Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 97 (4.12.1934)
- Date
- 1934-12-04
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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M, Kap. •11 11,7.) ״cr VV'ielii’iinlwrliiiitt behandelt die Träume Pharao־*, 1״,n|ts Erl1״t1««K '1!״ ‘,'ft' ,«1'׳sc der Söhne Jakobs nach Lvptcn. 1"*■’ Geschichle von Jose{ und seinen Hrüf,rn bl eine der sclmns en Geschichten der Weltliteratur ld hiclft _r cid!liehen .Stoff zur Behandlung, zur Erzählung drani^^1 ׳,cי ״* ictlcig«10c. nie Haft״ ra h zu Sch.■11• bat Chanukkah (Sccharja 2,14 |,7) fuhrt ״״s 1״ die Zeit Serubabcls. Er ist als Anführer Jahre 517 v. aus Babylon nach Palästina zurück• iina i jm jante :׳״ y. aus B.ibvlon ... . Lhremien Juden bebnnnt geworden. Der von ihm begonnene ,״des zweite״ Tempels wird 51(1 v. vollendet, aus welchem ji'nlafl eine .,(:Imimkkah״ (Weihe) .stattfindet. Diese Tatsache, ־,wins.mi mit der symbolischen Erwähnung des Leuchters yi1״i״t die _ Wahl dieses Abschnittes zur Haftarah für in vid/iiicrlcr und stets bedeutsamer Spruch if, Propheten Sccharja dient oft zur Charakteristik der jü- )(rl,cn (iru idlialtung: llies ist 51 IM Rede zu Serubahcl, der Spruch: focht dun 11 Macht und nicht durch Kraft, sondern durch meinen (ieistbrausl spricht FR der Uniscliartc.“ fos häufige Üreitticten dieses Spruches zu homiletischen Zmtckcii hat nicht vermocht, ihm seine ewige (jiiltigkcit zu .(Innen, (icrade für unsere Zeit hat cr seine volle Bedeutung. |. Hie 11.1 ftirali wird in der Uehcrset/img von Buhcr- P05c11/«׳c1g gelesen und hesproelien. Daran schließt sieh eine iasspraclii' •iber den zweiten Tempel an. Was unterscheidet von de,״ Salomos? — Ist er mit dem von Herodes;rb,uden i<l -ntiseh? Auf weichen Tempel bezieht sich die Q״!u!kkal1-(ie,schichte? ReiehiicT es Material zu diesem Thema befindet sieh in im MakkabuT.llücliern, die zur Gestaltung des Oneg Schabbat Cli.midd.ah stark licrangc/ogcn werden sollen. Wichtige Hinweise finden sieb im Jüdischen Lexikon unter dem;;iclnvort Tempd 2. 2. Der oben erw(״»»** Spruch des Sccharja kann als Ausrugspunkt Inr eine Auseinandersetzung über die Methoden;ücrcr national cn Renaissance und über das Verhalten bei itr Besiedlung Palästinas dienen. Schabbat Chanukkah Am Scliahbat Chanukkah soll man nicht fernen. So wollen lir also die Gestaltung des nächsten Oneg Schabbat der Phantasie und Fcierhcrcilschaft der Veranstalter überlassen. Sicherlich werden die Vorbereitungen dafür schon so lange;(troffen sein, daß unsere Ratschläge zu spät kommen. Es kann also nur darum gehen, kleinere Ocmcindcn und tappen ein wenig anzuregen und ihnen zu sagen, was man hm kann, Prinzip: möglichst viel Lustiges. Das braucht nicht immer um Chanukkah und seine Geschichte herumgruppiert «in. Man kann alles an jüdischen Lesestoffen herhcischaffen, »1s es gibt. Unter den! Lustigen das Lustigste ist die wunder- «ile Sammli■ng jüdischer Witze und Anekdoten: Ros in k cs and Mandeln. Freilich muß man verstehen, sic zu lesen, w sind jiddisch, aber in deutscher Schrift geschrieben. Als mr. hiibsch’s Gesellschaftsspiel ist eben ein Fragebuch erschienen, ins 613 jüdische Fragen und Antworten enthält. Nicht alle Fragen sind wichtig, und nicht alle Antworten richtig. Abei wenn