Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1934-11-02 · Heft 88 (2.11.1934) · page 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 88 (2.11.1934)
Date
1934-11-02
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2651273-2653452-2653533--25961-2683130
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions (1 not found in this text)

Seite 6 JÜDISCHE RUNDSCHAU I I;1 I ÜLÜ_LXl «34 /PT7.1 I f^rr:!C77 L;K.»y1i *j L1v>« ■ Kundgebung der ZVfD Die Zionistische Vereinigung für D c u t s c!1 fand teilt mit: Die Zionistische Vereinigung für Deutschland hat die Nachricht über das zwischen Ben Gurion und Jabo« t i 1t s k y geschlossene Abkommen mit großer Freude zur Kenntnis genommen. Die in London gefaßte Resolution darf nicht •auf dem Papier bleiben, vielmehr müssen alle Kräfte der zionistischen Bewegung Aufgeboten werden, urn den Geist der Zerstörung und des Bruderkampfes aus unsc« ren Reihen zu bannen und in diesem historischen Moment ungeheuerster zionistischer Aufgaben die Autorität der zio* nislischcn Instanzen, die Leistungsfähigkeit der nationalen Fonds und die Verbundenheit aller echten, konstruktiven Faktoren der zionistischen Bewegung zu fördern. Die Zionistische Vereinigung für Deutschland kann mit Stolz darauf hinweisen, daß die in ihr zusnmmcngcschlosscneu zionistischen Grtmpcn bei aller Freiheit von Diskussion und Kritik niemals die kameradschaftliche Solidarität preisgegeben haben. Wenn wir leider in Deutschland in letzter Zeit erleben mußten, daß außerhalb der Z. V. f. P. stehende Kreise auch hier tiefbcdauerfichc Zustände heraufbeschworen haben, so hoffen wir in dieser Stunde, daß nunmehr der Appell an die sittlichen Grundsätze des Zionismus nirgends mehr ungeluirt verhallen wird. Die Z. V. f. D. ruft alle Zionisten auf! für eine Verwirk- Hebung des innerzionistischcn Friedenspaktes mit aller Energie cinzutrctcn, um alle Kräfte freizuinachcn für die Durchführung unseres nationalen Aufbauwerkes in Erez isracl und die Erweckung der nationalen Kräfte des jüdischen Volkes in der Galuth. Jerusalem, 29. Oktober. (JTA.) Sobald die Nachricht von der Unterzeichnung des zwischcnpartcilichcn Paktes in London in Jerusalem bekannt wurde, gab Oherrabbiner Kuk in einer Erklärung seiner Genugtuung über das Zustandekommen der Vereinbarung Ausdruck. “Ich habe“, erklärte Cliiefrabbi Kuk, ״diese Konflikte stets tief beklagt und habe Zwei Juden in den österreichischen Verfassungs-Körperschaften Von unserem Korrespondenten J. R. Wien, 1. November 1934 Die Amtliche ״Wiener Zeitung“ veröffentlicht heute die Berufungen und Ernennungen in die wichtigsten beratenden und vorberatenden Körperschaften der neuen bcrufssiämlisehen Verfassung. Unter den Persönlichkeiten, die in den Staatsrat, dem wichtigsten beratenden Organ der zukünftigen Biiiidesgeset/gclnuig, berufen werden, befindet sich auch der Präsident der Wiener 1 s r a e I i t i s eh c n K u 11 ti s g c m e i nd e, Rechtsanwalt Pr. Desider Fried« mann (Zionist). Die Berufung in den Staatsrat erfolgt über Antrag des Bundeskanzlers durch den Bimdespräsidcntcn. Unter den nominierten Mitgliedern in den Kulturrat (einer der v o r b e r a t e 1111 e n Körperschaften), die gleichzeitig veröffentlicht werden, befindet sich als Vertreter der jüdischen Rcligionsgciiosscnschaft tlofrat Professor S. Frankfurter, der langjährige Direktor der Wiener Universi« tätsbihliothck und Konsulent des Bundesmiiiisfcriimis für Unterriebt Die beiden jüdischer) Ernennungen haben in der Juden• Schaft lebhafteste Befriedigung hervorgerufen. Bemerkenswert ist, daß die jüdischen Vertreter als Juden mit der Aufgabe, die jüdischen Interessen zu wah« ren, in die Verfassungskörperschaften cintretcn. ״Die Prosperität Palästinas" Die ״Frankfurter Zeitung“ vom 31. 