Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 90 (9.11.1934)
- Date
- 1934-11-09
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2651273-2653452-2653535--25991-2683162- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 4 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr- 9. XI.!934 *,Volkerzerfleischendes Judentum" lieber eine Rede des Gauleiters Streicher in Oelsen kirchcn gibt das ״Deutsche Nachrichtenbüro“ 101genden Bericht aus: ״In einer von vielen Tausenden besuchten Ma*«•!!Versammlung in Gelsenkirrhen!,igle der (Inuleiler von Kranken, Julien Slreieher, u. a. auch die Hintergründe des verbrecherischen I reiben» an der Saar auf. Wir glauben, so sagte er, den l'eind zu sehen und sehen ihn nicht. Nicht die Volker, nicht da» fritiudsisrlic Volk ist unser Feind, Feind ist allein der getarnte Jude, der an der Saar Mali Braun heißt. Dann wies dieser g-iimiliehc Kenner der Judenfrage nach, wie mich das französische Volk in der Gcsrhirliie und heute mehr als je (Slnvisky-Sknndal usw.) vom vdlkcrzerlkisilienden Judentum »usgebeulet und verhetzt wutde. Fr leuchtete hinein in rite (’,eseliu'lrlc und lieh iiir jene Hnglanbigen, die von einer IMtersehätzrmg der Judenfrage sprechen möchten, bekannte Juden sprechen. So zitierte er den jüdischen Staatsmann 1 »r a c I i, der sagte: ״Die Kassenfrage i<a der Schlüssel zur Wcltgesi hiclitc“, not! den deutschen Juden Waller Käthens u, der bekannte, daß 300 Männer, die sieh untereinander kennen trntl durch das Ul ul mileinanilrr verbunden sind, die (trs(־hicke der Well lenken. Julius Streicher konnte auch Iiir den Ycrnit btiingskaiiip[, den da» Wdljudentum ihm als unerschrockenen Aufklärer angesagt hat, seinen jüdischen Krimzeiigfti nennen: Albeili Sitlrnfeld, der •sagte, wer cs wage, dem Judentum den Kampf nuziisagen, der werde tnit viehischer Urut.tli1.il und den gemeinsten Miilcl» bekämpft und Vernichtet. Der Redner wurde immer wieder von tosendem Beifall unterbroehen.“ Daß der sozialdemokratische Führer Braun in Saarbrücken ein ״getarnter Jude“ sei, ist eine Behauptung, die neu ist und jedes Beweises entbehrt. Zur Judenfrage selbst wäre zu sagen, daß man die Geschichte auch anders deuten kann. Das jüdiscltc Volk hat seit Jahrtausenden ein schweres Schicksal erlitten, da cs unter den Völkern Europas immer erneuten Verfnlgnngen ausgesetzt war. Dadurch konnte die Geschichte der Juden ganzen Generationen ausschließlich als Leidensgesell 1c htc erscheinen. So kommt cs, daß maßgebende christliche Persönlichkeiten z. B. den Versuch eines Aulbaus der jüdischen Heimstätte in Palästina nicht zuletzt aus dem Empfinden heraus begrüßen und unterstützen, daß dadurch eine Art von ״W icdcrgutmachung“ des den Juden in der Vergangenheit angetanen Unrechts erfolgt. Das ״NS. Volksblatt für Westfalen“, Bielefeld, vom 5. November berichtet über eine Rede des Gauleiters Julius Streicher in Gütersloh u. a. folgendes: ,,Julius Streicher ging dann in seiner echt bayerischen Art, die gewiß manchmal humoristisch witklc, auf die Judenfrage eins ,Was weiß man hier von Juden!1, so fragte elcr Frankenluhrcr. Die meisten gelten beim Kinkait( an eien christlichen Häusern vorbei lind kaufen beim Juden. Fs gibt hier selbst. Menschen, die sich nicht schämen, mit dem braunen llomtl oder ntit einem Abzeichen zum Juden zu laufen. Wenn das bei mir in Nürnberg einer wagen würde, so würde er ungc-puckt. Wir haben hei uiys den