Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 104 (28.12.1934)
- Date
- 1934-12-28
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 14 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 104, 28, XII!934 Nt Judentum und Deutschtum in der jüdischen Volksschule Aus der GcmcimdtaftsarbcUßüdischer Lehrer Eine der Forderungen, welche vor einiger Zeit als Kon- Sequenz der Diskussion über das Thema ״Von der deutschen in die jüdische Schule“ in der Erzichungsbcilagc der ״Jüdischen Rundschau“ erhoben wurde (siehe Nr. 65), ist in•?wischen erfüllt worden: ein kleiner Kreis jüngerer Lehrer von verschiedenen Schulen hat sieh zu einer p cid ag o g i s c h e n A r Ire i I s g e m « i n s c 11 a f t zur gegenseitigen Beratung und Forthi'diing zusammengefunüen. Nachdem vor kurzen) durch ein Gespräch iiber die individuell verschiedenen Weltanschauungen eine Atmosphäre des Verständnisses und des gegenseitigen Vertrauens geschaffen wurde, besprach man nun als erstes praktisches Thema die Ciestni- 11111g des Deutschunterrichts auf der Oberstufe der Volksschule, (ieradc in diesem Unterricht muß naturgemäß die Spannung ״Deutschtum — Judentum•' gemeit1s.ini mit den Kindern in eine Form und zum Ausdruck gebracht werden. — Aus den Berichten und aus der Ausspräche wurde es deutlich, daII die jüdischen Schulen für das Ziel ihres Deutschunterrichts ein eigenes Ideal suchen miisseu. Klar wurde cs auch, daß die in den Richtlinien <1 c r R e i c 11 s v e r t r e 11111 g niedergelegte Theorie in der Praxis leicht zu Ucbertreihimg nach der einen oder anderen Seile führen kann, Fs wurde auch ausgesprochen, daß die Verbindung von deutscher und jüdischer Kultur im Unterrieht bis jdzt eine fragwürdige Sache ist, wenigstens bei jüngeren Kindern, bei welchen die eine Welt ganz um erblinden neben der anderen bestehen bleibt, ohne daß den Kindern eine Diskrepanz zum Bewußtsein kommen würde. Eine Verbimhing kann mir durch die Art der Akzentuierung geschaffen werden. Fs scheint, ats ob es ein gewisses Alter gilbe» das der deutschen Literatur fern und nur für die jüdische begeistert ist. Aber ausschlaggebend bleibt doch der Lehrer; auch was die Kinder vom Hund in die Schule milbringcn, kann sehr schnell uingcsteüt werden. Der Akzentuierung des J ü d i s c 11 e 11 kommen die Kinder sehr entgegen; sie haben ein brennendes Interesse, Tatsacltcn und Oeseiiehnissc des jüdischen Lebens zu erfahren. Aber der Unterricht ist sehr erschwert, weil die Quellen unzugänglich sind und der jüdische Stoff, wie er vorlic״t, linjugcndlich ist. Die jüdische Literatur ist unliistorisch, bleibt überzeitlich und ewig und hat keinen Zusammenhang mit dem Oeschehen des Tages. Wie kommt mail daher zur Einfülirtmg in jüdische Literatur und jüdische Gegenwart? Es bleibt stets der beste Weg, initiier wieder auf die Bibel zurückzugreifen und den Stoff aus der vorhandenen Literatur dazu zu verarbeiten. Da wenig geeignete Lektüre da ist, muß auf sie auch eine starke Gef ü 11 Isbctonung gelegt werden. Dali jedoch durch einen tüchtigen Lehrer ungemein viel aus Literatur uml Gegenwart hcrai.sgcliolt wer* den kan.1, zeigte ein vielseitiger Lehrberieht. Was das Deutsche betrifft, so verlangen die Kinder das Rüstzeug gegen Angriffe von außen. Ob und wieweit man diesem Verlangen nacligebcn soll, darüber waren die Meinungen sehr geteilt. Aut