Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 43 (1938)
- Issue
- Heft 1 (4.1.1938)
- Date
- 1938-01-04
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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- Safed 2× ep/1046078
- Haifa 1× ep/1047930
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Seite 6 JODISCHE RUNDSCHAU Nr. 1, 4.1. 1938 wirkt der Mangel natürlicher Reichtümer im Lande und die Notwendigkeit, die Wirtschaft erst zu moderni* sieren und zu entwickeln, ehe sie größere Erträge abwerfen kann. Eine der Illusionen, die die Konjunktur stark genährt hat, war auch die, daß die rasche Entwicklung der letzten Jahre uns bereits so weit vorwärts gebracht hat, daß wir mit mittel- und westeuropäischen Lebensgewohn h eiten uns einrichten können. Das war ein schwerer Irrtum, wie sich bereits jetzt praktisch erweist, wo Mittelstand und Arbeiterschaft gleicherweise den schmerzvollen Prozeß einer Herabsetzung ihres Verbrauchs durchmachen müssen und wo durchsichtig wird, daß nur eine dünne Ober- Schicht ein wahrhaft komfortables Leben führen kann. Aber dieser schmerzvolle Prozeß ist unvermeidlich, und er wird auch dazu führen, daß man an die palästinensische, immer noch junge und unter schweren Umständen aufwachsende Wirtschaft keine übertriebenen Ansprüche auf leichte Verdienste und schnelle und hohe Rentabilität stellt. Gerade in dieser Hinsicht — nicht so sehr im Standard der Massen, der immer bescheiden geblieben war — hatte man sich manchen Täuschungen hingegeben. Als diese zerflattcrten, schoß man In der Kritik vielfach übers Ziel hinaus und verurteilte die Wirtschaft, weil sie die in Prospekten angegebene Verzinsung nicht erreichte, in Bausch und Bogen. Sieht man jedoch den Dingen ruhig ins Antlitz, so zeigt sich, daß die ökonomischen Bedingungen keine leichte Sammlung von Reichtümern gestatten, daß die erreichten Erträge eine schmalere Existenzbasis bieten als in voll entwickelten Ländem, daß schwache oder falsch organisierte Unternehmungen durch andere ersetzt werden müssen. Andererseits beweist die Entwicklung der letzten fünfzehn Jahre, daß die ungewöhnlich schmale Existenzbasis des Anfangs trotz der Rückstöße ständig breiter geworden ist und sich auch der Lebensstandard des Durchschnitts gehoben hat. Sowohl in den Städten wie auf dem Lande lebt man — das wissen viele der neuen Einwanderer nicht — heute in Depressionszeiten besser als vor zehn Jahren. Und auf diese langsame, oft unterbrochene Entwicklung zu einer sichereren und kornfortahleren Existenz kommt es an, wobei man sich klar sein muß, daß lange Zeit und sehr viel Arbeit und Geld nötig sein wird, um Palästina in den äußeren Bedingungen mitteleuropäischen Maßstäben an/ugleichen. Von der Woche In Jerusalem konnte durch rasches Zugreifen von zwei britischen Polizisten ein Unglück verhindert werden. Ein jüdischer Knabe bemerkte an der belebten Kreuzung der King George Avenue und Jaffa Road einen Handkoffer auf dem Straßenpflaster, aus dem Rauch aufstieg. Er machte durch einen Zuruf zwei vorübergehende britische Polizisten auf den Handkoffer aufmerksam, die ihn sofort öffneten und eine Born Im sowie einen brennenden Zünder darin fanden. Sie erstickten den Brand unverzüglich, wodurch eine Explosion vermieden wurde. In das Wohnhaus von Polizei-Inspektor Wilson in Safed wurde eine Bombe geworfen, die jedoch nicht explodierte. Der Bezirksbeamte beorderte sofort sämtliche arabischen Muktars der Stadt zu sich und erklärte ihnen, daß, falls der Attentäter nicht ausgeliefert würde, die Polizei sämtliche arabische Häuser durchsuchen würde. Der arabische Knabe, der bei dem irrtümlichen Angriff auf einen arabischen Omnibus am 27. Dezember verwundet wurde, starb an seinen Verletzungen. Ein arabischer Chauffeur und zwei Passagiere wurden durch Schüsse verwundet, die auf ein arabisches Taxi in der Nähe von Dschenin ahgefeuert wurden. Einer Meldung zufolge ist Abdullah As bah, ein arabischer Bandenführer aus dem Norden, der kürzlich bei den Gefechten mit britischen Truppen schwer verwundet und von seinen Kameraden nach Svricn geschafft wurde, seinen Verletzungen erlegen.’ Der Bezirkskommissar von Galiläa veröffentlichte eine Warnung, daß sich arabische Dorfbewohner durch die Beherbergung von Briganten strafbar machten. Die Behörden haben beschlossen, die Haftdauer einer Anzahl Araber, deren Entlassung aus Akko in Kürze fällig wäre, vorläufig zu v e r 1 a n g c r n. Eine militärische Delegation unter Führung von Major Yule hat sich nach Svricn begeben, um einen engeren Kontakt zwischen den militärischen Steilen der beiden ' Länder in der Frage der syrisch-palästinensischen Gren/bcwachung herzustellen. Die arabischen Zeitungen berichten, daß auf Ersuchen der Palästina-Regierung 400 Mann f r a n z o s i s c 11 e r Truppen und libanesischer Gendarmen die svrisclie Grenze bewachen, um palästinensische Terroristen an der Flucht über die Grenze zu hindern. Ferner wird gemeldet, daß sieben der arabischen Terroristen, die während der Gefechte im Norden verwundet wurden, Damaskus erreichten und sich jetzt dort im Krankenhaus befinden. In Safed fand ein arabischer Streik anläßlich der Bcerdigung von sechs arabischen Freischärlern, die in den letzten Gefechten gefallen waren, statt. An der Beisetzung nahmen 3000 Araber teil. Anhänger der Agudath Israel, die dem extremen Flügel angehören, drangen ins Büro der lerusalemer Gemeinde, wo Vorbereitungen zu den Wahlen im Gange sind, und zerstörten die Wahldokumente. Der Anführer, ein Sohn des Rabbi Blau, des Führers der Agudah, wurde in Haft genommen. Sir Arthur Wauchope empfing eine Delegation der jiidischen Z i t r u s - P f 1 a n z e r v e r b ä n d e, die von Schertok, Smilansky, Tolkowsky und Chorin getihrt wurde. Herr Chorin, der die Keren Hajessod-Sicdlungen vertrat, drängte darauf,'die Regierung solle den Pflanzern Beistand leisten und auch gewisse andere Reformen ausführen. Smilansky schlug vor, die Regierung solle den Pian/ern eine größere Anleihe gewähren, die aus den Erträgen der Exportsteuer zurückge/ahlt werden soll. Sir Arthur Wauchope versprach, die Vorschläge zu prüfen. 6000 Ass y rer aus dem Irak haben sich wegen der Assyrer-Verfolgungen nach Svricn begeben. 300״ Spiele für Schulen, Bünde und die Familie“ nennt sich ein Buch, das von Ruhen Selmann, einem palästinensischen Lehrer und Jugeiulluhrcr, in hebräischer Sprache im Verlag Rubin Maas, Jerusalem, erschienen ist. •Schon das Wort ״spielen“ übt auf Schüler aller Klassen und Jugendliche aller Bünde einen besonderen Reiz aus, und sowohl die hebräische Unterrichtsstunde als auch der Heimabend kann durch Einlegung eines sinnvollen, anregenden Spieles abwechslungsreich gestaltet werden. Deshalb ist dem Büchlein weiteste Verbreitung zu wünschen, ln ihm ist für jede Oelegenheit etwas zu finden: Spiele verschiedenster Art für kleine und große Gruppen im geschlossenen Raum und im Freien, Spiele mit und ohne Geräte, Spiele, die Sinne, Gedanken und Willenskraft schärfen. Die Sprache ist so klar und einfach, daß auch der unpunktierte Text keine Schwierigkeiten bereitet. H, E. Judenstaat oder jüdische Minderheit Ben 6urion über die politische Alternative Bei einer Versammlung des Nationalen Schekel- Komitees, die in Tel Aviv abgehalten wurde, ist über die Schekel-Kampagne für den nächsten Zionistenkongreß beschlossen worden. Vertreter aller zionistischen Parteien waren bei der Versammlung anwesend. Ben Gurion und Gruenbaum führten in ihren Ansprachen aus, daß aller Wahrscheinlichkeit nach der nächste Kongreß im Jahre 193 8 stattfinden werde, bei dem ein entscheidender Beschluß über den geplanten