deutschland gestiftet worden sind, hat den Kibbuz Hasorea beauftragt, an den Hängen des Wadi Furür einen Wald zu pflanzen, der zunächst auf zweihundert Dunarn Fläche 40 000 Bäume umfassen soll. Er soll dann von Jahr zu Jahr bis zu einem Umfang von 600 Dunarn erweitert werden. Links des Baches (für den, der bachaufwärts geht) sollen Aleppokiefern stehen, an den Grenzen und Wegen von Laubbäumen (Parkinsotiia und Paternosterbaum) umsäumt, rechts des Baches Joliannisbrotbäume. Im Tal dazwischen wird einmal der Weingarten des Kibbuz liegen; der Boden ist zw׳ar vom Nationalfonds schon erworben, aber die Pächter aus Kiri, die ihn bearbeiten, sind noch nicht abgefunden, so daß er bis zum Abschluß der Verhandlungen mit ihnen noch in arabischen Händen ist. Eurer ist das arabische Wort für Oleander, und große Strecken der Bachufer sind dicht von Oleanderbüschen bestanden. Rechts davon dehnt sich gepflügtes Feld. Erst ein kleiner Teil des Talbodens ist den maischen Siedlern übergeben, von einem Streifen gepflügten Bodens zum Zeichen der Besitzergreifung umzogen. Hin und wieder pflügt der Fellache seine Furche ein Stückchen ins Gebiet des Juden hinein, worauf der Jude mit seinem Pflug stillschweigend den Uebcrgriff wieder korrigiert. Nach links׳ zieht sich der Wadi Furer schmal und gewunden bis Ramat Haschnaiim (so genannt nach den beiden 1936 hier gefallenen Wächtern), einem jüdischen Punkt in den Bergen Ephrajim, hin und rechts öffnet das Tal sich in ein zweites, breiteres, durch das der Fahrweg nach Ramat Haschnajim und weiterhin nach dem neuen Siedlungspunkt Dschowara geht, der am weitesten in dies Bergland auf Sichron Jaakow und die Küstenebene zu vorgeschobenen jüdischen Position. Hier sieht man hin und wieder ein Auto, einen Wagen, einen Reiter. Hin und wieder kommen auch die Hirten des Kibbuz mit weißen Schafen und schwarzen Ziegen vorüber. Sonst ist wenig Leben in den Bergen. Die arabischen Hirten mit ihren Herden haben sich zurückgezogen, seit die Juden hier arbeiten, nur von weitem sieht man sie noch an den Höhenkämmen, hört ihre kehligen Rufe und das monotone, traurig-eilige Dudeln ihrer Flöten. Geier ziehen hoch ihre großen, ruhigen Kreise, und dem Wächter, wenn er in der Frühe ins Forstgebiet reitet, schrickt auch einmal das Pferd vor einem aufgescheuchten Schakal zurück. Das Leben aber, das für uns diese Landschaft erfüllt, ist das des Waldes, der werden soll. Für den Kibbuz, der noch auf ein bedeutendes Stück des ihm bestimmten Bodens wartet und auch bis zur Erbohrung eines neuen Brunnes durch Wassermangel in der Entfaltung der eigenen Wirtschaft behindert ist, dessen wirtschaftliche Existenz also zum guten Teil noch auf ״Aüßenarbeit“ beruht, bedeutet der Auftrag des Nationalfonds eine ganze Anzahl gesicherter Arbeitsplätze auf längere Zeit. Das Waldgebiet muß mit einem Stacheldrahtzaun umzogen werden, nicht nur zum Schutz gegen Sabotageakte, sondern auch gegen die Ziegenherden, deren Appetit den jungen Bäumen gefährlich werden kann. Der Boden ist vorzubereiten, Pflanzlöcher sind zu graben, Bäume zu pflanzen, der Boden ist zu hacken, der Wald zu bewachen. Die Berge zur Rechten des Bachs, die für die Johannisbrotbäume bestimmt sind, bieten heute schon ein sehr anderes Bild als noch vor einigen Wochen. Dunkle Streifen umgürten sie in regelmäßigen Abständen: Terrassen, auf denen alle fünf Meter weit einer der breiten, dichtbelaubten Bäume stehen wird. Es ist der erste Ein ״New Deal•* für Palästina Unter diesem Titel veröffentlicht Elias Ginsburg einen Artikel in der ״Palestine Post“, in welchem er die gegenwärtige ökonomische Lage in Palästina mit der der Vereinigten Staaten vor dem Einsetzen des neuen Regimes von Rooseveit vergleicht. Die Vereinigten Staaten hatten in sich genügend ökonomische Reserven, aber die Regierung wagte nicht, sie für die Gesundung der Wirtschaft in einer Krisenepoche einzusetzen. Dies ist genau die heutige Lage in Palästina. Zur Liquidierung der Krise schlägt er folgende Maßnahmen vor: 1. Inangriffnahme von öffentliehen Arbeiten, welche die Arbeitslosen, deren Zahl nach der Schätzung der Jewish Agency 4500 beträgt, absorbieren würden. 