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Jüdische Rundschau · 1938-01-07 · Heft 2 (7.1.1938) · page 14

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
43 (1938)
Issue
Heft 2 (7.1.1938)
Date
1938-01-07
Page
– (sequence 14)
Language
German
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JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 2 7. 1.1938 Die Photoausst allung der BZV Die Photoausstellung der BZV., die am 10. Januar beginnt, ist das Ergebnis sorgfältiger Vorbereitungen. Der Plan zu dieser Ausstellung ergab sich zwanglos aus der bisherigen Tätigkeit der Pfiotogruppc T’munah der BZV. Die T'munah arbeitet nunmehr seit fast vier Jahren. Sic hat sich in dieser Zeit dauernd um die künstlerische und technische Fortbildung der jüdischen Photoüebhaber bemüht. Insbesondere versuchte sie, alle ihre Freunde zur Beschäftigung mit jüdischen Stoffen• zu veranlassen. Die Ausstellung zeigt eine Ausbeute dieser mehrjährigen Anstrengungen. Zum ersten Male ist es gelungen, eine Photoausstellung zustande zu bringen, die nur Bilder jüdisehen Inhalts zeigt. Im Vordergrund stellt nach den Absichten der Veranstalter der jüdische Mensch. Charakteristische Typen zeigen uns Situationen aus dem Leben des Ostens. Unsere Gegenwart ist ebenfalls mit gelungenen Köpfen vertreten. Besonders interessant ist der P a I;1 s t i n a t c i 1, in dem zuerst eine Art Uebersicht der jüdischen SUimme und Volksteile gegeben wird. Hier ist besonders eine Bilderreihe zu erwähnen, die das anthropologische Institut der Hebräischen Universität zur Verfügung stellt. Innerhalb des Palästinateils wird dann der jüdische arbeitende Mensch in den Vordergrund gerückt. Eine Reihe von Bildern zeigt uns die Juden (insbesondere Juden aus Deutschlamt), die alle Funktionen menschlicher Arbeit in diesem Lande erfüllen. Auf diese Weise gewinnt die Ausstellung zugleich auch eine zionistische Bedeutung. In ihrer Stoffwahi kommt der Wandel des jüdischen Menschen in seinem Leben besonders stark zum Ausdruck. Ankündigungen Photogruppe T'munah der BZV. 11. L׳1״nr, 20.30 Uhr. BZV.•Heim, Kant str. - ״ י , \ >\ \ ׳'1 י i ZV<- <!<r Hebräische Kurse der BZV. Neu- At.i.iii-crknrw: Kantstr. 54 (Dr. Lehranstalt für die Wissenschatt des Judentums, Artilleriestraße 14. Jüdisches Museum. Die Au-stcllu״״ ..llun.ltrt fahre jüdische Kunst“ Theater der jüdischen Schulen. Am 17. und "18. *Januar, 15.30 und 19.30 Uhr, im Hriidervcreiiv-haus. Gutzkows ״Uriel Acosta“ in der Straße 41/2 (Tel. 17 11 511. Hauskoncert bei Dr. Meyer, Kurlürstcndamm 216, am 29. Januar, 16.30 Uhr, Milwirkcnde: Ilanna Cassirer, Dr. Liebcnthal, die Herren Das Jugendamt der Jüdischen Gemeinde, Rosenstr. 2/4 (Tel.:4167 11), bittet um Unterlassung von Wintersportgcrätcn aller Art. Gottesdienst - Nachrichten ״b״״i hrSp-= Kreit, t. Sehr Sritriftprk CSL c Gemeinde-Synagogen nach neuem Ritus N«ue Synagoge: Fr 18 Pr lo.p«■ / SchH 10 Faaanenatraße t Fr 18 J SchH 10 Pr S״«r«׳n.lcy / M 16.30 / W, Prinrri / SchH 10 / M 11 / Wm 7.15 Schmargendorf. Fr 19 / SchH 10 Gemeinde-Synagogen nach altem Ritus .AU« Synagoge 1 Fr 16.15 z SchH 9 / M 16.15 / Wa 16.30 / W Kaiaeratrafie: Fr 16.15 f SchH 9 / M 16.15 / Wa 16 30 / W Rykeatraße! Fr 16.15 1 SchH 9 / M 16.15 / Wa 16.׳« / Wm Münchener Straße. Fr 16.15 / SchH 9 / M 16.15 / Wa 16.