Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 43 (1938)
- Issue
- Heft 3 (11.1.1938)
- Date
- 1938-01-11
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 3, 11. I. 1938 Schertok gegen ״Neinsager“ Keren Hajessod - Kampagne In Palästina Die Eröffnung der Keren Hajessod-Katnpagne in Palästina erfolgte vorige Woche in einer Versammlung in Tel Aviv. Eine riesige Menschenmasse versammelte sich und Vcrtreter aller Verbände und Parteien des Jischuw waren anwesend. Nach Eröffnung der Versammlung durch Isaac Grün bäum, Mitglied der Exekutive der Jewish Agency, ergriff M. Schertok, Leiter der Politischen Abteilung der Exekutive, das Wort und gab einen Ueberhlick über die politische Situation. Er nahm auf den Beschluß des letzten Zionistenkongresses über den Teilungsplan Bezug, den er als die beste Möglichkeit bezeichnet, die Integrität und Einigkeit der Bewegung zu bewahren. Er wies darauf hin, daß die Exekutive der Jewish Agency durch den Kongreß- Beschluß verpflichtet sei, ihr Acußcrstes zu tun, um das Mandat zu bewahren und gleichzeitig alle Kräfte anzustrengen, um den bestmöglichen Plan für einen Juden- Staat in Palästina zu sichern, damit der nächste Kongreis einen endgültigen Beschluß fassen könne. Schertojc warnte die ״Neinsager“ vor einer skrupellosen Führung ihrer Propaganda, wodurch die zionistische Position im allgemeinen gefährdet werden könne. Wenn Großbritannien wirklich im Begriff ist, den Plan einer Teilung Palästinas aufzugeben, so kann man nur fragen, was Großbritannien statt dessen zu tun gedenkt. Schertok sagte, er sähe für Zionisten keine Ursache, über eine Aufgäbe der Teilungspolitik zu frohlocken. Wenn Großbritannien wirklich den Teilungsplan aufgäbe, was er jedoch für sehr zweifelhaft halte, so würde dies auf die Anstrengungen der Feinde des Zionismus hin geschehen und schließlich zur Liquidierung der Mandatspolitik führen. Unter Bezugnahme auf die kürzlich in Haifa veranstaltete Versammlung der ״Neinsager“ wies Schertok darauf hin, daß es falsch sei, diese Versammlung als ein ״Neinsager“- Treffen zu bezeichnen, da nur die Redner ״Neinsager“ gewesen seien, nicht jedoch das Publikum, in dem die verschicdensien Meinungen vertreten gewesen seien. Schertok wandte sich dann der Pflicht der ludenheit während der I n t e r i m s z e i t zu und erklärte, der Keren Hajessod sei das Barometer, das den Grad der Anteilnähme des jüdischen Volkes an Paläs.ina anzeige. Es sei dem jüdischen Volke selbst die Möglichkeit gegeben, dem Jischuw zu helfen, aus der gegenwärtigen Depression herauszugelangen und mit der Arbeit fortzuschreiten. Nur durch eine Kolonisationsoffensive könne die gegenwärtige wirtschaftliche Lage radikal verändert werden. Elieser Kaplan, Schatzmeister der Exekutive der Jewish Agency, erklärte in seiner Ansprache, das Land befände sich nicht in eiacr wirtschaftlichen Krise. Daher könne voll Vertrauen angenommen werden, daß die wirtschaftliche Struktur auch in Zukunft intakt bleiben werde. Die palästinensisehen Wertpapiere stiegen im Jahre 1937, und das nationale Kapital führe jetzt eine unvergleichliche wirtschaftiiche Funktion aus. Es sei möglich, beträchtliche Summen sowohl von privaten als auch von internationalen Quellen zu mobilisieren, wenn das jüdische Volk wirklich sein Aeußerstes für den Keren Hajessod täte, der seine Einnahmen im Jahre 1938 verdoppeln müsse. Nach einer Ansprache von Dr. Alexander G o I d s t e i n wurde die Versammlung von L Grün bäum mit der Annähme eines Beschlusses geschlossen, der einen Appell des Jischuw an die Diaspora darstellt, die Beiträge zum Keren Hajessod erhöhen. ׳* In diesem Zusammenhang verdient, wie uns unser palästincnsischer gl-Korresporulcnt mitteilt, ein Aufruf Erwähnung, den die H i t