10. veröffentficht in ihrem Hamicisblatt einen umfangreichen Aufsatz über die Prosperität in Palästina. Einleitend wird der Aufschwung der Wirtschaft Palästinas geschildert, und zwar sowohl im jüdischen wie auch 1111 arabischen Sektor, lni Anschluß hieran beschäftigt sich der Artikel mit der Entwicklung der E i n vv a 11 d e r 1111 g, insbesondere der Rolle der Einwanderer aus Deutschland, Es folgt eine Besprechung des R e g i c r 1111 g s e t a t s und des E i n f 1111 r b e d a r f s unter Berücksichtigung der deutsch-palästinensischen Handels• bczicliiingen. Weiterhin wird die Ausgestaltung der Industrie und die Bautätigkeit in den Städten geschildert und die Frage der Intensivierung der Landwirt• scliaft und die Problcniatik des Orangenanbaus dargestellt. Mit der Behandlung der Arbeitslöhne in Palästina und der Frage der Konkurrenz zwischen arabischer und jüdischer Arbeit findet der Artikel seinen Abschluß. Er klingt in dem Satz aus, daß ״der Glaube der in der Arbeit Stellenden, der Schwung der Entwicklung, der Einsatz und die Hingabe der Jugend fmincr wieder auch Außen• stehende bei allen Vorbehalten zu warmer. Würdigung der vollbrachten Leistungen zwingen“. Die Linzer Kuhusgemeindc zionistisch Von unserem Berichterstatter J. R. Wien, 31. Oktober Es ist den Zionisten in Linz a. d. Donau gelungen, zuteil einem anderthalb Jahrzehnte lang geführten Kampf um die dortige Kultusgenieiiide die M c 11 r 11 eit i!11 Vorstand zu erringen^ und damit den Präsidenten aus ihren Reihen zu stellen. Es zeigte sich hierbei, daß die Partei, die bisher die Mehrheit imiehattv, eins,11!׳, nicht mehr die eigentliche Vertretung der Linzer Judenschaft zu repräsentieren und, um einen Waiilkanipf in def gegenwärtigen Zeit zu vermeiden, zwei ihrer Mandate den Zionisten überließ, so daß sieb der neue Kultusvorstand aus 9 Zionisten und 7 Demokraten zusanimcnsctzt. Zum Präsidenten der Kuitusgcmcindc wurde der langjährige Vorsitzende der Zionistischen Ortsgruppe in Linz, Dr. Gustav Morgenstern, gewählt. Erwähnenswert äst in diesem Zusammenhang noch die Tatsache, daß die Revisionisteil durch einen Exodus die vereinigten Bemühiiii« gen der Zionistischen Ortsgruppe verhindert haben. Man erwartet in Linz allerdings, daß der in den letzten Tagen erfolgte Burgfrieden in der Zionistischen Weltorganisation auch bis Linz a. d. Donau reichen werde ... Dem Ergebnis in Linz kommt insofern eine erhöhte Bedeutung zu, als Linz nunmehr seit der Eroberung der Wiener Kuitusgcmcindc, also seit 2 Jahren, nach Baden bei Wien die drittgrößte Stadt in Oesterreich (außer Graz) mit z i o n i 81 i *eher Kultusmajorität ist. Nacli einer Mitteilung des Dep. of Agrkuihire and Forcsts wurden im September 5918 Kisten Zitrone n aus Palästina exportiert, die zum größten Teil nach Rumänien und in kleineren Quantitäten nach England und Frankreich gingen. \ י s lieii W ... ,3 y versucht, eine Befriedung herbei/iiführen, Auch in Zukunft will ich mitliclfen, die Versöhnung sowohl im allgemeinen wie in Ein/clfülleii, sooft meine Mitwirkung verlangt werden wird, zu fördern. Ich beglückwünsche die Pafen de* Londoner Abkommens.