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Jüdische Rundschau · 1934-11-23 · Heft 94 (23.11.1934) · page 9

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 94 (23.11.1934)
Date
1934-11-23
Page
– (sequence 9)
Language
German
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יו III י?11111 jOdische RUNDSCHAU ITERATUR - BLATT Nr. 94. 33. NOVEMBER 193 4 Zwiesprache und Gemeinschaft s i * *׳ •י "’*'l vir *‘Hier I heoph.mic harren, von der ,vir ״״Ins winsm als den Ott, und «Irr Ort heißt ' OmeiiKrlmlt״ Marlin lluher. Es gibt Bücher, die den Leser wie von selbst in ihrem mit sich führen, deren Autoren, gleichsam mit vertrauiiclu'in Kophii! k111׳, sich der utibezwcifelbaren Ucbcrcinsfini« uiiim; mit il'rcin l-eser_ versichern diirlen. Martin Hubers Zwiesprache 1f. jvt^t als Hi. Band der ״Bücherei des Schockaivcrlages', Benin 19 H, neu hcrausgcgcbcn wurde), mliört nicht /׳u jener Gattung. Dies Buch nämlich (eine von fclH'nilih'cr lirfmlirtiiif׳ ausgehende Reihe von Erlebnissen und Itetrachtiinge״. die י Bubcr seihst als Ergänzung m ״Ich und!)11“, der sysiemalischen (11 uiullage dieses ״Traktates vom <|i,»logischen Leben“, be/.eiclinet), setzt eben das im Leser• voraus, was *־־s — a|s unserer Zeit weitgehend verloren• rcMiigcn!Hier in den heutigen Menschen meist verschüttet — jU seinem Gegenstand hat: das Dialogische, die Fällig• ),rit, sich wahrhaft :!״sprechen 711 lassen und den oder das Qi'getinhcr als reale Ligciigestnit. anzusprechen. Huber kennt die Schwierigkeiten genau und nimmt sie 10 ernst, (Iah er in einem Abschnitt seines liuches die ״reit 1:1׳■islgruiäßcn“ I iiiw.imle _ eines ״adversarius" vorwegnimmt und beantwortet. Lr gibt •so ein Vorbild dafür, wie (11,111 vom ..üblichen personfreien Univcrsaldtiell“ der Polemik und Diskussion in einem echten Gespräch zum gemeinsamen Denken mit den* Gegner kommen kann und sollte. I)er geistige Austausch des Dialogs ist etwas wesenhaft anderes als das,_ was. Huber das ״Dialogische•* nennt. Der ״(Seist“ diese« Dialogischen ist gerade nichts dem Menschen jls einem individuellen Geisttrüger Ligenes, sondern etwas, das sein Wesen gerade in der Zwiesprache, in der Ich* Pu-Bcziehung erfüllt, nicht im Bereich des intellektuell er• fahrbaren and intelligent gebrauchten, gegenständlichen ״Es“. Aber auch die auf Erden vielleicht höchste Möglichkeit der Zwiesprache, die Liebe, entstellt häufig als monologische Sclhstnespiegrlung (Jung würde sagen: Introversion) das eigentlich Dialogische. Als eine Lebenshaltung, bei der man ״imcibittlich der Audcrhcit des Andern gewahr wird“, kann das Dialogische die Bezirke der Moral, der Religion (des Alltags, nicht so sehr der des hcrausgehobenen ״Erlebnisses“), des Denkens und des Eros u. a., wie Bubcr ausführt, zu seinem Lntfaltnngsfeld haben. Bubcr spricht mit einem solchen Ernst vorn Ich, daß er beute wohl noch energischer, als er cs bei der ersten Vcr* offtntlichiing der ״Zwiesprache“ vor fünf Jahren tat, den unberechtigten, wenn auch oberflächlicher Betrachtung nahe• licgemlen Vorwurf des Individualismus im voraus zurückweisen müßte. Denn gerade bei diesem ״Individualismus“ wird offenbar: w0׳ der Mensch in seiner Tiefe erkannt, gerade in seinem schicksalhaften Nur-er-selbst-scin ernst genommen wird, da erstellt (gleichsam aus ihm heraus und doch auch wieder er so gänzlich er selbst) der Andere, der ״Rea“, das Du. Unserer lauten und