Judenstaat getroffen werden wird. Ben Gurion erklärte, daß man vor der A'ternative stehe, entweder einen Judenstaat IneinemTeil des Landes oder eine jüdische Minderheit eines Araber- Staates zu akzeptieren. Es gebe keine dritte Möglichkeit. Wie die Zukunft sich gestalten werde, sei noch ungewiß. Die Feinde des Zionismus täten ihr äußerstes, um alle Aussichten für den geplanten Judenstaat zu vernichten. Wir jedoch müssen alles daran setzen, sagte Ben ünrion, um zu einer Entscheidung beim nächsten Kongreß zu gelangen. Wann und wie die Entscheidung der englischen Regierung fallen wird, ist noch ungewiß. Jedoch wenn die Zeit gekommen ist, muß sich der Kongreß sofort versammein, und Millionen Juden müssen beim Kongreß vertreten sein. Das Nationale Schekel-Kornitee beschloß, die Schekel- Kampagne solle im Januar 1938 eingeleitet werden. Die Ausführungen Ben Ciurkms beleuchten mit großer Klarheit die Situation, die sich in der Palästinafrage hcrausgebildet hat. In der Tat ist der Mechanismus der politischen Kräfte in England so beschaffen, daß die F r e 1111 d e der jüdischen Palästina-Arbeit sich um das Teilungsprojekt des Peel- Berichtes und den Gedanken des jüdischen Staates auf einem Teilgebiet Palästinas gesammelt haben, während es gerade diejenigen Kräfte sind, die aus den verschiedensten Gründen — in erster Linie aus allgemein-politischen Erwägungen über die Lage des Britischen Reiches — diesem Gedanken widerstreben, auch dem Teilungsplan feindlich gegenüberstehen, ohne jedoch dafür einzutreten, daß der bisherige Zustand deT Mandatspolitik in Palästina aufrecht erhalten wird. Die Alternative, die gegenwärtig gegeben erscheint, ist also, wie Ben Gurion mit Recht ausführt, gegenüber dem Teilungsplan die Konstituierung eines Minderheitsstatus der Juden in einem arabischen Palästina, das ohne Zweifel größere Selbständigkeilsrechte erhalten würde, als sie unter dem Mandat bisher bestanden. Auch die Auseinandersetzungen, die in London im Augenblick geführt werden, um die Frage der Richtlinien für die nach Palästina zu entsendende neue Kommission zu beeinflussen und ihr möglicherweise sogar das Recht zu geben, von den Vorschlägen des Peel-Berichtes ganz und gar abzuweichen, bewegen sich in der gleichen Richtung. Es ist gewiß ein Fortschritt, daß jetzt von maßgebender zionistischer Seite ein offenes Wort zu dieser Frage esprochen worden ist, da es nicht angeht, die ()Öffentlichkeit her die wirkliche Lage im unklaren zu halten und 111 u ״ sionen bestehen zu lassen, die mit der politischen Wirkiichkeit nur sehr wenig zu tun haben. Die Auseinandersetzung geht heute darum, ob die Vorschläge des Peel-Berichtes in ihren grundsätzlichen Teilen weiterhin als Maßstähe der Politik zu gelten haben, und in dieser Richtung müssen auch alle jüdischen Kräfte eingesetzt werden. Eine andere Lage hätte sich nur dann ergeben, wenn es in irgendeiner Weise zu einer direkten Verständigung zwischen Juden und Arabern gekommen wäre. Da dies bisher nicht der Fall war, hat sich die politische Situation außerordentlich zugespitzt« ״Die englische Regierung zur Teilung entschlossen*1 In einem Leitartikel über die englische Palästina-Politik schreibt ״Great Britain and the East“ vom 30, Dezember, daß die Ansicht, die Regierung habe die Festlegung ihrer neuen Politik mit Absicht hinausgeschoben, unbegründet sei. Es gebe keinen Grund für diese Annahme. Die englische Re* giertmg sei vielmehr fest in ihrer Uebcrzeugung, daß Teilung die beste Politik ist. Die neue Kominission werde freilich nicht an die Grenzvorschläge der Peel-Kommission gebunden sein; ja, es würde sogar überraschen, wenn sie die Einbeziehung von fast einer Viertel Million Arabern in den projektierten jüdischen Staat emp■ fehlen würde. Welche Aussichten, so fragt das Blatt weiter, haben die Empfehlungen