Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 43 (1938)
- Issue
- Heft 1 (4.1.1938)
- Date
- 1938-01-04
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 1, 4. JANUAR 1938 BERLINER RUNDSCHAU {ah HföUütyeA sikmU um er finde, daß die Werbungen in der ״Jüdischen Rundschau“ für das Winterhiifswerk nicht genügend wirken. Darum habe er einige Werbegedichte gemacht, die er uns vorlegt. Wir geben zwei dieser Gedichte nachstehend wieder: Winterhilfe Dem Winterhiifswerk gib stets viel! Nicht immer nur ’m׳n Pappenstiel. Und grad’ in dieser schweren Zeit. Halt für die Armen stets was bereit! Pfundspende Spendet I’fundc! Immer mehr! Für die Armen müßt ihr geben! Wovon sollen die denn leben? Heinz-Walter Pacrber (12 Jahre) Die Pflicht für alle Wiederholte Anfragen geben Veranlassung, darauf hinzuweisen, daß die Zahlung des monatlichen Winterhilfsopfers, neben den im Hause stattfindenden Sammlungen, auf Grund der Richtlinien des Herrn Reichsbeauftragten für das Winterhiltswerk des Deutschen Volkes 1937/38 zu erfolgen hat. Die amtlichen Richtlinien, die eine monatliche Spendenleistung von mindestens 1 0״ der jährlichen Reichseinkommensteuer 1936 bzw. mindestens 10 °0 der jeweiligen Lohnsteuer vorsehen, gelten entsprechend für den Kreis der jüdischen Cemeinschaft. Die Arbeit der jüdischen Winterhilfe erfolgt im Rahmen der vom Reichsbeaultragten für das Winterhiifswerk des Deutschen Volkes erlassenen Richtlinien, zu denen auch die obengenannten Richtsätze gehören. — Die monatliche Winterhilßspende von mindestens 1 RM. bzw. für Angestellte 0,25 RM. ist auf das Postscheckkonto: Berlin 934 46 der Jüdischen Winterhilfe oder auf eines ihrer Bankkonten zu entrichten. Die nächste Eintopfsammlung der Jüdischen Winterhilfe findet am Sonntag, dem 9. Januar, statt. Es ist Pflicht eines jeden, die Spende bereitzuhalten, damit die ehrenamtlichen Sammler nicht vergebens kommen. Sammcllegitiination erfolgt durch unterstempelten und unterschriebenen braunen Lichtbildausweis. Für jeden Betrag erhält der Spender eine rote Quittung mit Aufdruck des erhaltenen Wertes. Ausgabe für Betreute im Januar. Die Einzelheiten über die Ausgabe von Lebensmittel- und Kohlengutscheinen, sowie von Pfundspendenpaketen im Januar sind aus dem Gemeindeblatt zu ersehen. Unser Mitarbeiter, Dr. Arthur Eloesser, der von seiner Palästinareise zuriickgckchrt ist, ist leider schwer erkrankt und für einige Zeit an der Durchführung seiner Mitarbeit als Theaterkritiker der ״Jüdischen Rundschau“ verhindert. Wir wünschen Dr. Eloesser herzlich baldige Genesung. 100 Jahre Synagoge Oranienburg. Am 2. Januar fand die 100-Jahr-Feier der Synagoge Oranienburg statt. Der Vorstand der Berliner Gemeinde war durch Moritz Rosenthal und die Herren Ehrenreich und Gossels vertreten. Die Festansprache hielt Rabbiner Dr. van der Z y I. Für die Berliner Gemeinde sprach Moritz Rosenthal; Dr. Max Baerv/ald als 1. Vorsteher der Synagoge Oranienburg, David Heimann für den Religionsverein der nördlichen Vororte. Die musikalische Umrahmung besorgten die Kantoren David S a 1 o m 0 n und S i 11 i g. Zu Besuch in Berlin. Die Berliner Jüdische Gemeinde hatte kürzlich 35 Jungen und Mädchen aus Kleingemeinden zu Besuch cingeladen, um sie einen Blick in das jüdische Leben tun zu lassen. Die Kinder empfingen eine Fülle von Anregungen; die Besuche in den verschiedenen Synagogen, im Jüdischen Museum, im Kulturbund und anderen Einrichtungen hinterließen einen tiefen Eindruck. Büchergutschein״. Der