der einen Seite wurde darauf hingewiesen, daß die Kinder dazu noch nicht reif genug sind, daß cs einer seelischen Gelassenheit bedarf, welche man von jüngeren Kindern nicht erwarten könne. Es sei auch notwendig, den Kindern solange wie möglich ihre Kindheit zu bewahren und Konflikte fcnizuhniten. Dagegen wurde geltend gemacht, da Konflikte ohnehin kommen, müsse ••■י••־ sprechen. Man richte auch für das Kind nur eine neue ' . ״■; auf, wenn es merken würde, daß der Lehrer über ■ .,mtc Dinge mit ihm nicht spricht Es ist also not* ...:!■וdie Dinge zu behandeln, möglichst unter einem über*!t,:n:teil Gesichtspunkt, vielleicht geschichtlich, um die i m; zur Objektivität zu erziehen. ׳r Diskussion gestellt wurde Stoff 1111 d Form des Unferrichts. gewiesen, daß man in den jüdischen in den allgemeinen Volksschulen von Bildung, viel weniger vom Leben Verbindung stellen. Die Gefahr einer Stoffiibcrfiilhing Ist bei uns zur Zeit deshalb so groll, weil die Lehrer wissen, daß die Kinder nach der Entlassung aus der Schule keine Gelegenheit mehr haben, sich zu bilden. Aber gerade deshalb soll weniger auf den Stoff als auf die Form geachtet und die Kinder angewiesen werden, selbständig zu arbeiten. Im Zusammenhang mit dein Formprohlcm wurde auch über die Pflege der Sprache gesprochen. Die Erscheinung, daß unsere Kinder gegenwärtig 1111t Vorliebe hebräische Fremdwörter 11 נ die deutsche Sprache cinmischeit, bewertete man ganz verschieden,artig. Man glaubte darin, Ressen* timent zu erkennen, meinte, das Kind suche Gegengewichte gegen das Erleben und suche dafür auch den sprachlichen Ausdruck. Kinder brauchen auch manchmal kräftige Worte zur Entspannung; es braucht also die Freude am Fremdwort, die Spraclivcrmcngung mit dem Hebräischen keine Unart der Kinder, oder gar eine ״Krankheit1‘ zu sein und auch kein Ueberschreitcn des guten Geschmacks. ׳ Folgende konkrete Forderungen wurden fm Ver* laufe der Aussprache genuBert: Die Reichsvcrtretiing möge dem Mangel an geeigneter jüdischer Lektüre aMiellen durch Schaffung' von Lese hefte 11 und Herstellung verbilligter Ausgaben, und der Kulturbund möge sich einen Lehrer* 1 u f s c 11 u II angliedern. H. O, Aas der allgemeinen pädagogischen Bewegung weiterhin das Thema Es wurde darauf hin- Schulen viel mehr als Literatur und ausgeht. Notwendig aber ist es, Tlicmcn zu suchen, die mit dem Lebet! in Aus Zeiisdiriflen Jede Epoche der Ocistcsgcschkhte hat eine Vorliebe für eine bestimmte ״Tugend״. War z. B. das 19. Jahrhundert beherrscht vom Streben nach Erkenntnis, so spielt beute der Begriff der ,,Ehre“ eine hervorstechende Rolle. Eine psycho• logische und soziologische Deutung von ״Ehre“ ist im Scptemberheft der ״Er Ziehung“ enthalten. Hier wird cs als ein gefährlicher, z. B. in den F.mavzipationsbcwcgungcn des 19. Jahrhunderts zum Ausdruck kommender Wendepunkt bezeichnet, wenn durch ״Ehre“ geschaffene Bindungen sich auflöse״ und einzelne Standesglieder nach der Ehre anderer Kreise schielen, für die sic die wur/clhaften Vorbedingungen nicht 111 ithringen. Die Folge ist Auflösung fester Ehrmaßstöbe, die Anstachehmg ungesunder Ehegcizinotivc und die Flucht aus dem organischen Volksleben in die Flugsandwüstc ״Gesellschaft“. Unter den verschiedenen Formen der Ehre wird die Fainilienelire besonders hervorgehoben. Das ist Blutsehre. Selbstachtung eines