Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 84 (19.10.1934)
- Date
- 1934-10-19
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 6 } Ü D1SCH E RUNDSCHAU Nr 84. 19 X!934 CT" J C. L J f (Von unseren Berichterstattern.) Kundgebung der Allgemeinen Zionisten Die Gruppe Allgemeiner Zionisten in Deutschland veranstaltete «am 17. Oktober in der Loge Klciststraße eine stark besuchte Versammlung, die dem Ziel diente, die durch die Krakauer Konteren/, geeinten Gruppen des Allgemeinen Zionismus auch der zionistischen Oetlcutliehkeit in I)entsehlaml \׳or/11stellen und zum Zusam־ nicnschlnfl aut dem Boden des Allgemeinen Zionismus anl- ׳zurufen. Der erste Redner, l)r. Egon Kosenberg, schilderte die Gefahren des übersteigerten Parteikampfcs für den Bc- Stand der Zionistischen Organisation und (iir den Aufbau Palästina». Cr forderte die Stärkung der zentripetalen Kräfte im Zionismus und die Entwicklung eines echten zionistischen .״Bürgerin wuBtscius". Amtsgerichtsrat i. K. Kurt Tuchler zeichnete ein lebendiges Bild von der Entwicklung 11er Meiiuiugsdiffcrcn/en im Zionismus und bedauerte, dal! im Unterschied zu trüberen ׳ Auseinandersetzungen heute der in der Organisation notvvendige ״menschliche Kredit“ fehle. Er be/cichnetc das in Krakau formulierte Programm als einen glücklichen Beginn zur Schalfung einer organisatorisch fest gefügten Mitte, die sich sowohl nach links wie nach rechts abgreiut. 111 einem gründlichen Relerat beschäftigte sicli Dr. Franz Meyer mit den Gründen, die zu der bisherigen Zerrissenheit des Allgemeinen Zionismus geführt haben. Die wesentlichsten dieser Gründe sind durch die geschichtliche Entwicklung überholtworden. In I)entsehlaml, wo es stets eine loyale Zusamjneiiarbcit der zionistischen Gruppen gegeben hat, Versuchen heute die Elemente der Zerstörung in unseren eigenen Reihen die Einheit zu untergraben. Demgegenüber gilt es (cstzustclicn, Bochum dal! ein Aufbau nur daun möglich ist, wenn man hei aller Wahrung des eigenen Standpunktes auch andersartige Geber- Zeugungen 1111 Rahmen einer Volksgemeinschaft zu ertragen weiß. Ziel und Aufgabe des Allgemeinen Zionismus sei es daher, alle produktiven Kräfte zu sammeln, jegliche Sonderintcresscn dein Gcsamtwohi imtcrzuordnen und die Träger unseres Aufbauwerkes, die Zionistische Organisation, und die nationalen Ponds, allen Angriffen /um Trotz zu festigen und zu stärken. I)r. Meyer schilderte sodann den Verlaut der Kra- ״.)״ rezitierte meisterhaft aus zeitgenössischen jüdischen it!» kauer Konferenz der Allgemeinen Zionisten und heschattigtc sieh k,.״ |)jc Veranstaltung fand in der Synagoge statt ״J mit den Schwierigkeiten, die Parolen von Krakau im Leben w״ schr gut besucht. * m Palästinas zu verwirklichen, f ür den nächsten Kongreß werde dort cingeleitetc Zusaiiimenschltifi von größter Bedeu* Am 3. Oktober veranstaltete die Z'^nlstlsrhe Ortignm!. eine giitgchmgcnc Simdiat-Thora-Fricr. Es wirkten mit I![l Praw (Tenor), Oskar Scharf (Bariton), Heinz Kaulm,, (Violine), Werner Schiller (am Klavier). — Am 7, üktol»! veranstaltete die Mittclstclle tür Frwachscncnbildung, Bochm« getragen durch die C.hcwra, Jiid. Frauenbund nn<| |sr1J F rnuenvcrcin, einen Rc/ilationsabciid, Frau Hcrrnstadt-Oetf«״ der tung sein. Als letzter Redner des Abends gab Dr. Hans Friedenihai seiner Sorge um die zionistische Erziehung der Jugend Ausdruck, die