Arbeiter so aufgeklärt, daß er den Juden erkannt hat. ln N'ürnlierg prophezeite man durch den Kampf gegen die jüdischen Geschäfte neue Erwerbs- Insigkeit. Da» (iegentcil ist gekommen. Man hat den Juden genommen, was sic uns gestohlen haben, und dm Christen haben wir iviedcr ihr Recht gegeben. Wir nehmen da drüben keine Rücksicht. Wir gehen unseren Weg geradeaus! Wenn man bei uns in einen Ort kommt, liest man auf Tafeln: ,Juden unerwünschtI* In einem Dorfe steht aut einer Tafel: ,Die J ud e n betreten n u f eigene Gefahr diesen Ort.‘ Das haben wir nicht gewünscht. Das - haben frühere Kommunisten und Sozialdemokraten aus sich heron* ' getan. Wenn cs soweit ist, daß ihr Westfalen das auch allein macht, in dann seid ihr in Ordnung.“ Aus Westfalen Diu Westfalische Land eszcitun g ״Rot« Erde“, Dortmund, vom 7. 11. veröffentlicht einen Bericht aus Nieder marsberg, in dem cs heißt: ״Niedermarsherg kann den traurigen Ruhm für sieh in An- Spruch nehmen, auch heule noeh in bezug auf Juden in Deutschl.md prozentual an dritter Stelle zu stehen. Man braucht siel*׳ daher hier tatsächlich über nieht! mehr itt wundern. Noch im Sommer dieses Jahre» war der Fall zu verzeichnen, daß tut einem Kinderseliiitzenlest der hiesigen Schulen jüdische Kinder tnit Muldüng eines kalholisehen Rektors nicht nur •las Fest selbst, sondern auch den Umzug durch dir Stadt mit IIaki-nkrouzfähnrhen (!) milmachrn durltcnl Nachmittags saßen dann auf dem Sehülzenhi*( die christlichen Lehrer und (1 c i s 11 i c 11 c n mit dem Rabbi Meyer ho fl am ״P roniincnlcntiac h“ fr!•cd. lieh beisammen. Daß bis heute noch an der hiesigen höheren Lehranstalt Teilfrcistellrn an jüdische Kinder vergeben werden, sollte man ebenfalls nicht für möglich hallen. Die jetzt neu eingesetzten nationalsozialistischen Stadträte haben allerdings .sofort einen Beschluß zur Streichung dieser jüdischen Freistellen herheigeführt. Weiter! An jeden» Samstag benutzen die jüdischen Jugendlieben aus Nieclrrimnslnrg die Klassenzimmer der deutschen Schule au der Paulinenstrnße zu Zusammenkünften und sportlichen Hebungen, bi» endlich nurli hier im Stadtrat ein entsprechender Antrag die Beseitigung dieses Uchclslaudes forderte. 11» dieser Sehttle, also einer städtischen Anstalt, wohnt übrigens heute noch der vorhenanntc Rabbiner. Weiterhin ist es in Nicdcrniarsbcrg moglieh, daß eine Lehrerin in der Schule deutschen Madels, die int Brl M. sind, j ii d i s r h e K I.» sso ngc nqs sinne 11 als Vor. bilder hinstellt! Schließlich sei noch erwähnt, daß Christ, liehe Lehrpersonen aus Nirdt-minisberg nichts darin finden, wem» sie am hellichten Tage, mit geschultertem Gewehr gemeinsam mit dem jüdischen I lolzgroßltändler Traugott, zur Jagd pilgern, F dürfte unseres Krachten» die allerhöchste Zeit sein, daß diesen Lehrern heigeboger» wird, wie »ic sich als Erzieher deutscher Kinder in der Oeffentlichkcit zu betragen haben.“ Es scheint uns, daß die ״S ü n d e n“, die von der Zeitungden Bewohnern von Niedermarsberg vorgeworfen werden, vielleicht auch anders gewertet werden können, als cs hier geschieht. Eine andere Frage ist die, ob die jüdischen Einwohner der Stadt von sich aus eine stärkere Distanzieruug gegenüber der nichtjüdisclien Umwelt vorziehen sollten. Die gleiche Zeitung berichtet über eine Kundgebung In Schüren, bei der Kreisleitcr Pg. Flach sprach. Der Redner geißelte nach dem Bericht besonders das Benehmen ״vieler Srhiircncr