Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 99 (11.12.1934)
- Date
- 1934-12-11
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Jahrgang39 ־ fr, 99 / r?ig!r? 5׳ ןך■—j Jj TTT >» ■ד.ד■■׳» •N /7\j ' \ (■ Preis RM —.23 ^- 1,. ■ ״^ ^,Ui|l««*,v.rl.f יי• Ans.lr'n.v*rw*lh.at, B.rllnW,*, M,Ib,I.m|, 10?i^,|,S.׳״״'l'Nr■ יי n1«m»r*W0l/H2,71ft5״.״״,,(] - 0/41^70,72׳,_. U!«""‘ 1 1 1י״״ו. t -D*<uc>pr»la pro Monat *11-״׳ O;■״ 1*'׳Mn5־״' ־ ^7־ h״‘k-Kon"״ d״ Ah0nn״m־nt..A1״״(,u «״• C״ ״״' ״X »7'""״M־ <»» d.. «bri*. H..ch). A»,1,ndt i» i■«״*״״ Umlwwkhrun* - Er.ch.lnt Jnd.n Ol.uUg wmt Fr.lt.* jP~—1 1 0^ |1n1HI1111lj ^וןו..וון-.. Chr.inriri^ ייי*׳"®**™ tll 1111111*13 ih»1..1,..4 LttiJ ה׳ טבוז תרצ״ה DIENSTAQ, 11. DEZEMBER 1934 jtr Zl0"l*mu __|^r_äaB l°dlscha Volk die Schaffung einer Öffentlich - rechtlich gesicherten HelmstStte In Palästina. ״Baseler Programm'* ^»«IfeBtarifi Di« Hg«*(1alten• RM 0,2<\ für SteOeagesttel»• RM 04<\ für PimilisnnachHchten RM OJS• Elnre!1nse{g«m nur!egoo VoreuscaHlunf •ar Schalle« oder auf Poei*rh«Mck<Koc)to Berlin 71618 Mont»* hie Dcn»«r«Ug 9-18 Uhr, Freitag 9—15 Uhr. Af1n»h*a«»dhlt1i Mir die Diettstag>Ata§gabe Manu* ]0 Uhr, Mr «U# Freitag.Auegeh• Mineroch U Uhr (Famlli*nat»feiget> hie Donf»«ma* 10 Uhr) 114* Die Deklaration, die Sir Arthur Wauchopc, briti-!eher Oberkominissar für Palästina, nach seiner Rückkehr l0[l seinem Londoner Urlaub verlautbart hat, liegt nun ״Wortlaut vor. Sie ist von größter Bedeutung für die;jehste Zukunft Palästinas und damit indirekt auch für iscGruppen der Judeuheit, die auf eine ununterbrochene fortset/tmg des Siedlungswerkcs, das Teile ihrer ausundcrungsbcdiirfligen Massen aufnehmen muß, angc- ,icse.1 sind. Wauehopes Deklaration ist seit langer Zeit je erste größere englische Palästina-Erklärung, und sie ,st mit uni so größerer Spannung erwartet worden als jögemcin bekannt war, daß Sir Arthur mit der Absicht pch London gefahren war, grundsätzliche neue Rieht- 5mcn für die Verwaltung des Landes nach Palästina mitsbriiigcu. Insbesondere war dabei von einer unmittelbar vorstehenden Verfassungs-Acndcrung die jede. Der Bevölkerung Palästinas sollte durch Einsetzung eines ״Legislative Council“, eines Gesetzgebenden Rates, 0 Mitbestimimingsrceht, wenn aucli kein Entsclieidtings- ׳echt, bei der Gesetzgebung und Verwaltung cingcriiumt »erden. Es erübrigt sich, auf die Einzelheiten dieser oft Vproclicnen Frage cinzugehen. Alle jüdischen Instanzen iahen sich gegen diese Verfassungs-Acndcrung ausgesprochen, während die Araber zwar grundsätzlich mehr erlangen, aber zunächst auf die Vorschläge eiitzugchcti teil zu sein schienen. Nun hat Wauchopc mitgetcilt, 115 die Sache aufgeschoben ist. Wir haben schon vor einigen Wochen eine Aeufterung Dr. Weizmanns wiederjegeben, wonach der Plan auf ein Jahr zuriickgestcllt worden sei. der High Commissioucr selbst hat kein Datum angegeben, aber er sagte, es müßten noch Vcrhandlungen geführt und vor allem die Auswirkungen des sewn Munizipalitiiten-Gesetzes, das zunächst den Städten nc beschränkte Selbstverwaltung gibt, beobachtet werden. Und da z. B. in der wichtigsten Stadt, in Jerusalem, bis heute nicht einmal der ncugewähltc Stadtrat installiert