׳» Grtmewald! Fr 16.15 J SchH 9 / M 16.15 / Wa 16.30 / Wm Sfldoat, Ahawaa Reim. Fr 16.15 / SchH 9 / M 16.15 / Wa PeaUloniatrmßei Fr 16.15 / SchH 9 / M 16.15 / Wa 16.30 / Vereins-Synagogen Adaaa Jakob, O 27, Kolunarktatr. 641 Fr 16.15 / SchH 9 / M 16 / Wa 16.15 Z Wm 115 m Agudath Achim, Pankow, Mühlenatr. 771 Fr 16 u. 19.15 Pr Ohremtein / Schl« / M 16.30 Ahawaa Scholaum und Mögen Dowid, Berlin N, Kleine Auguatatr. 10 ו Fr 19.15 / SchH 8.30 / Wa 19.45 Z Wm 7 Beth Scholaum (Mlnla» Mendel.ohn), Markgraf-Albrecht-Straße 11-12 ■ Fr 16.15 / SchF 7.15 / SchH 9.15 Beth Zion,Brunnenatr.33! Fr 16.15 / SchH 9 / J 15.15 / M 16 / Wa 16.15 / Llppmann-Tauaa, Frleden.tr. 3■ Fr 16.10 / SchH 8.45 / J 15.15 Pr Singermann ׳ M 16 L / Wa 16.15 ׳ Wm 7 Mannlach Jeachuah, Dragoneratr. 34-351 Fr 16.15 / SchF 7 / SchH 9 / M!6 / Wa 16.45 / Wm 715 Mlnl.n Iwri. Roarnthaler Str. 44! Fr 16.30 / SchH 9 Pr , 16.15 / SchH 9 Sehr Klapphol* Z M 16 / Wa 16 Z Ohel Jiichok, Ueaenatr. 3i Fr 16.15 Z SchH 9 Sehr 1 Wm 7 Syn. Geaundbrunnen, PrSnienallee 87: Fr 16.15 / SchH 9 Z M 16.15 L Alaunder Z Wa 16.3 ) Z Wm 7 lar. Vereinigung Llchtenberg, Frankfurter Allee 561 Fr 16.15 OSch Z SchH 9 Pr Roaenthal Z M 16.30 / Wa 19.30 / Wm 7.30 Syn. Paaaaaer Str. 2, Fr 16.15 Z SchH 9 Sehr r M 16.15 t. Z Wa!6.15 / Wm 7.15 Jßd. Rellglonagem. Chbg״ Schulatr. 7: Fr 16.15 / SchH 9.33 Z J 15.30 JOd. Rellgionaeerein Frledenau-StegHt*, SHer.tr. 211 Fr 1615 OSch Z SchH 9 Z M 16.15 L Winter / Wm 8.15 Jüd. Religionaeereln Neu-Tempelhof, Mua.ehl.tr, 22t Fr 16.15 Z SchH 10 Pr Wreatynaki / M 16.15 L Jßd. Rellglon.rerein der nSrdl, Vororte, Harmadorf, Albrechtatr. 101 Fr 18.30 L Klein / SchH!0 Pr Klein Syn.-Verein Moabit und Hanaabeeirk, Leaalngatr. 191 Fr 16.15 Z SchF 7 Synagogenverein Weißen.ee, Lothringen.tr. 221 Fr 13 Z SchH 10 Sehr Meyer Familien - Nachrichten Her Sally Bernstein. Brurkenstr. 10a, begeht am 7. Januar den 70. Geburtstag. Birmliwah-Termine. Am 15■ Januar (13. Schwat): Esra Awinoam Jurovics, Sohn von Samuel Jurovics, NW 87, Wutlcnwcbcrstr. 4-5. — Peter Licpmann, Sohn von Albert Liepmann, Leasings». 22. ״Viel Lärm um Nichts11 Premiere im Kulturbund Nicht zum ersten Male bringt der Kulturbund ein Shakeeare-Lustspiel. Im Mai 1934 zuerst ״Was ihr wollt“, im 2zembcr 1936 ״Sommernachtstraum“ und jetzt ״Viel Lärm 1 Nichts“. Es gibt wohl kein Kulturbundmitglied, das nicht r die Vermittlung der heiteren, unbeschwerten, von dem Von links nach rechts: Claudio (Waller Herz) — Benedikt (Alfred Berliner) — Prinz Don Pedro (Hans Karl Rosenberg) — llero (Elfriede Borodkin) und Beatrice (Camilla Eisner) Farbenrausch und der Sinnenfreude der Renaissance durchglühten Pliantasiewelt Shakespeares dankbar wäre. Vielleicht sicht der eine oder andere nur den Trubel an der Oberfläche und hört nur die Witze und Wortspiele, aber das ist nicht der ganze Shakespeare. Hinter dein Glanz der Kostüme und den Masken, hinter dem oft ironischen Redeschwall stehen eine Fülle von Typen aus dem wirklichen Leben, und nur der wird den wirklichen Genuß dieses Shakespeare-Abends finden, der es versteht, das H e r z zu entdecken, das der Dichter seinen Puppen eingesetzt hat. Aber neben dem nachdenklichen Menschenbctrachter und -gestalter Shakespeare steht doch auch der auf massive Wirkung bedachte Spaßmacher, der das Wundermittel der unmittelbaren Wirkung kannte: Tempo, Wirbel, Feuerwerk. Es gab in der Kulturbund-Aufführung viele Szenen, die