a c h d u t h O 1 e j Germania als Vertreter der aus Deutschland eingewanderten Juden in diesen Tagen publiziert hat. Hier wird vor der Verzettelung der Kräfte in den überall geplanten Spezialsammlungen gewarnt, zu einer außerordentlichen Kraftanstrengung zur Lieber- Windung des gegenwärtigen Notstandes nufgefordert und die Exekutive aufgefordert, das Zeichen zu einer dernrtigen außerordentlichen Aktion zu geben. In dieser Wachheit gegenüber den Nöten der Gemeinschaft, in dein Verständnis für die Gefahr einer Verzettelung und die Notwendigkeit zentral geleiteter Aktionen, manifestieren sich die guten Traditionen des Zionismus aus Deutschland, der immer eine der festesten Stützen der Organisation und der öffentlichen Fonds war. Es hat den Anschein, als ob in weiten Kreisen des Jischtnv sich die Erkenntnis ausbreitet, daß gerade heute jede Zersplitterung der Kräfte und der finanziellen Mittel eine schwere Gefahr sei und daß man die Leitung stärken und ihr die nötigen Mittel zur Verfügung stellen müsse. Von der Woche Ein arabischer Hilfspolizist wurde am Flugplatz von Ramleh erschossen. Im Westen von Jerusalem wurde ein Omnibus beschossen, wobei drei jüdische Passagiere verwundet wurden. In Safed wurde Ausgehverbot von 6 Uhr abends bis 6 Uhr früh erlassen, weil ein jüdischer Postvorsteher überfallen wurde. Der Angegriffene blieb unverletzt, ein Araber wurde verhaftet. Eine Anzahl von Juden wurden in Haifa verhaftet, weil sie sich geweigert hatten, eine Kollektivstrafe zu zahlen, die wegen der Ermordung eines Arabers dem betreffenden Stadtteil auferlegt worden war. Der Haifaer Distriktskommissar lehnte die Bitte, die Juden von der Strafe auszunehmen, ab. Zivia Oordon, ein 25 Jahre alter Siedler aus Jagur, wurde durch versehentliche Entladung seines Gewehres getötet. Die arabische Zeitung ״A 11 i w a“ wurde von den Behörden für drei Monate verboten. Die Zeitung erschien erst wieder «eit kurzem nach freiwilliger Einstellung ihres Erscheinens bei der Flucht des Mufti. Die Behörden gaben ihre Erlaubnis für das Erscheinen einer neuen arabischen Tages- Zeitung “All uh uh“, die von derselben Druckerei hergestellt werden wird wie ״Alliwa“, Sir Arthur Wauehope nahm offiziell von Haifa Ab- Schied. Er besuchte u. a. muh das Technikum. 20 jüdische Arbeiter wurden wegen Postenstehens an der Tel Avivcr Bahnstation verhaftet. Ihre Haltung stellte den Protest gegen die Entlassung organisierter Arbeiter durch arabische Unternehmer dar. Arairische Arbeiter der arabischen Orangenpflanzungen in Gaza traten wegen Senkung ihrer Löhne von acht auf in der tunen jiidi-Hieii Siedlung Beth Josua wurde von einer Jugendgruppe der Allgemeinen Zionisten (Gruppe B) mh der Arbeit begonnen. I )u se Siedlung wurde vom Keren und nach‘ dem' verMtVbcn(•״ Dr. ׳Josua ' Thon ״(Krakau) benannt. Mitglieder der jüdischen Le h r e r o r g a n i s a t i o n in Haifa haben sieh entschlossen, in allen drei Misrachischulen als [Totest gegen die Entlassung eines Lehrers in den Streik einzutreten. Die Zentral-Gruppen des Jischuw haben sich entschlossen, eine Kampagne zur 1 lehmig der wirtschaftlichen Lage der Juden in Palästina zu fulron. Man hofft, für diesen Zweck in Palästina selbst i. 50(«»» flüssig zu machen. Einer vorläufigen provisorischen Schätzung zufolge sind fm Jahre 1937 10 500 Juden nach Palästina eingewandert. Von dieser Gesamtzahl geturnten 2035 zu der Kapitalisten-, 2923 zu der Arbeiter- und 3316 zur Angehörigehkategorie. Die gesamten Einnahmen der Wald-Kampagne des Keren Kajcmeth, die am 15. Sdneath durchgeführt wird, sollen für die .Anpflanzung des Kiriath Ariawim-Waldes zur Erinnerung an die dort ermordeten fünf Arbeiter verwandt werden. Die revisionistische Bank ״Amal“, die vor einigen Jahren von