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Jüdische Rundschau · 1934-10-26 · Heft 86 (26.10.1934) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 86 (26.10.1934)
Date
1934-10-26
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Ilw* 1 1 f &y fl,, 86 / Jahrgang 39 r-irns 3-־1 S»■.—1^, ■1.J2 t n ' v- ב ך״־־י״ן ן™ «,ltrtHl»ü»"l(.v*״ *•*״* Än*®I8<»'‘verw»lt11״״, B«U» W1S, M0I11«U., Ir 10 F,ra״l־S.m״״l-Nr. J. Bl.m.rA 3181/82,7165/70,7240/42. - Bacugaprala pro M״».t HMi-.l’roQ“1•״ RM5,75. - Poatachßck*Konten der Abomremem.-Abrellun*: 7.573 ״״״״ (I ir GrnS -13״ In* Berlin 17 392 (Nlr de, ״brit. Heich). Au,lende. *״״,, in i«w״1״״ Lendwwlihnm*. - Er.ch.lnt jadan Dl.ael«, mi WtmHmg. BERLIN י״ז מרחשת חרצ״ה FREITAG, 26. OKTOBER 1934 Pflf zionumu» erstrebt fOr das Jüdisch« Volk dl« Schaffung «lner Oftenlllcli - rechtlich 0״.lchorton —«*SÄ'SBSäffiöSSBZ®®®®•-SSSEaMO^OaMaM«' 3t 115־ »uZai" 1 ■׳aa|Ma«aMm^»— •* Preis RM—.25 ^—ך־י . r~l וייקן V ""”׳11 ץ | j j ABX«I2*nl«rlf 1 Die Z2g#«palt«n• mimZen* RM 0,20, för Btrl1engesu3H• RM 040, füt Famillettnachriehtfm'RM 045• EtnielaniMgrii nur grgeit Vorsusrahlung 9m 6U־h»l!«r oder auf Poettcliedt-Komo Berlin 71618 Monfn# bi• Donnerltag 9—18־ tÄ» Freitag 9—16 Uhr. A!m«htne»ch!uft lür die Dieü*M»6־Au*g»b• Montag 10 Uhr» W? di• Fr*if»g-Au*sab• Mittwoch 13 Uhr (FesdlicnAnreigess bis Donnerstag 10 Uhr) Heimstatt« ln Palästina. ״Buslsr Programm" Zur e Bemerkungen zur letzten Sitzung der Mandatskommission Von Adolf B o 11 m (Wien) Das Prot iboll der;׳.׳>. Session der Permanenten Mandats- Kommission des Völkerbundes und der Bericht der Kom- Mission an Pen Hat sind, wie bereits gemeldet, im Druck erschienen lind durch die Piibtikaiionsahieitiing des Völkerbunils-Sekrcluriats in (jcnf zu beziehen. Die Ausgabe trügt kr Annulier C 279. M. 10$. 1934/VI. Das Protokoll enthält midi die eaHe Debatte ilfn'r den Verwaltitngsbcrichl der llamlalnnnacht jilr Palästina, IE1V haben bereits früher einige Details aus dieser wichtigen Debatte mitgetcilt; nachflehend beseiiiifligl sich unser Mitarbeiter mit einigen aus km Protokoll sielt ergebenden Tatsachen der englischen?oliisliniipolitilt. Red. In seinem mündlichen, den gedruckten ergänzenden Berieht vor der Mandatskommission, sagte der akkreditierte Vortrder der Mimlatarmncht, Chcfsekrctär Hall, u. a., daß der Anteil Palästinas an dem Ocw i 11 n aus dem Gel dum• 11 uf zirka 100 000 Pfund beträgt,'(Ein Gewinn entsteht, abgesehen vmi Münzgcwinn, dadurch, daß der Qarantiefonds in verzinslichen englischen Papieren angelegt ist, die Noten natürlich nicht verzinst werden.) Es geht daraus indirekt hervor, daß der Umlauf mit mindestens 100 ״/«, wahrscheinlich aber mit 120״/» gedeckt ist, ein Unikum it der Welt, um so mehr, als ja die Uehcr schüsse der Regierung gegenwärtig zirka 3% Mill. Plund betragen, so daß wegen der Sicherheit der Noten nicht die leiseste Gefahr tcstcM. Es ist wahrscheinlich, daß der Ucberschuß über die l»״״ige Deckung der Noten heute schon 000—700 000 Pfund aiwuacht. (Im Bericht ist keine Ziffer angegeben; im März 1933 waren es 558 OCX) Pfund.) Um diesen unsichtbaren Betrag erhöht sich die sichtbare Reserve der Palästina-Rejicrung. Als Mr. Hall gefragt wurde, warum Budgctübcrscluisse von Millionen Pfund angesnmmclt werden, gab er die übliche Antwort, daß auch mit schlechten Zeiten g c r c c h - net werden