die Ideen des eigentlichen Zionismus vielfach nicht mehr keimt. Der Gedanke eines reinen Zionismus, der nichts anderes wolle, als den Aufbau Erez Israels für das gesamte Volk dtirch/uführcn, sei ein Ideal, das heute mehr denn je erstrebenswert für eine verantwortungsbewußte Jugend sein könnte und tatsächlich schon, besonders im Osten, jugendliche Massen angezogen hat. Der Redner wandte sich daher gegen die Einführung fremden Ideenguts in das zionistische Leben und betonte die Notwendigkeit der Kooperation mit den palästinensischen Arheitern als den Trägern des Aufhmis. Die Jugend habe Schnsucht nach Ordnung und Autorität, die im Zionismus wieder aiifgericlitct werden müßten. Nach einem Schlußwort von Dr. Rosenberg wurde die Versammlung mit der llatikwah geschlossen, nachdem ein großer Teil der Anwesenden Ihr Interesse für die Arbeit der Allgemeinen Zionisten erklärt hatte. Breslau Das Monaten rend des Die Bühnenbilder zum ״Jeremias" Von R a h c I Wisch 11 itzcr-Bcrnstcin Die Aufführung des ״Jeremias“ von Stefan Zweig im Theater des Kulturbundes kennzeichnet eine neue Etappe in der Entwicklung der jüdischen Biihiienkimst. Der Weg führt über die H n b i in a 11, jene in Rußland geschaffene Bühnengenossenschaft, die vor acht Jahren nach Europa kam, um nach einer Reihe von Gastspielen überall in der Welt ihr Wirktmgsfchl in Palästina mifztirichteii. Die Habimah war das Produkt des großen Umbruches im Osten, der die kulturellen und wirtschaftlichen Grundlagen des Judentums erschütterte. Sie bedeutete die Flucht des jmlisehen Kiilturbewußtscins aus der Atmosphäre national-rcligiöscr Abschnürung, freiwillige Isolierung durch Erwählung des Hebräischen zur Bühnensprache, Abbrechen der Bindüngen an die Umwelt mit dem Wunsch, sich die ferne Urheimat zu erobern. Die Kulturbund b ii h n e ist in eine wesentlich anders geartete Situation gestellt, schon dadurch, daß sic sich durchaus nicht aus innerem Bedürfnis absonderte, daher auch weder auf Sprache, noch die Uarstellimgsstoffe, die Gegebenheiten von Inhalt und Ausdrucksmittet verzichten wollte. Diese Haltung machte cs ihr schwer, eigene Linien zu finden. Daß der Kontakt sich mit dem Aufrollen des Vorhangs bereits ciitsfcllcit konnte, ist in entscheidender Weise mit dein Bühnenbild zu verdanken, das neben der schauspielerischen Leistung und dem musikalischen Beitrag vielleicht nicht genügend gewürdigt wurde. Die dekorative Folie, in die die Handlung eingebettet ist, kann von außerordentlichem Ausdruckswert sein, in Bühnenwerken besonders, die an den Sinn für das Erhabene appellieren. Hier, im ״Jeremias“, wurde die Gctühlsstcige- Tung schlagartig durch die Vortäuschung gewaltigen Raum- Volumens erreicht. Es war die deutliche Absicht des Bühncnhildncrs, die architektonische Szenerie nicht bloß als Hintergrund wirken zu lassen. Die Mauern des Tempels steigen unmittelbar vor uns auf, die vorgelagerte Treppe ist durchaus nicht als ahstamlhildeiides Ausdrucksmittcl bebaudclt. Sie dient allein der Akzentuierung der Höhenentwkkhing, bleibt selbst indifferent, unbetont. Der Raum ist nicht der sich weitende, durch Ktilisseiieiiischiebimg erzeugte Hohlraum, sondern der dicht gehäufte, mit Stoff angefüllte, plastische Raum, den wir von (ircco her kennen. Durch Nah blick und Untersiebt hat Heinz Cond eil die adäquate Darstcllungsformcl für den in die unmittelbare