man sic sich vorher gut ansielit, dann »mn man ein ganz lustiger, Cliamikkali-Gcscllschaftsspicl «tarn machen. Von älteren Humoristen ist noch immer Miniem Alceliem, unser Mark Twain, wundervoll und 11r- *priinglirh. Sein Witz ist tief und echt, und er überragt bei »eitern alle anderen. Seine übersetzten Werke sind leicht zu Fähen, und sicherlich findet sich in dieser oder jener Privat* Hbliothek dir eine oder andere Band. Auch Mendelc Moicher fforint soll man nicht vergessen. In vielen älteren jüdischen Familien fin Jet man auch Sammlungen von jüdischen Cieschichten, die längst vergessen sind, so etwa die schöne;Windung Sippurim oder die kleinen Bändchen der Brandeis- . •eben jüdischen Universal! ibliotliek. Man soll auch _ daran denken, daß sich vielleicht unter den Insclbüchcrn, die man » so großer Zahl besitzt, die kleine Auswahlsammlung von Jüdischen Geschichten befindet, in der zum Beispiel »schöne, aber sehr traurige ״Bonze Schweig״ stellt. Aber Lektüre braucht noch nichts zu bedeuten, wenn es nicht versteht, sie in eine heitere und gutgelaunte Atmosphäre hincin/iitragcn. Die kann man aber nicht lernen. ,"י muß sie einfach zaubern, und Zaubern ist bekanntlich fl» Geheimnis. Nicht alle kennen es. Man muß den Oneg senabbat — wenigstens dieses Scliabbat Chanukkah **־ von JÜDISCHE RUNDSCHAU «dehen Zauberern der guten Laune machen lassen. (Singe«, Singen, hingen!) Wer dennoch ״lernen״ will, kann einmal In der Goldsclimidtscheii Uehcrset/ting des Talmuds die Chsnukkahstcllcn licTaiwsucln'ii und vorlesen. Sie stehen im Traktat Scliabbat toi. 21b. Dort findet man viel Interessantes. Aber man muß es vorher selbst gut lesen, um cs dann mit Verständnis vorzu esen. Int Talmud Awoila sara 8 a steht, wie der Urmensch Adam ,,(ihanukkah״ gefeiert hat. Auch das kann man vor• lesen. Chanuklaih ist in seiner Entstehung nämlich gar kein so einfaches Fest, wie man Immer meint. Die ״Scbabbatgcstaltcr“ wünschen euch einen guten Scliabbat Chanukkah 1 J. p. Fon einem evangelischen Pfarrer in einer weg(• deutschen Stadl erhallen wir die nachstehende Zuschrift; Darf ich Ihnen einen kleinen Beitrag überreichen zu Ihrer schonen neuen Rubrik: ״Wie gestalte ich den Schabbat?‘• als bescheidenes Zeichen des Dankes für die große Hille und die reichen Anregungen, die mir die ״J, R.“ jedesmal gibt. Zu den schönsten und unvergeßlichsten Erinnerungen an pfc/• Israel gehören zwei Feiern des Oneg Scliabbat, die ich im großen Ohe! Schein in T c 1 A w i w im April 1933 unter Leitung des von mir so hochverehrten und geliebten, unvergeßlichen Chaim Nacliman Bialik mitcricbcn durfte. HäcUfi&t T-uiJtafy: 4 ל;:d yb-Tii :־׳. Ü! In der einen dieser 80 köstlichen Schabbatnaclimittagfeiern sangen nach den rednerischen Darbietungen über alte hebräisclie Lyrik eine kleine Schar Knaben mit entzückend frischen, innigen Bubenstinnnen im Wechselgcsang zwischen einem jemenitischen^ wohl 12jährigen Jungen und dem Chor herrliche hebräische Lieder. In hingerissener Aufmerksamkeit lauschten wir atemlos. Es mögen wohl 2000 Menschen in drangvoller Enge im Saal und l(XX) andere draußen vor den geöffneten Fenstern zugeliort haben. Aber man konnte eine Nadel fallen hören. Bis hi Triinen erschütterten und bewegten mich die jungen Kerlchen und ihre