betriebsamen Zeit, unseren unklaren Vorstellungen von Führen und Geführtwerde», ״der Ablehnung des gegeniibcrlcbciulcn Wirklichen“, unserer rnonolo- Rischen, maskenhaft selbstsicheren Modernität tut das Vorliikl dieses Buches und seines Verfassers not: die gläubig wartende Bereitschaft, auf die Ansprache Gottes und der Welt, der ״jedem Menschen anvertrauten Schöpfung“, substantiell, d. h. verantwortlich zu antworten. Zu der Rückhaltlosigkcit, durch die die Antwort geheiligt wird, sind manche Menschen vielleicht wieder fähig in dieser Zeit, wo ceradc die kleine Wirklichkeit, der eigentliche Ort der großen Bewährung, als Forderung erlebt wird. Entscheidend aber ist dies: nur im dialogischen Leben, nur durch Zwiesprache, ״mittcilendes Sclivveigcn“ oder Rede, kommen wir zu wirklicher Gemeinschaft. Wenn Bubcr sagt: ״Die Kollektivität gründet sieh auf einem organisierten Schwund der Personhaftigkcit, die Gemeinschaft auf ihrer Steigerung und Bestätigung im Zueinander“, so kann das wohl jetzt nicht mehr als ״individualistisch“ gestempelt und schematisch abgetan werden, Umgekehrt aber überwindet ™her durchaus nicht durch eine formale ,,Synthese“ die Gegensätze von sozialer Atomisierung und ״Bündelung“ oder ״Kollektivitätsbeflisscniicit“, etwa durch die Verkündung einer tihcrwimlcmlcn Gemeinschaft der Einzelnen oder ähnliche, ah ״synthetisch“ feilgchoteue Additionslösungen. Das Dialo- Rische selbst erfüllt nicht nur, sondern konstituiert geradezu ח Einzelnen erst vom Gegenüber, das Ich vom Du aus. Damit ist ein Element für die Grundlage einer neuen ücmunschaft aufgezeigt. Bubcr kritisiert die Pseuciogemeinschaft politischer Gruppen, die ausschließlich nach ihrem Zweck und Erfolg bewertet werden, ohne daß der Eigenwert der Gruppe als «״!er Gemeinschaft von Menschen auch nur gefordert wird. kommt er zu einem Zielbild eigentlicher Gemeinschaft (das fr uns in der angekündigten Sammlung von Reden und benriften wohl noch verdeutlichen wird), das die soziale Wirklichkeit und die notwendige konkrete Arbeit am harten Material des unizuforiiiendeii Oeseilschaftschaos wohl nicht übersieht — wenn auch davon nicht weiter gesprochen wird —,?Ver 11׳ehf mit dem lialbblinden Glauben au ein Organisationsri n״״lrcicl' au{ Erden sich bescheidct. Nicht nur dadurch, ׳״dl Menschen neue Funktionen in einem neuen Gesellschaft.«• pii/cn erhalte», sondern wesentlich durch die Menschen seihst “l״! ihre Bereitschaft zur ״Zwiesprache“ entstellt neue Ge- «icinschaft, der Ort einer ersehnten Thcoplmnie. ״Gemeinc»aft aber, werdende Gemeinschaft (nur die kennen wir bis• ‘31)kl ist das Micht-mchr-nebcneinander-, sondern Beieinander• w» einer Vielheit von Personen, die, ob sie auch mitsammen Wh auf ein Ziel zu bewege, überall ein Aufeinanderzu, ein 'n.umschcs Gegenüber, ein Fluten von Ich zu Du erfährt; emcmschaft ist, wo Gemeinschaft geschieht.“ Kurt Bergei. Köpfe der Welfpolifik in den Jahren nach dem Kriege sind eine Reihe neuer Gestalten auf der polnischen Bühne cmporgekonmicn, die teilweise auch einen neuen Typus des Politikers verkörpern. Ls ist anziehend, die politischen Profile dieser Art an sielt vor De 1z ich oa zu lassen. O i e 8 c 111 c r Wirsing hat unter dem Sammeltitel ״Köpfe der Welt pol Itjk" (Verlag Knorr 11, llirth, München, 4,80 M,), eine Reihe von Aufsalzen verschiedener Autoren gesammelt, die kurze IJesehrei* bimgcn der politischen Persönlichkeiten