müsse. Diese Erklärung hören wir min schon seit langer Zeit, aber sie kann einer näheren Prüfung nicht!landliaitcn. flenn, abgesehen von jeder Barreserve, ist heute eine völlig genügende Reserve im Budget selbst enthalten. Die Einnahmen überstiegen die Ausgaben h den letzten Jahren wie folgt: In Mill. Pfd. abgerundet: Finanzjahr Einnahmen 1932/33 3016 1933/34 398S Ausgaben Uebcrschuß aw,nEfnrn0,\"'ea 2 516 0 500 17% 2 704 1281 31% Wären also z. B. im Jahre 1933/3-1 die Einnahmen selbst um 30״« zuriiekgegangen, so würde noch immejs kein Defizit entstehen und die Barreserve müßte nicht angegriffen werden. Wir können nicht wissen, ob eine Krise kommen wird und wie tbrk in einer solchen die Einnahmen fallen werden. Ver-;Itidiswcisc können wir aber die Krise von 1925/26 heranliehen. Wir iinden in diesem Zeitabschnitt folgende Ziffern- Rwegung: *r״' Fmniujnhr Einnahmen Ausgaben Ueberschuß Defizit 1923/24 1675 1 675 י— 1924/25 215S 1853 0 302 — 1925/26 2809 2092 0717 — 1926/27 2 451 2124 0 327 —!«Intel 927 1739 1944 — 0 205 1928 2 584 3 381 — 0 797 1928•) 2 584 2 516 0023 — Blick hinter die spanische Wand Uie internationale Oelfentliclikcit wurde in den letzten Woche״ durch die Vorgänge in Atem gehalten, die Spamen erschütterten. Auch heute noch scheint es, als ob noch nicht in n 11 c 11 Teilen des Landes die Ruhe wieder hergestellt ist. In einer Zeit, in der zahlreiche Ereignisse politischer und wirtschaftlicher Art die Welt beschäftigen, kann sich das allgemeine Interesse naturgemäß nur vorübergehend mit einem derartigen Ereignis befassen, und es wird sehr bald wieder von neuen Tatsachen im Bewußtsein der Menge verdrängt. Für uns Juden sind aber alle Nachrichten, die aus Spanien dringen, von einem Gefühl der beson* deren Beziehung begleitet, das wir zu diesem Lande haben, in dem einst eine Symbiose von ungeahnter Fruchtbarkeit zwischen den Juden und der einheimischen Bevölkerung bcstand, deren grauenvolles Ende allerdings noch denkwürdiger war als die Größe, die die vorhergehende Epoche besaß. Wenn mm heute Spanien von der Krise, die die meisten europäischcn Länder berührt bat und die zu vielen politischen Neubildungen führt, stark betroffen wird, so klingen solche historischen Rcminiszcncn in uns an. Es erscheint wie ein tiefes Geheimnis der Oeschichte, das sich uns offenbart, wenn wir von den Faktoren hören, die das spanische Volk und sein Land heute beherrschen und gleichsam als der I linlergrund hinter den äußeren Ereignissen stellen. Ein guter Kenner des Landes, Fritz Wahl, der als Korrespondent der ״Frankfurter Zei* tung“ seit langer Zeit in Spanien lebt, hat soeben eine instruktive Studie über Spanien veröffentlicht (Societäts-Verlag, Frankfurt a. M.), in der er sieb 11. a. mit dem Individua- I i s m u s des Spaniers auscinnmlcrsctzt. Wir hören, daß ״die Tragödie der Spanier ist, daß sie einmal ein großes Volk waren und heute nicht begreifen oder sich nicht cingcstchen, daß sic ganz von vorne anfangen müssen, wenn sic wjpdcr ein solches werden wollen.“ Der Spanier hat ״eine intuitive Fälligkeit, sich in fremde Gedankengänge cinzufühlcn, eine verbluffende Leichtigkeit, sich in komplizierten Zusammenhängen zurcchtzufinden und ihnen eine rasch faßliche Deutung zu geben." — ״Kein Volk, das so im Glanz der Vergangenheit schwelgt! Jede politische Rede, jede Betrachtung ruft die Gcschichte zum Zeugen an..." — ״Die Spanier pflegen ihre mangelnde Fähigkeit zur Unterordnung mit dem ihnen ein geborenen Individualismus zu entschuldigen, auf den sie sehr stolz sind, obwohl sic aus Erfahrung wissen, wie abträglich ein so übersteigerter Individualismus dem nationalen Leben ist.