2. Entsprechende Teiltarifregulationen, welche es ermöglichen würden, daß auch der große Teil der für diese Arbeiten erforderlichen Materialien im Lande hergesteilt werden würde. 3. Gesetzliche Herabsetzung des höchstzulässigen Zinsfußes, die es dem Pflanzer, Kaufmann oder Handwerker ermöglichen würde, Geld bei normalem Zinsfuß aufzunehmen. Vorgeschlagen wird hier ein maximaler Zinsfuß von 6°,», mit einem Zuschlag von 2 °0 für langfristige Anleihen. Gegenwärtig nehmen die großen Banken 6 0'״ mit'gewissen Zuschlägen, die Kooperativen 0 0;״ und Mitgliedsbeitrag, die kleinen Banken 9 0/0 und verschiedene Zuschläge, private Englischer Archäologe ermordet Der bekannte englische Archäologe J. L. Starkey wurde auf der Fahrt nach Jerusalem erschossen. Nach Aussagen des Chauffeurs wurde der Wagen des Archäologen kurz vor der Stadteinfahrt von H ei) r o n von Arabern angehalten, die den Engländer nach einem kurzen Wortwechsel aus dem Wagen zogen und durch Schüsse niederstreckten. Die sofort eingeleiteten Nachforschungen der Polizei nach den Tätern haben bisher zu keinem Ergebnis geführt. An der Beisetzung Starkeys nahm Sir Arthur Wauchope teil. Er war in Begleitung der Leiter der Regierungs-Departements, der Mitglieder der Jewish Agency, der Konsularbehörden und einer großen Reihe von prominenten Persönlichkeiten. Während der Beisetzung kreisten Militärfiugzeuge über der Stadt. Sir Charles Tegart und der Polizeileiter Saunders haben sich nach Hebron begeben, um die Suche nach den Mördern Starkeys zu leiten. Polizeihunde verfolgten Spuren zu einem Hause, wo Waffen gefunden wurden. Der Besitzer des Hauses wurde verhaftet. Es besteht die Hoffnung, dal! die Expedition, die unter Leitung Starkeys arbeitete, ihre Arbeiten fortsetzen wird. In der gesamten wissenschaftlichen Welt wird die Ermordung des großen englischen Archäologen tiefe Trauer auslösen, und die jüdische Welt nimmt att dieser Trauer vollen Geldleiher bis zu 35 0״. Ende August waren etwa 15 Mil- Iionen Pfund in Palästina ausständig. Nimmt man als Durchschnittsrate des Zinsfußes 12 «t, so hat das Land gegenüber der normalen Rgte von 6״״ die riesige Summe von C 900 000 an Zinsen für seine Kredite gezahlt. Wäre der Zinsfuß in Palästina normal und wäre so dieser Betrag in den Händen, der Debitoren geblieben, so hätte diese Summe allein ausgereicht, um die öffentlichen Arbeiten durclmifiihrcn, von denen die Rede war. Ein Gesetz, das sofort in Wirksamkeit träte, könnte diese Summe noch für 1933 für die Schuldner retten. Man sucht jetzt eine ausländische Anleihe für die öffentlichen Arbeiten. Dies ist ein schwerer Irrtum. Es bedeutet eine neue Belastung der Bevölkerung zu einer Zeit, wo dies' Geld im Lande aufgebracht werden könnte. Die Regierung hat das Geld und hat die Verpflichtung, dieses Geld, das der Bevölkerung gehört, dieser zur Verfügung zu steilen. Der Artikel schlägt vor, daß die Regierung für das Jahr 1938 den Juden die Ausgaben für Er- Ziehung und Krankenhäuser abnimmt und die Juden dafür den Betrag von L 700 000 für öffentliche Arbeiten zur Verfügung stellen. Zusammen mit dem oben genannten Betrag, der durch Zinsenersparnis frei würde, könnte dadurch ein Betrag von 0 1 309 000 der Kaufkraft der jüdischen Bevölkerung zugeführt werden, und dies würde weitaus hinreichen, um die Krise zu überwinden. Anteil, weil sie den Arbeiten dieses Mannes wichtige Erkenntnisse über das jüdische Altertum zu verdanken hat. J. L. Starkey ist vor allem durch seine Ausgrabungen in Lachisch liervorgetreten, wo er an der Spitze der Wellcomc Archaeologica! Research Expedition lange Zeit hindurch arbeitete und schließlich in einer ähnlichen glücklichen Stunde wie der, als er die erste Handschrift des Johannes-Evangeliums entdeckte, ein Archiv h e b r ä i s c h c r Inschriften aus der Zeit der Könige von