Jabotinsky mit einem Kapital von 100 000 £ begründet wurde, ist in f reiwilligc L i q 11 i d a t i o n getreten. Die Besitzer des verbrannten Schiffes ״Har Carmel“ haben erklärt, sie würden ein nettes Schiff als Ersatz bauen. Nuri Paschas Aktion Eine Meldung aus Kairo besagt, daß dort unter dem Vorsitz von Nuri Pasc 11 ,ו eine Konteren/ der aus Palästina emigrierten Araberführcr stattgefunden hat. Es wurde beschlossen, der englischen Regierung ein Memorandum zu überreichen. Der syrische Pro in i e r in i 11 i s t e r hat dem Vertreter des ״Felcstin“ erklärt, dt 13 Syrien nicht weiter zulassen werde, daß es als Operation«!);!*!'« für die YcransGltung von Unruhen lind Terrorakten in Palästina benutzt wird. stellt,"weil er^AX'affon^naciW’aUrs’Uiia'^tra^isportiert hat. Mosley und die Araber Jerusalem, 6. latumr. (Palcor.) Die arabische Zeitung .,Adifaa“ veröffentlicht eine (:ntermhmg zwischen! ihrem Londoner Korrespondenten und 8!r Oswald Mosley, bei der der letztere satde, da 11 die englischen Fasehisten die Forderungen der Araber vollkommen r.nterdiit/fcn. Er hoffe, im Jahr 1012 in der Lage zu sein, die Regierung zu übernehmen. Dann würde er sofort sämtliche indischen Rechte in Palästina für nichtig erklären. Zu dieser Erklärung fuhrt die Zeitung aus, die Araber seien geduldig und würden die Ereignisse abwarten. Dieselbe Zeitung meldet aus Genf, daß der neue rumänische Außenminister wahrscheinlich Antone sc u, den Rapporteur des Völkerbundes über Palästina, zurückberufen und einen neuen Vertreter bestimmen wird, der die arabischen Forderungen unterstützen soll. Für Bewaffnung von Autobus - Chauffeuren Jerusalem, 6. Januar. (Palcor.) Heute morgen sprach tlne Abordnung der Chauffeure der Egged -Omnibus- Oesellschaft in den Büros der Jewish Agency in Jeru- Salem vor. Schertok führte in seiner Ansprache aus, daß die Jewish Agency die Regierung seit dem Ausbruch der Unruhen gedrängt habe, die Uhaufieure zu bewaffnen, um dadurch die Sicherheit auf den Landstraßen zu erhöhen. Bei kürzlichen Verhandlungen habe die Exekutive der Jewish Agency die Behörden d rin glichst gebeten, diese Angelegenheit zu beschleunigen, und mail warte immer noch auf eine Antwort der Regierung. Die Vereinigung .Meqor Chajim veranstaltete einen Ausspracheabend über die Aufgabe der Orthodoxie in Erez Israel im Rahmen der jüdischen Renaissance-Bewegung. Rabb. Dr. Unna (früher Mannheim) begrüßte die Gäste in hebräischer Sprache, sodann ergriff Rabb, Dr. Carlebach (früher Köln a. R11.) das Wort zu seinem gleichfalls hebräischen Referat, in dem er darauf hin wies, daß eine Erneuerung des jüdischen Volkes in seiner historischen Heimat nur durch schöpferisches Zurückgehen auf die Quellen seiner national-religiösen Traditton möglich sei. Aus Rischon - le - Zion In Pisch0i1-le-Zion erhebt sich, weithin sichtbar, ein Bauwerk, lnlb wie eine alte Ritterburg, halb wie die Krananlagc einer Schiffswerft anmutend, der ״Jekcw“, die Weink c 11 e r e i. Von alters her gehört der Besuch des Jekew, und damit Rischon-le-Zions, zu dem Standardprogramm des Palästina-Reisenden, und da bei den meisten Touristen die Zeit beschränkt ist, fällt gewöhnlich außer dem Besuch des Jekew für die Siedlung wenig oder nichts ab. l)ic Folge ist, daß viele Besucher etwas enttäuscht nach Tel Aviv zurückkehren, denn heute machen die Baulichkeiten, Zeugen einer ruhmreichen Vergangenheit, einen reichlich melancholischen Eindruck mit ihrer wenig einladenden Fassade, und ein Rundgang durch die großen, für die gegenwärtige Produktion viel zu großen Kelter-Anlagen und die freilich bei starker Sommerhitze angenehm kühlen Kellerräume vermag nicht den Eindruck zu erwecken, als ob ein Besuch des Jekew für die Kenntnis des heutigen jüdischen