Lieder in der mir so trauten und heiligen Sprache. (Anm, d. Red.: Wir haben den geheimnisvoll ergreifenden Eindruck dieses Gesanges in dem Artikel ״Donnerwort und Kimlerstlmmen“ in Nr. 40 d. J. der ״Jüd. Rundschau“ geschildert.) Warum ich das erzähle? Mir kam «in Qedanke zur Ausgcsfallung des Oneg Scliabbat. Vor einigen Monaten sah Ich In der Hand einer hefreundeten Zionistin ein kleines Gebetbüclilein aus dem bekannten Köileilicimschcn Verläg, in dem sich alle Psalmen vorne hebräisch, hinten in deutscher llcbcrsct/ung, außer einer kleinen Zahl anderer Oebctc befinden. In diesem Büchlein ist im Register ein Vorschlag, welchen Psalm man an jedem Scliabbat lesen solle. Zu jedem Wochenahschnitt wird ein bestimmter Psalm vorgeschlagen. Ich weiß nicht, oh dieser Lu,ich aut einer alten Schabbattradition beruht, und ob einer der großen Rabbinen oder Frommen in Israel ihn zusammcngcstellt hat. Zuerst hielt ich cs auch für möglich, daß eben nur wahllos die schönsten 52 Psalmen ausgewählt worden seien. Nun aber habe ich jeden Schabbat Im neuen Jahre, nachdem ich die Thora gelesen hatte, den Psalm aufgcschlagen und entdeckt, daß er in einem innigen Zusammenhang zum Woche na lisch nitt steht. Ja, ich fand, daß das ein wahres seelisches Vergnügen, einen lieben ״Oneg“ Scliabbat bereitet, diese innere Verbindung hcrnusznfindcn, und daß diese Suche spielend in die Tiefen der Heiligen Schritt führt. Wäre das nicht auch ein feines ״Spiel“ für den Oneg Scliabbat? Jugend läse oder sänge im Wechselgcsang, im Chor oder einzeln, nachdem sic den Inhalt de« Wochenahschnitts gehört, den Psalm, und dann hülfen alle mit, in echter jugendlicher Schahbatfröhllchkclt, herauszufinden, warum gerade dieser Psalm gesungen oder gesagt wurde? Wir nehmen diese Anregung de* verehrten Einsender* auf. Zum dleswtidtenttltiicn Wodtenabsdtniii ״Mikea" wird Psalm 40 genannt. Hans Grünewa Id, Frankfurt am Main, schreibt uns; Seit einigen Wochen Ist an unserer Synagoge diese Schabhat-Fcicrstunde auch für Kinder eingeführt, und ich will einige Erfahrungen raitteilcn, die Ich mit einer Gruppe 8—1 liälirigcr Jungen und Mädel gemacht habe. Es handelt sich um Kinder, die zwar zu tieferführenden Betrachtungen boden Ferne. ntüm•, Halsknen; :egen, enges 11 von schön verkühle id'011 nnen, l mit h mH Land fallen vorlesen Flug־ 1 die lig«״־ lliot, ׳, die mit lig1‘״ eleu :rade by leer* runff .nier- Weg Erbe - ur* Jett, sich etc# » das dämmernde Bewußtsein der Menschheit ein. Chakiaer, «bylonier, Assyrer brechen aus dem Zwcistroin hervor, durch* fHren dio Wüste und überziehen die Wl'lf Kries■. Ver* *ithtung, Heidentum, bis makedonische 1 jahrtausendelang der Wüstensand, um scnwciu — •׳'ummii finden nur hier und da noch den Rest einer?*“״• die ihnen Schalten und eine Zuflucht vor den tödlichen «ndwirhcln bietet.- , . , t,. Meinem Blick, der sich wieder der Außenwelt rugekehrt .';."''