Ahstainmuntjs zweiges in der Form des Willens, das Blut der Familie rein zu erhalten. Diesen Kern der Fainilienelire hat das 18. und 19. Jahrhundert durch sekundäre, z. T. konventionelle Maßstäbe verdeckt. Erst beute* wird die verschüttete Schicht echten Famiiicngefiihls wieder aulgcdcckt. Das gleiche Heft der ״Erziehung“ berichtet über ״Wandlung und gegenwärtiger Stand des Volksbildung*• Wesens“ in Deutschland. Wesentlich ist die neue Auffassung der Volksbildung als Grundlage einer künftigen politischen Bildung. Politische Bildung selbst wird aber ganz anders verstanden als früher. Es wird sogar ganz energisch gegen den früheren Versuch, politische Aufgaben auf dem Wege der Volksbildung zu erfüllen, Front gemacht. Die neue Auffassung der Valksliildungsarbcit, wonach sie berufen ist, an der Volkwcrdung der deutschen Menschen mitzuarbeiten, wird an Hand einer Auswahl von Stellen aus den Programmen anschaulich gemacht. In der Organisation trat allerdings die Volksbildung bis vor kurzem hinter der Schulung durch die politischen Organisationen zuri'icle. Jetzt aber wird von der staatlichen Seite selbst aus das Streben nach Einwurzclung im Volkstum an die Spitze gestellt Dieser Aufgabe dient auch das Volksbücherei wesen. Die ״Preußische Lchrerzcltung“ vom 27. Scp* temher enthält die ״Arbeitsgrundsätze für die neueingericlitcte soziale Scluiljugendarbcit“. Danach wird Mitarbeit u. a. auf folgenden Gebieten erwartet: bei der KinderlandVerschickung־ uiiu Schulspeisung, heim Jugend wandern und beim Einziclict» des Schulpfcmiigs, bei der Berufsberatung, beim Landjahr, bei der zusätzlichen Berufsschulung und bei der Auskunftsertciiunff in Jugendrcchtsfragcn. Wir bitten, ln alle« Erziehungsfragen von allgemeinem' Interesse an uns zu schreiben, sowie um Einsendung Voa Antworten au» dem Leserkreise, " Anfragens 4. Soll ich meine Kinder, die eine besonders starke Freude an allen festlichen Aufzügen und Umzügen, an Fahnen, Uni. formen und Marschieren mit Musik haben, darauf hinweistn" daß sic zur Zeit als jüdische Kinder an diesen Dingen keinen Anteil haben können, oder soll ich sie gewähren lassen? 5. Wäre es möglich, jüdisch-pädagogische Kurse für Eltern von entsprechend geschulten Pädagogen halten zu lassen, damit diejenigen Eltern, die den Wunsch haben, Im gleichen Sinne wie die Schulen zu arbeiten, und die in dieser Richtung nicht genügend vorgcbildct sind, eine solche Am. bildung erhalten? 6. Mein Kind ist In der letzten Zeit in seinen Schul, leistimgen auffallend zurückgegangen. Der Grund dafür ist m allgemeiner Körpersclmächc und Unterernährung zu find« die sich durch schnelles Wachstum eingestellt haben. Welche Möglichkeiten gibt es zur Besserung des Gesundheit»- zustandes? Antworten t siche Nr. 76/77 d. ״J, R.“ v. 21. 9. 34 u. Nr.90 v. 9,11,34, Antworten zu Anfrage 2 (Das Benehmen jüdischer Kinder in der Oeffeiitliehkcii) (Nr. 76/77). Zu dieser Frage ist aus der Gegebenheit unseres Judeseins im allgemeinen und unserer derzeitigen Situation im besonderen zu sagen, daß eine Beeinflussung der Kinder von seiten der Eltern zu besonderer Zurückhaltung, Ruhe usw. in der Oeffentlichkeit durchaus tkj Gebotene ist. Schon das jüdische Kind soll wissen, daß tj als Jude eine besondere und schwere Aufgabe im leben zu erfüllen hat und soll so zu einem disziplinierten, zurück• haltenden