munter und flott gespielt wurden, aber es gab auch manche, die allzu wenig Tempo hatten; vor allem der Schluß des ersten Aktes sollte noch einmal einer Revision unterzogen werden. Die Regie Fritz W i s t c n s darf aber dennoch zum Schluß einen starken Publikumserfolg für sich buchen, zu dem wiederum in nicht geringem Maße die Bühnenbilder Heinz Con- Hells beitrugen: ein hoher Schloßsaal mit zwei Treppen, über die hinauf und hinunter drei Stunden hindurch gejagt wird, mit wcchelnder Hintergrundkulisse. Und schließlich gab es eine Reihe von Darstellern, deren Einsatz der Erfolg nicht weniger zu danken ist. Das Hauptinteresse wandte sich der Beatrice von Camilla Eisner (Spira) zu, die dem kaltschnäuzigcti, hochmütigen und männerfeindlichen Geschöpf zu einer entzückenden Existenz verhalt; ihr Uebergang zum Liebcsschmerz wirkte freilich nicht ganz überzeugend. Aber ihre Art, Abweisungen in der witzigsten Form vorzubringen tmd Bewerber mit überlegenem Spott abzufertigen, war ganz herrlich und atmete echten Shakespearegeist. Der Mann, den sie so schnöde behandelt und dem sie schließlich doch als Ehegefährtin folgt, dieser Benedikt aus Padua ist Alfred Ber- 1 i n e r, der mit seiner Rolle in netter Art fertig wird. Der ausgezeichnete Darsteller hat sich vielleicht nicht ganz von einer gewissen Sprödigkeit befreit, die es ihm schwer macht, die unbeschwingte Heiterkeit aufzubringen, die Shakespeare verlangt. Wie diesem überzeugten Hagestolz bei der ersten Kunde, daß er geliebt wird, die Maske der Frauenfeindschaft herabsinkt und er sich nur allzu gern gefangen gibt, ist eine in dieser psychologischen Feinhe't hö'-üst amüsante Szene. Don P״<! n alias Hans Karl Ros e n b e r g schreitet mit sieghafter Miene über die Bühne, stiftet mit kundiger List Ehen, unterliegt aber schließlich doch dem Teufelsblcndwerk seines Bruders und läßt sich vormachen, die Braut seines Freundes Clandio sei ein verworfenes Geschöpf. Die Unwahrscheinlichkeit der Shakespeareschen Lustspielfabeln verlangt besonders eindrucksvolle Menschengestalten die den Zuschauer unmerklich über die Löcher der Handlung hinwegfüliren. Alfred Lieht enstein als der intrigierende Bruder ragte zweifellos als solch ein Gestalter hervor; angetangen vom Giftgrün seines Anzugs bis zu den müden Handbewegungen und dem melancholisch-lauerndcn Gesichtsausdruck ist er ein vollendeter und zugleich spaßiger Bösewicht: eine ausgezeichnete Leistung. Walter Herz als Claudio und seine Partnerin Elfriede Borodkin werfen das Gewicht ihres jugendlichen Temperaments und ihrer Erscheinung in die Waagschale; Sigmund Nunberg (der stellenweise etwas irritiert schien) und Willy Prager sind ein etwas ungleiches Briiderpaar; Prager faßt den Antonio vielleicht grotesker auf, als er gemeint ist. Auch einige Rüpeiszenen gibt es in diesem Stück; aber sie sind nicht das, was sie im ״Sommernachtstraum“ sind; sie bedeuten hier nur eine typische Shakespearesclie Konzession an den Masscngeschmack/ Herbert G r ü n b a u m (der einen verdienten Sonderapplaus erhielt) und Fritz Lion Wetteiferten, aus dem Dickicht der Fremdworte herauszukommen, und ihre Konstabler Georg Jacobsohn und Berthold G u 11 e ntag taten ihr Bestes, betrunken zu erscheinen. Von den übrigen Mitwirkenden sind noch zu nennen: Berthold Segall, Arthur Lewin, Martin Brandt, Fritz Ritter, Gina Friedman, Eva