gehen. Die Aufsätze sind freilich nicht ganz gleichwertig, aber es ergibt sich ein buntes Bild, Neben Persönlichkeiten der europäischen Politik, wie Hitler, Mussolini, Pilsttdski, MaeDonald, Benescli usw., finden wir auch eine Anzahl orientalischer Figuren, Keniäl Pascha, Riza Schah, Ihn Saud. Von Staafsmänncm jüdischer. Abstammung »st nur Litwimrw vertreten, über dessen außenpolitische Realpolitik Wirsing selbst schreibt. Besonderes Interesse verdient auch die Schilderung der Gestalt des siidafrikanischen Generals Smuts, des bekannten Freundes des jüdischen Volkes. Liner der eigentümlichsten Figuren der europäischen Politik, dein Marschnil P ilstidski, ist eine eigene Arbeit gewidmet, die Heinrich Koltz unter dem Titel ״Männer 11 in Pilsudskl. Profile der polnischen Politik“ ün Verlag Willi. Gottl. Korn, Breslau, erscheinen läßt. Mit Rücksicht 'darauf, .daß 10״/# der Bevölkerung Polens (drei Millionen) Juden sind, ist die polnische Politik auch von einem spezifisch jüdischen Interesse, und daher werden viele diese Ge- Icgenheit, sich über die führenden Persönlichkeiten des liciitigen Polens zu orientieren, gern ergreifen. Es wäre vielleicht noch liiiizuzufügen, daß Pilsudski seit Beginn seiner politischen Tätigkeit auch sehr enge politische und persönliche Bezichungen zu Juden hatte. Unter jüdischem Gesichtspunkt muß die Hoffnung ausgesprochen werden, daß auch die Persönlichkeiten aus Pilsudskis Umgebung, die uns dieses Buch vorführt, seine Tradition gegenüber den Juden Hochhalten werden. Hebräische Sprachliieratur J. Rcznlcov, Deutsch-Hebräisches Wörterbuch. Mit vollständl• ger Anweisung zum Gebrauch der regelmäßigen und U11« regelmäßigen Worlformcn, FBI, Selbstverlag, Breslau. 21() S. Spanische Jugend sieht Palästina Im Sommer 1033 machten die Studenten der Philosoplüschen Fakultät der Universität Madrid eine Fahrt um das Mittelmccr: sie sahen Nordafrika, Aegypten, Palästina, die Türkei, Griechenland und Italien. Von den Tagebüchern der Studenten wurden drei ausgcwählt und in einem stattliehen Band veröffentlicht. Für uns ist die Stellung aufschlußreich, die die Bcrichfc Erez Israel gegenüber einnchmcn, weil sic typisch sind: wie drei Menschen aus einem Land ohne Judcnfrnge, denen dieselbe Möglichkeit gegeben wird, dies Volk und sein Werk zu beurteilen, sich mit ihren Eindrücken ausciiiaiidcrsctzcn. Der erste Student läßt sich noch auf dem Dampfer, vor Jaffa, dahin unterrichten, daß ״die Juden dort keinem sympatliisch sind“. Er liiilt in seinem Tagebuch ״Fetzen eines Ciespr,äclis1• mit einem zur Begrüßung an Bord kommenden Besuchcr fest, ״die durch die Luft flattern“: er erfährt, daß die Engländer gern das Land verlassen würden, aber cs gäbe eben internationale Abmachungen, und vor allem ״die großen jüdischen Bankiers“. Und er weiß, daß die Juden von neuem dort siedeln infolge ״der Bestimmungen des verfluchten Sanha!rin von Versailles“: dieser Student ist der Typ des vorcingenommenen Berichterstatters, dessen Meinung schon vor dem Betreten des Landes feststcht, und der sic auch späterhin nicht vertieft. Per zweite beschäftigt sich nur mit religiösen Fragen mul findet kluge Worte für den Unterschied zwischen jüdischer und christlicher Religion. Der dritte, Manuel Gr an eil, endlich, widmet dem ״Neuen Palästina“ einen eigenen Abschnitt. Leider scheint man den Studenten eine landwirtschaftliche Siedlung nicht fjez.eigt