R!d daher die Möglichkeit einer Beobachtung der Aus- Y'tkung des Gesetzes noch nicht einmal begonnen hat, r!i man wohl nicht fchlgchcn, wenn man an nimmt, 5 die vom High Commissioucr geforderten Vorausstunden für weitere gesetzgeberische Schritte auf dem lirwaltungsgebiet nicht vor dem nächsten Sommer?geben sein werden. Die auf diese Weist• gewonnene Zeit sollte nun dazu verwendet werden, um auch die sachthen politischen Voraussetzungen für die neue Vor- •issung zu schaffen. Dazu gehört vor allem eine jüäisch-arabische Annäherung, die, wie erst fclicli ausgeführt wurde, bei den gegenwärtigen Vcr- 'tnissen sich gar nicht auf die rein palästinensischen )blcme, die natürlich die Hauptsache bilden, bcschrän- «n müßte, sondern die Zukunft des Naben Ostens zum!halt haben könnte. Das Wort von den ״Vereinigten &atcn des Naben Ostens“ stammt, soviel wir wissen, '׳an dem verewigten Dr. Victor Jacobson. Die Länder Wderasiens haben gewiß noch nicht ihre endgültige Ocstalt geiunden, und die Wirtschaftsgeschichte von »citausend Jahren beweist, daß ein Zustrom von jiidi- ‘'her Kraft und jüdischem Unternehmungsgeist noch nie Cll1cm Lande im Aufbau geschadet hat. Wir hören jetzt geplanter jüdischer Einwanderung nach Syrien; wir *J en aus dem Libanon immer wieder Stimmen, die den *unsch nach jüdischer Mithilfe aussprechen. Neiderfüllt jwn die Nachbarländer auf die anhaltende Wirtschaftsonjunktur in Palästina. Die Juden waren, wo sic in Not? taen freundlich aufgenommen wurden, stets treue Helfer. a״|n1 sollten sich aus all diesen Erwägungen nicht «1eh Perspektiven für das Verhältnis der Juden zu den 1"bischen Ländern ergeben? , Denn die Einwanderung der Juden nach Palästina 1eine Tatsache, an der heute auch die Araber, die ■Gelang dagegen protestiert haben, nichts ändern können. 1'Juden sind vom Schicksal insofern stiefmütterlich be- Gleit worden, als sie den Boden unter den Füßen vor ''1tausend Jahren verloren und seitdem unstet umher- 'ändern, aber auch jeder Versuch der Wiedcreinwurzeuiißliagt, weil die ״Welt weggegeben“ ist. Hart im 31■nie drängen sich die übervölkerten Gebiete. In diesem 1׳״sehen Geschichtsmoment muß das jüdische Volk, h. s?n ökonomische, soziale und politische Existenz alllagroßen Wandlungen der letzten Jahrzehnte SieJ1 l cn crschüttert ist, neuen Boden für sich i;,].ן c״• I" einer solchen Lage muß ein Volk teuer bc- 1»,e?* Auch unsere Existenz in den Galuthländern ■־־ ״* ן leLsc nur die Geschichte des Mittelalters - ist stets bt»hlt worden. Das jüdische Volk will und kann anderes Volk vom Boden verdrängen: so muß iWsr? dort geschaffen werden, wo früher nichts! ComJ” 5*'eser Hinsicht ist die Deklaration des High 0״CLm1s®,oner ein denkwürdiges Dokument. Vielleicht Staaun1e ‘s* Von einem verantwortlichen englischen 4«mann mit solcher Klarheit die Sachlage in Palästina Deutsche Juden im Vorkricgs-England *n » וזן ן Die große wirtschaftliche und industrielle Wandlung, die die Volker vor riesige Organisationsproblcme stellt, hat bcsonders England ergriffen. Diesem Land hahen viele schon den Niedergang prophezeit; sie haben sich geirrt. Die Eng-!:inder sind wieder sehr lebendig und lebenssicher geworden: Es geht wieder