“ Wie sehr erinnern diese Charakteristiken an die S i t u a tion, die wir heute im jüdischen Volke vor• finden! Auch hier die Größe einer Geschichte, der eine Gc« ) ohne SdniMinMunjj *״ tlie Türkei. Von 1028 bis Anfang 1932 (zusammengenommen) deckten 5״ dann Ein- und Ausgaben. Im Jahre 1928 sind 820 000 Plund *chuldrückzahlungcn an die Türkei geleistet wor- ™ץ was Palästina als einziger Nachfolgestaat völlig über• ™ssigerweise tat. Das Normalbudget hat also auch 1928 kein Mbit ergeben. Aus diesen Ziffern erhellt: ln der relativ ™,f großen jahrelang nachwirkenden Krise 1925/26 hat cs nur ®tinvm Finanzjahr einen Rückschlag der Einnahmen gegeben '"27 <)’־), und zwar von 2,8 auf 2,45 Mill. Pfund, d. h. um bloß J.’"»! Dabei wurden noch immer fortlaufend Ucbcrschüssc emc'lt, so daß im Jahre 1928 die erwähnte Scliuldriickzalilun• Kreistet werden konnten. Nur in einer Periode (9 Monate ׳) pah cs ein ganz minimales Defizit von 0,2 Mill. Pfund ״ a1,cb dies nur rechnungsmäßig, da es sich ja um kein ״lcs Finanzjahr handelte und nur ein solches eine richtige Bll״'׳z gibt. מ .,st also eine Uebcrtreilmng, wenn man sagt, daß ein ,1״Bet, in dem 30״/» Reserven liegen, auch für eine Zeit cs Rückschlags keine Gefahr bedeutet? Wozu also die BariImo1'״ a״l'1,:׳|fe11, die heute zirka 31/2 Mill. Pfund und mit ., Lurrciicy-Rcscrvc über 4 Mill. Pfund ausniachcn dürften? 1! dieses Geld ist überdies zu einem ganz niedrigen Zins־ ״L *,)Belegt, indes die bei diesem Stand der Finanzen höchst ^ulussigc Anleihe von 21/3 Mill. Pfund vielleicht mit Hali 'J',rd verzinst werden müssen. Dabei rühmte sich Mr, Anu■uCs.scn’ daß d,c Garantie der englischen Regierung den *'»״״«*״ um 2 «/# senken werde, was 40000 Pfund aus* Um'' ^a'f nicht dagegen, daß dafür mindest 80000 Pfund 1 *Verzinsung auf die Ucbcrschüssc zu halten sind! ' der 7?!<ön״te man sagen, daß Lord Plumer zur Linderung I hat»״ rvl!s'osigkeit in der erwähnten Krise manches getan •nzfi-u, ddür ausgelegten Mittel sind aber in den oben 1 ״ Misgabeziffern des Budgets enthalten, es war. 11 *ein Reservefonds nötig. Allerdings waren diese Mittel nicht ausreichend und heute ist der Arbeiterstamm der von der Krise besonders betroffen werden könnte, ein viel zahlreicherer. Wer aber wird glauben, daß die Regierung auch nur 10״/» der bis dahin auf gespeicherten Summe, tlie ja vorläufig von Tag zu Tag wächst, für N o t st a n d sarbeiten u. tlgl. aufwemlen wird? Dieser Zweifel wird dadurch bestärkt, daß Mr. Ilali in seiner ausführlichen Darlegung über die Anhäufuiig der Reserven auch nicht mit einem Wort erwähnt hat, daß die Regierung sieh zu saldier Hilfe bereithalten müsse. Er führte nur aus, daß manche Einkornnicnsqucllen im Fall einer Krise plötzlich cinschrumpfcn könnten, so daß die ungesicherte Weiterführung gewisser sozialer und..