zu haben. Aber schon Tcl-Awiw wirkte hier eindringlich genug. Der Bericht bringt statistische Angaben, er gibt einen kurzen Abriß des Palästina-Aufbaues, er erzählt von der Universifät Jerusalem und ihrer modern cingcrichtelen Biblio tliek, von dem Freilichttheater in Jerusalem und dem Arbeitertheater in Tel-Awiw, und von der Wiederbelebung des He-!irdischen, das zu neuem Leben erweckt wird, so ״wie der Guadiana, der lange unter der Erde fließt, wieder ans Licht emportritt“. Die :inneren Eindrücke werden vertieft durch Problemstellungen: Sind die Juden eine Rasse? Oraitell setzt sich mit Spenglers Theorie auseinander, nach der die Rasse nicht auswainlcrt. und er meint, der verschiedenartige Typ der palästinensischen Juden gäbe ihm recht. Aber selbst, wenn die Juden keine Rasse mehr wären, so hätte in ihnen gemeinsame Sprache und gemeinsames Leiden die Sehnsucht liaqli Palästina wacligchalten, und hier würde die Landschaff sie von neuem zu einer Rasse zusammenschweißen. — Dies der vorurteilsfreie und .aufmerksame Beobachter, der in den ״heiter glücklichen Gesichtern“ der Tcl-Awiw er Juden die Bürgschaft für das Gelingen des Wiederaufbaus sieht. _Dr. G. S. (Barcelona). ,. Stefan Zweigs ״Erasmus von Rotterdam“, das neueste Piagraplusche Werk des Dichters, wurde gleichzeilig mit der n Herbert Reicliucr Verlag in Wien erschienenen deutschen l1״lf'",;>1־Ausgabe auch in französischer, englischer, amen* ^anischer, italienischer, holländischer, spanischer,.schwedischer, «mischer, ungarischer, polnischer und rumänischer Ueber- Guild'^ ve,r״*f?(tDicht. Die englische Ausgabe ist v°n״^cr_.?°. in London zum ״Buch des Monats“ gewählt worden. .. Leitfaden für den Selbstunterricht in der ra bi sc he» Sprache für Deufschsprcdiciidc von , cr11׳an erschien in der Stcimatzky Publishing Comp. a,,/.cr13sale1n. Das Büchlein enthält einen kurzen Abriß der amsehcii Grammatik (Verba) und sodann ein lexikalisches Srhuifln .s ‘*1'f wichtigsten Gehrauchswörtcr in arabischer so111 ,״* lateinischer Transkription und deutscher Uebcr- IT uii* Iß' ßs wifd deutschspreclicndcn Juden bei dem Verkehr II p*r 1"-,־desbevölkcrung in Palästina gute Dienste leisten. Mj1״״lnen wichtigen Beitrag zur Geschichte der Juden in *0rh™rol'a. liefert Prof. Berthold Brctholz mit einer Min™ er8chicncnen Arbeit ״Geschichte der Juden in Brün1.'"?״• Tdl bis zum Jahre 1530. Verlag M. Roh rer ZoIlwrL Juden werden zuerst in der Raffeistatter künde des Jahres 906 erwähnt. Sprechchor mit Musik Worin von Joachim Prinz t Musik von Borthold Goldschnitt Partitur und Texth.ft (J. 2 Expl.) RM 7,50 Waltere Toxthefte ]0 RM —,30 Zu beziehen sagen Voreinsendung zuzQgl. RM 0,30 Porto durah die Verlagaabtellg. dar a zionistischen Vereinigung mr Deutschland a Fs ist liier erstmalig der Versuch gemacht, nach dein Muster der I landwörterbucher der iiiodernen Sprachen für I lebriiisdi Lernende in Verbindung mit grammatischen Bc* lehriingeii ein lexikalisches Hilfsmittel zu schaffen, das den modernen hebräischen Unterricht zu fordern geeignet ist. Den schönen Druck und das handliche Format mit flexiblem Linband werden die Lernenden mit Freude begrüßen. Ist es schon 1111 Rahmen eines zweisprachigen Wörter« buche« kaum möglich, den vollen Begriffsinhalt der Worte in adäquater Weise wiedernigehen, so besteht dort doch wenigstens die Möglichkeit, durch Häufung von Wortvcrhiiulungcn und Phrasen beispielhaft