aufwärts. Die Wirtschaftskrise gilt dort als überwunden. Trotzdem ist das Problem der ״verelendeten Landesteile‘' geblieben, das den Engländern viel Sorgen macht. Aber gerade dort kann man das englische Volk, das wirkliehe Volk, kennen lernen, die Eigenart jener Landesteile, die anders geartet -sind als die Hauptstadt London. In diese düsteren Gebiete führt der englische Schriftsteiler J. B. Priestley, der im Herbst 1933 eine Reise durch England gemacht hat, über die er in einem jetzt deutsch erschienenen, sehr lesenswerten Buch berichtet (S. Fischer Verlag, Berlin). Es ist ein Reisebuch und keine ״Untersuchung", eine Schilderung von starkem sozialen Pathos, zugleich mit einer innigen Liebe zu England und englischcm Volk und echter Menschlichkeit. Priestley fährt durch die Oruhcnhezirkc und die großen Fabrikgcbictc. Er schildert den Engländer bei seiner Arbeit und bei seinem Vergnügen, den eigenartigen, streng beobachteten Sonntag, ״der Sabbat, wie ihn sehr viele nennen, die sich offenbar nicht bewußt sind, «laß sie erstens keine Juden sind und daß sic zweitens sieli auf alle Fälic um einen Tag verrechnen“. Er führt uns auch durch die Wedgwood-Werke, wo das berühmte Porzellan gemacht wird, Lesern jüdischer Zeitungen besonders bekannt durch den jüngsten Sproß der Familie, den Abgeordneten Wedgwood, der so häufig Palästina-Fragen im Unterhaus stellt. Priestley erzählt von der Rasscnmisehung im Hafenviertel von Liverpool, wobei die sonderbare Erfalirung gemacht wird, daß bei Mischlingen, die in ihrem Acußcrcn Zeichen der einen Rasse haben, die seelische Verfassung gerade der Rasse des anderen Elterntcils entspricht, und Gerichtet, daß cs in Sunderland eine betrachtliehe Anzahl Juden gibt: ״Wir kamen an einer stattlichen Synagoge vorbei, die hier so fremdartig wie eine Kamelherde wirkte“; eine liebenswürdige, nicht odiose Konstatierung der Fremdheit eines aus Wüstenlanden stammenden Bevoikerungssektors, dessen Gleichberechtigung trotz der nicht geleugneten Andcrsartigkeit als selbstverständlich empfunden wird. In größeren Gemeinden wie Liverpool und Manchester werden die Juden nicht erwähnt. Von besonderem Interesse ist aber die Schilderung der Verhältnisse in׳ Pricstlcys wicdcrbcsuchtcr Heimatstadt B’radford, uns Zionisten besonders bekannt durch die Erinnerung an Jakob Moser, den ehemaligen Lordmayor von Bradford, Teilnehmer zahlreicher Vorkriegskongresse, der das erste hebräische Gymnasium in Tel-Awiw gestiftet hat. Bradford, das Zentrum des Woll« gcschäfts, wird als eine ziemlich philisterhafte Stadt ge« schildert. Und dann fährt Priestley fort: ״Und dann war da dieser sonderbare Sauerteig intelligenfer Fremder, hauptsächlich zum großen Teil wohlhabender deutscher Juden. Sie gehörten in meiner Kindheit so selbstverständlich zur Stadt, daß es mir nie ein fiel, zu fragen, warum sic da wären. Ich sah ihre ausländischen Namen an den Kontortüren, wußte, daß sie in bestimmten hübschen Vororten lebten, und fühlte dunkel, daß sic immer bei uns gewesen waren und auch immer bleiben würden. Diese kleine Kolonie von Fremden oder halben Bradfordem hat eine Anzahl hervorragender Männer hervorgebracht, darunter einen berühmten Komponisten, zwei