?t »ich plötzlich in der Ferne ein blaues Band, das «til schon vor einer Weile au (getaucht ist und den Weg /י Flugzeuges begleitet: der Euphratl Von langem, ein- Jkni Lauf durch die Wüste herkommend, trägt er seine cn durch die Einöde. Niemand nutzt seine kostbaren *“״. kein grüner Hahn wächst an seinen Ufern, das Lied, 8[!!,‘י Wellen rauschen, vernimmt wohl nur selten ein . nschhchcs Ohr. Einem dunklen Naturgesetz folgend, ״״!in sich sejl)c Wasser tief in der Wüste zu einem macliti- .,.c.e — aber nichts Lebendiges rührt sieh an seinen Ufern. ״ ״je ich nach einer Weile nach der anderen Seite hin- 111u5c 1 r׳ se,tc >ch am Horizont ein zweites blaues Ban« :״*taucheי - ־ - 4 יז״ ‘‘•י‘,׳ *״ — eilig 111er grüner wird. Bciluincnlagcr und oen8inerden!;״' *!' am Wüstenramie, Fcllachendörfcr unter mir, in eeh" He,lnc Menschlein, kleine Esel und Hunde inmitte״ 1(u״..,Le״"wände herumstellen, als seien sie aus der spiet- Ä״i!cl'fel genommen. Immer üppiger wird das in״ *ulm1 in der Tiefe, immer mehr Ortschaften mit eng i,( "1*״ gedrängten Häusern erscheinen, immer dichter ך" die Palmen dann taucht die mächtige Stadt auf, der wir zu* denn•• C‘°det1c Kuppeln und hohe spitze Türme ragen in (Si«wiüme ’4)״<l mit c'״cm Schlage ist alles verwandelt in *48 Tausendundeiner Nacht Wir landen in Bagdsd 6'Beben uns in das Oewühl der Straße», la denen der Kalif mit seinem Wesir fn nächtlicher Verkleidung wandelte, um das Los seiner Untertanen zu ergründen. Der Strom aber, der breit und majestätisch die Stadt durchzieht — das ist der Tigris, an dessen Ufern wir saßen und weinten, da wir Zions gedachten.... Chanukkah im Lande der Fjorde Von Fritz Löwe Ich hatte Gelegenheit, einer Chanukkahfeler fm Kreise einer jüdischen Familie in Oslo beizuwohnen. Bei meinen Freunden hatte sich seit Jahren der Brauch eingebürgert, Chanukkah in ihrem Heim im schneebedeckten Gebirge in der Umgebung Oslos zu verbringen. Vor der Tür meines Hotels harrt der Schlitten, der mich zu der Feier führen soll. Unter lustigem Glocken klang geht cs durch die Stadt. Auf tiefvcrschnciten Waldwegen eilt der Schlitten der Winterpracht des Gebirges entgegen. Die Strahlen der untergchenilen Sonne werfen dein Gebirge ein schimmerndes Festkleid über. Je höher ich fahre, um so klarer die Luft, um so köstlicher die Fernsicht. Es ist so still, daß man glaubt, den Schnee herabrieseln zu hören. Das Haus meiner Freunde kommt in Sicht. Die Dämmerung schleicht heran, spannt violette Schatten über Berg und Tal. In den im norwegischen Stil behaglich eingerichteten Räumen herrscht fröhliches Leben. Auf dem reicligeselimttck* 1en '1 isciie stellt inmitten duftiger Blumen die Menorah. Feierlich erklingt von allen Anwesenden gesungen die 018• nukkahmclodic: Moaus Zur. in fröhlicher Stimmung geht cs zur reichbesetzten Tafel. Auf dem Tische glühen inmitten leuchtender Blumen farbige Lampen. Ihre Lichter übergießen mit malerischem Olanz.e die lichten Kleider der Frauen und Mädchen. Die Pause zwischen den einzelnen Gängen wird durch heitere Lieder ausgcfiillt, Die ganze Fcstgescllschaft gleicht einer einzigen großen Familie. Mit dem fortschreitenden Abend wurde die Stimmung Immer fröhlicher. An kleinen Tischen vergnügten sich die Aeltercn am Schach oder ״Zieg und Wolf“, einem beliebten KombinationMEdcl, Die Kinder trieben allerm Kura• ־.