dem Sinngehalt mögliehst iiiiliezukommen. Zwei so verschiedenen Kulturkreisrrt und Sprachfamilien niigcltürcnde Sprachen wie das Deutsche und das Hebräische zwingen zu einer ganz besonderen Vcr« nu'lmmg des veranschaulichenden Sprachinatcnats. Im Rah« irren eines Taschenwörterbuchs diesem Problem auch nur einigermaßen gerecht zu werden, kann nur unter großem Verzicht auf Genauigkeit erreicht werden. Setzt sich der Verfasser überdies noch das Ziel, jedes Wort möglichst nur einmalig zu übertragen, so ist die Gefahr der Mange Ihaftig« keit nicht zu vermeiden (vgl. z. B. die Behandlung des Artikels ״ahbrcclien" bei Laser-Torczyner mit der von Rc/nicov). Diese Problematik mußte den Autor notgedrungen dazu leiten, das Wortmnterial vorzugsweise konkreten Begriffen oder fcstumrissenen Vorstellungen zu entnehmen, die noch am ehesten die Forderung auf Genauigkeit der Ueber« tragunp erfüllen können. Iin einzelnen bleibt manches zu wünschen übrig. Um mir einige Beispiele hcratisziigreifcn, wäre für ahschneiden חתר an Stelle von ׳גזם für enthüllen .גלד an Stelle von הסר את המסכה vorzuziehen, weil diese Worte einfacher sind und sich auf verschiedene Inhalte der’ Begriffe beziehen können. Manchmal durchbricht der Autor, das Prinzip der Sclbsfbeschränkung, indem er zwei Ueber* Setzungen eines deutschen Wortes gibt. Aber warum un» nötigenveise bei Wörtern wie Egoismus אגואיסמוס׳ אנכיות (S. 5fr)? Ein bedauerlicher Mißgriff ist die an sich hier überflüssige Ucbcrtragung der aus der ncutcstamcntlichcn Oe•; dankcnwclt entnommenen Vorstellung vom Himmelreich durch das einen ganz anderen Sinn und Stinirniingsgehalt offen* barende talmudischc מלכות שמים (vgl. Strack-Billerbeck, Korn•; nientar zum Neuen Testament aus Talmud und Midrasch I, 172ff.); ebenso kann der Name des christlichen Karnevals sich nicht mit dem des Tel-Awiwer עדלידע decken, Osten1 nicht durch ׳פסח Osterabend nicht durch ליל הסדר übersetzt werden. Vor einem besonders schwierigen Problem steht der Autor eines kleinen deutsch-hebräischen Wb. bei der Frage der Aufnahme von Neubildungen. Die Realität des Lebens zwingt das Hebräische in Palästina, eine Flut von Wort- Bildungen über sich ergehen zu lassen, die oft cpnemer sind. Ein Handwörterbuch, das nicht all diese Bildungen registrieren und bewerfen kann, muß aus pädagogischen Gründen hier weise Beschränkung üben und darf vor allem nicht eigene Neu•' Bildungen als Spraehgut hineinbringen. Im allgemeinen hat der Autor mit seinem Sprachgefühl die Klippe umschifft. Doch sind folgende Einzelheiten zu bemerken: Die Wörter Hutterbrot ~ פתה (!), Internat פנימיה, Konditorei =ממתקיה ־, Rührei =.ביציד hätten besser übersetzt werden könne)״ Die unschön wirkende Bildungssilbe ׳*יה die in der ersten Zeit da lebendigen Hebräisch Mädchen für alles war, beginnt In Pa* lästina glücklicher gewählten Wortbildungen Platz zu machen. Folgende Anmerkungen noch zu den Uebersetzungcn: Abermals (S. 17) heißt nicht QVOH עוד ,sondern עוד פעם; so auch Laser• Torczyncr; abwärts (S. 20) nicht לצד ממה Acbnlicbkrit =י־ דמיון, nicht דמיה! Hauen בנץ! Beförderungsmittel =־ besser מכשירי הובלה! sich befreunden — התרעה,einהתידד existiert nicht.) Wozu in diesem Wb. die Vokabel Hcinschicnc? Und warum dafür das targum. טרקליל und nicht das bibl. מצווה t Für Blitzableiter gebraucht man בלה _רעם ׳כליא רעם u. גולת רעם (vgl. כלה עורב Lcvv-Goldschmidt H, 332); für Bürste