Maler von Ruf und einen sehr bekannten Dichter. Ich kann mkh noch erinnern, daß einer der bekanntesten Klubs in Bradford der Schillcrvcrcin war und daß in jenen Tagen ein Londoner bei uns mehr auffiel als ein Deutscher. Es war eine seit- 8amc Mischung damals im Vorkricgs-ßradford. Ein Spritzer vom Rhein und von der Oder fand seinen Weg in unser trübes Bächlein. Bradford war ״Yorkshire“ durch und durch und ausgesprochene Provinz, jedoch einige seiner Vororte reichten bis nach Frankfurt und Leipzig. Sonderbar genug — doch es übte seine Wirkung. Der Krieg hat das alles verändert. Jetzt ist kaum noch eine Spur in der Stadt von diesem deutsch-jüdischen Einwanderung. Einige dieser Handelshäuser haben Namen und Personal gewechselt, andere haben das Geschäft aufgegeben. Mir gefiel die Stadt besser, wie sie früher war, und die meisten meiner Landsmänner stimmen mir darin bei. Es wirkt jetzt kleiner und langweiliger. Ich will nicht behaupten, daß diese dcutscheu Juden bessere Leute waren als wir. Das Wichtige ist, dab sic anders waren und der Stadt mehr brachten als Bankguthaben und Kundenlisten. Sic wirkten anregend, genau so wie eine Kolonie typischer Leute aus West Riding in München oder Moskau als Sauerteig wirken würden. Dieser Austausch ist für jeden gut.“ So also beurteilt ein kluger Engländer die Wirkung der jüdischen Vorkriegs־Einwanderung. Ein kleiner Spritzer eine* andersartigen Elements, so meint er, wirkt anregend und fördernd. Beim Lesen des Buches fällt die ungewöhnlich gute Ucbcrsctilung auf. Man schaut auf das Titelblatt und findet* Ucbcrtragung von Efraim Frisch. dargcstcilt worden. Die Juden erschließen das Land; durch die jüdische Einwanderung entsteht neue Arbeit, die immer neue Einwanderung rechtfertigt und zugleich den einheimischen Arabern Arbeitsmöglichkeiten gibt, die ihren Volksgenossen in anderen Ländern vorenthalten sind. Am deutlichsten zeigt sich dies bei dem großen Projekt der Hule-Konzcssion, das einen neuen Abschnitt der Entwicklung Palästinas einleitet. Ein bisher verseuchtes, versumpftes, unbrauchbares Stück Land, auf dem verstreut ein paar Beduinen vorübergehend einen kümmerlichen Lebensunterhalt finden konnten, wird unter Aufwand von Kraft und Geld in ein fruchtbares Siedlungsgebiet verwandelt. Die meisten Besucher Palästinas kennen den Hulc-Sumpf ^Mcrom-See), diese landschaft■; lieh reizvolle, aber hygienisch und ökonomisch armselige Gegend; wenn diese Touristen nach einigen Jahren wiederkommen, werden sic dasselbe Schauspiel erleben, das in den staunenden Berichten jener Reisenden, die vor dem Kriege das Emck Jcsreel kannten und jetzt wiedersehen, als ״Wunder“ bezeichnet wird. Die Drainage- Arbeiten im Hulc-Gebiet werden viel Geld kosten, man wird auch Geld ä fonds perdu hinzutun müssen; die Arbeit wird, was noch wichtiger ist, Kraft und Gesundheit unserer Menschen kosten, wie die Besiedlung von Chcdcra vor fünfzig und des Emck vor fünfzehn Jahren. Aber die Frucht dieses Ringens wird neuer Siedjungsboden sein, ״Segen der Erde“I Wenn öffentliehe Gelder des jüdischen Volkes dafür ausgegeben wer■; den, um Menschen zu einer solchen Existenz zu vcrhelfen, so ist damit etwas Endgültiges