Juda und Briefe aus der Zeit Jeremias fand, um deren Entzifferung sich Prof. H. Torczyner verdient gemacht hat. In Nr. 33 4 (1935) hat die ״Jüdische Rundschau" ausführlich über die Ergebnisse dieser Ausgrabungen berichtet. Starker legte damals die Festungsmaiicr von Lachisch und die Reste des zum Teil noch sehr gut erhaltenen Palastes frei, und aus der Fülle der kleinen und kleinsten Reste und Scherben gelang es, Angaben der Bibel als historisch naclmnveiscn. Von besonderer Bedeutung aber ist der erwähnte Brief aus der Zeit Jeremias, weil er die erste historische Kunde von diesen! Manne darstellt. Zuletzt hörten wir von weiteren Ausgrabungen Starkeys bei Lachisch, bei denen er einen Bestattungsort aus dem 12. Jahrhundert v. Clir. freilegte (s. ״Jüdische Rundschau“ Nr. 641936־), wobei insbesondere interessante Ergebnisse hinsichtlich der künstlichen Schädeldcformation an Säuglingen erzielt wurden. Starkey stand im 45. Lebensjahre und war ein Schüler des großen englischen Forschers Sir Flindcrs Petri e. Versuch einer Terrassierung dieser Art und zu diesem Zweck im Lande. Sieht es hier nach einem werdenden Fruchtgarten aus, so wird die andere Seite einmal eigentlicher Wald sein, der in einem erst breiten, dann immer schmaleren Streiten sich etwa zwei Kilometer weit hinziehen wird. Hier zog vor einigen Wochen die erste Arbeiterschar, begleitet von bewaffneten Hilfspolizisten, hinaus, ging die Hänge mit ihren Hacken von unten an und entfernte das wuchernde Gestrüpp, das aus seinem spärlichen Grün überallhin graue, geweihartig sich verzweigende Dornen sendet, die sich zu Wabenformen überschneiden. Wer nach ein paar Stunden dieser Arbeit die Augen zumacht, der sieht nichts als Netze solcher heller Dornenwaben vor sich, dtirclischienen, wenn er noch frisch genug ist, vom Phantasiebild des künftigen Waldes. Jeder freut sich beim Höhersteigen des immer weiteren Blicks, besonders, wenn er die Rastzeit gerade in der Höhe erwischt und in aller Muße über die groß gerundeten Kuppen hin zur beherrschenden, klostcrgekrönten Karmelhöhe schauen kann oder durch den Talausgang über einen Ausschnitt der Jesreelebene zu den Bergen des Nordens bis zum Hermon und zu dem schmalen Stück Dünen und Meer, das hinter der westlichen Schwelle der Ebene freiliegt. Unter den Steigenden sammeln andere mit Gabeln das entwurzelte Gestrüpp zu Haufen, die rasch verbrennen. Andere hacken in Abständen von anderthalb Metern, wo nur der steinige Boden es erlaubt, Pflanzlöcher, und auf der Höhe, den unten Arbeitenden nur selten sichtbar, zieht eine weitere Gruppe den Zaun. Manchmal erscheint ganz oben gegen den Himmel die Silhouette eines der Wächter. Endlich kann das Pflanzen beginnen. An einem Morgen, vor dem es ordentlich geregnet hat und nach dem weiterer Regen zu erwarten ist, werden in der Baumschule des Kibbuz die Kästen mit den kleinen Kiefersetzlingen entleert. Manche strecken nur erst einen schüchtern vorfühlenden Finger in die Welt, ehe sie sich ihr anvertrauen, andere sind schon fertige Miniaturbäumchen mit Zweigen und Wipfel. Mit einem Erdkloß um die Wurzel werden sie, immer 30 in einem Kasten, zusammengepackt und auf Wagen und Eseln ״zum Wald“ gebracht. Dort werden sie auf die Pflanzlöcher verteilt, und mit Hacke und Händen — wo der Boden weich genug ist, nur mit den Händen, — wird die Erde um die Wurzel ins Loch gefüllt und festgedrückt. Vor Abend geht man, nicht ohne einen zärtlichen Bück auf die freigesetzten Baumkinder, durchs Tal heim und stellt, unterwegs rückschauend, fest, daß man den Bergen noch immer nicht den Wald ansieht. Aber man wird ihn einmal sehen! Wer auf den Berg der Joliannisbrotbäume bis zur Höhe steigt, der sieht eine ganze Urteil gegen Meär Großmann Das zionistische Ehrengericht verkündete das Urteil im Prozeß gegen Meir Groß mann, den Vorsitzenden der Judcnstaatspartei, wegen Veröffentlichung eines Dokumentes, das Einblick über Vernandlungen zwischen Dr. Weizmann und Ormsby-Gore enthielt, während des letzten Zionistenkongresses. Der Gerichtshof verurteilte Großmann zur Suspendierung von allen seinen Aemtern in der zionistischen Bewegung einschließlich dem Zionistenkongreß für die Dauer von zwei Jahren. In der Urteilsbegründung betont das Gericht den großen Schaden der Publikation für die zionistische Bewegung. Das Zentralkomitee der Judenstaatsparfei beschloß daraufhin, nicht an der Sitzung des kleinen A.