“ Wie zahlreiche Mehlungen beweisen, hat das Londoner Abkommen in der ganzen zionistischen Welt lebhafte Befriedigung und merkliche Erleichterung lHTvorgertifen. Ein hoffnungsvolles Aufatmen geht durch die zionistischen Reihen. Schon drohte die Parlcizcrrisscnlieit min die Verwilderung der politischen Sitten die Entwicklung Palästinas ernstlich zu beeinträchtigen und die großen Massen junger Juden, die in allen Ländern der Gallith zum Zionisums strömten, schienen das Gefühl für die Würde der Idee verloren zu haben. Die verantwortlichen Führer der radlkalen Gruppen taten nichts oder nicht genügend, um diesem verderblichen Zustand ein Ende zu machen. Jeder Versuch einer Reinigung scheiterte an gegenseitigen Beschuldigungen. Die Situation ist nun durch das Londoner Abkommen grtnullegend geändert. Die ganze zionistische Weit, die dieses Abkommen begrüßt hat, erwartet von den maßgebenden Füh• rern der einzelnen Gruppen, daß sie die Gedanken des Ab* kam mens rückhaltlos durchführen. In einer Volksbewegung wie der zionistischen muß cs Mcimmgsvcrschiedenheiten über Eiuzclfragen geben, niemals aber dürfen diese mit Gewalt oder mit dein verwerflichen Mittel der Ver« 1 c 11111 d 1111 g und Denunziation des Gegners ausgetragen werden. Eine gewisse Skandalnrcssc in Palästina, die von Parteien gedeckt wird, ist ein Schandfleck, der verschwinden muß. Die betreffenden maßgebenden Führer werden wohl' jetzt ihren Einfluß geltend machen, um eine Aendenmg dieser Presse hcrbmzufiihrcn. Ueberhnupt wird cs viel Aufräumuugsarbcit geben müssen, wenn das Abkommen wirksaut werden soii. Die ganze zionistische Welt wird zweifei• tos mit allen Kräften jede Bestrebung im Geiste des Lon* doncr Abkommens unterstützen. I Die Synagogen von Priene und Milet Zum 70. Geburtstag von Theodor Wiegand Mit dein Namen von Theodor Wiegand, der am 30. Oktober seinen 70. Geburtstag feierte, sind für uns wich• tige Ausgrabungen verbunden. Sowohl die 1895—1898 freigelegte klein,asiatische Stadt Priene, als auch die große antike Nachbars(,idt Milet, deren 1899 begonnene Aus• grabung erst nach dem Weltkrieg abgeschlossen wurde, haben in ihren Mauern jüdische Gotteshäuser beherbergt. In dem Grahuugsbcriclit über Priene figuriert der Bau, der sich als Synagoge hcrnussteilte, noch als Kirche. Es ist das die sogenannte llanskirche in der Westtorstraße, eine Bnu.nitnge, die den Uchergaiig zum basiliknlcn Tvp vertritt. Sie weist eine rechteckige Nische auf, die durch Ihre kleinen Ausmaße auffiel. Als die Vermutung nahegelegt wurde, *lall der Bau eine Synagoge ist, ließ sich die Nische ohne weiteres als Behälter für die Thorarollcn ausdeuten. Die Nische ist nach Jerusalem orientiert. Ein sicbenarmiger Leuchter erscheint cingcmcißelt auf einem Pfeiler,' der auf dem gepflasterten Boden liegend gefunden wurde. Auf einem Stcinrclicf, das ebenfalls im Innern des Baus gefunden wurde, wiederholt sich das Motiv des Leuchters, der von großen Vögeln um• standen ist. Eigentümlicherweise wurde ein weiteres Stein• rciiof mit der Darstellung des