Jüdische Kulturbund Berlin weist daraut hin, daß die von ihm in Gemeinschaft mit den jüdisehen Verlegern und jüdischen Buchvertrieben ausgegebenen Gutscheine nur noch bis zum 10. Januar in Zahlung genommen werden. Die Gutscheine, die mit den Theaterkarten an die Mitglieder des Kulturbundes verteilt worden sind, berechtigen zum Kauf eines jüdischen Buches zu ermäßigtem Preis in den jüdischen Buchvertrieben, die auf den Gutscheinen verzeichnet sind. Konzerte Lieder- und Arien-Abend Alexander Kipnis. Wie ein Magnet zieht Alexander Kipnis das Berliner jüdische Publikum an. Welch schöner Jahresanfang, so in den Klängen schwelgen zu können und dieser zauberhaften,!ebensprühenden Stimme zu lauschen, die eine Arie ebenso wie ein kleines Lied in schauspielerischer Vollendung mühelos gestaltet. Mit welcher Schlichtheit aber, Inbrunst und Innigkeit singt er die ״Biblischen Lieder“ von Dvorak! Walirlich, alle kalten Herzen werden warm, Lieder, selten gehörte, von zeitgenössischen jüdischen Komponisten brachte er diesmal: zwei Lieder von Goldschlag, der persönlich den Dank der Zuhörerschaft entgegennehmen konnte, Zeisl und Franz Mittler, dessen einpriigsame ״Volksweise“ der Künstler deutsch und russisch sang. Und es fehlten nicht die oft von Kipnis gehörten und immer wieder von ihm erbetenen Lieblingsklänge des begeisterten Publikums: Falstaffs wuchtiges, mächtiges Trinklied aus den ״Lustigen Weibern“'; die lebendige Rhythmik des Bajazzo-Prologs; innig, zart und leise ״Du bist wie eine Blume“ und vieles andere. Vom Künstler und vom Publikum anerkannt, wurde die vorzügliche Klavierbegleitung von Wolfgang Rose. R. Gr. ״Esther“, biblisches Tonbild. Die Uraufführung dieses Werkes von Margarethe Cohn startete in einer leider sehr mittelmäßigen Aufführung in der Schulstraße, in einem wallren Schmuckkästchen von Synagoge. Es ist schwer zu sagen, in welches musikalische Formgehäuse dieses Tonbild für Soli und Harmonium passend untergebracht werden könnte. Man kann von einer Musikunterlegung des in Personen und einem Sprecher aufgeteilten Estherstoffes sprechen, in die einige instrumentale Zwischenspiele eingestreut sind. Der jugendliehen Komponistin Margarethe Cohn wäre zu raten, in kleitieren Formen Handwerk und Können zu zeigen und vorläufig von kompositorisch anspruchsvolleren Aufgaben Abstand zu nehmen. Der beste im Ensemble war der Bassist Werner Simon als König, darstellerisch und gesanglich sympathisch; Edgar Lißner in dramatischen'Akzenten ein glaubhafter Haman; die Esther Annemarie Elias, die Sprecherin der undisponierten Toni Pohl 'stimmlich nicht ohne Reiz, doch tecliirisch unerfahren, ein warmgetönter Alt der Dienerin Rose Agnes H e r s c h und ein unzureichender Mordechaj Ismar Baßfreund. Am Harmonium Betty Abrahamsohn. Dr. Jakob Schönberg Hauskonzert. Ein Teenachmittag bei Simon war äußerst anregend in der reichen Folge von Instrumentalvorträgen und Rezitationen: Stücke für Cello und Klavier, eine phantasievolle Suite von Schenck, eine Sonate von Boccherini mit einem bestrickend übermütigen Allegrosatz und eine in ihren Ausmaßen ungewöhnliche Cellosonate von Raehmaninoff, iin zweiten Satz von unheimlicher Spielbesessenheit. Den bczwingenden Eindruck dieses Werks danken wir dem vieiseitigen Musiker Godfried Zeelander in Zwiesprache mit der geschickten Lilly Schlesinger am Klavier. Die Pianistin produzierte sich solistisch in Werken von Chopin. Der Rezitator Dr. Fritz E i s e n b e r g ist ein spontaner