Wirklichkeit des Geschehens gerückten Tempclberg gefunden. * Die Gefahr derartigen Bühiienaufbaus besteht in der Problematik jeder Nahwirkung überhaupt. Wie sollen die in Hlicknähc gerückten baulichen Einzelheiten behandelt werden? Condeil ist der Versuchung einer archäologisch ge* lehrten (immer anfechtbaren) Rckoiistrukiion nicht erlegen, Vielmehr griff er zum Hilfsmittel der barocken Gestaltung«• Weise: zur Skizzenhaftigkeit der Linienführung im Detail unter Betonung der Hauptmassen und einer Beleuchtung, die die Dinge in gespenstige Abcmlfarbcn taucht. Hier erwies er sich den Hahimahlcutcn sogar überlegen, die im ״Ewigen Juden“ z. ß. das Konventionelle der 3ncntaliscbcn Szenerie durch ikonenmäßige Gcsiehtsbenulung aufzuwiegen suchten. Condcll hatte es nicht nötig, zu expres- Sionistisdien Gewaltmitteln zu greifen. Eine gewisse Unsicherheit verrät er mir da, wo immerhm konkretere zeitbedingte Formclemcntc erforderlich werden. Die Ereignisse um Jeremias sieben im Uchte der Geschichte, sind datierbar. Es ist das Zeitalter des ncubaby- Ionischen Reiches, und da will uns manche Kuppel, manche Säule, manches Erkerfenster aus einer jüngeren Zeit in die Jcremiaslandschaft iiineinprojiziert erscheinen. Und am pro- blematisclisteu kommt uns der Davidschild vor, die übereinander gestellten Dreiecke, die in ein Fenster des Tempels hineiugeheimnißt worden sind. Wie verlockend es auch sein [nag anzunehmen, daß der Tempel Salomos das Wappen des •'*iniglichen Vaters trug, so muß die Illusion von der Autcn- . tizität dieses Wappcnbildcs zerstört werden. Das sich von David herleitende Hexagramm der jüdischen Kultsymbolik ist späteren Datums*). Nicht sehr überzeugend ist ferner die besondere Turbanform des Kopfputzes des Hohepricstcrs, die den Darstellungen des 17, Jahrhunderts entnommen zu sein scheint. Das sind Einzelheiten, die die großartige Ocsamtwirkung edocli nicht zu beeinträchtigen vermögen. So stark aufwiih* end ist die biblische Szenerie im Einklang mit dem gcsprochcnen Wort, so unerhört illusiansbiidend, daß wir im lebendigen Geheimnis der Verbundenheit von Heutigem und Vergangenem das nur Zeitbedingte kaum noch deutlich als solches wahrnchmen können. , *) Die Frage der Herkunft des ״Magen David״ ist in ׳ letzter Zeit mehrfach diskutiert worden. Wir veröffentlichen über diese Frage in einer der nächsten Nummern eine Abhandiung des Volkskunde-Forschers Dr.MaxGrunwaid. — Red. Aielieraussiellung Josef Bald Der Kulturbund lud am Sonntag vormittag in das Atelier von Josef B a t ö, hach über dem Kurfürstendamm. Die Atclierausstcliung muß heute die fehlende öffentliche Ausstellung ersetzen. Dr. Singer und Josef Batö selbst waren die Mittler der neuen Fühlungnahme zwischen dem jüdischen Künstler und den hoffentlich wieder als Käufer und Mäzen auftretenden jüdischen Kunstfreunden. Josef Batö bcdar( keiner Vorstellung als langjähriges führendes Mitglied der Berliner Sezession. Lange Jahre sah ich seine ungarischen Landschaften, Bilder aus der Pusta, Felder, Ebenen, geschaffeil aus einem solchen Gefühl für Landwirtschaft, Natur und Menschen, das man sonst nur ״bodenständig" nennen würde. Und fast ebenso lange wußte ich nicht, daß er ungarischer Jude ist, einzig das Taggcr Porträt . mit und ohne Maske - aus der Ausstellung ״Künstler unter sich" wies auf die bis- 11er versteckte Geistigkeit. Daß Geist und Naturgefühl