Leuchters im Pflaster der großen Kirche beim Theater in Priene entdeckt. Diese Stein- Latte wird ebenfalls, wie vermutet, dem kleineren Bäu, der ynagoge, gehört haben. Man kann sie in der altchristlichcn Abteilung des Kaiser-Fricdrieh-Miiscums besichtigen. Das Leuchterbild darauf hat zu verschiedenen Deutung*- versuchen Anlaß gegeben, die sich auf die Gegenstände ne« ziehen, die die Menorah flankieren, Nach Ernst Cohn- Wiener ist es links der l.ulali und der Etrog. rechts das Schofarhorn (das eigentümlicherweise rechtwinklig ge* biochen und nicht hogig ist) und ein Wcldciinveig, Am Schaft des Leuchters liegen, von der schmalen Seite gesellen, ziisntiiniengcrolltc Schriftrollcn. Nach Prof. Hans Lictz- 111 a 1111 dürfte das scliofariihnliclic Gerät ein Bcsehncidiingsmesser sein. Prof. S 11 k e n i k identifiziert links einen Etrog, rechts einen Pnlmcnzwcig, sowie den Scholar und die Rollen. Die Synagoge im bedeutenderen Milet bildet einen Teil in einen!/ größeren Baukomnlcx. Das Langhaus ist durch zwei Säulenreihen in Mittelschiff und Seitenflügel gegliedert. Der als byzantinisch bczeiclindc Bau weist ein Säulcnatrium auf, auch die Nebenbauten sind architektonisch gruppiert, unverkennbar ist das Streben nacl! monumentalem Ocsamt* eimiruck. Prof. S u k e 11 i k hat auf die Stelle im Josephus hingewiesen (Jüdische Altertümer, 14. Buch, 10. Kapitel, 21), die das ehrwürdige Alter der jüdischen Gemeinde in Milet bezeugt. Ich zitiere nach der Uebersetzung von Heinrich Clemcntz (Band II, 1923, Berlin-Wien): ״PnUliiis Scrvilim Gattin. Sohn des Puhlhis Prokon'ut, 1111 den Magi-lriU. den Sonnt und das Volk der Milesier. Da euer Milbiirgcr J’rvliiiiU, Solm des llcrmii*, in der Stadt Tratles. wo ich eine Ver1111״nnh111g «!(hielt, mir inilgoloilt hat, ihr hehandollot die Juden nieli! in unserem Sinne, sondern verhindertet sie, ihre S«bbäte zu (eiern, ihre herkömmlichen Opfer darzubringon Und nneh ihrer Gewohnheit zu leben, und daß er seihst diesen licsehhift auf gesetzmäßigem Wege zustande gebracht habe, so Ine ich euch hiermit zu wissen, daß ich narb Anhörung licidcr Parteien ein- .schieden luitie: Die Juden dürfen in der Ausübung ihrer Gebräuche nicht behindert werden.“ Durch die Freilegung und Zugänglichmachung der antiken Synagogenbauten rückt manches schriftliche Zeugnis erst ins rechte Licht, wird manches schiefe Urteil korrigiert. So bcgrüßen wir jede Tat der archäologischen Wissenschaft, die zur Kenntnis unserer Geschichte beiträgt. Rahcl W1 schnitzer-Bcrnstein. Zum Tode von Professor Dr. Heinrich Rosln Vor kurzem verstarb der bekannte Berliner Internist, Gelicimrnt Prof. Dr. Heinrich Rosln, im Alter von* 71 Jahre». Professor Rosin genoß nicht nur als Arzt einen bedeutenden Ruf, sondern betätigte sich auch auf jüdisch« gesellschaftlichem Gebiete. Er gehörte seit vielen Jahren dem engeren Vorstand der Ort-Gesellschaft, Abt. Deutsch« )and an. Sein großes Interesse an dem wirtschaftlichen Wie« deraufbau der osteuropäischen J udenheit und an den Aufgaben der beruflichen Umschichtung dcutscher Juden, hat er durch tatkräftige Mitwirkung bewiesen. In Ort-Kundgebungen im Reiche, besonders aber unter der jüdischen Aerz.tcscliaft Berlins, hat Prof. Rosin oft Gelegen• heit genommen, sielt für das Ort-Fachschulwerk in Osteuropa cinzusctzen. Prof; Rosin hat auch regen Anteil an den Arbei• ten der Gesellschaft für Gesundheitsschutz der Juden ״Oie״ genommen, . . .... ... .. 