Einwohner, die heute immer noch bei ihren Einkaufen den Juden den Vorzug vor den Christen gäben“. Diese Frage ist bekanntlich durch mehrfache Stellungnahme der maßgebenden Regierungsinst,-tiizcn in dem Sinne gelöst worden, daß auf wirtschaftlichem Gebiete eine differenzierte Bc״ handlung von Juden und Nichtjuden nicht erfolgen soll. Anläßlich der Zionistischen Landeskonferenz für Ostgalizicn in Lemberg fand die Exhumierung der sterblichen uebecreste des vor fünf Jahren verstorbenen ehemaligen Vorsitzenden des Landesverbandes und Präsidenten des Klubs der jüdischen Abgeordneten im polnischen Sejm, Dr. Leon Reich, zwecks Ueberführung nach Palästina statt. Der Siaatsjugcndfcft JUdlidic Kinder Im ״sfouhpoliflichcn'״ Unterricht? Wir haben uns mehrfach an dieser Stelle mit der Beilen, tung des S t a a t s j tt g c n 111:1 g c s für die jüdische Schul״ jttgcml beschäftigt und sind seit einigen Wochen daran ge״ gangen, in unserer Rubrik ״Wie gestalte ich den Sch a b b a t?“ positive Vorschläge für die Ausgestaltung dieses Tages im jüdischen Kreise zu machen. Soweit wir aus Mitteilungen unserer Lcscrschaft ersehen konnten, ist die Bedeutung des für die jüdische Schuljugend freigewordenen Schabhat zumeist erkannt worden, und man hat die Möglich• keit, diejenigen jüdischen Kinder, die In allgemeine Schulen gehen, art diesem Tage vom Unterricht befreien zu lassen, weitgehend ausgenutrt. Trotzdem gibt cs auch heute noch jüdische Eltern, die die Ansicht vertreten, daß eine weitergeltende Absonderung der jüdischen Kinder von ihren nichtjüdischeit Altersgenossen nicht erwünscht sei, und die daher ihre Kinder an dem ״staatspolitischcn Unterrieht“, der in den Schulen am Staatsjugendtag gegeben wird, teilnchmcn lassen. ln diesem Zusammenhang ist cs nun Interessant zu erfahren, welche Lehrziele dem staatspolitischen Unterricht gesteckt sind. Aus dem Entwurf eines Lehrplan« hierfür, der in der Zeitschrift ״Der N n t i o n a I - So z, i n i i s t i s c h c Erzieher“ vom 13. 10. abgedruckt ist, ergibt sich, daß die Stoffe, die der staatsbürgerlichen Bildung der Jugendlichen dienen, in allen ihren Teilen so behandelt werden, daß eine Bezieh u 11 g zur Juden frage hcrgcstcllt wird. So soll z. B. hei der Behandlung des Deutschland der Vorkriegszeit nach diesem Lehrplan das Thema: ״Der Jude macht sich breit“ behandelt werden. Als weiteres Beispiel sei erwähnt, daß hei der Darstellung des Zusammenbruchs von 1018 das Thema: ״Juden als Führer der November re volte“ behandelt wird, hei der Darstellung des Zustandekommens des Versailler Frieden» u. a. als Lektüre die Zeitung ״Der Stürmer“ genannt Ist und bei der Behändlung des Kampfes des Nationalsozialismus mit seinen Gegnern das Thema: ״Juden Anstifter zum Mord“ durchgenommen werden soll. Obwohl es sich hier nicht um einen Unfcrriclitsplan der zuständigen staatlichen Stellen handelt, zeigen die angeführten Beispiele deutlich, daß nach Auffasstmg nationnlsozialislischcr Erzieher, die ja in erster Reihe für Erteilung dieses Unterrichts in Frage kommen, der staatspolitische Unterricht unter Gesichtspunkten zu erteilen ist, die für jüdische Kinder nicht nur ungeeignet sind, sottdem eine schwere Gefährdung ihrer seelischen Entwicklung bedeuten. Es ist daher unverständlieh, wenn jüdische Eltern ihre Kinder an diesem Unterricht, von dein nach staatlicher Bestimmung Juden befreit werden können, teilnehincn lassen. Allerdings meinen