Auftreten erzogen werden! Auf der anderen Seit« muß mit dieser Erziehung Hand in Hand gehen: eine intensive Erfüllung des Kindcslcbcns mit jüdischen Inhalten, Das Kind soll die großen Epochen unserer Geschichte kennen, soll soviel von unserer jüdischen Tradition wissen, daß es Grund hat, stolz zu sein, ohne hochmütig zu werden. Nur bei solcher gleichzeitigen Beeinflussung werden wir unsere jüdischen Kinder zu zurückhaltenden und auf. . rechten Menschen erziehen (die andererseits niemals ins andere Extrem verfallen und knechtische Naturen werden), die gerade dadurch auch freudige und frohe Charaktere sein werden. Dr. phil. M. L. Das Benehmen der Kinder in der Oeffentlichkeit ns beeinflussen, halte ich heute mehr denn je für die Pflicht jeder jüdischen Mutter. Wenn die Kinder von vornherein m besonderer Zurückhaltung, Ruhe und bescheidenem Auftreten im öffentlichen Leben erzogen werden — und zwar ruhig mit dem Hinweis, daß gerade sic als jüdische Kinder nicht auffall 1 dürfen — braucht ihnen deshalb ihre Sorglosigkeit und Harmlosigkeit nicht genommen zu «׳erden. Ich würde versuchen, den Kindern durch bewußt jüdische Erziehung ein solches Gegengewicht zu geben, daß die Kinder das besonders zurückhaltende Wesen, das von ihnen verlangt wird, verstehen, ohne sich dadurch in ihrer kindlichen Freude und Ausgelassenheit bedrückt zu fühlen. Es macht einen schlechten Eindruck, der sich vermeiden läßt, wenn jüdische Kinder in der Stadtbahn auf ihrem Schulwege — wie ich es häufig erlebe — laut gestikulierend und durclicinaiiderschrciend aufeinander cinrcdcn. Man täte den Kindern für ihr späteres Leben nichts Gutes, wenn man sie aus falschem Mitleid für das Schicksal, das sic abseits von der Oesamtjugend stellt, in einer Freiheit auf wachsen ließe, die keine rechte Freiheit, sondern Undiszipliniert 11 cit und Hemmungslosigkeit ist. F. Grol I Orts! den H r von 12. 1 jiion. 411 L B״r»i teten au Ile torist präg' Vorti — 11 uml groß1 bei Franl tretet spielt von Prot, sein im J ״Der Ham! «lisch Maki Femlo |Cotnfo! dir. u*n j׳eme ייו» Wie besiedle ick dm SckcMai? Für Schabbat, 29. Dezember Wadienabichnlfi ״Sclimoi" (11. Buch Moses, Kap. 1, 1 und 6, 2.) A11 diesem Sdiabbat wird der erste Wochenabsdinitt aus dem 2. Buch Moses verlesen. Neben dem hier schon oft zitierten Born Judas empfiehlt sich unbedingt die Anschaf• fung des Buches ״Moses“ von Edtnond Fl c g (Piper-Verlag), das die scluinsieii Midraschim, die sich auf das 2. Buch Moses beziehen, in einer ausgezeichneten Uebersctzung gesammelt enthält. Dieses Buch ermöglicht eine Gestaltung des Oneg Schatibat für die nächsten Wochen. I. Der Wochcnahschnitt erzählt in seinen ersten Versen votn erstmaligen Aufirden des ״Antisemitismus“, Man kann diese Tatsache zürn Anlaß nehmen, das Wesen des Antiscuiitismus zu erörtern. U111 es an Hand des Textes zu tun, benutze man die wertvollen Hinweise, die S. R. Hirsch in seinem Bibelkoiunientar zu den Versen Kap. 1, 7—12 gibt. Man beachte dabei insbesondere die interessante Deutung des Midrasch zum Vase 7 des ersten Kapitels. Zu den Worten: ״Das Land war voll von ihnen“, bemerkt der Midrasch: ״Sic füllten die Theater und Zirkusse.“ Hier tritt deutlich wieder die Tendenz unserer Weisen zum Ausdruck, die Scliuid nicht bei anderen zu suchen, sondern das eigene Verhallen zu überprüfen. Viel und gutes Material findet sich im ״Jüdischen Lexikon“, Stichwort Antisemitismus. Man beachte ferner die feine Psychologie des Satzes ״Es stand auf ein neuer König usw.