öffentlicher Dienste gefährdet werden könnte. Deshalb seien für die nötigen Investitionen die Mittel aus einer Anleihe genommen' und die Ucbcrschüssc nicht angegriffen worden. Diese Beweisführung ist natürlich völlig verfehlt. Denn wenn 2', Miß. Pfund statt aus ׳einer Anleihe aus thesaurierten Mitteln ausgegeben worden wären, so blieben heute noch liehst den 30 '״',י innerer Budgetreserve zirka 11/2 Mill. Pfund Reserve, d. h, 50 ׳«/״eines Jalircslnidgefs. Wo auf der Welt hat es ein Land .gegeben, das jemals solche oder nur annähernd solche Budgctrcservcii gehabt fiat?! Aus einer Anfrage Lord Lugards über die Aussichten der geplanten Agrarbank, tlie mit Hilfe jüdischer Finanzinstitutc unter Kcgicriiiigsgarantic .geschaffen werden soll, ist zu ersehen, welcher Act die Schwierigkeiten sind, die der. Erricbtimg der Bank entgegenstehen: Die institutc erklären nämlich, daß Infolge des bekannten Pächterschutzgesdzcs von 1933 (das mich, Leute, die ohne jeden Anspruch zwei Jahre Rohr auf einem Boden geschnitten hatten usw., als Pächter schützt), die zu belehnenden Ländereien keine genügende Sicherheiten für Hypotheken geben. Mr. Hall wich dem Sinne ■ dieser Frage aus, indem er sagte: Pächter, die nicht regclmäßig ihre Verpflichtungen erfüllen, seien nicht geschützt. Es zeigt sich, wie recht in diesem Fall die jüdischen Kritiker haben, wenn sic immer wieder darauf hlnwclscn, daß eine Gesetzgebung, die vermeintliche arabische Rechte gegen die Juden schützen will, den Fortschritt des ganzen Landes hemmt, dadurch auch die Araber schädigt und niemandem Nutzen bringt. Auch auf die Frage M. Sakcuobcs, Warum sich von den sogenannten ״landlosen“ Arabern nur M6 Familien zur An- Siedlung gemeldet hätten, gab Mr. Hall eine ausweichende )Antwort. Er sagte, der Hauptgrund sei die Anhänglichkeit der Araber an ihren Wohnort, z. B. hätten sich die Araber ' von Wadi cl Chaweret geweigert, nach Tel Schock zu gehen. Es handelte sich aber vorerst nicht um eine Einladung an die registrierten Araber, sich irgendwo nnsiedcln zu lassen, sondern sich überhaupt zur Anstellung zu melden. 111 der Debatte über da» Schulwesen bemängelte M. Palacios, daß mehr als 100000 arabische Kinder ohne Schulunterricht seien. Mr. Hall sagte, diese Bemerkung sei ״irreführend“ (misleading).. Es seien nur 5000 Ansuchen um Aufnähme in die Schulen abgewiesen worden. Daß das keine, Widerlegung der von Palacios vorgebrachten Tatsache ist und auf Mr. Halls Antwort .das von ihm selbst gebrauchte Wort ״irre• führend“ anwendbar wäre, bedarf keiner näheren Ausführung. Am beunruhigendsten ist jedoch die Auskunft, die Mr. Hall wegen der Imperial Preference (Vorzugs-Reichszolle) gab: England könne diese Palästina nicht gewähren, weil sonst die Staaten, die mit England Meistbegünstigung«• vertrage geschlossen hätten, aus diesem Titel auch für sich auf die Vorzugszölle Anspruch machen würden. Eine Anfrage bei verschiedenen Staaten habe die« erwiesen! ־ Hierzu ist zu sagen, daß jener Rechtsstandpunkt durchaus kein allgemein anerkannter ist. (Siehe hierüber J. Brutzkus im ״Jewish Chronicle“ vom 20. VII.) Wenn man. ihn aber doch gelten laßt, so könnte im Interesse Palästinas dessen Regierung, wie Dr. Bileski dies empfohlen hat (siehe ״Palästina“ 1932, Heft 12), dem V. B.