wir, daß eine sinnvolle Ergänzung des Entschlusses zur Unterrichts- •Befreiung darin liegen muß, daß man für die Kinder einen Weg findet, ihnen den positiven Ochalt des Schabbat in geeigneter Weise nahezubringen. Die Ausbürgerungen Das Deutsche Nachrichtenbüro veröffentlichte dieser Tage eine amtliche Liste von Personen, denen die deutsche Staatsnngehörigkeit entzogen wurde, Es sind insgesamt 28 Personen, und hei zwei von den Angeführten ist neben den Namen in Klammern die Bezeichnung ״Jude“ gesetzt, und zwar bei Nr, 0 Alfred Kantorowicz und bei Nr. 23 Jakob Simon, die beide als Mitarbeiter deutsch-feindlicher Zeitungen bezeichnet werden. Die Neuerung, daß hei solcher Gelegenheit die Charakteristik ״Jude“ hinztigcfiigt wird, Ist klärend; sic kann auch von dem Standpunkt gewertet werden, daß hierdurch klargestcllt wird, daß die anderen in der Liste Enthaltenen keine Juden sind, Dies ist darum interessant, weil häufig auch viele der dort angeführten Nichtjuden itt manchen Zeitungen als ״Juden“ bezeichnet worden sind. Eigentümlich ist übrigens, daß das ״Berliner Tagehlatt“ hei der Veröffentlichung der Liste den amtlichen Text ab ge ändert hat und die Bezeichnung ״Jude“ bei Nr. 0 und Nr. 23 wegläßt. Das ״Berliner Tageblatt״ meint offenbar, auf diese Weise Sympathien bei jüdischen Lesern zu gewinnen, was nicht berechtigt wäre. Nichtarier im Waffenring Zu dem Austrittsbeschluß der deutschen Burschenschaft aus dem Allgemeinen Deutschen Waffenring wird durch DNB eine Erklärung des Waffenringes verbreitet, In der u. a. gesagt wird: ״Auch die weitere von ihr 'gegoltene Ucgrümimig, die den An- .»111011» erweckt, als oh es in den ADW-Vctbiinden von Juden» s t ü 11» 1111 i n g e 11, j ü 11 i s 0 11 Versippten und F r c i »n 11 u rern wimmle, »st keinesfalls stichhaltig. Dom» jüdisch Versippte und Frcimnurer dürfen sirli in »Ion dom ADW »»!»gehörenden Vorbänden überhaupt, nicht mehr befinden, imd soweit diese llercini* gtmg etwa noch nicht restlos vollzogen ist, trilft die» in der Deut- »ohon Uurschciisolrnft ebenso zu wie in anderen Verbänden, Soweit alter in den Alteii-Ilerreiisehitflen nicht rein arische Mitgliedor, im be-omleron als frühere Kriegsteilnehmer, unter fest umrissenen Voraussetzungen ausnahmsweise verbleiben durften, beruht diese für die Vergangenheit und eine gewisse Urbcr• gangszett gemachte Ausnahme nicht auf mangelndem national- .sozialistischen Empfinden der Al'W-l'iilirutig, sondern auf »tinitjpolitischen Erwägungen, die die Billigung Je» Führers und Reichskanzlcrs gefunden halten, so »laß ihre Durchführung — auch im nalionalsozialistisiben Staate — dem ADW!,flicht war. Die Zahl der auf Grund dieser Ausnahmevorschrift in den ADW-VerbUndcn verbliebenen alten I ierren nicht rein urischer Abstammung iit pro* zcntual und tatsächlich verschwindend gering.“ Der ״Jude׳״ Bfita Der ״Westdeutsche Beobachter", Köln, veröffentlicht ant 6. November in seiner Rubrik ״Haben Sie schon gehört“ folgende Nachricht: ..daß der tschechische Schuh.Jude Bitta neuerdings sein ״Wirkungsfeld“ in die Mandschurei verlegen will. — In den nächsten Wochen sollen in Chnrhin, Dairen, 'IVhintscliin und in Mukdcn große Fabriken des llata-Konzrrn errichtet wer• den. lliita hat wollt Ungesehen, daß mit den europäischen Staaten kein ״Rebbach“ mehr iu machen ist und versucht jetzt die Ost. asiaten zu begaunern.