ge« brauchen manche משערת (vgl. Lascr-Torczytier, S. VI); Drucksache ~דבר שבדפוס! feilschen =עמד על המקח! förderet ־־=> nicht הדם sondern סייע׳עור! gehören ־=־ nicht •••שי|י ל* sondern 0ןהיה שיך ל״^'// nicht וידית wozu für jemand Die Vereinigung der Freunde des Jüdischen Gymnasiums 111 Budapest schreibt einen Wettbewerb aus für eine nicht zu umfangreiche Studie über M a i in oti i d es, in der auf Cirurnl von Proben aus seinen Werken seine Gedankenwelt der Auffassung der heutigen studierenden Jugend nähergebracht werden soll. Der ausgesetzte Preis beträgt 150 Pcngö, Einreichungstermin 15. März 1935. אחת אשה ׳אחד איש (wie אחד קדוש Dan. 8,!3)? Kausalität י־־־ nicht ׳הסתובבות Kleingeld ׳פרוטות ־־ nicht מעות קטנות• In den grammatischen Vorbemerkungen berücksichtigt der Verfasser mit Recht den heutigen Sprachgebrauch: ארחוץ (S. 8)ישמרו׳ תשמרו auch für fern. (S. 9). Es fehlt aber eätre Tabelle der pass. Konjugationen. Beim Verbum קם (S. 11) wäre ein Paradigma des Hifil angebracht. Das Buch enthält etwa 30 solcher Verba. Die jeweilig angegebene Konjugation ist selten vollständig. Es wäre noch manche Verbesserung zur Vokalisation vor« Zuschlägen, doch verbietet der Raummangel, darauf näher cinziigrtien. Nur zwei Bemerkungen seien hier gebracht; כתבי יד (S. 100) ist gemäß der volkstnäßigen Uebcrlicferung nur כתבי יד nicht׳ T כתבי zu lesen. (In den von J. N. Epstein Im Tarbiz III, S. 237 ff. veröffentlichten JeruSalmi-Fragmcnten aus dem 13. Jlidt. findet sich viermal auf S. 212—243 בית בי הקדש plenc geschrieben.) Die Abbreviatur ובו׳ heißt gemäß ihrer Herkunft aus dem Aramäischen und der traditionellen Lesart וכולי nicht וכ1לה (S. 71). Zur Vokalisation der Fremd- Wörter sei bemerkt, daß sie nicht den Gesetzen der hebrä- Ischen Lautlehre folgen muß. Man schreibe z. B. ])׳ סלגרמה ׳!ט 1 ״וי' י ׳אופרה nicht אפרה׳ טלגרמה׳ בטון usw. זו * *«־ t - 1 v זי r ־ r Im allgemeinen kann das praktische Büchlein viel Nutzen bringen. Die Verbindung des wortmaterials mit den grammatisehen Angaben ist ein glücklicher Einfall des Verfassers und wird den Lernenden über manche Klippen im Gebrauch der Sprache hinweghclfcn. Nissan Berggrün. Alle Ihre Bücher von der Buchhandlfimg׳ assi Zoo Fritz Ring Charlottenburg, Joachlnasthalcr Straße 43-44 Mitglied der jüdischen Gemeinde T#l«faa BUmarck 6MXt Zuwodiiag ud> *Uw SUdtUUw Iwrith l’chol lisch von Dr. S. Kaliko. Verlag ״Jüdische Rundschau“ ü. m.b. 11״ Berlin 1934. Unter den hebräischen Lehrbüchern für deutsch« sprechende Erwachsene, die in letzter Zeit, der gesteigerten Nachfrage entsprechend, so zahlreich erschienen sind, verdient das ״Iwrith l’chol ijsch“ insofern besondere Beachtung! als es tatsächlich aus der Praxis für die Praxis entstanden ist. Wir verstehen darunter nicht nur die sprachlich-technisch« Anordnung des Lehrstoffes, sondem In erster Linie dessen psychologisch-pädagogische Fundicruug. Der deutsch-sprechende Anfänger — und nur dieserI — diente dem Autor als Richtschnur. Deshalb ist es unserer Meinung nach eher ein Vorzug, denn ein Nachteil, daß der Verfasser bewußt auf theoretische Feinheiten der »I,:. y, ( Ml,, fl ä >1 t,, :!1 Ml,., 1' י יו! ו 11 I S ('1jfM . hi׳־׳ ,׳■*, I,% t h-, '1.1 , ii:' e ' *, 11' ,־ Rl |וי.ייי 1 ||i' L1:״! ' 11 1; 'uP'.'l '«! i1;:״ 1 > hi %י״ ׳:! 'I •: 1'.; i, .)'■ I׳' #. t> 1. M I V :,1 r1L 0 ',״ ו I! t. v. ( 1 <f'

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