Palästina von besonderer Bedeutung sei. Wieviel E.... . horcs und in seiner Art Interessanteres könnte man den Fremden in Rischon-le-Zion zeigen! Um mit den Schöpfungen aus den Anfängen der Kolonie zu beginnen, ist in erster Linie der Rothschild-Park zu neunen, der, wenn er nur nicht so verwahrlost wäre, mit seinen prachtvollen Paimcn-Alleen zu den großen Sehenswürdigkeiten des I amles gezählt werden könnte. Unter keinen Umständen aber sollte ein Ausflug zu der nahen Silikatfabrik arn Abhang der Diinen unterbleiben. Selbst für den, der auf eine Besichtignng der modernen Fabrikationsanlagen, die im allgcmcineu gestattet wird, verzichtet, ist es höchst lehrreich zu sehen, ein wie tiefes Loch die Industrie in wenigen Jahren bereits i!1 die Sanddünen gefressen hat, und wie Karre um Karre des unerschöpflichen Materials in die großen Trichter wandert, um in Bausteine verwandelt zu werden. Wer aber Sinn für Naturschönheit hat und den etwas beschwerlichen, aber nur wenige Minuten beanspruchenden Anstieg nicht scheut, sollte unbedingt eine Besteigung der nächsfgelegenen Diinen unternehmen. Die Aussicht ist so erhaben und einzigartig, daß sie einen unauslöschlichen Eindruck hinferläßt. Gen Westen haftet der überraschte Blick am einer unabsehbaren Folge von Diinenwellen, Berg und Tal, eins neben und hinter aem anderen, einem gigantischen wogenden Meere vergleichbar, aus dem hier und da wie eine einsame Insel ein Baum oder ein Beduinenzeit hervorragt. Ohne den am fernen Horizont sichtbaren schmalen blauen Mittelmeerstrcifen und die in nordwestlicher Richtung an die Diinen geklebten Siedlungshäuser für die Jaffa-Flüchtlinge könnte man sich in die Sahara versetzt glauben, eine Illusion, die noch geiiohen wird durch dann und wann auftauchende, in der klaren Luft übernatürlich groß erscheinende Silhouetten einsam dahinziehender Beduinen und Kamele. In augenfälli• gern Gegensatz hierzu steht die Aussicht gegen Osten. Dort sterile Wüste, hier fruchtbares Leben, soweit das Auge reicht. Ein üppig grüner Pardeß reiht sich an den anderen, dazwisehen tauchen zahlreiche Ortschaften der Küstenebene auf, unter denen sich Becr-Jakob, Neß-Zionah und Rechowoth deutlieh markieren, während der malerische Vordergrund durch das nahe Rischon mit seinen schönen alten Baumbeständen gebildet wird. Abgeschlossen wird der Blick durch das Oebirge Juda in seiner ganzen Ausdehnung, auf dem man bei dem klaren Herbstwetter die Vorposten von Jerusalem und die Funktiirmc von Ramallah zu erkennen vermeint. Die Sonne wird hier oben, wo fast immer ein frischer Wind vom Meere her weht, kaum lästig empfunden werden. Immerhin gibt es auch hier Schatten, den Aleppokiefern und Eukalyptusbäume spenden, die — ein eigenartiges Phänomen — dem tiefen Diinensande entsprießen. ' Mit diesem Ausflug, der ohne Aufwand von Mühe und Kosten ein ebenso schönes wie charakteristisches Bild der gegensäfzlichen Natur des Landes vermittelt, ist ein Abstecher nach dem nahen G a n H e r z I leicht zu verbinden, der hübschen, 1931 entstandenen Siedlung von Einwanderern aus Deutschland. Damals vor den Toren der Moschawah gelecn, heute längst ein Teil derselben, werden die villenartigen iedlerhäuser inmitten wohlgepflegier Gartenanlagen die Be- Sucher anheimelnd anmuten, und wer etwa einen jungen Rettich mitnehmen will, um ihn hernach hei einem Glase Rischoner Bier, frisch vom Faß, zu verzehren, wird nicht vergchlirh anklopfen und vielleicht an den Scherz von jenem Raw denken, der, um seine Hörer zu wecken, auf die Kanzel schlägt mit den Worten: ״Red׳ Ich umsonst?