Baruch, Martin Chassel und Wolfgang Bernstein. Dieser ganze Aufwand fand aber noch seine Forsetzung in der Mitwirkung des Orchesters unter Leitung von Rudolf Schwarz, das erstmalig in Berlin die Musik von E. W. Korngold zu diesem Stück zu Gehör brachte. Es handelt sich um ein Frühwerk des Komponisten, das mit starken klangmalerischen Effekten arbeitet. Die Musik ist von charakteristischem Timbre, rhythmisch und nieiodisch erfindungsreich, wenn auch stellenweise an der Grenze des Banalen. Im ganzen ist die Musik ein großer Gewinn der Aufführung und verfehlte auch beim Publikum ihre Wirkung nicht. Der Beifall am Ende war spontan und ehrlich; immer wieder wurden die Hauptbeteiügten herausgerufen, und dem Kulturbund darf bestätigt werden, daß er von neuem seine Aufgäbe erfüllt hat: uns in schwerer Zeit einige Stunden der Ent- Spannung zu bereiten. N. Kolonisation in Brasilien Ich suche Land in Südbrasilien. Erlebnisse und Ergebnisse einer Studienreise. Von Felix Mocschlin. — Albert Müller Verlag, Zürich. Der Schweizer Felix Mocschlin, ein Schriftsteller und Mann, der die Welt kennt, hat im Jahre 1935 als Mitglied einer Schweizer Kommission, die mit Unterstützung der Regierung zustande kam, eine Studienreise nach S ü d b r a - s i 1 i e!1 gemacht, um die Möglichkeiten für die Ansiedlung arbeitsloser Schweizer dort zu untersuchen. Das Ergebnis der Reise, über die er seinerzeit in einer auch an dieser Stelle erwähnten Broschüre ,,Großsiedlung in Brasilien?“ berichtete (siehe ״Jüdische Rundschau“ Nr. 85 vom 23. Oktober 1936), war eine Option auf ein sehr großes Gebiet im Staate P a r a n a, das die Kommission für die Ansiedlung Schweizer Auswanderer für geeignet hielt. In seinem jetzigen Buche, das mit wunderschönen Fotos illustriert ist, berichtet Mocschlin über die einzelnen Etappen seiner Reise in tagebuchartiger Form. Der Bericht ist durch seine Sachlichkeit und literarisehe Anspruchslosigkeit besonders interessant, zeigt er uns docli Land und Leute und die Probleme der Kolonisation in ganz hervorragendem Maße. Da es sich zum Teil auch um Liegenden handelt, die in der Debatte über •die jüdische Ansiedlung eine Rolle spielen, besitzt das Buch für die an der jüdischen Auswanderung und Ansiedlung interessierten Kreise höchstes Interesse. Mocschlin geht mit großer Sachkenntnis an die Probleme heran und ist bei allem Optim i s m u s, den er dem Lande und seinen Siedlungsmöglichkeiten entgegenbringt, dennoch von vorsichtiger Zurückhaitun g bei der Beurteilung der Möghchkeiten im einzelnen. Dazu geben ihm natürlich auch die schweren Erfahrungen, die Kolonisten insbesondere im subtropischen Urwald gemacht haben, viel Stoff — Erfahrungen, die auch für alle zukünftige Siedlung wichtig sein werden. Moeschlin schließt sein Buch mit dem Satz ״Und wenn es ein Traum bleibt, so war cs ein schöner und gewaltiger Traum“, eine Formulierung, die an Herzls letzte Worte in ״Altneuland“ erinnert. Die Kraft der Vision, die dieser nüchterne Beobachter besitzt, ist in der Tat stark genug, um vor seinen Augen beim Besuch einer Landschaft eine künftige Besiedlung mit allen ihren Aussichten und Schwierigkeiten hervorzuzaubern. Die weiten leeren Räume, die selbst in dieser Gegend Brasiliens, die von der Küste nicht allzu weit entfernt ist, vorhanden sind, der Mangel an Arbeitskräften, nach denen das Land geradezu ruft, und die Schwierigkeit der Ansiedlung von Menschen aus dem überfüllten Europa sind auch für Moeschlin die zentralen Probleme, über deren Bestehen er immer wieder verzweifelt und staunt. Um wieviel mehr gewinnt diese Frage für das jüdische Volk an Foto-Ausstellung der BZV 10. bis 23. Januar 1938, BZV-Heim, Kantstr. 