“: Verdienste einer früheren Generation werden den lästig gewordenen Fremden gegenüber leicht ver* gessen. II. Wir haben hier schon Anregungen gegeben zur Behandlung der Persönlichkeit Mosches im Rahmen des Oneg Sdiabbat. Heule soll an Hand der Berufung Mosches das Typische hcrausgcstcllt werden, das den großen Propheten gemeinsam ist. Lest neben dem 3. Kapitel unseres Wochenabschnilts das 1. Kapitel Jirmejahu, das 6. Kapitel Jeschaja hu und weist das Gemeinsame auf. (Der Prophet wehrt sieh zunächst, seine Aufgabe zu übernehmen, weil er fürchtet, ihr nicht gewachsen zu sein[) Um das Verhältnis von Priesfer und Prophet, das in unserem Wochenabsdinitt in den Versen Kap. 4, 14—17 und 27—31 angedcutet ist, klarzustellen, lest und besprecht den schönen Aufsatz von Ach ad Haam: ״Priester und Prophet“ (Am Scheidewege, 1. Band, S. 240). Vom gleichen Verfasser stammt übrigens ein interessanter Aufsatz über Moses, der int 3. Band von ״Ai paraschath deracliim" (hebräisch) steht und in einer deutschen Uebcrsetzung in ״Ost und West“ erschien. Sehr zu empfehlen ferner die Einleitung zu dem kleinen Buch ״Worte Mosis“ von Hugo Bergmann (Verlag Bruns. Minden). III. ln der Broschüre: ״Die Schrift und Luther" von Franz Rosenzweig befinden sich grundlegende Bemerkungen zu den Versen Kap. 3, 23—25, Kap. 13—15 (eine feine Erklärung des Gottesnameusl) und Kap. 5, 23. E, Geschichte 1. Gesamtdarstellung. Im Anschluß an den Verfall des Salomonischen Reiches ist zunächst einmal auf/uzeigen, welche Notwendigkeiten zu dem Aufstand des Jerobeam führten. Es ist wichtig zu zeigen, wie sehr die Ueberspilzung der Monarchie und die Mißachtung der Interessen des Volkes zu den Eruptionen führte. Noch einmal muß also der Glanz des Salomonischen Reiches «!(gezeigt werden. Die Betrachtung der weiteren Geschehnisse wird am besten, wie üblich, in der Teilung׳ in das Reich Juda und Israel vor sich gehen. Nun dürfen aber nicht etwa die einzelnen Könige einfach aufgcznhlt werden, sondern am besten gibt man zu Anfang eine Schilderung der beiden Reiche. Wie groß sind sic, welch« Städic umfassen sie, welches sind die Hauptstädte? usw, Auch die verschiedene wirtschaftliche Situation der beiden Reiche muß gesellen und dargesfelit werden, [)ns Nordrclcl! ist städtisch, Juda bäuerlich. Israel hat ein Wahlkönigtum, Juda eine Dynastie. Zuerst gebt am besten auch eine zeitliche Gesamtübersiclit bis zur Zerstörung der beiden Reiche, also eine kurze Uchcrsiclit in Israel bis 722 und in Juda bis 587, Auch die religiöse Bedeutung der beiden Reiche darf nicht vergessen werden. Judas Heiligtum ist Jerusalem, Israels Beth El. Eine solche Uchcrsiclit macht dann die an den nächsten Oneg Schabhat gegebenen Einzc'heitcn sinnvoll. Als Lektüre zur Vorbereitung kommen alle oft zitierten kleineren lind größeren Geschichten in Frage. Im Dubnow ist in der ״Ucbersicht“ des 1. Bandes alles Nötige zu erfahren. 