-R.1t vorschlagen, es durchzusetzen, daß seine Mitgliedsstaaten keine Ansprüche erheben, wenn Palästina die britischen Vorzugszölle gewährt werden. Die Palästina-Regierung bcschcidet sich aber nicht mir mit dem bequemsten Standpunkt, sondern, damit nicht genug, provoziert sic Im Vorhinein durch ihre Anfragen bei den einzelnen Machten deren Widerstand. War sie wirklich so naiv zu glauben, daß cs irgendeinen Staat geben könnte, der über ihre Anfrage ein Recht, das er besitzt und das er eben durch die Tatsache der Anfrage vom Gegenpart anerkannt findet, freiwillig auf gehen wird? Mit diesen Anfragen hat die Regierung die Lösung der Frage, die von so eminenter Wichtigkeit für den Export Palästinas ist, nur erschwert. Sich selbst hat sie cs natürlich leicht gemacht. Die Mitglieder der Kommission zeigten sich diesmal, wie immer, sehr gut Informiert — wozu sicherlich auch der Informationsdienst der Jcwish Agency beigetragen haben wird — und sie haben auch diesmal eine ganze Reihe von wunden Punkten berührt, wie z. B. außer «len erwähnten, den Mangel einer Arbeitergcsctzgebmig, die schlechte Lage «ler Fellachen im Hügelland, das Ungenügen des Hafens von Haifa usw. Aber mit den meist ausweichenden Antworten Mr. Halls erklärten sic sich stets sehr zufrieden, ein neuerlicher Beweis daliir, «laß die Mandatskommission des Völkerbundes dessen mächtigstem Mitglied, Großbritannien, nicht wehe tun wird. Aus dem Bericht der Regierung wäre noch eine wichtige Angelegenheit zu erwähnen, die auch in «ler Maiulatskommission zur Sprache kam: Der Vertrag der Palästina-Regicrmig mit der A 11 g I o Pcrsian Oil Cy (A. P. O. C.). Während der Vertrag mit der Irak Petrol Cy (I. P. C.) in der palästinensischen Ocffcntjichkcit einen großen Sturm hervorgerufen hatte, weil ohne ihre Befragung wichtige Hoheit«• rechte der Regierung an die IPC preisgegehen wurden, hat . nach dem Vertrag mit der APOC kein Halm gekräht. Und . doch ist dieser eine genaue Kopie des anderen: auch diese Gesellschaft genießt das Recht der Expropriation, kann Pipe- . lincs bauen, zahlt keinerlei Steuern und Taxen auf ihr Oel, genießt freie Einfuhr für alle Materialien, kann eigene Häfen crric.Jeii, über die sic allein das Verfügung«• und Taxreeht hat, ist frei in der Auswahl und Verwendung der Arbeitskräfte, namentlich hat sie das Recht, auswärtige Arbeiter cinzuführen und die Arbeitsbedingungen fedzusetzen, wird für immer von Einkommensteuer, selbst für ihre Beamten, und Stempeln befreit usw. Alle Vorstellungen, die 1925 der Regierung beim Bekannt• ' werden des Vertrages mit der IPC gemacht wurden, sind auch diesmal völlig unbeachtet geblieben. Die Regierung tritt einfach einen Teil ihrer Macht einer englischen Gesellschaft nach der anderen ab. , So zeigen sich in Palästina alle Schattenseiten!einer absoluten Regierung. Die Juden kämpfen gegen sic meist nur, wenn sie sich direkt betroffen fühlen. Aber sie sind es nicht minder, wenn die Regierung , wichtige Interessen des Landes preisgibt, eine völlig undurchsichtige Finanzpolitik treibt, den arabischen Bauern nicht genügend hilft, sondern ihnen gegenüber nur mit un- , nutzen, ja., schädlichen Verordnungen (Pächterschutzgesetz■ gebung) und ungenügenden Anläufen (z. B. Cooperativgcsctz) *die Geste des Helfcnwollcndcn zeigt 11. a. m. Die Haltung * der akkreditierten Regicrungsvertrcter vor dem einzigen öffent• ' liehen־ Forum, dem sie Rechenschaft legen (der Mandatskom« mission), ist immer dieselbe — ein Ausweichen bei unan« genehmen Ftagcn, die in den Kern der Ucbclstände zielen. Es bleibt bis auf weiteres nichts übrig, als im Wege der Publizistik die Öffentlichkeit mit diesen Problemen vertraut Zu machen.

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