״ Otto P.ederleU Die Beschäftigung jüdischer Arbeiter Bei einer Sitzung des Ständigen Komitees des Jischuw und des Waad Leumi, das unter Anteilnahme von Arbeitern und Besitzern von Zitrusanpflauzungcn stattfand, wurde die Frage der jüdischen Arbeit in jüdischen Siedlungen besprochen. Es wurde aufs dringlichste darauf hingewiesen, daß nur durch die Beschäftigung von jüdischen Arbeitern die wirtschaftliche Lage des Landes verbessert werden könne. An der Diskussion nahmen 11. a. E. Kaplan, I. Grünbaum, D. Remez, Berligne und H. Frumkin teil. Das Komitee wählte einen Ausschuß, der mit der Vorbereitung eines Planes zur Besserung der wirtschaftlichen Lage betraut wurde. Der RaubUberfali in Tel Aviv Vor dem Bezirksgericht in Tel Aviv fand der Prozeß gegen vier Juden statt, die unter der Anklage stehen, mit dem Raub überfall auf einen Bankbeamten, der vor einiger Zeit in Tel Aviv nusgeübt wurde, in Verbindung zu stehen. Michael Hogan fungiert als Vertreter der Anklage. — Haim Dviri, Haim Boczko und Benzion Oabbai wurden zu je drei Jahren Gefängnis verurteilt. Kipn i s s, der unter der Anklage der Teilnahme an dem Raubüberfall stand, wurde freigesprochen. Jerusalemer Kunstbericht. Das unter Leitung von M. Schlosser-Glasberg stehende ״Cabinet Omamith“ zeigt eine überaus sehenswerte Ausstellung von Aquarellen und Holzplastiken des als Reklamekiinstkrr einem weiteren Kreise bekannten Malers und Bildhauers Albert K. Henschel. Die dreißig Landschaftsaquarelle, zumeist Erez Israel .behandelnd, aber daneben auch Berliner und südliche Motive aufgreifend, gehören zum Schönsten, das in den letzten Jahren in Jerusalem zu sehen war. Henschel versteht es als Landschafter, die Atmosphäre einer Straße, einer Bergsicht oder eines Stück Meeres cinzufangen. Aber die tiefe Beseeltheit seiner ungemein färbschonen (und dennoch realistischen) Blätter geht nicht auf Kosten zeichnerischer Gewissenhaftigkeit. Nie läßt er sich vom Schwung eines echten, großen Gefühls von der Treue zum notwendigen Detail fortreißen. Linie und Farbe werden in seinen Aquarellen zu letzter Einheit verwoben, Neben die Werke des Landschafters treten würdig die des Holzbildhauers. Einige allzu groteske Masken stören ein wenigden Gesamteindruck der gewählten Ausstellung, jedoch eine chinesische Maske von großer Intensität des schmerzlichen Ausdruckes, eine in Silber und Blau gehaltene Tiermaske und vor,allem die Statue eines blinden Bettlers zeigen den Maler auch als reifen Könner der Plastik. — Zeitschrift ״Sinai“. Nach einer kurzen Unterbrechung ist Heft 5 und 6 der neuen Zeitschrift סיני in einer Stärke von mehr als 200 Seiten und mit einem vielseitigen und gediegenen Inhalt erschienen. Ein weiteres Doppelheft der Zeitschrift enthält Fortsetzung und Beschluß älterer Arbeiten (z. B. Fischmann über Geschichte und Entwicklung des Misrachi, Ausgabe des Werkes von Rabbi Kalonymos von Speyer, B. M. Lewin über die Unterschiede der Bräuche bei den Juden Erez Israels und Babylons u. a.). Ferner neue recht _ interessante Aufsätze, so Karlin: Rechts- Vorschriften, Sew in: Die Feiertage der Cliabad-Bewegung, Obadjah: R. Abraham Maimon — aus Anlaß seines 700. Todestages, Werfel: Ueber die neuesten Ausgaben der Teschuwoth von R. Abraham Maimon, sowie kleinere Beiträge aus ungedruckten Werken. Rabbiner Dr. A. Postier, Jerusalem Zu dem Bericht in Nummer 102 unter dem Titel ״Ueberlandverkehr in Kleinautos“ erhalten wir von der Gesellschaft ״Alijnh“ in Tel Aviv folgende Mitteilung: Es ist vollkommen unrichtig, daß unsere Firma cingegangen ist. Unsere Firma ist nach wie vor registriert und erfüllt ihre Verpflichtungen vereinbarungsgemäß. Lediglich das gesamte Aktion-Kapital wurde von privater Seite übernommen, welche der Firma ״AVIV“ nähesteht. Blrmitwah-Termln. Am 29. Januar (27. Schwat): Heinz, Simon G u 11 - mann, Sohn von Leo Guttraann, Haita (früher Beuthen, O.-S.), Geul&hstr. 23. ״Schluß de• Pallstinatetla)