% 3 Reite 7 ZU jung sind, aber auch über da» eigentliche Spielalfer hinaus• gewachsen sind. Ich konnte festste 11 cn, daß gerade in diesem Alter 11 as Interesse an jüdischen Dingen b c s o n ders groß Ist. Zunächst versuchte Ich, auch in dieser Gruppe den biblischen Stoff wenigstens etwas zu verliefen, was mir aber mißlang, wohl deshalb, weil die Kinder in der -»cliule nahezu alles für sic Wissenswerte erfuhren, ln Ernncrung an mehr oder weniger interessante Religionsstunden in der Schule waren die Kinder denkbar uninteressiert, wem! auch nur ein biblischer Name fiel. Lin Beweis dafür mag ein Briefchen *ein, das mir ein 8«/aj:ihriger schrieb (der Kuriosität halber gebe Ich es Im Originaltext wieder): Lilx-r Om•!» Scliidilini. Ich will miih ein pn.<r Zeilen *ebreihen und!wer: d יו man im Um•!; Sehal.lint keine llichlkrtie (;esebiehte Irrnl, tim hiil) ich ja «Im» im vorigen Oneg. Srhalrbat gc-agt. Nun weiß reit nicht mehr zu »clirrilK ii. Sein!!״!» M ,111 red Stil. Ich versuchte daraufhin, mir Themata von den Kindern selbst geben zu lassen und machte den Vorschlag, man solle mir Wünsche einige Tage vor dem nächsten Scliabbat schritt• lieh geben. Da ich in der ersten Woche noch keine aus• reichende Uebersieht hatte, begann ich seihst ein neues Thema, leb erzählte vom Golem. Daran ließen sich dann sehr interessante Probleme knüpfen. So sprachen wir in dieser Stunde u. a. über ״Lehen und Tod" und die Werkruhe am Schahhat. Der Erfolg war der, dal! ich gebeten wurde, in der nächsten Stunde wieder vom Golem zu erzählen. Ich erzählte daraufhin das nächste Mal eine andere Sage vom Golem, die ich dem ״Born Judas“ von bin üorion entnahm, und ließ sie sofort danach ״aufführen“, was den Kindern offensichtlich große Freude bereitete. Ich habe das Öcfülu, daß auf diese Weise den Kindern ein Stoff geboten wird, der sic vertraut macht mit!fern Sagenkreis des Jüihschcn Volkes, einem Gebiet, das in den Selniicn meist zu kurz kommt. Die Erzählung solcher Llingc sollte höchstens eine halbe Stunde währen, so daß mit dem Singen a!n Anfang und Ende der Oneg Scliabbat nicht länger als eine Stunde o*ucrt. Hans Grünewald. Verband der Jüdischen Jugendvcrclnc Deutschlands. An» 25. November fand in Würz bürg als Auftakt zu der wieder aufgcnonimencn Jugendarbeit in Bavern eine Tagung des Landesverbandes B n y c r n der jüdischen Jugendveretne statt. Die Kundgebung wurde durch den Vorsitzenden, Luitpold Neumann, Bamberg, eröffnet. Iler Präsident des Ver• bandes der Bayerischen Israelitischen Gemeinden, l)r. Neu• m c v e r, München, bekannte sieh 711 der Parole des Verbantles: Für die Einheit des deutschen Judentums!, Im Mitte!« Punkt der Tagung stand ein Referat von Dr. Paul E pnst *ln, Berlin, dem Leiter des Jüdischen Jiigcntlvcrbanilcs, über ..Oe* sarntjüdisclic Jugendarbeit in Deutschland“, ln die La-idt-sverbandslcitung wurden gewählt: Luitpold Ncumann, B,1m* berg (Vorsitzender); Gustav Hi-insfurter, Nürnberg; Ikin Einhorn, Augsburg; l)r. Kurt Fre11denth.il, Wiir/burg; Karl Haas, Speyer; Theodor Naschitz, München und Alice Rosenberger, Augsburg. Um die KU-itiRi-incintlen zur mögl c'e-t aktiven Mitarbeit heranzuziehen, wurde die Gliederung d Landesverbandes in Bezirksgmppen beschlossen. — Den Ar- Schluß der Tagung bildete eine Arbeitsgemeinschaft «<־! Studienrat Hirnhelmer von der Lehrerbildungsanstalt Würzburg über: ״Der jüdische Mensch und die Rassenkun h“. Neue ״Informationsblätter". Die im Aufträge des Zcn»r;>Iausschusscs der deutschen Juden für Hilfe und Aufbau von der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden hcrausg :;cbenen ״Informationsblätter“, die im November als ILoppelnummer erschienen sind, bringen Material aus allen Gebt•1 1־; der jüdischen Sozialarbeit iiber folgende Gebiete: j 1* dinclic Organisation, Sozialpolitik und Wohlfahrtspflege, Vt < 1- *chaftspolitik, Allgemeine Staatsverwaltung einschließlich ׳• ׳•* *undheitswcscn und Jugeiidwohlfahrt, Kulturpolitik, Reel:!,* pflege, Ausland. Verein für Ferienkolonien Jüdischer Kinder E. V. eröffnet Anfang Dezember sein Heim in llirsrhbcrg i. Riesengeb., für Winterkuren erholungsbedürftiger Kinder, Anmeldungen an das Büro des Vereins, Berlin C2, Rosenstraße 2-1, Zimmer 23. Morioh-Mädchcnhcim. Köln a. Rh. (Haushaltscbule und Haclisiharali für schulentlassene Mädchen), Das Haus, das nach religiösen Prinzipien geführt wird, nimmt Haushalt- Schülerinnen für Halb■ und Oan/jahreskurse auf. Es bietet eine gründliche Ausbildung in sämtlichen Zweigen der Haus• Wirtschaft. Dazu kommt Gartenarbeit unter Anleitung eines Gärtners, An den Nahnaehmiltagcn unterweist eine Schnei• denn im Anfertigen von Kleidungsstücken. In befreundeten Anstalten kann Massciilüielie sowie Säuglingspflege erlernt werden. An den Abenden sowie am Scliabbat ist die Möglichkeit zur Teilnahme an Schinrim und am Bundcslebcn well und ergötzten sich am Trcndcrlspicl. Das junge Volk hatte sich in den Salon »lriickgczogen. Man scherzt, man tanzt. Während draußen der Himmel seine weißen Wunder über Berg und Tal schüttet, der Sturm sein Lied singt, sitze ich in der Diele am rotglühenden Kamin. Durch die Fenster schaut der Winter. Tiefer Friede liegt über der majestätisehen Bcrgwclt, Ruhe dem Herzen gehend. Wie ein unbe« rührten Reich voll blinkcnilcr Märchcnpr.uht liegt die Land* scliaft. Still ist es hier, nur die großen Buchenscheite knistern und knattern geheimnisvoll. Ich träume und sinne. Die Oegenwart versinkt. Vor meinem geistigen Auge steigt die stolze Vergangenheit des jüdischen Volkes auf. Mir ist es, als erblicke ich Juda Makkabi, den siegreichen Führer der Juden, seine Brüder und kriegsgewohnten Scharen. Beim Scheine der Oiatiiikkahkcrzetl muß ich daran denken, wie einst unter Freud enges,ängett der Gottesdienst in Jerusalem unter Anzlinden der Lichter wicderhcrgcstcllt wurde. Helles Schcllcnl,tuten weckte mich aus meinen Betrach* tungen. Nun heißt cs Abschied nehmen. Die Gläser klingen: Auf Wiederseheni In scharfem Trabe geht es nach Oslo zurück. Der Blick auf das sich unter mir ausbreitende Pano* rama ist von berauschender Schönheit. In ein Lichtmeer ge׳ hüllt, umfängt mich die nordische Nacht. Ergilnzungen zu dem Artikel ״Magen David“, fn Er« günzung seines Artikels in Nr. 01 der ״Jud. Rundschau“ teilt uns Dr. Orunwald noch mit: Lilit, di« Begleiterin W not ans, des (ewig) ״wandernden“ (Juden), auch im englischen L u 11 a b y (Lili Abi) ״Wiegenlied“, so bei L c c k y, Aufklärung in Europa! 19. Das Pentagramm oder Trialpha war das Zeichen des Herrn es Trisme« gistos (daher ״hermetisch verschlossen“), später der christlichen Dreieinigkeit. Hexagramm und Penta• grimm auch unter den ״sieben Siegeln", die Ich (Monats• schrift 1933) auf ägyptischen Ursprung zurückgeführt habe und die In dem Zaubergerät aus Pergamon vorltcgen dürfte# (Barb! Klassische Hexenkunst 9). Dr. Orunwald,