der neuen Kommission, von der Mehrheit der Einwohner •Palästinas angenommen zu werden? Zur Zeit ist die Feindschaft der Araber gegen jede Form von Teilung sehr stark. Sicher sei nur, daß die neuen Empfehlungen nicht identisch sein werden mit denen, die die Erbitterung der Araber hervorgerufen haben. Andere Grenzen für den jüdischen Staat und auch die Zeit werden einen Wandel in den arabischen Ansichten herbeiführen. Zu den Plänen einer gütlichen Vereinbarung zwisehen Arabern und Juden auf Grund des Minderheitsstatus der Juden schreibt das Blatt, daß dies sehr zu begrüßen wäre; daß es jedoch scheine, daß die Aussichten für ein solches Uebereinkommen gering seien, und bis es tatsächlieh getroffen und von der Mehrheit der Araber und Juden gutgeheißen ist, müsse der Teilungsplan im Vordergrund stellen. Die Teilung sei zwar nicht leicht durchzufiihren; aber die englische Regierung sei unbeugsam hierzu entschlossen, weil sie die Teilung für das Beste sowohl für Juden als für die Araber hält. Sie sei ebenso entschlossen, ihre Verbindung mit Palästina aufrechtzuerhalten, nicht nur direkt, sondern auch durch Verträge mit dem arabischen und jüdischen Staat. Wie lange diese Staaten als solche Dauer haben werden, ist nicht vorauszusehen. Der arabische Staat könne sich einer arabischen Föderation anschlielkn oder sogar später Teil einer größeren Einheit werden, als sie durch Trans- Jordanien und einen Teil Palästinas geschaffen wird. Die Zukunft des jüdischen Staates ist noch schwieriger voraus- Zusagen. Die Zahl der Menschen, die er fassen kann, steht noch nicht fest; auch weiß man nicht, welcher Wanderungsdruck auf der Diaspora lasten und wie die finanzielle Unter- Stützung seitens der ausländischen Juden sein wird. Noch Weniger kann man etwas über die Beziehungen des jüdischen Staates zu seinen Nachbarn prophezeien. Vielleicht findet er eine Form des Ausgleichs oder hilft sogar jenen Staaten wirtschaftlich. Er kann aber auch schließlich als ein Traum enden. Eine Spekulation über die Zukunft Westasiens kann endlos sein — und nutzlos. Sicher ist jedoch, daß die Aussichten der Juden sehr trübe sind, wenn sie nicht irgendeinen Weg der Versöhnung mit den benachbarten arabischen Staaten finden. Darüber sind sie sich selbst vollkommen klar. Sie selbst betrachten mit Unbehagen die Möglichkeit der gewaltsamen Aufzvvingung der Teilung. Der Aufsatz schließt, daß es im Augenblick die Hauptsache sei, die Ord« nung wiederherzustellen: ״Was manche ,Unterdrückung‘ nennen mögen, ist keine Politik, sondern nur das Vorspiel für eine Politik.“ Ein Jude getötet Yeehiel Efroni, ein 33jähriger Ingenieur, der von den Behörden im Gefängnislager von Athlith beschäftigt war, wurde bei einem Angriff auf einen Omnibus der Egged- Gesellschaft auf der Jerusalem—Tel Aviver Landstraße _ in der Nähe des Araberdorfes Abughosh verwundet. Polizei erschien sofort auf der Angriffsstclle und feuerte mit Maschincngewehren in die Richtung, aus der der Angriff kam. Efroni wurde sofort in ein Krankenhaus geschafft, wo er später seinen Verletzungen erlag. Der Verstorbene kam im Jahre 1922 aus Polen nach Palästina. Er hinterläßt eine Frau und ein Kind. Araber zum Tode verurteilt Suleiman Mahmoud, der ani 23. Dezember wegen Tragens eines Gewehres und Teilnahme an den Gefechten im Norden verhaftet wurde, ist in einer Sitzung des Militärgerichts in Nablus zum Tode verurteilt worden. — Das am 22, Dezember vom Militärgericht in Nablus über einen Araber gefällte Todesurteil wegen Tragens eines geladenen Revolvers wurde von Generalmajor Wavell b e ־ s tätigt. Ein Arab'er aus dem Ramleh-Bezirk wurde vom Mili״ ♦ärgericht wegen Besitzes von Schußwaffen zu 10 Jahren Gefängnis verurteilt. Generalmajor Wavell reduzierte die Militärgerichtsurteile gegen zwei Araber aus Nablus auf 5 Jahre