-C. als Protest gegen das Urteil des Gerichtes teilzunehmen. Schar von Wäldern über das Land verstreut, die vor gar nicht so vielen Jahren nicht anders angefangen haben als unserer. Er sicht nicht nur die wenigen alten Steineichenwälder um Schcch Abrek und die deutschen Siedlungen Bethlehem und Waldheim im Norden, sondern im Osten einen Zipfel des uns allen vertrauten Waldes von Mischmar Haemek, des ersten von Juden im Gebirge Ephrajim gepflanzten Waldes, in dein viele von uns gearbeitet haben und der schon ״ein richtiger Wald" ist, mit Harzgeruch, nadelbestrcutem Boden, heimheben Winkeln und zweigumrahmteu Ausblicken — welche Kostbarkeit bierzulaud! Er sieht die Eukalyptushaine in der Ebene, bei Kfar Jehosehua und Kfar Baruch, den Alexanderwald bei Schaar Haamakim, ein Stückchen des Bnlfour- Waldes, des bislang größten im Lande, und ganz oben am Kamm der galiläischen Berge den Wald von Klar Hachoresch, der noch größer werden wird. In diesen über das Land hin geflochtenen Kranz von Wäldern soll der W ald des Kibbuz Hasorea hineinwachsen. Jüdische Baumschulen Im ״Dawar“ schreibt, wie uns aus Tel Aviv berichtet wird, der bekannte Agronom Akiba Oettinger: Die Palästina-Regierung zeigt ein löbliches Interesse an der Entwick* lung der Bepflanzung des Landes. Einer der wichtigsten Faktoreti für den Fortschritt der Bepflanzung sind die Baumschulen, und die Juden haben eine Reibe Unternehmungen dieser Art. Die Regierung aber fördert diesen wichtigen Zweig der Wirtschaft nicht, sondern hat andere Methoden, zur Bepflanzung zu ermutigen. Von lahr zu Jahr verteilt sie, umsonst oder fast umsonst, Schößlinge von Wein und Obstbäumen. Sie mißt dieser Tätigkeit großen Wert bei. Dabei ist der Wert dieser Schößlinge au sich nur ein geringer verglichen mit den übrigen zur Anpflanzung nötigen Investitionen. In anderen zivilisierten Ländern unterstützt die Regierung die Baumschulen, die ja große Investitionen erfordern; unsere Regierung aber scheint andere Wege zu gehen. Sie tritt mit ihren eigenen Baumschulen als Konkurrent der bestehenden Unternehmungen auf und baut ihre Baumschulen aus. Die Baumschulen der Regierung produzierten im Jahre 1935 Schößlinge, die zur Bepflanzung von etwa 20'X) Dunarn ausreichten. Nach einer groben Berechnung hat sie in den letzten vier. Jahren etwa 2,5 «'« der tatsächlich angepflanzten Fläche durch die von ihr verteilten Schößlinge versorgt. Prozentual betrachtet kommt also dieser Tätigkeit der Regierung kein sehr großer Wert für die Ent- Wicklung der Bepflanzung Palästinas zu. Groß aber ist der Schaden für die bestehenden privaten Baumschulen. Sie be-, kommen weniger Bestellungen, denn jeder hofft, umsonst oder fast umsonst von der Regierung Schößlinge zu erhalten«. Dabei erhält der Besteller von der Regierung meist nur einen Teil des Gewünschten, und so pflanzt er zum Schluß weniger an, als er beabsichtigt hatte. Andererseits sind durch die• Konkurrenz die Preise gesunken, und in den privaten Baumschulen bleiben eine Menge unverkaufter Schößlinge zurück. Wenn die Regierung die Schößlinge in diesen Baumschulen bcsVen würde, würde sie gleichzeitig diese stützen und der Verbreitung guter Pflanzen dienen. Die privaten Baumschulen erzeugen im Jahr etwa 250 090 okulierte Wein- Schößlinge und 200 000 Obstbauinschößlingc, abgesehen von Hunderttausenden von Waldbäumen, Zierpflanzen usw. Sie beschäftigen Hunderte Arbeiter, darunter hochqualifizierte Kräfte. Die Pflicht der Regierung wäre es, sie zu beaufsichtigen und zu untcrstiitz.en, statt mit ihnen durch eigene Baumschulen zu konkurrieren.