sich eher ergänzen als aiissclilicßcn, zeigen ja schon die Chasallaqitarcllc zu den Lafontaincfabcln: Kühe, Hühner, die ganze Landwirtschaft... und noch mancher andere Maler aus dem jüdischen Osten. So waren auch das Schönste in der Atelicraiisstellung die wundervollen Bauern bei der Arbeit in den Maisfcklcrn und wie sic am Abend heimgehen. Ein großes Stillehen ״Melone und Kürbis“ mit den weichen großen Blättern, in der für Batö eigentümlichen Ocltcmperateclinik erinnert au die naiv-vitale Kraft von Stückgokl, der ebenfalls seine Blätter und Pflanzen als beseelte Wesen aus der Vitalität schuf. Etwas davon ist auch dem rotnnntischen großen Zigciinergemäkle in den glühenden Gesichtern der braunen Menschen eigen. Batö-Romantik zeigt sich in vielerlei Gestalt. Sehr schön in einer Landschaft mit klassisch empfundenen rosa erglühenden Balkanbergen. Ein Hirt mit einigen Schafe» zieht nachdenklich seines Weges, ein Wanderer zieht den Bergen zu. Eine Teinpelruine, ganz, einfach stilrein, erinnert an die Virtuosität von Courbet. Batö aber ist Matisseschüler. Viel bewundert waren schöne Aquarelle aus Bornholm, Auch Batös Bornholmaquarcllc zeigen diz eigentümliche ״chinesische“ Landscliaftstorm und Stimmung vieler Ostsceliikler. Auch Arthur Scgal, sonst Expressionist, rmpfäml die Ostsee ganz ebenso. Die Vielgestaltigkeit der Ausdrticksmöf'lk'hkcitcu Batös läßt es wünschen, daß er seine großen Gemälde aus Privntbcsitz zu einer Kollektivausstellung vereinigt. Besonders eine kleine Bibelstudic: ״König David mit zwei Frauen“, sehr modern und ganz ungewohnt in der Auf- (assung, weckt großes Interesse. Der alternde König im Profil gesehen, dm Kopf leicht geneigt, skeptisch melancholisch, sitzt im bequemen Stuhl, die Frauen unweit von ihm sind der Gegensatz; Orient und Europa ... Ruth Mo r old. hiesige jüdische Kunstlcbcn hat In den lefä« eine durchgreifende Neugestaltung erfahren. W»h. Sommers entstanden der K u 11 u r k r e i 1, der q* die Wahrung aller künstle rischen und geistigen Inter«** zur Aufgabe macht, und der ihm korporativ angcschlos«« aber unter gesonderter Verwaltung stehende Jüdisch« M u s i k v c r c i 11, der auf seinem Spezialgebiet eine sammenfassmig größten Stils erstrebt. Der Kulturkreis <j«' büfierte mit einem künstlerisch sehr hochwertigen Rezitation!] abend Otto Bernsteins. In diesen Tagen folgte ei« literarisch-musikalische B i a I i k - F e i c r, deren Mittelpunkt eine ausgezeichnete Rede des hiesigen Seminardomtten Dr Heinrich Speyer bildete. Im Jüdischen Mtisikverein, dem ein (noch aus zuhau ende!) Orchester und ein gemischter Chor zur Vertilgung steh* sollen abwechselnd Orchester-, Chor- und Solistenkonrertt stattfinden, in denen die besten heimischen, aber auch ei« Reihe prominenter auswärtiger Kräfte zur Mitwirkung her«, gezogen werden. Unlängst begann er seine Arbeit mit einen werbekonzert, dessen Programm Werke der »ymphoni. sehen, der Kammermusik- und der Chorlitcratur äußmt ge• sclimackvoll vereinigte. Das Interesse des Publikums gilt!! erster Linie dem neuen Orchcstcrdirigcntcn Kurt Havel, land, der, ein Klavierscliiiler von Kreutzer und Schnabel, sechs Jahre lang am Staatstheater in Wiesbaden und zuletzt beim Berliner Kulturbund tätig war. Seinem Können ist es « danken, daß das Orchester in ungewöhnlich kurzer Zeit einen kaum geahnten künstlerischen Aufschwung nahm. Du zeigte