Gef ä n g n i s. Die Urteile gegen fünf andere Araber wurden aufgehoben. _ ״Der Beduine des Negew“ lautet der Titel eines Auf- Satzes von Elijahu Epstein im Novemberheft von ״Palestine and Middle East“. Der Verfasser gibt darin eine anschauliche Schilderung vom Wesen und Leben des Beduinen jener heute politisch so bedeutsamen Gegend. Nach einem geschichtlichen Ueberblick schildert Epstein die Organisation der Beduinenstämme, ihre Sitten und Stammestraditionen. Nach den Erhebungen von 1931 umfassen die Beduinenstamme rund 48 000 Menschen, die auf einem Gebiet von fast 12 Millionen Dunam nomadisieren. Sie strömen immer wieder nach Palästina hinein, besonders zur Erntezeit und während der Zitrussaison. Wirtschaftlich stehen diese Stämme noch auf sehr niedriger Stufe. Schon in der türkischen Zeit wurden mehrere Experimente gemacht, die landwirtschaftliche Ansiedlung der Beduinen im Negew zu fördern, aber ohne Erfolg. Nach dem Kriege, als der Wert von Kamelen, Schafen, Pferden usw. rapide fiel, haben sich einige Beduinen widerwillig zur Landwirtschaft entschlossen, die sie heute noch verachten. Auch gesellschaftlich befinden sich die Beduinen in der Auflösung, ohne daß sie sich entschließen könnten, zu neuen Lebensformen überzugehen. Die Lösung sieht Epstein nicht so sehr in technischen oder finanziellen Faktoren, als vielmehr in einer Wandlung der Mentalität des Beduinen. Passagierlandung in Tel Aviv Jerusalem, 27. Dezember. (Palcor.) Bürgermeister Rokach gab in der gestrigen Sitzung des Tel Aviver Stadtrates bekannt, daß der Hafen noch vor Peßach für Passagierverkehr freigegebeu werden wird. Er stellte fest, daß der Jischuw und die nationalen Körperschaften bisher £ 210 000 in den Hafen investiert haben, in dem 1400 Arbeiter beschäftigt sind. __ Berthold Feiwels Beisetzung Das Begräbnis Berthold Fciwels fand unter starker Beteiligung von zionistischen Veteranen, Vertretern der nationalen Körperschaften und persönlichen Freunden des Verstorbenen am Oelberge statt. Jizciiak Gruenbaum hielt eine Grabrede namens der Exekutive der Jewisli Agency. S. Kaplansky, der den Keren Hajcssod vertrat, und Prof. Hugo Bergmann, der im Namen des Freundeskreises sprach, waren die anderen Redner. Patesfine General Time-Table Winter 1937/38, herausgegeben von Zvi Friedlaender, Haifa (Kirjath Haim). Die soeben herausgegebene Winterausgabe der Palestine General Time-Table läßt bereits die eingetretenen Veränderungen erkennen, die mit der Eröffnung der neuen Chaussee Tel Aviv—Haifa Zusammenhängen. Auf dieser nunmehr 111 km langen Strecke verkehren zwei jüdische Autobuslinien mit halbstündiger Fahrgelegenheit in beiden Richtungen. Außerdem stehen zwei Taxiunternehmungen zur Verfügung, die in regelmäßigen Abständen die ganze Strecke in 1»/4 Stunden durchfahren. Der neue Winterfahrplan enthält 115 Autobuslinien mit Stationen, Abfahrzeiten, Streckenlänge und Fahrdauer. Auch die neue Motorbootverbindung auf dem Kinereth fehlt nicht. Die im Eisenbahnfahrplan ab 15. November in Kraft tretenden Fahrzeiten sind bereits vollständig enthalten. Hierbei ist als Neuerung die Einlegung eines Nachtschncllzuges nach Aegypten zu erwähnen, der dreimal wöchentlich an den Kraftwagen verkehr Tripoli—Beirut—Haifa anschließt und so den Sirnplon-Orient-Taurus-Expreß nunmehr ohne den früheren Nachtaufenthalt in Haifa fortsetzt. Außer den Passagier-Schiffslinien sind auch die Pläne d«r sechs Fluggesellschaften (eine palästinensische und fünf au«- ländische) enthalten, die regelmäßig verkehren. Die beigefügte Verkehrskarte zeigt alle Verbindungen mit Linienangaben und enthält mit den neuesten Siedlungspunkten nunmehr 200 jüdische Ortsbezeichnungen. Barmizwali-Tcrmin! Am 8. Januar (6. Schwat): Michael Hallo, Sohn von F. Hallo, Tel Aviv, Spinozastr. 20. (Schluß des PalSstinatcflsl