“ Es ist überflüssig zu sagen, daß Bäta ein reiner Arier war und unseres Wissens auch noch niemals von irgendeiner Seite für jüdisch gehalten wurde. Nach unserrr Meinung läßt cs sich in keiner Weise rechtfertigen, daß man Irgend jeman* den, gegen den man etwas vorzubringen hat, als Juden bezeichnet und dann daraus eine Kollcktlvbcschuldlgung gegen das Judentum macht, obwohl der Betreffende, um den cs 6tch handelt, nicht das geringste mit dem Judentum su tun hat. u 1c juacn ais rcmdcrhcit Das Berliner 8״ - U h r A b e n d b I a 11“ brim׳t ״ ״״ . eine״ Leitartikel ״Sind »! I e J 11 d c 11 eine M i n <j e ,1.11?■ wobei im ersten Teil gegen die Auffassung der ן"!! * nationale Minderheit polemisiert wird mit der J11 achtens falschen — Begründung, daß nur die aus 1 ״• geschichtlichen Grund unter fremde Oberherrschaft Sret''״' Splitter einer im übrigen auf eigenem Territorium wE? den Nation als Minderheit betrachtet werden kiimüJö"• Verfasser, W. D., Erfurt, sagt freilich nicht, was seiner Meinung die Juden tu Deutschland eigentlich wenn sic weder Angehörige des Mehrheitsvolkes 1H Minderheit sind. זי»* ׳ Im zweiten Teil zitiert der Verfasser Berichte üh~ ״ sogenannte jüdische ״Wcltkonlerenz" in Genf und kL . zu dem Schluß: , da» Judentum cs ehrlich meint, so braucht,, keine jüdischen Kongresse mit uml.ingrcicli״» Tagesorilmi,״״, ziilmllen. Da» jüdische Problem laßt sich in einem einzigen Pul zu5umn1cnfi1s<><׳■n: *׳ Wie verschafft man dem üIht die ganze Welt entwurzelten und heimatlos gewordenen Judentum *ic*, t<% eigene Heimat, damit es von nettem ein selbständige» Voll, Nation tnif eigenem Grumt und Hoden werde und die mi״* Völker in Ruhe Trotz der etwas unfreundlichen Formulierung stimm« wir mit dem Verfasser darin überein, daß tatsächlich 'hier g Hauptproblem voriiegt. Zu seiner Behandlung wurde h« Zionistenkongreß 1897 geschaffen, und bisher haben 18 presse getagt', die ausschließlich der Durchführung des Aufh״‘ der jüdischen Heimstätte in Palästina dienen 5 ein so ungeheueres Problem freilich nicht so eint ich lösen ist, wie der Verfasser vielleicht meint, ist eine and«. Sache. e Behandlung jüdischer Händler Im ״Nidda er Anzeiger“ vorn 2<). 10. wird eine Be■ kanntmacltung des Niddacr Orisgruppcnlcitcrs der NSDAP veröffentlicht, in der es heißt: ״ln »kn letzten , Taget» ist: mir verschiedentlich zu Ohrt! g! kommen, daß Juden .»ich nicht scheuen, mit einer nur dim Kas>c eigenen Frechheit in Häuser von l’g. zu gehen, um *ij diesen hzw. deren Angehörige 1» Geschälte zu tätigen. (Oder um nur einmal einen licauh zu michcn!) Ftir die l’g. gibt ts w em», diesen frechen Eindringlingen zu begegnen, indem sic du* antfordern, so ,»elmell ab möglich, das Hau» zu vrihswn,!»*!» besser, ihnen einen gehörigen Tritt an einen licslitnnikn kutpnlri zu versetzen, daß sie die Treppe liluunterllicgct». Die Pg. können »ich dt n größten Un.inm hmlii hkc iten au»»elzen, falls sic 11,0* llursihen nur eine Minute im lft»u»e dulden. Ich erwarte •trenguc l'inteidisziphn!