sich sowohl bei der Wiedergabe eines Mozartschet Divertimentos als auch besonders im Violinkonzert E-dur von Bach, das mit höchster stilistischer Treue gespielt wurde. Für den Solopart war Simon G o I d b c r g, der langjährige erste Konzertmeister der Berliner Philharmoniker, gewonnen worden, der durch die Schönheit und den Adel seines Geige«, ton» ebenso wie durch die Ucberlcgcnhcit seiner Darsteliww zu spontanem Beitall hinriß. Ebenso stark war der Eindruck in Werken von Beethoven und Joseph Suk, bei denen Havel• lancl feinfühlig am Klavier assistierte. Das Konzert klang mH Heinrich Schal its fiinfstimmigem Hymnus ״In Ewigkeit* aus, dem der Chor des Musikvereins unter der schr um• sichtigen Leitung Werner Sanders trotz den hier atige• häuften enormen Schwierigkeiten zu bedeutender Wirkung verhalt. Wir haben, wie diese Veranstaltung bewies, von Jüdischen Musikverein noch viel zu erhoffen. Martin Ha usdorli, DnrmstncU Die Blldungsgemclnschaft DarmstidUf Juden cröffnetc ihr Winterprogramm mit einem ausge• zeichneten Liederabend. Susanne Stein (Berlin) brachte Lieder und Arien von Händel, Marccllo, Schubert, Dvorak, Brahms, Saint-Sains. Es war eine hochstehende Leistung. Erna Mann begleitete anpassungsfähig am Flügel. D« beiden Künstlerinnen sowie den Veranstaltern gebührt lür den eindrucksvollen Abend aufrichtiger Dank und dieser Auftakt läßt uns den weiteren Veranstaltungen mit Interes« entgcgcnschen. E• E AhküHdiguHpeH 850 Jahre Juden in Speyer Am 13. September 1031 waren 850 Jahre vergangen, daß in der Stadt Speyer Juden leben. Obwohl fcststeht, daß in dem 1084 cingcmciiulctcn Dorfe Alt-Speyer schon einige Jahrhunderte vorher luden wohnten — darunter Teile der italienischen Rnhbinerlnmilie Kalonymos als Leiter einer auch von Rasclti besuchten Talimidsciuilc gilt als O r ii nd u n g s u r k u 11 d c der Gemeinde ein in lateinischer Sprache gehaltenes Privileg des damaligen Spcyerer Bischofs Rüdiger rluosmaim vom 13. September 1081, in dem er drklärte, er glaube den Ruhm der Stadt tausendfach zu m e h - ren, wenn c r a 11 c h Juden a ti f n e h m c. Zu ihrem Schutz, erwarb er für sie ein besonderes Oclande als Wohnsitz, das als erste« Ghetto in Deutschland erwähnt wird. Die in dem Privileg erteilten Rechte zogen viele Juden aus Mainz, an, und als 1000 Heinrich IV. ihre Freiheiten noch erweiterte, hatten die Spcyerer Juden das beste Judenrecht des damaligen Deutschland, so daß die Gemeinde im 12. und in der ersten Hälfte de» 13. Jahrhunderts ihre Blütezeit erlebte. Sie bildete mit den Gemeinden Worms und Mainz einen Verband, der nach den Anfangsbuchstaben der drei Städte sich als SchUM bczeicltncte. Seine Verordnungen wurden für die deutsche Judenheit verbindlich. Von den Bauten dieser Zeit ist noch die Mikwe, das Jude 11 bad. Die übrigen Bauten wurden während der schon mit dem 2. Kreuzzng von 1195 beginnenden Zeit des Niedergang» zerstört, die weiter gekennzeichnet ist durch Verlust der Handelsfreiheit und finanzielle Ausbeutung durch die Kaiscr, ferner durch eine dauernde Folge von Vertreibung, Wiederzulassiing und Beschränkungen bis zum wiederholten Untergang der Gemeinde, besonders zur Zeit des Schwär- Breslau! Zweiter Abend di r Kt׳l1>1lung'kur«c der Breslauer m'Iu’ii Vereinigung. Am 24. OklulK-r, 20.30 Uhr. 1’sMlni Ü״״v 1 liirlrii'.lr. 25, 1״ irnmtiiigen «1ml Fnlwuklung dev l’jldstin• Mand!1״• Kt’fercnt: Rc< hKauwult M.inlml Kos?nilial, Hirslaii. — Am H• (ober, 20.49 Uhr, Im großen Saal der L«Ming-L«ge, Ag««»h* h Dr. Frani Meyer, Berlin, ״Deutsche Juden und PaHstlai". " J(idi1cl1.TI1rul<>gi.