geschaffen, etwas mit keiner anderen jüdischen Position Vergleichbares. Denn nirgends sonst gibt es diese Möglichkeit. Dies sich vorzuhalten ist von besonderer Bedeutung angesichts der Tatsache, daß gegenwärtig z. B. in Amerika die alte Diskussion über die Verwendung von jüdischen Hilfsgcldcrn wieder auf lebt: ob diese in der Hauptsache für vorübergehende Hilfe oder aber zumindest zu gleichen Teilen für eine produktive Neubesetzung von Juden bcstimmt werden sollen. Wir unterschätzen gewiß nicht die aktuellen Bedürfnisse der Judcnhcitcn; aber was für die Sicdlungszweckc in Palästina angelegt wird, ist zugleich Schrittmacher für die Befreiung immer neuer nachdrän« gender Mehschcn, die dann Hilfe nicht mehr nötig haben werden. Es ist, wie gesagt, unvergleichbar. Es darf nicht wieder geschehen, was wir jetzt häufig erleben: daß Menschen von Palästina ״begeistert“ sind,; obw<)hl sie früher nichts dafür taten und eher störten; die Lehre der letzten zwei Jahre darf auch für die Wohlfahrtsorganisationen nicht umsonst gewesen sein. Und was bedeutet Hule für das Land Palästina als Ganzes? Die Araber der Umgebung werden ohne Kosten und ohne ihr Hinzutun einen Gewinn haben, den sic mit ihren eigenen Kräften niemals erreicht hätten. Sic werden von Fieber und Malaria befreit, an ein neues ökonomisches Zentrum angcglicdcrt, sie erhallen Verkehrstechnische Verbesserungen und alles was ein solcher Aufschwung mit sich bringt; und überdies werden 15000 Dunam für arabische Ansicdlung zur Verfügung gestellt. Das ist gewiß ein großer Preis, der auf Verlangen der Regierung von den Juden gezahlt wird. Seinen natürliehen Sinn würde er dadurch bekommen, daß die Araber sich der außerordentlichen Vorteile bewußt werden. Noch niemals war es so offenkundig wie hier, daß ihnen nicht genommen, sondern gegeben wird. Es ist erfrculich, daß der High Commissioner dies einer arabischen Delegation gegenüber mit aller Deutlichkeit klargestellt hat. Für das palästinensische Judentum eröffnet sich hier eine große Chance, die öffentliche Meinung der Araber zur Erkenntnis der Vorteile des jüdischen Aufbauwerkes zu bringen. Es gehört aber dazu der wirkliche Wille zu einer Kooperation und das Bewußtsein von der Notwendigkeit des Zusammenlebens. Dies ist nicht überall bei den Juden Palästinas vorhanden. Sie sind zu sehr mit sich beschäftigt, um alle Probleme, die durch die Araber in Palästina gegeben sind, klar zu sehen. Zusammenleben mit einem anderen Volk erfordert zunächst einmal Kenntnis, aufrechten Willen zum Kennenlcrnen und zur Achtung des anderen. Heute bilden Juden und Araber in Palästina zwei streng getrennte Welten. Durch nichts aber kommt so viel Mißtrauen und schließlich auch Feind- Schaft wie durch Unkenntnis, gemischt mit unkontrollierbaren Affekten. An einer Erziehung der jüdischen öffentliehen Meinung und der einzelnen Juden im Verhältnis zu den Arabern mangelt cs so gut wie vollständig. Hier ist eine wichtige Aufgabe, eine Lebensfrage und zugleich ein Ehrenpunkt des Zionismus. Die nächsten Jahre, ja vielleicht Monate, können für die jüdisch-arabischen Beziehungen und für die Zukunftschancen der Juden im Nahen Osten von ausschlaggebender Bedeutung sein-