Former des Worts, ein Eiferer des Rhythmus, packend im Heineschen ״Salomon“, der helltönigen Impression ״Abraham und Isaak“ von. Else Lasker-Schiiler, vielleicht auch noch bei mehr Leichtigkeit im Bialikschen ״Ein Fröhliches“. J. Sch. Familien - Nachrichten •Frau Johanna Fl a to w• (früher Wormditt, Ostpr.), SO 16, Schäfer- Straße 14, begeht am 12. Januar den 75. Geburtstag. Herr Albert Gans und Frau Cucilie, geb. Rotholz, Altersheim m Licliterielde-Ost, begehen am 8. Januar die diamantene Hochzeit Frau Johanna Schlochauer, Winsstr. 69, begeht am 10. Januar den 90. Geburtstag. Batmliwah-Termim!. Am 8. Januar (6. Schwat): Fredi Frucht, Sohn von Abraham Frucht, Krausnickstr. 19. — Gert Glaser, Sohn von Dr. med. Arthur Glaser, Charl., Bleibtreustr. 17. Mensa Academica judaica, Gr. Präsidentenstr. 1 (am Hackeschwi Markt), täglich geöffnet für Akademiker. Werktätige und Familien von 12 bis 15 Uhr. Wer schenkt uns einen Radioapparat? Die Mittleren-IIacliscliarah Mcuendorf (Landwerk Neuendorf über Fürstemvaldc/Sprec) bittet auf diesem Wege darum. Die Kiinstierhilfe, Charlottenburg 2, Kantstr. 159, sucht für einen Künstler in der Gegend Kurfürstendamm bis Zoo einen Raum, der zur Einrichtung eines Tanzstudios geeignet ist. Veranstaltungen der Bezirke und Gruppen der BZV Zentrum-Nord Dienstag, 4. fanuar, 20.30 Uhr Hunger Aktfvkrels) BZV-Heim, Rosenlhaler Sir. 44 Zionistische Ideologie, Leitung: Adolf Locker Wilmersdorf Mittwoch, 5.!amtar, 20.30 Uhr Meinekestraße 10 Dr. Alexander Besser! Zur jUdi.chen Situation Steglitz- Mittwoch, 5. fanuar, 20.30 Uhr Schmargendorf Friedenau, Moselstr. 4 Dr, Hellmuth Pappe, Walter Schwarz! Politik und Wirtschaft in PaWstlna Spandau Mittwoch, 5. Januar, 20,30 Uhr Spandau, Lindenufer 12 Dr. David Schloßberjf t Judenstaat — Judenwanderung׳ Anschließend: Neue PaÜstina-Monatsschau Friedrichehain Mittwoch, 5. fanuar, 20.30 Uhr BZV-Heim, Landsberger Str. 87 Zwiegespräch zwischen Dr. Hin! Capell und Heinz Goehsheimer. Zur Berufsentscheidung der jüdischen Jugend SUdoet Mittwoch, 5. fanuar, 20.30 Uhr Oranienstraße 180 (Turnhatte) Sorge um unsere Zukunft (Liquidation de« Judentum» tn Deutschland, Wege unserer Wanderung! Palästina — Ueberaee) R.-A. Dr. Alfred Kabau, Dr. Kurt Licht Hermannplatz Donnerstag, 6. fanuar, 20.30 Uhr BZV-Häm, Neukölln, Jägerstr. 6 Zur Berufsentscheidung der jüdischen Jugend. Es sprechen: Dr. H. Swarsensky, Arthur HofaUtttar Charlottenburg Sonnabend, 8. fanuar, 20.30 Uhr BZV-Heim, Kantstr. 54 ל וצי לוי-צובל: חינוך למקצוע בין הנוער העברי בגרמניה Zentrum.Nord Sonnabend, 8. Januar, 20.30 Uhr BZV-Heim, Rosenthaler Str. 44 י חוג עברי Schöneberg Sonnabend, 8. Januar, 20.30 Uhr BZV-Heim, Goltutr. 21 חוג עברי Zu simtlicheO Vcrnnstaltunuon sind auch N'ichtmitglieder willkommen. Auskünfte erteilt die BZV, W 15, Meinekestraße 10 / Ruf: 919031 App. 75 Zentrale Kundgebung der BZV Dienstag, den 4. Januar 1938, 20.30 Uhr, Brüdervereinshaus, Kurfürstenstraße 115-116 Welchen Halt gibt es für uns? Der Zionismus zu den Lebensproblemen der Juden in Deutschland Liquidation und Auswanderung Juden aus Deutschland in Palästina Jüdische Haltung in dieser Zeit Es sprechen: Dr. Georg Lubinskl Dr. Franz Meyer Dr. David Schloßberg Vorher! Die Kurzfilme ״Miterleben" u. ״Bekennt Euch" Sonnabend, 8. Januar 1838, 20.4S Uhr Musikarvereinshaut, Kaiser - Wilhelm-StraBe 31 THEATER - ABEND Der Jeschiwe - Bocher Auigaführt von der Klelnkunetgruppe des Bezirks Zentrum-Nerd der BZV. ' Regie: M. WHteleohn / Techn. Leitung: F. Finder Vorher die Kurzfilme ״Milarlehen" und ״Bekennt Euch“ Karten tu RM 0,75, 1,-. 