54 Eröffnung Montag, d. 10. Januar, 21 Uhr Die Ausstellung ist geöffnet wochentags (außer Freitag) von 18-22 Uhr, Sonntags 1014־ Uhr BERLINER ZIONISTISCHE VEREINIGUNG Gewicht, das in den Städten Europas zusammengepreßt ist und keinen Ausweg findet. Es gilt daher, auch unsererseits immer wieder die Bemühungen zu verstärken, um Land zu finden, das kultivierbar ist und für die speziellen Bedürfnisse von Juden Eignung zeigt. Dabei muß allerdings jede Illusionspolitik vermieden werden, die leider in der Vergangenheit sehr viele kolonisatorische Projekte, die in jüdischen Kreisen auftauchten, von vornherein diskreditierten. Es ist aber in jedem Fall interessant, die Erfahrungen eines Mannes, der aut Landsuche war, kennenzulernen. -n. Kurz angezeigt Die moderne Lösung der Judenfrage. Von David Karten. — Selbstverlag, Myslowice 1937. Der Verfasser propagiert jüdische Kolonisation außerhalb Palästinas im Sinne des Territorialismus. Es beschäftigt sich in diesem Zusammenhänge insbesondere mit dem Madagaskar-Projekt. Jüdische Sorgen, jüdische Irrungen, jüdische Zukunft. Eindringliche Worte an meine Religionsgenossen zur Besinnung. Von Dr. S. Lichte ns tädter. Als Manuskript gedruckt. Der Münchener Verfasser dieser Schrift, der früher verschiedene Arbeiten unter dem Pseudonym Dr. Mehemed Emin Efendi veröffentlichte, beschäftigt sich in dieser Broschüre mit den Problemen des Zionismus. Es ist ein merkwürdiges Sammelsurium von richtigen lind falschen antizionistischen Argumenten, das nur durch den Eindruck einer Palästinareise, die der Verfasser gemacht hat, einigermaßen gemildert wird. Die Schrift mutet wie ein Relikt aus einer vergangenen Epoche an. Dr. Ludwig Cohn: ״Der Weg Ins Leben“. Blinden und Blindenfreunden ein Führer und Ratgeber. — Verlag Julius Kittl’s Nachfolger, Mährisch-Ostrau, Dr. Ludwig Cohn, Lektor für Blindenkunde an der Deutschen Universität Prag (früher Breslau), hat in diesem kleinen Führer für Blinde mehr als eine Schrift für Interessenten gegeben, sondern einen Beweis für die zugleich schwierige und dennoch aussichtsreiche Problematik der Blinden, besonders nach der wirtschaftlichen Seite hin, und zugleich für die Vielfalt der Chancen und Hilfsmöglichkeiten, die auf diesem Gebiete gegeben sind. Der Verfasser, selbst ein Blinder und dabei als tatkräftiger Führer der Selbsthilfebewegung der Blinden bekannt, gibt einen vorzüglichen Ueberblick über die auf diesem Gebiete vorhandenen praktischen Probleme. ANTWORTEN DER REDAKTION Schaul-Schleider-Kalai. Sie haben die Veröffentlichung in Nr. 98 mißverstanden. Es handelt sich nicht darum zu erörtern, ob die illegale Immigration nach Palästina sich rechtfertigen läßt oder nicht; wir haben häufig genug darauf hingewiesen, unter welchem furchtbaren Druck der Not solche Immigration zustande kommt. Der angezogene Artikel wollte lediglich die Gründe der psychologischen Wandlung bei Wauchope darstellen, so wie sie wirklich war, und diesen Punkt berührt Ihre Argumentation nicht.

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