('l1es Seminar, llcginn der Vorlesungen am tolrer. — Frankfurt am Malm llcbriiiselic Spraehgesellsrhatt• "'׳ bräische Sprachkurse (iir Anfänger und Fori geschrittene. demnächst, Anmeldungen aut dem Sekretariat, l'sehrrdtcimer L* st ruße 65, nachmittags ah 16 Uhr. — Gruppe der hewlstilip• Frauen. Am 23. Uklolx-r, 20.30 Uhr, Heim des MidchenHw* Iliins-Ilandwrrk-Str. 3, Vortrag Dr. Paula I’hilippsohn: Akrnf״^ unrl Delphi. Am 8. Nuvemlirr, 20.30‘Uhr, Heim des Mä<l׳׳heakto» 1 lani-I liindsmk-Str. 3, ReziiationuilH׳׳ml: Dr. Hilde Molpe. י 13. November, 20.30 Uhr, Heim des Mädrhenkluhs llans-ll»״‘*'" ' Klriiüe 3, Ilnu»1m1sik!1bend. veranstaltet von der Musik(afhgwfP*• Am 20. November, 20.30 Uhr, Heim des Mäilchenklul«, llsns-M* werk.Sir. 3, Vortrag Frau Paula Nassauer: Der jijdi-rhe blind und wir. ׳— Jüdischer Kulturbund Rheln-Ruhn ״Df[ '-ma Weg", Schauspiel in fünf Akten, von Arthur Sehniuler. Int: Am 20. Oklolier, 20.30 Uhr, im Gelben Saal der ' Dortmund: Am 22. Oktober, 20.30 Uhr, im ״Kölnisch» יי״ Kölnische Sltaße. Köln: Am 23. Oktolwr und am 28. t ' 20.30 Uhr, im Weißen Saat der lilirgergesellschatl, Kröte׳■ ׳ 24. Oktnirer, 20.30 Uhr, The.1lersa.il der Stadl halte. E »*«"'• 25. Oklolier, 20.30 Uhr, Krupp.Saal des Städtischen Saalhauf»• Stettin! Zionisii-clic Vereinigung. Ort-gruppcn-Alicnd am 20- , . her, abends S.30 Uhr, im tiarKncl.bn-l icim, Kloslerht»( 3, Aktuelle I’ali!«!inafr»gcn. 1. Dr. M, Gumpcrt: Der ״Oe*t«gf* . Kat“ (iir Palästina: 2. Georg Kopviilowski: Fragen der Her 1934; 3. Vorführung des Bildstreifens: ״Jcrid llamisrach“, Messe in Tel-Awiw im Jahre 1931. — Wleibadcni ***״? * Wie*- Gruppenverband, Siti Frankturt am Miln. Api 21• Oktober I» baden, Hotel Kalierhot, Frankfurter Stf. 17. Gruppen»«»*" Tagesordnung: Beginn 10 Uhr vormittag»! Dr. Ham “* ״Die deutschen Juden und die Vor»u»«eUung «loni»li»chef ״ Deutschland“. Elleser Liebenstein, En Charedi ״Dl« *'®״ ״,!!. Ltg« In Palästina und Im Galuth“. Mittagspause (0*1"«'* liehe• Mittagessen). Beginn der NachmlltigsslUu"( * ״* 'ז*״« Arbeit für die nationalen Fonds": V«rtrauensm»nner-Slt«»"l Georg Gulhmann, anschlleOend Bericht an da» Plenum• Allgemeine Aussprache mit gleichzeitiger Erörterung ■***' j« und des Inhalts der Ortsgruppenarbelt Im kommenden ך*י"e־|׳|. Aiisanraehli H/prrfnn •2*1« t■ ■ Df. SftlÜ t ", , ..- ... 1»״׳■״ יי•״• ■dieser Aussprache werden sich u. a. beteiligen: Dr. Sallt ״qo neS fm j bet dem großen Brand von Speyer furt a. Main, Ober kOnatlcrtiche Programmgeatattung der 0rh(r*W£ P^vot״?;lnaC״\^\״f rfLd!f״|Udcn .b,s **',י Französischen Arbelti Dr. Emil Simon, Halta-Franklurt, Uber Frag«« ** k* vr, ,nn ״. .״״ ״., ״, •»״״ und Erslehungsarbclt Revolution nur in den umliegenden Dörtem wohnen. Nach einer 500jährigen Lcideiiszeit begann im 19. Jahrlumdert eine Zeit des Wiederaufbaus: 1836 wurden eine neue Synagoge und die bis heute bestehende jü. «Iische Schule errichtet. 1900 waren die 80 jüdischen Einwohner, die es 1808 gab, auf 500 Seelen angewachsen. Reinhold Her!. Familien •Nachrichten Herr Nathan Jcreüaw und Frau F.tther, geb. Gotthein*r• lladar Uakarmcl, Bcthirstrcet, Deth Ftrrcns, begehen a» die silberne ilochxciu