1 ‘. . , Eine neue Jugendbibel Die Geschichten der Bibel, der jüdischen Jugend ,״״״ von Joachim Pri!1 z. Mit vielen Bildern von 11 י Wailenhcrg. Lrieli Reiß Verlag, Berlin, HM, 3,5(1, e1־״ Die Bibel Ist das meist gelesene Buch der Memel,!״׳״ Viele Völker haben erst durch die Bibel ihre endgültig, t'j' turcllc und oft auch sprachliche Formung gefunden, ן uns Juden bedeutet dieses Buch noch mehr. Es jo ‘riUf ״portative Heimat“ des jüdischen Volkes. Durch <!1; Ult ich, das von Gesc hlecht zu Geschlecht als größtes' Hc tum wcitcrgegebcii wurde und um das sich zu müht•״! eigentlicher Sinn aller mciischliclicr Beschäftigung erscheint 1! * sich das jüdische Volk als Volk am Leben erhalten. Für'a* Juden von heute, die in ihrer kulturellen Beschaffenheit merkwürdige Wandlung diirchgcmaeht haben, entsteht ״״״' mehr das Problem, wie wir die Bibel unseren Kindern übermitteln haben. Denn daß dies unsere Pflicht ist * stehen wir heute wieder besser als je. ’ זז' Biblische Geschichte für Kinder zu erzählen, Ist kein leichte Sache. Die Art und Weise, wie unsere Beschicht büclicr abgefaßt sind, ist meist etwas altmodisch und $mjfu die Kinder nicht direkt an. Das Wesentliche aber bei bibl sehen Geschichten ist, daß der Mensch, der sic hört, dUrcj! sie angesprochen wird. Denn Biblische Geschichte 5ן1״ man nicht nur lesen, sondern hören. Das neue Buch vJ Prinz füllt-also eine empfindliche Lücke aus. Es ist von cinrm Manne riisaniincngcstellt, der mit Kindern viel zu tun hat nna dem eine besondere I. i c 11 e für Kinder zu eigen ist üi1j aus dieser Liebe heraus erzählt er, und darum hat er tjn Buch geschrieben, das sich hören lassen kann. Es ist 0״ Buch zum Vor lese 11, und auch das optische Bctlnrfnikommt zu seinem Recht durch die reizenden Zeichmm?«! von Wallenberg. Dieser Zeichner versteht mit wertigen sineben lind einfachen Mitteln eine Situation bildhaft wieder■ zugeben und gerade das charakteristisch zti treffen, worauf es ankommt. Seine Zeichnungen des Paradieses z. B. oder der Arche Noah oder der Fronarbeit der Kinder Israel»!j״fj Kabinettstücke. Prinz hat sich im großen ganzen an de« überlieferten Text gehalten. Manchmal entstehen da selbst• verständlich Schwierigkeiten, denn die Bibel ist nicht für Kinder geschrieben und manches, was dem kindlichen Ver• ständnis unzugänglich ist, muß notwendigerweise der verantwortllchc Pädagoge ausmerzen. Man kann darüber streiten, ob die Variationen, die Prinz anbringt, in allen Punkt«! glücklich sind. So z. B. scheint uns die Aenderung der Potirhar-Gcschichtc dahin, daß Potiphars Frau den Josef des beabsichtigten Schmuckdiebstalils bezichtigt, etwas mißglückt. Aber mit der Schwierigkeit, die solche Stellen bei der Er• Zählung für Kinder mit sich bringen, muß man rechnen. Prinz hat nur den Josef-Roman frei erzählt und sich im fthri• gen an den biblischen Text gehalten. Ob die kindgemäRc Sprache, die er beabsichtigt, gelungen ist, darüber wollen wir die Kinder selbst urteilen lassen. Wir vermuten, daß das Urteil günstig atisfallen wird, und wir würden uns freuen, wenn dieses neue Buch zu einem Lieblingsbuch Unserer Kinder wird. Prinz hätte sich dadurch ein wirkliches Verdienst erworben. (An diesen ersten Band, der