1,25 und 1,50 im Vorverkauf b.h Adleretein, Alte Schönhauser Str. 58; Bucht). Palle«, Grenedierstr. 30; Konditorei Dobrin, Spnndeuer Brücke 7; Buchdr. Lecher, Lothringer Str. 34-35! Wiener Ce«, Alte Schönhauser Str« Seil; Restnur. Kimclfeld. Kosenthaier Str. 32; BZV-Heim, Rosenlhaler Str. 44 BERLINER ZIONISTISCHE VEREINIGUNG / Bezirk Zentrum - Nord Ankündigungen Frauen-Arbeitsgemeinschaft für Palästina. Ging Iwri: 5. Januar, 16 Uhr, Regensburger Str. 26, part, — Nächster Wizo-NachmiUag« 11■ Januar. Hebräische Kurse der BZV. Wiederbeginn sämtlicher Kurse zu den üblichen Zeiten am 4. Januar. Junggruppen jcr BZV, Nördliche Gruppen am 4. Januar, Heim Landsberger Str. 87, 20.30 Uhr. — Westliche Gruppen am 6. Januar, 20.30 Uhr, Mcinekcslr. 10: ״Die Situation in Palästina und unsere Aufgaben in der Gegenwart“. Es sprechen: Rudi Abraham, Hans CapcII, Alfred Selbiger. — Spiel- und Gerncirrschaftsabende für die ruchtorganisierte jüdische Jugend. Im Norden Montags, Schönhauser Allee 23-25; im Westen Montags, Münchener Str. 37. Beginn 20 Uhr. Die Photnausslellung der BZV. wird vom 10.—23. Januar im BZV.- Heim, Kam-lr. 54, gezeigt. Besuchszeiten: wodicmäglich 18—22 Uhr. Jüdisches Le' עי י! und Lehrstätte Bialik der BZV. Vorlesungen und Arbeitsgenien״ ■״.•!len: Am 4. Januar, 20.30 Uhr, 3. Abend der Politik Im Heim der BZV.[ Goltz-,tr.^ 20; Pollak; ״Weltwirtschaftliche -Bericht“, 20.15 Uh Rambam-Lehrhaus. Zyklus: .,Judentum als Leben lormung und Ge- Gesetz“; 20'.i0 Uhr, Svn. pä.,sauer Stialk-, fhunlx-rg: .,Schabbat und Hebräische Lehranstalt der Jüdischen Gemeinde, Klop.stock-.tr. 58 und K'issui im dlk ״Ku 11t: 1 1, 1 1 1 in 1!r \unu1r 1 tur \ itinger soll in der Klopstockstraße eröffnet werden. Anmeldungen tclcphonisch: 93 14 90 (Berggrün). Kammermusikalischc Uraufführungen bei Weil, Fasanenstraße 5, am 0. Januar, 20.15 Uhr, ein Klaviertrio von Oskar Guttmann (gespielt von Gustav Sabel, Hansjürgen Rotiis und Godfried Zeelander).!ames Simon kommt mit ״Sechs Miniaturen“ für Klarinette und Klavier (Michael Bafatemones und Gustav Sabel) zu Gehör. Tilly Forscher und Henri Goldberg singen neue Lieder von James Rothstein. — Am 8. Januar rezitiert Dr. Fritz Eisenberg, Hauskonzerte. Zugunsten des Künstlermittag.,thsches der Kiinstierhilfe liehe Schlager. Mit«־.: Charlotte Salomonski (Rosen). Am Flügel: Erna Fenchel. — Am 15. Januar, 20.15 Uhr. stellt sich eine Mischa Winitzki (Violine) ‘und״ Oskar Manczvk (Cello) spielen Werke von Cesar Franck, Saint-Saens und Smetana. —- Am 20. (amtar, 20 Uhr. bei Wittenberg. W15, Uhlard-traßo 90. Mitwirkende! Alfred Wittenberg, Geige; am Flügel: Erna Klein. Alendel^ ohii Abend für die Jugend, i e!! | , > g. ^Sekretariat für bildende Kunst. Ab 9. Januar (11—14 Uhu Ausstellung tan, Georg Woltf. Jüdischer Religionsverein der nördlichen Vororte, t;,■־״׳!.-■nidrnbf n,״Grm Angewandte Kunst. Die Kim-tierhiife, Ch.irluttenburg 2, Kants:!159 .־, bittet diejenigen Künstler, die sich mit Werkkunst (Keramik, .Metallarbeit, Weberei) befassen, um Angaben ihrer Adressen. Restaurant und Wiener Caf6 Lassen Sie sich Ihre Anzeigen Täglich Cafähausbetrieb Fachmann aufsetzen Am S-Baimhof VERMIETUNGEN: Junggeselle, 1 evtl. 2 gut möblierte ruhige Zimmer Alfred Selbiger Unsere Situation in Palästina — Unsere Aufgaben im gegenwärtigen Augenblick Zwei Veranstaltungen der Junggruppen der BZV Dr. Hans Capell