“ Es ist nach dem Willen elcr maßgebenden Regierung Instanzen den Juden bekanntlich erlaubt, sich auf Wirtschaft• liebem Gebiet in der gleichen Weise wie die arischen Staats• biirgcr zu betätigen. Die in der obigen Bekanntmachung empfohlenen Maßnahmen gegen jüdische Händler sind schon aus diesem Grunde unbegreiflich. Rücktritt des Council-VorsUzcnden der Jewish Agency? London, 6. November, (JTA.) In den letzten Tajcn wurden Nachrichten verbreitet, denen zufolge Sir Os• mond d’Avigdor Ooldsmid sein Amt als Vor. sitzender des Councils der Jewish Agent! nicdcrgclcgt haben sollte. Diese Nachrichten wurden, wie Sir Osiuond mittcilt, ohne seine Ermächtigung wcitergegebeii. Allerdings bestehe die Möglichkeit, dpi) er sich z,u einem solchen Schritt mit Rücksicht auf vielfache andere Vcrpfltchtungen entschließen könnte. Dies würde aber keineswegs eine Acndcrung in seiner Stellung zur Jewish Agency bc• deuten, für deren Ziele und Arbeiten er nach wie vor mit vollem Herzen cintrctc. (Sir Osntoml wurde bekanntlich kürzlich zum Präsidenten der lea gewählt. — Red.) Jaboiinsky an die Revisionisten Anläßlich des Abschlusses des Londoner Paktes zwischen Exekutive und Revisionisten hat Jabotinsky an die Revisionisten einen Aufruf gerichtet, worin er dieses Abkommen für ein ״internes Gesetz“ der revisionistischen Organisation deklariert und die Revisionisten zur strikten Einhai• tung auf fordert. Alles Vergangene müsse verge«« sein und die Revisionisten, die schon früher ״die Häßlichkeit brutaler Gewalt“ cingcsehen hätten, müßten jetzt die ״treuesten Hüter dieses Gesetzes der Zivilisation“ sein. Juden und Faschisten in England Eine Kriegsgefallenenfeier in London London, 5. November. (JTA.) An der jährlichen Hel• dcngcdcnkfeicr für die jüdischen Kricgsgcfallenen, die dem Morse Onanie Paradefeld in London stattfand, nahmen 5000 jüdische Soldaten des Weltkriegs teil. Der Fcldgoth'׳• dienst wurde von Chiefrabbi J. A, Hertz, und Da -י Gollop zelebriert, die Parade nahm der Präsident der ״British Legion", Generalmajor Sir Frcdcrik Maurice, ״ב• Nach der Parade fand in der Albert Hall eine "tf• Sammlung statt, bei der der Schatzmeister der Brilish Legion, Major Bnincl Cohen, den Vorsitz führte. Lord M eichet! wies auf den großen Unterschied zwischen dieser Versaut״• lung und der in demselben Saale eine Woche vorher aj• gehaltenen Moslcy-Vcrsammlung hin. Er erinnerte daran, daß Sir Oswald Moslcy in einem an ihn vor!״י' Jahren gerichteten Schreiben jede antisemitische Tcnd״ seiner Bewegung in Abrede gestellt hat. Lord Meie!"■“ forderte die luden aut, sich um die Bewegung der ״Schwär• hentden“ nicht zu kümmern. General Sir Frcdcrik Maurtc sprach von seinen vielfachen herzlichen Beziehungen ״ Ucbcr die Zuteilung des tschechoslowakischen St» prelscs für Literatur in deutscher Sprache an den jiiaisc Schriftsteller Ludwig Winde r schreibt die ״N at0׳« zcitung“ in Essen: ״Der tschechoslowakische Staats!״ für Literatur in deutscher Sprache für 1934 ist einem — J den zugesprochen worden, dein Roinanschrcikcr Ltia י Winder. Schon die Titel der Winderschen Romane besagen die Stoffwahl genug: Kassi (ein Negerroman); Die ll״1’11״ Orgel; Die nachgeholten Freuden; Die Reitpeitsche 11• *• ״’ , ist an sich gewiß lobenswert, wenn in Ländern fremder ztta Staatsnrrise Iiir Werke deutscher Literatur ausgcsdzl "׳er‘ “ aber Sinn und Wert solcher Auszeichnungen werden verstümmelt, wenn Werke ausgezeichnet werden, die FE“ deutsche Ocisteshaltung vermissen D .״,» Denn die ist schlechterdings bei einem Juden, der 7״V,^ in Mähren geboren wurde, und der sich zufällig (״n״.,ח'״ der deutschen Sprache bedient, nicht zu erwarten. .. י" besprochenen Fall wirkt die Preiszuteilung freilich nt«״ geschmacklos, sondern auch bedeutungslos, denn « ' liehe Vorsorge getroffen, daß jüdischer Geist aus dem sehen Schrifttum, das in Deutschland gelesen wird, aus»“״ . tet bleibt.“