mit dem Tod Salomos schließt, sollen sich weitere Bande a«schließen. Der Einband enthält auf der Rückseite eine plastisch gezeichnete Palästina-Karte.) r, Leopold Jessner bei ״Hablmah“. Das jetzt veröffentlichte Repertoire der ״flabimali“ für die nächste Saison enthalt u. a. folgende Stücke: ״Sabbatai Z w i“ von Kastein: drei hebräische Originalwcrkc, eins aus dem heutigen |w•, lästiiicnsisclicn Leben, eins aus der Periode der Marranen in Spanien und ein biblisches Stück; zwei Ucbcrsetiungen, darunter eine eines Stückes von Franz Molnar; ein Volks; stück von Goldfaden 1001״ Nacht“. In kurzem kommt als neuer Regisseur der ״Habimah“ Leopold Jessner nach Palästina, Die blaue Bcltragskartc für Hilfe und Aufbau stellt im M onat November die Arbeitsvermittlung in den Mittelpunkt ihrer Werbung. Zahlreiche jüdische Existenzen sind in den letzten Jahren schwer betroffen worden. Helft um, sic wieder In das Wirtschaftsleben einztireihcti! Die Regie• rung hat durch die Anordnung vom 28. August über die Verteilung von Arbeitskräften Klargelegt, daß es jetzt tul Einsteilum; von Kräften, die lange erwerbslos sind, die hl vorgerücktem Alter stehen, oder die Familien zu versorge« Italien, ankommt. Auch wir Juden müssen es uns zur Pflicht machen, in erster Linie für diese Kräfte zu sorgen, besonders für unsere Familienväter, für unsere Mut׳ t c r, die allein im Leben stehen und für ihre Kinder zu sw• gen haben. Die Sorge für die junge Generation bleibt «• neben bestehen. Wir können dieser Aufgabe nur voll gerecht werden, wenn unsere behördlich genehmigten Arbcitsnach• weise so ausgehaut werden, daß sie in der Lage sind, Arbeitslosigkeit nach besten Kräften zu bekämpfen, und die jüdischen Arbeitgeber über ihre Pflicht voll aulztiklären. mit uns den Kampf gegen die Arbeitslosigkeit aufnimnit, stutft unser Werk. Die Erfüllung dieser Aufgabe ist daher die vornehmste Pflicht eines jeden, der noch in der Lage ist, ף geben. Erwerbt die blaue Beitragskarte für Hilfe und Aut• bau) Nächste Abfahrten nach Palästina (milgetcilt votri P•• Icstinc ft Orient Lloyd, Berlin NW 7, Fricdrichstr. T«•■־ A 6 Merkur 2915/16). 7. November: Dampfer Pofom* J Konstanza. 7. November: Dampfer Piisna ab Triest. 8. ך vember: Dampfer Tevere ab Genua. 9. November: Damp Tevere ab Neapel. 9. November: Dampfer Champollton Marseille. 14. November: Dampfer Gertisalemmc ab ׳»וזו 15. November: Dampfer Hclouan ab Triest. 16• Novemwr. Dampfer Mariette Pacha ab Marseille. 21. November: l» P fer Piisna ab Triest. 21. November: Dampfer Poionta^ Konstanza. 22. November: Dampfer Vienna ab Genua vember: Dampfer Patria ab Marseille. 28. November: fer Gcriisalcme ab Triest. — 11. Februar 1935: ״atnp Aquitanla (48 000 t) ab Nizza. 20. März 1935: Dampfer Air tania ab Nizza. KALENDARIUM 1934 — 44. Woche Freitag Samitag Sonntag Montag Dienstag Mittwoch ג. November 3• « ״ .4 ,, .3 ״ .» ־״ .7 Donnerstag #. 5695 - 9. Wodje 24. Chesdiwan 23. 2«. 27. , 2«. 29. 1. Klslew ייי״רזן חדש *abbat-Auigan*׳ Botin *1*. Br.tlitn Jw, Frankfurt «. Ft. 1*5 Ft#»*«* 2• November 19171 Abgab« der Bulfour-DekWrotto״*׳ י• November 11901 Cc«*re Lombroto. geboren, «. November ttrot Sir Herbert •emael in Urerpooi l*0״"** 7. November 19SI1 Leo Moitkio ln Peru gtilorbt». % ) K I ) I

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.