2. Gcsc 11 ich Jeder jüdls ch en Menachen, 5. Sa» I 0 m o. Die Gestalt des Königs Salomo ist an der Davids zu messen. Man soll vergleichen, wie hier der erste jüdische König regiert, der an einem Hofe geboren ist, und wie anders sich dieser Mann entwickeln muß als etwa David, der unter Bauern groß geworden ist. Dennoch soll man nickt in den Felder verfallen, Salomo nur als den orientalischen Pascha zu sehen, Er ist nicht so eitel und klein wie etwa Absalom. Er ist eine große und überragende Gestalt mit ungewöhnlichem Blick für die politischen Notwendigkeiten seines Reiches, und er ist schließlich auch der Tempclerbauer. Als Quellen für die Darstellung kann ausschließlich die Bibel gebraucht werden. > Pa'Sstlnakunde Wir haben bereits angekündigt, daß wir zunächst versuchen werden, das Land noch ein wenig kenncuzulerncn, um erst dann das jüdische Aufbauwerk systematisch zu schildem. Dieses Versprechen ist durch unseren Hulch-Vorschl ag unterbrochen worden. Aber solche Unterbrechungen werden Immer nötig sein, weil ja auch die Aktualität des Oneg Sdiabbat wichtig ist. Wir knüpfen also gleich dabei an mid schlagen Euch vor, nunmehr an die systematische Beschrei• bung Palästinas zu gehen. Das wird am besten dadurch geschehen, daß wir die Landschaften Palästinas beschreiben, Da wir von Mulch ausgehen und eben erst das Gailii etwas betrachtet haben, wollen wir also folgendermaßen Vorgehen: Wir nehmen eine Karte von PaJiistina, eine moderne natürlich, in welcher die Landschaften Palästinas cingezcichnct sind Frage: Welche Landschaften (Provinzen?) gibt cs in Pa■ lastina? Ihr zählt dann an Hand der Karte die einzelnen Land• schäften auf. Wir werden von jetzt an an jedem Sdiabbat eine jede dieser Landschaften zu behandeln suchen. Heute be• ginnen wir mit Galiläa. Grenzen: im Norden die Landes• grenze, im Süden Emek Jcsrcci. Zeigt auf, wo das untere Gailii an das obere grenzt. Nun beschreibt das Land, u*• birgsziige, Flüsse, Städte, Sicdlungspimkte. Vom letzten Gncg Schabbat kennt Ihr davon schon einiges. Welche Verkehrs• mögliehkcitcn gibt cs dort? Wie reist inan von Tibcrias nach Metulla? Wie hoch liegt Safed? Welch« ist höchste Punkt in Obergaliläa, welches in Untcrgaliläa? Lernt dieses Gebiet möglichst genau kennen. Natürlich gehört zu einer solchen Landtsbcschroibung immer aiicli Flora un Fauna. Ein Land wird nicht nur durch seine geographische Phänomene bestimmt. Unsere Palästinakursc sollen die ß>n lebendige Welt eines solchen Landes umschließen, we™ ihr Euch an den Aufsalz von Ben Gawriel über den Huk ־ sec erinnert, werdet Ihr dort einige Anhaltspunkte über ei Tierwelt finden, von der die meisten von uns keine Ahn!!(, hatten. In Hcrrmann ״Pnlästinakumlc“ findet Ihr über ai gute Angaben. Wenn vielleicht eine der Familien, zm oen Ihr Beziehungen habt, das Palästinahandbuch von Preß sitzt, so könnt Ihr cs für diese Zwecke sehr gut gebraucn .Reist im Lande, das Ihr gerade beschreiben wollt, an na des Buckes wie mit einem Baedeker! Sammelt die I hotos, Euch Freunde aus Palästina schicken! Sic bilden «ine g und notwendige Ergänzung für unsere Kurse. Allgemeine Leklfire Für Aeitere: Aus dem schönen Roman von GcfSonJ״ eL ״Weg ohne Ende“ kann man einzelne Szenen >cs£fl*. etwa im Anfang die großartige Judenfragedebattc r» Stadtverordnetenversammlung, die Szene im Wirtsnaus die darin anschließende Unterhaltung mit Posse, die u Szenen usw. ־ . ScUct^t B04m u* £&&& durdi Spenden Wr den Jfldlsdien Nationelfondi Heren Kajemefti Leiisrael Berlin W15. KdneKeslr.lO Po»t.«he* ז4ב8ג r־ Baus) *nili *wi«c4!!*M •f *tod«, |׳*l| Jyrecl tyiln 7«U! tii r.% *•I Di, |׳<i« יזו dtia H«